6167 Bedarf N. |ilt ft nijit ■* e-rochade Hurra KT11W »" N1* r nu- teXi»'6«‘ f.edfM'f1 ces» M>!L ES 6. 8L______ 11*t#* 8r,*tU't _ tigMn OIL ' T^suimtd^ O,H-sltrr Ai freit* * ‘JL. n ^ücherru ^Ziaen mU-E **, .xxaetV^J^ -erit^ •|U>«bel “ijfidjt »; 6ü8 tlS Nr. 166 Zweites Blatt Erscheint tSgllch mit Ausnahme des TonntagS. Die „Giehcner Samilienblatter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^hefflfche Landwirt" erscheint monatlich einmal. 154. Jahrgang Gietzener Anzeiger Montag 18. Juli 1904 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche« Unwersitätsdruckerei. R. Lange, Gieß«, Redaktion, Expedition u. Druckerei: bchulftr.K, Tel, Nr. 5L Telegr^Adr. x Anzeiger Gießen, General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen. W——————— ——7W will IMMMtWBMna——3aM0B—a————^— Kekanntmachung. Betr.: Feldberemigunq in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn. In der Zeit von Donnerstag den 21. ds. MtS. bis Mittwoch den 27. d. Mts. einschließlich liegen auf der Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim zur Einsicht dec Beteiligten offen: 1. die Entscheidungen des Schiedsgerichts vom 28. v. M. über die Einwendungen gegen die Arbeiten des zweiten Abschnittes in dem zur Feldbereinigung Gießen, rechts der Lahn zugezogenen Teil der Gemarkung Heuchelheim, 2. diejenigen Bonitierungskarten, in denen nach schieds- gerichtlicher Entscheidung eine Aenderung der Bonitierung eingetreten ist. Diese Offenlegung erseht zugleich die besondere Zustellung der Entscheidungen des Schiedsgerichts an diejenigen von den Entscheidungen betroffenen Beteiligten, die gegen die Arbeiten des zioeiten Abschnitts nicht reklamiert haben. Friedberg, den 15. Juli 1904. Ter Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: Spanier, Kreisamtmann. Bekanntmachung. Betr.: Rotlaus zu Mendorf a. d. Lda. Die Rotlaufseuche im Gehöfte des Wilhelm Fischer zu Allendo rf a. Lda. ist erloschen. Die Sperrmaßregcln sind aufgehoben. Gießen, den 15. Juli 1904. Großherzoglicheo nrcisamt Gießen. I. V.: Hechler. Drtunmtmachung. Betr.: Rauschbrand zu Watzenborn. Die über das Gehöft des Wilhelm Junker zu Watzenborn verhängte Sperre wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 15. Juli 1904. Großherzogliches Kreis amt Gießen. ___________________I. V.: Hechler.____________________ Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Rohrverlegungsarbeiten wird der Schissenbergerweg zwischen Licher- und Bergstraße von Dienstag, den 19. bis einschließlich Samstag, den 23. d. Mts. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 15. Julr 1904. Großyerzoglicyes Polizeiamt Gießen. I. B.: Roth. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalijatiousarbeiten wird die Ludwigstraße zwischen Bleichstraße und Riegel- psad vom 18. d. MtS. an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradvertehr gesperrt. Gießen, den 16. Juli 1904. Großherzoglicucs Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Politische Wochenschau. Unfete Beziehungen zu England sind gegenwärtig die denkbar besten. Nachdem König Eduard die Kieler sportlichen Veranstaltungen gelegentlich seines: Zusammentreffens mit Kaiser Wilhelm besucht hatte, hat das erste attive Geschwader der deutschen Flotte unter Admiral von Kö ste r dem englischen Kriegshasen