Nr. L20 Zweites Blatt. Montag ID. September 1D04 Lrschetnl tSgllch mit Ausnahme des Sonntags. Redaktton, Expedition ».Druckerei: Schulstr.t. XeU Nr. 6L Lelegr.-Adr. i Anzeiger Gietzen, Die „Gietzener Famillenblatter- werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «.Hsilsich« Canörolrr er|d)etiü monatlich einmal. 154. Jahrgang a. RotattonSdruck und Verlag der Brsthlstchen Unwerfitälsdruckeret. R. Lange, Dieben. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehrn. Politische Wochenschau. Wie schon in Hamburg nach Beendigung her großen Truppenparade hat der Kaiser auch in Brunsbüttelkoog Gelegenheit genommen, aus Anlaß der Flottenrevue auf die Bedeutung der maritimen Wehrmacht des Reiches hin^uweisen. Besonderes Aufsehen erregte der in der Rede enthaltene .Passus, wonach b-er Kaiser bei seinem Regierlmgsantritte ein Seeoffiz-ierckorps vorgefunden hätte, das nicht das volle Gefühl der Zugehörigkeit zu seinem obersten Kriegsherrn gehabt habe. Seinem — des Kaisers — Bemühungen sei es zu danken, daß das jetzt anders geworden sei, so daß er satten Angehörigen der Marine seine vollste Zufriedenheit aussprechen könne. Bon Bruns- büttelkoog begab sich der Kaiser sodann über Kiel nach, Schwerin, um von hier den Manövcrn des 9. und des Gardekorps beizuwohnen und dann selbst die Führung der beiden Korps abwechselnd zu üb ernennen. Die bei dem offiziellen Diner zur F-eier der Verlobung des Kronprinzen mit der Herzogin Ceeilte im Schweriner Schlosse ausgebrachten Trinksprüche enthielten außer der Hindeutung auf die engen dynastischen Beziehungen zwischen den Häusern Hohenzollern und Mecklenburg wenig Bemerkenswertes. Während der Kaiser durch militärische IMhntflen in Anspruch genommen war, erfreuen sich der Reichskanzler und einzelne seiner Mirnster noch der goldenen Ferienzeit. Graf Bülow ist von Norderney nach Homburg vor der Höhe übergesiedelt und der Kultusminister Studt hat die Hauptstadt Ungarns verlassen, in der er wissenschaftlichie Institute zu seiner Information besucht hatte. Bon einem Wechsel im Ministerium des Innern, der schon als absolut sicher angekündigt war, ist es inzwischen wieder still geworden. Im Gegenteil hat Minister v. Hanrmerstem einem Ausfrager gegenüber erklärt, er denke gar nicht daran, seinen Abschied zu nehmen, weil nicht der geringste Grund dazu vorläge. Was die Mirbachtlngelegenheit 'angehe, so habe er von dem Schreiben des mit unbestimmtem Urlaub verreisten, angeblich erkrankten Oberhofmeisters an die Oberpräsidenten keine Kenntnis gehabt. Wenn dem so ist, so versteht man nicht, warum dier Minister seinerzeit die im preuß. Abgeordnetenhause ein gebrachte Interpellation nicht sofort beantwortet, sondern sie ad calen- das graecas verschoben hat. Mit unseren Kolonien haben wir kein rechtes Glück. Nachdem sich der angebliche große Sieg General Trothas bei Waterberg als sehr viel weniger weittragend, als zuerst angenommen, herausgestellt hat, geben jetzt sogar schon halboffiziöse Blätter zu, daß die Erfolge Trothas bis jetzt rein negativer Natur gewesen seien. Unsere Truppen in Südwestafrika stehen jetzt vor der überaus schwierigen Aufgabe, die zerstreuten Trupps der Herero einzeln aufzustöbern und unschädlich zu machen. Und zwar muß dies in völlig wasserarmen Gegenden erfolgen, die noch so gut wie unbekannt, dafür aber desto ausgedehnter siird. Zudem faHeit dort dem Typhus fast täglich ein paar Soldaten zum Opfer. Für einen neuen Tru p pe n- transport nach Südwest-Afrika wird der von Swakop- mund in Hannover eingetroffene Woermanndampfer „Ernst Wo ermann" ausgerüstet. Der Ersatztransport, der aus 16 Offizieren, Aerzten und Zahlmeistern und aus etwa 400 Mann besteht, wird am 30. d. M. die Abreise antreten Der Dampfer wird außerdem noch ein großes Quantum Proviant, lebendes Schlachtvieh und Munition an Bord nehmen. — Auch in unseren australischen Kolonien scheinen die Dinge nicht so zu stehen, wie sie sollten Aus Herbertshöhe in Neuguinea kam die Hiobspost, daß dort mehrere Missionare und barmherzige Schwestern von den Eingeborenen erschlagen worden sind. Die Täter sind alsbald ergriffen und hingerichtet worden. Aber sehr bedenklich bleibt es, daß die Ursache des Gemetzels in dem Gebühren der Ermordeten selber gefunden worden ist. Den Vereinsversammlungen großen Stils und Kongressen, die jetzt noch en vogue sind, wird durch den beginnenden Herbst ein