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Witiko: für »Stadt und Land^ und ,Genchlssaaf: August Goetz, für den Anzeigenteil: Han« Beck. Nr. 193 Orltbeiul täglich außer Sonntag«. Dem G,etzener Anzeiger werden im Wechsel mit dem heimlichen Landwirt die Siebener Familien- Hättet mermal m der Woche bciflelegL KolationSdruck a. Verlag der Brühl sichen Unwerf.-Buch-u. Stein* druckerei 9t kanga. Redaktton, GrvedMon und Druckerei. Schulpratz« 1. ttbrefie für Deveschen: Anzeiger Gießen. FernlprechanichlnßNr 51. Iie yeunge Wummer umfaßt 8 Setten. ?» ....." ■ -L —Ü5±™ ----1B1Ü '.""■l1- - -g-LLLriLJ-J1..»!'... Japanische Leistu»f,sfähigKeit. Der gegenwärtige Stand der Ereignisse.in Oftasicn bildet nach der, tote es scheint, saft völligen Vernichtung der rusfischen Flotte einen vorläufigen Abschluß der japanischen Flottentätigkeit. Wenn die voraussichtliche Ruhe für daS Gros der japanischen Flotte sich vielleicht auch nur auf einige Monate erstreckt, jo wird die Flotte doch in der Lage sein, von einer Anspannung und einer Leistung auszurnhrn, welche in der Soekriegsgeschichte völlig ohne Beispiel dasteht. Tie japanische Flotte befinbet sich seit dem Februar, d. h. seit sechs Monaten, fast unausgesetzt unter Dampf und in Sch la cht - bereitschaft. Was das heißen will, läßt sich kaum in.wenigen Worten zusammenfassen. Deutschland hat seinerseits in Seekriegen noch kaum eine Erfahrung. Wenn aber etwas zum Ver- gelich herangezogen werden kann, so ist es vielleicht die Blockade der ostafrikanisck-en Küste 1889 unter Aldrniral Deinhardt. Hier war von einer dauernden Gefechtsbereitschaft, von einem dauernden Unterdampshalten deS Kreuzergeschwaders zwar keine Rede, wohl aber von einer fortgesetzten Anspannung der Offiziere und Mannschaften durch Kreuzfahrten mittels der Barkassen und Boote 8itr Unterdrückung des Sllavenhandels. Ungleich größer ist die Leistung, welche die japanische Gescnnt- flotte hinter sich hat. Inwieweit das Flotten material darunter gelt tte n hat, ist nicht zu übersehen und wird kaum jemals der Oeffentlichkeit übergeben werden. Ta'ß die üblen Einwirkungen auf die Schiffe trotz der gewaltigen Anstrengungen nicht so groß gewesen sind, scheinen die letzten Ereignisse sowohl beim Geschwader des Admirals Togo, wie beim Geschwader des Admirals Kamimura zu beweisen. Ja, selbst die Einbuße an Geschwindigkeit fdtcint nicht so groß gewesen zu sein, wie man mit Recht glaubte annehnten zu dürfen. Es kann vorausgesetzt werden, daß die Schiffe einzeln auS dem Geschtoaderverbande gelegentlich herausgezogen woroen sind und in den japanischen Staatsdocks wenigstens die notwendigsten Ausbesstningen, Kessel- und Bodenreinigungen erfahren haben. Immerhin aber läßt sich aus der bisherigen Tättgkeit der japanischen Flotte die Lehre ziehen, daß die bis zum höchsten Maße angespannte Feuerwirkung der großen Schiffsgeschütze eine geringere Wirkung auf die Schiffskörper ausgeübt hat, als man glaubte, und daß ferner die auf den japanischen Schiffen zur Ver- wendting gekommenen Kesselshsteme ihre Gewaltprobe außerordentlich gut bestanden haben. Es mag dabei bemerkt werden, daß ein Teil der japanischen .Kriegsschiffe mit einem von dem japanischen Flotteningenieur Miyabara erfundenen Kesselsystem versehen sind. Eine der wichtigsten Fragen für ein Geschwader, die Kohlenübernahme, ist in Japan in mehr als hervorragender Weise geregelt. Nagasaki gehört zu den drei Welthäfen, in denen die Kohlenübernahme am schnellsten und einfachsten sich vollzieht. Diese drei Häfen sind Nagasaki, Port Said und St. Thomas, wobei Nagasaki die Führung behauptet. Weit h'cher. als die Widerstandsfähigkeit des schwimmenden Materials, ist der Geist der japanischen Bemannung vom kommandierenden Admiral bis zum letzten Schiffsjungen Drunter einzuschätzen. Vis zu einem gewissen Grade erklärlich wird er durch den Umstand, daß Japan in viel höherem Grade wie England eine für dieSee geboren eund mit derselben vertraute Bevölkerung besitzt. Tas erklärt sich ziemlich einfach aus dem Umstand, daß infolge der japanischen Ernährungsweise und des außerordentlich starken Verbrauchs an Fischen oie Fisck'-erbevölkerung ungemein viel größer ist, als beispielsweise in England. Nicht ohne Interesse ist es, mit Rücksicht auf die körperliche Widerstandsfähigkeit der Japaner und zwar nicht nur mit Bezug auf die japanischen Seeleute, sondern auch mit Bezug auf die Landarmee darauf hinzuweisen, baß, wie es scheint, .in Europa eine völlige Unterschätzung oder Unkenntnis dieser körperlichen Leistungsfähigkeit Platz gegriffen hat. Eine Fachautorität, Professor von