Plymouth einen Besuch abgestattet. Ueber seinen Zweck ift man sich in der Oessentlichkeit allerdings nicht recht klar geworden, es ist zwar allerlei hin und her geraten worden, die wahre Ursache und Absicht hat sich aber nicht ermitteln lassen, zumal da sich auch die osfiziöse Presse im Gegensatz zu ihrer sonstigen Gepflogenheit ausschwieg. Dre Aufnahme, die die deutschen Offiziere und M-urnschasten Bei ihren englischen Kameraden fanden, ließ in keiner Weise etwas zu wünschen übrig, nur daß sich verschiedene Londoner Sensationsblätter die schöne Gelegenheit nicht entgehen lassen konnten, einige kleine Hetzartikel gegen das Deutsche Reich i m allgemeinen und die deutsche Flotte rm besonderen zu bringen. M , Von England begab sich das deutsche Geschwader nach Holland. Bemerkenswert ist, was em meistenteils Fabrikantenkreisen gelesenes einflußreiches holländisches Blatt dazu schreibt. Es sagt, daß der ursprüngliche, wenn auch wohlgemeinte Plan, ein sust ebwso großes deutsches Geschivadcr, >oie es die ganze holländische Flotte ist, auf vier Häsen Hollands zu vertcllen, bei vielen im Lande tum: Billigung fand. Der abgeänderte PlMi zeigte daß dciu Flottenbesuch nichts ferner liege, als em demonstrativer Charakter. Der Besuch diene zur Befestigung der fteund- schasUichen Gefühle und sei ein neuer Kewern für die Sympathie, die der deutsche Kaiser so oft schon für das holländisch Fürstenhaus an den Dag ßclegt Der Kaisei, der dieser Tage auf s-E Nordlandsreise der Gegenstand begeisterter Huldigungen m dem von ihm seinerzeit hochherzig unterstützten uortveAStadt chen Aalefund war itnb zurzett vonMolde aus Ausflüge unternimmt, hat kurz vor feiner Abreis nicrcn„ Wunschtelegramm an se in in M)bvrg garrnsomeren bfö russisches In santerieregiment gerichtet, oas Überall bedeutendes Aufsehen hervorries und zu Kbhas, Kommentaren Veranlayung gegeben hat. Wenn diSuche vliiiiu iu dreden versucht wurde, als ob der staqer nur di. er Kundgebung für Rußland gegen Japan: hatte Parün ergreifen wollen, so t|i denigegenubei zu bemer^iy daß , iid) bi i »i hin i iigramm leoigtich um eine Aittwort -uw Kaisers au ..ne lvietouug handelt^ d.e der^Oberst tx» Megunen,» vorichriftsmayrg seinem Ches vor b-m u.- fohlenen Abmarsch zum Kriegsschauplatz zu machen hatte. Von einem offenen Bruch der deutschen Neutralität zu reden, ist daher Torheit, eine andere Frage aber ist es, ob nicht vielleicht ein etwas weniger warmer Ton in der kaiserlichen Depesche angebracht gewesen wäre. Als weiterer Beweis für die erwähnten ausgezeichneten Beziehungen zu den englischen Vettern ist das vor einigen Taaen zum Abschluß gelommene deutsch-englische Schiedsabkommen anzusehen. Dies Abkommen gleicht den zwischen England und einigen anderen Staaten bereits abgeschlossenen Bündnissen, hat aber praktisch nicht viel zu bedeuten, da es, wie das englisch-französische Ab- (ontmen voraussetzt, daß die Streitfragen, die man künftig dem Haager Gericht unterbreiten will, weder vitale Interessen noch die Unabhängigkeit oder die Ehre der beiden kontrahierenden Staaten berühren, noch die Interessen Dritter in Frage stellen. Graf Bülow, fraglos der eleganteste Reichskanzler, den wir bis jetzt gehabt haben, genießt in Norderney die Freuden des Seebades. Damit es ihm dabei nicht an Zerstreuung fehle, bat