tren9 fe* Prein. in btroäfc elegant, m;:.- harl trof*. Fusit len. । eich tu. iieti ■fiäHß1' Serben, Parlrw.- Sronctn, iE zMl Adel 8iflorifl prompter und gefälliger Weise jede mögliche Auskunft erhalten, und er spricht hierfür seinen besonderen Dank aus. Ties im allgemeinen. WaS nun die Frage betrifft, um bie eS sich hier handelt, so wisten Sie ja, daß von feiten des Auswärtigen Amtes bereits Stellung genommen worden ist gegen die Errichtung von deutschen Handelskammern im Auslande, und zwar ist dies weniger aus sachlichen, als aus formellen Motiven geschehen. Behörden, die man im Auslande errichten darf, sind nur die Gesandtschaften, bie durch ein Akkreditiv beglaubigt werden, oder Konsulate, denen der Charakter als Behörde und ein Exequatur erteilt wird. Eine weitere Bercchttgung hat ein Staat im Auslande nicht. Tie Errichtung von Handelskammern greift in die Rechte des Auslandes ein. Eine Handelskammer wird im Auslände als eine Behörde angesehen, segelt also gewissermaßen unter falscher Flagge, weil das Publikum leicht Über Deren Charakter getäuscht wirb. Wenn hier in Teutjch- lanb auslänbische Hanbelskammern gegründet worden sind, so sind wir bis jetzt darüber hinweggegangen, einen amtlichen Verkehr aber haben wir mit ihnen nicht aufgenommen. Ter zweite Grund, der gegen die Errichtung von Handelskammern im Auslände spricht, ist, daß dadurch leicht ein Gegensatz geschaffen wird zwischen diesen Handelskammern und den deutschen Konsuln, bie das Reich dort am Crtc vertreten. Diese Gefahr ist bei ben deutschen Hanoelskarnrnern, die bis jetzt gegründet worden sind, nicht ausgcblicben. Tas zeigt am besten der letzte Jahresbericht der deutschen Handelskammer in Brüssel, die einen heftigen Ausfall gegen das bärtige Konsulat enthält. WaS nun den Antrag Münch-Ferber auf Errichtung von Beiräten für die deutschen Konsuln betrifft, so kann ich mitteilen, daß wesentliche Bedenken gegen bcnfelben nicht vorliegen. Indessen möchte ich auch davor warnen, allzuviel von dieser Maßregel sich zu versprechen. Ich bestreite nicht, daß der Wunsch in weiten Kreisen besteht, Jnformattonsquellen über ben auslänbischen Hanbel zu erhalten. Vorn Standpunkt deS auswärtigen AmteS könnten auch gegen bie Bereitstellung einer Summe, die die Bildung solcher Körperschaften fördert, Bedenken nicht erhoben werden. Wir würden versuchen, bann aus diesen Instituten zu machen, was möglich ist. Abg. Graf Kanih (kons.j: Meine Freunde sind für den Antrag. Wir müsien alles tun, um zu verhindern, daß daS Ausland uns überrumpelt. Die Ausfuhrziffcr von 5 Milliaroen ist zu hoch, weil die Waren alle in der Statistik nach den ortsüblichen Preisen eingestellt sind, während ein großer Teil der Ausfuhr zu billigen Syndi- katSpreiscn erfolgte. Angesichts der Zollschikanen Amerikas wird allerdings auch ein noch so guter Beirat nicht erreichen, daß diese Disparitäten verschwinden. Wir müsien daher erst mal zu angemessenen Handelsbeziehungen mit Amerika kommen. Auf Anregung des Abg. Cfel (Ztr.) erwidert Staatssekretär Frhr. v. Richthosen, daß bereits in weitgehendem Maße Versuche gemacht toorben feien, eine Statistik des i n- direkten Exports und Imports aufzustellen. Bei dem Mangel einer derartigen Statistik habe allerdings die Statistik über Import und Export im ganzen nur einen relativen Wert. Das müsse er dem Vorredner zugestehen. Was die Rechtslage mit Amerika an- lange, so habe darüber schon Staatssekretär Graf Posadowsky sich genügend geäußert. Abg. Kämpf (freif. 