Baelz in Japan, hat bereits 1886 zwei Monographien über den Körperbau und die körperliche Leistungsfähigkeit der Japaner veröffentlicht, in denen er diese Leistungsfähigkeit auf Grund seiner Erfahrungen und an der Hand von Beispielen ganz außerordentlich hoch und vor allen Dingen weit über den Durchschnitt der Leistungsfähigkeit der arischen Nassen stellt. , In den Hafenstädten hantieren die Ladekulis mit dem Pikul Reis, d. h. entern Gewicht von 140 Pfund, so tote bei uns die Maurer mit Ziegelsteinen: d. h. sie werfen sich die PikulS auf eine Entfernung von 2 bis 3 Fuß 311 und halten diese Tätigkeit durchschnittlich 8 bis 10 Stunden im Tage aus. In Stein- und Erzbrüchen in den japanischen Gebirgen schleppen die Kulis Lasten im Gewichte von drei Zentnern und mehr bergauf und bergab in einem fabelhaftm Tempo. Die Abhärtung gegen klimatische Einflüsse ergibt sich von selbst aus der Lage Japans, seinen meteorologischen Verhältnissen und in der Hauptbeschäftigung seiner Bewohner, dem Reisbau. Ter geisttge Wert der japanischen Truppen zu Lande und zur See ist im gegenwärttgen Feldzuge and) Europa bekannt geworden. Wissen hätte man können, daß die japanische Ttlrchschnittsbildung sehr groß ist, und daß als Grundlage der Erziehung die Vaterlandsliebe einen Fonds b'ldet, welcher durch keine Mühen und Gefahren erschöpft wirb. Tie patriotische Opferwilligkeit der Gesamtbevölkerung steht außer Zweifel, und selbst, wenn sie sich erschöpfen sollte, so sind die natürlick)en Hilfsquellen Japans groß genug, um ihm Kredit zu versckmfsen, umsomehr, als unter allen Umständen, wie dies auch durch Berichte aus Japan selbst fortwährend bestätigt wird, nach dem Feldzüge ein bedeutendes Emporschnellen der Industrie und des Berk-'hrs mit Sicherheit erwartet wird;___ z>er Krikg jroifdkn Japan und Kußland. Port Arthur. Tschifu, 17. Aug. (Reuter.) Die Japa ner fuhren fn die Taubenbucht ein und rilckten von Palingtschlng aus, zwei Meilen nördlich von Port Arthur, gegen bie Festung vor. In der letzten Nacht wurde Port Arthur von der Taubenbucht her bombardiert. Pe terSburg, 17. Aug. Die „Ruff. Tel.-Ag" meldet aus Mukden vom 17. August: 92 Bürger aus Port 'Arthur sind mit ihren Familien dort eingetroffen. Die Japaner erklärten, dies sei der letzte Schub, dem sie gestattet hätten, die belagerte Stadt zu verlassen. Weitere Schiffe m i t Fl l ch t li n g en würden in den Grun d gebohrt werden. Ein derartiges Schiff würde genommen. seiner Masten und Segel beraubt und so auf hoher See sich selbst überlassen. Das B e rh a ltc n d er Garnis0n istbewundern swert. Die Bürger der Stadt treten in die Reihen der Truppen ein. Paris, 17. Aug. Nach einer Depesche aus Tschifu hat noch nicht die ganze Zivilbevölkerung Port Arthur verlassen. Man schätzt die Zahl der weiblichen Personen innerhalb des Festungsbereichis auf 500. General Stössel zögert noch, die an das freie Geleit für die Zivilbevölkerung von Port Arthur geknüpften japanischen Bedingungen anzunehmen. Es verlautet, daß zwischen dem Vertreter Stössels und dem Befehlshaber der japanisechn Armee Verhandlungen stattfinden, die bisher resultatlos verliefen. London, 17. Aug. Aus Tokio toirb englischen Blattern gedrahtet, daß die Japaner die Russen nachts, stürmend auf die inneren Nordostsorts, zurücktrieben. Tie japanischen Batterien bestreichen jetzt die Stadt und den Hafen. Tie Stadt brennt an mehreren Stellen. Oyama unterbrach die Beschießung morgens, um Antwort auf eine Aufforderung zur Uebergabe Port Arthurs abzuwarten. — Dem „Daily Expreß" zufolge wurde der neue Ausfall der russischen Flotte wiederum durch die Heftigkeit des japanischen Artilleriefeuers von den Stellungen um Port Arthur veranlaßt. Tie russischen Schiffe waren zur Schlacht vorbereitet, .aber da sie fanden, daß ihre Ausfahrt bemerkt worden war, und sie fürchteten, daß sie weit weg vom Hafen gelockt werden sollten, traten sie den Rückzug an. Weiteres vom Kriegsschauplätze. Petersburg, 17. Aug. Wie General Kuropatkin an den Kaiser vom 16. August meldet, sin-d bei der Armee keine besonderen Veränderungen eingetreten. Es regnet fortgesetzt. Ucberall machen sich die Chunchusen sehr bemerkbar. Wre gemeldet wird, erbauten die Japaner zwischen Föngwmtgtschöng und Lianschanguan eine schmalspurige Eisenbahn, auf der die Wagen von Menschen gezogen werden. Tokio, 17. Aug. (Reuter.) Nach einem ergänzenden Bericht des Admirals Togo belaufen sich die j a p a n i s ch e n Verluste in der Seeschlacht vom 10. August auf 22 5 Mann. Paris, 17. Aug. Nach Tokioer Meldungen bat Admiral Kamimura Maßregeln getroffen, um dem „N 0 w i k" d e n W