Nr. 221 Zweites Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 20. September 1904 Grieb eint lögltd) mit Aufnahme de- Sonntag-. Die ..tikfientr Lamillenblatter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »helllicht Landwirt- erldjetm moaaUlch einmal. Gießener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag ba Brühllche» UntoerfitäisbructereL ÖL Lange. Dietzen. Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr. Del. Nr 5L Lelegr^Adr.; Anzeiger Vietze» General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt sür den Kreis Gießen. Kelöert AiismaiL. Der nun verstorbene Fürst Herbert Bismarck lebte in der Politik jeincy Vaters. Die Bejahigung, n-elche üjin für den dipto- niüuin^n ‘aixiiiU nicht loerben tonnte, in Vervm- duug nut der pi-etätuollen ^oa-Lu)tuitg, die er vor dem poliufa>eii Programm fciiccS Katers hatte, acs denen Erden er srch berrachtere, hudeu iunxilcn den Emdruck bervorgerujen, als ob der Bei* flvioene in llcberichäßung der eigenen poluftcheu Einsicht Kennt- nüie unO Können der politischen Nachfotg-cr seines Vaters etwas gytLinöiu/abig bewettel hatte. \&e> ist im becui^Lag, dem er feit LtiU3 flngnijocie und in dem er der deutschen RcütZspartei nahestand, wiüderl-olt vorgetommen, datz er bve Politik der leitenden Staats- männtC tonigveren zu müssen glaubte. DaS war in aujsallender Weise noch im Aöärz 19U1 der Fall, nxo er die Auflassung des Reichskanzlers, baß es fiä) in Ehina um eine Lebens!rage hanbelte, einer sä-atsen Kritik unterzog. Die Aus einander seimig zwischen ihm und Bülorv aus diesem Anlaß waren das Muster einer äußerlich zwar diplomatisch höflichen, aber in ihrem Wesen scharf ironisierenden perioutichen Abreunmng, bei der der Reichskanzler unter dem Lachen der Linken des Hauses über „die wohlwollende Art und Weise" dankend quittierte, mit der Fürst Bismarck seine Politik ttlliftert habe. Seit dieser Zeit ist Fürst Bismarck im Reichstag nicht mehr besonders hervorgetreten. Wie sehr Fürst Bismarck auch in der deutschen Englandpolitik ein Gegner des Grafen Büloio war, hat sich beim Burenkrieg gezeigt. Seine Sympathie gehörte dem Burenvolk, und als seinerzeit die Burendeputation, bestehend aus den Herren Botha, Delarey und Tew-et, auf Betreiben des Grafen Bülow vom Kaiser nicht empfangen wurde, da hat Fürst Bismarck in ostentativer Weise in den Wandelgängen des Reichstages die Buren ausgezeichnet und sich in einer Gruppe, deren Mittelpunkt er mit den Burenvertretern bildete, photographieren lassen. Es gab eine Zeit, wo man glauben konnte, daß des Eisernen Kanzlers begabtester Sohn den Kulminationspunkt seiner diplo- matrsäzien Karriere noch nicht erreicht habe; diese Erwartung zerfiel mit dem Zerwürfnis, das zwischen seinem Vater und Kaiser Wilhelm II. eintrat. Sein persönliches Verhältnis zu dem regierenden Kaiser nwr zeitweise sehr gespannt — wir erinnern daran, daß Fürst Herbert Bismark yon einer Hochzeitsfeier, zu der er eingeladen war, mit Rückstart dur den Kaiser semdleibcn mußte — und mag sich zwischen ihm und dem Kaiser im Laufe der Zeit auch wieder eine bessere Beziehung, wie sie sich in der Auszeicl)- nung des Fürsten bei Gelegenheit der Enthüllung des Bismarckdenkmals vor dem Iieichstagsgebäude bekundete, angebahnt haben: der alte Ritz ist nid# mehr gehellt worden. Aus der glühenden Verehrung, welche Fürst Herbert Bismarck für seinen Vater und dessen Politik hatte, erklärt sich fein politisches Verhalten und mag auch das Wort Pes Grafen Bülow richtig sein, daß nur Fanatiker und Toren behaupten könnten, es habe der alte Kanzler keine Fehler begangen, die Pietät des Fürsten Herbert vor (einem Vater zwingt dem Feruststehenden Achtung ab, und diese Pietät *Srft an der Bahre des Da Hingeschiedenen. Der „ReichSanreigxr" schreibt zum Tode des Fürsten Herbert Bismarck: Was der Staatssekretär und Staatsminister Graf Bismarck an der Selle deS ersten Reichskanzlers als dessen vertrauter Berater für unsere auswärtige Politik geleistet hat, das wissen bis jetzt nur locniyie ein geweihte Mitarbeiter. Sein Verdienst wird voll erst gewirrdigt werden Eonnen, wenn dereinst die ur* kundlickLN ZeugiEe der diplomatischen Geschichte jener Jahre i>eni HiswviEer vorliegen. Mll berechtigter Genugtuung durfte der Sohn sich sagen, daß er, wie kaum ein anderer, dem Go dankensluge des Genius zu folgen und die Ausgestaltung seiner grvsteu Eittwürfe zu fördern verstand. .Ganz ging der Sohn im Vater, der Jünger im Meister auf, und der Rücktrllt des großen Kanzlers war nach des Grafen Herbert eigener WahL auch der Absck/luß feiner eigenen ministeriellen Wirksamkeit. Fürst Herbert Bismarck nahm nach des großen Kanzlers Rücktritt seine Stellung im öffentlichen Leben mit Folgerichtigkeit und Würde. Tie Lebensaufgabe, die ihm blieb, dünkte ihm groß unb Jcßön genug, dankbar für den Patrioten und tröstlich für den ts-opn, Pie Ausgabe, eine heilige Flamme zu hüten, immer wieder auf die nationalen Ideale und auf den Schatz der staatsmännischen Meishell seines großen Vaters hinzuweiseu. Tie Liebe und 23cnnnibcrung, die jeder deutsch gesinnte Deutsche dem Andenken des nationalen Helden rm Herzen bewahrt, potenzierte sich im Herzen des Sohnes. Zwei tresflick-e Söhne sino dem unfterblidxn Vater schnell nacheinander in vorzeitigem Tode gefolgt, und allen treuen Deutschen, die heute an der Bahre von Frudrichs- ruh trauern, vereinigen siw in den wärmsten Segenswünsck-en für die unmündiigen Enkel des ersten Fürsten Bismarck. Wenn ein Patriot, der fick als Träger einer großen nationalen lieber- lieferung fühlte ,aus unserer Mllte scheidet, so ist ein solcher Verlust für die Ueberlebeirden eine -reue Mahnung, das unsterbliche VerbAnst des unerrse blichen Mannes, dessen Namen jener trug und dessen Schild cr allzeit u Ehren hockchiett, niemals zu vergessen. Die „Norddeutsch^ schreibt: Mll Herbert Bismarck ist abermals einer der Staatsmänner aus bem Leben geschieden, dir dem großen ersten Kanzler des Reiches nahestanden. AnfgewaMen in der Schule seines ruhmreichen Vaters, nürfte Fürst Herbert mit ernstem Fleiße und umfassender Gesd)äftskennmis an der Spitze des Ausivartigen Amtes unb biente als Sohn wie als Beamter den Intentionen des