23p.): DaS Vorgehen Rußlands gegen die jüdischen Handelsreisenden erregt große Erbitterung. Jetzt ist zwar ein Erlaß ergangen, in dem den Gouverneuren gestattet wird, bis zur Beendigung des Krieges eine mildere Praxis einzuschlagen. Aber dies könne uns nicht abhalten, hier über die ungerechte Behandlung jüdischer deutscher Staatsangehöriger Klage zu führen. Denn diese steht in krassem Widerspruch zu dem russischen Handels- oertrage, da in demselben mit keinem Wort von einer verschiedenen Behandlung je nach der Religion die Rede ist. Wenn jetzt in dem Passe das Wort „Jude" verzeichnet ist, so kann sich der betreffenbe nur basselbe sagen, was über dem Eingang zur Hölle Dantes steht. (Lachen rechts.) Auch mit den Steuern wird ein Unterschied gemacht, ein Jude muß viel mehr bezahlen. (Beifall rechts.) Ferner dürfen die Juden m Rußland nur in Hotels 4. Ranges in abgelegenen Straßen absteigen. Besondere Schikanen werben angewandt in dem Gebiet der dänischen Kosaken. Redner führt eine Reihe von Fällen an, die diese Behauptungen illusttieren sollen. Ich hoffe, daß bei den neuen deutsch-russischen Handelsverttagsverhanolungen dafür gesorgt werden wird, daß das stolze auf der Saalburg gesprochene Wort civis Germanus sum nicht halt zu machen braucht an den Grenzpfählen des russischen Reiches. (Beifall links.) Abg. v. Böhlendorfs (kons.) führt einen Fall an, in welchem ein jetzt in leinem Wahlkreise wohnender ehemaliger deutscher Farmer für die während des Burenkrieges erlittenen Verluste noch keine Entschädigung von den Engländern erhatten habe. Dem Manne werde fälschlicherweise Neutralitätsbruch vorgeworfen. Er bitte ben Staatssekretär, sich der Sache anzunehmcn. Abg. Dr. Müller-Meiningen (freif. Vp.) bittet um Auskunft, inwiewett denn überhaupt die Entschädigungsansprüche der deutschen Farmer aus Anlaß des Burenkrieges befriedigt seien. Auch er führt Fälle an, in denen die Geschädigten noch keinen roten Heller erhalten hätten. Wenn sich Deutsche meldeten, sei ihnen gesagt worden: Ihr seid ja Oranjeburen; dann müßt Ihr als solche Eure Ansprüche geltenb machen; und wenn sie das taten, dann wurde ihnen gesagt: Ihr seid ja eigentlich Deutsche, wie kommt Ihr dazu, Ansprüche als Oranjeburen geltend zu machen? Ich möchte ferner noch den Staatssekretär fragen: Wie steht es mit der Entschädigung der durch die Wirren in Samoa geschädigten deutschen Ansiedler? Auch hier werden Beschwerden laut, daß Die Entschädigungssumme noch nicht bezahlt sei. Staatssekretär Freiherr v. Richthofen: Nachdem der König von Schweden als Schiedsrichter in der Loarnoaangelegenheit sich zu Gunsten Deutschlands ausgesprochen hatte, wurden unter den Mächten Verhandlungen geführt, um auch die Entschädigungsfrage zu erledigen. Die deutschen Forderungen beliefen sich auf 112 Mill. Dollars, die beteiligten Mächte erklärten sich aber nur bereit, 25 Mill. Dollars zu zahlen. Da uns hiermit nicht gedient ist, so werden wir, falls sich eine Regelung wegen der Vereinbarung mit den Mächten nicht erzielen läfet, nochmals an den König von Schweden herantreten, um ihn zu bitten, auch die einzelnen Entschädigungen nachttäglich festzujtcllen. WaS Südafrika anlangt, so verstehe ich vollständig die hier vorgebrachten Klagen. Die englische Regierung ist der,Ansicht, daß sie völkerrechtlich zu keiner Entschädigung verpflichtet fei und daß sie, was sie bewilligt, nur ex gratia gibt. Sie hat alle Entschädigungen ausgeschlossen, welche betreffen: 1. alle Leute, die Bürger der Transvaal- oder Oranjerepublik gewesen sind, gleichgüttig, ob sie sonst Reichsangehörige waren ober nicht, 2. alle Personen, welche sich irgenb eines Neu- tralitätsbruches schuldig gemacht haben, 3. Äkttengesellschasten und Gesellschaften überhaupt. Es sind von deutscher Seite im ganzen 1182 Ansprüche geltend gemacht worden. Davon sind 281 ab» gelehnt, und zwar 68 wegen Neutralitätsruches, 55 wegen nicht genügenden Nachweises der Reichsangehörigkeit, bie übrigen wegen Zugehörigkeit der betreffenben Person zur Transvaal- ober Oranje - republif. Unsere Forderungen belaufen sich auf 11 Millionen Mk. Davon sind nur 16 Prozent, gleich rund 1 800 000 Mk., bewilligt, und hiervon ist % bezahlt. Andere Länder sind übrigens auch nicht bester weggekommen, im Gegenteil, für Frankreich sind nur 9 Prozent der Entschädigungssumme als Berechttgung anerkannt worden, für Rußland nur 2 Prozent, für Holland 8 Prozent, und für bie Schweiz, wo aber befonbere Verhältnisse in Betracht kommen, 20 Prozent. Ich möchte nur betonen, bah bie Vertretung ber beutschen Interessen von unserem Konsul in ber besten Weise wahrgenommen ist, unb ich habe hier auch ein Schreiben einer großen Gesellschaft, worin anerkannt ist, baß sie garnicht