e g nach Wladiwostok zu verlegen, doch scheint der Kommandant des russischen Kreuzers über die japanischen Schiffe gut unterrichtet zu sein. Er konnte gestern unbehindert von Kiuschiu nordwärts abdampfen. Tas Schiff wurde japanischerseits 8 n spät gesichtet. Japans Bedingungen. Paris, 17. Aug. Tie in Tokio erscheinende Zeitung „Taigo", die angeblich mit der japanischen Negierung häufig Fühlung hat, faßt die Bedingungen Japans zum end- giltigen Friedensschluß wie folgt zusammen: lieber* nähme der chinesischen Ostbahn in japanischen Betrieb und völlige Rückgabe der Mandschurei an China bis irgend ein Zwischenfall die Annektion durch Japan gestattet. Ferner muß Sibirien bis zum Jenisey oder wenigstens bis zum Lena japanisch werden, ebenso Port Arthur und Talny, eine Zone der Halb'nsel Liaotung und im Interesse der Entwickelung der japanischen Fischerei die Insel Z a ch a l i n. Als Kriegsentschädigung würde eine Milliarde Rubel gefordert werden. • Die Reschitelny-Affaire. Petersburg, 17. Aug. Lambsdorff setzte bereits sämtliche Mächte in Kenntnis von dem Protest, den er wegen des völkerrechtswidrigen Vorgehens Japans in Tschifu erhoben hat. London, 17. Aug. Nach Meldungen auS Pckng verlangt Rußland wegen der Unterstützung gelegentlich der Heransschaff- ung des „Reschitelny" aus dem Hafen von Tschifu durch die Japaner die T e g r a d a t i 0 n des Admiral Sah sowie die Verse hung des Residenten — Eine Pekinger Drahtung der „Timeö" meldet, Herr v. Lesser überreichte der chinesischen Regierung eine scharfe Note, die daS Verlanaen enthält. China softe die „Reschitelny" wieder erlangen und den Marinebcfehls- haber in Tschifu degradi-'ren. Tie Chinesen hoffen, Japan werde die „Reschitelny" freiwillig unter cknnesische Obhut stellen. Tie Meldung, paß Frankreich und Deutschland das Verlangen Rußlands unterstützen, sei unbegründet. Tsingtau, 17. Aug. Ein japanischer Kreuzer und vier Torpedoboote kreuzen vor der Kiautschou-Bucht, um die im Hafen liegenden desannierten russischen Schisse zu überwachen Nusfische Uebergriffe. Nagasaki, 17. Aug. (Reuter.) Tie aus dem Dampfer „Prinz He in r ich" im Roten Meer dttrch die Russen beschlagnahmten Postsäcke sind hier eingetroffen uno wurden in Gegenwart deS deutschen, französischen und englischen Konsuls geöffnet und geprüft. Biele eingeschriebene und gewöhnliche Briefe fehlen Tie Konsuln bereiten einen energischen Protest vor. London, 17. Aug. Nack einer Drahtmeldung aus Ajaeeio berichtet der englische Kohlendampfer „Seotian", daß er am 12. August westlich an der Straße von Gibraltar durch den russischen Kreuzer „Ural", dem srüh.'ren Dampfer des Norddeutsch-'n Lloyd „Kaiserin Maria Thern'sia", a n g c h a l - ten wurde. Er erhielt die Erlinibnis, seine Fahrt fortzusetzen. Ter Kommandant des „Ural", teilte ihm mit, daß er nach mehr als 200 Dampfern suchte, die .Krieg^ontrebande zur Weiter^' Verschiffung in spanischen und italienischen Häfen an Bord litten. DaS Alter der japanischen Generale. Die »Meltkorresp.^ erhält auB Tokio die nachstehende Zusammenstellung des Alters der wpamschen Generale. nach ist Marschall Jamaqata Marschall Ojama General Graf Nozu Gras Katznra General Baron Kuroki General Baron Oku General Baron Noch General Baron Kodanta General Prinz Fuslumi Wenn inan bedenkt, 66 Jahre 2 Monate 61 Jahre 8 Monate 62 Jahre 2 Monate (4 Armee) 56 Jahre 7 Monate 60 Jahre 8 Monate <1. Armeen 57 Jahre 7 Monate (2. Armee) 54 Jahre 7 Monate (8. Armee) 52 Jahre 4 Monate 46 Jahres Monate alt. daß der Javaner allerspätestens Damit dem 50. Jahre inö Altenteil (inkyo) zu gehen pflegt, so können diese Leute dem jungen Japaner wirklich zum Vorbilde dienen. Rangerhöhungen kaiserlicher Prinzen im japanischen Heere. Die Tokioer Zeitungen veröffentlichen die Mitteilung, daß Se. M. Kaiser Mutsu Hito S. K. H. den Prinzen Fushimi, welcher in der Schlacht von Nanschau (bei uns gewöhnlich nach der Stadt Kintschou genannt) die 1. Division führte, zum General der Infanterie und S. K. H. den Prinzen Arisugawa, Vizeadmiral der Flotte, zum Admiral befördert hat. Großfürst Boris. London, 17. Aug. Nach einer Meldung aus Petersburg soll der Großfürst Boris wegen neuer Differenzen mit Kuropatkin endgiltig aus dem russischen Hauptquartier entfernt worden sein. ■' ■■■■!. .. ■■ '_J.■*!■!_J-”1_ dE-„1 "J._ 1 ■ ! T—^?