Nr. 141 Viertes Blatt Samstag 18. Juni 1804 Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger, 2Imts= und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen e Die „Gießener Zamilienblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «hessisch» Landwirt*' erscheint monatlich einmal. 154. Jahrgang Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Unioersitätsdruckeret. R. Lange. Gießen. Redaktion, ExpedUton u. Druckerei : Schulstr.7. Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr. i Anzeiger Gteßeu. Valitische Tagesschau. Servisgesetz und Wohnungsgeldznschuß. Der Reichstag, der nun in die Ferien gegangen ist, hat die Servisvorlage in 3. Lesung angenommen. Alle Parteien des Reichstags stimmten der Vorlage zu, sind aber auch darüber so ziemlich einig, daß mit der jetzt beschlossenen Aenderung herzlich wenig gebessert wird. Beglückwünschen können sich nur die, allerdings bisher recht schlecht gestellten Offiziere, um so weniger die Städte, welche in der Novelle nicht in eine höhere Klasse aufrücken. Die 200 Petitionen derselben wandern einfach in den Papierkorb. Es bleibt dabei, daß dieselben Ortsklassen für Servis, wie für Wohnungsgeld maßgebend sind. Infolgedessen werden die Offiziere in Garnisonen, die nach der Novelle in eine höhere Klasse aufrücken, doppelt gesegnet: es erhöht sich für sie nicht b-loß der Wohnungsgeldzuschuß, sondern auch der Servis. Iw Reichstag herrschte Uebereinstimmung darüber, daß die Grundlage des ganzen Servisgesetzes, die Verbindung von Personalservis und Wo h-nu n g s g e ld - zuschuß verfehlt sei; aber statt nun ganze Arbeit zu wachen, hat sich die Regierung nur dazu verstanden, eine Revision des Servistarifs und der Klasseneinteilung der Orte in ztm - Jahren in Aussicht zu stellen. Der Reichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel begründete die ablehnende Haltung der Regierung gegenüber weitgehenden Forderungen mit der Rücksicht auf die ungünstige Finanzlage, d. h. die Rücksicht hält die Regierung nicht ab, für Bahnprojekte in Afrika Millionen iiber Millionen zu bewilligen. Wenn Personalservis und Wohnungsgeldzüschuß grundsätzlich voneinander getrennt werden, verringern sich die Kosten ganz bedeutend. Die einseitige Bevorzugung der Offiziere und Militärbeamten verhiridcrt eine bessere Klasseneinteilung der Orte überhaupt. Wenn der Personalservis fortfällt, verringern sich entsprechend die Kosten, und die finanziellen Bedenken der Regierung müssen erheblich schwinden. Was nützt es den Beamten, wenn die Notwendigkeit einer Reform des Wohnungsgeldzuschusses allerseits anerkannt wird, auch von der Regierung, wenn aber die Gelegenheit immer wieder versäumt wird, mit einer Reform ernfrnch vorzugehen! Die ietzige Servisvorlage wurde angenommen, aber für die Beamten wird damit herzlich wenig gewonnen, und was noch schlimmer ist, es besteht auch wenig Aussicht, daß in zwei Jahren mehr durchgesetzt werden wird. Wir befürchten sehr, daß dann dasselbe Schauspiel sich abspielcn wird: eine Reihe von Orten wird dann wieder nur in ein höhere Servksklasse versetzt, eine Menge von Petitionen wieder als Material überwiefen werden, aber eine grundsätzliche Reform wird ai7ch dann auskleiben, obwohl jetzt einstimmig eine Resolution zur Annahme kommt, durch welche bie verbündeten Regierungen ersucht werden, baldmöglichst, jedenfalls mit der nächsten Revision des Servistarifs, einen besonderen Gesetzentwurf über die Bewilligung von Wohnungsgeldznschüssen dem Reichstag vorzulegen. Die Reform des Wohnungsgeldzuschusses ist ein dringendes Bedürfnis, dem gerecht zu werden die unabweisliche