in besserer Hand liegen konnte. Ich möchte noch hervorhebcn, baß es unserem Konsul unter allen anderen gelungen ist, ben größten Prozentsatz ber HilfSbefohlenen vor ber Ausweisung zu bewahren, barunter allein 56 Prozent Deutsche. Der Schutz der Deuischen im Auslande hängt wesentlich von dem Ansehen ab, das der Konsul im Auslande genießt. Ich bitte daher, die Stellung deS einzelnen Deutschen im Auslande nicht dadurch zu schädigen, daß man die Konsuln des Reichs grundlos beschuldigt. Abg. Graf Kanitz (kons.) wünscht, daß die deutschen Schifter in Rußland nicht höhere Paßgebühren zahlen sollten, als die rusii- scheu in Deutschland. Man brauche der russischen Regierung nut anzukündigen, daß man die russischen Schisser in Deutschland denselben Schwierigkeiten unterwerfen würde, denen die deutschen in Rußland unterworfen seien. DaS werde sofort tonten. Redner wünscht ferner, daß darauf hingewickt werde, daß an ber russischen Grenze von Rußlanb mehr Zollämter errichtet werben, bamit bie Zollabfertigung beschleunigt werbe und bie jetzigen Plackereien aufhörten. Ministerialbirektor von FrantziuS gibt dem Abg. Kaempf zu, daß die Verhältnisse für die jüdischen Reisenden in Rußland sehr schwierig lägen, zumal im Gebiet ber russischen Kosaken, wo bie ganze Gewalt in den Hänben ber Militärverwaltung liege, so daß den jüdischen Kaufleuten auch ein vorübergehender Aufenthalt verboten werden könne. Immerhin werde die deutsche Regierung gern bereit fein, bei den HanbelsverttagSverhanblungen auch auf eine Besserung in dieser Hinsicht hinzuarbeiten. Ob ein Erfolg damit erzielt werde, das stehe freilich noch dabin. Abg. Tr. Miiller-Sagan (freif. 23p.) findet diese Antwort sehr unbefrieoigenb. Tas Verfahren Rußlands sei eine Schmach für bie deutsche Nation. (Lachen bei ben Antisemiten.) Es sei sehr bedauerlich, daß der Abg. Pauli über so etwas lachen könne. Wie man auch zur Jubenfrage im Jnlande stehe, bem Ausland gegenüber müsse man als Einheit bastehen. DaS erforbere die nationale Würde. Tazu käme der große Schaben, ber bem beutschen Handel baraus erwachse, daß man es ben silbischen Reisenden unmöglich mache, nach Rußland zu gehen. Die russische Regierung müsie endlich zu einer klaren Stellungnahme über diesen Punkt gezwungen werden. Abg. Dr. Dahlem (Zentt.) beschwert sich darüber, daß der 23er# trag über den Lachsfang im Rhein von Den holländischen Fischern oft gebrochen werde. Die holländischen Fischer benutzten so große Netze, daß die ganze Breite des Rheins ausgefüllt werde. Der Lachsfang auf dem Rhein nimmt infolgedessen immer mehr ab. Staatssekretär Frhr. v. Richthofen: Ich werde mich mit den Behörden ber Einzelstaaten in Verbinbung setzen unb bie Klage be8 Vorredners untersuchen lasten. Sollten sie berechtigt sein, so wird für Abhilfe gesorgt werben. Herr Dr. Müller hat verlangt, toir sollten bie russische Regierung zu einer klaren Stellungnahme in ber Frage ber Zulastung ber jübischen Reisenden zwingen. Einer solchen klaren Stellungnahme bedarf es nicht. Die russische Regierung hat keinen Zweifel darüber gelösten, baß sie burchaus gewillt ist, ben jübischen Mitgliedern fremder Nationen keine größeren Rechte zu gewähren, als sie ihren eigenen Juden gewährt. Wir werben natürlich weiter fortfahren, nach Möglichkeit für eine bessere Behanblung ber jübischen Reisenden in Rußland Sorge zu tragen unb für eine Erleichterung ber Geschäftsmöglichkeit für bieselben bei ber russischen Regierung einzutreten. Ich wünsche, daß wtt habet zu einem günstigen Resultat kommen. (Lachen links.) Abg. v. Rarborff (Np.): Ja, meine Herren, toir können doch nicht verlangen, daß bie Russen fremde Juden bester behandeln als ihre eigenen. Ich habe schon mit bem Fürsten Bismarck darüber gesprochen und ber hat mir gesagt: „Das wirb ben Rusten gar nicht einfallen, frembe Juben besser zu behanbeln als ihre eigenen.“ Wenn ber Abg. Dr. Müller aber zu meinen schien, wenn unsere Juben nicht bester behanbelt werden, dann lieber gar keinen Handelsvertrag mit Rußlanb — ja, m. H., da kann ich ihm vollständig beistimmen. (Heiterkeit.) Abg. Prinz zu Schönaich-Carolath (nat.