— Die Derfoli'ung der Kerero. Ein neues Gefecht. Aus Südwestafrika traf heute eine neue Meldung des Generals von Trotha ein, nach der die Deutschen bet der Verfolgung der nach Osten abziehenden Herero wiedertun ein blutiges Gefecht zu bestehen hatten. General v. Trotha meldet aus Hatnakari: Der Feind ist nach dem Gefechte am 11. August in voller panikartiger Flucht unter Zurücklassung von sehr vielem Vieh, Habseligkeiten und zahlreichen Leichen hauptsächlich in östlicher Richtung zurückgegangen. Ich verfolgte starke feindliche Kräfte mit den vereinigten Abteilungen Deimling und Mühlensels mit einem Gewaltmarsch bis in die Gegend von Omutjatjewa, wo gänzlicher Mangel an Weide und Wasser und die Trennung de§ Feindes die Einstellung der Verfolgung bedingte. Zahlreiches Vieh wurde erbeutet, v. Estorfs verfolgte von Norden umfaffend und schlug heute, am 15., Herero- banden, die den Omuramba abwärts zogen. Der Feind hatte große Verluste. Diesseits tot fünf Mann, verwundet Oberleutnant Bischoff, Leutnant von Meien und fünf Mann. Der Ort Omtlsiatjewa, wo die Verfolgung der Herero von den Abteiltrngen Deimling und Mühlenfels eingestellt werden mußte, liegt ungefähr 35 Kilometer südöstlich von Waterberg. Die Öerero sind alsdann am Omuramba-Fluß, welcher das Waterberg- Plateau südlich umfließt, entlang gezogen und von der Abteilung Estorff, die, wie berichtet, östlich von Waterberg stand, angegriffen worden. Ob es Estorff gelungen ist, den weiteren Abzug der Herero nach Osten hin aufzuhalten, geht aus dem Bericht Trochas nicht hervor. Ferner bestätigt General v. Trotha, daß Leutnant v. Bodenhausen und 8 Mann von der 1. Kompanie, 2. Regiment, am 6. August auf der Rückkehr von einer Patrouille nach Waterberg überfallen und getötet wurden. Die Leichen wurden am 7. August halbwegs nach Witerberg am Osandjackeberg gefunden und beerdigt. Zwei Mann der Patrouille werden vermißt. ♦ Kiel, 17. Aug. Prinz Heinrich von Preußen ließ sich die auS Deutsch-Südwestafrika zurückgekehrten abgelüsten Seesoldaten vorstellen. Auf die Frage, ob die Seesoldaten denn noch einmal nach Südwestafrika auSrücken würden, antworteten alle freudig ja. Dolitische Tagesschau. Dr. Stübel. Jnbezug auf die Nachricht vom Rücktritt deS Kolonialdirektors Dr. Stübel erinnert uns einer unserer Berliner Mitarbeiter, daß er bereits vor Monaten auf Grund zuverläffiger Informationen in der Lage war, mitzuteilen, daß Dr. Stübel fest entschloffen sei, zurüekzutreten, daß er sich aber habe bewegen lasten, bis zur endgilttgen Niedenverfung der Herero an der Spitze der Kolonialabteilung zu bleiben. Der Sieg der Generals v. Trotha hat nun das Ende der militärischen Operationen naher gerückt, und es ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß Dr. Stübel die neue Nachtragsforderung für Südwestafrika nicht mehr im Reichstag vertreten wird, die beiläusig erst im Januar eingebracht werden dürfte. In Kolonialkreisen glaubt man, der Kaiser werde zum Nachfolger Dr. Stübels einen Mann der kolonialen Praxis erwählen. Nach den ilüt dem Herero-Ausstand gemachtm Erfahrungen ist dak allerdings wahrscheinlich. Voraussetzung für das erfolgreiche Wirken auch eines Kolonialpraktikers aber bleibt die Reform der gesamten Zentralverwaltung. Hier muß das Büreaukratisch-Schematische tunlichst auSge- tnerzt werden. Leutwein wäre der rechte Mann, den frischen Geist der Praxis an den grünen Tisch irach Berlin zu tragen, und seine Ernennung zum Kolonialdir-ektor würde ihm and) eine gewisse Genugtuung bedeuten nach dem Ungemach, das der Herero-Ausstand nicht zuletzt für ihn im Gefolge hatte. • Frank. Snsan Anthony und die deutsche Jntevigeuz. Bei G?l^genh it deS Berlin r internaftonalen Frauenkon-refset hakle man das greife amerikanische Fruul in Susan Duthany sie ist, beiläufig gesagt, einige 80 Jahre alt gefeiert mit Hymnen, Lorbeerkrän^en und d rgleictvn i tönen Tin gen. Fräulein Anthnm aber kehrte beim m ißren Amerilan« rinnen und revanchierte sich bunt ’ne Veröffentlichung eines Urteil# tibc\ die Ten sichen ui tvr awerikanffttzen Puffe, in denen cd u a. hieß- Mahnungen und Warnungen feiner intern ntciyi die Zugspitze allein zu besteigen; er wollte sogn i'tten durchs 5>ülseni«il itnfeniernnen. Seine 6(i stieg durchs Höllental unternehmen. Seine Eltern, deren einziger Sohn er ist, haben jede Hoffnung auf seine Heimkehr aufaegeben. * D i e Zarina. Me Bresnitz v. Svdacoff in einem jüngst erschienenen Buche „Intime- au- dem Reiche Rile- laus II." erfühlt, bringt die Asarina eine ausgezeichnete Mutter, den größten leit des Tages in der ^jellsedaft ihrer Linder zu. In der Kinderstube wird franHösisch ge- ober tötlich verwundet. Newyork, 17. Aug. DaS Mcrrinedepartemcnt hat den Bau eines Kreuzers nach einem neue n Typ Dcrmiidftci. ' Breslau, 17.Aug. Bei der gestrigen FeuerS bru nst in Ratiborhammer, bei welcher 107 Gebäude eingeäschert sind, wurde die ganze Ernte