yrv» 247 ■iger, General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Metzen. 8087 Recht verzichtet. Bessere, Wollkon w daS Geheimnis gekommen sein. (Forts, folgt.) rlobte » Mite >uler Emilie, das ^pMaltvor. Rotationsdruck und Verlag der Brühl's cha» UntverfttätSdruckeret. R. Lange, Gteßen. Redaktion, Expedition «.SDniderd: Schulstr.?. XeL Nr. 6L Telegr^Adr. i Anzeiger Gießen, )el ark*Platz, 'M - KS Sss. Nolitische Tagesschau. DaS nette MilitärpeufionSgefetz ist einem „alten ßfftfrier", wie er in der neuen inhaltsreichen Berliner Zeitschrift „D e r D e u t s ch e" schreibt, im Entwurf zur Verfügung gestellt worden. Nach der Begründung im Gesetzentwurf oll der Begriff Tienstbeschädigung „im allgemeinen den bischerigen Grundsätzen" entsprechen. Aus dem bisherigen Pensionsgesetz ist in den neuen Entwurf die Bestimmung übernommen worden ^>aß gegen die endgiltige Entscheidung des Kriegsmini- teriumS, „ob eine Gesundheitsstörung als Tienstbeschädigung, vb und in welchem Grade die Unfähigkeit und ob eine Tienftbeschä- »tg alS tmrch den Krieg erlitten" anzusehen sei, keine Berufung ich fei. Nach dem bisherigen Gesetz mußte die Pensionsgewährung in dem Abschiedsgesuch enthalten sein. Ter neue Mdcheu seinem HauZ. ^en ÄusbiltunL ^ergülung. ötömgung. CS, ersprießlich des inrmer nocy neuen, aller die unser Das Ideal eines Teiles der ^efetzgevung amve ^-rage: Was tun wrr gegen literatur? Es wurde pabei viel vonr Künstler gesprochen, vielleicht zuviel; oder rechnet man die Mitarbeiter des „Kleinen Witzblattes" zu den Künstlern? Es hieß nur immer, der Künstler soll die Ideale schützen, er soll die Ehe schützen, soll alles schützen, was einer moralischen Stütze im Volke bedarf. Was er aber darf, sobald die Natur ihn zu ihrem Genius berufen, und er weit hinaus über das an „Wahrheit und Natürlichkeit" mit seinem! heiligsten Streben zu vertreten hat, was in der verkrüppelten Gefühlswelt eines Partei- und Berufsphilisters an allen Ecken und Kanten Anstoß zu erregen vermag, schienen einzelne Redner im Eifir des Gefechts zu übersehen. Das alte Bild: Eine allgemeine Mittel gegen die „Zerklüftung" der zeitgenössischen Kunst empfiehlt, kann in ihrer Bedeutimg für die Kunstübung der Nachgeborenen eher unter- als überschätzt werden. Freuen wir uns der herrlichen Schatze, die in den Museen aus der Zeit der Antike, des Mittelalters, der Renaissance und aus den späteren Jahrhunderten Zeugen sind der Kunstentwickelung zweier Jahrtausende. Erbauen wir uns an der reichen Fülle köstlicher Schöpfungen aus den Werkstätten der größten Meister der Vergangenheit. Lernen wir von ihnen, was in technischer und geistiger Beziehung von ihnen zu lernen ist. Aber beklagenswirt ist eine Kunsts in der nicht alles im Musse ist. Allenthalben, und wie in der vom Kaiser mit so glühendem Eifer bewunderten Technik und auf dem Gebiete des von ihm so rege geförderten Verkehrs, so muß auch auf dem Gebiete der Kunst das Neue altes verdrängen, und tut es auch. Unausgesetzt wandelt sich das ästhetische Ideal, wandelt sich der Geschmack, wandelt sich das Objekt der Darstellung, wandelt sich die Meliertechnik. Immer wechseln „neue Richtungen" mit alten. Jede dieser Richtungen war einmal jung; sie war einmal naiv; sie schlug einmal über die Stränge, um das, was originell an ihr war, durch schärfere Pointierung um Io siegreicher durchzusetzen; jede neue Richtung klärte sich ».inst ab, erreichte ihren Höhepunkt, um schließlich Merk- Es gibt kein immer fertiges, es gibt kein ewiges