-lib.): Die RheinlachS# frage gehört eigentlich in ben Etat deS Reichsamts des Innern. Es sind hierüber sehr eingehenbe Unterhandlungen seit einer Reihe von Jahren mit ber Kgl. Nieberlänbischen Regierung geführt, unb toir haben uns mit ber Frage eingehenb beschäftigt. Die Verhält- niste liegen eben daburch eigentümlich, baß bieselben Ursachen, bie eine Verminberung bes Lachses im Rhein bewirken, gerabe bazu beitragen, baß ber Lachs im Hollänbischen um so häufiger auf ben Markt kommt. Auf bem holländischen Teile des Rheines fahren bc» stänbig bie großen Dampfer auf unb ab, Tag unb Nacht mit ben großen Netzen, in bie btc Lachse immer wieder haufenweise hjnein- gehen. Dagegen läßt sich nichts machen, und toir können es auch ber Kgl. Nieberlänbischen Regierung nicht verwehren, bie Maßregeln SU treffen, bie ihr im Interesse beS LachsfangeS für geeignet erscheinen. Wir haben wieberholt schon das ReichSamt des Innern aufgefordert, an geeignete Maßregeln zu denken, bie dieser Kalamität für uns ein Ende machen unb mit bet Nieberlänbischen Regierung in entsprechende Verhandlungen einzutreten, sodaß etient die Lachsfischerei an der Rheinmünbung zu bestimmten Zeiten untersagt wird. Denn die Kgl. Niederländi,che Regierung darauf nicht eingeht, so haben wir kein Mittel, sie zu zwingen. Wir können allerdings einfach bie betreffenbe Konvention ganz aufheben. Dadurch würden bie Verhältnisse für Hollanb bann in ber Tat wesentlich ungünstiger liegen als jetzt, aber auch für uns. Kurz und gut, es ist ein schwerer Uebelftanb, über ben toir bereits sehr viel nachgedacht haben und bem toir sehr gern abhelfen möchten. Aber bie Sache liegt nicht so einfach, wie sich der Herr Dr. Dahle« bentt. Abg. Gothein (fteis. Vgg.): Wenn Abg. von Äatborff sagt, die Rusten werben boch nicht so Dumm sein, frembe Juben besser zu behandeln, als ihre eigenen, so erschwert er damit unseren Unterhändlern bie Verhandlungen. Man sollte daher ettoaJ mehr Rücksicht auf unsere Unterhändler nehmen. Abg. von fiarborff (Rp.): Ich weiß ganz genau, wie ich mich zu benehmen habe, ich brauche keine Vorschriften. Was ich gesagt habe, habe ich mit voller Absicht gesagt. Sn bem russischen Han- belsvcrttag liegt uns blutwenig. 2bg. Dasbach (Ztt.) wundert sich, daß bie deutsche Regierung bezüglich be5 LachSsangeS noch immer nichts von ber holländischer, Regierung erreicht habe; bie Verhandlungen scheinen boch nicht mit bem nötigen Nachdruck geführt worden zu fein. Abg. Pauli (Antis.) erklärt, er habe bei der Rebe deS Abg. Kämpf nicht gelacht wegen deS Inhalts der Rede, sondern wegen ber Art ber Ausftihrungen. Auch viele andere Abgeordnete hätten darüber gelacht, unb wenn Abg. Müller-Sagan gerade ihn herauSgreife, so freue er sich über dieses Interesse, daS er ihm hierdurch bekunde. (Heiterkeit.) Der Titel „Srnat^feTvftär'’ wird b c tv f T TI g f, Mc Resolution Münch Ferber mit großer Mehrheit angenommen. Einige weitere Kapitel werden ohne Debatte bewilligt. Abg. Crzbcrger sZtr.) fragt an, ob eS wahr sei, daß den deutschen Konsuln im AuSlande tnc „Münchener Allgemeine Zeitung" gratis geliefert würde. Staatssekretär Frhr. t>. Richtliofen erwidert, daß den Konsularoertretern einzelne Zeitungen zur Information geliefert würden, eS sei möglich, daß sich darunter auch die „Münchener Allgemeine Zeitung" befände, den „RcichSan^eiger" bekämen alle. Die Kommission hat die für den Ministcrrcsidcnten in L a P a z geforderte Summe Non 37 000 Mt. gestrichen. Staatssekretär Frhr. v. Richthofcn bittet um Bewilligung dieses Postens. Abg. t). Böhlendorfs (kons.s und Dr. Arendt sRp.s sind ebenfalls für die Bewilligung, während Abg. Dr. Spahn sZtr.) den Kommissionsbeschluß befürwortet. Abg. Dr. Paasche snat.