Erstes Blatt. 154. Jahrgang Mittwoch SO. Juli 1904 ehe en. I Ale Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. *“* Caener Hut, XigeiL a rineflagge und russischer M russischen Offizieren, hier eingetroffen. In Petersburg soll man beabsichtigen, den Namen des Genv« ralissimus Kuropatkin in Kurokivacktihn rnngucnbenu hier >u dem Komitee unterbreitet werden. koch rleburg * ■ auu antei utt Angriff, der so unglücklich für die Russen endete, sollte eigentlich nur Aufnärungszwecken bienen; man wallte durch eine neipaftfnmc Rekognoszierung großen Stus sich über die Stärke und die Aufstellung der Armee KnroklS infoi mlert n -1 Me i e bei so! nicht selten ereignet, tvnrbe auch hier aus der Rekvgnoszrer- bitt rtri Kampf, brr vom frühen Morgen bis in den Nachmittag hinein währte. Die Japaner griffen dem scl it Vorstoß gegenüber zu ihrer alten, s lr die Russen >11 gi w >rd< nen aktik, s>e ■ । .nhi zurück und ließen die feindlichen iUp ifs tu " ti Hungen besetzen; n । | und warfen bie Russen auS diesen Positionen wieder hinaus. > Deutsches Reich. Berlin, 19. Juli. Man meldet aus Drontheim: Die „Hohenzollem" mit dem Kaiser an Bord ist freute abend 7 Ufrr frier eingetroffen. Zur Begrüßung des Kaisers begaben sich ber deutsche Konsul Jenssen und der Kommandant der Festung an Bord. Die Stadt und die im Dafen liegenden Schiffe tragen reichen Flaggen schmuck. — Wie die „Brairnschw. Larrdesztg." erfährt, werde der deutsche Kronprinz im Derbst eine Weltreise antreten und zwar auf dem Schulschiff Charlotte, welches zu diesem Zweck augenblicklich in Kiel umgestaltet wird. An unterrichteter Stelle ist frier indes von dem Plane nichts bekannt. — Der Gemahlin des Prof, von Esmarch ist seitens des Kaisers aus Anlaß des Unfalles, von dem kürzlich ihr Gemahl betroffen wurde, von Molde auS daS folgende Beileidstelegramm angegangen: „Mit aufrichtiger Teilnahme höre ich soeben von dem Unglücksfalle Deines verehrten Gatten und wünsche herzlichst, daß dessen seltene Konftitutton den Bmich des Schlüsselbeins bald überwindet. .Sehr dankbar wäre ich Dir für eine teler graphische Nachricht ffrer das Befinden Deines lieben Pattenten. Herzlichen Gruß Wilhelm." — Die Abreise des Herrn von Witte ans Norderney wird nicht morgen erfolgen, sondern erst int Laufe der zweiten Häffte dieser Woche, lieber den Stand der Verhandlungen verlautet nichts. — Der „Newyork Derald" gibt jetzt auch bic Meldung wieder, wonach England Wei-Dai-Wei an Deutschland abtreten werde. Als diese Meldung bereits vor einiger Zeit auf- tauefrte, erwies sie sich sofort als abgeschmackte Erfindung. .Durch die Tatsache, daß sie jetzt von dem amerikanischen Sensationsblatt von neuem übernommen wird, verliert sie nichts von ihrem phantaßsschen Charakter. Port Arthur. Tschifu, 19. Juli. (Reuter.) Heute nachmittag ist eine Dschunke mit acht Russen und sechs Chinesen an Bord eingetroffen, die Port Arthur am 14. Juli verlassen , „ , haben. Die Russen lehnten es ab, Mitteilungen zu rnacherr. . , Abonnementskonzerte. Morgen Donnerstag Die Chinesen sagten aus, am 11. ober 12. Juli frätten findet im Neuen Saalbau im Anschluß an die Abonnements- die Japaner eines ber östlichen Forts in ber Nähe konzerte