Kunstideal. Es gibt keine ästhetische Norm von unbeschränktem Giltigkeitsgebiet oder von unbeschränkter Dauer, wie es kein Dogma der ästhetischen Unfehlbarkeit einer Epoche, einer Generation, einer Gruppe von Menschen, eines Einzelnen gibt. Solange eine Kunstgeschichte existiert, solange haben die Künstler von grundverschiedenen künstlerischen Voraussetzungen aus nach grundverschiedenen Zielen gestrebt. Jede Kunst einer bestimmten Epoche stellt den Steg einer neuen Richtung über die alte dar. Zu keiner Zeit haben die theoretischen Verfechter des Alten wie die ausführenden Meister selbst aufgehört, das Herkömmliche, das Alte als das allein Berechtigte, als die allein wahre Kunst hinzustellen. Zu keiner Zeit aber auch haben die Vertreter neuer Anschauungen und Richtungen! auf das Recht belichtet, an ihre eigenen, neuen Ideale als an das Bessere, Vollkommenere zu glauben, sich und ihre Kunst- Prinzipien durchzusetzen, rhre Arbeit mit dem Siege krönen zu wollen. Darüber, ob die neuen Bahnen, die jeweilig als die sichersten Wege zu dem richtigsten Ziele bezeichnet worden ,ind, Irrwege sind oder nicht, darüber entscheidet die Kunstgeschichte oft völlig anders als die Menschen, die mitten in den Kämpfen stehen, die von dem Strome der Entwickelung umfangen sind und von ihm hierhin und dahin getragen oder aeworfen werden. Erst aus dem Gesichtswinkel einer historischen Perspektive, die weitere Zeiträume umspannt, alS sie das kurze Dasein eines einzelnen Menschenlebens M umspannen vermag, erst aus diesem Gesichtswinkel heraus »läßt sich ein einigermaßen zuverlässiger Maßstab für den dauernden Wert oder Unwert der künstlerischen Produktion einer bestimmten Epoche gewinnen. Die Verehrung der alten Meister, die der Kaiser als HM. 6e«n8 Lern |oU 9fcb- euitLnMuntz i Staat»'- °d« 16. JS la T". Xi» £06286 an» । -W „ rr. r#lM *8*1. w ;.wi« ■s*> i iS Internationaler Kongreß gegen die unsittliche Literatur. Tie „Dtsch.-evangel. Korresp." schreibt: Tie Regierungen und alle Verwaltungsbehörden interessierten sich außerordentlich für die Resultate des Atrz- ltch abgehaltenen Kölner Sittlichkeitskongresses. Somit durste man erwarten, daß die Verhandlungen bedeutsames Material für eine disputable Gesetzesänderung bieten. Um so erstaunlicher zunächst die vollkommene Unklarheit, ja Finsternis über das Wesentliche des gestellten Themas in den Köpfen verschiedener Redner. Professor Hilty aus Bern benutzt die Gelegenheit, einen Ausfall gegen Goethe zu machen. Da wunderte man sich noch, daß der Goethebund abgesagt hatte. Ein anderer ver> ketzert in Bausch und Bogen die französische und russische Literatur, Zola bekommt einen Hieb, die Schule des vorzüglichen feinsinnigen Aesthetikers und Literaturhistorikers Brandes soll in Dänemark aller Unsittlich keßL Quelle sein und ein Dr. jur. Lautensack glaubt des RätselS; Lösung gefunden zu haben, indem er die Schuld der,Mi t- wirkung inferiorer jüdischer Elements in die Schube schiebt. Wieder ein anderer Redner sucht das Heil in einer kirchlichen Aufsicht über die Lektüre des Volkes, die alles ausschließt, was nicht den Stempel christlich verträgt, worüber weite Kreise des Ehristen- tums sich mit dem Herrn in 9 von 10 Fällen wahrscheinlich nicht zu einigen vermöchten. Am zweiten Tage tritt ein Rabbiner auf und weist mit Entrüstung ben Vov- wurf des Dr. Lautensack zurück, indem er den Stein des Anstoßes wieder ein Stückchen weiter rollt und auf „verlumpte jüdische Journalisten' schimpft. Das Muster aller