baldiges Ende bereitet werden. Fast zu gleicher Zeit sah das benachsbarte Oesterreich zwei wichtige Veranstaltungen innerhalb seiner Grenzen tagen. Während der Deutsche Juristentag in Innsbruck seinen Beratungen oblag, hatte sich in Wien der Internationale Preßkongreß versammelt, um wichtige Beschlüsse, u. a. dte Einsetzung von Standesgerichten für Angehörige der Preffe, zu fassen. Auch sonst konnte die östreich-ische Metropole in letzter Zeit interessante Gäste beherbergen. Kaum daß Prinz Georg von Griechenland, der „Regent" von Kreta, die gastliche Stadt verlassen hatte, um sich nach Petersburg zu begeben, erschien Fürst Ferdinand, der Herrscher aller Bulgaren, um dem greisen Kaiser Franz Josef seine Aufwartung zu machen. Dieser Empfang des Fürsten durch den Kaiser konnte als offizielle Anerkennung des friedfertigen Verhaltens Ferdinands I. gelten, dem es in gewisser Hinsicht zu danken ist, wenn das Kriegsbeil auf der Balkenhalbinsel vorderhand begraben geblieben ist. Der Geburt des russischen Thronfolgers ist die des italienischen gefolgt. Dadurch ist der König von Italien ebenso einer Sorge enthob-en worden wie vordem der Zar, und in ganz Italien jubelt man. Am 16. ds. veranstalteten etwa 3000 Personen in Rom einen Umzug mit Fahnen, der sich nach dem Kapitol bewegte, wo eine Ansprache über die grünliche Geburt des Thronfolgers gehalten wurde. Aus allen Städten Italiens' gingen Nachi- richten ein über Freuden-KundgebungeN. Seitens der Vür-» gcrmeister der meisten Städte Italiens sowie anderer hervorragender Persönlichkeiten gingen dem König Glück- wunsch-Telegramlme zu. Die Bevölkerung von Racconigi veranstaltete einen Fackelzug am Schloß, und der König wurde von der Volksmenge lebhaft begrüßt. In Berlin sand eine große Gratulation auf der italienischem Botschift statt, deren Ehef Graf Lanza sich zurzeit auf Urteub befindet. Für den Reichskanzler Masen Bülow erschienen Graf Pourtales, ferner zahlreiche Mitglieder beA diplon atischen .Wrps und viele hohen WUrdenttäger in Staats- und Hosämtern nebst hohen Militärs. — Die „vaterlandslose" Arbeiterbevölkcrung RomS und einiger großer Industriestädte Nord-Italiens nimmt von der Geburt eines Kronprinzen nicht die geringste Notiz. Jn Mailand sah sich der Stadtrat veranlaßt, einen Auf- ntf an die Bevölkerung zu erlassen, in dem er sie zur Mäßigung und zur würdigen Halttmg aufforderte. Der Generalstreik ist in Mailand, Genua, Bologna, Turin usw. vollständig. Die 'Auftegung unter der dorttgen Bevölkerung wächst. Die Deputierten der äußersten Linken beschlossen, die sofortige Einberufung des Parlaments zu beanttagen. In Mailand haben Ausständige in einem Restaurant einen Arzt erstochen, in Genua wurden mehrere Beamte verletzt. — Die ganze Presse Frankreichs mit Ausnahme der klerikalen, widmete der Geburt des italienischen Kronprinzen Betrachtungen, in denen sich die wärmste Gesinnung für Italien ausdrückte. Unzählige auch der amtlichen Welt gänzlich fernstehende Personen schrieben sich in die aufgelegten Listen in der Pariser italienischen Botschaft ein. IN den Vereinigten Staaten von Nordamerika spitzt sich der Kampf zwischen der republikanischen und der demokratischen Partei aus Anlaß der bevorstehenden Präsidentenwahl immer mehr zu. Der Kandidat der ersteren, der gegenwärtige Präsident Roosevelt, der vorläufig noch immer bedeutende Chancen hat, wiedergewählt zu werden, hat sein Programm veröffentlicht, in dem er die Grundzüge seiner imperialistischen Polittk darlegt. Das Hauptaugenmerk des Staates will Roosevelt auf den Ausbau und die Pflege einer starken Flotte gerichtet wissen, ebenso verlangt er, daß die Monroe- doktrin neue Kräftigung erfahre, er versteht es aber zu gleicher Zeit auch,, sich um schwierige Fragen, wie z. B. die komplizierte Trustsrage, geschickt herumzudrücken. Auf dem ost asiatischen Kriegsschauplätze herrscht gegenwärtig verhältnismäßige Sttlle nach den blutigen Tagen von Liaujang. Erst in der vergangenen Woche sind die offiziellen Berichte sowohl von russischer wie japanischer Sette über die gewalttgen Kämpfe bei der bisher fast unbekannten Stadt, deren Name jetzt der Weltgeschichte angehört, eingetroffen, die wiederum klar erkennen lassen, mit welcher glänzenden und todesverachten- den Tapferkeit auf beiden Seiten gestritten worden ist. Nach der Schlacht bei Jentai, die den ^Abschluß des siebentägigen Ringens