Samstag 18. Juni 1904 Erstes Blatt. 154. Jahrgang 9o.a(| 96.30 9U Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprrchanschluß Nr. 51. 100.60 94.20 95.50 95.50 100.80 100.10 10U 102.20 96.50 96.10 96.50 25] ' 1 • • flufnab8. LZ >rr. t h.-i , 13 tfl.nerU125 i-irit: 6 . ' ' > . 1 um. b. 19or ' b;®«htnt^6' Bf. ' ' ' - . Nr. 141 Ursche»«» täglich außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- Hättet viermal in der Woche beigelegi. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'sehen Un lvers.-Buch-u. Stein» bruderet. OL Lange. JWW ® O monalllch75V^o"tteü. Glehener Anzeiger W U General-Anzeiger " v den poliL und augem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WWZ W zeigenteil: Hans Beck. iat,6'b'0,5.1904 !q un!; b. 1908' S < b. 1909 . ?. ■ b. 1912 ^un b. 1912; un-d. 1905 18 tml. b. 1908 24 unf. b. i9i2 1 uni b. 1902 ' um. b. iso? : $ um. b. 19Q4: 0 $•1 uni. b, 1904 n. 2 . . , «. 5 unt. b. 1909 et- 6 uni b. 1911 ’i uni b. 1913 <•3 uni b. 1905 er. 4 uni b, 1907 njial.garant, ^•lu.Uunl 1909 xt Xu.IIunt.1909 M..... F.G.H.K.U.L. M. N. P. . . . «b-’änit.unl 1906 99.80 95.50 101.50 101.60 102.40 100,10 94.80 95.50 96.80 100.50 101.90 96.10 96.70 98.15 101.- 101,30 102.- 102.30 102.80 96.30 91.40 99.60 99.60 102.- 99.90 bligationen. 102" : : : : ' I r. 103,.., 0, Franlsun . . 100.70 99.60 101.60 102.50 100- 101.10 99.70 101.10 10a- Liche Lose. . . . Tlr.100 1871 ibbr. 250 Sraz Mr , tlr.100 . S. (1.100 . Ar-100 -- nut. 100 no.bo . Äk.bO 13850 . . h.si.100 . , Ar. 100 . . Tlr. 50 . . Fr. 80 . . Fr. 100 . . Ar. 100 , Conv.N. , . M.500 . Ar. 40 alt. m 100 alt, 8. Ml 100 ö.fi.150 . M150 13b'jO 13150 48.54' 135.- 16250 120 ■gliche Lose. . . ff.? ' ' . . P Ar. 20 ' ' ' Ar. 10 ' ' ' . . Fr. 15 ' ' ' flirt 150 ' ' ' ' flirt 45 ' ' ' flirt 10 • • •:. vp ''', .51.10 • • • ö.p.100 • • • ■ M.100 • • •: - -' Mio . ' ' Fl. 400 . ' ' ' Fr. 400 - ' ' ' °st.ioo . ' ' flirt 30 69.1' 35.9 86- 34' W 441- jÜ 35H .50 5.10 io .5' .30 ■J) 5.- ,V' ,44 a ?’80 Ä »,9t 0.10 8.70 ft: 8li{l,D ad,2ff' ' ®^uDi!tz' 5ubtru4. CT' • j|, ^ncOtbIfl s «!w. '■ W*W*; ? &£» MN Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Harbwald, Kreis Büdingen. Von beteiligter Seite ist die Einleitung des Feldbereinigungsverfahrens für das Kulturgelände in der Gemarkung Harbwald beantragt worden. Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, hat den Antrag für zulässig und zweckmäßig erachtet und den Unterzeichneten zum Kommissär für die Leitung der Abstimmung ernannt. Tagfahrt zur Abstimmung der beteiligten Grundeigentümer über den erwähnten Antrag wird hiermit auf: Donnerstag den 30. Juni 1904, vormittags von 9—10 Uhr, int Saale des Gastwirts Bernshausen zu Borsdorf an» beraumt. Beteiligter Grundeigentümer im Sinne des Feldberei- nigungsgesetzes ist nach Art. 7 derjenige, welcher im Grund- (Flur-) Buch oder int Mutationsverzeichnis der Gemarkung Harbwald eingetragen ist. Wenn der Eingetragene oder bekennte Erben desselben nicht vorhanden oder außerhalb des Großherzogtums abwesend sind, ebenso wenn die Eigentumsverhältnisse ungewisse sind, ist der Besitzer als Beteiligter zu erachten, insofern er sich durch eine entsprechende Bescheinigung des Ortsgerichts ausweist. Gehört ein Grundstück zu einer noch nicht verteilten Erb- oder Konkursmasse, so sind die Erben bezw. der Konkursverwalter beteiligt. Hat ein Grundstück mehrere Eigentümer, so steht jedem derselben die Vertretung seines Anteils zu. Für minderjährige oder aus anderen Gründen unter Vormundschaft stehende Personen handeln deren gesetzliche Vertreter, ohne daß obervormundschaftliche Genehmigung erforderlich ist. Die Ehefrauen werden bezüglich des gemeinschaftlichen Grundeigentums durch die Ehemänner vertreten. Bezüglich ihres eigenen Grundvermögens bedürfen die Ehefrauen der ehemännlichen Ermächtigung nicht. Die außerhalb der Gemeinden des Bereinigungsbezirks wohnenden beteiligten Grundeigentümer (Ausmärker) werden hiermit auf Gftninb von Art. 9 Ms. 3 des Gesetzes aufgefordert, zur Wahrung ihrer Interessen einen in den Gemeinden des Bereinigungsbezirks wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, indem eine gesetzliche Verpflichtung zu einer weiteren besonderen Zuschrift an dieselben im &nife des Feldbereinigungsverfahrens nicht vorhanden ist. Diejenigen beteiligten Grundeigentümer, welche in der anberaumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, werden als für den Antrag stimmend angesehen. Büdingen, den 1. Juni 1904. Der Großh. Feldbereinigungskommissär. Schnittspahn, Regierungsasscssor. Der Krieg zwischen Japan und Außtand. Der Erfolg des Wladiwostok-Geschwaders hi der Straße von Korea, wo es ein japanisches Transportschiff in den Grund bohrte und ein anderes schwer beschädigte. ist der erste Wasfenerfolg der russischen Marine, ja der erste größere russische Erfolg in diesem Kriege überhaupt. Allem Anschein nach hat sich das jetzt plötzlich in den Vordergrund tretende Wladiwostokgeschwader längst auf das Älbfangen japanischer Transporte verlegt und aus diesem Grunde die vier aus Korea leer zurückkehrenden Transportschiffe laufen lassen, um die mit Soldaten vollgepfropften beiden anderen nach kurzer Gegenwehr in ähnlicher Meise in den Meeresgrund zu versenken, wie es dies schon einmal vor Gensan mit dem „Kinschiu-maru" getan hat. — Von japanischer Seite wird hierzu heute berichtet: Tokio, 17. Juni. Amtlich. (W. B.) Am 15. Juni morgens erschien das Wladiwostokgeschwader, bestehend aus den großen Kreuzern „Rossija", „Gromoboi" und „Rurik", in der Koreastraße und griff die japanischen Transport- scyifse an. Von der „Hitachimgru", die sank, retteten sick> nur wenige, von der „Sad 0maru", die mir Torpedos beschossen wurde, aber nicht unterging, wird angenommen, daß die Mehrzahl der Mannschaft sich ge'rcttet hat. Tas Schicksal der „Jzumimarir ist unbekannt. Das Geschwader wurde am 16. Juni bei der Insel Okt gesehen. Die Flotte des Admirals Kami- m u r a ging am 15. Juni zur Verfolgung des Wladiwostok-Geschwaders ab. Tokio, 17. Juni. (Reuter.) Wahrscheinlich rettete der Rebel wieder das russische Wladiwostok- Geschwader Ueber die Vorgänge, die sich auf See abgespielt haben sollen, sind viele Gerüchte im Umlauf, aber alle unbestätigt Wmiral Trunoda entsandte eine Torpedo- bootsflottille zur Verfolgung der Russen. Wind, Rebel und Regen ließen jedoch ein erfolgreiches Vorgehen nicht zu. Tokio, 17. Juni. (Reuter.) Ueberlebende