-lib.s bittet gleichfalls, diesen Posten wiederherzustellen. ES standen wichtige deutsche Interessen in Frage. In Bolivien hätten wir noch keine Vertreter, bei den eigenartigen Verhältnissen in Süd-Amerika sei eine Vertretung Deutschlands dringend geboten. Er bitte deshalb, die kleine Summe zu bewilligen. Der Kommissionsbeschluß wird hierauf u m g c st o ß e n , die Forderung für den Ministerresidenten in La Paz wird bewilligt. Eine Reihe weiterer Kapitel wird ohne Debatte angenommen. In dem zum Etat deS Auswärtigen Amts gehörigen Kapitel „Kolonialverwaltung" hatte die Budgetkommission die geforderten 35 000 Mk. zu „KommissionSkostcn" gestrichen, weil sie nicht wünschte, daß diese Summe zur Entschädigung der in Paris und London versuchsweise angestellten Kolonialattachäs verwandt würde, für die die Zustimmung deS Reichstags nicht ein» geholt war. Dieser Verstoß gegen das Budgetrecht deS Reichstags hatte bekanntlich in der Kommission zu heftigen Angriffen auf den Kolonialdircktor Dr. Stübel geführt. Nun liegt ein K o m v r o m i ß a n t r a g der Abgg. Dr. Spahn sZtr.), Dr. Stockmann sRv.s, Frhr. v. R i ch t h o f e n (lonf.) und Graf v. Orrola snat.-lib.s vor: „Der Reichstag wolle beschließen, entgegen dem Antrag der Budgetkommission, von den gestrichenen 85 000 Mk. 16 000 Mk. zu bewilligen/ Abg. Dr. Spahn sZtr.s begründet den Kompromißantrag. Abg. Dr. Südekum sSoz.i bezeichnet e5 als seltsam, daß Dr. Spahn hier als freiwilliger RegieriingSkomniissar onftrek. Tie .Kommission habe den Beschluß einstimmig gefaßt als Mißtrauens^ votr'm gegen daS eigenmächtig» Verhalten deS Kolonialdirektors. Lebten wir in einem wirklich konstitutionellen Staate, so wäre der Kolonialdirektor längst von seinem Platze weggefegt, aber wir leben eben nicht in einem konstitutionellen Staate. ReichSschaßsekretär Freiherr von Stengel: Ach möchte betonen, daß die Sache der Kolonialattaches weder eine Verschleierung noch einen Verstoß gegen daS EtataSrecht bc5 Reichstages darstellt. Ich gebe zu, daß die Stellung der Reichsschahverwaltung bei Etats Überschreitungen zur Zeit etwas mangelhaft ist (Sehr wahrst, und wir darnach zu streßen haben, daß eine bessere Regelung etnfrift. Ich betone aber, daß c5 sich um eine EtatSüberschreitung keil'- wcgS gehandelt hat, etatsmäßige Anstellung der Kolonialattachcs ist nicht erfolgt. Hierzu würde eine Einwilligung deS Reichstages notwendig sein. Es mag sein, daß vielleicht eine Aeußcrung oes Kolonialdirektors in der Budgctkommission zu Mißverständnissen Veranlassung gegeben hat. sZurufe: Aha st Ich hoffe aber, daß diese Mißverständnisse nunmehr beseitigt sind. Abg. Frhr. von Nichthofen skons.j bestreitet eS, daß hier eine Verschleierung vorliege. Abg. Dr. Pansche snat.-lib.s führt aus, daß seine Freunde in der Kommission gegen den Titel gestimmt hätten, weil sic c5 für unzulässig hielten, daß unter dem Titel „Kommissionskosten" zwei Beamte ohne Zustimmung des Reichstages ins Ausland geschickt würden. Seine Freunde hätten mit ihrer Abstimmung jedoch nicht dem Staatssekretär oder dem Kolonialdirektor den Vorwurf der beabsichtigten Täuschung machen wollen. Dem Kompromißantrag Spahn würden seine Freunde zustimmen, da sic es für nützlich hielten, wenn das Auswärtige Amt einen Fonds in Händen hätte, um Kommissare ins Ausland zu schicken. Aba. Dr. Arendt (ReichSp.) führt aus, daß er auch für den Kommissionsbeschluß geivesen sei; Sie National-Zeitung habe mit Unrecht die Kommission angegriffen. Die Kommission sei durchaus im Recht gewesen. Kolonialdirektor Dr. Stübel: Die Kolonial-AttachöS sind von Paris und London abberufeii worden, was ohne weiteres geschehen konnte. Die Kolonialverwaltung bedauert dies sehr, da sie die Tätigkeit der AttachöS für sehr nützlich hielt. Sie wird jedoch im nächsten Jahre auf die Frage der Kolouinl-AtlachöS zurückkonunen. Den Vorlvurf der Verschleierung muß ich zurücklveisen. Die Kolonialvertvaltung hat in keiner Weise vor der Ocffcnt- lichkcit die Tatsache zu verschleiern, daß wir KolonialaltachöS in London und Paris unterhalten. WaS die Einstellung deS Betrages von 16 000 Mk. betrifft, so ist dieser notwendig alS Dispositionsfonds für die Grenzberichti- gnngSkommisfion. ES handelt sich um Grenzregulierungen, die in Kamerun, Togo und Ostafrika notwendig sind. Abg. Dr. Südekum meint, die Darlegungen deS Schatzsekretärs seien sehr bedenklich getvesen, eS sei nicht zu bestreiten, daß eine Verletzung deS Budgetrechts vorliege. Hiermit schließt die