Sittlichkeitsbestrebungen sei dagegen die Synagoge: Hier beten die beiden Geschlechter getrennt zu ihrem Gott. So hatte wieder einmal jeder Stand und Beruf in Deutschland, dessen Vertreter anwesend waren, sein ganz besonderes Interesse an der für breite Schichten der Bevölkerung, also für die Gesamtheit und daher für die Gesetzgebung akute Frage: Was tun wir gegen die Schmutz- 2 n n=ö ,r‘1 ' tstler gesprochen, Mitarbeiter des -----------------------------------:-----------------------------------.1 Entwurf gestattet auch nach dem Ausscheiden noch die Erhebung des Anspruchs auf Pensum,weun die Tienstunfähigkert die Folge einer vor dem Ausscheiden allerdings festgestellwn Tienstbeschädig- ung ist, bei Friedensdienstbeschädigung bis zum Ablauf vcm zwei Jahren, bei Kriegsverwundungen ohne jede Zeitbeschränkung und bei sonstiger Kriegsdienstbeschädigung bis zum Ablauf von zehn Jahren nach dem Friedenöschluß. Tie Pension soll nach zehn- lähriger oder kürzerer Tienstzeit 20/60 statt bisher 15/60 betragen und mit jedem weiteren Tienstjahr um ein Sechzigstel steigen, sodaß nach Ablauf von 35 statt bisher 40 Jahren die Höchstpension von drei Vierteln des pensionsfähigen Tiensteinkommens erreicht. Tre Verstümmelungszulag e soll 900 statt bisher 600 Mark betragen für die schweren Gesundheitsstörungen, die bisher zum Betrage von 1800 Mk. jährlich bei schwerem Siechtum und bei Geisteskrankheit erhöht worden ist. Tie Kriegszu- luge, welche nach dem Gesetz vom 31. Mai 1901 1200 Mk. für Offiziere vom Hauptmann abwärts beträgt, soll im Hinblick aus die Erhöhung der Pension auf 1020 Mk. herabgemindert werden. Neu. gewährt werden soll ein Pension s zuschuß zu den Pensionsgebührnissen derart, daß drei Monate nach der Ent- laffung eines Offiziers Pension und Pensionszuschuß zusammen den Betrag der bisherigen Gebübrniffe an Gehalt, Wohnungsgeldzuschuß und Servis ergeben. Gegenwärtig wird die Pension den Nachkommen eines Pensionierten nur noch für den auf den Sterbemonat folgenden Monat gezahlt. Nach dem neuen Entwurf dagegen sollen die sämtlichen Pensionsgebührnisse noch für das auf den Sterbemvnat folgende Vierteljahr in einer Summe gezahlt werden. Auf die aktiven Offiziere und Sanitätsoffiziere des Beurlaubtenstandes sollen dabei die Vorschriften über die Gewährung der Pensionsgebührnisse Anwendung finden, soweit sie infolge einer Tienstbeschädigung zu jedem Militärdienst unfähig werden. Eine allgemeine rückwirkendeKraft soll dem neuen Gesetz nicht gegeben werden. Der Mng. Kriminal-Roman von O. Elster. (Fortsetzung.) . _ Und nun entwickelte der gute alte Herr ein System der Sozialpolitik, dem Neugebaur mit heimlichem, spöttischem Lächeln zuhörte. Jeder Mensch sollte seine Heimstätte in Gottes freier Natur finden, die ihm und seiner Familie den einfachen Unter» halt gewährte — das war so der Hauptgrundsatz dieser eigenartigen Sozialpolitik, die sich aus Naturschwärmerei, warmherzi- ziger Menschenliebe und theoretisch richtigen, aber praktisch unausführbaren Grundsätzen zusammensetzte. „Ich bin erstaunt, Herr Amtsgerichtsrat", entgegnete Neugebaur schmeichelnd, „über Ihre ganz eigenartigen Anschauungen, und ich glaube, daß ich mein sozialpolitisches Werk nach ihnen u.mgeftalten muß. . ." „Tun Sie das, junger Mann! Ich selbst habe keine Lust u it5 keine Zeit, mich mit solchen Schreibereien abzugeben, ich famt meine Seit besser an wenden, aber wenn Sie meine Ideen Weiteren Kreisen zugänglich machen wollen, so habe ich nichts dagegen." „Mit großer Freude werde ich das tun. Dazu gehört aber, daß Sie mich tiefer in die Welt Ihrer Ideen einführen, ein oberflächliches Tischgespräch dürfte doch kaum genügen." Tu haben Sie recht. So einfach ist die Sache nicht. 