auf vielfachen Wunsch ein großes Extrakonzert tm* ber Stabt mit 14000Mann genommen. Bevor jedock serer Regimentskapelle statt. ?f^2rrungen hätten eintreffen können hätten die Russen Saal- und Theaterbau. Der mit der 9fnfedie Soldaten nicht zu balten, da auch die russischen Herrscl>er fast immer ihre Eide m-brochen hätten. „ . Im weiteren Verlaufe der Verhandlung teilte der Vorsitzende olgendeS Telegramm deS Justiz Ministers mit: .luf >aS gestrige Enuclvn erklärte daS Auswärtige Amt: Ein S t a a t S- v ertrag zwischen Deutschland bezw. Vreuskcn und Rußland im Sinne des 260 des russilckvn StrafgesetzlmckieS existiert nicht Ob in Rußland ein publiziertes 61 e s e tz im Sinne deS § 2b0 des ruüifdxn Strasges-tzbnckvS bestes, ist dem Auswärtigen Amt unbekannt, unb dies kann nur in Russtaud feit gehellt werben. Der EstwickstSlwf beschloß aus Antrag der StaatSanwaft- chaft, durch Vermittelung deS deutschen Botschafters die russische Regierung um Auskunft zu ersua>en, ob in Rußland ein publiziertes Odssetz im Sinne deS § 260 deS nissisch-n StrasgesetzbuckwS besteht, durch welckvs seitens Rußland dem Trurieben Reickv Gegenseitigkeit verbürgt ist. Gegen Cckluß b'r Verhindl'ng bmnlragte die Verteidigung, den Bürgermeister Vetkofs-Sosia den fiüheren russisckvn Dragoman JaeobsolM'Rustsclntt und einen Redakt-ur der ,.Wet- scherna Posta" in So'h alS Zeugen zu laden. Diese würden den Nachweis erbrinarn, daß die russische Regierung seit 18'1 in dn Valk.niläudern Agenten unterhalte, die die Aufgabe hätten, baS Volk zum Aufstand gegen ihre Regierungen aufzureizen, und die auch verschiedene Attentate, z. B. auf Stambuloss und das trübere serbische Konigspaar, veranlaßten. ES sei ^es für die Strafzume's vm höck»ster Bedeutung, da bi rbet in Betracht komme, ob Hockwerrat gegen einen RecWSstaat unternommen worden sei, ober gegen einen Staat, der durch Anstiftung zu Verbrechen den Anspruch auf den Namen eineS RechtSstaates vollständig verwirkt fribe. Die Staats annwaltschaft widersprach dem Anträge, da er zu dem gegenwärtigen Prozesse in keiner Beziehung stehe. Der Gerichtshof behielt sick Beschlußfassung vor unb vertagte die Verhandlung auf morgen. PeinlickvS Aussehen muß erregen, daß russische amtliche Stellen nickt etwa mir ungenaue, sondern ganz unrichtige Unterlagen für den .(bönigsberger Zarenbeleidig- ungSprozeß geliefert haben. DaS Auswärtige Amt in Berlin hat jeden Zlveifel nunm''hr d^d"rck behoben, daß nach seiner Er fifining ein beutscl>-russischer Vertrag im Sinne des § 260 deS russischen Strafgesetzbuck"eS nicht existiert Da- bedeutet, daß keine Geaenseitigkeit in Bezug auf Verfolgung von MasistätS- btleidigungen besteht, und daß also deutsche Untertanen nickt wegen Zarenbeleidigung zur Verantwortung gezogen werden können. Be^or die ruffifefje Regierung durch ihren Botschafter in Berlin Strafantrag stellen ließ, mutzte sie sich über diese Umstände unterrichten. Man konnte erwarten, daß die russ.s lw Regierung hiulünalick B sch id wußte über die Bestimmungen deS internationalen Reckts DaS Königsberger russische K'msulat hat gerade in dem Punkt, auf den eS an- kam, eine unvollständige Ucbersetzirng des § 260 deS russischen Strafgesetzbuchs geliefert. So bekundeten vor dem Königsberger Gerick^ die Sackwerständigen. Die russische Botschaft, statt diese Ueberfetzung im'nigstenS nach-uprüfen, begnügte sich mit bet Bestätigung der Richtigkeit. Die „Rat.