Nr* 245 Zweites Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 18. Oktober 1904 Erscheint ISgllch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gietzener LamiHenblStter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Wyesfifche Landwirt' erscheint monatlich einmal. JL/Jk A AA a j*. aa Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen iIW I IXäz JPm MW a UniversttLtSdruckeret. R. Lange, Gießen. jö «, W & \A_ W |1 ’SL, JL. ß U fei p IM wz JjL Redaktion, ExpedUion u. Druckerei: Schulstr.V. W |j$ SÄ " Tel. Nr. BL Telegr.-Adr.k Anzeiger Gießen. General-Anzeiger, Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. £----------- " — ____L™™.'. ' ........... '■ 1 * * * ' ........—. . i ■ , i Kaiser Kriedrich. Gießen, 18. Oktober 1904. Heute, am 73. Geburtstage des viel zu früh heirw- tzegcmgenen deutschen Kaisers Friedrich, 16 Jahre nach seinem Tode, wird in der deutschen Reichshauptstadt ein Reiterstandbild des Kaisers enthüllt und ein seinen Namen tragendes Museum feierlich ein geweiht, von dem aus eine Mietalltasel in leuchtender Schrift die Kunde bringt, daß es ein Werk der Erinnerung sei, dem Kaiser Friedrich gestiftet von fernem Sohne, dem Kaiser Wilhelm II. Ein Wahrzeichen kindlicher Pietät, der Liebe, die da nimmer aushört. Wir freuen uns dieser Tat der Dankbarkeit. W^n durchzuckt nicht ein Schinerz tiefer Wehmut, wenn der Name des unglücklichen Sohnes und Nachfolgers Wilhelms des Glücklichen genannt wird. Das Kaiser Friedrich-Museum wird besser als das ihm heute von seinem Sohne gewidmete Denkmal, das in der großen Zahl der von Wilhelm II. errichteten Statuen und Statuetten verschwinden muß, besser als die im Reiche nicht selten errichteten Kaiser/ Friedrich-Denkmäler fernen Geschlechtern von einem duldenden Helden auf Deutschlands Kaiserthron vermelden, von dem deutschen Thronfolger, dem das Schicksal auferlegt hatte, in Kümmernis, Entsagung und vieler stiller Pein wartend, wartend und immer wieder wartend lange Jahre in bester Kraft hinzubringen, um schließlich, als der hohe Beruf, dem er bestimmt w-r und dem er mit neuen, guten Gedanken und des höchsten Beifalls würdigen .Absichten sich widmen wollte, ein neuer Mann für eine neue Zeit, als dieser Fürstenberuf ihm endlich gegönnt war, in kurzer Frist ins Grab zu sinken. Je mehr im Lichte der Geschichte die Begebnisse und die Zeiterscheinungen sich klaren, je durchsichtiger zu tage liegt, was zu des alten Wilhelm, zu Friedrichs und zu Bismarcks Lebzeiten von der Parteien Haß und Gunst verdunkelt war, umsomehr lernt man die geschichtliche Bedeutung des Kaisers Friedrich werten. Umsomehr wird man gewahr, daß sein Dahingehen zugleich die Abenddämmerung bedeutete für tausend Hoffnungen aus eine liberale Weltanschauung auf dem Throne, den er neunundneunzig Tage als ein todsiecher Manu eingenommen hat. Mehr und mehr berichtigt sich, besonders in der Größe des Zeitraums, der uns von seinem Tode trennt, das Urteil Über seinen Anteil an der Wiederherstellung des deutschen Kaisertums im Gegensätze zu der Ueberschätzung, die den Verdiensten anderer zu teil wird. Die „Berl. Ztg." erinnert heute an die Forschungen und .Veröffentlichungen des Historikers .Otrokar Lorenz über den „Kronprinzen", Bismarck und die Kaisersrage, aus denen unUoerdentig hervorgeht, daß der Kronprinz in der Fürsten- und Staatsmännerversammlung, die sich zu Versailles um den alten Preußen- könig scharte, der hauptsächliche Träger des Gedankens der Aufrichtung der Kaij'erwürde, der voll durchgreifenden Einigung und Einheit der Deutschen war. Die erste amtliche Anregung zur Neubegründung des Kaisertums war aus Baden von der dortigen Regierung gekommen; der Kronprinz Friedrich Wilhelm ipar es — diese Darstellung in seinem durch Gesfcken veröffentlichten Kriegstagebuch ist durch weitere Forschungen und Mitteilungen vollauf bestätigt worden —, der Kronprinz war es, der einer Welt von Schwierigkeiten und Hindernissen gegenüber aus seinen nationalen und liberalen Ideen fest beharrte und wenigstens die nationalen durchsetzte. Wilhelms I. preußischer Partsiularismus aber, sein Erlangen, „Kaiser von Deutschland" zu werden, wenn er doch durchaus den Kaisertitel annehmen müßte, sein zähes Festhalten an der ihm unbecsuemen und unsympathischen Kaisermacht, während sein mit Herz und Hand der Neugestaltung der Dinge ergebener Sohn sich in Tatlosigkeit schier verzehren mußte, spricht für die verkannte Größe des früh verstorbenen ersten deutschen Kaisersohnes. Es wäre ein Gluck für das deutsche Vaterland gewesen, wenn ein Fürst von so ausgeprägter 'liberaler Denkweise wie Kaiser Friedrich lürrger an der Spitze der 'Reichsregierung gestanden hätte. Mehr noch als diese echt liberale Gesinnung Kaiser Friedrichs in politischer Hinsicht hat sein volksfreundliches Wirken auf den verschiedensten Gebieten sozialer Betätigung ihm die Herzen gewonnen. Ter hervorragende Feldherr der Schlachten war ein großer ^ar^ Aer Mng. Kriminal-Roman von O. Elster. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Wer ist denn das?" wandte sich Neugebaur an den Wirt. „Ja, wer das wüßte", entgegnete dieser lachend. r,Frau Marie Brandt nennt sie sich, 's ist 'ne merkwürdige Geswichte mck ihr. Ter Ayrtsgerichtsrat hat sie hierher gebracht, krank und elend hatte er sie am Wege gesunden. Niemand wollte sie auf- nehmen, da brachte er sie im Armcnhause unter und bezahlte sür sie. Tie alte Knoche, die Totengräbersche, sorgte für sie. Seitdem steht sie sich gut,. denn der Amtsgerichtsrat t’omint jeden Sommer und lebt mehrere Monate bei den Frauen. Das ist nun wohl drei Jahre her. Einige munkeln, dre Frau Brandt lei die (Geliebte des AmtSgerichtsrats und er der Vater des Kindes, das im Armenhause geboren wurde. Aber ich bitte e-ic — der Amtsgerichtsrat ist sechzig Jahr alt — und die Frau kam Lls Bettlerin hier an. Ich glaube, sie stammt aus Galizren oder Ungarn, sie spricht wenigstens Polnisch. Wir hätten sie hier auch nicht geduldet, w-enn der Amtsgerichtsrat nicht für sie gezahlt und alles in Ordnung gebracht hätte. Uebrrgens ist sie m fleißige, sand, re Frau, arbeitet in der Fabrik und nimmt dort schon die Stellung einer Außeherin ein. Umgang hat sie sidoch mit niemandem im Torfe." „Eine merkwürdige Geschichte, Heer, Wirt!" Za gewiß. Aber da i)ic §rau niemandem zur Last fallt, so kümmert müii sich auch nicht um ihre Angelegenheiten. Ich höre uum Gemeindevorsteher, daß der Amtsgerichtsrat sogar eine &ununc Geld |nv sie und da» Kind deponiert hat, damit sie nicht 'mal bqr Gemeinde zur fallen." ?)m hm, soiilnchar — höchst sonderbar. Wer hatte das i->.,n'fe rn allen Herrn errvartel? Spielt hier ganz im Geheimen ucu Rrmaii! sJin, warte, Alterchen, dir wolleii lvir säwn aus lme Spur kommen." , Dieses Selbstgespräch hielt Herr Neugebaur. Nachdem der — Der Kaiser und die „M o d e t n en". AuS Berlin wird der ..Franks. Ztg." von einem Maler geschrieben,- Man Wirt ihn verlassen hatte, erhob er sich, zündete eine neue Zigarre an und schlenderte die Tvrfgasse herunter. Es war ein herrlicher milder Svmmeraüend. Tie Sonne war schon hinter der gewaltigen Masse der Schrneekoppe versunken und leichte Tämmerung erfüllte das Tal. Bon den Wiesen stieg ein feiner Nebeldust empor, während der Wald sich schon in die Schatten der Nacht hüllte. Von den Bcrghalden klangen die Juchzer der Hüte-Jungen, welche die Kühe heimwärts trieben und mischten sich mit dem Geläut der Abendglvcken. Neugebaur schlug einen Wiesenpsad ein, der nach dem Häuschen am Waldesrand zu führen schien. In der Tat führte der Pfad kaum zwanzig Schritte an dem Hause vorüber, sodaß Neugebaur den Garten übersehen und einen Blick in die geöffnete Haustür werfen konnte. Ein Bild des behaglichsten ländlichen Friedens bot sich ihm dar. Ter kleine Garten war sehr sauber gehalten. Tie Rabatten welche den Weg bis zur Haustür begrenzten, mit allerhand einfachen Bäumen bepflanzt, Nelken, Levkoyen, Rittersporn und dergleichen mehr. Rechts und links dieser Rabatten standen Kartoffeln, Kohl, Erbsen und andere Gemüse. Tas Häuschen, ein Blockhaus, wie es hier im Gebirge Sitte, war sauber weiß getüncht, die kleinen Fenster frisch gestrichen und mit weißen Gardinen versehen, das weit überhängende Schindeldach war zum Teil neu gedeckt; Wein und wilde Rosen kletterten an ihm empor. Alles machte einen netten, freundlichen, sauberen Eindruck, auch das kleine Stallgebäude, aus dessen geöffneter Tür daö behagliche Brummen einer Kuh hervordrang, während eine Ziege meckernd von dem Gras naschte, das hier in üppiger Fülle wuchs, und einige Hühner sich eben anschickten, die Stiege zu il/tem Stall hinaufzuflattern. Auch der Zaun, metdjer das kleine Gehöft umschloß, war frisch mit weißer Farbe gestrichen. (Fortsetzung folgt.) nochmals an den Wasserstellen, 45 Kilometer östlich von Otjimangombe, im Abzüge zu treffen und völlig nach Norden, Nord osten und Osten zu versprengen. Die Artillerie brachte dem Feinde Verluste bei. Diesseits sind keine Ve rluste. 3 50 Stück Großvieh sind erbeutet. Deimling ist mit der zweiten Kompagnie des Feldregiments 1, dem zweiten Bataillon des Feldregiments 2 (zwei Kompagnien), der fünften und der halbe» ersten Batterie über Windhuk nach Süden nach dem tzaupb- quartier ausgebrochen und marschiert heute über Keboro (am schwarzen Nossob, 70 Kilometer südlich von .Efmkiw) nach Windhuk. Die Hallesche Allg. Ztg. erfährt, daß zwischen jbent Kolonialamt und dem Generalstabe volles Einverstänvnis über die Höhe der demnächst nach der Kolonie zu entsendenden Truppen-Tran Sporte herrscht. Das Matt teilt weiter mit, daß der Umfang dieser jBerstärkungen wesentlich unter den bisher in der Presse aufgetauchten Vermutungen (es war von der Entsendung einer Division die Rede) Zurückbleiben wird. Schließlich besagt die Information noch, daß an eine Zurückberuf- ung Leutweins nus der Kolonie für die nächste Zeit keinesfalls gedacht wird. Der in pem Hamburger Hafen eingetroffene Post- darnpser „Gertrud Woermann" brachte