flrdßtin bi’uffdxn Staatsmannes in hingehender Pflick-ttreue. Nach dem H tusche wen des unvergeßlichen crfien Für wen Bismarck betrackstete Fürst Herbert es als ferne Aufgabe, das Andenken des Vaters pietätvoll zu hüten und, wenn es die Tagcs- erbrtcrungcn ihm zu erfordern fdienen, dessen Ansck)auungen zu vertreten. Ein ttagtsck-ev Schicksal fügte es, daß wenige Jahre nach dem Ableben Otto von Bismarcks ihm im reifesten Mannesalter beide Sohne in den Tod folgten. Die Hoffnungen der trauernden Familie ruhen nun auf den Enkeln des Mannes, der den 9iamcn Bismarck mit unauslöschlichen Schriftzeichen in die Gesclstchte Preußens, Deutschlands und Europas eingrub. Im übrigen fällt es auf, daß die Nachrufe der führenden konservativen Zeitungen zum Tode deS Fürsten einigermaßen der Wärme entbehren. Sv begnügt sich die „Ären z- Leitung" mit der Anerkennung, daß Herbert Bismarck als Staatsmann ganz in den Ideen seines Vaters ausgehend, eine außerordentliche Gesck)ästsgewaiibchevt und Arbeitskraft gezeigt habe, lieber die parlamentarische Tätigkett dcS Fürsten wtrd nichts bemerkt. .Allerdings stand er den Reichsparteilern, in deren Reihen fern Platz im Reichstag sich befand, politisch im ganzen näher als den Konservativen. Aber als Agrarier war er wieder burcl-aus den Konservativen zuzurechnen. Tie bündlerifche „TageSzt g." schreibt — nicht ohne eine gewisse Spitze gegen die gegenwärtige Regierung —: „Dill demselben warmen Herzen, weläres der Vater während seines ganzen ruhmreichen Lebens bekundet hat, trat auch Herbert Bisuiara für die Landivirtschast ein, deren Notstand er aus eigener Erfahrung kennen gelernt hatte." Alle Pariser Blätter widmen dem Fürsten achtungsvolle Nachrufe, die sämtlich in der Bemerkung ausklingen, daß die Ereignisse und bre rühmliche Treue gegen seinen großen Vater ihn Derpinbert haben, alles zu zeigen, wozu er Mter günfügen Um- ftändcn fähig gewesen wo«. • Beim Empfange der deutsck-en Mttglieder des PressekongreffeS in der deutsclZm Botschaft zu Wien erzählte der Bolfckiafter Graf Wedel, vor einigen Wochen sei Fürst Herbert Bismarck bei ihm eingetreten; der Botschafter fei entsetzt gewesen über das AuL^eheu deS Fürsten, der gänzlich abgcmagert gewesen fei und, wie er erzählte, in toeiiigni Togen 26 Pfund an Gewicht verloren habe. ,Ter Fürst habe ihm gesagt, daß er nad) einem Tiner an Austernvergiftung erkrankt sei und neunzehn Stunden lang fortdauernd vomiert habe. Er halte sich für eilten verlorenen Mann. Fürst BiSmarckS Tod war sanft unb ruhig. Sck)vn seit F-reitag pbcnb hatte er da» Bewußtsein verloren. Inmitten seiner Familie, die schon feit Tagen im Schloß versammelt war, gab er seinen Geist auf. Der Fürst Hai bis an sein Enbe nie gewußt, wie schlimm eS um ihn stand. Er fühlte sich im Gegenteil bis vor nicht langer Zell verhältnismäßig wohl. Der Fürst wird in einer unterirdischen Gruft beigesetzt werden, nicht an bei Seite seiner Eltern. Hamburg, 19. Sept. Ein trauriges Schicksal hat den früheren .Privatsekretär deS alten Fürsten Bismarck, Dr. Chrysander, betroffen. Er befindet sich im Jrrenhause in Fricdrichsberg bei Hamburg und gehört dort zu den nach der britten Klaffe Verpflegten, d. h zu d« Mittellosen. Soziaidkwoklatischer FarieUag. (Nachdruck verboten.) S. il H. Br euren, 19. Sepd. (1. Verhandlungstag.) Die erste Sitzung des sozialdemokratischen Parteitages nahm heute vormittag ihren Anfang. Der Vorsitzende Abg. Dietz- Stuttgart eröffnete die Tagung mit dem Bemerken, daß kurz vor Beginn der Sitzung den Delegierten ein! verschlossenes gelbes Kuvert mit der gedruckten Ausschrift „An die Delegierten des Parteitages" überreicht worden^ sei und zwar sei dies ohne Benachrichtigung des Vorstandes geschehen. Dieses Vorgehen fei u n z u l ä s s i g und er rüge es aufs schärfste. Es dürften überhaupt keine Schriftstücke im Saale verteilt werden ohne Genehmigung des Präsidiums, lieber den Inhalt des geheimnisvollen Kuverrs machte der Redner keine näheren Angaben. Es handelt sich dann zunächst um die Unterstütz-, ungsfrage für die zum Parteitage eingelaufenen 117 Anträge. Die meisten dieser Anträge fanbeni die notwendige Unterstützung, darunter der folgende' von den Genossen in Elbing, Potsdam unb Spandau ein gebrachte: „Die Partei möge unter den Proletariern, die zur Armee einberufen werden, vor dem Ein-^ tritt in dieselbe in geeigneter Weise Propaganda für die Ideen des Sozialismus machen. Insbesondere sind die: künftigen Soldaten durch Broschüren über ihre Pflicht gegenüber dem sogenannten „inneren Feinde" aufzuklären. In diesen Broschüren ist den Soldaten auch Rat zu erteilen, wie sie sich angesichts der zahlreichen Soldatenmißhandlungen zu verhalten haben." Hierauf erstattete Reichstagsabg. Pfannkuch den Geschäftsbericht. Einleitend bemerkte er: Unter den eingelaufenen; Anträgen befinden sich auch eine ganze Reihe solcher^ die den lebhaften Wunsch zum Ausdruck brachten, daß die Verhandlungen des Bremer Parteitages nicht wieder von Zwischenfällen unterbrochen werden möchten, wie sie den vorjährigen Dresdener Tag in unliebsamer Weise gestört hätten. (Bravo!) Er wolle sich nicht darüber auslassen, wer das Karnickel gewesen sei, das aber müsse er sagen: Das eine ist die gute Folge der Dresdener Auseinandersetzungen gewesen, daß das Parteigewissen der Parteigenossen außerordentlich geweckt und geschärft wo^ den ift. Diesem Umstande sind auch die zahlreichen Anträge auf eine straffere zentralistischer Organisation dev Partei zu verdanken. Der Redner erörtert dann das Verhältnis der Partei zu den Gewerkschaften, bas audjj im letzten Jahre manchmal recht getrübt gewesen fet Er warne davor, daß die vorhandenen Gegensätze not$ weiterhin verschärft würden. Die Gewerkschaften solltenj sich auch nicht immer so sehr dagegen versteifen, daß man sie als sozialdemokratische Organisation Mi spreche. Trotz aller wachsender DcrwaltungSgcfchäfte habe der Vorstand keüreswegs die großen agitatorischen Ausgaben vernachlässigt. Er wende nach wie vor allen aktuellen Frage« ständig feine größte 'Auftnerksamkeit zu, um zu gebotener Zeit dazu Stellung zu nehmen und sie dem Votum der Partei zu unterbreiten; zu dem Modus der Verkündung: praktisch wertloser