-Ztg.^ schreibt flb*r b*m Fall: „Die ungenauen Angaben, die dem deutsckwn Gerick't von amtlicher russischer Seite übermittelt worden sind, müssen lebhaftes Befremden erregen, zumal in einer so außerordentlich h'issen Angelegenheit, in der eS auf jeden Buchstaben ankommt." . . . Von einer anderen Seite betrachtet die „Voss. Ztg" den yhifl. Das Blatt führt auS, daß auch von deutscher Seite vor dem Beginn des Verfahrens die Frage der Strafbarkeit der Handlung sorgfältig zu prüfen war. „Feindselige Handlungen gegen b*'freunbete Stmten sind nur bann eine strafbare Handlung, wenn die Gegenseitigkeit durch StaatS- & ertrag ober ein Gesetz deS befieundeten Staates sestgestellt ist. Und ehe ber Beweis geführt ist, daß diese Voraussetzung vorliegt. bat der Gerichtshof keine Veranlassung, einen a • ” r t n rühren." Dicken A'tzn d'b' br en. „Das da an Ihrem Wrper sind Messerstiche", sagt der Polizeikommiffar, ,-Jhr Sohn hat Sie gestochen?!" — „(Er m i ch gestochen^ schreit die a l t e F r a u, indem sie sich mit einem energischen Ruck emvorrichtet. „Nein, Herr Kvmmifsar, ich bin in bie Glasscherben gefallen, und Louis, der f oweichherzig ist, sprang vor Angst aus dem Fensters Einen mitleidigen Blick wirft der Kommissar auf die arme alte Frau, dann verlaßt er mit seinen Leuten das Zimmer, und einige Stunden svater wird der jugendliche Verbrecher, der seine Mutter er’rerfjen wollte, gefesselt dem Unter- 'llchungsrickter vorgeführt. Handel und öcrkrljr Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 19. 3iili 1904. «Mitoeteilk von bet Bank für Handel unb Industrie, Gießen.) Privat-Ti-kont 2‘/» Prozent. Awanas- u. Schlnßknrfe. durch cpanz dosandere Lauheit aus, ba, diese Ware von den Landwirten jetzt direkt zu habm ist und die Metzger auch rn den Badeorten deshalb keinen Mangel haben. Ein Posten junger Rinder ging zu mäßigen Preisen fort, während etwa 20 Stück Gangochsen, welche schon gestern aufgefahren waren, gut untergebracht wurden. ,Gehandelt wurden Kühe frischmelkend und tragend 1. Qual. 480—500 Mk., 2. Qual. .330—380 Mk., 3. Qual. 250—280 Mk. ?ldmelkkühe, die schwer unterzubrrngen waren, erzielten 170—200 Mi. Fettvieh wurde verkauft pro Zentner Schlachtgewicht: Rinder 1. Sorte 68—70 Mk., 2. Sorte 65—67 Mk., Kühe 1. Sorte 63—64 Mk., 2. Sorte 60—62 Mk. Die Kälberprcise stellten sich pro Zentner Schlachtgewicht 1. Qual, (über 50 Pfund wiegend) 70—75 Mk., 2. Qual, (zwischen 40 und 50 Pfund schwer) 62—66 Mk., 3. Sorte (leichtere Tiere 54—56 Mk. Milchvieh, 9lbmelkkühe, sowie Kälber blieben mehr oder weniger überständig. Anfangs August soll, wie wir erfahren, eine weitere Viehhändlerversammlung geplant sein, die in der Angelegenheit der hiesigen Viehmarktsperre endgilttg beschließen soll. Alsfelder Pferde- und Fohlenmarkt 19 0 4. Am Montag den 25.. Juli findet zu . Alsfeld der biesjährige, mit Prämiierung und Verlosung verbundene Pferde- und Fohlenmarkt statt. Der Landes-Pferdezuchtverein veranstaltet hierbei in