DiSlussion, der Kompromiß- a n t r a g wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Polen angenommen. Für eine S o m m e r w o h n u n g des Gesandten in Teheran hat Sic Regierung 80 000 Mk. gefordert. Die K o in ni i f f i o n_ hat diesen Posten gestrichen. Abg. von Böhlendorff (kons.) beantragt, diese Position wiederherzustellen. Er wisse auS eigener Erfahrung, daß das Klima in Teheran so ungesund sei, daß eine Sommerwohnung notwendig wäre. Geheimrat Dr. Rosen verliest ein sehr langes ärztliches Gutachten über daS gesundheitschädliche Klima Teherans. Wenn der ordmmg. Schluß 61 Uhr. Auf Antrag des Abg. Dr. Sattler wird die Sef»rer6n.. der Interpellation beschlossen. Die Besprechung wird jedoch auf Mittwoch 1 jh. vertagt. Außerdem stehen noch die Etat» de» gu, gemeinen Pensionsfonds, des Reich« . ßnn,.' lidenfondS und der Expedition für Ostoi,?/ sowie die Interpellation der Sozialdemokraten oelrcffcnb PIiiRr, betriebsetzung von Bergwerkoa auf der Gesandte feine Sommerwohnung nicht bekäme, so müßte x dem von Wanzen geplagt, schlaflose Nächte verbringen ' °l^ein Abg. Dr Spahn (Etr.) erwidert, das eben verlesene • Gutachten sei 4 Jahre alt. Hätte der Gesandte eS so gehalten, so könne er auch noch 1 Jahr warten. ann2 Die Sommerwohnung wird abgelcbnt. Der Rest deS Etats wird ohne wesentliche Debatte n e h m i a t. 11 gr Es folgt um 6* *i Uhr die Interpellation v. Orins» Paaiche, Dr. S at t l e r (natl.): - Tu Ist der Reichskanzler bereit, AuSkimst darüber ui 1) AuS welchen Gründen die Gesetzentwürfe zur Nein- ■ der Versorgungsansprüche der O'fizierc und Mamn>, Neichshceres, welche, wie die Thronrede hervorhebt on.-lC dringendes Bedürfnis anerkannt worden ist" nodi "imJ.'. '11 011 dem Reichstag zngegangen sind? 1 2) Wann endlich diese Gesetzentwürfe, welche auch di- er Krieg zwischen Japan und Mußtand. Das japanische Bombardement auf Port Arthur am 15. April hat den westlichen Teil von 2iao- teschan zerstSrt. Me weiter aus Port Arthur berichtet wird, kann der ^esarewitsch" in zwei, der „Retwiscm" in acht Tagen -wieder in die aktive Schlachtflotte ein treten. Die Reparaturen sind beendet. Authentische Nachrichten aus Söul sagen, das; die j a p a- tlische Armee geteilt sei in ein Ex p e d i t i o ns - und Nn ein Okkupationskorps. Das erstere, 45 000 Mann Rark, rücke gegen den Ialu vor. Das letztere, an8 45 000 Reservisten bestehend, mache die Verbindungs- Mittel möglichst vollkommen. DaS Hauptquartier ist litt Söul mit 4000 Mann Besatzung. Das Hauptquartier für )>ie Transporte ist in Tschemulpd. Der Bau der Eisen Jahnen nnd der Landstraßen schreite rasch fort. Die Insel «ajedo wird befestigt. / Ein Beamter der Zollbehörde in Gen-San berichtet, daß 4ine starke rassische Streitmacht ans der großen Südstraße längs der Ostküste in der Nähe von S ö n g t s ch i u durchaekommen sei. Söngtschin sei von einer Anfklärnngs- abteilnng besetzt. Die Hanptmacht hielt am 17. d. M. Puktschöna, etwa 80 Meilen nördlich von 0sen-San, besetzt. ( Die Chinesen haben, wie ans Nintschwang gemeldet wird, daselbst im Anßen-F-orts unter der Leitung eine? den chinesischen Forts entnommenen englischen Jn- struktenrs eine Artillerieschnle mit 100 Rekruten eröffnet. — In Nintschwang liest man überall Anschläge in russischer und chinesischer Sprache, in denen, da die Chinesen sich weigern in die Mandschurei und China Nahrungsmittel hineinzulassen, die Ausfuhr von Geld, Nahrungsmitteln und anderen ^Gegenständen verboten wird. f In Odessa trafen am 19. d. M. an Bord eines französischen Dampfers 440 Mann der Besatzungen des arjag" und „Koreje tz" unter Führung des Kommandanten des „Wärjag", F-lügeladjutanten Rndnew, aebst 55 Mann der Schutzwache oer russischen bfesandtschaft in Söul pnd 30 Kosaken hier ein. Der .Hafenchef übergab ihnen VcorgSkreuze. Die Seeleute wurden sehr herzlich b-e- tzrüßt. Sie gehen nach Scbastopol nnd Petersburg. Der russische Finauzminister erließ eine Verordnung, wodurch die Verbindlichkeiten der Einwohner in Sibirien stnd im russischen -Orient bis zum Ende des Krieges in der Schwebe bleiben. Diese Maßregel wnrde zur Unterstütz- pna der Bevölkerung der durch den Krieg besonders betroffenen Gebiete getroffen. Bei diesem Zahlungs-Aufschub handelt e§ sich um rund 80 Millionen Rnbel. Die Redaktion der , Nowosti" veranffaltete in der Kasan- Kathedrale xu Petersburg einen Trauer-Go tt"?