einige in Rekonvaleszenz befindliche verwundete und erkrankte Krieger aus Deutfch-Südwestafrika mit. Das Gouvernement in Kamerun berichtet, daß nach einer Meldung des Hauptmanns Langseld aus Jola per Hauptmann Thierry am 16. September bei Mubi durch einen Pseilschuß getötet worden ist; politisch sei alles ruhig. Langfeld bleibt vorläufig in Garucr Haupttnann Gaston Thierry gehörte dem Grenadier- Regiment König Friedrich Wilhelm II. (1. Schlesisches) Nr. 10 an und war vor seiner Verwendung in Kamerun bereits eine Reihe von Jahren in Togo als Stationsleiter tätig. In Kamerun war er zuletzt Resident im Bezirk Garua. schall im Kampfe gegen Elend und Dunkelheit. Die von Viktor Böhmert, dem Herausgeber der Sozialkorrespondenz, liebevoll gesammelten Zeugnisse der Bodelschwingh, Bunsen, Schrader, Gneist, Eberin, Schepeler-Lette u. a. ergeben ein glänzendes Bild schlichter und gediegener Friedensarbeit des „Kronprinzen". Er hatte ein freiheitliches, von inniger Menschenliebe erfülltes Sozialprogramm, er liebte nicht bloß mit frommer Phrase jein Volk, er strebte die Wohlfahrt aller Volksschichten an; insbesondere wirkte er eifrig mit an den Bestrebungen für Volkserziehung und Gesundheitspflege, am Genossenschaftswesen, an der Arbeit für die Wohnungsreform, an der Fürsorge für Wanderer und Arbeitslose. Seine Vorurteilslosigkeit, seine edelsinnige Duldsamkeit in religiöser Beziehung und hinsichtlich der Volksstämme wird nicht vergessen werden. Wenn aber sein neues Berliner Reiterstandbild den wehrhaften Fürsten^ den Soldaten, den Bewohnern und Besuchern der Reichs- Hauptstadt vor die Augen führt, — das Museum wird an das Mäcenatentum erinnern, das Kaiser Friedrich in bescheidener, liebenswürdiger, von aller Vordringlichkeit, aller lleberhebung freier Weise und fern von allem romantischen Ueberschwang geübt hat, an die Förderung alles Schönen und Guten durch ihn und seine hochsinnige Gemahlin. Am 18. Oktober 1831, dem Jahrestag der Schlacht bei Leipzig, war Kaiser Friedrich geboren, am 18. Juni 1888, dem Jahrestag der Schlacht von Waterloo, hat man ihn in der Friedenskirche im Park von Sanssouci beigesetzt. Sein Lebensanfang und sein Ende fielen zusammen mit .Gedenktagen von höchster geschichtlicher Bedeutung für Deutschland. Die Denkmäler — Standbild und Kunst- palast —, die ihm heute, am 18. Oktober 1904, in Berlin geweiht werden, sollen steinerne Zeugetr seines geschichtlichen Ruhmes sein in Jahrzehnten und Jahrhunderten! Ueber die augendlickliche Lage in Südwestafrika hat sich Generalmajor v. Francois, zurzeit Gouverneur der Festung Thorn, in einer Unterredung mit einem Berichterstatter der „Thorner Ztg." wie folgt geäußert: „Die Räuberbände der Marengos sitzt im Osten zwischen Riet- jontein und den Karrasbergen und hat selbstverständlicherweise Zulauf aus allen Kottentottenstämmen bekommen. Damit ist aber gar nicht gesagt, daß die Kapitäne mit dem Zulauf einverstanden waren. Wenn jetzt Mtboi eine Kriegserklärung gesandt hat, so ist damit noch nicht gesagt/ daß außer Witboi auch andere Stämme mit ihren Kapitänen sich an dem allgemeinen Aufstand beteiligt haben. Das ist noch nicht ganz sicher. Die Lage im allgemeinen ist ziemlich bedenklich, es handelt sich für uns Parums an diesem Besiedlungsteil unbedingt sestzuhalten. DaM sind Besatzungstruppen nötig. Es handelt sich um ein Einschreiten gegen die aufständisch gewordenen Stämme, und da muß erst festgeshellt werden, welche Stämme sich gegen uns gewendet haben. Ist es Witboi allein, so wird die Truppenzahl eine beschränktere sein, wenn noch andere hinzukommen, dann muß eben mehr hingeschickt werden. Einzelne Farmen sind sehr gefährdet; sebr gefährdet sind auch das Gestüt in Nauas, Pferde und Zugtiere von der einen Kompagnie, die in Gobabis ift worauf es die Boirdel- zwarts absehen werden. Die in Gobabis befindliche Kompagnie wird zuerst Major von Lengerke (früher im Jnf.-Regt. 176, Thorn) zur Verfügung gestellt werden. Major von Lengerle ist der älteste Offizier und hat als solcher alle Maßnahmen zu treffen. Um nach Keetmanns- hoop zu kommen, braucht Leutwein etwa 10 bis 14 Tage. Ich denke, Major Lengerke wird angriffsweise gegen die Witbois und alles, was aufständisch ist, vorgehen. Das Feftsetzen auf einem Platz hat hier keinen Zweck." Major v. Lengerke meldet heute über Kapstadt: Seit dem 5. Oktober befindet sich der Witboistamm in Aufruhr. Am selben Tage haben starke Hottentotten«- b an den unter Morenga die Kompagnie Wehle bei Hurueis, westlich Karasbergen, angegriffen, sind aber mit Verlust zurück geworfen. Ich stehe mit 150 Mann und vier Geschützen in Warmbad und Sandfontein; in Keet- mannshoop befinden sich 130 Mann und zwei Geschütze; die Verbindung mit dem Norden ist unterbrochen. General v. Throth a meldet vom 16. Oktober: Deimling gelang es, mit der 3. und 6. Kompagnie und der halben siebenten Batterie unter Major Meister bei weiterer Verfolgung eüw mäßig starke Abteilung von Hereros erzählt sich jetzt hier in einzelnen