Gemeinschaft mit der Großh. Bürgermeisterei der Kreisstadt Alsfeld eine Prämiierung von Stuten und Fohlen der Wagen- und Arbeitsschläge im Besitz oberhcssischer und auslvärtiger Pferdezüchtern, sowie von Pferden im Besitz von Händlern. Die Unternehmerin des Marktes ist die Stadt Alsfeld. Zur Prämiierung stehen im ganzen 14 00 Mark zur Verfügung; hierunter vom Kreis Alsfeld 150 Mk., von der Stadt Alsfeld 200 Mk., vom Landespserdezuchtverein 400 Mk. und vom Marktkomitee 650 Mk. Anspruch auf Prämien haben nur Pferdezüchter, welche Mitglieder des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen oder des Landespferdezuchtvereins sind, und auswärtige Pserdezuchter, welche einer Pferdezuchtgenossenschaft angehören, sowie Pferdehändler. Die zur Verlosung bestimmten Fohlen werden, svweit tunlich, aus Züchters Hand angekauft. Zum Ankauf von Fohlen sind 1200 Mk. vorgesehen. Wie das „Amtsblatt der Landwirtschaftskammer" in Wiesbaden berichtet, hat der Ackerbauausschuß der Kammer in Form eines Beschlusses einstimmig konstatiert, „baß die in dem Minifterialerlaß vom 24. Januar d. I. enthaltene Annahme, wonach die Steigerung der Leistungsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft in der Hauptsache auf die Tätigkeit des Großgrundbesitzes zurückzuführen sei, nicht als zutreffend anzuerkennen ist, daß vielmehr geradeimKlein- betriebe eine ganz bedeutende Steigernng der Leistungsfähigkeit nachgcwiesen werden fönnc". Wien, 19. Juli. (Saaten stand Mitte Juli.) Infolge der außerordentlichen Dürre hat sich der Stand der eaatcit und Feldfrüchte bedeutend verschlechtert. Weizen- und Roggencrnte versprechen teils schwachen, teils mittel- mäßigen, terls aber gutmittleren Ertrag. Die Gerste, besonders Spätsaat, bietet ein klägliches Bild. Die Haferernte wird direkt als schlecht bezeichnet werden müssen. Das Wachstum der Zuckerrübe ist vielfach stark beeinträchtigt, doch ist teilweise die Aussicht noch immer günstig. B u d a p e st, 19. Juli. Nach dem Saatenstandsbericht des Ackerbauministcriums vom 15. Juli wird das Ernteergebnis des Weizens geschätzt auf 34.82 Millionen gegen 44.07, des auf 11.65 gegen 12.91, der Gerste auf 10.35 gegen 14,05, des Hafers auf 8.95 gegen 12.67 Millionen Meterzentner Voriahres. Hackfrüchte stehen infolge mangels an Regen un- Kerichtssaak. th. Gießen, 19. Juli. Der Landwehrmann L. von Klein- ^w/en, besten Verurteilung vom Standgericht wir jüngst meldeten, verfolgt Berufung, und der Fall wird erneut vor dem Kriegs» gericht als höhere Instanz verhandelt. B r o m b e r g , 19. Juli. Wegen Mißhandlung Untergebener m 47 Fällen wurde der Unteroffizier Hardel vom ^4cTrPu'l(tcrw^eqimcnt Eilens des Kriegsgerichts der 4. Division zu 6 Wochen Mittelarrest verurteilt. Der Vertreter der Anklage hatte 6 Monate Gefängnis und Degradation beantragt. Konstanz, 19. Juli. Wegen mehrfacher Sittlich- keitsv erbrechen wurde der praktische Arzt Dr. Rudolf Müller aus Zweibrücken nach sechstägiger Verhandlung vom Schwurgericht zu insgesamt 5 Jahren 4 Monaten Zuchtdaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt, unter Anrechnung von einem Jahr der erlittenen Untersuckmngshaft. Der Staate airtvalt hotte 12 Jahre Zuchthaus