- 4>i en st für den vor Port Arthur umgekomm^nen b r. hm- ten Maler Wäsili Wereschtschagin, der seit 20 Fahren ihr literarischer und künstlerischer Mitarbeiter war. Dem TrauergotteSdienste wohnte eine große Menschenmenge bei. Dem russischen ^lesundten in Paris wurden 75480 Francs überreicht, als Ergebnis der für die Neberlebendcn der Katastrophe auf dem „Petropawlowsk" veranstalteten Wohltätigkeitsvorstellung. ^arlamtntarisches, Berlin, 19. April. Die WahlprüfungSkom- Mission deS Reichstages hat über die Wahl des Abg. Dr. B e ck e r - Sprendlingen, Hospitant der Nationalliberalen, Hessen 5) Beweiserhebung beschlossen. — Die Budgetkommission deS Reichstages verhandelte den Ergänzungsetat der Schutzgebiete, welcher zwei Millionen zur Gewährung von Entschädigungen für die Verluste anläßlich des .Herero- aufstandes fordert. Die hierzu der Kommission vorgelegte Denkschrift, betreffend Vern»endnng der ge- forderten zwei Millionen, hält daran fest, das; ein Rechtsanspruch auf Schadenersatz nicht beste! e Kolonialdirektor Dr. Stübel führte aus, eS werde in erster Linie auf die Entschädigungslommission ankommeiu Diese dürfe nicht vom arünen Tische an5 arbeiten, und solle deshalb zum überiviegenden Teile, aus Laien besiehen unter dem Vorsitz eines Oberrichters. Tie Kommission werde nur nach wirklichem Bedürfnis entschädigen und vollständig individualisieren. Große Gesellschaften und geldkräftige Private müßten znrückstehen nnd hätten Beihilfe nicht zu gewärtigen. Den in der Presse gegen Missionare erhobenen Beschuldigungen schenke er keinen Glauben. Redner erörtert dann den Ausschluß gewisser Kategorien von der Entschädigung. Die Abgg. Gi'öber (Ztr.) und Spahn (Ztr.) beantragen folgende Abänderung: „Zn Darlehen an Geschädigte sowie zu Hilfeleistungen an Bedürftige anläßlich der Verluste infolge deS Eingeborenenaufstandes zwei Millionen." Dieser Antrag wird mit großer Mehrheit an- aenommen. Dann wird der Rest deS Ergänzungsetats eben- salls angenommen.___________________________________ Aeutschsüdwestafrikanisches. Die Kolonial-Zeitschrift erhielt ans Windhoek folgendes Telegramm: Eine zahlreich besuchte Versammlung von Ansiedlern beschloß am 16. d. M. einstimmig, den Gouverneur zu bitten, seinen ganzen Einfluß dafür einzu- setzen, daß die Entschädigungen nicht an irgendwelche einschnürende Bedingungen geknüpft werden wollten. Nur bei voller Entschädigung werden die Ansiedler im Lande verbleiben, andernfalls werden sie au Sw andern. Sie wünschen in den Stand zurückversetzt zu werden, in dem sie sich vor dem Aufstande befanden. Die Zusammensetzung der Gntschädigungskommission solle in der Weise geregelt werden, daß sie besteht aus einem Mitgliede der Regierung und zwei Angehörigen des Berufsstandes, dem der zu Entschädigende angehört. Wie das „Siegn. Tagebl." meldet, erhielten die in Jakobsdorf wohnenden Rademacher scheu Eheleute die Nachricht, daß ihr im vierten Jahre bei der Schutztruppe in Südwestafrika dienender Sohn von den HereroS er- mordet worden sei. Aus Stadt und Land. Gießen, den 20. April 1904. ** Lotterie. Die „Darmst. Ztg.^ schreibt: Gegenüber mehrfachen, größtenteils unzutreffenden Zeitungsnachrichten über Stand und Richtung von Verhandlungen, welche zur Zeit in Lotterie - Angelegenheiten zwischen Hessen und Preußen schweben, sind wir in der Lage, zur Beruhigung der hessischen Interessenten mitzuteilen, daß seitens der Großherzogl. Negierung ein Aufgeben der selbständigen Hessisch-Thüringischen Staatslotterie nicht in Aussicht genommen ist. Se. König!. Hoheit der Groß Herzog hat nach der „Darmst. Ztg.