Künstlerckreisen einen neuen Ausspruch, den Kaiser Wilhelm über die moderne Malerei getan haberi soll; da et für gut verbürgt gilt, und überdies auch sehr charakteristisch lliugt, wird er allgemein geglaubt — sogar mit einer gewissen Genugtuung, und gern geglaubt, wenigstens von den Vlodernen. Es war bei Gelegenheit eines Gesprächs über die Photographie in natürlichen Farben. Mit den Versuchen in diesem neuen Verfahren befaßt sich in Berlin Tr. Miethe, der seine Ausirahmen einmal auch dem Kaiser vorigen durste. Ueber die darin auffallendeir tranöparenteir Zwischen- färben, das Blau und Violett, entttntfeltc sich nun eine Diskussion, und Tr. Miethe machte in deren Verlauf darauf aufmerksam, daß dies dieselben Farben seien, die schon vor den Erfahrungen mit der photographischen Platte speziell die Maler derSezession vermöge einer schärferen Sehart, getoissermatzen intuitiv, gefunden hätten. Tamuf soll der Kaiser bemerkt haben: „Sollten die Kerls am Ende doch recht haben?" — Dresdener Hoftheater. Graf Seebach als Intendant machte einer Anzahl Architekten, Journalisten usto. aum ersten Male die Honneurs im „neuen Hoftheater". Nrn ist der Bau ja nicht; es ist daö alte schlichte schlechte Neustädter Mbertthaeter, das man — der Not gehorchend, nicht beut eigenen Triebe — gänzlich umgebaut hat. Eigentlich sind nur die Umfassungsmauern stehen geblieben, und wenn mnn hört, daß sämtliche Logen entfernt, die Korridore mächtig verbreitert und sechs neue, zwei Meter breite Seilen treppen, jede apart zu ihren bestimmten „Ratige" führt, so ergibt sich, daß man es faß mit einem Neubau zu tun hat. Oberbaurat T-unger und Hcsivaurat Fröhlich Habeic ihre Scrche sehr gut gemacht. Tas reorganisierte Haus faßt nur 1250 Sitzplätze, aber alle sind bequem, die Ausgänge reichlich genug, und die Hellen Farben im Hause — nur weiß und lichtes Gold, die Möbel hellblau — mivfen äußerst vornehm. g beu die Firma Rost geliefert, vordere Vorhang n i <, mü wenig Mustern, die zur Ärchilelllir passen. Aer erste deutsche Moynuugskongreß. L Frankfurt, 17. Okt. Ter erste deutsche Wohnungskongreß wurde heute unter Teilnahme von etwa 900 2■elegierten durch den Vorsitzenden, Prinzen Schönaich- Carolath, eröffnet. Vertreter sandten das Reichsamt d^s Innern, das Reichsschatzamt, sowie viele Bundesregierungen und Stadtvertretungen. Zahlreiche Abgeordnete aller Parteien sind anwesend. Professor Tr. Pohle- Frankfurt sprach über die tatsächliche Entwickelung der Wohnungsverhältuisse Deutschlands in den letzten Zahrzehuteu. Ende der 1880er Jahre und Anfang der 1890er Jahre sei ein wirtschaftlicher Wendepunkt eingetreten. Infolge der lebhafteren industriellen Entwickelung und der relativ zurück- gegangenen Landwirtschaft drängten die Volks- massen immer mehr in die Städte. Dadurch habe sich die städtische Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten verdoppell, zum Teil sogar verdreifacht. In allen Städten habe die Bevölkerung um die Hälfte zugenommen. Tiefer Umstand habe naturgemäß auf die Wohnungsverhältnifse Übel eingewirkt. Die immer größer werdende Nachstage nach Wohnungen habe ein Steigen der Mietpreise und schließlich einen bis zur Wohnungsnot sich steigernden Wohnungsmangel herbeigeführt. Ter Zuzug der Landbevölkerung nach den Städten werde so lange andauern, so lange die Industrie im Auf st eigen begriffen sei und immer mehr Arbeitskräfte verlange. Ein eigentlicher Wohnungsmangel sei überhaupt nicht mehr vorhanden. Es sei falsch, die Wertsteigerung der Grundstückpreise als' eine ungesunde Erscheinung zu bezeichnen. (Berbandsdirektor Hartwig ruft: Hört!. Hört!) Es sei nicht außer Acht zu lassen, daß die Baumaterialien und auch die Arbeitslöhne wesentlich gestiegen seien. Tie Löhne der Maurer in Berlin seien von 21/n bis 6 Mk. in wenigen Jahren gestiegen. (Hartwig ruft: Acht Mark!) Außerdem dürfe nicht außer Acht gelassen werden, daß die gesamte Bauart, die Wohnungseinrichtungen usw. besser, schöner und gesünder geivorden seien. Und dieser Vorzug sei doch auch den sogenannten Mietskafernen zu gute gekommen. (Widerspruch.) Tie Erhöhung der Einkommen sei wichtiger, als die Verbilligung d e r M i e t s p r e i s e. Es sei zu wünschen, daß die Verbesserung der Wohnungseinrichtungen und die Steigerung der Einkommen immer weitere Fortschritte mache. Es liege jedenfalls kein Anlaß vor, zu verz-weifeln, wenn auch die große Wohnungsreform nicht zur endgilligen Lösung führen sollte. (Lebhafter Beifall.) Qanbrot Berthold- Blumenthal sprach sodann über Entwickelung, Stand und Einfluß der Reformmaßregeln. Was die tfritKitc Bautätigkeit seit einem Menschenalter leistete, wird bntrtu tage vielfach untersMtzt. Sie bat annähernd folgen Wunen der Bevölkerun^vermebrung und Bcvölkerungsverschieb- ung. (Zustimmung und Widerspruch.) Was von Seiten der Ar- txütgeder geschah, must Vielfalt» anerkannt werden. In vielen Teilen unseres Vaterlandes hat der deutsche Arbeitgeberstand den Erwartungen entsprochen. T*te Lande sversickerungs- anstalten haben die Frage der Wohnungsfürsorge in die Hand genommen und sind jetzt vielfach die Träger dieser Fürsorge. Was die Reformmastregeln betrifft, so wird wohl die These nicht beftritten, das; eine W o h n u ngöaufsicht eingerichtet wird, die man in die Hände der Gemeinde n legt. Tas Erbbaurecht Inrt eine grvste Bedeutung: man könnte leichter ein gewisses^ Gelände heranziehen. Nur mit dem Erbbaurecht können die Gemeinden Wolmpolftir großen Stils treiben. Tein Erbbaurecht nmrdc ein Knüppel in die Räder geschoben durch eine Entscheidung deH Reichsversickcrun-n, Abr Brust Alteuessen, Professor Francke-Berlin, Ar- • ir -bert- M.