Protestresolutionen könne er sich allerdings nicht verstehen. Gewiß sei noch viel agitatorische Arbeit zu leisten, insbesondere in ben bet Sozialdemokratie noch nicht erschlossenen Gegenden. Die Anstellung: besoldeter Partei-Sekretäre insbesondere in den rm- Der einfame Weg. Arthur Schnitzlers neues Schauspiel „Der einsame Weg" (Vuchverlag von S. Nfchier in Berlin) ist am Samstag im Schauspielhause zu Frankfurt a. M. zum ersten Male aufgeführt worden. Der Inhalt des Stückes ist folgender: Nach einem bewegten Leben voll Ruhm und Genuß fiihlt der alternde Maler Julian Fichtner sich leer und' unbefriedigt, und es zieht ihn Felix, seinem Sohne, den ihm die Frau seines Jugendfreundes, des inzwischen zum Professor und Akademie- Direktor avancierten vortrefflichen Wegrath, einst geboren hatte. Wegrath ist eine zarte, feine, gründ gütige, aber energielose und fchüchterue Natur, uno als er damals! den glänzenderen, hirweißenden Fichbnxr mit Gabriele, seiner Braut, bekannt machte, fingen die beiden jungen, Seelen bald Feuer. Wohl wollten sie gemeinsam fliehen, aber Füchttrer, der feine Zukunft durch einen allzu frühen Lund vernichtet glaubte, floh allein. Wegrath heiratete Gabriele und zog Felix, den er für seinen Sohn hielt, mit gleich liebevoller Sorgfalt aus wie feine Tochter Johanna, die ihm feine Frau später gebar. 24 Jahre schwieg Gabriele, und erst kurz, vor ihrem Tode macht sie ihrem Sohu, der inMschen ein lebensftischer Offizier geworden ist, einige Andeutungen. Fichtner, der dem Hause Wegrath nicht völlig fremd geworden ist, gibt sich ihm als Vater zu erkennen, in fbfer Hoffnung, kindliche Liebe für sein nahendes Alter zu erwerben. Felix hat sich wohl immer zu dem ungewöhnlichen Wesen F-ichtners hingezogen gefühlt; doch als ihm die Wahrhett bekannt wird, denkt er zuerst an den, der ihn in väterlicher Fürsorge bisher geleitet hat: an Wegrath. Und das tragische Geschick seiner Schwester Johanna weist vollends ihm den Weg, den er zu gehen hat. Johanna hat die Hand eines um sie verbinden Arztes unbeachtet gelassen, und ihre trau* re rische Liebe einem alternden Schriftsteller geschenkt. Stephan v. Sala hat auch ein wechsselvolles Leben hinter sich Aber nicht wie Fichtner führte es ihn auf manche ' bw j e, nicht j sondern zur Reife. Er kennt die Welt unb die Menschen und (cijlleßt, etwas in unserer modernen, seelenlüuoeudeu Dichtung ganz Neues und Originelles, nicht von sich auf andere, sondern von aiu deren auf sich. Er ist ünl Grunde besser, edler, als er selbst glaubt. So egoistische ja sogar cynisch er meist andere und darum auch sich beurteilt, so verinnerlicht ist er in seinem zarten uno tiefen Kem. Dieser seltsame gründliche Menschenkenner glaubt durchaus ein krasser Egoist zu sein und tut gewöhnlich ans einem merkwürdigen inneren Drange heraus das Gegenteil von dem, was ihm sein Herz gebietet So bildet er sich jetzt ein, größere Freude als an der kaum erworbenen Zuneigung Johannas, an einer gefährlichen, aber hohen künstlerischen Genuß versprechenden Expedition nach Bak- trien zu gewinnen, zu der er auch Felix als mllitärischen Begletter anwirbt Doch Sala weiß nicht, daß feine eigenen Tage gezählt sind. Wohl aber weiß es der junge Arzt und durch iljn Felix und Johanna. Als Sala nun seiner Geliebten den Vorschlag macht,, mit ihm und Felix zu gehen, aber unter der ausdrücklichen Beteuerung, daß dieser Vorschlag nur um feiner selbst willen und ja nicht aus Liebe zu ihr geschieht, afls er bann, belauscht von Johanna, Fichtner gegenüber dessen und wie er meint, auch seine eitle uni) eigennützige Seele völlig entkleidet, da geht sie in den Teich im Parke ihres Geliebten. Sala aber richtet sich selbst. Felix will den schwer getroffenen Wegratl nicht verlassen und und auf die Expeditton verzichsten. Doch Wegrath nimmt das Opfer nicht an, er will nicht die Zukunft des jungen, tatenlustigen Ossiziers in ihrer Entwicklung hemmen, während der wirlliche Vater den Sohn für sich zurückzuhalten wünscht Da bekennt sich Felix ganz zu Wegrach, und Julimi Fichttrer geht feinen „einsamen Weg". Unsere Zeit ist noch immer so arm an Persönlichkeiten, die ihre Kunst auf eine Weltanschauung abzustimmen suchen, daß wir jede Dichtung von solcher Nachdenklichkeit, von so vertiefter Seelenkunde, voll so feiner und zarter Gedanken wie Schnitzlers „Einsamer Weg" mit herzlichster Freude, mit reicher Anerkennung unb lebhaftester Aufmunterung begrüßen sollten. Wie ist hier Schnitzler feit feiner entzückenden, aber doch im Grunde nur mit wienerischer Weichheit anmutig unb lieblich tändelnden „Liebelei" bergan gestiegen! Wie ücrnnnflloS unb wie unzart war bannn bie Kühle des Frankfurter Premieren« publilumö! Wir stehen hier vor einer bcc zartftihlenbsten unb tiefsinnigsten mobernen Dichtungen, das Großstadt« Publikum aber steht wieder, wie einst StrindbergS ergreifen bet „Ostern"-Dichtung, kühl bis ans Herz hinan gegenüber, nur well in dem Stucke der dramatische Nerv beS Dichters völlig versagte, weil er keine aufregende Handlung bot, weil er nichts unS gibt als ein trübes Lebensbild, eine Reihe pfadloser und entsagungsvoller Menschen, weil der Dichter nicht packende, zündende Tagesphrafen wählte, sondern nur gedankliche Edelsteine schliff von Irren unb Sichnichtversteheu, vor» lautem Leben unb stillem Sterben. Diese wundervolle Elegie, die uns die Menschen eigentlich nicht leibhaftig in Fleisch und Blut vor Augen führt, sondern sie uns in einem kostbaren Kleinod von trüb gewordenem Spiegel zeigt, findet in Frankfurt in der Hauptsache eine meisterliche Darstellung. Alle Mitschaffeuden überragt um ein Bedeutendes Bolz, der geistreiche Darsteller des Sala, der mit bewundernswertem Femsinn dem Dichter in die Abgründe der Seele dieses skeptischen Schöngeistes nachtauchte und sie bester erkannte, als dies Herr v. Sala zugeben würde. Frl. Polner hatte die Johanna nicht ganz so tief erfaßt, in ihrer Art der Darstellung lag sogar etwas Naives, Kleinmadchenhaftes, was der tragisch resignierenden, an liebeUcrem Leben hinsiechendcn Jungsrauengestalt recht fern liegt. Ader sie traf doch sonst zumeist den rechten, müden, verfchmachtenden Ton für bie atcmfchwache, abgepeinigte, früh dahin welkende