Erstes Blatt ssvertag L8.NovemVerLN04 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger & Amts- und Anzeigeblait für den Kreis Gießen n- zeraenleU fron« Beck. 154. Jahrgang .Gerichktzsaal^ August Goetz, tür den A iltr. »7Ä etie«iut teeti» außer SonntagL. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Keifischen Landwirt die Gleßcntt ZamUten» llälttr viermal in der Woche betgelegt Notaitzon«druck u. Verlag bei Brühl ichen 1lnweri.-Buch-n. Stein- bowlecet, 9t Lang«» Nedaktton. ®rr*bllh»t und Trttanth OcholsteaKe t übrefie Mr Deveschenr «uzeiger Gtetze«. KernWrrckanschlußN, 51. Ve-og-preiSr monatlich 76 viertel- jährlich Mk 2.20, durch vlbbole- u- ßivetgfteUen monatlich 6o Bf.' durch die Post -Ftt.2.- wtevtel« kährl autzschl Bestell^. Annahme von Anzeigen Mr die lagesnummer brS Domirtiagfl 10 Uhr. ßetlenprri» lokal!2Pf^ au6märi4 20 Pfg. Beraniwörtlich den voltt und allstem. Teil P TUtitfo, für «Stadt und Land" und Ale Keniige Kummer umfaßt 10 Selten. Bekanntmachung. Unter dem Schweinebestand des Gg. Hch. Grieb VIT. zu Holzheim ist ein Fall von Rotlaufseuche festgestellt worden. Gehöftsperre ist verhängt. Gießen, den 17. November 1904. Großher-v" ' r r ;^»nt Gießen. I. V!: Hechler. --LÜL—_______> ii . _ .LJ— ■■■■«MWWJ ■»~g? Der Krieg. Port Arthur Petersburg, 17. Nov. Der Korrespondent der „Bir- schewjia Wicdomostt" in Mukd-en meldet seinem Blatte unterm 16. Nov.: Ein aus Tientsin hier angekommener Fremder erzählt, die Blokade von Port Arthur sei in letzter Seit viel weniger wir ksam als vorher. Die Schiffe liefen ohne Schwierigkeit von Port Arthur aus und kämen dort an. Das erkläre sich daraus, daß Adtniral Togo einen Teil seiner Flotte nach Japan geschickt hat, wo die Schiffe Reparaturen vornehmen sollten, um dem baltischen Geschwader eutgeaeugehen zu können. Eine Torvedobootsflottille habe Befehl erhalten, nach Einnahme möglichst vieler Kohlen nach einem unbekannten Bestimmungsort abzngehen. Man nehme an. daß ein Teil derselben dem baltischen Geschwader entaeaenfahre. — Der Korrespondent des gleichen Blattes in Tschifu meldet unterm 16. November, daß der Kommandant des dort vor Anker siegenden amerikanischen Kreuzers dem ..Rastoropnv" seinen Schuh angeboten habe. Der Kommandant des „Rastorovny" habe das Anerbieten aber in höflicher Form ab gelehnt. Petersburg, 17. Nov. Stössel meldet unterm 28. Oktober: Seit dem 25. Oktober beschießen d i e Japaner heftig unsere Forts und Befestigungen an der Nordostfront. Am 26. Oktober machten sie einen Angriff gegen die Befestiaung und gegen eines der Forts an der Nordostfront. Doch wurden durch unser Schrapnellfeuer ihre Reserven zersprengt und so der Angriff abgeschlagen. Auf unserer Seite sind ein Offizier und gegen 7 0 Mann gefallen; acht Offiztier'e und etwa« 400 Mann wurden verwundet. Stössel meldet unterm 30. Oktober: Das Bombardement dauerte nach Absendung des Telegramms vom 28. Oktober mit großer heftiakeit fort. Petersburg, 17. Nov. In dem Glückwunschtelegramm anläßlich des Jahrestages der Thronbesteigung am 3. Nov. an den Kaiser erwähnt Stössel, daß die in den Testen neun Tagen von den Japanern unternommenen Sturmangriffe alle zurückgeschlagen worden seien. Stössel drückt ferner seine Freude aus, daß es den Japanern nicht gelungen ist. die Festung am Jahrestag der Thronbesteigung, der gleichzeitig der Geburtstag des Kaisers von Japan ist, ihrem Schwure gemäß zm nehmen. Tokio, 17. Nov. Die Nachricht von der Vernichtung bes russischen Torpedobootszerstörers in Tschifu wird hier mtt Befriediguna ausgenommen, weil dadurch den Reisen wieder ein Mittel zur Verteidigung