9hm, ^suchen Sie mich einmal in meinem einfachen Sommerquartier ba draußen am Walde, dann können" wir weiter über diese Ange- I^enheit sprechen." So ttrar denn das Eis gebrochen und Neugebaur ergriff tn:it Freuden die Gelegenheit, die nähere Bekanntschaft des aÖen Herrn zu machen, um in dessen Geheimnisse einzudrtngen. An jedem Nachmittag wanderte er nach dem kleinen Hanse f,; iauö und saß stundenlang mit dem alten Herrn auf der Bank naben der Haustür oder in der kleinen sauberen Stube, um litten sozialpolitische und sozialkriminalistische Erörterungen an- Aer Kaiser und die Kunst. In seiner Rede zur Eröffnung des Kaiser Friedrich- Kaiser abermals von den verschiedenen Richtungen gesprochen, die in der zeitgenössischen Kunst neben- und gegeneinander ringen. Der Kaiser bezeichnete diesen ftied'lichen Wettkampf um alte und neue Kunstioeale rn tadelndem Sinne als eine „Zerklüftung" der Kunsts und er gab seiner bereits von früher her bekannten Aw- schauung erneut Ausdruck, daß das, was man gemeinhin vte „moderne" Kunst nennt, auf Irrwegen wandele. Wir betrachten es im Gegensätze zu der vom Kaiser vertretenen Ansicht für ein hocherfreuliches Zeichen gesunder halten es für die Bürgschaft einer lebensvollen EntNncklung, daß es verschiedene Richtungen in der Kunst fiot Wohl der Kunst, deren weites Gebiet von den ver- hredensten Strömungen befruchtet wird! Wohl der Kunst- m deren Bereich es gärt und brodelt, in deren Bereich heftige Kämpfe twben, um dem einen oder dem anderen Ideal zum Siege verhalfen! Denn ohne diesen ungestümen Schaffensdrang, der auf den verschiedensten Wegen zum Ziele zu gelangen sucht, breitet der Tod seine dunklen Schatten über das Gefilde, wo man sprühendes und blühendes Leben erwartet. zuhören und sich gelegentlich Notizen zu machen. Ter Amts- gerichtsrat würde aber sehr erstaunte Augen gemacht haben, wenn er diese Notizen gesehen hätte — denn sie handelten durchaus nicht von sozialpolitischen Tingen, sondern gaben die Beobachtungen wieder, welche Neugebaur während ferne# Aufenthalts in dem kleinen Hause anstellte. Da waren die genauen Personalbeschreibungen der alten Frau Knoche, der Frau Marie Brandt und deren Söhnchen Richard! Da war die Beschreibung des Häuschens, der Stuben, be# Gärtchens! Kurz, es schien, als ob Herr Neugebaur Notizen für die Schilderungen eines im Gebirge spielenden Romans sammelte. Aber das Wichtigste fthlte ihm noch: die Lebensgeschichte der Frau Brandt. Tiefe selbst war von einer fast verletzenden Schweigsamkeit gegen Neugebaur, während dessen Anwesenheit sie sich stets entfernte, irgend eine häusliche Arbeit vorschützend. Tie alte Frau Knoche war ebenso stocktaub, daß eine intimere Unterhaltung mit ihr überhaupt nicht möglich war. T«ah der AmtSaerichtsrat nicht erst hier in dem kleinen Dorfe .die Bekanntschaft der Frau Brandt gemacht hatte, schien Neugebaur durchaus sicher. Frau Brandt mußte aber auch durch feste Bande mit dem Rat verknüpft sein, denn sie war ihm gegenüber von einer Ergebenheit, welche fast an Unterwürfigkeit erinnerte. Außerdem sorgte sie für ihn, wie nur eine Tochter für ihren Vater oder eine Gattin für den Gatten sorgen konnte. Und an dem kleinen Richard hing der alte Herr mit närrischer Liebe, die ,wie Neugebaur meinte, nur von einem verwandtschaftlichen