Pflicht des Staates ist. * Eine Anwendung des Erbbaurechts für die Wohnungsreform. In Württemberg, in dem Städtchen Geislingen an der Steige hat der Leiter der Württembergischen Metallwarenfabrik, Kommerzienrat Hagele, den Versuch gemacht, das in den §§ 1012 bis 1018 des Bürgerlichen Gesetzbuchs vorgesehene Erbbaurecht für die Wohnungsreformbestr bungen nutzbar zu machen. Nach § 1012 kann „ein Grundstück in der' Weise belastet werden, daß demienigen, zu dessen Gunsten die' Belastung erfolgt, das veräußerliche und vererbliche Reckt zusteht, auf oder unter der Oberfläche des Grundstücks ein Bauwerk zu haben". Nach der Ansicht Hägeles ist eine Einschränkung der Bodenspekulation und eine gedeihliche Entwicklung der Wohnungsrcform durch eine weitgehende Anwendung dieses Erbbaurechts sicher zu erwarten. Er hat deshalb nach langen Verhandlungen einen Erbbauverein gegründet und diesem ein Grundstück geschenkt, auf dem zunächst drei Häuser mit je zwei Wohnungen und Gärten errichtet werden sollen" Diese sollen an Arbeiter derart vergeben werden, daß sie mit der Zeit in den Eigenbesitz ihrer Wohnungen gelangen. Da aber mit Ablauf des Erbbauvertrags die Gebäude in das freie Eigentum des Grundeigentümers zurückfallen, wurde, um die Arbeiter nicht eines Tages wieder wohnungslos zu machen, das Erbbaurecht aus unbeschränkte Zeit verliehen. Um aber andererseits unübersehbaren zukünftigen Verhältnissen Rechnung zu tragen, wurde dem Erbbauverein ein Vorkaufsrecht auf die Gebäude eingeräumt. Auch die Bestimmungen über die Auslösung des Vereins, die hvpothekarische Beleihung der mit Erbbaurecht belasteten Grundstücke und andere zum Teil recht schwierige Rechtsfragen iourden unter weitgehender Mitwirkung des Ministeriums des Innern geregelt. Versuche dieser Art dürften in Deutschland noch selten sein. Es ist sehr zu wünschen, daß man die weitere Entwicklung und die Erfahrungen dieses Geislinger Erbbauvereins mit Aufmerksamkeit verfolgt und beim Gelingen dieses Versuchs auch int übrigen Deutschland Versuche zur Nutzbarmachung des § 1012 für die Wohnungsreform anstellt. Vermischter. * Untertürkheim, 16. Juni. Ein vom Meister entlassener Schuhmachergehilfe schlich sich heute nacht in das Haus des Meisters ein und brachte einem schlafenden Gesellen zahlreiche Wunden in Kopf und Brust bei. Der Verletzte ist heute morgen gestorben. * Biberach, 17. Juni. Die 12 Jahre alte Viktoria Prestle wurde in der vergangenen Nacht an der Mauer des hiesigen Friedhofes von ihrer Mutter mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden. Als der Tot verdächtig wurde der Sohn des Totengräbers und dessen Bruder verhaftet. * Die Kaiserin und die Frauen frage. Bei der Audienz, welche die Kaiserin einer Abordnung des Frauen-Kon- gresses gewährt hatte, wurde Frau Marianne Hainisch aus Wien durch eine längere Ansprache ausgezeichnet. Wir geben int Anschluß hieran nach der „N. Fr. Pr." den Inhalt des Gesprächs wieder: Frau Marianne Hainisch wurde von der Kaiserin gefragt: „Was interessiert Sie von den Frauenfragen am meisten?" — „Tie Unterrichtsfragen", antwortete Frau Hainisch, „mit denen ich mich seit 34 Jahren beschäftige." — „Da hoben Sie die Sache am rechten Ende angepackt", bemerkte hierzu die Kaiserin, „mit der Bildung der Frau muß angefangen werden." Frau Hainisch lobte die östreichische Volksschule und sagte: „Wir vermissen nur Fortbildungs- und Hansholttingsschulen für Mädchen. Unsere Mädchen müssen fast ausschließlich für den Erwerb unterrichtet werden. Ja, wenn alle Frauen sich verheiraten könnten" — hier rief die Kaiserin dazwischen: „Aber glücklich!" — „Dann