der „Hitachi Maru" erzählen, daß sie die russischen Schiffe um 7 Uhr morgens in Sicht bekommen und später auf ein, Signal gestoppt hätten, aber um 10 Uhr zu entkommen versuchten. Darauf wären durch das Feuer der Russen innerhalb weniger Minuten an 290 Leute getötet worden. Das Deck sei mit Leichen bedeckt gewesen. Der eualischeKapitänCampbell sprang, wie weiter berichtet"wird, über Bord und wivd v er mißt ; der erste Ingenieur wurde auf der Kommandobrücke getötet; der Kommandeur der Landungstr uppen und der zwe ite Offizier begingen Selbstmord. Viele .von der Mannschaft flüchteten in Booten. „Sad 0 M a r u" sah die Russen 35 Meilen westlich von der Insel Shiro, aber beobachtete die Befehle zum Stoppen nicht: darauf schossen die Russen und signalisierten, das „Schiff verlassen". Die Besatzung ging in die Boote, viele sind entfontnten; das Schiff wurde dann in Brand gesetzt. Tokio, 17. Juni. (Reuter.) Die „Ise Maru" ist heute mit weiteren lleberlebendeu von der Mannschaft des Truppentransport-Dampfers „Sade Maru" in Kokura ein» getroffen. Es bestätigt sich, daß „Sade Maru" nicht untergegan gen ist; sie wird von der „Hine Maru" geschleppt. Das Transportschiff „Sado Maru" geriet bei Oki- noschima auf Grund. Die „Hino Maru" ist von Moji zur Hilfe ^gegangen. Ein weiteres japanisches Transportschiff gesunken. Nagasaki, 17. Juni. (Reuter.) Das japanische Transportschiff ,,K 0 t s u n 0 Mar u" rannte, als es gestern nacht in Moji einlief, die „Jämotokan" an.und sank. Die Schlacht bei Teliffu hat den Japanern einen entscheidenden, aber sehr schwer errungenen Sieg gebracht. Aus Tokio wird heute telegraphiert, das bei Telissu geschlagene Korps des Generals Stackelberg zählte 25 000 Mann: soviel bekannt, standen bei Kniping noch 35 000 Russen. Man glaubt, daß General Nodzu diese Streitkraft engagiert hat. Falls er sie schlug, ist Stackelbergs Rückzug abgeschnitten. Die Japaner scheinen drei Divisionen und eine Reiterbrigade zur Verfügung gehabt und die Umfassung des Gegners durch getrennt marschierende Kolonnen beabsichtigt zu haben, deren Vereinigungspunkt hinter der feindlichen Stellung gedacht war. Wie am Palu nahmen die Russen den Kampf an, statt dem Druck des Gegners rechtzeitig nach- zugeken und unter dem Schutz ihrer überlegenen Kavallerie nach Norden zurückzugehen. Sie hielten anfangs erfolgreich stand, Baron Stackelberg ging sogar mit seinem linken Flügel zum Gegenstoß vor, als Plötzlich überlegene feindliche Kräfte seinen rechten Flügel angriffen und warfen. Die Reserven, welche anscheinend hinter dem Flügel standen, wurden eingesetzt, konnten aber den Stoß nicht abwehren und Baron Stackelberg mußte den Befehl zum allgemeinen Rückzug geben, der auf drei Straßen vor sich ging. Zwei ruf'si- s ch e Batterien, die von der wahrscheinlich wieder in Massen vereinigten japanischen Artillerie niedergekämpft waren, mußten fast sämtliche Geschütze stehen lassen. Die Japaner rühmen sich, auch Fahnen erobert zu haben, wovon die russischen Berichte noch schweigen. Bei der Hartnäckigkeit, die dem russischen Sol- oateu eigen ist, wird es schwer gewesen sein, die kämpfenden Truppen aus dem Feuer zu ziehen, und jedenfalls sind dabei, wie auch eine Bemerkung Stackelbergs andeutet, Verzögerungen ein getreten, die schließlich zur Gefangennahme von mehreren hundert Mann geführt haben. Das Abbrechen von Gefechten gehört ja zu den schwersten Aufgaben, die einer Truppe gestellt werden können, zumal einem siegreichen Gegner gegenüber, vor dessen Nachdrängen die Verbände sich leicht lockern und aus geordnetem Rückzug wirre Flucht wird. Es läßt sich kaum annehmen, daß wach diesem Schlage die Russen sich im Norden der Halbinsel von Liaotung halten können. General Stackelberg muß suchen den Anschluß an den russischen rechten Flügel bei Kaitschou zu suchen, und da geschlagene Truppen immer sehr schnell marschieren, wird er gegen den 18. Juni die etwa 75 Kilometer betragende Entfernung zurückge.egt haben. Er kann für den Transport seiner Verwundeten und des Trains auch die Eisenbahn benutzen. Der Ausfall auf Kintschou besteht in empfindlichen Verlusten und der Einbuße von zwei Batterien, ohne daß die beabsichtigte Beunruhigung des japanischen Belagerungsheeres int geringsten eingetreten wäre. Strategisch falsch, trug sie den taktischen Todeskeim schon in sich. Eine neue Schlacht im Gange? Tokio, 1. Juni. «Reuters Ein Bericht derPolizeistation Saga bei Sascho besagt, daß längs der Küste Kanonendonner gehört worden fei; es sei möglich, daß die japanische Flotte mit der russischen zusammenge- stoßen und daß eine Schlacht im Gange sei. Weiteres vom Kriegsschauplätze. Ter japanische General Kuroki meldet, daß ein japanisches Detachement am 12. Juni Huaijen, 65 Meilen nordöstlich von Kuantien besetzt hat. Tie Russen waren stark dreihundert Mann mit dreihundert Cbunohusen. Tie Japaner hatten keinen Verlust, der feindliche Verlust ist unbekannt. Die Epaulette eines Gefangenen zeigte die Nummer 15 des ostsibirischen Regiments. In N i u t s ch w a N g erzählen Flüchtlinge, daß die Japaner in beträchtlicher Stärke wenige Meilen südlich von Kat sch au landen, und daß ein scharfes Gefecht südöstlich davon am 16. Juni stattgefunden hat. Die Ratgeber des Zaren. Von dem Plan einer Reise des Zaren nach dem Kriegsschauplatz ist es still geworden. Wahrscheinlich hat Kaiser Nikolaus diesen Plan wieder fallen lassen. Nach einem anscheinend aus diplomatischen Kreisen stammenden Berichte der „Kreuzztg.", zeigt sich des Zaren Vorliebe für unverantwortliche Ratgeber auch jetzt wieder, während er den von ihm selbst in verantwortliche Stellungen berufenen Männern ein gewisses Mißtrauen entgegenbringt. Davon macht auch Kuropatkin leine Ausnahme, den der Zar bei Uebertragung des Oberkommandos mit materiellen Gunstbezeugungen überhäufte. So beließ er ihm das Ministergehalt, bewilligte ibm Eauipierungsgelder von 200 OOO Rubel und für die Tauer des Krieges einen Monatsgehalt von 15 000 Rubel. Das hat Kuropatkin in hohen Kreisen Neider geschaffen, die nicht müde werden, gegen ibn zu intrignieren, sein Zögern, das sich aus seinem auf weite Sicht berechneten Kriegsplan erklärt, als Unfähigkeit hinmstellen. Als Kuropatlin dem Zaren seinen Kriegsplan entwickelte, war dieser damit einverstanden. Da nun aber die Japaner von Erfolg zu Erfolg fmreiten, ohne daß Kuropatkin zum entfcheideuden Schlage gegen sie ausholt, so hat es den