Verhältnis herrühren konnte. Frau Marie Brandt war Polin, daS wußte Neugebaur; der vlmtsgerichtsrat hatte vor seiner Pensionierung in Posen gestanden, sprach vollkommen polnisch und zmterhielt sich öfter mit Frau Marie in dieser Sprache. Neugebaur bedauerte sehr, dieser Sprache nicht mächtig zu fein, er würde dann schon hinter Hofkunst sich fern haltenden Richtungen, modernes Kunstloebn mannigfach und befruchtet haben, ist eine Erweiterung zu eng bearenzten Gebietes der Schönheit in das unabsehbare wette Gebiet der Wahrheit hinein. Was wahr ist, ist ein der künstlerischen Darstellung und Durchdringung würdiges Objekt. Durch die Wahrheit wird auch das Häßliche erhoben und geadelt. Rosenkranz schrieb nicht umsonst seine „Aesthetik des Häßlichen". Unter dem Gesichtspunkte der wahrheitsgemäßen Darstellung schwinden die Begriffe schön und häßlich dahin; sie danken ab zu Gunsten eines Moments, daS mächtiger ist als sie beide: sie gehen auf in dem, was die Modernen als das Wahr- heitsideal bezeichnen. Wie einst dieses Ideal vor dem Urteil der Geschichte bestehen wird, wie einst spätere Generationen über die Aus- druckSmittel urteilen werden, deren man sich zur Erreichung dieses Zieles in unseren Zeiten bedient hat, das dürfen wir getrost der Zukunft überlassen. Einstweilen machen die TräAer des Neuen in der Kunst, ob sie nun Realisten oder Neuidealisten, d. h. Ausbauer der Gedanken- und Formenwelt Böcklins, Thomas und Klingers sind, von dem heiligsten ihrer Mnstlerrechte Gebrauch: sie schaffen in ihrer Werse gemäß ihrem Ideal, wie es vor Zeiten die alten Meister in ihrer Weise für sich getan haben. Ob die Vertreter des Neuen dabei wider die Reglements der Hofkunst handeln oder nicht, das kann und d-rf sie in der Betätigung ihrer eigenen künstlerischen Ueberzeugung nicht beirren. male des Werfalls aufzuweisen. . . . Das ist der Lauf der Entwickelung, dem sich keine Macht der Erde entaeaenstem- men kann. Die Kunst läßt sich nicht kommandieren, nicht reglementieren. Weder war das der Fall bei den Alten, noch ist es der Fall bei den Neuen, noch wird es jemals der Fall bei denen sein, die in kommenden Jahrhunderten ihren Genius entfalten werden. Darum haben auch die Verehrung, die Nachahmung, das Studium der altenMeister ihre natürlichen Grenzen. Daß die allzu innige Anlehnung an sie sogar ihre Gefahren hat, erweist die Kunstgeschichte auf vielen Mattern. Die sklavische Nachahmung der Alten hat schon zur trockensten Schablone, zur geist^ losesten Manier geftihrt. Wiele Künstler der alten Schule, auch einige ihrer angesehensten und namhaftesten Vertreter, haben das letzte Ideal alles Kunsffchaffens, das die Darstellung des Schönen sein soll, gänzlich falsch verstanden Sie haben für Schönheit genommen, was hohle Glätte gewesen ist. Der Unterschied zwischen der Stellung des Kaisers Friedrich zur Kunst und der seines Sohnes, des jetzigen Kaisers, läßt sich am besten Mit den beidm Worten „Kun ftf und „Hofkunst" bezeichnen. Wilhelm Holzamvr, der hochbegabte und feinempfindende hessische Poet, hat einmal zufi:effend bemerkt, daß Kunst und Hofkunst Gegensätze ausdrücken wie Mann und Höfling. Hofkunst bezeichnet ein Dienstverhältnis der Kunst, das der Künst die Freiheit nimmt, die das Wesentliche echt augusteischer Kunstpflege ist, das der Kunst, um wiederum Mit Holzamer zu sprechen, den vollen Persönlichkeitsausdruck nimmt, nicht mehr den Zwang inneren Erschauens anerkennt, sondern fremde Meinung und höheren Willen. Sie lehrt uns