wäre ein Teil der Frauenfrage erledigt." „Oho", sagte darauf die Kaiserin, „ich denke daß man auch zum Heiraten sehr gebildet sein müsse. Denn um den Mann glücklich zu machen und unsere Kinder richtig erziehen zu können, braucht man sehr feiet- Bildung." „Wer sorgt denn", fragte die Kaiserin weiter, „in Oesterreich für Ihre Haushaltungs- und Fortbildungsschulen, wenn nicht der Staat?" „Das Bürgertum", antwortete Frau Hainisch, „die höheren Kreist beschäftigen sich mehr auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege." — Tie Kaiserin (erstaunt): „Nicht mit den Schulen?" — Frau Hainisch: „Man kann allerdings von Nonnen nicht verlangen, daß sie sich für Kinder und Familienangelegenheiten interessieren." Die Kaiserin reichte Frau Hainisch die Hand und sagte zu ihr: „Ich wünsche Ihnen, daß Sie Ihre Erzherzoginnen für Ihre Schulen gewinnen." — Mit Fräulein Clifsord aus England sprach die Kaiserin über englische Bildungs- und Universitätsverhältnisse. „Ich möchte gern einmal", sagte die Kaiserin, „mir ein englisches Kollege ansehcn. Wenn ick Gelegenheit haben werde, werde ich es gewiß tun." * Ein falscher Student. In der Berliner Universität fiel seit einigen Tagen ein junger Mann ans, mit dem es „nicht ganz richtig zu sein schien". Er ging nach der neuesten Mode gekleidet und hatte so viele vernarbte Schmisse, als ob er mindestens einige zwanzigmal auf der Mensur gestanden hätte. Als er gestern zu rempeln anfing, um einige Kontrahagen zu bekommen, stellte es sich heraus, daß man es mit einem Geisteskranken zu tun hatte. Der junge Mann war nicht Student, sondern ein Schlosserlehrling Rickord Müller, der bei seiner Mutter im Norden der Stadt wohnte. Er hatte die Lehre ausgegeben und war nickt mehr zum Arbeiten zu bewegen. Wenn ihn seine Mutter dazu anhalten wollte, lief sie jedesmal Gefahr, von ihm mißhandelt zu werden. Sie ließ ihn daher gewähren. Müller schneiderte sich nun aus den Kleidern seines verstorbenen Vaters tadellos fitzende Anzüge selbst. Einen hohen Stehkragen mochte er ans einem Stück Blech, das er mit weißer Oelfarbe strich. Um sich einen fremdländischen Anstrich zu geben, färbte er sich sein blondes Haar mit Ruß und Lack pechschwarz. Tann nahm er ein Messer und brachte sich nach und nach eine Menge Schmisse bei. Nach Feststellung feiner Persönlichkeit wurde der Kranke in eine Anstalt gebracht, in der er sich schon einmal befunden hatte. * Die Montblanc-Dahn. Neuerdings verlauten nähere Mitteilungen über eine Bahn auf den Montblanc, für die im Auftrage einer Gesellschaft von französischen Kapitalisten der Ingenieur Vallot nach dem Muster der Jungftaubahn einen Plan ^gearbeitet hat. Die Bahn hätte im ganzen einen Höhenunterschied von 3750 Meter zu überwinden und würde 17 601 Meter lang werden. Von diesen 17 Kilometer kämen allein 10 000 auf Tunnels. Als Ausgangspunkt wird die Ortschaft Les Houckes im Charnounirtal genannt, als erste Haltestelle das Gipfelrnassiv des Gros Bechard (2565 Meter), bekannt durch seine prächtige Aussicht auf das Charnounirtal. Die zweite Station soll sich unter dem Gipfel der Aiguillc du Gouter (3864 Meter) befinden, also schon inmitten der Welt des ewigen Schnees imb Eises. Unter der Eisdecke soll dann die Bahn zum Rocker des Bofses fortgcfüfyrt werden, wo sich unweit des Refuge Vallot und des Observatoire du Montblanc die dritte Station befinden soll. Hier tritt die Bohn durch einen Tunnel in den Nordabhang be« Montblancmassivs, um über dem Mur de la Cote bei den Petits Rochcrs Rouges in einer Höhe von 4560 Meter zu enden. Die Fahrt soll lediglich die Kleinigkeit von zwei