Anschein, als ob der Zar den Einflüsterungen der Neider des Generals Gehör zu schenken geneigt sei. Ein Zeichen hierfür ist die K a l t st e l l u n g des Admirals S k r y d l 0 w, der auf Kuropatkin's Wunsch zum Nachfolger des Admirals Makarow in der Leitung des Port Arthur-Geschwaders ernannt worden war, jetzt aber Knall und Fall ersetzt wurde durch Admiral Wit- Höft. Der Wechsel wurde höchstwahrscheinlich bestimmt in einem Geheimen Kriegsrat, wie sie unter Vorsitz des Zaren stattfinden zum Mißbehagen des Oberkommandierenden im Felde, dem vom grünen Tisch in Petersburg Weisungen zugchen, denen er nicht immer Folge geben kann, sofern er an seinem taktischen Plan festzuhalten gewillt ist. Derart entstehen Spannungen und Reibungen, die von unheilvoller Wirkung sein müssen und vielleicht dem General Kuropatkin die Freude am Oberbefehl vollends rauben. Denn er weiß am besten, daß sich unter solchen Verhältnissen dem zielbewußt und in Einmütigkeit handelnden Gegner nid^t beikommen läßt. — Der Krieg zwischen Rußland und Japan. Auf Grund zuverlässiger Quellen bearbeitet von Walter Erdmann von Kalinowski, Kgl. Preuß. Hauptmann a. D. Mit Karten und Skizzen. Zweites Heft: Bündnis mit Korea. Seetransporte und Landungen. Militärgeogr. Beschreibung des Kriegsschauplatzes. Kämpfe vor Port Arthur. Kriegsbegeisterung in Japan und Rußland. Mobilmachung und Aufmarsch. Zusammenstöße zu Lande. Zusammenwirken von Heer und Flotte. Bedeutung der Mandschurei für Rußland. Chinas Lage. Machtentwicklung der neutralen Staaten in den asiatischen Gewässern. Ucbernahme des Befehls durch den General Kuropatkin. 2 Anlagen, 1 Karte, 4 Skizzen. Militärverlag der Liebelschen Buchhandlung, Berlin W. 57, Kurfürstenstraße 18. Preis Mk. 1.50. Tas zweite Heft dieses interessanten ersten Werkes über den Krieg liegt nunmehr vor. Abgeschlosien am 14. April d. I., also bis zur Schlacht am Jalu reichend, bringt es die Vermutungen und Erwartungen zum Ausdruck, wie sich die Dinge gestalten werden. Daß des Verfassers Vermutungen durch die inzwischen ein getretenen Ereignisse zur Tat geworden sind, ist ein Beweis für dessen militärischen Scharfblick. Wohltuend berührt die strenge Objektivität des Hauptmanns v. Kalinowski, der allerdings anderseits auch schonungslose Kritik da übt, wo seiner Ansicht nach schwere Schäden und Verfehlungen sich zeigen. Palitische Tagesschau. Eine Rede des Herrn v. Speck. Bei dem anläßlich des deutschen KriegertageS in Newyork veranstalteten Schützenfestes hielt am 16. d§. der deutsche Botschafter Speck v. Sternberg eine Rede, in welcher er ausführte, der Anblick der Veteranen rufe mächtige Erinnerungen an die hehren Gestalten de§ alten Kaisers und seiner Paladine wie Bismarck hervor, deren Taten den Geist der Zusammengehörigkeit aller Deutschen wachrufen. Kaiser Wilhelm I. ruhe jetzt unter dem Heldenlorbeer, aber Gott habe Deutschland neues Rüstzeug gegeben. Kaiser Wilhelm II. habe das Erbe der Vater tretl bewahrt. Redner bemerkt dann, der Kaiser habe ihn beauftragt, dem nationalen Schützenbund den deutschenSchützen- adler zu überreichen; derselbe soll die Brust des jeweiligen Präsidenten schmücken. Auf Befehl seines kaiserlichen Herrn lege er dem Präsidenten Kröger dieses Symbol an. Kröger ersuchte hierauf den Botschafter, dem Kaiser den tiefgefühlten Dnnk der deutsch-amerrkanischen Schützen zu übermitteln, und brachte ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus. Deutsches Deich. Berlin, 17. Juni. Man meldet aus Homburg v. d. H.: Der Kaiser und die Kaiserin machten gestern nachmittag eine Spazierfahrt und besichtigten den Neubau der neuen evangelischen Kirche. — Frauenkongreß. In der heutigen Sitzung wurde in der Sektion 1 über das Nniversitätsstn- dium der Frauen in den verschiedenen Landern und die Beteiligung der Frau an der Wissenschaft verhandelt, tu der Sektion 2 über die Frau in Kunst und Kunstgewerbe und in der Literatur, in der Sektion 3 über die Berufsorganisationen und die Genosienschaftsbewegung bei den Arbeiterinnen, in der Sektion 4 über k 0 m- mun a les und kirchliches Frauenwahlrecht. Am Nachmittag fanden Empfange imb Besichtigungen von Gemäldegalerien und Krankenhäusern statt, am Abend Vorträge über das Frauenstimmrecht. — Der Seniorenkonvent des Abgeordnetenhauses sprach sich dafür Mls, daß sich das Abgeordnetenhaus am Mittwoch oder Donnerstag nächster Woche vertagt. In Bezug auf den Anfang der Sitzungen nach der Vertagung sprach sich der Seniorenkouvent einstimmig für den 18. Oktober aus. Mannheim, 17. Juni. Wie der „Mannh. G.-A." meldet, sendet der Vorstand des iungliberalen Vereins Mannheim ein Schreiben an den Reichsverband der nationaNiberalen Jugend, in dem er scharfen Protest einlegt gegen die Absage des außerordentlichen Vertretertages in Frankfurt a. M. und worin er die Abhaltung eines außerordentlichen Vertretertages fordert Der Aufstand in Aeulsch-SüdivsstafriLa. Hamburg, 17. Juni. Heute nachmittag ging mit dem Dampfer „Palatia" ein neuer Truppen- und Pferde- tr ans pari nach Deutsch-Südwestafrika ab. Der kommandierende General v. Beck und Polach erschien, brachte ein Kaiserhoch aus, der Transportführer, Major Meister, ein Hoch auf das Heer und die Marine. Kiel, 17. Juni. Nach Mitteilungen des 1. See- Bataillons starb in Windhuk der Seesoldat Ferster von der 2. Kompagnie an Herzschwäche. Mrlameniarisches aus Kesse». Die Redaktion der „Wormser Ztg." (H. v. Trützschler) behauptet in einer uns heute zugehenden, nmständlicherweise sich auf das Preßgesetz berufenden „Berichtigung" folgendes: Die in Nr. 135 des „Gieß. Anz." vom 11. Juni d. Js. ver- öffentlichte Erklärung der Landtagsabg. Haas, Reinhart, Schönberger und Stöpler ist in folgenden Punkten richtig zu stellen: 1. Die Mitteilung in Nr. 257 und 258 der „Wormser Zeitung" vom 6. Juni lf. Js. über die den Wahlgesetzentwurf betreffenden Verhandlungen des Landesausschusses der nationalliberalen Partei in Hessen entspricht ihrem vollen Inhalt nach der Wahrheit. 