-Gladbach, Vorsitzend r des Laber 1 ~ r Pach-nicke-Berlin, Profeisor Sombart- Bresfau/Piarr. r V\c. Web r M.-Gladenbach und Professor Wir- mfaghau^Köln Mit einer Schlußalp prache des Vorsitzenden, Land- tagsabgemckneten Frenay-BenSheim erreicht die Versammlung um ein Uhr mittags ihr Ende. Am Nachmittag unternahm der Kongreß eine Reise nach Höchst a. Main, um die dortigen Arbeiterwohnungen zu besichtigen. Mcuds li>ar ein Festessen im Kasino „Hof zum Gluten berg". Aus Stadt uni) Land. Gießen, 18. Oktober 1904. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten-Versatntnlnng 'Donnerstag, den 2 0. Oktober 19 04, nachmittags 4 11 ()r. 1. Mitteilungen. 2 Baugesuch des Heinrich Wiun für die Große Mühlgasse, hier: Dispens. 3. Baugesuch des L. Beil für den Schiffenbergerweg, hier: DispenL. 4. Baugesuch des L. Kitz für die Marburgerstraße, hier: Dispens. 5. Baugesuch des Karl Nikolaus für die Noonstraße, hier: Dispens. 6. Gesuch deS Georg Wallenfels dahier um Erlaubnis zur Anbringung eines Firmenschildes am Hause Marktplatz 21. 7. Gesuch der Firma Stein & Meyer um Erlaubnis zum Anbringen einer GaSlaterne am Hause Walltorstraße 24. 8. Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Frankfurterstraße und dem Bahnübergang. 9. Einspruch gegen den Ilucht- linienplan für die Große Mühlgasse. 10. Ausbau der Stephan- straße zwischen Bismarck- und Bleichstraße. 11. Ausbau der Keplerstraße. 12. Befestigung der Bürgersteige in der Ris- marckstraße. 13. Umpflasterung der Mäusburg. 14. Kanalisation, hier: Vergebung von Pflasterarbeiten. 15. Sielbau, hier: Beschaffung von Steinzeug für die Hausanschlüffe. 16. Erbauung eines Geräteschuppens fürs Tiefbauamt, hier: Vergebung der Lungsteinlieferung. 17. Beschaffung von Farbe zum Anstrich von Brückenkonstruktionen. 18. Genehmigung von Rechnungen. 19. Kauf mit Georg Konrad Simon Witwe. 20. Ankauf von Gelände zur Verbreiterung der Großen Mühlgasse. 21. Ueberlassung der städtischen Wiesen hinter den Eichen an den Eisverein. 22. Erlaß einer Desinfektionsordnung für den Kreis Gießen. 23. Teilung einer Klaffe der Fortbildungsschule. 24. Entwurf eines Ortsstatuts für das Kaufmannsgericht Gießen. 25. Abänderung des O.tSstatuts über das Gewerbegericht Gießen. 26. Gesuch deS Gustav Ballmann dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Lindenplatz 1. 27. Gesuch des Friedrich Euler dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Wolken- gaffe 1. 28. Rechnung der Löber-Stiftung für 1903/04. 29. Voranschlag der Löber-Stiftung für 1904/05. •• Der Kaufmännische Verein hat gestern abend seine Vortragsabende in diesem Winter mit einem Lichtbildervortrag über den Panam aka nal eröffnet. Dr. Weyener- Berlin, der an Ort und Stelle genaue Studien über dieses Thema gemacht hat, hatte bei seinem Vortrag im Neuen Saalbau viel Zuhörer, Damen und Herren, die nut großem Interesse feinen Ausführungen bis zum Schluß folgten. Der Vortrag gab im ersten Teil einen historischen Ueberblick. Die ersten Pläne, einen Kanal an jener Landenge zu schaffen, der den atlantischen und stillen Ozean mit einander verbinden sollte, entstanden schon im Anfang des 16. Jahrhunderts. Aber die Erfahrungen, die man besonders im vergangenen Jahrhundert gemacht hat, lehrten, daß Privatunternehmungen diesem Riesenwerke, das bis heute schon über eine Milliarde verschlungen hat, nicht gewachsen sind. Nur eine Regierung, die über die größten Hilfsmittel verfügt, ist imstande, daS gewaltige Unternehmen erfolgreich durchzuführen. Die Regierung der Vereinigten Staaten machte sich an die große Aufgabe heran, und nachdem die Neue Panamakanal-Gesellschaft im Hinblick auf das näher gerückte Nicaragua-Projekt ihre übertriebenen Forderungen von anfänglich 105 Millionen Dollars für die Abgabe all ihrer Rechte und Vorarbeiten auf 40 Millionen Dollar ermäßigt hatte, wurde von den Vereinigten Staaten der sogenannte Spooner-Akt genehmigt, wonach vom Staate Columbien die Aufsicht über einen mindestens 6 Meilen breiten Streifen Landes zu Kanalzwecken erworben werden sollte. Aber Columbien machte, trotzdem am 22. Januar 1903 der Abschluß eines Vertrages zustande gekommen war, Schwierig- teiten, da eS eine Beeinträchtigung der nationalen Ehre und der columbianischen Souveränität besorgte. Ta wurden die Vereinigten Staaten aus einer fatalen Situation befreit, als