um Liaujang bildete, haben Kämpfe von nennenswerter Bedeutung nicht mehr stattgefunden. Nur die russische Abtettung Mischtschenko ist am 15. Sept, nördlich von Jentai angegriffen Worden und verlor 26 Mann. Dies war kein zufälliger Zusammenstoß, sondern der Vormarsch der Japaner hat wieder begonnen. Es wird gemeldet, daß die Japaner auf beiden Flanken von Osten, Südosten und Südwesten' vorrücken. Die ruffischen Vorposten haben enge Fühlung mit den Japanern, dte zwanzig Meilen südöstlich von Mukden stehen. ES finden fast beständig Scharmützen statt. zeichen deuten darauf hin, daß es zu einer neuen großen Schlacht in der Nähe Mukdens kommen werde. Die russischen Truppen halten alle umliegenden Dörfer besetzt. Tau- jende von Flüchtlinge strömen in die Stadt hinein. Der chinesische Gouverneur ersuchte im Aufttage der chinesls- schen Regierung die Heerführer beider 'Armeen aus Rücksicht auf die chinesischen Kaiser gröber bei Mukden, dort nicht zu kämpfen. Das Gesuch blieb aber unbeantwortet. Nach zuverlässigen Nachrichten aus Tokio hat Japan die Pläne für Organisation einer Nationalarmee ersten Aufgebots aufgestellt. Alle Männer vom 32. bis zum 40. Lebensjahre werden dadurch dienstpflichtig. Die meisten von ihnen haben bereits gedient. Das Aufgebot soll acht Divisionen von zusammen 120 000 Mann ergeben. Nolitische Tagesschau. Vom Zuchthaus zum Stubenarrest. Den Segen der Berufungsinstanz hat der aus der BAfe-Affäre bekannte Oberleutnant Witte in hohem Maße erfahren, dessen Prozeß, wie wir berichtet haben, vor dem Oberkriegsgericht in F r a n k f u r t a. M. verhandelt wurde. In der ersten Instanz Nxrr Witte vom Krtegsgerickt in Frankfurt a. M. wegen Meineides in einem Falle und wegen Mißhandlung von Untergebenen in 14 Fällen zu 1 Jahr 3 Tagen Zuchthaus, Entfernung aus dem Heere und 2 Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Auf seine Berufung fällte, wie wir am Samstag berichteten, das Oberkriegsgericht in Frankfurt a. M. folgendes Urteil: Der Berufung des Drgeklagten wird teilweise stattgegeden; er wird von der Anklage beS Meineids freigesprochen und nur wegm MißhaMung in 4 Fällen zu 14 Tagen Stubenarrest vernirteilt, der durw die Untersuchungshaft verbüßt ist. Durch dieses Urteil de§ Oberkriogsgerichts ist der Oberleutnant Witte rehabili ttert worden. Seine Existenz ist gerettet. Wünschenswerter wäre es gewesen, die Verhandlung hätte nicht, geheim, sondenr öffentlich stattgefunden, dann wäre dem vielgeschmähten eine noch vollkommenere Genugtuung zuteil geworden. Wie oder wäre es gewesen, wenn Witte wegen deS ihm zur Last gelegten Bekbreckuens des Meineids vor einem bürgerlichen Gerächt abgeurteilt worden wiire? Eine Berufung in Strafsachen gibt es im bürgerlichen Verfahren nit. ^Dte Zuchthmisstrafe, zu der der Angeklagte in erster Instanz verutteilt worden ist, hätte unweigerlich Rechtskraft erlangt, wenn nicht zufällig der Vetteidiger einen formalen Rcvisionsgrund ausfindig gemacht hätte, der brc Revi'sionsinstanz hätte veranlassen müssen, das Utteil aufzuhcben und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an ein anderes Gericht zu verweisen. An den gesetzlichen Bestimmnnyen über daS MilitärgerichtS- versahren mag dieses oder jenes auSza^setzen sein. Man kann sogar über die Frage streiten, ob Sondergerichtc für militärische Vergehen durchaus notwendig sind. Aber darin ist 'ba5 Militärgerichtsverfahren dem Strafverfahren der bürgerlichen Ge- rrcfyte voraus, daß daß militäris er denBergbau an derLahn für durchaus zukunftsreich halte. Die Versammlung schloß sich der kürzlich in Koblenz gefaßten Resolution an. Weiter erklärte man sich! mit der Eingabe au das preuß. Abgeordnetenhaus vom 2. Mai 1904 einverstanden, in der gefordert wird, das Lahnkanalprojekt in die wasserwirtschaftliche Vorlage aufzunehmen, für den Kanal von der Lahnmündung bis zur preußisch-hessischen Grenze; bei Gießen einen Betrag von höchstens fünfzehn Millionen Mark aufzumenden und die SchiffahrtSantagen nach einem von dem Minister der öffentlichen Arbeiten zu genehmigenden Plane für Schiffe von 1,6 bis 2 Meter Tief-! gang binnen fünf Jahren nach Verabschiedung des Gesetzes. auSzubauen. ** Von den Landgemeinderatswahlen. In einer großen Reihe von Landottcn deS Großherzogtums haben in den letzten Wochen die Ergänzungswahlen zu den Gemeindevertretungen stattgefunden. Dabei zeigte sich, daß