2. Zur Veröffentlichung der Resolution ist der Unterzeichnete von dem Vorsitzenden der Versammlung, Herrn Grafen Oriola, ausdrücklich ermächtigt worden. Ausland. London, 17 Juni. Wie das Reuter-Bureau erfährt, verlautet in politischen Kreisen, daß unter den Mitgliedern 'des Kabinetts Mernungsverscbiedenbeiten über die Heeresreform herrschen. Gewisse Mitglieder des Kabinetts seien gegen die Vorschläge, die die Kommission für die Heeresreform kürzlich in ihrem Berichte machte, während der Staatssekretär für das Kriegswesen, für die Annahme aller Vorschläge eiutreie. Arnold Forster hätte am Donnerstag eine endgiltige Erklärung über die Militär- Vorlage der Regierung abgeben sollen. Tie Abgabe der Erklärung sei aber wegen Meinungsverschiedenheiten unter den Ministern vertagt worden. Paris, 17. Juni. Die Kommission zur Untersuchung der Karthäuserangelegenheit vernahm heute Ehabert, welcher erklärte, daß er im Laufe der Unterhaltung beiläufig einmal zu Lagrave gesagt habe, die .Karthäuser würden daran klug tun, der Regierung zwei Millionen anzubieten, um die Genehmigung zu erhalten; er fügt hinzu, daß er mit mehreren Freunden 100000 Fr. dem Komitee Masturand, welches für die Politik Waldeck-Rousseaus eintrat, überwiesen habe; er lehnt cs jedoch ach, die Namen seiner Freunde, die bei der Spende beteiligt waren, anzugeben, und er lehnt ferner ab, iiber "den Ursprung seiner Beziehungen zu Millerand und über die Angelegenheiten, welche dieser ihm anvertraut, Angaben zu machen. Masturand erklärte, daß die Summe, die er erhalten habe, nicht der Regierung, sondern den Komitees übermittelt worden seien. Masturand verwahrte sich gegen die Beschuldigung, daß er mit den Orden handle; darauf wurde Edgar Eombes vernommen, welcher bestritt, von Lagrave einen Brief über die Bekanntgcbung des Namens Ehaberts und über die Rolle erhalten zu haben, die man ihm in der Karthäuserangelegenheit zuschrcibe. Der Justizminister ordnete heute die Einleitung des Unter- suchungsversahrens gegen Ehabert an. ?lbends wurde bei Ehaberr Haussuchung vorgenommen. Rom, 17. Juni. (Se nat.) Anläßlich der Beratung eines wenig erheblichen Gesetzentwurfes betreffend das Kricgsministerium bemerkte General Pelleux, die Regierung werde unter den gegenwärtigen Verhältnissen auf keinen Fall von dem Parlament irgend eine Vermehrung der Ausgaben für das Kriegsbudget fordern. — Justizminister Valle verfügte die V e r h a f t u n g des ehemaligen Generaladministrators von franz. Äestafrika, Gerard. Derselbe soll angeblich Grausamkeiten an Eingeborenen begangen und seinen Dolmetscher, einen Neger, ermordet haben. Petersburg, 17. Juni. Die Alarmnachrichten ans der Mongolei verursachen in hiesigen Regierungskreisen große Besorgnis. Man will wifsen, daß die russenfeindliche Bewegung unter den Mongolen von englischen und chinesischen Emissären geschürt wird. Konstantinopel, 17. Juni. Wie verlautet, wurde der Schwager des Sultans, Kehmal Pascha, degradiert und nach Kleinasien verbannt. Konstantinopel, 16. Juni. Der Walt von Bitlis behauptet, daß etwa 200 Revolutionäre von den Truppen im Distrikt Sassun getötet wurden, und daß )ie friedlichen Armenier nicht zu Schaden gekommen sind. Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. Juni 1904. ** Aus dem Militär-Wochenblatt. Kraemer, Leutnant der Res. des 2. Rast. Jnfant.-Regiments Nr. 88 (Friedberg), zum Oberleutnant, Schül (Erbach), Vizefeldw. des 4. Großh. Hess. Jnf.-Negts. (Prinz Karl) Nr. 118, zuin Leutnant der Reserve befördert. Reinhardt, Oberlt. des Landw.-Trains 2. Aufg. (Friedberg), Böhm, Lt. d. Landw.- Kavallerie 2. Aufg. (I Darmstadt), Michel, Oberlt. der Landw.-Fußart. 2. Aufg. (Mainz), der Abschied bewilligt. Müller, Garn.-Verw.-Jnsp. in Gießen, als Oberinspektor auf Probe nach Neu-Breisach, Rösing er, Garn.-Verw.- Kontrolleur in Breslau, als Verwaltungs-Inspektor nach Gießen versetzt. * • Ernennung. Der Gerichtsaccesfist Schrader aus Gießen ist, wie man uns aus Darmstadt drahtet, zum Gerichts- asiesior ernannt worden. * • Die nächste Sitzung der medizinischen Gesellschaft findet statt Dienstag, 21. Juni, abends 7 r/, Uhr, im Hörsal der Universitäts-Augenklinik. Tagesordnung: 1. Herr v. Tabora „Heber Darmdyspepsien und deren rationelle Behandlung. 2. Herr Kißkalt: Der Einfluß der schwefligen Säure auf die Entwicklung der Tuberkulose. Vor der Tagesordnung: Demonstationen von Herrn Vossius und Herrn Schäffer. * * Kurse für Stotterer. Wie aus dem Inseratenteil hervorgeht, finden hier demnächst 2 verschiedene Kurse für Stotterer statt, der eine von E. Schmeling, Nordanlage 9, der andere von F. Baum aus Darmstadt, in der Ludwig- straße 52 hier veranstaltet. ** Gas- iwnb Wasserwerk Der mit Anfang nächster Woche in Hannover tagenden 44. Jahresversammlung des „Deutschen Vereins von Gas- und Wasserfachmännern" wird als Vertreter der Stadt Gießen Direktor Bergen beiwohnen. ** In der Gemälde-Aus st ellung am Brand wird^ kommende Woche wieder ein größerer Wechsel der Gemälde vorgenommen; die Ausstellung bleibt dadurch von Montag ab 4 Tage geschlossen. ** Das Promenaden-Konzert findet morgen um 1/212 Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre zur Oper „Der Wildschütz", von Lortzing. 2. Czardas von Michiels. 3. Introduktion aus der Oper „Tra viata" von Verdi. 4. Der Möllendorfer A. M. Präsentier- Marsch der Kavallerie. #* Die Direktion Steingoetter teilt uns kurz vor Schluß der Redaktion mit, daß die Operetten-Ga stspiele wegen mangelnder Beteiligung nicht abgehalten werden. ** Außerordentlich schwere Gewitter entluden sich in der vergangenen Nacht über unsere Stadt. Von y22 Uhr ab bis in die Morgenstunden hielt das Unwetter an und war namentlich in den ersten beiden Stunden von prastelnden Regengüsien begleitet. Die unaufhörlich grell zuckenden Blitze waren von ständigen Donnerschlägen begleitet und dreimal waren die Schläge so stark, daß man befürchten mußte, die Stadt werde von einem Brandunglück heimgesucht werden. Heute früh liegen uns indes noch keinerlei Meldungen über Feuer oder andere vom Gewitter verursachte Schäden vor. — Dagegen kommen aus dem Nordharz Nachrichten von einem Unwetter mit lang andauerndem Gewitter und Wolkenbrüchen, das beträchtlichen Schaden anrichtete. **Eine„Geseheskunde für den bessischenWirt", umfassend die Reichs-und Hess. Landesgesetzgebung nebst den nötigen Erläuterungen imb Sachregister, hat soeben der Großh. Gerichts» assessor Hans Becker in Darmstadt im Verlag I. Diemer in Mainz erscheinen lassen. Wie in so vielen Branchen, muß heute auch das Wirtsgewerbe eine Reihe von Gesetzen und VerÜigungen kennen, will man sich nicht Unannehmlichkeiten aller Art ansietzen. Diese zu vermeiden, ist der Zweck der vorlieaenden Broschüre, und ein Blick in das reichhaltige Sachregister läßt uns vermuten, daß der Verfasser dieser Ausgabe gerecht geworden ist. Das Büchlein ist als em