Mädchenblüte, der wir unser ganze« Mitgefühl entgegentragen. Herr Bauer stellt den lieben alten braven Wdgrath, den Mann mit der unproduktiven, phantalle- losen, aber weichen unb empfinbungsvollen Künstlerscele, mit den gewinnendsten HerzenScigenfchaftcn bar; cr hätte inbeß, wenn an seiner Stelle Herr Tiegclmann gestanden hätte, aus dem genialen Fichtner einen warmblütigen,allerBerzeihung würdigen fympaihi- schen Herrenmenschen geschaffen, während Herr K i r ch auö ihm einen unleidlichen Gecken unb hohlen Theatraliker machte. Herr Fricke als Felix fanb eine Reihe tiefer und inniger Herzenstöne, ebenso Frl. Lange und Frl. Boch, von denen die erste den Humor, die zweite bie Tragik mit Anstand und Würde vertrat. Auch Herr Pfeil gab m feiner kleineren Rolle als stets hilfsbereiter, aber leider stets ebenso erfolg. erf cfffoffen en Gebieten, wrbe die PartEittmtz tnr Totnmcn- ben Juhre ins Äuge fassen. Wrs den Vorwurf betreffe, gegenüber benr tn der Lust schwebenden Wahkrechits- raub eS an der nötigen gegr'nagitatorischen Energie habe festen zu lassen, so ' erwidere er, daß die Meinungen, was in diesem Falle zar tim fei, recht geteilt seien. Während eine Richtung der Partzelleittmg den Vorwurf der Energielosigkeit mache, sage die andere, es sei höchst gefährlich immer wieder mit dem Feuer zu spielen und den Teufel an die Wand zu malen, weil dadurch etwa vorhandene reaktionäre Gelüste erst geweckt und zu Heller F-lamme entfacht werben könnten. (Sehr richtig!) Die Frage des politischen Streiks, des in neuerer Zeit viel erörterten Generalstreiks, halte der Vorstand noch nicht für spruchreif, um eine maßgebende Stellungnahme der Partei dazu herbeizuführen. Nachdem der Redner noch daS weitere Anwachsen der Presse gerühmt hatte, erstattete Abg. Gerisch-Berlin den Kassenbericht. Niemals sei ein so ausgezeichneter Kassenabschluß zu verzeichnen gewesen, wie im abgeschlossenen Geschäftsjahr; er warne indessen vor dem Glauben, daß die Partei nun so viel Gfclb habe, daß fie gar nicht wisse, wohin damit. Bon diesem Glauben scheine die große Flut von Anträgen auf Mittelbewilligungen aus verschiedenen Wahlkreisen auszugehen. In einer einzigen Sitzung habe der Vorstand sich allein mit derartigen Anträgen zu beschäftigen gehabt und diese forderten nicht weniger als 160 000 Mk. (Hört! hört.') Mit ziemlicher Schärfe wandte sich Gerisch dann gegen die ,,lächerliche Art", wie manche Genossen ihrc_ Geldüberweisungen firmierten. Man erfinde die unmöglichsten und manchmal direkt tompromitti er enden Spitznamen, unter denen die Ueberweisungen in der Presse veröffentlicht werden sollten. Die Tagespresse besitze heute über 600 000 Abonnenten. (Lebh. Beifall.) 15 Zeitungen hätten allerdings einen Verlust von 8000 Abonnenten zu verzeichnen, der indessen als vorübergehend anzusehen sei. 39 Zeitungen dagegen hätten um 47 000 Abonnenten zugenommen. Die Gesamteinnah-me aus den StimmtentengeTbem der Parteiblätter beziffere sich auf 3 923427 Mk. Die Einnahme aus Inseraten betrug 2 253 538 Mk. (Beifall.) Erfreulich sei es, daß auch das Organ für die sozialdemokratischen Frauen, die von der Genossin Zetkin geleitete „Gleichheit', einen wesentlichen Ausschwung genommen habe. Der Vorstand beschäftige sich gegenwärtig mit der Frage der Unterstützung der zurückgebliebenen Blätter. Den Antrag, eine besondere Propagandabroschüre für die zur Armee einberufenen jungen Proletarier zu schaffen, um sie vorher über ihre Pflichten gegen den „inneren Feind" aufzuklären, hält der Redner für bedenklich und außerdem für die aus sozialdemokratischen Familien hervorgegangenen jungen Proletarier auch für überflüssig, da diele doch wüßten oder wissen sollten, was sie zu tun hatten. (Lebh. Beifall.) Im übrigen empfehle er, die Er Wartungen nicht .intimer zu h oH zu spannen, und sich in den Glauben einzuwiegen, day der Sieg von 1903 der Partei die Sicbenmeilensttefel gebracht habe, mit denen man nun direkt in den Zukunftsstaat hineinnrarfchieren könne. Bebel habe schon in Amsterdam gesagt, daß die doppelte Zahl von (Stimmen notwendig sei, um in der Entwicklung weitcrzukommen, und er bitte, in der Arbeit imb der Agitation nicht nachtzulassen. Werfall.) Hieraus erstattete der Reichst agsabg. Meister- Köln den Bericht der Kon trollkommissiom Leider habe man im verflossenen Fahre häufiger als sonst in schwebende oder neue Streitigkeiten! unter den Genoffen eingreifen müssen. Einen Einblick in die Düsseldorfer Stänkereien gewähre daS heute früh verteilte gelbe Couvert. (Aharuse.) In der sehr eingehenden Debatte beklagte Becker- Dortmund die Verhältnisse im Ruhrrevier, wo seit den letzten Reichstagswahlen diepolitischeAgitationder Partei völlig d arnie d erlie g e. Ulmbaum-Elberfeld erklärt es für unnötig, daß die Parteibuchhandlung große Ueberschüsse, im letzten Jahre 35000 Mk., avwerfb; sie solle dafür sozialdemokratische Broschürenliteratur billiger verbreiten. (Nachnrittagssitzrmg.) Nlrcl> Eröffnung der Nachmittagssitzunst erhielt der österreichische Abg. Schn Meier das Wort. Er schilderte dabei die Zustände in Oesterreich, die er als „Absolutismus mit Schlamperei" charakterisiert. Mit Neid sehen wir hinüber zu Eurem Parlament (Gelächter.) Die österreichischen Oien offen kämen na chDeutschlcmd, um sich hier wohl zu fühlen und nm zu lernen, wie man abgewirtschaftete bürgerliche Parteien behandeln müsse. (Beifall.) Nach dem von Frau Ziltz-Hamburg erstatteten Bericht der Mandatsprüfungskommission sind 225 Delegierte mit 258 Mandaten anwesend, außerdem 59 Abgeordnete, 7 Parteifunktionäre und 15 Frauen. Es wird barm die Debatte über den Ge- schäftsberickss fortgesetzt. Hierzu sind inzwischen noch einige weitere Anträge eingüaufen. So wünschen die Stuttgarter Genossen die Herausgabe eines illustrierten Wochenblattes nach dem Muster der „Woche" und die Luckdn- walder Genossen eine Broschüre, betitelt: „Der Klassen- kampf im Klassenstaat." In dieser Broschüre soll shstemattsch und in kurzen Worten und in Form einer Rede der Klassencharakter des Staats und der heutigen Einrichtung dargelegt werden. Schließlich wird von Sachsen die Schaffung einer sozia ldemo kratischen Jugend-- schrift gefordert Th ie le-Eassel beschwert