die! Sozialdemokratie auf dem Lande Fortschritte macht. In teilweise rein ländlichen Otten ist eS der Sozialdemokratie gelungen, Kandidaten durchzubringen. So in Vilbel 4, in Klein-Steinheim bei Hanau 3, in Dreieichen-! Hain 3, in Harheim 2, in Egelsbach 3, in Pfungstadt 2, in.' Bürgel bei Offenbach 3, in Ebcrstadt im Odenwald 4, in Mühlheim a. M. 4. In Vilbel haben die ,Genoffen^ jetzt sogar die Mehrheit im Gemeinderat; sie sind nun sieben Mann stark darin; in Erzhausen erobetten die ,Genoffen" zwei Sitze und verfügen nun tm ganzen über fünf.. In Bürgel, Pfungstadt und Eberstadt i. O. ziehen die Genoffen zum erstenmal in den Gemeinderat ein. Besonders heftig war der Wahlkampf in Bürgel a. M. X Hansen, 18. Sept. Bei der vor einigen Tagen hier stattgehabtcn Gemeinderatswahl wurde Heinrich Engelhard mit 40 Stimmen wiedergewählt. Neugewähtt wurden Heinr. Schlundt mit 28 und Ludw. Hörr mit 26 Stimmen. w. Wi8mar, 18. Sept. Landivirt Joh. Bittend orf hier feierte heute mit feiner Frau goldene Hochzeit. Er- ist 72, sie 76 Jahre alt. S. Niaj. der Kaiser verlrch beiden aus vielem ^nlasi Ute silberne GtzesiidnaumS-MedaMe. Die Eheleute wurden vom hiesigen Pfarrer in ihrer Wohnung noch einmal getraut. Bad-Nanbeim, 18. Sept. Unterhaltungen. Früh- kontert der Knrkcrpelle täglich von 8 bis 9 Uhr morgens am Kill'* brunnen. Dienstag nachmittag und abends aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Experimental- Soiree von Leo Erichsen. Mittwoch nachmittag und abends aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale „Buntes Theater": „Münchener sahrendes Volk/ Donnerstag nachmittags und abends aus der Terrasse Konzert der.Kurkapelle. Abends von 8—10 Uhr int Saale Tanz. Freitag nachmittag und abends aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale musikalische Soiree von Solisten der Kurkapelle. Samstag nachmittag und abends aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Kleine Mitteilungen aus dessen und den Nachbarstaaten. Im öffentlichen Anzeiger zum Amtsblatt für den Stadt- und Landkreis Frankfurt fand sich jüngst eine Veröffentlichung des Ersten Staatsanwalts in Wiesbaden, in welcher es heißt: „Aufgcfundene Leiche. Am 23. August wurde in Camp am Rhein die Leiche eines jungen Mannes im Alter von 16 bis 20 Jahren gelandet. Dieselbe war bekleidet mit Badehose mit katholischem Abzeichen u. f. ro? (Was ist denn das für ein Zeichen?) — In der Großen Eschenheimergaffe in Frankfurt erschoß sich in der Wohnung seiner Mutter der 22 Jahre alte Kommis Greiling in dem Augenblick, als ihn ein Kriminalschutzmann verhaften wollte. Greiling war in Worms in Stellung gewesen und hatte dort Unterschlagungen begangen. Der Streik in Italien. Rom, 18. Sept. Der Ausstand der Kutscher und Straßenbahnangestellten dauert an. Die Geschäfte, welche gewöhnlich am Sonntag offen bleiben, sind auch heute nicht geschlossen. Die Stadt hat ihr gewöhnliches Aussehen. — Gestern kam es auch in Ancona, Forli und Terni zu Arbeitseinstellungen. In Terni griffen die Ausständigen die Polizisten an, entwaffneten einen derselben und verwundeten drei. Die Beamten, die sich bedrängt sahen, feuerten einige Revolverschüsse in die Luft ab, worauf sich die Ausständigen sofort zerstreuten. — In Turin zogen gestern über 500 Aus- stüiÄige durch verschiedene Straßen und versuchten die noch arbeitenden Angestellten anderer Werkstätten zur Niederlegung der Arbeit zu bewegen. Die Ausständigen wurden mehrere Male aus- einaudergetrieb.'n, sammelten sich jedoch aufs neue in der Nähe einer Eisenwarenfabrik und beantworteten die Aufforderung, aus-- einanderzugehen, damit, daß sie Steine gegen die Polizeibeamten schleuderten, die eirnge Schüsse ab gaben. Auf beiden Seiten wurden einige Personen verwundet. In Ancona versuchten bctnmfcne Ausständige in zwei Bäckereien die Arbeiter zum Mederlegen der Arbeit zu bewegen, wurden aber von Poliz-eibeamten daran gehindert, welche die Ausständigen aus- einonderlrveben. Heute sind alle Geschäfte geöffnet. Genna, 18. Sevt. Die Ausständigen versuchten gestern den Eisenbahnverkehr, insbesondere zwischen Sampierdarena, Rivaroko und Sestri Ponente durch Jnbrandstecken zweier Wogen und Aufreißen der Schienen^an einer Stelle zu hindern. Nach 12^llhr gestern nacht griffen Gruppen Ausständiger vor der Präfektur und_bem Polrzcibureau die bewaffnete Macht mit Re- sp l v erschössen an. Die