ihm der russische Ministerpräsident v. Witte einen Besuch abgestattet, um mit iym über den immer noch in der Schwebe befindlichen deutsch-russischen Handelsvertrag zu konferieren. Die eigentliche Absicht des russischen Staatsmannes aber wird wahrscheinlich die sein, dre Berliner Finanzkreise über die Möglichkeit einer Anleihe zu sondieren, denn auch das Zarenreich muß gegenwärtig die Wahrheit des alten Spruches erfahren, daß zum Kriegführen Geld, Geld und abermals Geld gehört, und was diesen zarten Punkt anbelangt, so hapert es in Rußland gerade am allermeisten. Aus Südwestafrika sind in der letzten Woche Nachrichten von Bedeutung nicht eingegangen. Generalleutnant v. Trotha will den Hauptschlag gegen die Hereros offenbar erst dann führen, bis alle von ihm verlangten Verstärkungen eingetroffen sind. Der Gouverneur von Südwestafrika, Oberst Leutwein, hat kürzlich dem Hauptmann a D. v. Perbandt geschrieben, daß die Herero kein Pardon wollen mrd daß dieser Krieg noch zwei Jahre d auern wird. Daß man in Deutschland von den südwestafrikanischen Vorgängen nichts weniger als erbaut ist, war schon seit langem bekannt, neu ist dagegen, daß auch der Kaiser in unzweideutigster Weise sein Mißfallen über die Zustände in der Kolonie ausgesprochen hat. Leider ist von dieser kaiserlichen Verstimmung auch die Abordnung der südwestafrikanischen Far mer, die sich augenblicklich in Berlin aufhält, betroffen worden, da der Kaiser seine Nordlandreise angetreten hat, ohne sie zu empfangen, trotzdem ihr dies vom Reichskanzler in sichere Aussicht gestellt worden war Eine bittere Enttäuschung müssen gegenwärtig die europäischen Großmächte an chrem Stiefmwe, dem ewig unruhigen Mazedonien, erleben, denn trotz aller Reformversuche will in diesem unglücklichen Lande keine Ruhe ein treten. Immer wieder tauchen Banden der berüchtigten ^Komitatschis" aus, die Brandstiftungen und Mordtaten begehen, den türkischen Truppen Gefechte liefern ober Dynamit attentate in Szene setzen. Von letzteren sind ja einige zum Glück rechtzeitig entdeckt worden, eines auf der Konstantinopel und Saloniki verbindenden Bahn hat dagegen zur Sprengung einer Brücke und infolge davon zu einer Zugentgleisung geführt. — Das bulgarische Regierungsorgan bespricht den tiefgehenden Eindruck, den die Anschläge in Regierungs-, Bcvölterungs- und mazedonischen Kreisen hervorgepusen haben. Das Watt drückt die Befürchtung aus, daß die Türkei daraus Anlaß nehmen werde, gegen die mazedonischen Bulgaren die schärfsten Maßregeln zu ergreifen. Bulgarien könne nie zugeben, daß die Urheber jener Anschläge Bulgaren seien. Alle mazedonischen Kreise seien tief durchdrungen von der Notwendigkeit, daß die Reformaktion nicht gestört toerben bürfe, damit nicht die Verantwortung für ein etwaiges Mißlingen derselben auf sie falle. Bulgarien könne die Schuld von den Anschlägen leicht zurückweisen, da nach- weislich die Grenzbewachung auf das strengste durchgeführt werde. Die Schuld falle nur auf die Türkei zurück, die unfähig sei, solche Anschläge zu verhindern. — Gerade aber die bulgari sche Regierung scheint die Anstifterin alles Uebels auf dem Balkan zu sein. Der Fürst dieses interessanten Ländchens wellt zurzell in Marienbad zur Kur, und da demnächst auch König Eduard zu demselben Zlvecke dort eintreffen