von Port Arthur g e r a u b t ist. Hier verlautet, daß das aanze russische Geschwader während des Schnellt,rmes einen Ausbruch aus dem Hafen versuchte, ab^r zur Rückkehr gezwungen wurde. London, 17. Nov. Ein" Shanghaier Drabtuna de^ .Dailv Telegraph" besagt: Die russischen Behörden wollen Kenntnis von einem Komplott ^ur Ermordung Stöss els erlanat haben Acht iapanische Abenteurer sollen sich als Ehi- n-'stu verkleidet nach Port Arthur in einer Dschunke begeben haben. Stöss"l aber, der von ihrem Vorhaben verständigt worden war, traf Maßregeln für d'" w**-hw Verschwörer. Vom Kriegsschauplatz. London, 17. Nov. Der Korrespondent des Reuter- scheu Bureaus bei der russischen Westarmee meldet über Mukden von heute: Seit vier Tagen wurde kein Kanonenschuß und kein Flintenschuß abgegeben. Die Japaner konzentrieren sich vor dem linken Flügel unserer rechten Armee und vor unserem Zentrum, die Russen verstärken ihre Stellungen bedeutend. Mukden, 17. Nov. (Nuss. Telsgr.-Ag.) Es verlautet: 30 000 Javaner landeten in Niutschwang und 30 000 in Pitsewo. Man erwartet, daß die Japaner die rechte russische Flanke zu umzingeln suchen, um die russische Armee von Tieling a b z u s chu e i d e n. Das Gerücht vom Tode General Kurokis tritt fortgesetzt von neuem aus. Petersburg, 17. Nov. Kuropatkin meldet unter dem 16. d. M.: 2bm 15. November machten abends die Javaner einen Angriff gegen unsere Stellung beim Dorfe Linchinpu, wurden aber zur ückgesch lagen. Um 11 Uhr abends eröffnete der Feind wieder ein Gewehrfeuer, das gegen N/s Stunden dauerte. Auf unserer Seite wurden vier Mann verwundet. Am 15. November legten sich unsere Freiwilligen vor. Sonnenaufgang in einen Hinterhalt. Von 32 Javanern wurde ein Teil getötet und ein Teil gefangen genommen. Tie Russen mamt-n drei Gefangene. Japanisches. Tokio, 17. Nov. (Durch Kabel.) Die allgemeine Stimmung (st w"gen her erneuten Zollverpfändung sehr gedrückt. Tie japanischen .Peilungen beginnen von neuem eine Deutschen- h c r, e Die , Asahi" und „Mail" behaupten, ein geheimer d e -.i t f rf) * r u f f i f * e r Vertrag bestehe trotz Dementi. Demonstrationen in Rußland. Galizische Polenblätter melden aus Warschau: Am Sonntag fonii hier ein" polttis 'sozialistische T-einonstration gegen den Kri'g statt. Ti" Polizei wurde mit R e v o l v e r s ch ü s s e n empfangen, wobei mehrere Polizisten getötet wurden. Nach eingetroffener Verstärkung machte die Polizei von den Feuerwaffen Gebrauch. Von beiden Seiten wurde ohne Unterlaß geschossen. . Es entwickelte sich ein regelrechter Straßenkamvs. Kavallerie nötigte schließlich die Demonstranten zum Rückzug. Insgesamt wurden 14 Personen getötet, gegen tausend verhaftet Auf der Straße floß das Blut förmlich in Strömen, Die Dogsterbankaffare. Dem Renterfchen Bureau wird ans Petersburg gemeldet: Erkundigungen sowohl auf der britischen Botschaft als in dem russischen Auswärtigen Amte zeigen, daß der Wortlaut des englisch-russischen Abkommens noch Gegenstand von iln freundschaftlichem Geiste aeföhrten Unterhandlungen ist und daß kein GMN d $it der Befürchtung besteht, daß man nicht zu einer wechselseitig befriedigenden Abmachung gelangen werde. Ter englische Entwurf sei im Prinzip angenommen Gleichzeitig legt man hier den vvrgeschlagenen ?ll>änder- ungen. des Textes eine beträchtliche Bedeutung bei. Man gibt hier nicht zu, daß die Aenßerung eines Tadels gegen die beteiligten russischen Offiziere in Uebeneinstimmung mit dem Geiste der Untersuchung durch die Kommission sei, wie man ihn hier auffaßt In diesem Zusammenhänge mag hervoraehohen werden, daß die von Lord Lansdowne