beantragt, ____________ Arbeitervlwegung. Frankfurt, 19. Juli. Gestern mittag fand im Gewerks- fchaftshauie eine Versammlung der von der Aussperrung betroffenen hiesigen Zimmerer statt. Nach den ausgesüllten Fragebogen sind 337 ausgesperrt, wozu noch 14 kommen, die frei* willig die Arbeit niederlegten, sodaß insgesamt 351 Zimmerer in Betracht kommen. Das ist noch nicht die Hälfte der in diesem Berufe beschäftigten Arbeiter. Ferner wurde die Konttolle der Ausgesperrten und die Ueberwachung der Arbeitsplätze geregelt. Die Auszahlung der Unterstützung erfolgt Montags hier im Gewerkschaftshause. Auch 'wird die Abreise der Unverheirateten aus dem Avssperrungsgcbiete dringend gefordert. Um Konflikte bei Ueberwachung der Arbeitsplätze mit der Polizei zu vermeiden, sind die betreffenden Personen verpflichtet, sich streng an die ihnen erteilte Instruktion zu halten, überhaupt sei während der Dauer der Aussperrung von jedem einzelnen ein Verhalten zu fordern, das geeignet sei, den Ausgesperrten die Sympathien des Publikums zu erhalten. Frankfurt, 19. Juli. Die Frankfurter Metzger-Gesellen bereiten eine Lohnbewegung für den Herbst vor. Am Donnerstag, 21. Juli, abends 9 Uhr, halten sie im großen Saal des Gewerkschaftshauses eine Versammlung ab, in der sie ihre Forderungen nach Lohnerhöhung, Verbesserung des Kost- und Logiswesens und Regelung der Arbeitszeit formulieren wollen. Nach dem „Frkf. Vbl." sollen weitere Versammlungen in Höchst, Bockenheim und Griesheim stattfinden. Boryslaw, 19. Juli. Der gestrige Tag ist ruhig verlaufen. Heute nacht warfen unbekannte Täter in das Innere einer Druckpumpe der Magazingesellsck-aft eine mit Pulver gestillte Schachtel, die mit einer in Oel getränkten Lunte versehen war. Das Pulver explodierte, doch gelang es, das Feuer zu löschen Heute wilrden vier Verhaftungen vorgcnommen. Sport. — Am 23. und 24. Juli findet in Mainz auf dem Rheine eine große internationale Regatta statt, verbunden mit dem Meisterschaftsrudern für Deutschland. Es werden 21 Rennen ausgefahren, davon 10 am Samstag, 11 aüi Sonntag nachmittag und es haben hierzu 28 deutsche und ein östreichischer Ruder- Verein ihre Mannschaften gemeldet. Von Nord und Süd trifft die Elite der Nudcrci auf der Reimstrecke des Mainzer Ruder- vcreino zusammen, denn neben dem sportlich hochwichtigen Kampf um die Meisterschaft wird auch zum 1. Male in Mainz ein von dem Kaiser verliehener Wanderpreis für Akabennker im Vierer zum Ausrudern kommen. Der Regattaplatz bestndet )ta) °nrT)a£c Bootfrn&t des Mainzer Ruder-Vereins an der alten Ersenbahnbrücke. Flniverfltäts-Aachrichten. r he- $a«6tubium der Theologie in Deutsch- l an ^ Insgesamt beträgt die Zahl der Studierenden an den r a t h o l i s ch - t h e o l o g i s ch e n Fakultäten 2313. Ihnen stehen gegenüber 189 Dozenten und 2123 Studierende der e v a nq e l i s ch en Theologie. Von den Universitäten hat Halle die stärkste Frequenz 0 qen Lnpzrg 278, Berlin 260, Tübingen 177, Erlangen 164 Marburg 150, Göttingen 112, Greifswald 106, Bonn 86, Vreslau und Königsberg je 75, Gießen 74, Heidelberg 71, Straßburg 64 (davon 35 Elsäßer), Jena 50, Kiel 85 und Rostock 34. Heidelberg, 19 Juli. Für die Kuno