soll, so hätte er vorzüglichste Gelegenheit, dem lieben Vetter Ferdinand den Standpunkt gründlich klar zu machen und ihn in energischer Weise auf seine Pflichten hinzuweisen. Zu einem ernsthaften Einschreiten der europäischen Mächte wäre ja bei der Art, in welcher die Komllatschi vorgehen, ganz- gewiß reichliche Veranlassung, ob es aber dazu fommeii wird, muß dahingestellt bleiben. Fardinandck>en aber will sich, wie's heißt) vor Eduarden drucken nnb sobald Kaiser Wilhelm wieder in Berlin ist, diesen mit seinem Besuche beehren, in der Hoffnung, von dessen Generosität Größeres zu erreichen. Dre Ankunft des neu ernannten bulgarischen diplomatischen Agenten in Berlin, General Nikiforow, ift soeben angekündigt worden. Diese Beschleunigung der Errichtung der Agentur soll mit dem Besuche des Fürsten Ferdinand bei Kaiser Wilhelm zuj am men hängen. Die t ü r k i s ch e Regierung hat es angesichts der bulgarischen miegshetzereien sehr sckstver, den Frieden zu bewahren. Eine kürzlich ftattgehabte Zusammenkunst des türkischen Ministers des Aeußereu mit deui Botschafter der Ententemächte in Konstantinopel galt der (Erörterung der Lage in Mazedonien. Die Ergreifung energischer Maßregeln seitens der Pforte gegen die extremen Elemente und Komitees wird seitens aller Diplomaten gutgeheißen. Mit dem greifen Expräsidenten der ehemaligen Trans- vaalrepublik Paul Krüger ist eine Persönlichkeit dahingegangen, die zurzeit des Burcnkrieges an Popularität in der zivilisierten Welt ihresgleichen suchte. Zn den letzten Jahren aber, wo Krüger saft unbeachtet in der Verbannung lebte, hatte man nur noch sehr iwnig von „Ohm Paul" gehört. Fetzt ist mit der Nachricht von seinem Tode die Figur dieses merkwürdigen Mannes noch einmal in die Ocjfetttlichkett getreten. Langer war eine echt niederländische Bauernnatur, die eigenartig aus Starr köpftA- feit und Klugheit zusammengesetzt ist. Der tragische Zug in feinem Leben und sein Tod haben wieder allenthalben die Teilnahme für ihn und fein Volk wackgerusen. 4W großer Patriot, als makelloser Charakter, als ein Held und Märtyrer wird der Tote in der Geschickte Weller leben. Die englische Regierung genehmigt, daß Kruger üx Transv aal beerdigt wird. Je länger sich die Entscheidung auf dem oftafiati» scheu Kriegsschauplatz hinzögert, um so verwirrender und unwahrscheinlicher werden die täglichen Nachrichten, mit denen von dort die große Well versorgt wird. Neulich hieß es, die Japaner hätten bei einem Sturm auf Port Arthur den ungeheuren Verlust von 30000 Manu zu verzeichnen gehabt, ober gar die genannte Festung (ä schon in den Händen des Feindes. Beide Nachrichten finfy bestimmt nicht wahr. Ein Telegramm des Statthalters' Alexejew an den Kaiser vom 14. Juli besagt vielmehr folgendes: „Nach. Berichten aus Port Arthur vom 5. Juli ttnrrbe am 3. und 4. Juli auf dem rechten Flügel der russischen Verteidigungslinie um den Besitz der Stellungen bei Lumantang go- kämpft. Gegen Abend wurde der Feind zurückgedränat. Viele von feinen Befestigungen wurden von den Russen gt». nommen. An beiden Tagen liefen der Kren zer ^No- v i k", die Kanonenboote und Torpedoboote ausundbefchossen die feindlichen Stellungen vom Flügel aus, wodurch sie zum Gesamterfolge beitrugen Den größten Schaden richtet« Die feindlichen Maschinengewehre