sich darüber, daß bet Vorst arid bezw. der vorwärts" es für Unfug erklärt habe, Geschäftsleute deshalb zu boykottieren, weil sie nicht in der Arbeiterpresse inserierten, wie das „Dolksblatt" in Eassel getan. Infolge der öffentlichen Erklärung sei der bett, verantwortliche Redakteur unter Anklage gestellt und wegen Erpressung zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Menn der Parteivorstand die Maßnahme des ,Aolksblatt" nicht billigte, sei schriftliche Mitteilung eher am Platze gewesen. Leber-Jena fordert größere Verücksichtiaung der ländlichen Wahlkreise in Bezug auf die Presse, die weiten Kreisen fehle. H a b i ch t - Limburg bedauert, daß die Parteipresse wohl ganze Spalten für den russisch-japanischen Krieg übrig habe, nicht aber immer hinreichend Platz für den Kamps gegen die bürgerlichen Parteien. In seinem Schlußwort bestritt Abg. Pfannkuch, daß durch den Artikel des ^LZorwarts" die Staatsanwaltschaft auf den Redakteur Garbe des Kasseler ,^8olksblattt gehetzt worden sei. Im übrigen sei eine Stellungnahme geboten gewesen, nachdem vertrauliche Vorstellungen ohne Erfolg geblieben seien, umsomehr als diese Art der Boykotterllärung sehr viel Aussehen erregte. Er bezweifle, daß die Erklärung im „Vorwärts" die Ur'sachie für die Strafverfolgung wegen Erpressung gebildet habe: Staatsanwalt und Polizei wid- meten der sozialdemokratischen Presse auch ohnedies außerordentliche Aufmerksamkeit. Man solle nicht immer Reichstagsabgeordnete, und zwar gerate bestimmte Personen für Versammlungen im Lande verlangen, wodurch der Anschein erweckt werde, als seien derartige Versammlungen gcnnsser- maßen öffentliche Schaustellungen für Paradepferde. (Heiterkeit und Beifall.) Es gelangte ein 'Antrag der Konttollkommission zur Annahme, in dem eS heißt: „Neuerdings mehren sich die Fälle mit der Zunahme der Kämpfe auf wirtschaftlichem Gebiete, die zu Anklagen führen gegen solche Patt ei genossen, welche als Mitglieder einer Gewerkschaft bei Streiks ober Aussperrungen durch ein entehrendes 23 er» halten die Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Pattei verloren haben fallen. Dagegen ereignet es sich selten, daß ein Ehrenstreik bei gewe rkscha f tli chen Organisationen deshalb zur Einleitung ober zum Äusttag kommt, weil ein der Berufsgenossen- schoft zugehörender Parteigenosse eS verschuldeterweise unterläßt, in den stunden des politischen Klassenkampfes und zum Zweck einer erfolgreichen Agitation der sozialdemokratischen Partei seine Pflicht einigermaßen oder nach ganzem Vermögen zu erfüllen. Es besteht unter der klassenbewuK kämpfenden Arbeiterschaft keine Meinungsverschiedenheit darüber, daß bei der Notwendigkeit, mit der Baffe des Streiks zu kämpfen, der mit Bewußtsein geübte Streikbruch als eine ehrlose Handlung gebrandmarkt und Verurteilt werden muß. .Mit Rücksicht auf diese schweren Folgen in der Ahndung einer unsolidariscten Handlungsweise muß von Fall zu Fall eint Beutteilung des Delikts in subjektiver und objektiver Hinsicht vorangehen, ehe der sozialtemokratiscte Richter die schwerste Sttase zur moralischen Vernichtung eines bisherigen Parteigenossen aussprickt. Zweifellos habe im Fall Schweckendiek die Absonderung dieses Genossen von der um ihre berechtigten Forderungen kämpfenden Kollegens'chaft schädigend auf den Streik gewirkt, es dürfe ater naw der objektiven Lage tes^ Falles bestritten oder nrintestens bezweifelt werden, ob bei Schweckendiek das' Bewußtsein für das Unrecht vorhanden war.. Der Parteitag halte den Beweis für die Schuld des Schrveckendiek nicht für erbracht und bestätige das freisvrechente Urteil bes^Schiedsgerichts." Zum Schluß der heutigen Sißung besckMftigte man sich mit den zu dem Thema ..Presse" vorllegenden Änttägen, wobei wieder lebhafte Klagen über den seichten Inhalt der „Neuen Weltt laut wurden. Gastwttt Z u b e i l - Berlin be ' klagte den Mangel an sozialistischer Jugendliteratur. . Es gebe beute nicht ein etinziges Werk, das auf die sozial,'stischp JUgerrd erzieherisch einwirke, in dieser Beziehung sei noch alles den Eltern überlassen. Be hra-Berlin wendet sich gegen den u an st ändigenTonineinzeln en Partei blättern. „Much in unseren Kressen sollte man doch mit Anstand operieren können." (Heiterkeit und Beifall.) Reichstagsabg. Rechtsanwalt Dr. Liebknecht -Berlin trat für den Antrag auf eine Broschüren-Agitation unter den Tnilitärpffichttgen Genossen ein. Es sei außerordentlich notwendig, das sowohl in polittschem als auch in wirtschaftlichem Sinne für die Genossen gefährliche Militär aufzu- llären, damit es bei Aufforderungen wie die, auf Vater und Mutter zu schießen, oder solchen auf Teilnahme am Stteikbruch und bei Soldatenmißhandlungen wisse, was eS zu tun habe. Der Soldat sollte nicht blind mehr alles tuu, was in dieser Beziehung verlangt werde. Es ließe sich schon so einrichten, daß die Agitation zu einer Zeit betrieben werde, wo sie dm-ch Heu gesetzlichen Fußangeln nicht behindert werde» Abg. Fischer-Berlin ist ebenfalls für den Antrag. Auf einen unverständlichen Zuruf Bebels sagt er zu ihmü „Au g u st se i r u h i g (Heiterkeit.) Auch v. Vollmar bemerkt in Form eines Zurufs", daß es selbstverständliche Pflicht sei, an die militürpflich- tigen Genossen heranzutteten. Den Anttag auf Herausgabe einer Propagandabroschüre für Militärpflichtige wird danach zu rückge zogen. Die weitere Verhandlung tvirb auf Dienstag vertagt. Der Aufstand in Aeulsch-SüdwestafriKa. Der Ansiedler Groeneseld aus Ovwß-Namaland hat bei feiner Ankunft in Hamburg verschiedene Angaben an Zeüungsoertreter gemocht, die einer näheren ^lettachtung bedürfen. Zuerst hat er behauptet, baß die B o n d z e l z w o r t s und andere Ho tten * totten stamme im Süden, sowie auch die Ovambo sich bald erheben würden. .Diese Angabe, namentlich des letzten Teils, ist ein Beweis dafür, daß der Händler von den Dingen dort nichts genaues weiß und nur die Gerüchte toiebergtbt, die aus dem Kaplande herüterkommen und britischen Wünschen entsprechen. Wenn die Hottentotten auf unserem Schutzgebiete Aufstandsgelüste gehabt haben, so konnte das mir der Fall sein im Januar beim Ausbruche des Hereroaufstandes, als die -Wera noch voller Zuversicht