Fischer- qmV™ ^uno Flscher-Preis) sind bis heute schon über ergangen, darunter befinden sich namhafte Beittage des Gwßherzogs-uiA Erbgroßherzogspaares von Baden, des Prinzen Heinrich mill. Reuß j. £., des Prinzen Wilhelm von Sachsen-Weimar, des Prinzen Georg Wilhelm von Cumber- land u. a. hohen Persönlichkeiten. Ein ungenannter Verehrer Fischers sandte aus Landau i. Pf. 5000 Mark. Zum 23. Juli haben bereits 17 Hochschulen Vertreter angekündigt. Von der Universität Königsberg, deren jüngster Ehrendoktor Fischer ist, kommen sechs Dozenten. .Auch andere bedeutende Persönlichkeiten aus ganz Deutschland haben sich bereits angemeldet. — Dem hiesigen Handelskammerpräsidenten Schott, der kürzlich der Universität Heidelberg .eine wertvolle Papyrussammlung zum Geschenk machte, verlieh der Großherzog .das Ritterkreuz 1. Kl. vom Orden des Zähringer Löwen. Metcoroloaiscke Bl-obnchtungen _________der Station Gießen. »öchste Temperatur am 18.—19. Juli — 4- 23,90 C. klebrigste , , 18.—19. , = + 8,8 °C. Juli 1904. Barometer aw 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtttng Windstärke I Wetter 19. 2» | 748,1 23,8 8,5 38 SW. 2 Sonnenschein 19. 9” | 747,9 748,4 17,2 8,6 59 NE. 2 Heller Himmel 20. 1* 14,0 8,6 73 NNE. 2 Sonnenschein Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 21. Juli: Nach vorübergehender Bewölkung wieder heiter, Temperatur wenig verändert, iortdauernd trocken. Nähereß durch die Gießener Wetterkarte. Temperatur der Lahn und der Luft am 20. Juli 1904. Rach Neaumur gemeßen mittag« zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 21», Luft 20°. Albert Nübsamen. MöchrMchk UlbrrW dtr lobrsfäöt in dn Stadt Gießku. 22. Woche. Dom 22.-28. Mai 1904. (Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 (infL 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer.' 17,1 nach Abzug von 10 Ortsirenrden: 13,23 Vnn. Kinder rchsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr -11 1 — — 2(1) - - - — 1 - 1 — Kl) - - _____________- — 1 Summe 9 (2) 4 (2) 2 3 Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betteffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Briefkasten der Redaklian. («nonhme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Aller Abonnent tu AlSfeld. Nach Art. 200 des Einf.-Ges. zum B.-G.-B. bleiben für den Güterstand einer vor 1. Jan. 1900 geschloffenen Ehe, besonders für die erbrechtlichen Wirkungen desselben die seitherigen Gesetze maßgebend. Nach Art. 218 cit. Ges. dürfen aber bte silberigen Bestimmungen durch die Landesgesetz- gebilntz nach dem Inkrafttreten des B. G. B. geändert werden. Dies ,st in Hessin geschehen, indem eine möglichste Anpassung an das Recht des B. G. B. erstrebt wurde. Ta nun .seither" m den 3 Hess. Provinzen 17 verschiedene eheliche Güterrechte bestanden, o sind die für die UebergangSzcit in dem Hess. Ges. bett, die Aus- führung des B. G. B. getroffenen Abänderungen so mannigfaltig, daß wir auf Ihre Frage eine .allgemeine" Antwort nicht geben können. Notwe>ldig ist vor allen Dingen, daß die betr. Ehegatten am 1. L 00 ihren Wohnsitz m Hessen hatten. ES starben an: Zusammen: Bronchitis 2 Influenza 1 KrebS 2 (1) Gehirnhautentzündung 1 Krämplen 1 Altersschwäche 1 (1) Verbrübuna 1 Schisssnachrichlcll. R ed Star Linie, Vertreter Carl Retter, Gießen, Bleichstr. 