an, deren Zahl über zwanzig betrug. Aui russischer Seite wurden in diesem rwlltäaigeu Kampfe zwei Offiziere jmb 35 -Dumn getötet, 5 Offiziere und 247 Mann verwundet. Die Verluste der Japa uer betrugen nach Aussagen von Chinesen 2000 Mann. Nach einem Bericht vom 7. Juli nahmen die Russen am 6. Juli den Berg, der den Besitz des Lunwantangpasses sichert. Auf russischer Slle wurden zwei Offiziere getötet, ein Offizier und 21 Manu verwundet. Wie weiter gemeldet wird, wurden in Dalni Truppenland^ ungen vorgenommen. Daselbst waren bis zum 2. Juli gegen 20 000 Mann Und 50 Geschütze gelandet worden. Der Feind l«ssett die Docks aus. Die elektrische Zentralswtiou und auch die Eisenbahn wird wiederhergestellt; da aber keine Lokomotiven vorhanden sind, werden die Wagen von Chinesen geschoben. Am 9. Juü^ IteHten die Japaner ihren Vormarsch ein und befestigen seitdem ihre Stellungen stark. Tägliche Scharmützel erschweren ifrttat die Arbeiten. Regengüsse haben die Wege sehr verdorben. Die' Stimmung der Truppen ist vorttefflich. Sehr bemerkenswert ist fchlleßlich noch die ofsizrüse Petersburger Wiedergabe emes Gerüchtes, der auch nach den obigen Meldungen aus dem Hasst vorr Port Arthur ausgelaufene Kreuzer ^Novik" habe bk Blockade durchbrochen und sei nachWladiwoftok gedampft. Aas Konto K. Vom Geh. Staatsrat I. Budde erhall bk „Köln. Ztg." bk nachfolgenden Briefe, bic er im Einvernehmen mit dem Obev- dofmeyter Frhrn. v. Mirbach zu veröffentlich« anheim-- Berlin EtU Tauberrstr. 22, den 9. Juü 1904. Exzellenz! Hochverehrter Herr Ober Hofmeister! Ew. Exzellenz haben in Ihrer gerichllichen ZengenanSsagr vom 15. Juni er. bekundet, daß Sie diejenigen 335 000 (mit ausgelaufenen Zinsen 327 358.30- Mark Restguthaben Ihres Kochos K. bei der Pommernbank, über welche Ew. Erzellenz auf Wunsch der früheren Direktoren der Bank, um das Konto aufzulöscn, am 28. Dezember 1900 als empfangen quittiert haben, tatsächlich nicht erhoben und erhallnt haben. Im Interesse der weiteren Verfolgung unserer Ansprüche auf Erstattung dieser nach dem Kastabuche wirllich der Bank entnommenen Summe, bitte ich um sehr gefällige Auskunft ergeben^ ob Ew. Erzellmrz darüber irgend welche Kennttrts oder Vermutung haben, von wem und für welche Personen oder Zwecke dieses Geld erhöbe n sein könnte. Mit vorzüglichster Hochschatzung habe ich die Ehre zn zeichnen Ew. Exzellenz ergebenster gez. I. Budde, Direllor der Berliner Vvpothctenbank-Akrieng^ellschaft. Berlin, den 12. Juli 1904. Euer Hochwohlgeboren envidere ich auf Ihre Anftage vom 9. d. Mts. ganz ergebaüt, daß mir von dem Verbleib der 325 000 Mark > an mich gerichtete Ersuchen beehre ich nncb folgendes »u erwidern: Ueber bic von Herrn Schultz im Jabre 189.' geleistete Zahlung iu Höhe von 60 000 Mk. habe ich erst durch Ew. Exzellenz Zeugcnau^'age vom 15. Juni er. Kennlnw erhalten. Herr Sckuütz bat im Jahre 1899 bei der Pomulernbatck und der Jmmohllien-Veriehrsbank grotze Summen in bar für seine versönliaven Bedürfnrsfe entnommen und gegxut Jabre^üluß ferne Schulden bei der Jimnobllien iQr kehrSbank U'gltclpcn durch Einbringen von Werter ui gleichen Nommalbcteageu, die fick in der Folge zum großen teile <\U iiH'rtMlL und realisierbar herausgevellt haben. Ich tann d tut Bücher ixr Bank nickte darüber ergeben, nicht nachn'ciie» daß auch bic Viirgcbartucn (>0000 Mk der P o m m i H k\ i oder JmmobiNen-Ber kehr-bank entnommen ■n* roüxtt. wmn das brr fallt mdve, nicht behaupten fuiincn, daß die t?i>mxnernbün! um eben diese Summe geschädigt ist. Anders »erhält es sich mit ven im Jahre 1900 an Tw. Exzellenz ge* -.un von 16000t» Mk und 25000 Mk (Die lebtet n Xeubenag d.