in seiner Guidhallrede gebrauchten Worte hinsichtlich des ..Grades vom Tadel", der die als verantworUich Befundenen treffe, hier in einigen Kreisen als.,Grad der Bestrafung" übertragen wurden Hieraus eraab sich ein Mißverständnis und eine große Verstimmung. Hüll, 17. Nov. Im Verlaufe der vom Handelsamt veranstalteten Untersuchung über die Vorgänge an der Doggerbank sagte heute der Bootsmann des Fischerbo"tes Gull gleich anderen bisher vernommenen Zeugen aus. daß sich keineiapanischen Fahrzeuge zwischen den Fischerbooten befanden. Der Zeuge hat ein Schiff gesehen, dessen Lichter sämtlich ansqelösckrt waren. Er hielt es zuerst für ein Torpedoboot. Später hätte sich gezeigt, daß es daß M i ss io n s sch i ff „Al v ha".war. Ein Torpedoboot sei es apnijü nicht oewespn. Akr Aufstand in Deuisck-Südwestasrika. General von Trotha meldet aus Windhuk vom 16. Nov.: Estorfs stieß am Eiseb abwärts mit 150 Gewehren, einem Geschütz und zwei Maschinengewehren vor und gelangte am 11. Nov. bis 45 Kilometer nordöstlich von Epata, wo er gänzlichen Wassermangels wegen umkehren mußte. Mehrere hundert Hereros flohen her seiner Annäherung nach allen Seiten auseinander. Auf der Verfolgung fiel diesseits ein Gefreiter Helm von der 7. Komp. Der Feind verlor 19 Tote und 10 Gewehre. Wilh elmi stieß am 12. und 13. Oktober mit drei Kolonnen aus der Linie Otfodondju-Okunjahi durch das Saudfeld bis zum großen Omuramba vor, wo er gleichfalls kein Wasser antraf. Er traf nur Weiber, Kinder, Greise und einige weggeworfene Gewehre. — Die Patrouille Wagner und Boehmer überfiel am 12. Oktober nördlich von Owinaua-Naua nach Westen ziehende Hereros, von denen 12 fielen. Klinger griff am selben Tage eine Hereroschar östlich von Ewave an; diesseits Unteroffizier Graebel verwundet. Aw 11. Oktober hatte der Posten bei Eware ein kleines Gefecht, bei dem sechs Hereros fielen. Am 13. Oktober wurde eine Hereroschar bei Okokadana beschossen, am 15. Oktober eine solche bei Okombahere durch Klinger, wobei sieben Herero sielen. Der Feind ist anscheinend bestrebt, mit kleinen Trupps durch unsere Linien durchzuschleichen. Ich suche weiterhin, durch Streifkolonnen und Patrouillen ibn auft-ureiben. Aus Stadt und Land. Gießen, 18. sJloocmbcr 1904. *' Personalien. In den Ruhestand verseht wurde der Weichensteller in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschaft Konrad Walter zu Großen-Buseck. •* Zu den jüngstenFeierlichkeitenderLandeZ- universität haben wir nach eingezogenen Informationen zu unserem Bericht vom Samstag npch einige Mitteilungen über das der Kenntnis der Oeffentlichkeit entzogene Festessen sowie Einzelheiten über die Anwesenheit von Ehrengästen hinzuzufügen. Unsere Regierung in Darmstadt war bei dem Feste überaus zahlreich vertreten. Bei dein Festakt in der Aula und bei der Einweihung des Bibliotheksneubaues waren die drei Minister, Staatsminister Exz. Dr. Rothe, Iustizminister Exz. Dr. Dittmar und Finanzminister Exz. Dr. Gnauth, ferner Ministerialrat Weber anwesend; der Feier in der Bibliothek wohnten außerdem bei neben dem dritten Präsident der zweiten Kammer, Reinhardt, folgende Herren von der Bauabteilung im Finanzministerium: der Vorsitzende, Ministerialrat Frhr. v. B i e g e l e b e n, Geh. Oberbaurat Hofmann, der bei dem Einweihungsakt neu ernannte Geh. Oberbaurat Klingel Höfer und der Großherzogliche Bauinspektor Knapp. Die drei Minister verließen mit S. K. Hoh. dem Großherzog um 2 Uhr unsere Stadt, während die übrigen vorgenannten Herren am Festessen im Hotel Großherzog teilnahmen. Bei diesem Festmahl fielen, wie mir hören, viel schöne und