8 Der Poftdampser .Finlanb* der Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 18. Juli wohlbehalten in Newyork angekommen. Neueste Nleldnuueu. Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers. ®e/n' 20* Juli. Auf dem Mont blanc beim' Argenttöre^Gletscher ist em junge*'a ufm ann aus Bescmeon namens Mwt mit seiner Braut und ihrer Schwester Ti? drei befanden sich in einer steilen Felsschlucht, als von einer plötzlich herabstürzenden Eis- masse verschüttet und ein Stück weit heruntergeschleudert' wurden. Mwt und seine Braut sind tot, die Schwester schwer verletzt. Karlsbad, 20. Juli. Der berühmte Cellist David Popper ift hier schwer erkrankt und mußte sich einer Gallen st ern-Operation unterziehen, die glücklich verlaufen ist. Bozen, 20. Juli. Abgesturzt und tot aufgefunber würbe der 18jährige Sohn bes Schuhmachers Windischhofer aus Meran, der mit seinem Vater die Texelgruppe besieg unb sich beim Blumensuchen von diesem getrennt hatte. S i nj (Dalmatien), 20. Juli. Jp einem diesigen Laboratorium sand bei der Herstellung von Feuerwerkskörpern eine Explosion statt. Vier Personen, darunter zwei zufällig anwesende Bauern, wurden tätlich verletzt. ♦ Vom Kriege. Petersburg, 20. Juli. Ein Spez-ial-Telegrannn aus Taschitschia meldet, daß im Gebiet der Ostarmee südlich von Suan am 18. Hs. ein Kampf um den Besitz der Pässe stattfand. Mit dem Bajonett vertrieben die Russen die japanische Besatzung vom Fen- s ch u i l i n - P a s s e. Tre Eroberung des stark befesttgtew Medulin-Passes gelang jedoch nicht, sodaß die Russen in ihre frühere Stellung zurücktteten mußten. Nähere Einzelheiten fehlen. Paris, 20. Juli. In Petersburg herrscht Besorgnis über das Schich'al der von den Generalen Kaschtalinski und Keller nach deren verunglückten Angriff bei Janselin zurück- geführten Truppen. Man befürchtet, daß der Rückzug, welcher sich in guter Ordnung vollzog, nicht zu einer sicheren neuen Aufstellung führte, kxiß vielmehr die Meldung weiterer Verluste zu ermatten sei. Von den im ganzen 17 russischen Bataillonen, welche bei der Affäre beteiligt waren, hat die Mehrzahl furchtbar gelitten. Man weiß nicht, ob die 12 russischen Kanonen gerettet werden konnten. London, 20. Juli. Das japanische Kriegsministerium publiziert der „Times" zufolge den Bericht des Generals Oku über verschiedene Fälle, in welchen die Russen bisher das Völkerrecht verletzt oder sich Grausamkeiten zu schulden kommen ließen. General Oku berichtet, daß russische Truppen in zwei Fällen die weiße Fahne mißbrauchten. Ein andermal feuerten sie wiederholt auf ein japanisches Feldspital, ttotz- dem dasselbe das Rote Kreuz weithin sichtbar entfaltet hatte. In drei Fällen töteten sie hilflose Vep^ Mundete, in zwei anderen Fällen wurden japanische Leichen grausam verunstaltet. Ferner sollen sich russische Soldaten an chinesischen Frauen vergangen haben. London, 20. Juli. „Morning Lead er/' meldet aus Konstanttnopel, der englische Botschafter habe gegen' die abermalige Durchfahrt eines russischen Schiffes durch die Dardanellen bei der Pforte Einspruch erhoben. — In Tientsin