Ratgeber für Wirte und die mit dem Wirtsgewerbe in Verbindung stehenden Berufe zu betrachten. — Bad-Nauheim, 17. Juni. Bis zum 16. Jilni 1904 sind 9417 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 5933 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 16. Juni 99 269 abgegeben. n Ulfa, 17. Juni. Das neue Kriegerdenkmal, das Gemeinde und Kriegervcrein unseren hiesigen Kämpfern von 1870/71 in dankbarer Erinnerung gewidmet haben, steht nunmehr formvollendet da. Die Vorderseite weist außer der Widmung die Namen derer auf, die im Kriege für ihr Vaterland gekämpft haben, von denen aber wunderbarerweise in den Schlachten keiner gefallen ist. Mit Recht prangt deshalb über der zwiefachen Namenreihe das Wort: Gott war mit uns. Ihm sei die Ehre! Auf Der einen Seite finden wir die Namen der. Nichtkombattanten, auf der anderen einen passenden Denkspruch und endlich auf der Rückseite die Jahreszahl der Errichtung. Das Denkmal hat seinen Piatz mitten im Ort neben der 1871 gesetzten Friedenslinde; cs fehlt ihm jetzt nur noch eine schöne Ein- frredigung. Zn der Einweihung am 3. Juli, mit der gleichzeitig auch das 30jährige Stiftungsfest des hiesigen Krieger- vereins, sowie das Bezirksfest des Hasfiaverbandes Schotten stattfindet, haben bereits 25 Vereine ihr Erscheinen zugesagt. g. Büdingen, 17. Juni. Auf gräßliche Weise verunglückte heute mittag ein auf dem Hof des Oberamt- manns Flemming bediensteter Knecht Er war mit einer Mähmaschine auf den Wiesen beschäftigt und von dieser abgestiegeu, um etwas an der Maschine in Ordnung zu bringen. In diesem Moment zogen die Pferde an und der Bedauernswerte geriet unterdiescharsen Messer und wurde an beiden Beinen fürchterlich zugerichtet. Zwei sofort herbeigeholte Aerzte veranlaßten nach einem Notverband seine Verbringung in das hiesige Mathilden Hospital, wo er hoffnungslos damiederliegt. R. B. Darmstadt, 18. Juni. (Draht bericht.) I. I- K. K. H. H. der Großherzog und Prinzessin Heinrich kehrten gestern abend von dem Gordon Bennet- Rennen nach Schloß Wolfsgarten zurück und begaben sich heirte nach Schloß Friedrichshof bei Cronberg, wo sie mit dem Prinzen Heinrich bei dem Prinzenpaar Friedrich Karl von Hesten das Diner ernnahmen. sd. Darmstadt, 17. Juni. Am 15. Juni begann ans der Mathildenhöhe in Darmstadt die zweite Ausstellung der Künstler-Kolonie. Sie besteht in erster Linie in einer Gruppe von drei Häusern, die der Großherzog als Bauherr nach Profeffor Olbrichs Plänen bauen ließ. Diese Häuser- ollen Beispiele einfacher, nicht übermäßig kostspieliger und künstlerisch gestalteter Eigenwohnungen bilden und werden in demselben Sinne nahezu vollständig eingerichtet sein. Das eine der Häuser ist als Dienstwohnung für den Hofprediger bestimmt, eins ist schon verkauft, das dritte ist noch frei. Die Wohnungseinrichtung ist nach Entwürfen Prof. Olbrichs und der Maler I. V. Cissarz und Paul Haustein von zumeist kleineren Darmstädter Firmen ausgeführt worden und halt ich auch mit wenigen Ausnahmen durchaus im Rahmen mäßiger Preise. — Neben dieser für sich abgeschlossenen Gruppe sind in verschiedenen Räumen des Erust-Ludwig- hauses Sonder-Ausstellungen der einzelnen Künstler, an benen auch die Bildhauer Professor Habich und Dr. Greiner in umfangreicher Weise beteiligt sind. Das Ausstellungs-Restaurant, das nach Prof. Olbrichs Plänen erbaut ist, liegt in der Nähe unter hohen Bäumen und ist schon seit einiger Zeit im Betrieb. Majestät dem Kaiser das Kreuz zum allgemeinen Ehrenzeichen mit der Zahl 50 verliehen. Vermischte». * Berlin, 17. Juni. Von der ermordeten Lueie Berlin wurden heute vormittag die beiden Beine, die bisher fehlten,gefunden. Der Zuhäjter Berger scheint so schwer belastet, daß er heute nachmittgg der Staatsanwaltschaft zugeführt wurde. Görlitz, 16. Juni. Der Sergeant Nitsche vom hiesigen Infanterieregiment erschoß sich mit seinem Dienst- gewehr aus Furcht vor einer Strafe. * Paris, 17. Juni. Bei Alais fuhr ein Automobil mit drei Insassen gegen ein en E i s e n b a h n z u g, da infolge Unachtsamkeit des Bahnwärters die Schranken nicht geschlossen waren. .Das Automobil wurde zertrümmert, die Insassen tödlich verletzt. * Wien, 17. Juni. Der ehemalige Intendant der Wiener Hofbühnen, Freiherr von Besconi, der auch Gouverneur der Bodenkreditanstalt war, ist heute morgen in einer Privatirrenanstalt gestorben. Dorthin war er erst vor 14 Tagen gebracht worden, nachdem er einige Tobsuchtsanfälle gehabt hatte. Wien, 17. Juni. Eine peinliche Angelegenheit, von welcher der Bezirkshauptmann in Mürzzuschlag und der frühere Vorstand in der Ministerialkanzlei im Hnterrichts- ministerium v. Hermay betroffen wurde, erregt hier Aufsehen. Heroay lernte vor einem Jahr eine Dame kennen, die sich als Baronin v. Lützow und Hofdame einer russischen Großfürstin ausgab. Er heiratete sie, jüngst stellte sich heraus, daß alle ihre Dokumente gefälscht waren und daß Hervay eine Abenteuerin schlimmster Sorte zum Altar geführt hatte. Die angebliche Baronin Lützow entpuppte sich als die mehrfach verheirat gewesene, geboreneSinger aus Berlin. Gestern beging sie hier einen Selbstmordversuch. ^Petersburg, 17. Juni. Die S t a d t M i n s k steht an drei Stellen in Flammen. Es ist Gefahr vorhanden, daß dre Stadt vollkommen vom Feuer vernichtet wird. Man vermutet, daß gegen die jüdische Bevölkerung gerichtete Brandstiftung vorliegt. * Warschau, 17. Juni. Beim Ausbruch eines Brand'es von Apothekermaterialien am 13 Juni besetzte eine Anzahl Arbeiter den Hof eines Grundstückes, die auf die Aufforderung der Polizei, auseinander zu gehen, mit Steinen warfen. Der hinzugekommene Oberpolizeimeister wollte aus den Hof gehen, wurde jedoch von den Arbeitern nicht hineingelassen. Als Kosaken herbeieilten, wurden sie mit Steinwürfen und zwei Schüssen empfangen. Die Kosaken gaben darauf zwei Salven ab. Ein Arbeiter ist tot, drei schwer, einige leicht verwundet, Zehn Polizisten sind leicht durch Steinwürfe verwundet. 