zum Teil recht launige Worte. Von den Behörden der Stadt nahmen teil Oberbürgermeister M e e u m, die Beigeordneten C u r s ch Mann und Kommerzienrat H e y l i g e n st a e d t, ferner der Präsident der Großhcrzog- lichen Handelskammer, Kommerzienrat Koch. Provinzialdirektor Dr. Breidert hatte sich in letzter Stunde wegen Unwohlseins entschuldigt. Zahlreiche Toaste wurden ausgebracht. Der Rektor, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. VossiuS, toastete auf S. K. H. den Großherzog, der Exrektor auf die Gäste, speziell die Herren vom Großh. Ministerium; Ministerialrat Weber widmete seinen Trinkspruch der Landesuniversität, Ministerialrat Frhr. v. Biegeleben sprach namens der Gäste von den staatlichen Behörden, Oberbürgermeister Mecum namens der anwesenden Vertreter der städtischen Behörden. Der Bibliotheksdirektor Geh. Hofrat Prof. Dr. Haupt feierte den Erbauer des Bibliotheksneubaues, Bauinspektor Becker, dieser weihte sein 6llas seinen Mitarbeitern, insbesondere Geh. Hofrat Prof. Dr. Haupt, dann svrachen Geh. Oberbaurat Hofmann und Kammerprästdeut Reinhardt. Der Geh. Regierungsrat Rödiaer (Marburg) tonstete auf den Aufschwung der Gießener Universitätsbibliothek, während der Rektor noch auf das Wohl des Ministerialrats Weber und des Geh. Oberbaurats Hofmann ein Hoch ausbrachte. Um 9 Uhr verließen die in elften aus Darmstadt gekommenen Herren das Fest, das für alle Teilnehmer sicher in der angenehmsten Erinnerung bleiben wird. ** Der gestrige Missiousvortrag war sehr stark besucht. Und das mit gutem Grund. Es waren sehr mteresiaute Dinge. Hie uns da Fräulein Steiner in fesselndem freiem Bortr^a schlicht, lebendig und anschaulich aus ihrer Arbeit in Sikandra im nördlichen Indien! erzählte und aus ihren mitgebrachten Schätzen zu zeigen wußte. Fräulein St-einer arbeitet im Dienst des Berliner Frauenvereins für christliche Belehrung des weiblichen Geschlechts im Morgenland, der seit 1842 besteht und seit 1886 selbständig Missionarinnen zum Unterricht der Frauen aussendet. IN Indien beißt diese Mission Zenanamission (Zenana ist der Name der indischen Frauenaemächrr). Sie ist in notwendig, weil kein Mann, auch kein Missionar, diese Frauen- aemächer betreten, eher auch nur mit Frauen sprechen dark. Das ist nicht immer so gewesen. Die Frauen erzählen sich noch mit Seufzen, daß sie, ehe der Islam ins Land kam, sich freier bewegen durften. Aber auch sonst ist die Stellung der Frau unglaublich acdrückt. Si^ bat gnr kein Ansehen, darf nicht mit dem Manne, selbst nicht mit den Kindern, essen, sie ist noch nicht einmal würdiä, die Lehren der heiligen Religionsbücher zu hören, wird aber für jedes Unglück im Hause verantwortlich gemacht, und wenn der Mann oder Bräutigam, oft noch im Kindesalter, sttrbt, so ist fie der allgemeinen Verachtung preisgegeben. Irgend einer Bildung hält man sie natürlich weder bedürftig, noch würdig. Dieser Not hat sich nun die Mission erbarmt. Ueberall gehen ihre Botinnen den armen Frauen nach. In Sikandra arbeiten fünf Schwestern des morgenländischen Frauenvereins, drei in einem Waisenhaus, zwei in der Zenanamission. Jeden Morgen ziehen sie aus, um in acht Dörfern der Umgegend die Kinder zum Schulunterricht zn sammeln. Die verheirateten Frauen besuchen sie im weiten Umkreis in zirka 100 Ortschaften, unterrichten sie tn den Zenanas und verkündigen Urnen das Evangelium. Meist werden sie freundlich ausgenommen. Doch manchmal werden! sie auch in harten Worten von der Tür gewiesen. Besonders sind die Schwiegermütter, die über die Frauen der sämtlich im elterlichen Hause wohnenden Söhne einj unbarmherzig