vortrefflich, freie Kunst vor dienender schätzen. Einst schrieb Avenarius in seinem vortrefflichen Kunstwart: „Unterdrückung der Hofkunst zu wünschen, wäre nicht nur eine Torheit, sondern auch eine nUgerechtigkeit. Was wir wünschen müssen, ist vielmehr bewußte Unterscheidung zwischen ihr und der sachlichen KunfV' ^etein, 'bcr löo* rung; ^Lollar ube. ** allior aus. ln0 abends in j ___' R. B. Darmstadt, 18. Okt. Unser Hoftheater hat dem Sprelplan ein neues Zugstück zugeführt durch „Tas Drama ernes guten Weibes" vor: dem unglücklichen englischen Pvetenj Oskar Wrlde, betitelt: „Lady Windermeres Fächer" TaS aus dem Englischen übersetzte Stück hat seine Urauffühi> ung nt Breslau erlebt und ist dann nach Hamburg und Berlin übergeftedelt, too über seinen literarischen Wert viel gestritten wurde. Bei seiner heutigen Erstaufführung hier hat es sehr gefallen. Tas flotte, leichte Salongeschwätz enthält viel espritvolle Bonmots und werden durch das tragische Geschick einer Mutter stark gewürzt, die sich wegen ihres ganzen Lebenswandels ihrer nnt einem reichen englischen Lord vermählten Tochter nicht zu erkennen geben darf. Tie szenische Ausarbeitung des zweiten n enbe imh mnrmrffp• „Warte! Du sollst daran glauben. ' bestrafter Sohn des Obermüllers Bogel aus Lindenthal verhafttt. _ der letzten Nacht verbrannten in dem Hause eines Friseurs in London sechs Personen, drei wurden fjtoet verletzt. Vier von den Totensind Großvater, Großmutter, ^oh und Enkelin. — T>er ungarrsche Rnchstagsabg. Ugron wurde auf seinem Landgut von einem Taglöhner, den weg en Gehorsamsverweigerung ohrfeigte Ech angegriffen und rfittw® Armbruch. Später feuerte der Taglöhner auf Ugron drei- Schüße ab, die aber nicht trafen. - Der Parum 10 Uhr 40 B. abends verlassende Schnellzug wurde am Dienstag abend etwa 200 Meter von der Station von einem Personenzug an gerannt, wobei zwei Wagen des ersteren Zuges umgesturzr nnirben. 12 Reisende wurden verletzt, darunter einige schwer. -- , In Riverstown (England) kam es anläßlich ^r Verhandlung eines Prozcstes, in welchem 22 Personen wegen Tätlichsten grgen einen Gerichtsvollzieher angellagt waren, zu bluttgen^Mägereien. 30 Personen wurden von dec Polizei durch ^ockhrebe verletzt Bei Gelegenheit des Semesteranfangs zogen die katholischen Studenten von Loewen unter Rufen gegen d^ Mrgkr- schast durch die Straßen. Ein Sttident aus Peru lchoß dader auf eine Gruppe und verwundete einen Herrn W schwer. - Unter donnerähnlichem Krachen flog auf demeg en er fr ü 11 e n e i f c n ro c r f der obere Teil eines' Puddelofens in Vic Lust. Vier an dem Ofen MMtigte Arinter murdm teils schwer, teils leichter verletzt. — In Brussel ermordete ein Eiscnbahnbcamter die Frau ernes, Kameradm, « ! " icnt> tn ein Spital Lichtenhainer Bier vor. Schlenther meint indes, daß für eine prompte Wiedergabe auch dieser Bühnenvorschrift doch etwas viel '"ier in diesem Studentenstück getrunken würde, und gab feine Absicht zu erkennen, an Stelle des alkoholischen Getränkes — geackerten Tee kredenzen zu lassen. Hiergegen strauben sich wiederum die Schauspieler. Man will an Hartleben appellieren — der cbet, so versichert ein Wiener Theaterplauderer, trinkt schon lange Die'^Direktion des neuerstehenden Düsseldorfer Schauspielhauses hat den Schriftsteller Tr Paul Ernst, J r H rdnfinniflcn Romans , Der schmale Weg mm Gluck", für rinm der dramaturgischen Arbcrten und sür Vorlesungen 'N Pftrrcrtur und Kunstgeschichte an der T h e a t c r a t a o e Ni i e vervilicht-i Tr. Paul