Angegriffenen antworteten mit Schüssen in die Luft und zerstreuten die Angreifer. Kurz darauf griff ein anderer Haufen Ausständiger auf der Piazza Umberto mit Revolvern die Poltzet an, welche wiederum in die Luft schoß. Die Arbeits'kammer läßt Plakate anschlagen, in welchen i&bx Arbeiter auffordert, mit den Urhebern von Gewalttaten nicht gemeinsame Sache zu machen. Elf leicht verletzte Personen sanden Aufnahme im Krankenhause. Mailand, 18. Sept. Der Ausstand ist beendet. Morgen werden alle Ausständigen die Arbeit wieder aufnehmen. Turin, 18. Sept. Heute vormittag veranstalteten zahlreiche AuSständige einen Umzug durch die Hauptstraßen der Stadt. Nach Beeudiguug desselben ging der Zug ohne Zwischenfall auseinander. Nizza, 18. Sept. Die italienische Zensur laßt feint Privattelegramme über den Generalstreik durch Die itallenischen Zeit- ungskorrespondenten geben infolgedessen ihre Telegramme an der französischen Grenze auf. In diesen Telegrammen wird berichtet, daß, in allen StDten große Auftegung lzerrscht. Keine Zeitung ist "erschienen. Die Bevölkerung ist ohne Nachrichten imb belagert die Bahnhöfe, wo mrr wenige Züge eintreffen und abgehen. Die Telegraphenlinien sind vieffach abgeschnitten. Bei Lxrnpierbarena rst eine große Strecke der Eisenbahnlinie in di^e Luft gesprengt worden. Einzelne Bahnzüge nach der französischen^ Grenze werden durch Truppen geführt. In vielen Gemeinden find die Gemeindebehörden den Ausständigen günstig. >5U Mailand, Neapel und Genua gab es bei Zusammenstößen zahlreiche Verwundete. .Viele Städte sind ohne Beleuchtung. Die LÄen sind geschlossen. T4e Lage beginnt äußerst ernst zu werden. Generalversammlung des Evangelischen Frauenbundes. Hameln, 18. Sept. . Vorträgen „A usbildung der .Jugend für !e" lvurde folgende Resolution angenommen: ^ver Bundesvorsmrrd möge in Erwägung ziehen, wie weit der DeuHch-Evangelpcye Frauenbund der Ausführrmg des in den Referaten strzzverten Planes einer sozialen Frauenschule naher- könne. Er möge Ausbildungskurse für kommunale Armen- L^en^slege, einschließlich der Aufficht über Ziehkinder, ins m ru d e r si n - Hannover sprach über das Thema: suchen wrreine Frauenbewegung?" Die gebildete /^rau müsse nach dem Eintritt rn bestimmte Erwerbs- und Beruss- JcWten Berufen müsse ihr der Armen-, Waiffenräte, Pftegerinnen, SSsroPolizeiassistentinnen usw. sei Auch zur Vertretung in Schul- usw. müsse die ÄSSÄ™' ,ri “f dem Gebiete «_2>eVrt*ital Vortrag hielt Prof. T-r. Zimmer-Zehlendorf UE Frauenberuf: „P a ft 0 x g7hil finnc n"> te M ebenfalls Frauenberuf; es handle sich Pfarrdienst, fanden um die Mitiärkung als Vafkralsefnlftnnen lVolkserzreherennen und Stabtmissionarinnenf rn Grohftftdten. Für rate omtlvf< und bezahlte Stelluna k°in° Aussicht vorhanden, deshalb tomtcri zunächst nur materiell unabyangige Frauen berücksichtigt Am zweiten Denhandlungstage wurde ber 9rnfrnn rwmmen: „Der Dm-tsch-Evangelische s^auenbunb MoNe^c solide Eingabe cm W Mnmterrum des Innern von Vreusten fp-np-ni ?uch Sachsen, Sachsen-Weimar, Hessen, Mecklenbu^ O^n- burg u. a.. rechten: Dem preußischen Ministerium "beehrt sieb der Deutstst-Evangelische Frauenbund die folgend^ d^lgmd^ und ergeben- Bitte vorzutragen: Das Ministerium wolle die ihnen unterstellten Behörden anweisen, bei Erteilung bezw. Gntaiehiinn von Konzession an Wirtschaften mit Kellnerinnen- betrieb die § 33, Ms. 2, Ziffer 1 und 8 53, Abs. 2 der Gewerbeordnung dahin auszulegen, daß „das Vorliegen von Tat- ''^cken, welche die Amt ahme rechtfertigen, daß das Gewerbe zur Förderung der Vollerei oder der Unsittlichkeit mißbraucht werde", als 'j <'den angenommen wird, wenn die Kellnerinnen ni cht mit festem, auskömmlichem Gehalt angestellt, son- d-rn m ihren Bareinkünfteu auf Trinkgelder und Prozente ihrer Ernuahmen für Speisen und Getränke angewiesen sind." Weiter erfhrttett 'öti. Gramer-Bielefeld, Vorsitzende der Waisenpslegerinnen der dortigen Ortsgruppe, ein Referat über das Thema: ..Die Mitnnrkung der Fran in der Waisen- pfleg c". Als Korreferentin führt Frl. D i t t m a r - Hannover, die dasselbe Amt, wie die Referentin, in der hannoverschen Ortö- gnippe l>ekleidet, die praktische Tättgkeit der Waisenpflegerin der Versammlung vor Augen. .Der Antrag des Vorstandes der Ortsgruppe Hannover: „Die Mitgliederversammlung wolle den Bundesvorstand ersuchen, bei den beiden Häusern deS Landtages der preußischen