16 Arbeiter wurden verhaftet. * Das Brand Unglück im Hafen von Newyork. Vor der Hntersuchungskommission erklärte Lucy Rosenagel, sie sei mit einem Rettungsgürtel ins Wasser gesprungen, jedoch sei dieser im Wasser gerissen und das Korkpulver sei ausgetreten. Sie habe dann einen Stuhl erfassen können, wodurch sie gerettet wurde. Sonntag werden Trauerfeiern in allen deutschen Kirchen abgehalten. Die Stadt läßt das Wrack des „General Slocum" heben, zur Feststellung, ob sich noch weitere Leichen darin befinden, und zwecks eines Kriminal- verfahrens. Die Leichen von 2 73 Kindern, 243Frauen und 2 3 Männern sind geborgen, ebenso zahlreiche Leichenteile. * Der Klub der Selbstmörder. George Wagner, ein reicher Restaurateur in Bridgeport, Connecticut, hat sich Sonntag abend in einem Newyorker Hotel erschossen. Er war das letzte Mitglied des „Klubs der Dreizehn", der vor 15 Jahren in Bridgeport gebildet wurde. Alle Mitglieder dieses Klubs haben seither Selbstmord begangen, ohne ein anderes Motiv als die statutarische Verpflichtung hierzu. Wagner verließ sein Heim am Freitag, die Familie suchte ihn sofort und fand ihn tot in Newyork. Ter Selbstmordklub wurde im Scherz gebildet, die Mitglieder verpflichteten sich unter ungeheurer Heiterkeit bei großen Krügen Bier, ihrem Leben durch Selbstmord ein Ende zu machen. Das Hauptquartier war Wagners Restaurant. Als ein Mitglied um das andere durch Selbstmord endete, drang die Kunde ins Publikum, aber die Nachricht wurde öfter scharf dementiert, bis jetzt mit dem 13. Selbstmord der letzte Zweifel verschwunden ist. Man glaubt an eine psychopathische Ansteckung vormals normaler Menschen. Hlniversstäts-Dachrichlen. Ueber eine seltsame Berufung klagt die „Deutsche Tageszeitung": Einer der wichtigsten Lehrstühle an der Technischen Hochschule in Danzig, nämlich der der Nationalökonomie, wird einem Spezialvertreter der Mari n ew iss en s ch a ft und zwar dem Archivar der Hamburg- Amerika-Linie, Dr. K. Thieß in Hamburg, übertragen werden, dessen Ernennung zum Professor, wie der „Konfektionär" meldet, unmittelbar bevorsteht. Spöttisch bemerkt dazu die „Köln. Volkszeitung": Früher würde die „Deutsche Tagesztg." diese Berufung wohl nicht seltsam gesunden haben, denn damals war Tr. Thieß wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentralbureau des Bundes der Landwirte. Hanau, 17. Juni. Eine von der Freisinnigen Volkspartei einberufene Versammlung nahm nach einem Referat des LandtagSabgeordneten Fnnck-Frankfurt eine scharfe Protestresolution gegen den konservativnationalliberalen Schulantrag an und fordert darin ein entschiedenes Eintreten unseres Abgeordneten Junghenn ür die Simultanschule. )( Marvurg, 14. Juni. Heute abend feuerte der 'ruhere Photographengehilfe S., ein Vater von 6 Kindern, zwei Schüsse aus sich ab und verletzte sich schwer. Man erzählt, daß der Mann in schlechten pekuniären Verhältnissen gelebt habe. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Wieder aus der Hast entlassen wurde der unter dem Verdacht des Mordes an dem Darmstädter Privatier Döring von der Wiesbadener Polizei verhaftete Gürtler Folge. Die Ermittelungen haben ergeben, daß der Verdacht unbegründet war. — Das Rosenfest in Worms hat 6700 Mk. eingebracht, wovon 4000 Mk. dem Rosengartenfonds zugehen. Herr v. Heyl hat für den anzulegenden Rosengarten ein Denkmal gestiftet: Hagen, den Nibelungen- chatz im Rhein versenkend. Bildhauer Joh. Hirth-Karlsruhe ist mit der Ausführung beauftragt worden. — Dem Vernehmen nach wird die in Marburg durch Pensionirung des Kreiskommunalkassenrendanten Röhr frei werdende Stelle dem Zahlmeisteraspiranten Volland aus Butzbach übertragen. — Dem Gerichtsdiener Riegel in Wetzlar wurde von Sr. Kerichtslaat. Mainz, 17. Juni. Ein rohes Weib stand gestern vor der hiesigen Strafkammer. Wegen fortgesetzter bn rb art lerer Mißhandlung ihres sechsjährigen Töchterchens hatte sich die in Worms wohnende 46 Jahre alte Frau Kunigunde Holla, geb. Schlagmann aus Oberzell zu verantworten. Tau arme Kind war, wie Zeuginnen bekundeten, schrecklich zu- gerichtet, der Körper voll blauer Flecken und die Ohrläppchen wund gerissen. Oft sah man das schrecklich abgemagerte Kind, wie es, vom Hunger getrieben, Essen auf Mi st hausen und anAbflußröstren suchte. Vor seiner rohen Mutter hatte es natürlich groye Angst- Endlich konnten die Hausbewohner die Sache nicht mehr mit ansehen und zeigten das bestialische Weib an. Gestern spielte m sich als die gekränkte Unschuld auf und behauptete, die Zeuginnen wollten sie reinlegen. Sie hätte ihr Kind sehr gut bebauocu. obwohl es sehr unartig war. Es wurde jedoch festgestellt., aai» sie im Jahre 1901 in ihrer früheren Wohnung ihren Sohn in derselben gemeinen Wesse behandelt hatte und dasur zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Auch damals warf sie den Zeugen, die mit den gestrigen übrigens in keiner Verbindung stehen, Lüge und Meineid vor. Aus dem arzttiaen Gutachten ging hervor, daß das Kind dem Siechtum ^^smlen müsse, wenn keine bessere Behandlung ein trete, woraus pas Jtuw seiner Mutter von der Behörde abgenommen wurde. Der Staatsanwalt, Dr. Friedrich, beantragte 1 Jahr Gefängnis. Tas Gericht erkannte auf 6 Monate Gefängnis. . -> * Berlin, 17. Juni. In der heutigen 30 Sitzung d.s Pommernbankvrozesses wurde die Beweisausnahnug ' schlossen. Die Plaidoyers beginnen am Dienstag, ^te ^erhano- lung brachte insosern ein überraschendes Moment, als die lieben Bücherrevisoren nach Prüfung zweier Anträge der Angellag "reiche Äfeucie Lr-zp Staats, xe°nt Nitlü ' “ "«1«; ?Ä;r«J •■Seat ■ -Ä“4 ML ~C£* ■Äfe entpupptc sich Q[g b.{ ( o,n9er aus Berlin. Mordversuch. dricheSevölkcr, l vorlregt. 'bnich eines Brandt ' !3.?1,ni besetzte eine ? d'luckes, die aus bit ru gehen, mit Steinen 'ze'meister wollte au: Arbeitern nicht hinein. " »rden sie mit Stein. Tic Kosaken gabn iter ist tot, drei Zehn Polizisten finb 16 Arbeiter wurden ! en von Newyorl. irte Lucy Rosenagel, Safier gesprungen, je- ) das Korkpulver sei kühl erfassen können, lerben Srauerfeicrn in stabt laßt das Wrack Stellung, ob sich noch veckS eines Kriminal, betn, 243grauen en, ebenso zahlreiä >er. George Wagner, mtertient, hat sich G® schossen. Er war b.l der vor 15 Jahren c -der dieses Klubs W- anderes Motiv als de ner verließ sein W ri und sand ihn tola rcherz gebildet, die M er Weiterleit bei M )id ein Ende zum^ raut W.ein MK >, drang die M J >r scharf dementiert, r jweifel verschwur .chung vomals nom^ r llcib Hütte S#! ,s>‘® eEmtt "sLxtz W^L-tU -16>. 