Ernst verlegt seinen Wohnsitz von Weimar nach TLsteldorf. Berlin, 19. Okt. Kanal kommission des preust Abgeordnetenhauses. In der heutigen ersten Sitzung nach der Vertagung wurde zunächst der Bericht über die Vorlage betr. die Regelung der Hochwasser-, Teich- und Vorslutverhaltnrne an der oberen und mittleren Oder genehmigt. Alsdann begann Die zweite Lesung der Vorlage betr. die Freihaltung des lieber)chwcmm- ungsgebietes der Wasserlaufe. Hierzu lag ein Antrag vor, statt Wasserläufe zu sagen „Hochwassergefährlich Wasserlaufe Ate Regierung erklärte sich gegen diesen Antrag, lluch den ferneren Antrag, den Wiederaufbau der niedergelegten Gebäude von den Bestimmungen des Gesetzes auszunehmen, erklärte die Regierung für nicht annehmbar, bezw. nach den von ihr gegebenen Erläuterungen für überflüssig, ß 1 des Geietzes wurde mit der Aenderung angenommen, nach der statt „Waperlaufc^ gesetzt wurde ,chei Hochwassergefahr bringenden Wasserläufe". Ter Antrag betr. den Wiederaufbau niedergelegter Gebäude wurde av- gelehnt. Zu dem 8 1a, betr. das aufzustellende Verzeichnis der hochwassergefährlichn Wasserläufe, lag ein Abanderungsantrag vor, welcher bezweckt, festzustellen, wieweit das Ueberschwemmungs- gebiet reicht, und sodann die Begrenzung auf das Notwendige zu beschänken. Tie von feiten der Regierung gegen diesen Paragraphen vorliegende Bedenken wurden ausgeführt. Tie Weiterverhandlung wurde auf morgen vertagt. Berlin, 19. Okt. Gleich der Kanalrommiifton trat auch die Kommission des preuß. ?lbgeordnetenhauses zur Beratung des vom Plenum an die Kommission zurücti)erwiesenen Entwurfs eines Ausführungsgesetzes zu dem Reichsgesetz betr. die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten zusammen. Von konservativer Seite wurde beantragt, die weitere Beratung bis zum Zusammentritt des Hauses zu Dertagcu. xcx Antrag wurde mit 10 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Nachdem die konservativen Mitglieder die Stellung weiterer sachlicher Anträge in Aussicht gestellt hatten, beschloß die Kommission, ihre nächste der ReNor.Einfü'hNlNk! der schcidcndc Rektor von der al», baldigen Erftillung dieses Projekts sprach. In einer von einem Stadtverordneten cingebrachtcn Interpellation tonme heute darauf hin gewiesen, die Zweifel zu beseiti.gen nnjb die Universität sofort von deni städtischen Projekt offtzie-ll zu benachrichtigen. Man beschloß in diesem Sinne mit dem Hinzusügen, daß die Vorarbeiten sofort begonnen werden. Um sich zu informieren, werden die städtischen Körperschaften am 26. Ottober das Elektrizitätsw-erk „Hephatu"^ bei Treysa besuchen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt entstand am Mittwoch nachniittag kurz vor 5 Uhr eine allgemeine Störung im städtischen Elektrizitätswerk. Sämtliche Straßen- chahnlinien wurden mit einem Mal betrieb8unfähig, die Wagen standen in der ganzen Stadt still. Auch die vom Werk gespeisten technischen Betriebe hatten keinen Strom. Die Störung, die im Hauptschacht ihre Ursache hatte, hielt zwanzig Minuten an. — Der aus Frankfurt seit dem 14. d. Mts. flüchtige AtlSläufer Karl Werner, welcher bei der Detitsch- Amerikanischen Petrolelnngesellschaft 4500 Mk. umterschlagen hat, ist verhaftet worden. Von dem veruntreuteit Gelde wurden noch ungefähr 3500 All. bei ihm vorgefunden. In Sprendlingen wurde in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch bei dem Uhrmacher L. Loebenstein eingebrochen. Die Diebe schoben den Rollladen in die Höhe, zertrümmerten ein Erkerfenster