die Republick Panama ihre Unabhängigkeit von Columbien durchsetzte, wodurch die Gelegenheit gegeben war, mit diesem Staate in der Kanalfrage zri einem Abschluß zu kommen. Die vertragsmäßige Einwilligung der neuen selbständigen Republick mit dem Bau des Kanals und die Abgabe des zugehörigen Landstreifens berechtigen zu der Hoffnung, daß da? große Werk nun in einigen Jahren beendet wird. Dr. Wegener führte im 2. Teil seines Vortrages eine Reihe von Lichtbildern vor, an denen er die Lage des Panama-Kanals erläuterte und womit er einen Blick gab auf das, was die früheren Gesellschaften schon geleistet haben. Einige Bilder zeigten die bereits sehr tiefen Ausschachtungen und an der Route des Kanals die verlassenen Magazine und Wohnhäuser der Arbeiter und Beamten der früheren Gesellschaft; einige fertigen Stellen des Kanals, die der Vortragende mit einem Kahn befahren hat, weisen eine landschaftlich prächtige Szenerie auf, ähnlich der eines neu entdeckten Urwaldflusses. Interessant waren auch die Bilder der Panama-Eisenbahnlinie, die die gleiche Lage wie der projektierte Kanal hat. Der Panamakanal wird in erster Linie natürlich den Amerikanern Vorteil bringen, während der deutsche Handel weniger Ursache haben wird, sich seiner raschen Vollendung sehr zu freuen. Bei der Riesenenergie der Amerikaner könnte etwa schon im Jahre 1913 der Kanal für die vollständige Durchfahrt schiffbar sein. Doch wenn auch die baldige Wiederaufnahme der Arbeiten wahrscheinlich ist, so kann man mit absoluter Sicherheit über das Gelingen des großen Projektes einstweilen noch nichts Voraussagen. -o- Lollar, 17. Okt. Am Sonntag abend, als der Zug Lollar—Grünberg um 7 Uhr sich der Hauptstraße näherte und durch die Glocke sich anzeigte, kamen in Windeseile zwei Radfahrer angesaust, um noch über die Schienen zu kommen. Es gelang ihnen auch, doch der Letzte fuhr mit heftiger Gewalt auf einen auf der anderen Seite stehenden Mann, in dessen Nähe sich eine Frau mit Kind und eine Dame befanden. Hätte der Ueberfahrene nicht einen Herrn am Arm gehabt, so hätte Schlimmes passieren können. Der !)iadler stürzte, fich verletzend, der Ueberfahrene aber, dem der Radler auf den Leib fuhr und der bis jetzt noch nicht zu klagen hat, kam glücklich zu Fall. Der Radfahrer fuhr übrigens ohne Licht. Sehr beklaaenÄvert aber ist eß, daß bei der Bahnüberführung auf der Hauptstraße keine Schließungsstangen angelegt worden sind und keine Laterne ausgestellt ist. Letztere hätte wohl die Gemeinde aufzustellen. sd. Darmstadt, 18. Okt. (Eigener Drahtbericht.) Der 60jährige Dekan Sturmfels aus Seligenstadt, welcher gestern der Jahresversammlung der hessischen Missionskonferenz beiwohnte, ist am Abend, alß er um 9 Uhr nach Hause fahren wollte, an der Bahnsperre von einem Herzschlag getroffen, tot zusammengestürzt. Er war ein um die Mission sehr verdienter Geistlicher. VermUchte». * Berlin, 17. Okt. Der Tätrrschaft des an der Plätterin Wascher begangenen Lustmordes dringend verdächtig ist der 1876 geborene Zuhälter Alexander Baruth festgenommen worden. Baruth ist ein Trunkenbold, der sich von Frauenzimmern ernähren ließ. Er ist unter den Prostituierten gefürchtet, weil er sie oft roh mißhandelte und durch seine Geivalttätigkeit zu allem zwang, was ihm gerade gefällt, besonders, wenn er Wutanfälle bekommt. Baruth befand sich seit einiger Zeit in der Irrenanstalt zu Lichtenrade. In der Nacht zum Sonntag brach er dort auS, kam mit der Anstaltskteidung nach Berlin, die er im Trödelladen seiner Mutter mit anderer vertauschte. Er behauptet, daß er die Nacht über mit einem Wärter der Irrenanstalt auf dem Tanzboden gewesen sei. * Kleine Tageschrvnik. Arn Samstag abend wurde ein Attentat auf den L a n b r a t des Kreises Kehdingen (Hannover), Tr. Sckmidt-Schar f f, von einer unbekannten Dame verübt, die ihn vor seiner Wohnung in "Freiburg an der Elbe erwartete und zwei N e v o l v e r.sch ü s s e auf ihn abgab. Tie Tarne verübte Selbstmord. Die Verletzungen sind nicht lebensgefährlich. — Am Montag stießen in den Gütergleisen bei der Blockstation Hausbergen (Elsaß) die Güterzüg e 6044 und 6405 zusammen. Tot ist der Güterabfertjgungs- arbeiter Lutz. Verletzt wurden drei Zugbeamte, barunter einer schwer. Tie Ursache war bas Ueberfalyren bes geschlossenen Signals bei Nebel. — Tie gestern aus Wien gemeldete Bluttat in dem Schottenwalbe, welcher der Taschnermeister Teifel zum Opfer fiel, dürfte auf die Unvorsichtigkeit eines Ausflüglers zurückzuführen sein, der leichtsinnig mit einem Revolver hantierte. — Tirektor Manzoni von der Mailänder Gesellschaft Benedettt, die sick mit der Fabrikation kugelsicherer Brustpanzer befaßte,ist mit Hinterlassung zahlreicher Schulden geflüchtet. Er wird steckbrieflich verfolgt. Von den zahlreichen, aus dem Auslande eingelaufenen Bestellungen mit Vorausbezahlung wurde Feine einzige ausgeführt. — Tie Eheleute Klein, die verdächtig find, in Wien den Armenrat Sikora ermordet zu haben, wurden in Paris verhaftet. — Auf