strenges Regiment üben, ihnen oft feindlich gesinnt. Wirkliche Übertritte zum Christentum kommen selten! vor, da dem die ganze Lage der Frauen entgegensteht. Aber vielen wird das Evangelium ein Licht und ein Stab, aN dem sie sich aufrichteu und sich innerlich über den Druck, der auf ihnen lastet, erheben. Von besonderem Interesse für uns Hessen ist es, daß unser Großherzog, als er vor zwei Jahren in Indien war und Nach Sikandra kam, um dort das berühmte Grabmal des Muhammedanerkönigs Mar zu sehen, auch das Waisenhaus besuchte, sich für alles sehr eingehend interessiert und sein großes Wohlgefallen alt der Arbeit bereugt hat. *• Das Ende der Viehmarktsperre. Nach einet zustande gekommenen Verständigung zwischen Behörden und Viehhändlern haben die letztgenannten beschlossen, den Gießener Viehmarkt wie früher zu besuchen. "Wieder ein gestohlenes Fahrrad. In einer hiesigen Wirtschaft verkaufte gestern abend ein Arbeiter ein Fahrrad für 25 Mk. Heute vormittag stellte es sich heraus, daß das Rad auS einem Hofe gestohlen worden war. Die Person des Täters ist feftgeftcllt und das Rad wurde beschlagnahmt. § Leihgestern, 17. Nov. Der langjährige Bürgermeister Heß hat aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt. Voraussichtlich werden drei Kandidaten bei der Neuwahl ausgestellt. fc. Lang-Göns, 17. Nov. Der Brandstifter und Selbstmörder Luh hat der Gemeinde 10 000 Mk. ver- m a ch t. Die Gemeinde will aber das Geld nicht. Luh stammte aus Großen-Linden und war sehr wohlhabend. h. Heldenbergen, 18. Nov. (Eigener Drahtbericht.) Eine Volksschullehrerin aus Mainz, die am Tage vor der Mord nacht bei Pfarrer Thöbes zu Besuche weilte, giebt au, sie habe an diesem Tage den Pfarrer tm Wortwechsel mit einem fremden Manne in der Stube gesehen und bei ein* tretender Dunkelheit habe sie vor dem Hause ein Geräusch, Knarren der Türe, gehört, aus das sie auch aufmerksam gemacht hätte. Aber weder die Lehrerin, noch die Haushälterin des Pfarrers wissen etwas über die Persönlichkeit jenes Mannes, nach dem nun gefahndet wird. (!) Ober-Erlenbach, 17. Nov. Der von hier mit* geteilte Einbruchs versuch fand in Nieder-Erlenbach bei dem protestantischen Pfarrer statt. Daraus erklärt eS sich auch, daß der Einbrecher nicht durch Gendarmen, die hiev stationiert sind, transportiert wurde, sondern durch den Poli* zeidiener von Nieder-Erlenbach. Kerichtslaat. ~ Eine Soldatenmißhandlung vor der M dinier Strafkammer. Gestern, am 17. d. M., hatten sich, wie uns berichtet wird, vor der zweiten Strafkammer die 25 jöbriqen Maurer Franz Hock ans iebnra, Balmarbeiter Jvlwun Vben- E oiifuciltf'. bC‘3 sich 3d)!nchtkhiffc zu halten. Telephon 231 Telephon 23! Hauptgeschäft Hauptgeschäft: .-Ä tieUcautsen. . erdenk V SOdweine Südfrüchte Kolonialwaren, Delikatessen, Konserven sämtlichen Zutaten. Bekanntmachung veranschlagt au C18/1 8442 Koch. sind Vorstand Watzenborn einzureichen. Plan und Kostenvor Lommcrtad, Pfarrer. IliiiidiÜil D 260.— Offerten Vers^ndseschSn Mk. n u anfchlag ist bei dem Unterzeichneten einzusehen. Watzenborn, den 15. November 1904. 230.— 25.50 4.86 20.— rungen, als: Brunnnenmacherarbeit . . . . Brunnenabdeckung mit Lungsteinen Bohlenbelag . . . . . » ßiinmcrcirbeit (Rost) . . * Liefern und Aufstellung einer gußeisernen Saug- und Druckpumpe mit allem Zubehör Der Voranschlag der ©emeinbe Mainzlar für bas Rechnungs-, fahr 1905 liegt vom 21. November d. Js. an acht Tage lang nui Grostl). Bürgermeistereibürenn bahier zur Einsicht der Interessenten und Entgegennahme etwaiger Einwendungen offen. Mainzlar, den 17. November 1904. Großh. Bürgermeisterei Mainzlar. Lrten verboten. Butzbach, den 17. November 1904. lBroßherzogliche Bürgermeisterei Butzbach. Küchel. B rgclnina eines Pnmpbrunnens. Die zur Herstellung eines Brunnens in der Pfarr- hofraite zu Watzenborn erforderlichen Arbeiten und Liefe- IBxstas Konsumgeschäit Obsrliesseiis Zweiggeschäft: Ldadenplatz 12 T ; cb i hi, 17. 