auf ihren Sieg waren, und in voller Stärke im Felde standen. Heute irren die Herero flüchtig.im Lande umher und ihre wenn auch mühsame Unterwerfung ist nur eine Frage her Zeit; diese Lage ist den Nama bis ins einzelm ganz genau bekannt, sie sind deshalb ruhig und werden es aucb bestimmt bleiten. .Der Kampf gegen den vogelfter erklätten Mo- renga hat mit dem Aufstand irgend eines Stammes nichts zu tun. Er hat eine Räuberbande um sich gesammelt, die wahrscheinllch heute schon unschädlich gemacht ist. Ferner hat Groeneftld be- richtet, daS Gouvernement habe die Entwaffnung aller stamme für den 15. September festgesetzt. Die Angabe dieses bestrmmten Tages muß vor allem gegen die Mitteilung mißttanifch macken, lieber die Abreise d-s Gouverneurs Leutwein nach dem Süden ist noch keine Nachttckt hier eingetrvssen. Wenn man auch fest entschlossen sein sollte zur Entwafftlung ter sämtlichen Nama, so roird niemand dock) im voraus einen Tag daftir bestimmen oder bestimmen können. Vorerst muß man berücksichttgen, daß Gr. loser Arzt des 5körperS und der Seele eine sehr ansprechende Figur. Wer in stillen Stunden einem geistvollen Seelenkünder sich hinzugeben den Wunsch hat, der versenke sich in die Settüre des ,Einsamen Weges* von Atthur Schnitzler. Er wird daS Buch mit seiner ttäumettsch zerfließenden Melodie nach der wunderholden Art Robett Schumanns nicht ohne seelischen Gewinn aus der Hand legen. P. W. * Neber die Entwickelung des modernen Theaterbaues sprach auf der sechzehnten Wander - Versammlung des Verbandes deutscher Architekten- und Ingenieur- Vereine in Düsseldorf am 13. d. M. der Regierungsbaumeister Motttz-Köln. Seinen Darlegungen ist folgendes zu entnehmen^ Das Theater ist ein Kind der Renaissance. Der Entwickelungsgang wird gekennzeichnet durch drei Epochen. Tie erste umfaßt den großen Zeittaum von der Gebuttsstunde um die Wende des 17. Jahrhunderts bis zur Mitte des vottgen Jahrhunderts, die zweite Epoche reicht vom Jahve 1850 bis 1880 und kann _al§ Glanzperiode des modernen Theaterbaues bezeichnet werden; sie wird gekennzeichnet durch den Namen Semper. Die dritte ,noch nicht abgeschlossene Epoche, reicht bis in die Gegenwatt Die beiten ersten Epochen kann man zusammenfassen unter dem Namen Erklusivtheater, erst die neuere Zeit bringt das schlichte bürgerliche Theater. Da«? war der Rahmen, in dem sich die beta filiert en Ausführungen über die langsame Entwickelung des Theaters von der antiken Form bis zu unserem modernen Bühnenhause bewegten. Ter von -Semper geschaffene Typus hatte seinen Hauptvvrzug in der klassischen Außenarchitektur, die die Netereinstimmung der äußeren Formen mit dem inneren Kern kennzeichnet und wottlos den Zweck und die Bedeutung des Theaterteues nach außen hin veranschaulicht. Ein Vorzug des Semperschen Typus ist auch die runde Form der Sckauhauses. Tie rechtwinklig umbiegenden Korridore bieten niemals eine so klare Anlage der Korridore und Gänge für den Verkehr. Ter Brand des Ringtheaters brachte eine neue Periode des Theater- banes, den Schritt zur modernen Bühne. Bei dem modernen Theaterteu ist eine Verwendung der technischen Fortschritte selbstverständlich, ater eine künstlerische Bewältigung des Programms ist noch bei keinem neuen Theater erreicht worden. Die Fortschritte treten uns entgegen in den Maßnahmen zur Erhöhung ter Sicherheit ffer das Publikum, die durch eine gute Verkehrsführ- nng gekennzeichnet wird. Speziell verweilte der Vorttagende bei dem Semper-Wagner-Theater, bei dem er das verdeckte Orchester mit Entschiedenhttt bemängelt Auf der Bühne selbst ist im vorderen Theater Essen als Kvnstruktionsmatettal Voraussetzung. Holz datt nur in Ausnahmefallen verwandt werden. Die ^ühnenmasckinette wird hydraulssch getrieben, wenn man auch rt ganz neueZeit wridec dazu gekommen ist, die Kraft der Hand v benutzen. Weiter '-esPrack der Vortragende die Vorricht- imgen für ten Szeuenweck^l, in seinen weiteren Ausführungen kam er zu dem Resultat, daü das heutige Bühnenbild dem große» technsschen Aujuxrud nicht entspricht. Redner besprach sodann noch die Bestrebungen auf Schaffung von Volksbühnen; diese haben zweifellos den Wett, daß zum erstenmal durch sie das Zuviel auf der Bühne wirklich anerkannt ist Drei große Aufgaben vor allem gaben noch breiten Raum zu ftisckiem Weiterschassen: 1. Tie Weiterbildung tes Zuschaicer- raumes, für das ich mir von der Einwirkung des Wagner-Thea- terS viel versprech«. 2. Tie Weiterbildung und Umgestaltting der Bühne im Sinne einer künstlerischen Vereinfackmng und Beseitigung ihrer die Akustik und Optik schädigenden EinrickMmgen. 3. Die künstlerische Betoältigung des für das moderne Theater, zumal in Bezug auf die Sicherheit des Publikums, giftigen Programms. . Darum sott mit dem alten Schema. Raum frei auch ür neue, ungewohnte Lösungen. Unsere Stadtverwaltungen, unsere Preisrichter haben gerade bei dem Theaterbau eine unüberwindliche Scheu, etwas Neues zu wagen; darum werden schon durch das Programm die Architekten so stranguliert, daß sie nur mühsam die altüberkommene Weise stammeln können. Fott auch mit der Mode, die alle paar Jahre ein Neuestes, Allerneuestes ausposaunt, alles Uebrige verketzernd, zum größten Schaden einer ruhigen gesunden Fortentwickelung. Dem Theaterbau stehen für die nächsten Jahre bedeutende Aufgaben bevor. Leiter muß gegenüber den zwei hervorragendsten Aufgaben die deutsche Architektenschaft den unbeteiligten Zuschauer spielen. Schon oft aber ist von den Reineren Bundesstaaten die größte Förderung für die deutsche Kunst aufgegangen; dies dürfen wir auch für den Theaterbau hoffen. Berlin, 19. Sept. Der SchausPielerEmilThomas, ein vortrefflicher Komiker, ist heute vormittag gestorben. Breslau, 19. Sept. Tie 7 6. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wurde heute im hiesigen Stadttheater eröffnet. Ter derzeitige Geschäftsführer Geh. Medizinalrat Pros. Dr. Uhthnsf eröffnete die Verhandlungen mit einem Hoch auf den Kaiser. An den Kaiser wurde ein Huldigungstelegramm abgesandt. Im Namen der Regierung sprach Oberprasi- dent v. Zedlitz und Trüt-schler, im Namen der Universität Rektor Geheimrat Prof. Tr. Rosanes, im Namen ter Stadt Bürgermeister Mühl, namens der Schlesischen Gesellschaft für Vaterländische .Kultur Geheimrat Prof. Dr. Rickard Förster. Zum Sckstusse dankte der Vorsitzende ter Gesellschaft Prof. Dr. Clvari-Prag den Rednern. Hierauf trat die Versammlung, an ter 2400 Personen teilnahmen, an die Arbeiten. Paris, 19. Sept. Der bekannte Dramatiker Sardou begeht demnächst sein 50jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß werten große Kundgetemgen geplant.. Ein fürstlicher Virtuose. Bei dem vom .1. bis 3. Oktober in Leipzig stattfindenden zweiten Bachsest wird, dem Programm nach, unter den Jnstrumentalmusikern auch „Herr Alexander Friednch von Hessen" als Orgelspieler Mitwirken. Es ist kaum allgemein bekannt, so schreiten die „Münch. N. N.", daß fick hinter diesem unscheinbaren Namen ein deutscher Fürst aus regierendem Hause verbirat, nämllch: der L a n d g r a f Alexander Friedrich von Hessen. Nur sehr selten bringt eine Kunde von diesem jetzt int 42. Leteitsjahre stehenden fürstlichen Herrn in die Oessentlichkeit. ,Er führt, fast gänzlich erblindet, das zuttickgezvgene Leben eines vornehmen Privat-'^ mannes und tet sich hauptsächlich ter Beschäftigung mit bet Musik zu gewandt. Des Sommers auf einem ferner beiten historischen Schlösser, Philippsttihe bei Hanau oder Panker in Holstein, residierend, den größten Teil des Winters in Paris^ zubringend, versammelt er gern einen kleinen Kreis erlesener Gäste, Künstler und Poeten, um sich, — ater schon des öfteren hat er lerne hohe Meistersfiaft auf dw Orgel auch in den Dienst der Wohl^trgkert gestellt und an vsfentlicten Konzerten teilgenommen, messt ohne daß ter Schleier seines Inkognitos gelüftet tourte, ^icsmal ist dieses Inkognito freilich so durchsichtig gewählt, daß es kaum noch ein solches genannt inerten kann. Der ^vermählt gebliebene — Landgraf ist übrigens' ter nächste Anwärter auf den hessischen groß herzoglichen Thron, ^CTTtac^i feinem mit der Prinzessin Margarete, ter Schwester des Essers, vermahltem Bruder Friedrich Karl tezw. dessen ,.aQ>ko mm en zufallen müßte. Trotz seiner nahen Verwandtschaft mtt dem Ber- lmer Hofe — auch seine Mutter ist eme preußssche Prinzeftm — erüteint Landgraf Aleranter Friedrich nur sehr selten ju dessen Festlichkeiten. Er zieht die Pflege ter freien Künste geräuschvollem höfischen Trubel vor. — Das Gemeingut aller zu werden, dazu ist die Kunst bestimmt, und von Tag zu Tag gewinnt sie auch mete Boden in unferm Volk. Darum wird mit Freuden eine populäre Darstellung — frei von Ballast gelehrter Einzelunter suchungen — unserer vaterländischen Kunst begrüßt werten, die uns die Verlagshandlung von Otto Maier in Ravensburg bietet in ter „Geschichte ter deutschen Kunst" von Dr. H. Schweitzer. Tas Werk erscheint in 14 Lieferungen ä Mk. 1.— und ist reich mit vorzüglichen Illustrationen ausgestattet, darunter. eine größere Anzahl Vollbilder. Ti« Darstellungen Tr. Schweitzers sind in allgemeinverständlicher, fließender Sprache geschrieben. Die übersichtliche Anordnung des Stoffes gewährt einen guten Einblick in das Werten und Wachsen der deutschen Kunst. Dem Knnstgewerbe und den graphischen Künsten ist befontere Beachtung geftbenkt. So wird nicht nur der Laie, sondern auch der Kimst- beflissene ans dem Werke großen Nutzen ziehen. Es sei unseren Lesern als äußerst preiswert testens empfohlen. — „Der Stein der Weisen" bespricht in seinem soeben erschienenen 13. Hefte (tes 17. Jahrganges) eine Reihe neuester Erningenschaften auf dem Gebiete der exakten Naturwissenschaften, die ihrer Uetevsichtlichkeit und knappen Fassung wegen sick vorzüglich zur Information eignen. Der Hauptteil des Inhaltes beschäftigt sich mit praktischen Fragen, wie: „Die flüssige Kohlensäure und deren TranSportt^, „Die Milch", „Entwickelung des« Ziegeleiwesen S" usw., erläutert durch zahlreiche Mbikdimgen. Sehr interessant sind zwei große Himmels Photographien, eine Sonnenfinsternis und eine Mondlandschaft darstellend. Dem verstorbenen Dichter Wilhelm Jordan taCbniet Paul Wittko einen längeren Essay, der den gefeierten Nensthöpser ter Ndbellmge als Naturforscher würdigt. Den Beschluß teS reichhaltigen Inhaltes dieses Heftes der populär-wissenschaftlichen Revue lA. Hattlebens Verlag, Wien und Leipzig bilden geograplnscae Skizzen, denen anstirechende bilbimgeu beigegeben sind Wir empfehlen unseren L'sern die alt- bewährte, verdienstlicte Zeitsckwift, von ter jede Buchhandlung auf Verlangen Probehefte abgibt. Einzeürc Hefte kosten 50 Pfg. schon feit Monaten and) SübweftaftMl we-g ist, er weiß von dem migenblicftidyen Zustande dort tveuigcr als wir hier, octtbem ist auch eine berittene Truppe von Infanterie und Artillerie von Lüderitzbuckü aus ins Innere eingedrungen, sie wird ihren Eindruck auf die unrul-igen Elemente der Bevölkerung nicht verfehlt haben Der streit Gronrefelb mit den Behörden liegt überhaupt weit über ein Jahr zurück. B erlin, 19. .Sept. (Amtlich.) Reiter Gustav Foerster, geb. den 19. Dezember 1882 in Obertzerwigsdorf (Kreis Zittau) fist am 18. September im Lazarett in Okahandia am Typhus ',gestorbe n________________________________________________________________ Komische Tagesschau. Zur Welseufrage. Den zahlreichen mehr oder minder phantastisch auS- geschmückten Meldungen über angebliche Unterhandlungen in der „Welfenfrage^ — mit dem Ziel einer Aussöhnung zwischen Berlin und Gmunden — macht die „Nordd. Allg. Ztg." durch eine resolute Feststellung ein Ende. Sie schreibt: Unter mancherlei Ausstreuungen, die neuerdings in der sogen. Welsenirage durch die Blätter gegangen sind, fand die Behauptung, es seien zwischen Berlin und Gmunden Verhandlungen auf der Grundlage der Abtretung hannoverscher Landestelle an das melftsche Haus im Gange, unverdiente Beachtung. Wir weisen deshalb diese Behauptung zurück und fügen noch hinzu, daß in der sogen. Welfensrage überhaupt keine Verhandlungen geführt sind oder geführt werden, weder mit, geschweige denn ohne Kenntnis amtlicher Stellen. Dies hätte auch wohl eher halbamtlich gesagt werden können, zu der Zeit, als die ersten Gerüchte auftauchten. UebuigenS dementiert die „Nordd. Allg. Ztg." nicht, was die ,9L Fr. Presse* behauptet, daß zwar nicht gegenwärtig, aber früher Friedensverhandlungen