Monarchie dahin vorstellig.zu Vierden, daß der ß 1 Ws. 1 des Gesetzes über Fü r s org e e r zi e hu n g M i nd ernähr i g e r vom 2. Juli 1900 eine klare Formulierung im Siuue vorbeugender Fürsorge erhalte, damit eine ausgiebigere Anwendung des^ § 1, welcher durch die einengende Auslegung fettend des Kantmergerickstes vom 24. November 1902 in Frage gestellt vvrd, gelvährleistet sei", wurde angenominen. Kunst unv Wiffenschaft. Berlin, 17. Sept. Hetzertu ans' Drama „Kettenglieder" wurde bei seiner Erstmisführung im Deutschen Theater mit Anteiliral)me aufgenomuten. Heyermans hat das Learthema mit stttrker Eigenart neu behandelt. Er gibt eine Fülle seiner Einzelzüge tind die Gestalten sind lebensvoll gezeichnet. Die Ausfühning war wohlgelungcn. —■ V on einem neuen Denkmalsplane in Berlin tviffen dorti-ge Blätter zu bericksten. Beim königlichen Schloß soll dem französischen Admiral Coligntz, einem Ahnherrn des Kaisers, ein Denkmal gesetzt werden, itnb es soll bereits das Holztnodell des Sockels und des Postantents aiifgestellt tvorden sein. Bon anderer Seite wird mitgeteilt, daß das Postament für eine Büste der Kurfürst in Dorothea bestimmt sei. Es^ist vor kurzem öfters in den Blättern davon die Rede gewesen, daß der Feldherr der Hugetrotten zu den Älmberren btö Kaisers gehört. Seine Tochter Luise war die Gattin des Prinzen Wll- holm von^Oranien und die Mutter des Prinzen Friedrich Heinrich, des Statthalters der Niederlande, dessen Tochter Puise Henriette die erste Gemahlitr des Großen Kurfürsten und Mutter König Friedrichs I. war. Dortmund, 17. Sept. D«as neue Stadttheater, dessen äußere monumentale Formen und aparte künstlerische Einrichtung im Innern sich aufs wirksamste ergänzen, wurde heute narl>mittag in Anwesenheit eines geladenen Publikums, das sich aus den Vertretern der Bel-örden Dortmunds, Essens und der Provinz, aus zahlreichen Theaterdirektoren, Kritikern, ein- beimih’dyen und auswärtigen Kunstfreunden znsammensetzt-', festlich eröffnet Nach der unter Wolsr.rms Leitung ar.sgefülirten Jubel-Ouvertüre sprach Oberbürgermeister SchmieÄng den Förderern des Baues und dem Erbauer Prof. Dülfer den Dank im Namen der Stadt aus und übergab das Haus an den Theaterdirektor Gelting. T ro m so e, 18. Sept. Die Entsatz expedition für die amerikanische Nordpolarexvedition, an Bord der ^Amerika*, ist auf dem Entsatzschiff »Frithjof^ hier rtnßefommen. Der „Frithjof" bat 79 Grad 10 Sektmden nördlicher Breite erreicht, aber wegen großer Eismasien unverrichteter Sache umfebren müßen. Dor Leiter der Entsatzexpedition, Ehamp, erklärt, er wolle einen neuen Entsatzversuch machen. vermischte». * Geestemünde, 17. Sept. Unter dem Verdacht der Spionage wurden heute zwei angeblich französische Studenten verhaftet, weil sie das Wesetfort Brinkamahof bei Geestemünde photographierten. • Nottweil, 17. Sept Bei dem Einsturz eines umgebauten Wohnhauses wurden vier Handwerker verschüttet, wovon nur einer nach gefährlicher Nettungs- arbeit zutage gefördert werden konnte. Budapest, 17. Sept. In Nyirbator gerieten scheu gewordene Pferde in eine Wallfahrerprozession, wobei eine Frau und zwei Kinder getötet und 49 Personen mehr oder minder schwer verletzt wurden. • Newyork, 17. Sept. Drei maskierte Nau der hielten bei Letti im Staate Iowa einen Zug an, fesselten daß Zugpersonal und erbrachen mit Dynamit die Geldschränke, sie raubten eine große Summe und fuhren dann mit der Lokomotive in voller Geschwindigkeit von dannen. * Brände. In dem zirka 800 Einwohner zählenden Städtchen Binsdorf im württembergischen Oberamt Sulz am Neckar brach am Samstag nachmittag Feuer aus, das infolge Wassermal^gels und starken Windes mit so rasender Schnelligkeit um sich griff, daß nach wenigen Stunden 93 Häuser eingeäschert waren. Die Feuerwehr stand dem rasenden Element machtlos gegenüber. Das Vieh konnte gerettet werden, dagegen viel Mobiliar- und Ernte- und Futter-Vorräte in großen Mengen sind dem Feuer zum Opfer gefallen. Nur wenige Häuser des Städtchens sind gerettet. Die Bewohner der abgebrannten Häuser wurden während der Nacht teils in den vom Feuer verschonten Häusern, teils in benachbarten Gemeinden untergebracht. Der König von Württemberg hat für die Binsdorser Abgebrannten zur Linderung der ersten Not 500 Mk. übersandt. — In Tunis zerstörte eine große Feuersbrunst das alte Zollgebäude. Der Schaden wird auf 600 000 