9101). (Neuler-Bureau.) Der Lootse, welcher an Bord des russischen Zerstörers „Nnfferopni)" befanb, teilt mit, daß bei Port A r t h u r seit dem 26. Oktober jede Nacht gekämpft worden sei. Sämtliche Dampfer der ost- chinesischen Linie wurden bls auf einen, der nad) Japan gegangen ist, zum Sinken gebracht. Ein r e ich e r E h in e s e,, der den Japanern mit seinem Taschentuche Signale gab, wurde gehängt. Tic Javaner schonen die Hospitalschiffe und geben ihnen durch Warnschüsse zu verstehen, sich aus der Nähe der Bekanntmachung. Auf Verfügung Großh. Kreisamts Fneoberg ist der Auftrieb von Schweinen zu dem am 22. November zu Butzbach stattfindenden Markt aus den preußischen DM- Sasüschhandlung* Von allen Kreisen bevorzugte vorteilhafte Einkaufsquelle in feinsten Mühlenfabrikaten, Backartikeln und allen zur Fein= und Konfektbäckerei nötigen sollen im Submissionswege vergeben werden. bis Mittwoch den 23. d. MtS. beim evanqcl. Kirchen Bekanntmachung. Ter Voranschlag der Gemeinde Münster pro 1905 liegt vom 19. d. Mts. ab 8 Tage lang auf hiesigem Bürgermeisterei- burean uir Einsicht der Beteiligten offen. 8437 Münster, den 16. November 1904. , Großherzogliche Bürgermeisterei Mimster. Gontrum. ^\oer toi«"’XI ns/ Mainzer Aktienßier 71 Flasche IS Pfg., !/2 Nische 9 Pfg. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. 7922 GotthiBf Röhrle, Gießen. Telephon 344. tin m: 0 b v aus Kasd.-l, die 24 läbriaen ^Dabnarbnter Phckvp Dolf aus har. Algesheim und der Dienfwteelq Wilh. Gerbrg • ■ : ' rvcrletzung und Nottg ing zu ver antworten Die Angeklagten verbrachten ihre Militärdienstzeit von 1900 bis 1902 bei der 4. Kompagnie des 118. Jnf.-Regts. in Wvrms Im letzten Tienüfahre lagen sie mit ihrem Kameraden Emil Reiningcr aus Gießen auf der Stube 114 Ter An qcfiaqt.' Wolf mar Gefreiter und Stnbcnältesd'r. Tie AnaeNagten batten nun fortgesetzt faft täglich den Reininger. der 1900 als 17 jähriger Freiwilliger beim Regiment ata getreten war. m ge- radeu: bestialischer Weise nrivhandelt und chikaniert. emb über den Kopf gezogen und er dann mit dem Stiel der Klopfpeitsche un^d dem V eJ eny stiel furchtbar mißhandelt worden. Beim ^chlaaen mit i em Besenstiel sei der Stiel in Stücke gegangen. Wenn er vor Schmerzen laut geweint habe, dann hätte er aus Befehl der Angeklagten l a ch e n m ü s s c n Er sei von den Ange nag 0m öfters gemeinschaftlich und auch einzeln geprügelt worden. ..'tesd- intgen habe er nicht gemacht, weil ihm gedroht worden in. Un.e mit der Koppel sei er geschlagen worden. Wachtä haue er aus .Befehl des Hock aus dem Bette, heraus gemußt und sich vor dem Bette besserten aufstellen müssen. Tenn habe der 5?o^ ton getreten. Ms er eine .Halsentzündung bekommen habe. iei er auf einen Schemel gelegt und kochender Kaffee ihm eingefch übtet worden Ten <0ur lyabc er schrubben muff u und zwar im Helm. s1üit den Sfen u n d b i n b h a b e er sich stellen müssen usw. Bis zum letzten -tage initts Abganges habe er Schlage erhalten. Ob die Angeklagten bei den ihm a u f e i: I e g t e n unzüchtigen .Handlunge n bebet gewesen seien, wisse er nicht mehr er glaube^ daß es -cutc vom Jahraang vorher gewesen seien. Ter Zeuge Reininger kam einige Monate nach Msolvirrung seiner Dienstzeit weg n plo bild' auftrete nder Geistesstörung