den Bericht, den der vom amerikanischen Handelsamte eingesetzte besondere Ausschuß über das Unglück auf dem Vergnügungsdampfer „General Slocum" erstattete, verfügte Präsident Roosevelt, baß Oberinspektor Rodie und die Tampferinspektoren Dumont und Barett ihres Dienstes wegen Pflichtvemachläffigung enthoben werden und daß das Schiffsinspektionswesen neu geregelt werden soll. — Im Judenv iertel im östlichen Teile von Brovklin geriet eine Mietskaserne in der Moorstraße in Brand, wobei sechs Personen erstickten und 15 Verletzungen erlitten. — Zwischen Go ch und Weeze (Rheinl.) stürzte ein Reisender aus dem Schnellzug Köln-Cleve, nachdem er die Kupeetür geöffnet hatte. Ter Kops wurde ihm vom Rumpfe getrennt. — In München wurde Rechtsanwalt Schiffner auf Regufiition der Staatsanwaltschaft wegen Unterschlagungen von Depots in Höhe von 12000 Mark verhaftet. LOUAKER OATSWCHg, gratis und so aussehen, franco in einer Send- 'n ung und vor dem 31. Dezember 1905 | zugehen. 50 Schutzmarken von 1 Pfd. Packeten oder WO ,, '/« Um deutliche Angabe des Namens und Adresse wird höfl. gebeten. ABTEILUNG t E. T- THE AMERICAN OEREÄL COMPANY, Kaiser Wilhelmstrasse 82, Hamburg. Kandel und Verkehr. Wokkswirischast. Hamburg, 17. Okt. Für morgen kündigten auch die Engrvs- und Kopfschlachter den AuSstand an, falls die Forderungen der Jnnungstzesellen inzwischen nickt zugestanden würden. Hibern ia. Tas Kamm erger i ch t stellte in der Hibemia» fache in der Beschwerdeinstanz den Beschluß des Hemer Amtsgerichts wieder her. Tas Kammergericht setzte also damit auf die Tagesordnung der Generalversammlung am 22. Oktober auch den Antrag auf Wiederaufhebung der Kapitals- erhöhungsbeschlusfe, sowie die Wahlen zum Aufsichtsrat. Tas Amtsgericht in Herne hat die Turchsührung der am 27. August beschlossenen Erhöhung deS Grundkapitals der Bergwerks-Gesellschaft „H i b c r n i a" um 61/? Millionen Mark ins Handelsregister eingetragen. Vom Geldmarkt. Tie Geldknappheit läßt nickt nach. T-as zeigte fich auch an der gestrigen Börse wieder. Es stand Nachfrage nach Geld nur geringes Angebot zu abermals erhöhtem Satze gegenüber. Ter Privatdiskont notierte in Frankfurt _a. JUi. 4 ein Achtel Prozent. Es ist leicht begreiflich, daß unterjolmcn Umständen die Börse äu.ßerste Zurückhaltung bewahrt und deutsche Staatsanleihen zu den an geboten en Artikeln gehören. Quaker Oats wird am besten und vorteilhaftesten In einem Quaker Oats Kocher zu bereitet Wir senden Gratis einen Quaker Oats Kocher an jede beliebige Adresse in Deutschland falls uns die unten angegebene Anzahl ' ~ Schutzmarken, die aus der Vorderseite JSk Ci u o A Q ■** p vO P 50 K UG P c ® s b «>' e 0 cn.t: — tsn. - — o o <53 (Ct eit *-<— <5 o S? C c *«P •- ,<-> cl» ' G P __ <53 O <5 L5 p >b»b p p CQ "-O "£ C u N o gvo tosx>&e $-> o e <53 o Z p «GL s <5 05» 05» (Ci O G -O 0061 'ks(L *1 tuoa 6un;hv8ßzio^ asq (puu )hvi!US)S3Z |ud)duqäödbgü »§6ü)§idiy asq )hvF -O a § e-co CO A§ZLI CO CD CO t* CO CD 00 r-( 1-1 ® OHCOOM C0 CO C0 C0 ■Ä S' c • • p -3 x - . G <5 —- c_> <*, k vID* '_, CG CG Q-.'XS\£y *£ 5 Q o - p g’-P ex <3'0*5 ‘S'S - . G - .P CT-G «CT ■«H Q c =5 ?6ö -’Si^xPc *g £ g *5 *5 5 *e v •- 5 c £‘s« p = :2c o-s g A^GSs;Zc3^SN§§K-ZlZS c* s5> ZL cS — 0 i P a> «-> . Z-P-LI ct^-x o r-» Cü S «3 LS r« «e Z o JO e c ü °_JO G G -»-7 ® ÄZ- .21 CG. Ä* 9- i® O >b c 5 s « o «* 5 ’p -O Z) P «- - ap " i: o a> °5 ‘ - - v P c <53 o G O 9 JO G P G LZ G <5 b§ r» '2 uo _L P = P v-> - B £ o ast . . <53 G M* G G O G <5 O <53 G C j= O G s , 0» = P P C Ö® vP £ O HS 2 £ >G vO cur S CD« CT g O cj o G R - 21 03 Q •*P o P- "G Z>b^ tG 05» cS ® 12 s ö Jsc® w ? S «i 8* a .H H RZ G -U M? <3 cEjQ -4-. =G Jg„ IP- <53 P 05» -(2 o p UD 05> <53 G G tC CG Z G VD G uO >8 <5 G O o 2 "bZ " *5t 05t <53 C « 2 «5» -^p 'S «g. .-LZ K § G - C X> ■P C X3 .5 05» 03^5 wP <5 <5 iü. G^ G X> C3 C3 <- :p er, >ffG •5 Z.^ ;P o» G ,G = 5^^ %. «5Q P 0 2 G) G l£D <4— *—- G •-' =C5 10 G «P- c O 21 *P . . P © CT rH C3 C0 xO C© C” s c ** P <53 G G *P <53 <53 P5* q, "P <53 G 2 *2 '? -olivianit Gießen. Herberg. Kekanntmachung. Die unterm 12. September l. Js. angeordnete Sperre ^er Kirchstraße zwischen Wetzstcingasse und Neustadt wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 17. Oktober 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ________________Herberg. _______________ Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanulisationsarbeiten wird das Straßenkreuz der Bismarck- und Stephan st raße von Dienstag, den 18. Oktober an auf 3 Tage für den Fuhrwerks* und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, am 17. Oktober 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Obst-Verkauf. Mittwoch den 19. Oktober 1904, nachmittags 3 Uhr, •ö erben im «Hofe der Stadtkuabenschule gegen Barzahlung versteigert: mehrere Körbe kleine Kasseler Reinetten, u 11 if Zucker-Reinetten, „ Goldparmänen, " " „ Goldpepin, " „ große Kochbirnen und mehrere Säcke Mostobst. Gießen, den 17. Oktober 1904. B17Ao Grobherzogliche -rgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung, betreffend den Anschluß von Grundstücken au die städtische Kanalisation. Nach § 38 der Polizeiverordnung, die Entwässerung von Grundstücken int Aktschluß an dte städtische Kanalisation in der Provinzialhauptstadt Gießen betreffend, vom 1. August 1904 sind die Pläne für die Erttivässerung aller bereits bebauten Grundstücke im Gebiete der allgemeinen Entwässerungsanlage spätestens drei Monate nach erfolgter Aufforderung vorzulegert und müssen die Ent- wäfferungsartlagen sechs Monate nach erfolgter Genehmigung der Pläne vorschriftsmäßig ausgeführt sein. Mit Fertigstellung der Kläranlagen (Herbst 1905) wird die Kanalisation in Betrieb genommen rverdert und die Aufforderung nach § 38 der genannten Polizeiverordnung wird für die Grundstücke an den Straßeit, in denen in den beiden letzten Jahreii Kartäle gelegt wurden, demnächst ergehen. Es empfiehlt sich, die Pläiie möglichst frühzeitig zu beschaffen und zur Genehmigung vorzulegen, unt später eine Ueberhüufung der Unternehmer und der städtischen Beamten mit Anschlußarbeiten zu vermeiden. In vielen Fällen kann der Anschluß mit Ausnahme der Abortanlagen schon jetzt derart erfolgen, daß nach Eröffnung des regelmäßigen Betriebes auch die Aborte durch eine geringfügige Aende- rung der Rohre angeschlossen werden können. Nach § 16 der Polizeiverordnung dürfen Entwässerungsanlagen nur durch die hierfür zugelassenen Unternehmer, die sich durch Zulassungsschein der Bürgermeisterei ausweisert können, ausgeführt werden. Wir machen ferner darauf aufmerksam, daß bei genehmigungspflichtigen 9leubanteit die Pläne für die Entivässerungsanlage gleichzeitig mit dem Baugesuch, bei allen übrigen Neubauten vier Wochen vor Baubeginn emgereicht werden müssen. Gießen, beit 15. Oktober 1904. _ B15/i0 Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung, betreffend < eit Anschluß von Grundstücken an die städtische Kanalisation. Eiitwässeriiiigsanlagen, die nad) dem 1. Dezember d. I. aus- gesührt werden, werden nut: dann abgenommen und an die städtische Kanalisation angeschlossen, wenn sie durch einen hierfür zugelassenen Unternehmer atisgesührt sind (§ 16 der Polizeiver- ordnung, die Entlvässerung von Grundstücken int Anschluß an die städtische Kanalisation in der Provinzialhauptstadt Gießen betreffend, vom 1. August 1904). Es empfiehlt sich daher, daß die Unternehmer, die solche Anlagen auszuführen beabsichtigeii, ihre Zulassung unter Vorlage ihres Befähigungsnachweises alsbald bei uns beantragen. Gießen, den 15. Oktober 1904. B17/i0 Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __Mecum._________________ Bekanntmachung. Die Besitzer von Obstbäumen der GemarkiNig Gießen iverden hiermit aufgesordert, zur Bekämpfung der Obstbaumschädliugc sänilliche Obstbäume bis Alute Noveniber gehörig abkratzen und mit Kalkmilch (gelöschtem Kalk, der mit viel Wasser verrührt ist) bestreichen zn lassen. Gießen, den 14. Oktober 1904. B17/i0 Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. SDlccuov Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir zur Kenntnis der Beteiligten. Gießen, den 18. Oktober 1904. Bw/10 Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. 23.: Lurschmann. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn: hier den zum Verfahren zugezogenen Teil der Gemarkung Heuchelheim. Montag den 24. Oktober 1904, nachmittags von 2 bis 3 Uhr, findet auf dem Gemeindehaus zu Heuchelheim bei Gießen die Entgegennahme der Wünsche bezüglich der Zuteilung der neuen Grundstücke von dem zum Feldbereinigungsverfahren Gießen rechts der Lahn mgezogenen Teil der Gemarkung Heuchelheim bei Gießen statt. Wünsche sind schriftlich abzufaffen und auf Papier in Aktengröße (mindestens 1/a Bogen) einzureichen. Wünsche, welche in dem oben genannten Termin nicht vorgebracht werden, haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. Friedberg, den 11. Oktober 1904. Der Großherzogliche Feldbereinigungs-Kommifsär: _______________Spamer, Kreisamtmann.______________ Mob ili ar-Versteig emag. Mittwoch den 19. Oktober d. I., nachmittags um 2i/t Uhr, werden in dem Hause Neustadt 55 (Bieker'scher Saal) nachverzeichnete Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: 2 vollständige Betten, 2 Waschkommoden, 1 Bertikow, 2 Küchenschränke und Tische, 1 Spiegel, Tische, 1 Nachtschränkchen, 1 Zimmerteppich, 1 Sopha und 2 Seffel, 1 Chaiselongue, dwerse Stühle, Vorhänge, Portieren usw. 7985 I. A.: Schneider. In der Küche sparen hilft H. E. Jughardt, Inh.: August Wallenfels, Marktplatz 15. MAGGI $ Wifi ^70 In allen Flaschen- WWUS LV. großen und nach- gefullt bestens empfohlen von C18/ip Tapisserie! Tapisserie! Sonnimstrake J. H. Fahr Sonucustraße empfiehlt den ©ingang ganz besonders schöner in gezeichneten und angefangeuen Arbeiten, /llinjUlUB sowie aller Arten Stoffe, Matcrtalieu nnb sonstigen in sein Fach einschlagenden Artikeln zu Oiffigflen ^rciscu. 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