Frc§. geschätzt. — In Wesselburen benutzte eine Arbeiterfrau beim Feueranzünden Petroleum, wobei sie und ihr ^dreijähriges Töchterchen verbrannten. Herichtssaal. Kassel, 18. Sept. Eine Botzkottierung war den hiesigen Geschäftsleuten angedroht, welche es unterließen, ihre Geschäftsanzeigen auch im sozialdemokratischen Volksblatt für Hessen und Waldeck zu inserieren. Anläßlich einer AbonnementSanfforderung, welche im Oktober v. I. in der genannten Zeitung erschien, wurden die Monnentcn aufgefordert, nur bei solchen Geschäftsleuten zu kaufen, welche das Volksblatt zum Inserieren benutzterr. Im Anschluß hieran wurde später auch eine Liste solcher Kaufleute veröffentlicht, welche keine Inserate aufgeg-efrrn, hatten. Durch diese Maßregel veranlaßt, haben einige Geschäftsleute dann. auch Inserate im Volksblatt aufgegeben. Das Landgericht hat in dieser Handlungsweise aber die Merkmale der Erpressung gefunden und den Redakteur jener Zeitung, Gustav Garbe, deshalb zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Revision eingelegt, welche unrichtige Einwendung des Gesetzes rügte und geltend machte, daß jene Anzeigen nur an die Parteigenossen gerichtet waren, welchen jedenfalls ein Gefallen erzeigt wurde, wenn ihnen die Geschäfte, welckie nicht inserierten, anzeigt sind. Das Reichsgericht hat aber die Revision als unbegründet verworfen. Landwirtschaft. $ Schotten, 18. Sept. Bor einigen Wock>en wurde hier ein Kreisziegenzuchtverein, an dessen Spitze Gasthofs- besitz-w Theodor Eellarius steht, gegründet. Nächsten Donnerstag, den 22. d. M., findet der erste Markt, verbunden mit Körung und Prämiierung, statt. Ter Preisbenvrb erftredt sich nur auf Saanerzicgen. An Preisen sürd insgesamt 121 Mk. vorgesehen. Aach dem Markte referiert LandwirtschaftÄchrer Schwarz-ÄlK- feld über Zweck und Ziele des Vereins. Obsiemte. ^erbftbtrncn, d. tz. solche, die tm September und Oktober genießbar werden, nimmt man mindestens 8 Tage vor der Reife vom Baum. Sie werden dann auf dem Lager bedeutend saftiger und im Geschninck edler. Alles Winterobst dagegen, namentlich die fpäten Avfelftrteu, follte man fo lange wie möglich am Bannt hängen lasien. Man follte sie nicht vor Anfang Oktober ernten, weil sie durch die Einwirkung der Herbstsonne an Wohlgeschmack und Haltbarkeit gewinnen. Nur die Goldparmäne macbt hiervon eine Ausnahme. Diese Sorte soll man abnehmen bevor sie sich färbt. Die Körbe, welche inan zum Pflückeir und Transport benützt, sollteil mit Tüchern ausgelegt oder innen gepolstert sein, um Drnckflecken zu vermeiden. Llnf unfern Wochenmärkten sieht man leider noch viel schlecht behandeltes Obst. Aniversitäts-Machrichten. — Der neue Prorektor der Universität G ö t t i n g e n , Professor Ehrenberg, hat bald nach Antritt seines Amtes Stellung zu den Ateiisureu genommen. In zwei Anschlägen am ,schwarzen Brett" wird vom Senat, dessen Vorsitzender der Prorektor ist, die „Unsitte der studentischen M e n für e n" gerügt. Die Universitätsbehörde werde mit allen ihr zu Gebote stehenden! Mittclii gegen das Mensurenwcscn einschreiten. Dandcl und Wrkehr. Valksmirtschast. S üba f r i la s Geschäftslage. Aus zuverlässiger Quelle wird gemeldet, daß die Wittrsck)«ftAlage in Südafrika im allgemeinen ungünstig ist und auch von Tag zu Tag sich verschlechtert. Ties wird der „N. Hamb. Böpsenh." aus dorttgen Exportkreisen berichtet. Di-e Zahl der beschästignngslosen Weißen in den süd- afrikani'sckxn Kolonien nimmt in erschreckendem Maße zu. Beweis für den Rückgang find die Einnahmen der Zollbehörden und. der Eis^lbahnen. Letztere brachten rn der Kapko-louie während der vierten Woche des Juli 89 000 Pfund Sterl. gegenüber 130 000 Pfund Sterling in der entsprechenden Woche des Vorjahres. In den letzten Monaten jedoch- itmrn die Schläge int der Kapkolonie, Natal usw. ganz empffndlichie. Tie Importe auf dem Seewege betrugen mir 5ft? Mill. Pfd. Sterl. gegenüber fast 8 Mill. Pfd. Sterl. in drm ersten .Halbjahr 1903 oder «über 30 Prozent traniger. Der Transit vj er kehr nahm um 28 Proz. gb. Nur die Exporte über See blieben sick) gleich, während die Exporte von NatLÖwodukten nach Transvaal, in der .Hauptisache Kohlen und Ackerbauerzeugnisse um etwa 80 Proz. steigen, besonders infolge des neuerlich starken Verbrauchs von Natal-Kohlen in den Nand- minen. Hibernia-Aktien. Die Tatsache, daß die Tresdenep Pank sür ibre fürs erste in Aussicht