Stunden in Anspruch nehmen, gegenüber den drei Tagen, die der Bergsteiger zu Fuß braucht, allerdings eine beträchtliche Verkürzung. * Tantalus' Vergehen und Strafe. (Bruchstückei aus einem der „Tägl. Rdfch." vorgelegten Schüleraufsatz.) „Es^ begab sich aber zu der Zeit, als Zeus einen Sohn bekam, den cx»-tantalu§ nannte. Als er nun größer geworden war und ein, Halbgott der Griechen, setzte ihn Vater Zeus auf die Erde zunr! Regieren und übergab ihm den Berg Sypilus in klein Asien zur Verwaltung. Tantalus verstand es, sich bet den Göttern sehr beliebt zu machen, und hatte bald jederzeit freien Zutritt zu ihren Mahlzeiten. Einst wurde Tantalus sogar bei Zeus zum Tiner eingeladen, wo sich die Götter mancherlei erzählten,, und er ihre Redensarten mit anhörte. Auch durfte er sich mit' ihnen an ihren schönen Speisen satt essen. . . . Doch ihre freund- lichen Anerbieten mißbrauchte er, und er versündigte sich gegen, die Götter. Er plauderte göttliche Geheimnisse aus und nahm sich von Nektar und Ambrosia — wie nämlich das Fleisch bet; Götter und der Wein genannt wurde — so viel er schleppen: konnte und gab dann seinen irdischen Zeitgenossen einen Kost- happen davon. Fürwitzig wollte er sogar herausbekommen, wie weit es mit der Allwissenheit der Götter her sei. Deshalb lud er Götter und Göttinnen zur Gesellschaft auf der Erde ein. Als Braten ließ er seinen geschlachteten Sohn Pelops auf den Tisch kommen, da er die Götter gern prüfen wollte, ob, wenn' er ihnen Menschenfleisch vorsetzte, sie dasselbe herausschmecken würden. Nur Ceres, die leichtsinnige Ackergöttin, aß unversehens^ die eine Schulter, während die anderen den W i tz r a u s h a 11 en. Wütend nahmen sie die Fleisckteile, ließen die Knochen sammeln, und schmissen sie in einen Kessel. Parze Klotho aber spann, Pelops seinen Lebensfaden wieder an und ließ ihn aus biefen; Knochen frisch und munter auferstehen. Für das verzehrte, Schulterblatt wurde ein kunstvolles elfenbeinernes künstlich eingesetzt....." (Es folgt nun eine Schilderung der Tantalus^ quälen, und dann schließt sich folgende Nutzanwendung an): „Diese dreifache Strafe war Tantalus sehr dienlich zur Besser-i ung: er mochte sie zwar nicht leiden, aber, da er es mußte,, konnte er sie doch nicht vermeiden. Auch heutzutage spricht^ man noch von „Tantalusqualen erdulden", wie das zugeht, lehrt, das schone Beispiel: Bindet man einen Leckerbissen an einen Faden, läßt diesen durchs offene Fenster, unter dem ein zu-^ fällig Bekannter steht, der den Bissen mit Begier erhaschen nnll, so zieht man ihn empor und endet den Scherz, indem man' triumphierend ruft: „Aber Du bist ja der reine Tantalus"^ Darum sagte das alte Sprichwort: „Quäle nie ein Tier zunr- Scherz, denn es fühlt wie Du den Schmerz." * Sie hat die Hosen an! Eine Hochzeit, die den Tagen der Frauenbewegung Ehre macht, wird demnächst in Vincland (Newyersey) stattfinden. Die 80jährige Miß Fowler, aus dieser Stadt wird einem Mann von 46 Jahren, der, ans Minnesota stammt, die Hand zum Bunde fürs Leben reichen.; Aber nicht allein der Altersunterschied des Paares erregt Staunen, sondern noch vielmehr die Taffache, daß die Braut erklärt bat, sie wolle nur in „Bloomers", in den Pumphosen, die seinerzeit Mrs. Bloomer einführte, vor den Altar treten. Miß Fowler gehört nämlich zu den ersten Reformatorinnen der weiblichen Kleidung und trägt seit über 50 Jahren „bloomers". Die Vorgeschichte dieser Hochzeit ist trotz dieses Kleidungsstückes nicht ganz frei von jeder Romantik. Vierzig Jahre lang hat Mist Fowler Vorttäge gehalten und ihre eigene Farm bewirtschaftet, wobei sie nie die Hilfe eines Mannes geduldet hat. In der! letzten Zeit jedoch zwang sie ihr hohes Alter, sich nach einem' Oberauffcher umzusehen. Darauf hatte George Edward aus LeK Moiles, Minnesota, nur gewartet. Auf ihre Annonce schrieb er und bewarb sich um die Stelle. Als ihm die Antwort gefiel, schrieb er wieder und deutete an, daß er in Wirklichkeit eine Frau suche.