-r m.braedad»ten^ auf Zkonto K bei der Pommernbank nngtjiabUen 350 00t» Mk . Bezüglich dieser insgesamt 175 000 IVat! ift uüd^vivuvn, bab sie von den Herren Scbultz und 9io* meid bei >-r ImulobilienverkehrSbank budunäßig erl>voen, indes mm d nernbank tutidiUid) gezahlt sind hiefe Schuld ist von beit genannten Herren bei der Immobilien# verkehrSdank gegeben worden durch Nebenveisuna völlig wertloser Forderungen. Hier halte ich den Nachweis für erbracht, daß die Pommernbxink imr.licb ges.däd^gt worden ist. An anderer Stelle habe ich bereite erklärt, das; die aeschüdigte Bank keinerlei Rccbts- anipeudj auf Rückerstattung hat. Ci ne dennoch gewahrte Er- üiutung würde deshalb eine völlig freiwillige Leistung sein. Sollten Ihre Vereine sich zur Rückzahlung entschließen, so mürbe die Berliner H vpo the ke nbank-A kti enges eil sd)a st alS Rechtsnachfolgerin der Pommersehen Hypothekenbank die legitimierte Empsängertn ieuk Mtt vorzüglichster Hochachtung verbleibe ich Ew. Exzelletiz ganz ergebenster ge z. Budde. Berlin, den 15. Juli 1904. Euer Hochwohlgeboren beehre üb mich auf Ihr Schreiben vom 13. b. M. Fan^ ergeben st zu erwidern, daß die unter meiner Leitung stehenden \stiftungen und Lereure sichbcreit erklärt haben, die stimme von 17 5000 Mark an die Berliner H Np. Bank Aktien-Gesell- schäft, als RedMnuchfol^rin der Pomm. Hypctheken-Aktien- Bank, auszuzahlen. .Die Äuszablung soll sofori ersolgcn, und bitte ich Crt, Tag und Stunde, wo dies geschel^n !ann, mir gütigst mibutfünt In vorzüglichster Hochachtung Euer Hochwohlgeboren ergebender Freiherr v. Mirbach Freiherr v. Mirbach hat iclbit als Zeuge bekundet, baß er jchon vor einem Jahre einmal an die Rüdgadc der Pommernbankgelder gedacht habe, daß ihm damals aber von der Rückerstattung abgeraien worden sei, weil sie zu neuen Angriffen Anlaß hätte gehen können Er wird wohl inzwischen zu der Erkenntnis gelangt fein, daß er besser getan batte, seinem eigenen Empsiudcn und nicht dem Rar seiner Freunde zu folgen. Im übrigen erhebt sich die Frage, wer nun eigentlich die 625 OCO Mark bekommen yat, nach den trrllärungen deS Freiherrn v. Mirbach mit erneuter und vermehrter Dringlichkeit. In der Presse des Auslandes wird ein hoher Herr, welcher Der Familie der Kaiserin verwandtschaftlich nahe steht, namentlich genannt Ungerechtfertigt ist übrigens die Forderung des Reichsboten, wonach fache, v. Mirbach bezw. der Kirchenbauverein für die 325 000 Mk. einstehen sötte. .Es wäre pnod) schöner, wenn aus diese Weise dem Empfänger deS Geldes emc Last von den Schultern genommen würde, die er selbst von Rechts wegen zu tragen hat. Bisher hat er sich weder gemeldet, noch hat er irgend welche Schritte zur Tilgung seiner Schuld getan. politische Tagesschau. Eine brennenbe*" Frage. Am 9. Juli hat ein großes Heuer in dem armen Posenschen Lirchdorfe Slupia ^Krcis Rawilsch) 70 Gebäude in Äsche gelegt und Hunderte von Menschen obdachlos gemacht. „T / //../,• Gewerbe-Ausstellung.