1 äw % ttfifen. g klagt die X; L","v m, übirWfl^. Sage^(; ,-r it , denn >nttalbureüü fr- * ',<5 DurcysscylDeS njnen troerantroorteren rmarerrars oerunveren/ ie Pommernbank sehr wohl imstandegewesen wäre, ihre Pfandbriefzinsen zu bezahlen und alle Ausfälle und Verluste zu decken, daß sie auchjetztnoch in der Lage sei, die den Aktionären und Pfandbriefbesitzern auferlegten Opfer zuruckzuerstatten. Aachen, 17. Juni. In der gestrigen bis spät nachts anhaltenden Strafkammersitzung beschäftigte sich das Gericht mit den 15 Angeklagten, welche einen Ueberfall auf Wallfahrer ausgeführt, Pilger mißhandelt und beraubt hatten. Unter den Teilnehmern an der Prozession befanden sich auch mehrere schwerverwundete holländische Personen. Das Gericht bestrafte sieben Angellagte mit Gefängnisstrafen bis ru einem Jahr, während acht, deren Beteiligung an dem Ueberfall nicht nackgewiefen werden konnte, freiaesprochen wurden. Gingesandt (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der Unterzeichnete bringt im Interesse aller Anlieger hinter der Westanlage folgendes zur Sprache: Heute am 18. Juni wollte ich mit einem Karren zur Arbeit nach der Goethestraße, und mußte mm, da am Hotel Schütz alles mit Erde die Straße aufgefüllt ist, an der Pumpstation vorbei. Zwei Arbeiter halfen mir dabei, daß ich meinen Wagen in die Schanzenstraße brachte. Andernfalls mußte ick fahren Hinter der Westanlage, Viadukt, Hammstraße, Neustadt, Bahnhofstraße, Wcstanlage, Goethestraße. Der Schacht bei Reitzel müßte doch so bald als möglich zugeschüttet werden. E. H, Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 19. Juni 1904: Zeitweise heiter, bei kühlerer Nacht tagsüber 'Temperatur nur wenig verändert, nur noch vereinzelt geringe Regenfälle. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Temperatur der Lahn und der Luft am 18. Juni 1904. Nach Reaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 17°, Lust 16°. Albert R ü b s a m e n. Ileuclie Meldungen. Berlin, 18. Juni. Zum Präsidenten des Kammergerichts wurde Landgerichtspräsidentv. Schmidt- Halle ernannt. •cImport, io. /n do 90.30 3‘/e°/n Hessen .... 99.95 31fs% Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.00 4*/g % Oesterr. Silberronto 100.20 4% Ungar. Goldrente . . 99.55 40/n Italien. Rente , . . 103.40 4,,,% Portugieser , . . 61.50 3°/ Portugiesen —.— 1% C. Türken .... — Türkenloso —.— 4% Grieoh. Monopol-AnL 47.80 41/, % äussere Anrentiner 43 55 3°/o Mexikaner .... 26.40 4,/s,/o Chinesen .... 88.05 Electric. Schuckert . . . 103.90 Nordd. Lloyd . . . , 100.40 Kreditalrtien .... 201.00 Diskonto-Kommandit. . . 186.80 Darmstädter Bank . . 137.00 Dresdener Bank .... 150.00 Berliner Handelsges. . . 152.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 136.00 Lombarden . . , . . 17.30 Gotthardbahn 192.00 Laurahütte ..... 242.50 Bochum ...... 189.30 Harponer ..... 200.00 Tendenz: fest. 5349 Anerkennungsschreiben vorzüglicher Lieferungen aus allen Kreisen wurden an dieser Stelle ton der Möbelfabrik und Lager Th. Brück, Giessen, Ecke Schlossgassc—Kanzleiberg zur Veröffentlichung gebracht. Diese sowohl wie eine weitere Serie noch nicht verbreiteter Referenzen stehen Jedermann gratis und franko nebst einigen photographischen Aufnahmen der besteingerichteten Fabrik- iind Verkaufsräume zur Disposition und dürfte es sich empfehlen, vor Ankauf von Möbeln, Betten, T ep pichen, Vorhängen etc. sich zu wenden an das 1858 gegründete Möbelfabrikations- und Ausstattungs- Geschäft '%3rUCfi, Giessen, Ecke Schlossgasse— Kanzleiberg—Brandplatz. — 10 Schaufenster. — 100 Zimmereinrichtungen. — Lieferung franko jeder Bahnstation. — Telefon 373. — Höchste Auszeichnung: Oberhessische Gewerbe-Ausstellung. Frankfurt a. M. (Kettenhofweg 37, L), den 17. Juni 1904. Auf besonderen Wunsch des teuren Heimgegangenen findet die Beisetzung in aller Stille statt. — Blumenspenden dankend abgelehnt. Oie trauernden Hinterbliebenen. 5329 Statt jeder Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir hiermit die schmerzliche Mitteilung von dem heute erfolgten Hinscheiden unseres innig geliebten, unvergesslichen Herrn Dr. med. CTirisstopli MeleSiiax*, Um stille Teilnahme bitten K'- Kelranntmachnng. Die Alieestraße, zwischen Ludwig- und Frankfurterstraße, und die Johannes st raße werden wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von Montag, den 20. l. Mts. an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 18. Juni 1904. Großherzoglft>'es Polizeiamt Gießen. __________________Herberg._________________ Bekanntmachung. Die am 21. Mai l. Js. angeordnete Sperre der Bahnhofstraße zwischen Westanlage und Liebigstraße, wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 18. Juni 1904. Großherzogin es Polizeiamt Gießen. __________________Herberg._________________ Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garteustraße 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und ArbeiMehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet. Es können eingestellt werden: 5361 1 jüngerer Schmied, 2 Wagner, 1 Sattler und Tapezier, 4 Schneider, 4 Schreiner, 1 jung. Backer, 2 Weißbinder, 2 Maler tu Lackierer (auswärts), 1 Hausbursche, mehrere Arbeiter, 10 Dienstmädchen, 3 Lauffrauen. Lehrlinge: 1 Tapezier, 2 Bäcker, 1 Kaufmann, 1 Kellner. Es suchen Arbeit: 1 Schlaffer, 1 Heizer oder Maschinenschlosser, 1 Wäscherin, 1 Flickerin, 1 Schreibgebilse.__ Bekanntmachung, Es wird hiermit aur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der nächste Impf- und zugleich Nachschautermin in der Stadt Gießen »licht Mittwoch, den 22. Juni, sondern Dienstag, den 21. Juli l. I., nachmittags von 5 bis 6 Uhr im Jmpflokale, Schulgebäude, Neustadt 61 stattfindet. Gießen, den 17. Juni 1904. 5332 Großherzoglicke Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Eurschmann. Bekanntmachung Montag, 20. Juni, nachmittags 6 Uhr, soll an Ort und Stelle die diesjährige Airscheuernte von den städtischen Bäurnen auf dem Trieb in 8 Lasen öffentlich versteigert werden. Die Zusammenkunft ist an der Wirtschaft „Zur Germania". Gießen, den 17. Juni 1904. 5344 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. MWer WlAriiiiMchms Sieben Wartenstraße 2, Zimmer Nr. 14. (Geschäftsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Es sind zu bcrmlctcu: 36 Wohnungen von 2—7 Zimmern, 1 Zimmer zur Lagerung van Möbeln oder Bibliotheksgegenständen, 2 möblierte Zimmer. Zu mieten gesucht: 58 Wohnungen von 2—11 Zimmern. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und zwar für eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwert bis 300 Mk. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. einschließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1 00 Mk.; außerdem ist für jede Wohnungsanmeldung 1,00 Mk. zu hinterlegen. Für die Wohnungsfuchenden erfolgt die Vermittelung unentgeltlich. 