- Miß Fowler war über seine Kühnheit erstaunt und wies darauf hin, daß sie einen Helfer, nicht einen Gatten, haben wollte. Aber Fowler erneute nur seinen Antrag, beide korrespondierten miteinander, und schließlich bekannte Miß Fowler/ Feuilleton. — Au ck Einer. Eine Reisebekanntschaft von Friedrich Theodor Vischer. Volksausgabe in einem Bande. Geheftet 4 Mark. Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt. — Ein Vierteljahrhundert ist verflossen, seitdem dies humorvoll geistesgewalttge Wert des berühmten schwäbischen Aesthetikers zum erstenmal erschien. Vischers Schöpfung ist fünfundzwanzig Jahre hindurch jung geblieben, und der darin niedergelegte Reichtum an Geist und Gemüt hat immer mehr Verständnis und Würdigung gefunden. Dabei ist das Buch, das den in seiner Tragik gefaßten Kampf eines Idealisten mit dem „Objekt", den Heinen Zufallstücken des Daseins, im Lickte des Humors schildert, durchaus keine gewöhnliche Unterhaltungslektüre. Es wendet sich an tiefer angelegte Naturen und will mit Verständnis gelesen werden. Man Darf die Gestalt des Helden A. E., dieses Kämpfers gegen Heuchelei und Philistertum, von polternder Rauheit und selbstloser Güte als eine der originellsten Schöpfungen unseres neueren Schrifttums bezeichnen. Das ganze Buch aber gehört mit seiner köstlichen Pfahlbannovelle. seinen feinsinnigen Betrachtungen über Kunst und Volkstum und seiner glühenden patriotischen Begeisterung zu den wertvollsten und erfreulichsten Erscheinungen der . deutschen Literatur. — Friedri ch Spielhag en, Romane — Neue Folge. — Wohlfeile Lieferungsausgabe in 50 Heften zu je 35 Psg. Alle vierzehn Tage eine Lieferung (Verlag von L. Staackmann in Leipzigs Die Lieferungen 38 bis 43 enthalten die Novellen „Selbstgerecht" und „Mesmerismus", 'beides Werke, die Spielhagens Eigenart in der fein durchgeführten Beobachtung der Charaktere nicht verleugnen. Wie in allen feinen Werk n, weht auch durck die beiden Novellen Waldesduft und Meeresrauschen seines geliebten Ostseestrandes. „Selbstgerecht" wird überdies niemand ohne tiefere innere Bewegung lesen. Tas Schicksal dieses Oberförsters, eines prächtigen Menschen, der gezwungen ist, einen Menschen zu töten, und sich nicht dem orbentlid en Richter überliefert, sondern sich schlleß- lick selbst richtet, ist in allen Phasen ganz ausgezeichnet geschildert. — Eine ganze Reihe vortrefflicher Namen ist in den beiden letzten Nummern des Magazins für Literatur mit beachtenswerten Aufsätzen vertreten. Pe.er Hille, der geniale Sonderling, würdigt Kants Bedeutung in dem originellen Essay: „Solche Stirnen müssen wiederkommen", Paul Scheerbart, der Dichter des WeltenranmS, findet sich mit einer prächtigen Novelle ein, Johannes Schlaf äußert sich über Scheerbarts Kunst, Knut Hamsun, der Norweger, rückt Tolstoi an den Leib, aparte Abhandlungen über Verlaine, über freie Licke und Ehe von Dorothea Goebcler und ein waghalsiger Aufsatz des bekannten Elsässer „Stürmers" Neus Schickele schließen sich dem an. Ferner untersucht der Soziologe Dr. Robert Michels das Wesen des Patriotismus, Paul Leppin die Wirkungen des Kolportageromanes, und der Lyriker Alfons Paquet wird dem Problem des bewußten Willens in der Weltgeschichte, das Strindberg zuerst aufrollte, auf glänzende Weise und mit klugem Anstand gerecht. Des weiteren ist noch die lustige und seltsame Plauderei über Richard Schankal von Jacques Hegner zu erwähnen, eine dramatische Skizze von Anton Tschechow und der vorzügliche Gedichtkranz, der die verschiedenartigen Beiträge stimmungsvoll umwindet. — Napoleon I. kurz vor seinem Tode. Nachdem Journal des Tr. F. Antommarchi. Uebertragcn von Oskar Marschall von Bieberstein. 