genommenen Transaktivnew über die absolute Majorität — soweit das Aktienkapital bettägt, verfligt, — hat zur Folge, daß die Aktien der Hibernia am Samstag um 3 Proz. zurückgingen. Die Aktien werden noch sür lange Zeit da5 regste Interesse der Spekulaticm beanspruck^en. gpiftylan der vereinigten Fronlrfurtrr Stadtthrater. LpemhauS. Dienstag den 20. September *): „Das Veilchenmädel." Mittwoch den 21. September : „Tie Stumme von Portici." Donnerstag den 22. September: „(Sannen." Freitag den 23. September: „Fatinitza." Samstag den 24. September: „Josef und seine Brüder." Sonntag den 25. September: „Das Deilchemnä'dell" Montag den 26." September: „Leichte Cavatterie." Hieraus: „Phantasien im Bremer Ratskeller." Schauspielhaus. Dienstag den 20. September: „Der einsame Weg/ Mittwoch den 21. September: „Im weißen Rößl/ Domrerstag den 22. September, abends halb 8 Uhr: „Rose Bernd." Freitag! den 23. September: „Die berühmte Frau." Samstag den 24. September: Neu einstudiert: „Romeo und Julie." Sonntag den 25. September, nachmittags halb 4 Uhr: „Miß Hobbs/ Abends 7 Uhr: Romeo und Julie." Montag den 26. September: „Der einsame Weg/ * ) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Avsmg sos brn Stahteemlsrtnifitra dkr Siebt Eichen. Aufgebote. September. 8. Dr raed. Karl Richard Wilhelm Ofterroht, Oberarzt dahier, mit Emilie Ottilie Anna Enslm in Deutsche Wilmersdors. 9. Friedrich Kreiling, Sergeant dahier, mit Mar-^ qarethe Kreiling in Nieder-Weisel. 12. Philipp Naumann, Schlößer in Klein-Linden, mit Marie Größer in Großen-Linden. 14. Dr. Philipp Palzer, prak. 2lrzt in Hilders, mit Walburga Johanna Nacks dahier. 15. Jakob Frosch, Friseur ui Büdingen, mit Anna Ferber dahier. 15. Ludwig Pfeiffer, Taglöhner dahier, mit Mar- gareltze Dort Hierselbst. 11. An ton Kunz, Handschuhmacher dahier, mit Marte Theresia Rettschlag Hierselbst. Eheschließuugeu. September. 10. Friedrich Wilhelm Pannecke, Kansmatut dahier, mit Antonie Wilhelmine Scbraner Hierselbst. 10. Wilhelm Deibel, Pferdeknecht dahier, mit Anna Katharine Scholl Hierselbst. 14. Karl Wallenfels, Wirt dahier, mit Lina Obitz Hierselbst. Gcborcue. September. 6. Dem Weißbindermeister Karl Nikolaus ILL eine Tochter, Ottilie Johanna Sophie Marie. 8. Dem Schuhmacher Heiurich Wagner X. ein Sohn, Heinrich Konrad. 9. Armenamtssekretär Wilhelm Loh ein Sohn, Karl Heinrich Wilhelm. 9. Dem Fuhrmann Friedrich Iefchke £tn Sohn, Auguft. 11. Dem Ingenier Otto Martin Schütte ein Sohn, Walter Friedrich Hermann. 11. Dem Schlossermeister Wilhelm Ziegenham eme Tochter, Luise. 13. Dem Batitechuiker Heinrich Roß ein Sohn. 13. Dem Taglöhner Johann Llrnold ein Sohn, Heinrich. 14. Dem Ober-^ leutnaut und Regimentsadjutanten Litdwig Menges eine Tochter^ Lina Charlotte Vera. 14. Dem Gefangenausseher Heinrich Seipps eine Tochter. 15. Dem Fahreartenausgeber Ludwig Weisbrod eine Tochter. Gestorbene. September. 10. Justine Dreher, 72 Jahre alt, Zigarrenarbeiterin dahier. 12. Emma Pfeffer, geb. Hartilng, 70 Jahre alt, Witwe des Lokomotivführers Alidreas Pfeffer dahier. 14. Kaspar .Keßler, 79 Jahre alt, Privatmann dahier. 14. Wilhelm Hahn, 33 Jahre alt, Kaufmann dahier. 14. Georg Engelhard Reitz, 3 Monate alt, Sohn des Lackierers Georg Reitz dahier. 15. Camille Edmund Housix de la Brousse, 1 Monat alt, Sohn des Sprachlehrers Henry Marie Joseph Houeix de la Brousse dahier. Kimilicn-Nachrichten. Gestorben. Herr Konrad Brückel I. in Pohl-Göns. —Frau Direktor Dörfler, geb. Dickertmann in Bad-Nauheim. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Die Mitglieder der Vereinigung der konsirmierten weiblichen Jugeiid der Aiatthällsgemeiiide werdeii hiermit cingeladen, sich an dem Mittwoch den 21. September stattsipdeiiden Konfirmanden- fpaziergang auf den Stoppelsberg zu beledigen, und sich dazu um x/j3 Uhr am Bahnhof cinfinden zu wollen. D. Schlosser. Die Darmkrankheiten der Sängliugc im Sommer betreffen meistens Kinder, deren Magen-Darmkanal entweder durch im- gerlügende oder zu reichliche Milchnahrung geschwächt ist. Mit Kufcke's Kindermehl und Milch ernährte Kinder werden viel rveniger von Da-rmkrankheitett befallen als solche, die mir .ikihmllch oder andere Nährmittel bekommen, ineil das Kufeke Kmdermetzl seiner leichten Verdaulichkeit wegen den Mageu°Darmka»ial schortt und die Gährungen verhindert. Auch bietet es den Dariubaktcrieu einen schlechten Nährboden bar. ss%