5360 Vergebung van Kauarbeiten. Die für den Neubau eiues Pfarrhauses in Heuchelheim erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis 5250 Freitag den 24. Juni l. I., nachmittags 4 Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim, woselbst Pläne, Voranschläge und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, verschloßen und portofrei einzureichen. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: zu Mk. Erd- und Maurerarbeiten 5480.05 Zimmerarbeiten 2344.89 Dachdeckerarbeiten 733.82 Spenglerarbeiten 254.15 Glaserarbeiten 1012.62 Schreinerarbeiten 2487.64 Schlofferarbeiten 253.— Weißbinderarbeiten 1484.80 Tapezierarbeiten 275.— Eisenlieferung 404.40 Gießen, den 11. Juni 1904. Der Großh. Krcisbauinspektor des Kreises Gießen. gez. Die hm, Baurat. Versteigerung. Moutag den 20. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, sollen dahier Marktplatz 20 im Adler: Eine größere Partie Tischtücher, Tischdecken u. Servietten, Rouleaux u. Vorhänge, eine Padiumtreppe, eine Waschmangel, ein Blumengestell und ein Trichter für Küfer 5350 gegen bar versteigert werden. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, den 18. Juni 1904. Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Montag den 20. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Marktplatz 20 im Adler: 1. Zwei Pferde, 2. eine Ladeneinrichtung, 3. Haus- und Küchengeräte aller Art, eine Nähmaschine, 4. eine Partie Schuhwaren, 5. ein Kanarienvogel mit Käfig, 6. ein Stamm Werkholz u. v. A. gegen bar versteigert werden. Gießen, den 18. Juni 1904. 5351 Seipel, Gerichtsvollzieher. Aufpolstern von Betten und Polstermöbeln in und außer dem Hause wird bei bekannt guter Arbeit billig aus- geführt. 4925 Wiih. Bohiing, Kaplansgasse 14 Aachcncr nni) Mnchcim Feuer-VMernngs-UeWs Gegründet 1825. Der Geschäftsstand der Gesellschaft am 31. Dezember 1903 ergibt sich aus dem nachstehenden Auszug aus dem Rechnungs-' abschluß für das Jahr 1903. Jt H Grundkapital 9,000,000.— Pramien-Einnahme für 1903 21,656/486.08 Zinsen-Einnahme für 1903 ..... 784,081.70 Vrämien-Ueb ertrage 9,314,984.01 Uebertrag zur Deckung außergewöhnlicher Bedürfniffe ........ 4,000,000.— Kapital-Reservefonds 900,000.— Dividenden-Ergänzungsfonds .... 600,000.—- Spar-Reservefonds 1,297,627.50 47,553,179.29 Versicherungen inKraft am SchlussedesJahres 1903 10,940,256,470.— An Entschädigungen wurden von der Gesellschaft im Jahre 1903 gezahlt 12,097,603.53 Seit ihrem Bestehen wurden von der Gesellschaft ftir Schäden überhaupt bezahlt .... 238,677,032.83 Für gemeinnützige Zwecke verwendete die Gesellschaft seit ihrem Bestehen die Summe von 33,738,135.25 Die Gesellschaft betreibt außer der Feuer-Versicherung auch die Versicherung -ege» Wafferlcitungsschäden, sowie die Versicherung gegen Einbruch-Diebstahl. Der Abschluß einer Versicherung gegen Einbruch-Diebstahl wird für die beginnende Reise-Saison besonders empfohlen. Darmstadt, den 1. Mai 1904. Die Geueralageutur: 5317 Weis & Egenolf. Die Agenten der Gesellschaft: Louis Wittich in Gießen. Karl Emmel in Hungen. Ludwig Waqneri.Allendorf a.Lda. Heinrich Walz in Lich. Balth.Stephan IV. üGroß.-Buseck. Heinr. Espich in Lollar. Johs. Leun IX. in GroßemLinden. Johannes Schäfer IX. i.Steinberg. Julius Karl in Grünberg.Wilh. Wacker m Wieseck. Arbeits- Versteigerung. Nächsten Montag den 20. d. Mts., vormittags 9 Uhr, sollen auf dem Rathause zu Leihgestern nachstehende Arbeiten versteigert werden und zwar: veranschlagt zu Mk. Erdarbeiten 109.20 Chaussierungsarbeiten 717.60 Pflasterarbeiten 1053.70 Gießen, den 16. Juni 1904. I. A.: Rohrer, [5306 Kreisstraßenmeister. Gr. Ober-, Unterbett n. Kisieu zus.12^M.,Hotelb.17' M.,Ausst. Bett.22^,M. Nichtpaff.Betrag ret. Preisl.gratis. A.Kirschöerg,Fnpiig36. Mittwoch vormittags 11 Uhr, wird auf hiesiger Bürgermeisterei ein abgängiger schwerer Gemeinde-Bulle versteigert. Allendorf a. Lumda, den 16. Juni 1904. Großherzogl. Bürgermeisterei Allendorf a. Lumda. Rein. 5300 Giessen Seltersweg 30 L Reinig Optische t - Komplette Schlafzimmer C. Röhr 8t Co Men" Die «' vier 44 Bahnhofstrasse 44 5289 1. Kaiser, Vorsitzender. 5318 Wei 5355 Der Vorstand. Kkin-Linisn! Butzbach. Fr. Grauer. Tanzmusik 5358 Heinrich Bernhardt. Gehen Sie in 5339 Springmann’s Schuhwarenhaus Giessen Bahnhofstrasse 58 Bahnhofstrasse 58 aui sämtliche Sommerartikel. Robert Haas Macht empfiehlt 5362 Kurz-, Woll- und Modewaren. 5335 FafelochS 30 Pfg. 5364 lasten. 5021 Marktstraße 19 Gießen Emil Fischbach. I Unersetzlich für Wäsche u.Hausputz ■ Mäurer kWIrtz Stolberg. Rhld.g 884 03431 erb and stoffe ■ Batist-Hüte Söckchen Strümpfe und Socken 2. 3. tragen viele Lente eine unbequeme und unpassende Fussbekleidung, in denen sie zwei Drittel ihres Lebens verbringen? 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Lahn in den Gasthof ,,Zur alten Post" ergebenst einzuladen. Wir bitten alle Mitglieder unseres Vereins und alle Freunde der Lahnkanalisation an der Versammlung teilzunehmen, um diese für unsere Bestrebungen möglichst wirkungsvoll zu gestalten. Tagesordnung: Aec Ke Man $tclt> Im AMc «°llÄ chw Mä dn »l dA/j Sind die > „Sie W jiebler und van Ä»schuldl-> »»-..f W teibiu1- ;■. von Hett.ros ie aus den vauscn die Millionäre Sie eigenen Lar und ganZlM gr wollet blei iefrr vielen 6'nu den Missionshau geiaht von den habe aber nicht Qkahandja i ihr ns die Msio^ar hat den deutschen Li in L k a h a n d I des 12. Januar drei Deutsch Men, am llben lager, um, 1 jagen. mar Der Missionar - bei den er Missionar Olpp Tage - ein gl Äejatznng, — v länger konnte er holtsam ans. s. 21 geflüchtete L sie da vierzehn gebracht waren tonnte sreilich Schädlinge Diese wenig mögen genügen, Missionare den! lebe denkbare p als hätten die Ä stech, wird jdMi luigS Samuel ,Lch W einen ( werde, auch nicht vor Ausbruch des will) richt verlcn solchen ÄeschMgu Was aber da tratitat und 1 oder Richters die Missionare u geborenen tatst als neutral Missionare nehmt den Eingeborenen mand", schreibt 2 berufen, der ges, kolonisiert, ihre »issen zu schiebt der onteresjen de die Untertoer das Wort. Wei die den Ausstant der Mastregeln, Äq'iim unb von der borenen zu !°lrd' daß die m Ungeborene schont werden n ^eul wein, di zekolgt, so k kk.rnd nicht q teT n?U!Lel le,n gegeben, teil iw m den lekt, fermmbert und Da? ?^utehr ^utwein schon m L^Ldn. 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