herrscht, wie „Morning 5eaber" meldet, das Gerücht, in Tokio seien infolge der Verzögerung der Operationen bei Hüitscheng und des Sturmes auf Port Arthur Nrrruhen ausgebrochen. Wie verlautet, soll bas französische Konsulat in Kobe in Brand gesteckt worden fein. — Aus Taschitschiao wird berichtet, bas Wetter sei andauernd schön. Die Untätigkeit der Japaner werde bannt erH"vl daß die Russen einen lapai t f dj 2 n Gcn2ralsts bs-Haupt m a n n, to I er als Chinese verkleidet war, in dem Augenblick gefangen, nahrnen, als er die russischen Linien passierte. Man befürchtet, daß die Russen dadurch über die letzten Bewegungen der Japaner KeTmtnis bekommen haben könnten.. Petersburg, 20. Juli. Die von englischen Blättern gebrachte Drohung, daß die englische Regierung das^ Vorgehen der russischen Hilfskreuzer im Roten! Meere als Akt der Seeräuberei erklärt habe, wird als gegenstandslos bezeichnet, da es jeder kriegführenden Macht frei stehe, Handelsschiffe zu chartern ober anzukaufen und sie als Kriegsschiffe zu verwenden. Telephonischer Kursbericht. 8 79% Reich «Anleihe . . 102 05 80/.) do. ... 90.15 3V,% Konsole .... 102.20 3% do......90.35 37e% Hoesen .... 100.60 3'/, 96 Oberhesson . . . —.— 4% Ooeterr. Go’drente . 101.20 4* 5 % Oeeterr. Silberrente 100 50 4% Untrar. Goldrente . . 100.20 4°/ Italien. Rente . . . 103.60 4<',56 Portugieser , . . 61.65 so/ Portugiesen. .... 61.40 1 % C. Türken .... —.— Türkenloee .....128.20 4°/o Oriech. Monopol.-Anl. 48.20 4V. % Äussere Artjentiner 44.— 'rankfnrt a. 20. Juli. 8% Mexikaner .... 27.60 4,/on/n Chinesen .... 89.50 Electric. Seb ackert ... 103.10 Nordd, Lloyd . . . . 100 60 Kredit»ktien . . . , 200 50 Diskonto-Kommandit . 186 60 Darmstädter Bank . . . 137.80 Dresdener Bank .... 148.70 Ber’iner Handelseree. . . 158 50 Oeeterr Staats bahn . . . 135.50 Lombarden.....17.40 'Gotthard bahn.....187.00 Laurahütte . ..... 241.00 Bochum.......186.00 Harpener......199,50 Tendenz: schwächer. Bingeu, 20. Juli. Heute sank hier ein oberhalb des HafenS liegenbeS, zum AtiSlaben bestimmtes Schiff der Firma William Druhahn in Rotterdam, welches mit Phosphat beladen ist. DaS Schiff liegt nicht ganz unter Wasser. London, 20. Juli. Wie aus Washington halbofsiziell verlautet, verfolgt die Regientng mit regstem Interesse die Vorgänge im Roten Meere, alle Einzelheiten sammelnd. Eine feste Meinung hat sie bisher nicht gefaßt, ist aber entschieden der Ansicht, daß die etwaige Festnahme amerikanischer Po st dampfe r, selbst wenn sic Post direkt für Japan an Bord hätten, unzulässig sein würde. Eö verlautet nichts darüber, ob die Regierung Kreuzer zum Schutze der amerikanischen Schiffahrt nach dem Roten Meere zu senden beabsichtigt. Seide 300 — Zollfrei! — Muster an Jedermann! — Seidenfabrikt. Henneberg. Zürich. ipnt lidfit ein? Maschbrübe da, wenn schlechte Waschmittel 1 Ul llvy l zu ihr verwandt sind, währcnb bei der Anwend' —-----------nng von Gioth'S gemahlener Kernsette mit Salmiak und Terpentin sich ein schöner dichter Schaum auf der Brühe (jetgt, womit sich noch einmal so leicht waschen läßt. Gioth's gemahlene Kernseife, PretS per Paket 15 Pfg. Fabrikant: I. 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