nnd da« gesamte Mobiliar ein Raub der Flammen. In Pawlau sind 12 Gebäude nieder- gebrannt. • Metz, 17. Aug. 9luB Furcht vor der Strafe wegen Verleumdung Vorgesetzter in einem anonymen Bues an den Obersten deS Regiments erschoß sich der Gc- sreite Munding vom bayerischen Insanterie-Regnuent Nr. 8. • Dover, 17. Aug. Ein holländischer Schlepper sank infolge einer Kollision im Kanal. Acht Mann von der Besatzung sind ertrunken, nur einer ist gerettet. • Amsterdam, 17. Aug. Bei Geilenkirchen wurden in den letzten Tagen durch einen großen Waldbrand tausend Morgen vernichtet. • Bozen, 17. Aug. Von der Napsspitze in den Zillertaler Alpen stürzte der Tourist RosanSki aus Petersburg ab und trug mehrfache Verletzungen davon. • Minsk, 17. Aug. Tie Stadt WoloSkin (Gouvernement Wilna) ist durch eine Feuersbrunst vollständig leben schloß. K., der Gründer der Firma M. Kahn Söhne, war in früheren Jahren 1. Vorsteher der iSrael. Gemeinde Gedern. Aus dem Gebiete der Wohltätigkeit hat sich daS Ehepaar hervorgetan. Dem Ehebunde entsprossen zwei Söhne, eine Tochter und vier Enkel. Herr K. ist 79, die Jubilarin 76 Jahre alt, und beide sind noch rüstig. — In Fulda haben die Arbeiter Dörtchmann und H»ick den beim Kanalbau beschäftigten Rohrleger Heinrich Bonk ou6 Ostpreußen nach einem Wortwechsel aus offener Straße niedergestochen. — Die Emweihung der restaurierten St. Markudkirche in Butzbach wird am 23. Oktober stattsinden. Die Kirche soll elektrisch beleuchtet werden. Der Lieserant der neuen Orgel ist I. H. Förster in Sich. — Wir lesen im /Mainzer Jour- naP, daß eS in einem Hotel ersten Ranges in Friedberg zwischen drei seingekleideten Damen, Kurgästen auS Bad- Rau heim, zu einer heftigen Prügelei gekommen sein soll. Ursache: daS ewig Männliche! angeblich ein junger Arzt. Völkern! , , Ischl, 17. Aug. Küiser Franz Joseph ist heute abend auS Marienbad wieder hier eingetroffm Konstantins pel, 17. Aug. Die Pforte unterhandelt neuerdings wegen einer Plahanle ihe im Betrage von 200 000 Pfund zur Bestreitung der Sold za hl- ungen beim Feste der Thronbesteigung deS Deutsches Deich. Berlin, 17. Aug. Der Kaiser wird geTcgentTidi ferner Anwesenheit in Altona zu Anfang September dem Ministerresidenten Dr. Rücker-Jenisch auf dessen Besitzung in Llcin-Flottbek einen Besuch abstatten Ter Reichskanzler Graf Bülow wird während des Kai'eraufenthaltes in Altona bei Tr. Rücker-Jenisch wohnen. Die gemeldet wird, hat der österreichische Thronfolger seine Teilnahme an der Kaiserparade bei Mona a b s a g e n lassen. Der „Staatsanz." veröffentlicht das Gesetz vom 4. August betreffend die Aenderung von Amtsgerichtsbezirken. Hamburg, 17. Aug. Ein Festmahl fand heute abend fn dem Rathause zu Ehren der Offiziere des hier anwesenden norwegischen Geschwaders statt. Bürgermeister Durckard hieß die Offiziere willkommen. Trotz der hundertjährigen vielfachen Handelsberiehungen zwischen Hamburg und Norwegen sei es daS erste Mal, daß norwegische Kriegsschiffe den Hamburger Hafen besuchten. Der gegenwärtige Besuch bedeute für Hamburg eine große Ehre. Der Redner wies dann auf den stetig wachsenden ^Reiseverkehr nach Norwegen hin, der besonders durch das Interesse des deutschen Kaisers für Nord land gefördert' werde, und wünschte, daß die herzliche Freundschaft, die zwischen den Herrschern beider Länder bestehe, für die beiden Völker vorbildlich sein möge. Burchard schloß mit einem Toast auf den deuffchen Rirfer und König Oskar. Ter Kommandant des norwegischen Geschwaders, Vizeadmiral Sperre, dankte mit einer Ansprache für den schönen Empfang. Es sei für die Offiziere und Mannschaften eine aufrichtige Freude gewesen, der Hansastadt Hamburg einen Besuch abzustatten, der Gelegenheit gegeben habe, dem deutschen Volke eine Aufmerksamkeit zu erweisen, das immer, und nicht am wenigsten im letzten Jahre, so große Beweise seines warmen Herzens und der Sympathie für Norwegen gegeben habe. Der Admiral betonte schließlich die innigen Beziehungen, die stets zwischen Hamburg und Norwegen bestanden hätten und die nicht nur auf gemeinschaftlichen Interessen, sondern in hohem Maße auch auf gegen fettiger Hochachtung und Vertrauen bmifjen. Er schloß mit einem Hoch auf die Freie und Hansastadt Hamburg. Breslau, 17. Aug. Tie maßgebenden Firmen des Breslauer Futtermit telhandels sowie die Handelskammer richteten an die Regierung eine Petttton, in der sie die Regierung zur Protesterhebung gegen das österreichische Ausfuhrverbot für Futtermittel vom 11. August aufiordern, weil es den deutsch-österreichischen handelsverttag verletzt. Thorn, 17. Aug. Mit der Entfestigung der inneren