nach Tarmstadt und dann nad) Gießen in die Universitätsklinik, wo er ein Jahr und vier Monate verblieb Ter Universitätsarzt führtt nach -incm Gut achten, das er beim Kriegsgericht in Gießen abgegeben, die damalige Geisteskrankheit nickt auf die Mißhandlungen zuruck. j.r' Geistesstörung sei erst ein hartes Jahr nach seiner Entlassung vom Militär aufgetreten, er habe an religiösen DabnvorRettungen gelitten. Ohne Zweifel sei aber Reininger beim Militär, in äußerst roher und schwerer Weise mißhandelt worden. Ter Staatsanwalt beantragte gegen Hock 8 Monate, gegen. W-gf und Mohr je 5 Monate und'gegen Gerbig 3 Monate Gefängnis VaS Ostricht sprach die Angeklagten wegtu Nötigung frei, wegen di r Mißhandlungen des R wurde Hock zu 6 Monaten, Wolf neuen Pferdekrank n eit auf bcigncgcs Gebiet zu ver- hindern. Bei dieser Krankheit handelt es sich um das plötzliche Auftreten von Blutarmut, waL den Tod der Pferde chnetl herbeiführt. London, 18. Nov. Gestern ermordete ein Handelsmann in einem Anfalle von Wahnsinn seine Frau und zwei Kinder im Alter von 2—4 Jahren und schnitt sich darauf selbst mit einem Rasiermesser die Kehle durch. Barcelona, 18.Nov. Die Explosion der Bombe 'and bei der Bürgermeisterei statt. Zwei Personen brachten gegen 6 Uhr abends dem Pförtner einen Korb, den sie gefunden haben wollten. Als der Pförtner Rauch aus dem Korbe aufsteigen sah, warf er ihn fort, wodurch die Explosion herbeigeführt wurde. Els Menschen sind verletzt, darunter neun schwer. Born Kriege. Loudon, 18. Nov. ,,TaiÜ) Telegraph" meldet aus P ort Arthur p>m gestern: Abteilungen von 50 Mann macken all- näcktlick Ausfälle und Wersen .Handgranaten in die Eräben der Japaner. Tie Verluste der Russen betragen durchschnittlich täglich 70 Mann, die der Japaner sind höher. Tie sei bereu 6'esckütze auf beiden Seiten sind verbraucht und schießen nicht mehr gut. Tic Stärke der Japaner wird auf 80000 Mann, die brr Russen auf etwa die Hälfte angegeben. W a s b i n g t o n, 17. Nov. (Reuter. ) Der amerikanische Konsul in Tsckifu meldet: Die Lage von Bort Arthur sei außerordent- Ücf) kritisch. Eine Anzahl Forts sielen in die Hände der J a- Muk den, 16. Nov. (Reuter.) Tor sckarfe Frost der setzten drei Tage treibt die Truvveu in die Erdhöhlen, so dast alles Feuern aiühörte. Tie Unmöglichkeit, sich in den gefrorenen Boden einznaraben, macht eine Tätigkeit beider Armeen augenblicklich unwahrscheinlich. Tie Flüsse sind zugen-oren. Tie Japaner kommen unbewaffnet an den Sdiaho, um Wasser zu holen, wobei nach stillem llcbercinfommcn nicht geschossen wirb. Die 6) egner v r ü geln s i ch dabei wohl, verkehren aber sonst fried- I i cb m 11 einander. In Mukden waren die Strahen am EeburlStage der Kaiserin Witwe illuminiert. Kuropatkin speiste mit dem Tarlarengeneral und den chinesischen Beamten im Tempel und Mohr zu je 4 Monaten und Gerbig zu *J Monaten Gesängnis verurteilt. ,. .. _ y „ pp (c.) Giest en, 18. Nov. Vor dem Hiesigen Schosfeu- gerickt Hatten sick Heute boriuittag der Friseur H., der Bäcker T und der Schlosser B. wegen F a H r r a d d i e b st a h l ö und Hehlerei zu verantworten Tie beidm Erstgenannten hatten im August l. I. zu Heuckjelheim ein Fahrrad gestohlen und an den Schlosser V verkauft. Letzterer reparierte bad Rad und verkaufte es weiter. 5). und T. erhielten jeder 5 Wochen Gefängnis. V war nickt erickienen: es mürbe bezüglich seiner der Termüt ausgesetzt — Weiter hatte sich Nu?gen Diebstahls eines Fahrrads der Arbeiter F. von hier zu verantworten. Mit Rücksicht darauf, das; F. das Rad wieder an einen öfientticlycn Ort Hin- gestellt Hatte, d^s so dem Eigentümer dis auf die fehlende Laterne wieder zugestellt wurde, erkannte das Gericht auf die geringe Strafe nnn 3 W n ch e n Gefänani s. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 18. Nov. -Orig.-Telegr. des „Giest. An;."l S d) w c i n c m a r f t. 3um Verkauf standen 344 Schweine. Schweine: 1. Qualität 59-60 Pfg., Lebendgewicht 47-00 Pig., 2. Ünal. 58—00 Pfg., Lebendgenncht 46 00 Pfg., 3. Qualität 52—55 Psg., Lebendgewicht 00—00. Geschält mittelmäßig, kein Ueberstand. Äknestr Nlcldiiiuu-ii. Qrig.ittaldratzlmcldnttgcn des Giefierrev -lnzcigerS. R. B. Darmstadt, 18. Nov. (Eigene r DraHt- bericht.) Die zweite Kammer beschloß Heute, den Antrag Schönberger auf UebcrnaH nie der Volks schul! asten aus den Staat bis nach der Erledigung der Kommunalstenerresorm z u r ü ck z ustelle n. Der Antrag Orb, nach welchem die Schüler za hl einer Klasse höchstens JO betragen soll, wurde nad) lebhafter Debatte mit allen gegen die Stimmen der Sozialdentokraten ab gelehnt, ebenso die Vorstellung der d e tt t s ch - k a t h o l i s ch e n 0> e m e i n d e in Mainz auf Iulassung ihres Geistlichen zum Schulvorstand. Nächste Sitzung Dienstag 10 Uhr. — Es verlautet bestimmt, daß die Verlobung S e. Kgl. Hoheit des Großhcr^ogs in einigen Tagen öffentlich bekannt gegeben werde. — Ter Student Ludwig Weprich aus Alzey hat in der verstossenen Nacht im hiesigen Easö Eentral. während er in größerer (Vcfellfdmft am Tische saß, durch eine Kugel in'den. Kopf sich getötet. Ziemlich erregte Unterhandlungen mit seinen Begleitern, sechs Sperren und zwei Damen, gingen voraus. Brüssel, 18. Nov. Der Abg. Maenhaut hat den Landwirtschaftsministcr nufgeforbert, Maßregeln zu treffen, tun das Uehergrcifcn der in Nordfrankreich ausgebrochenen W GW MW MW Illi Hf Otto Eifert 8486 Echte Pferd ä, 50 Pfg. bei [7359 Adolf Bieler, Marktstr. 5. Die Beerdigung findet in aller Stille statt« 7 Zimmer ö Zimmer Sämtliche Sorten 3 Zimmer B’% eprüft u. begut- 30 H N Zudar daß w Mal-Utensilien Z» TottM Andr. Euler. 8440 U6970 empfehle 'ärfu 10 10—15 25 20 30 40 90 20 Muster-Zimmer zur gefl. Ansicht 10 Pfund per Pfund AM 8441 fein gemahlen, p. Pfd. Hti-taianii Zum Einhorn. Arbeiter gesucht. 06977 Ed. Klinket, Kohlenhdlg. Alleinige Niederlage bei H. Kühn, Seltersweg 36 isebrsiilhtcr WMM SU kaufen gesucht. Offerten unter 06975 an die Expedition d. Bl. 8340] Möbliertes Zimmer im Nebengebäude an einen sol. Herrn zu verm. Näh. Neuenbäue 27. pl. 06937] Möbliertes Zimmer zu vermieten Asterweg 44, Hth., 1 Tr. 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Durch Beschluß derselben Generalversammlung hat der § 13 Abs. 2 der Satzungen folgenden Zusatz erhalten: „Der Vorstand ist befugt, nut Genehmigung des Aufsichtsrats einen Prokuri]ten der Bank oder einer Filiale derselben Handlungsvollmacht dahin zu erteilen, daß derselbe an Stelle eines Direttors oder stellvertretenden Direktors der Bank gemeinsam mit einem anderen Zeichnungsberechtigten die Firma der Bank zeichnen kann. Der Aussichtsrat kann dem mit einer solchen Vollmacht betrauten Prokuristen die Bezeichnung „stellvertretender von Weitzer Tisch- und Bettwäsche und Leinen wird zu höchsten Preisen angekauft, [ss17/11 Off. an Rudolf Mosfe, Frankfurt a^M^unte^F^H^A^4357. A A Halll'p bewährt sich nun- «sL? mehr Heiter’* Haarwasser (München) UV staatl. . . achtet. Z. h. um 4O_n9, u. -*L l,10l)eiJ.H.Fuhr,^pnn:n^i'.25.lhvlö/i Kssscriikii in tadellosen Qualitäten empfiehlt billigst a18/11 GhristianWallenfels 17 Marktplatz 17 Telephon 262, Gegründet 1826. Kolossaler Wirsing do. 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