erfolgt seien, die nur aus persönlichen oder formellen Gründen nicht zum Abschluß gelangten. Krrche und Schule. S.W.K. Heidelberg, 19. Sept. Die 57. Hauptversammlung des Evangelischen Vereins der Gustav Adolf-Stiftung hat heute mit einem Begrüßungsabend in der Stadthalle, dem nachmittags eine geschäftliche Sitzung des Zentralvorstandes vorauSgegangen war, seinen Anfang genommen. Bis jetzt sind etwa 1000 Teilnehmerkarten ausgegeben. Auf dem BegrüßungSabend, der sich in lebhafter Einzelunterhaltung bewegte, wurden noch keine Reden gehalten. Aks KIM und Land. Gießen, den 20. September 1904. ** Stadttheater. Die Wintersaison 1904/05 wird m Dienstag den 4. Oktober ihren Anfang nehmen. Prospekte und nähere Mitteilungen erscheinen im Lause der Woche. ** Vorn Manöver des 18. Armeekorps. Das Divi- sions'manöver der 25. hessischen Division ist am 19. d. M. nach dem vorangcgnngenen Ruhetage bis in die unmittelbare Nahe GießenS gerückt. .Am 18. d. Bt. tag die 49. Brigade in Grün- berg, Mücke u nd llnitgegend, der Stab in Grünberg, die 50. Brigade m Homberg,Burg-Gemündeu und Umgegend, der Stab in Homberg. .Am 19. ix SUL früh rückten die Truppen um 5 llhr aus; die 49. Brigade batte ihren Sammelplatz bei Bettershain, die 50. Brigade bei Wettershain-Rüddingsyaiu um 7 Uhr, die 168er hatten bereits vorher Vorposten bezogen. Bald entwickette sich das Borpostangefecht in der ^tähe von Lumda am Bilsberg und Wagnersberg, das L'ianooer zog sich baint an der Lumda entlang über Gellshaujen, Odenhausen, Heilberg und Kesselbach. Bei Londorf sand dann das Hauptgefecht statt. Die 50. Brigade hatte sich an den Steinbrüchen auf deu Höhen nördlich der Lumda bei 9tordeck-Winnen festgesetzt, die 117er hatten den rechten, die 118er den Unken Flügel, die 168er die Raserve, die 61er Ar- tiUme beschoß den Gegner von einer Anhöhe bei Allertshausen aus. Gegen 12 Uhr wurde das Gefecht abgebrochen, nachdem die 50. Brigade Londorf gestürmt und den Gegner nach Süden zurück- gedvangt hatte. Der Großherzog, Prinz und Prinzessin Andreas von Griechenland wohnten zum drittenmale dem Manöver bei; gegen 8V4 Uhr trafen die hohen Gäste per Bahn von Schloß Romrob über Grünberg in Londorf ein und begaben sich zu Pferd und Wagen inS Gefecht; von der Höhe bei Nordeck aus beobachteten sie die Bewegungen der Truppen. Spater fuhren sie per Bahn nach Romrod zurück. IÜe Truppen^ hatten Montags keinen so anürengenden Tag wie Freitag und oamstag. Tas Gefecht findet heute ,Dienstag, seinen Abschluß. Gestern abend bezogen von der 49. Brigade Biwack: das ganze Regiment 115, das 3. Bat. 116er, die L, 2., .4., .5. Eskadron 23er Dragoner und eine Pionierkompagnie in der Gegend Winnerod, Bersrod, Beuern, von der 50. Brigade das ganze Regiment 117, das 3. Bat. 118er und 1., 2., 4., 5. Eskadron 24er Dragoner; die übrigen Truppenteile der 49. Brigade wurden einquartiert: 116er 1. Bat. in Albach (Reg.-Stab), Steinbach, 2. Bat. Großcn-Buseck, Alten- Buseck, 118er Reg.-Stab in Reiskirchen, L Bat. Saasen, Hattenrod, 2. Bat. Reiskirchen, Burkhardsfelden, 61er Artillerie Reg.- Stab in Gwßen-Bnq'eck, die Batterien in Steinbach, Grünberg, Queckbom. Bon der 50. .Brigade bezogen Quartier die Unter- offizierschule Biebrich in Treis-Lumda, die 25er Artillerie in Nordeck, Rüddingshausen, Allendorf, das 1. Bat. ,118er und Reg.- Stab in Allendorf, 2. Bat. in Rüddingshausen. Der Divisionskommandeur Freiherr von Gall ist im Rabenauschen Schloß zu Großen-Bufeck abgestiegen. Eine Pionierabteilung Nr. 21 nahm am heutigen Gefecht wieder teil und schlug eine Brücke über die Lumda, am Samstag baute sie eine Brücke über die Ohm bei Burg-Gemünden. Die 30 Mann starke Telegraphenabteilung vom 3. Bataillon in Koblenz legte cheute Kabel von Londorf nach Großen-Buseck und Grünberg. Morgen, Dienstag, ist der letzte Tag im Ävisionsmanöver: bei Bersrod-Beuern wird das Ge- fecÄ beginnen und sich nach Gießen-Annervd-Steinbach hinziehen und dort enden. Der Kreis Gießen zwischen Lollar, Gießen, Londorf, Grünberg, Laubach^ Lich erhält große Einquartierungen. Nach Gießen kommen: die 116er (Kaserne), 2. und 3. Bat. 118er, Telle der 25er Artillerie, 2. Bat. 115er, das ganze Regiment 168er, und Telle ber 61er Artillerie. Der Tivisionsstab, die beiden Artillerie- und Kavallerie-Brigadestäbe kommen ebenfalls nach Gießen. ** S)er Schwindler, welcher s. Zt. unter fingiertem Namen und ohne im Besitz von Mitteln zu sein, das ehemalige Hotel Seipp hier kaufte, befindet sich, nachdem er an verschiedenen anderen Gerichten wegen Betrügereien mit 6 Jahren Zuchthaus bestraft worden ist, seit einigen Wochen in unserem Provinzial-Arresthaus, um nun auch in Gießen vor der Strafkammer seine Strafe für die hier verübten Vergehungen zu erhallen. Die Verhandlung gegen den Beschuldigten Kempf findet m vierzehn Lagen oder dret Wochen statt. ** Beförderung von Gütern auf der Eisen- bahn. Die Ursache der Verschleppung von Eisenbahnstück-' gutem liegt, wie uns die Eisenbahnbirektion Frankfurt mitteilt, vielfache darin, daß die Versender die ihnen nach § 58 der Eisenbahn-Vertehrs-Ardnung obliegende Bezeichnung des Guts unterlassen oder nicht genügend ausführen. Oft ist die Bezeichnung so allgemein gehalten, daß sie kein genügendes Unterscheidungsmerkmal bietet und Verwechslungen begünstigt, oder aber sie stimmt mit den Angaben im Frachtbrief nicht genau überein. Wichtig ist, daß das Frachtstück außer mit Zeichen und Nummer usw. auch mit dem Namen der Bestimmungsstation versehen wird, damit es im Falle einer Trennung des Gut- von den Begleitpapieren :u 3. co co D <0 KO O <-$ o O o « er o -p ro er . Crre c E 5 00 3* £ & 3, 3* O gO Cd O'CZ» WW 3t TT "S* O- S 5 3 c 2" o- 3 " ö 2. § 3 S. 2. n. <» " S *3.15-SS 3'3 -s3.fi § §S-S= I **• — - «> 2 3 3 3 3 es S- c 50 o 2 5 -y co o er 3 p- ro “° « ö 2. $3 Of v S ° § il 5 5=d z?«» cöo — CD o m P = c o — CD — ~ <29. CD = ä O . c. V Sy 2 Ä-— V s O) c . c ■=> S 3® t 's« rO C Ä E = 2 P £ c c •* Zd VD O? dB p 'S' c p Ä 5" 5 E» 9- G o OD C* 03*° = 05®* E ® L «X S X © L Z Z S E CD Ä c.» .tr c - -P F- 5* »§- CD P ■ «? ä (D _ L . x ©2 St st n "Z £ c c W Q sr c T3 s 2-. c I Z vO C c "2 s M C jQ E S. 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