2 Bände, 26 Bgu. Oktav. Preis brosch. 7.20 Mk. Leipzig, H. Schmidt u. C. Günther. — Antommarchi, ein junger korsischer Arzt, wurde von Kardinal Fesch in Rom, dem Onkel des Kaisers, zur Pflege Napoleons nach St. Helena geschickt. Namentlich in der ersten Zeit seines Aufenthaltes schien der Verbannte großes Vertrauen in den hochgebildeten Florentiner Arzt zu setzen, denn die Aeußernngen, welche Na- poleon, Ereignisse seines Lebens betreffend, ihm gegenüber machte, tragen ein durchaus vertrauliches Gepräge. Die Mitteilung von historischen Dokumenten aus der Zeit der italienischen Kriege und des Krieges in Aegypten, geben dem Journal An- tommarchis einen unbestreitbaren Wert. Tie Beziehungen änderten fick späterhin allerdings, als Antommarchi, wenn er am Krankenbett verlangt wurde, sich in Jamestown amüsierte. Ein unbestreitbares Verdienst hat sich Antommarchi durch Herstellung der Totenmasken Napoleons erworben. — Der Verein Kosmos, Gesellschaft der Nattrrfreunde, gab ein Buch von Dr. Th. Zell, unter dem Titel: „Ist das Tier unvernünftig? Neue Einblicke in die Tier- sc c le" heraus. Preis Mk. 2.—. Stuttgart, Franckh'sche Verlagshandlung. In den vorliegenden Abhandlungen sucht er das Verständnis für die uns merkwürdig oder unvernünftig erscheinenden Handlungen der Tiere auf folgendem Wege.zu erklären. Es gibt zweierlei zu bedenken: 1. Wie hat das Tier früher gelebt? 2. Ist seine Sinnesorganisation nicht anders wie die unserige? Denn, wie er immer wieder betont und ausführlich begrünbet, hat ein Geschöpf entweder gute Augen (Augentiere : Katze, Löwe, Tiger, Affe, Vögel ufw.) ober eine gute Aase (Nasentiere: Hund, Rind, Pferd, Bär ufw.), niemals aber betbe Sinne zugleich vorzüglich. — Weydes Neues deutsches Rechtschreibwörterbuch. Mit Recktschreibregeln, kurzen Wort- und Sacherklär- ungen, Verdeutschungen der Fremdwörter und sprachlichen Winken aller Art. Auf Grund der neuen gemeindeutschen Rechtschreibung nach der Einhettsschreibung des Buchdrucker-Duden bearbeitet Zweite, verbesserte Auflage. Mit etwa 50 000 Stichwörtern. Preis' in Leinwand gebunden 1.50 Mk. Verlag von G. Freytag in’ Leipzig. — Tie neue Rechtschreibung brachte sehr viele Doppcl- schreibungen. Dieser Ucbelftanb veranlaßte die deutschen Buchdrucker zur Herausgabe eines Wörterbuches mit einheitlichen Schreibungen; alle Buchdrucker mit ihrem mächtigen Einflüsse gehen jetzt nach dieser Einheitsschreibung vor. Die zweite Auslage von Weydes Rechtschreibwörterbuch schließt sich ihr an; sie süßt wieder streng auf den kleinen amtlichen Wörterbüchern aller, deutschen Staaten; wo diese auseinandergehen (z. B. Furage, Joseph), bann bei ben Toppelschreibungen und in bau amtlich nicht geregelten Teile des deutschen Wortschatzes folgt es meistens dem. „Buchdrucker-Wörterbuch"; in der Vereinheitlichung übertrifft es dieses noch, indem es dort, wo sich bas Buchdruckerwörterbuch für eine Schreibung nicht entscheidet, z. B. bei Hilfe — Hülfe, auf Grund der Mehrzahl der vorliegenden Stimmen nur eine Schreibung bringt. ! Mitglieder leoen alle I speziell ausgefallen ist, malischen Lebenswandel, | von was wir hier bis dato noch nie gehabt haben." — O quae nmtatio