Stadt wird jetzt insofern begonnen, als nach der Bromberger und der Kulmer Vorstadt hin zwei große Durchbrüche durch die Festungsumwallung mit Genehmigung des Kriegsministeriums erfolgen. br utftben Krauen sind aber immer noch G e s ä' ö v s c alten TrVbitifn' Bon den b e u t i ifpielAveife Me «Interitaner.i* kommi vom B > ertriukc n." Nun muß es sich da- luiH M ptiu'nn 'flntbont' «efafien Een. bah si' von "«er der FLHrennnen lxr beurfdwn Frauenbewegung oebnbrenbe Jured t rortiunii erfävtt. In her von ihr neuerdings r ,n » rauen Runds ci u" schreibt unsere früdere geswüdtc Mit Arbeiterin KrL Tr. Ella M ensch: , Tie englisch-amerik''niscbe Frauenbewegimg zeichnet siw au# bunh große Betriebs imkeit. tons ouente Tur ' s *"""0 von Paragraphen und Statuten. Eine praktische Nücl^ernh^t. welche mitunter ,u tcnirx-tomcntv.llcr Mbift afeit ft» titm kann aber niemals ibeale S<6muiwjraft anntmmt, brfldt_b« ganzen Arbeit ihren ctemfrl auf. Tie -einen 4>:6etfrt n S J Kr. bie itKiten Ausblicke, welche b-.nr Teutsche durch bunbertiSbrifle Tradition nun einmal unentb brhd bfilt bei Programmen, welch, bie Gesell,dm,t reformierenJollen, jeb en gant ober sind so fpärlib norlwnben. bo Uw" bet ihrem Aul neten sosort bie starke Boeinfliissung d'utsckw Geiste« kultur feststellen können. ,Ti._ iirotc Ackickt Uler w bu l. g lanb gehabt, bie George Glliot. bat diese Beemslussung auch ftelS ftciwillig eingestanden. nr-tx, Im Lande der Sbncr-®f»enbacb, N'cearba knub. jold »un Klara Biebig um nur einige Nangoolle 'Kamen »u nennen." rrirft die Intelligenz. ..Aber welche die «-"'kntfdKn Franenreck'tlerinnen oertiigcn. nirfrt gor ,o M>rfld*nb unb me- berlMiettemb datz wir boneben gan, bcs eigenen W.rt« und HeMbewubtsein« oerluP.ig . gelxm rmj den Indern Nein en Müncbener Roman her Leon e Ne^rhm N-r 3- I (mb originalere Ib.n-n über Fr.iuenreb, imd orauenart tmMtin ay .Idie Schleppschisfahrt zwischen Köln und Mannheim schützen und Schnellfeucrgeschüpen armiert werden. —loodftänbtg eingestellt werden muhte. Unter der Negerbevölkerung ist eine Panik auS- Eanber Pegel nähert sich allmählich der Nir die SchifsahN gebrochen, weil ein Neger in einer Versammlung erhärte, gezogenen Grenze von 1.30 M. Die vollständige Einstellung das Ende der Welt stehe bevor. Infolgedessen haben ber oberrheinischen Schiffahrt ist, wenn die Trockenheit an- zahlreiche Fabriken, welche Neger bescho^ erftvebt ivcrbcn, koste eß, maS eß wolle. Der Reichs- bann der Kaiser scherzhaft, her fR a 11 e n f» n a e r ifrnnn fpvn({) Mcocntloro Einsicht unb Energie ab ffrin' doch n t chtein al I;ug und verstand e» überdaupt, gegen die leitenden deutschen M h n n°$inb*er n r b an b en fet Als das Kais^ StaatSmöiiner die liüstigs.en Sottisen vorzubringcn, ohne doch paar Me DftserbE ^issierte, brachte auch der Ratten- in der Form eigentlich verletzend zu werden. Das konscssio- änner seine Huldigung dar; er zog mit einer Schar Kinder neüe Element solle unter aQcn Uniftanbcn a»8 der Politik n den dislorischen Kostümen des 13. Jahrhunderts auf und auSgeschieden werden. Die derzeitige MachistcUiing des bot einen reizvollen Anblick. ZentruinS im Reiche sei wegen deS römischen ®infiime3 aus —--------—----------------------------------------- — diese Partei höchst bedenklich. DaS politische ZukunstSideal ^olonialvost. sei eine rcichötreue, aber entschiedene Opposition, die in bfv r. r P CTriHf biß an die Greine des Möglichen unb -straf* — Die nutz Duala in Kamerun hierher gekommene "um viv an du wuhjc j ) ®attin bc» Hauptmann« Wilhelm Langheld, eine« baren gebe Regierungspräsident hat an die d« ältesten afrikanischen Offiziere, erlag dem T-op-n. ? biS«Ku«; de« Alkohol- ' cber. ____________________ mißbrauch« betreffcnbeS Schreiben gerichtet. In bemselben wirb daraus hingewiesen, baß bereits in einer Reihe größerer AUölÜIlv. Betriebe Vorkehrungen zur Bekämpfung beS übeniiäßigen Amsterdam 17 Aua. GroßeHeiterkeit rrrrgtr AlkodolgcnuffcS getroffen seien, z. B. d,wch EewShrung ans dem in t c rna ti analen sozialistischen Kan- alkoholfreier Eelranke in den Kantinen, Emrichlnng von grosse in der Kommission für die soziasisrische Taktik, UnterkunfiSräiiineu unb Speisesälen für die Arbeiter, da« als Tr Viktor Adler in einer Rede, worin er die gewaltigen verbot deS AlkoholgenuffeS in den Betriebsstätten durch die Unterschiede der Lage in den einzelnen Ländern H^vorhob, TlrbeitSordmmgen, zweckmäßige Lage von Ort unb Zeit ber bemerkte, Bebel wolle ihn zum Jaur^Sisten machen, und ^«lobnuna ufro. An die Handelskammer wird daß Ersuchen JaursS selbst dabei „Pfui" rief Resultat^or end- ^cv Frage der Bekämpfung deS AlkoholiSmus ihr giftigen Abstimmung über diesen Punkt ist; zweifelhas!