und stahlen Goldwaren im Werte von 800 bis 900 Mk. — In Gau-Bickelheim erstickte infolge Austretens von Gasen aus dem amerikanischen Ofen der 70jährige Landwirt Ignaz Schnabel. Seine Ehefrau war ebenfalls davon betäubt. Man hofft, sie am Leben zu er» halten. — In Sinn gerieten Arbeiter in Streit. Es wurden Schüsse gewechselt und ein Arbeiter durch einen Schuß tätlich verletzt. Er wurde nach Gießen in die Klinik gebracht. — In Ost heim bei Butzbach wurde am 17. d. MtS. ein neues Schtllgebälide eingeweiht; die Baukosten hatten 42 000 Mk. betragen. — Nach dem Beispiel der Handelskantmer von Saarbrücken beschloß die Limburger Handelskammer auf die preußischen LandtagSabgeord- netcn deS Bezirks einzuwirken, daß diese der wasserwirtschaftlichen Vorlage nur dann zustimmen, wenn die gleichzeitige Kanalisiertlng der Saar, Mosel und Lahn in die Vorlage ausgenommen wird.— In Ludwigshafen verhaftete man ein 19jähriges Dienstmädchen, das sein Kind ermordet lind die Leiche in einen Straßengraben geworfen hatte. bereits vollendet. . I -ch. Dillenburg, 19. Okt. In der Angelegenhcü de§ Bahnbaus Oberscheld-Wallau erwartet man m diesen Tagen eine Kounuissian, die entscheiden wird, welche der beiden vorgesehenen Bahnlinien zur Ausführung kommen soll. Tie Vermessungen sind bereits im vorigen Monat zrun Abschluß gekommen, und sowohl im Schelde- als auch durch das Irrscheldetal kennzeichnen die aufgesteckten Fähnchen die beiden Projekte. v Fl Marburg, 18. Okt. Die Stadtverordneten- versammlung stimmte heute der Zeichnung eines Garantiefonds von 10 0 0 M k. für die Ausführung des Treller- scheu PolksbLhneuspiels „Philrpp d"Groß- m ü t i a e" anläßlich der am 13. November stattstndenden Trctci' des MMHrigen Geburtstages dieses hier m Marburg geborenen Hessensürsten zu. Recht interestant war dre folgende Sache. Zur Anlage eines städtischen Elekttmtats. Werks hat die Stadt bekanntlich dr« soa. Herrenmuhl-G unter-! halb der Universität mit einem- anstoßenden Garten sur 150 000 Mk. gekauft und diesem Vertrage fhmmt man zw> nächst zu. Da dieses erst heute erfolgte hatte man mich der »auptabnehmerin sür Elektrizität, der UmversUat Mar- bürg, die sich mit dem Plane der Errichtung ctne§ eigenen Elektrizitätswerkes trägt, noch keine oft Welle Mit- teiluug gemacht. Große Beunruhigung tief es deshalb rn der Bürgerschaft hervor, daß noch am Sonntag gclegentlrch Quakep Oats wipd am besten und vorteilhaftesten in einem Quaket1 Oats Kocher zu bereitet. Wia* senden Gratis einen Quaker Oats Kocher an jede beliebige Adresse in Deutschland falls uns die unten angegebene Anzahl n==z Schutzmarken, die aus der jffl der Packete zu schneiden sind und so aussehen, franco in einer Send- ung und vor dem 31. Dezember 1905 zugehen. 50 Schutzmarken von 1 Pfd. Paoketen oder 1OO „ .> ’/a " '» Um deutliche Angabe des Namens uud Adresse wird höfl. gebeten. ABTEILUNG: E. T- THE AMERBOAN OEREAL COMPANY, Kaiser Wilhelmstrasse 82, Hamburg. Ci -w Q «5 L «t 2 2 O o CD C 3 CD J= Q <£> CD C 'S 5* CD > c ZD « -p « c* 5 c# « <3 r» V o ft s Ö « 6t er? w> XD c G ^O*~ 5 65 C an CD ft 2 C^ an an ft p ft c cd$° P ft S 73 c «n C o » O «n cd --o C 5 & w ,~ cd - ’S w P X) ft ft e -LD b - ur o an 05 E ft 5 » 2 17- ft •" Q CD g) Oft •*• C* O t*- S S> S E) :Q S* P CD« ft Ö ,o 7> ” -ft vr Ä OJ W b ~ c KZ ^c 2 <& P C C T-L» 5 5 — Xv >r- b o CD ©O 4= « "5 JE O .2 CD Z S CD 0S> . * CD ft ft O ft C CD CD C p co ft — CD P ft __ »P ‘7* a P ft 1* vC p p-4? 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