^ Athen am 19. d. M. verlassen, und wird über Italien heim kehrend vorarlSsichtlich nächsten Samötag mitttag wieder in Darmstadt eintreffen. )( Wies eck, 19. April. Die seitherige Postagentnr wlirde in ein Postamt verwandelt. — Die Schü lerzähl unserer letzten Schulklaffe ist auf über 100 gestiegen, sodaß die Anstellung einer weiteren Lehrkraft als notwendig erscheinen dürfte. Frankfurt, 19. April. Eine entsetzliche Tat ereignete sich gestern abend kurz nach 8 Uhr im Hause Rothekreuzgasse 27. Im Parterre hat die Familie deS Händlers Gustav Bender eine Wohnung von ztvei Zimmer- cheu und Küche inne Die Familie besteht ans Vater, Mutter, drei Mädchen von 13 Jahren, 2 Jahren und 6 Monaten und aus einem Sohn von 6 Jahren. Die Bewohner der oberen Stockwerke hörten um die angegebene Zeit fürchterliche Schreie im Erdgeschoß. Fran Bender rief gellend „Zu Hilfe, ick bin gestochen, meine armen Kinder!" In demselben Augenblick kam sie auS der Wohnung herausaefiürzt mit den beiden ältesten Kindern, tlife und ®uftt». Whitter und Sobn bluteten, da? Mädchen tuar nicht voilrHt. Die Drei flmhtetcn in die nahe gelegene »:ettunglUxi^e fllüwfr- gasse. Die HauSbcv '.ater eilten weg, um Polizei zu holen. Kerichtssaat. Berlin, IS. April. Bor dem -«w aann hellte vormittag die sehr nrtitanaretd\ .n x- fltur.1 der Beleidigungsklage deS ^hetredakteul Hambllrger Börsenhalle, Dr. Max D i t t e n b f r Schriftsteller Bernhardt. ES handelt ftA c'«,mWlfrr Hardt verfaßten Artikel, in welchem über die im \ rtff)tun^ bank-Prozeß bervorgetretene PreH-Korrmmon angestellt und Dr. Wittenberg vorgeworfe« wnroe, cinc tni- BerusS-Ehre mit Füßen getreten nnd daß p “tö ' , fchrist für 12 OOP Mk. von der Bommernbank hn" __--- * Berlin, 19. April. Die ehemaligen Pommern Bank, Sch u ltz und R omerct _ frnintT1cr tt? neuer Auslage am 2. Mai vor der <- Landgerichts I beginnen wird, sind mff B kammer heute plötzlich wieder vcryai -^act-n^, Verhaftung soll wegen der Hohe der z» Strafe verfügt worden feitt. beest- ' ,^1 Dchiotzhalle rin. Zwei Arbnier W ""1. letzt - In Vrig iffenton 80 W enf “ L troffen, daß im Dorfe Grenglol. - ^graben w fünf Häuser durch eine Lawine v^hern- - Sen. Der Lawinensturz erfolgte vem n (*_ Weiler Mühlebach wurde verscküt^ '' um. «in ^citcrel 3 < w t * < * * * • Wett«-- hefßrcht«k. Sie hätten freilich besser getan, sofort das Parkmr c betreten, vielleicht wäre es ihnen noch möglich gctvchi das Schrecklichste des blutigen Dramas zu vcrhiudcrn. als man endlich mit einem Schutzmann einbrtmg, fanb n: r die beiden jüngsten Kinder, Anna und Sofie, tot hör Vater hatte ihnen in der Zwischenzeit dieHölscburdx geschnitten. Da§! eine Mnd lag auf einem M, ki andere im Bett. Die Tat war mit einem feststchentcn Mt - taschenmesser geschehen. Die Rettungswache tvrbrotfife blt Frau und den Sobn ins BNrgerhospital Fron hat drei Stiche im linken Oberarm . Für ihr Leben besteht keine Gefahr, fj? der Knabe, der starken Blutverlust hatte, irfimcr twfrpt Das älteste Mäochen, das ohne Verletzung bavcnkcm, wurde von der Polizei dem Armenpflegn W N'üi h Obhut gegeben. Der Täter, Gustav Bender, nnitbc aib- bald verhaftet und Na^h dem Polizeirevier . Bei der Vernehmung hat Bender behmiptet, daß cr bie urt aus Not beaanaenzwbe, da er die Familie nicht mehr ernähren im stände sei. Von den übrigen ISntrohr,'rr. beS Hauses wurde dagegen versichert, daß Bcndcr arbcitSi^eu stund sehr streitsüchtig. Er lebte mit den HanSgenc>si-nn..i. auf friedlichem Fuß und stritt sich auch öfters mit jrinri Fran. Gestern abend war der blutigen W ein wt» scheu den Eheleuten vorangegangcn. Der ganze S-organ: legt die Vermutung nahe, ob man eS nicht m't men geistig gestörten oder wenigstens zeitweise unzurrtn:^. fähigen Menschen zu tun hat. Bender soll in Merc ■ Jahren bei einem Aufenthalt in Gießen einen wu» auf den Kopf erhalten und seitdem mitunter em m. würdiges Benehmen gezeigt haben. Bon anderer ra- wird aber versichert, daß er bei dem ersten Berber mm« Wegs den Eindnr ickeineS Irrsinnigen oder W'-' gemacht habe. Auch soll er nicht betrunken Bender ist 30 Jahre alt. Er hat daS erlernt, diesen Bonrf aber schon lange nicht mein - flcüüt. Die Familie trieS eine« handel mit Blumen, die sie selbst verfertigte. AlS dre ra: fr wurde, sammelte sich zahlreiche- Publikum an. enge Straße gleichsam ftürntte: sie wurde , der Polizei avgesperrt.