- d° ,,,zuwenden und auf immer weitere Einführung ge- kLNK. » ** beben "Sieb au? Die^Hoffäuder^ra^n eine neue Reso-si Kleine Mitteilungen au5 He ss en und den lution ein, die von allen bisher vorliegenden Resolutionen Nachbarstaaten. Am 24. August werben 60 Jahre ver den versöhnlichsten Charakter trägt. floffen sein, seit daS Ehepaar Michael Kahn unb tvrau Genf, 17. Aug. Russische Revolutionäre haben Marianne, geb. Aul, in Gebern den Bunb für daS^iLhe- gcHcm eine Versammlung in einer Ortschaft nahe der fran- - - - • "" Asischen Grenze abgehalten und beschlossen, die nihilistische Propaganda in Rußland zu verdoppeln und ein neue- Manifest zu vcröffentlickren. Dien, 17. Aug. Die „Diener Dbendpost" feiert das morgige 74. Gebur tSfest deS Kaisers und schreibt: Die Völker der Monarchie sind angesichts der Verehrung, die auch daS Ausland ihrem Kaiser zollt, mit fteudigem Stolze erfüllt, daß er überall als eines der mächtigsten Palladien deS europäischen Friedens und als leuchtende- Vorbild nieermüdender Pffichterfüllung hoch geschätzt wird. Denn morgen sich m allen Orten der Monarchie die Glau- bigen im Hause GotteS zum Gxbctc versammeln, wird sich .n Millionen Herzen mit dem heißen Danke an den Allmächtigen, der unS einen solchen Herrscher geschenkt hat, daS inbrünstige Flehen vereinen: Gott schütze und segne unseren Kaiser und erhalte ihn noch lange feinen getreuen Sä •* £ 7'? nb (k S,1(fc> 79« ob Jll5V?10- .2 * »oiitif ’ w? beä n ? dkl " unb Straf. ^‘hcl «Mit s «ltobo(. ?n, Melbej . f Ater \ “^äBigeo en>öt)rung Qtimg von .. ' '^r, ba§ ;?fr durch die r\der ■ OMhSima chr cbninj y, 1 Eebeu hm. 'ku nnb den ‘ )ahre ver. '-'n unb Stau r,b' " do? Lhk. -L Cödne, tfcsri. Dememdk f - bat sich da? jwi Löhne, ‘i bte Jubilarin — Jn Fulda ' bt’Tu Äanalbau Dornigen noi - in Butz« r 5.:chc soll tief. t nroa Crgd itz f.Qinjtt Jour» > 3 Frirdbrr: .•••:« au? «Qb- : -Lgn Ärzt. ticrSb rurbfli b lüu'k 4lkP n von febu ■" , ».pffrist z ÄL ■ Lira' men bet 9r ,R,Mkt ksst' 7< 'SK V- Ufcrtt W fttt, «^annhkir Auch dl .«an* ie ^n'W ^rtlbfü6r sprochcn, eine Sprache, welche die Zapink geläufiger beherrscht, als das Russische. Wenn das Zarvnpaar sich mit einander unterhält, wird häufig deutsch gesprochen, und die Zartua bevorzugt als Lektüre deutsche Bücher unb deutsche Zeitungen. Die Zimmer der Keinen Prinzessinnen sind nach englischem Muster eingerichtet, sehr einfach, aber viel Luft und Licht und reichlich mit gutem Wasser versorgt. Das Kinderfräulein ist eine Engländerin. Die jungen Großfürstinnen werden an Ordnung, Pünktlichkeit und gewissenhafte Pflichterfüllung strenge gewöhnt. Lehrstunden, Ueb- ungcn und Erholungszeit sind genau geregelt. Ihre Nahrung ist einfach, aber gesund, und besteht gewöhnlich aus Suppe, Milch, Biitterbroten, Gemüse und einem wenig Fleisch. Ebenso einfach ist die Kleidung, schlichte, aber peinlich saubere weiße Baumwollkleidchen. Die Zarina liebt überhaupt nicht den seit Jahrhunderten hergebrachten orientalischen Prunk des russischen Hofes und zieht den großen Hoffesten mit ihrer steifen Etikette kleinere zwanglose Gesellschaften ausgewählter Gäste vor. * Ein großes Lvnchgericht fand in Statesbo- rough (Georgia) statt. Mehrere tausend bewaffnete Weiße zogen vor das Gefängnis, überwältigten die Miliz und bemächtigten sich dann zweier Neger, die wegen Ermordung eines weißen Mannes und eines Kindes sowie wegen Angriffs auf eine weiße Frau und Ermordung derselben verurteilt worden waren. Die Milizsoldaten weigerten sich, auf die Menge zu feuern, da sie ein Blutbad 'anzurichten fürchteten. Die Weißen schleppten darauf die beiden Neger weg und verbrannten sie in üblicher Weise lebendig am Pfahl. Man fürchtet, daß 13 anderen Negern dasselbe Schicksal droht, weil sie sämtlich mit einer Vereinigung der Farbigen in Verbindung stehen, deren Mitglieder geschworen haben, die Weißen zu töten. — Nach anderer Meldung ist die in Statesborough vorgekommene Lyncherei die scheußlichste seit langer Zeit. Der Pöbel tzoß 100 Liter P e- troleumübe rdieNeger aus, welche auf dem brennenden Scheiterhaufen minutenlange Qualen aushalten mußten und einen schwellen Tod erflehten. Die Behörden hatten alles getan, um die Lyncherei zu verhüten. * Automobilunfall. Aus Newyork wird englischen Zeitungen berichtet: Miß Dougherty ist im buchstäblichen Sinne von einem Automobil skalpiert worden. Sie war in Soireetoilette ohne Hut mit mehreren Damen zum Kasino in den Zentralpark gefahren. Vor der Freitreppe stand das gebremste Automobil still, aber der Motor bewegte sich weiter. Miß Dougberty glitt beim Aussteigen aus, und obwohl ihr ein Herr sofort zu Hilfe kam, erfaßte ein in Bewegung befindlicher Kolben ihr Haar und riß die junge Dame dem sie haltenden Herrn aus den Händen. Die Maschine wurde zwar sofort 'gestellt, aber Miß Dougherty war in den wenigen Augenblicken der Haare samt Kopfhaut beraubt worden. * Damen im au strallscheu Parlament. Bei den jüngsten Wahlen in der australischen Republik wurden auch zwer Damen als Kandidaten aufgestellt und eine derselben war eine Miß Vida Goldstein, die sich als demokratische Reformerin einen Namen gemacht hat. Sie war zur Erzielung einer wirksamen Propaganda gezwungen, viele Städte zu bereisen, und da sre mittellos ist, mußte sie sich dazu verstehen, ein Eintrittsgeld für die von ihr abgehaltenen Versammlungen zu erheben. Miß Goldstein ist jung und hübsch, sie spricht fließend und interessant und s-rich daher überall, wo sie sprach, einen ansehnlichen Gewinn ein. Nichtsdestoweniger wurden nur 30 000 Stimmen für sie abgegeben gegen 80 000 für den schlechtesten männlichen Kandidaten. In Neusüdwales versuchten drei andere Damen ihr Glück, fielen jedoch gleich bei Beginn durch, so daß sie sich nicht einmal die Mühe nahmen, sich als Kandidaten aufstellen zu lassen. Es ist sehr zweifelhaft, daß auf absehbare Zeit hinaus das weibliche Geschlecht in Australien jemals wieder den Versuch unternehmen wird, ins Parlament zu gelangen. • Er triumphiert. Papa hat seinen kleinen Stammhalter, der sehr stark gelärmt hat, nach langem Zureden glücklich zum Schweigen gebracht. „Siehst Du", sagte er triumphierend zu Mama, „nun ist er gleich still". Da kommt aus der Ecke ein etwas müdes, doch sehr Helles Stimmchen: „Ich bin ja gar nicht still, ich ruh mich bloß au§*! . . . Kerichtssaal. Kiel, 17. Aug. Das Kriegsgericht verurteilte den Oberleutnant Riedel, Wachossizier des Küstenkreuzers Hildebrand, wegen Mißhandlung und vorschriftswidriger Behandlung von fünf Untergebenen zu 14 Tagen Kammerarrest. Danzig, 17. Aug. Das hiesige Kriegsgericht verurteilte u>en Musketier Heusler vom 152. Infanterieregiment wegen mehr- achen Waffengebrauchs gegen Schutzleute zu zwei Jahren Ge- längnis. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgiesellschaft. Kottesdienst. Sabbathfeier am 2 0. August 1904. Freitag abend: 7.10 Uhr. Samstag vormittags: 8.00 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 8.25 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 7.00 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. e tn Wetter & G August 1904. Sonnenschein Heller Himmel Sonnenschein 4 Still. 8,3 10,6 11,5 24,8 18,6 17,2 744,6 741,0 740,8 36 67 79 17. 17. 18. 8. W. 2» 9’5 7»° J3.CD 41 es Höchste Temperatur am 16.—17. August — -4- 25,40 C. Niedrigste „ „ 16.—17. „ = + 7,8 °C. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 19. August: Wieder meist heiter und trocken, später zunehmende Bewölkung, bei kühlerer Nackt tagsüber etwas wärmer. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Schiffsnachrichttll. Norddeut scher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl L 0 0 S, Kirchenplatz. Bremen, 16. August. Koneols .... 102.10 3° , do 89.80 Hessen .... 100.30 8V,96 Oberhessen . . . —.— 4 -6 Oesterr. Goldrente . 101.90 41/b % Oesterr. Silberrente 100 85 4% Untrtir. Goldrente . . 100.40 4° ItaLen Rente , . . 104.45 41Portugieser . . . 6190 0/ Portugiesen. .... 61.40 1 % C. Türken .... —.— Türkenloso 128.50 40/o Grieoh. Monopol.-Anl. 47.80 41/, % äussere Argentiner 44 40 iktnrt a. *1., 18. August. 3% Mexikaner .... 27.25 4Chinesen .... 89.90 Electric. Sehuckert . . . 111.00 Nordd Lloyd . . . . 10150 Kroditaktien . . . . . 201.80 Diskonto-Kommandit • 190.10 Darmstädter Bank . . 139.70 Dresdener Bank .... 155.60 Berliner Handelsges. . . 158 90 Oesterr. Staatabahn . . . 135.70 Lombarden .... 1850 Gotthardbahn .... 18950 Lanrahütte £55.50 Bochum 212.80 Harpener .... 220.00 Tendenz: behanpet. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser innigst geliebtes und unvergeßliches Töchterchen, Schwesterchen und Enkelchen 6943 Elsa im zarten Alter von 5 Monaten zu sich zu rufen. Die ticfiranernden Hinterbliebenen: Theodor SHäser, Glaser, nebst Familie. Gießen (Rodhcimerstr. 2), den 18. August 1904. ’M Zwicbelkuchtn Montag, Mittwoch u. Freitag Dion 9 Uhr ab. 6591 ffr. Noll, Mäusburg. Moselthal Gießen, Bleichstraße ü. Dezente Bedtennng. Separate Salons. 0401)0 ff. Biere und Weine. 04660 Giessen. Lina Obitz Carl Wallenfels Verlobte. Greifenstein. » und Seefische J. M. 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