rcrum!" Z 1 2 Eingetr. Gei 3 □E Kreuzp’atz 13 Kreuzplatz 13 Unser osst E ison-Ausverkauf umfassend. CD cv *n Seide, Wolle, Waschstoff, schwarz, OlUoC/ll farbig, gemustert CD qd: 2/KäDoW unk Ausstände 3. Mobilien diese Welt für sie hätte. Da sie aber fürchtete, der Mann könne sich in ein Phantafiebild verliebt haben, schickte sie ihm eine Photographie, die sie darstellte, wie sie in ihren „bloomers" aus ihrer Farm arbeitet. Dadurch aber wuchs die Liebe des Bräu- Damen- und Kinder-Paletots Kragen, Reisemäntel Kostümröcke, Unterröcke Ger Sonntag, de Y* ordentliche Ge 'lQb, wozu alle! Kandel uui Uerlregr. -yuii^iuatfdjaft. Märkte. Greben, 18.Juni, Niarktberrcht. Aus heutrgein Wochenmarkt kosteten: Lutter pr. Psd. 0.90—1.05 Atk., Hühnereier 1 St. 5—6Psg. 2 Ltck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Psg., Käse 1 üou KerichtssaaL. * Hof, 17. Juni. Der Beleidigungsprozeß des Reichstagsabg. M ü n ch - F a r b e r wider den Direktor der Voigt- ländischen Spinnerei A--G. Julius Schmid hat heute unter starkem Andrang des Publlkums vor der Strafkammer begonnen. Viele Sachverständige und Zeugen sind geladen. Der Vergleichs- Versuch des Vorsitzenden wurde von Münch-Färber abgelehnt. Hagenau, 17. Juni. Wegen Beleidigung im amtlichen Verkehr hatte Rechtsanwalt Weiß-Hagenau den,Amtsrichter Baland zum Zweikampf mit tödlichen Waffen gefordert. Tie Strafkammer in Straßburg verurtellte Weiß wegen dieser Forderung zu drei Tagen Festung. Unübertroffenbei: BpeehdurchM BiarHioe Darmkatarrh Vorrätig in Apotheken, Drogerien, Colonialw. Während 190< Daher Stand Der Tircktor: W, Becker I. Meteorologische Beobachtungen __________der Station Gietzen. Summe 89.(18) 18 (11) 16(7) Anm.: Tie m Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. 1 2 ■ st:» 11 Abhör bi 2. Wahl zu 7 Befchlußs 4- Verschied bedeutend herabgesetzten Preisen beginnt Warnung vor fälschung IVAdftr in noc,<- Pulverform noch mit Kakao IT ÜUÜ1 geurscht, sondern nur in Flaschen mit eingeprägtem Namen ist Df- HommePt»! Haematogen echt. Landwirtschaft. Hessische Auszeichnungen auf der Danziger Ausstellung. Wie wir einer Mitteilung des Hessischen Landwirtschaftsrats entnehmen, haben auf der Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Danzig (9. bis 14. Juni) auch hessische Aussteller große Auszeichnungen erhalten, so das Rheinhessische Stutbuch (Albert Dettweiler in Wintersheim) für Pferde des schweren Arbeitsschlages (rheinisch- belgischer Schlag) und die Ziegenzuchtvereine zu Pfungstadt, Hühnlein, Heppenheim und Wintersheim für ausgestellte Ziegen. In den übrigen Abteilungen der Ausstellung war das Großherzogtum Hessen nicht beteiligt. am 16.—17. Juni = 4- 28,1y C. 16.—17. „ --- + 12,2 0 C. Darmstädter Möbelfabrik. Grotzh. Hess. Hof-Möbelsabrik Darmstadt. Bedeutendstes Einrichtungshaus Mitteldeutschlands. — 200 Zimmereinrichtungen stets lieferfertig vorrätig. — Alan verlange Preislisten und Abbildungen. 3519 Höchste Temperatur Niedrigste baß .dw. „psychtschen Kräfte", an dre )te stets geglaubt, sie mit I gastiert, ein sehr guter Ruf voraus. Die Mitglieder leoen alle | vr.Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Litt. 5—6 Pfg. Erbfen pr.Liter 21 Pia 1 ^tStoTr'te^Ilc^er 5U 1I)m hmzogen und sie zu dem in guten Verhältnissen, und, was ganz speziell aufgefallen ist, Linsenpr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.PaarO,8O-1,OOMk., Hührrerpr.Li' Glauben zwangen, datz er allein der^ einzige Mann wäre^ den | führen dieselben einen zurückgezogenen, moralischen Lebenswandel, 11,30—1,40 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Mk., Enten pr. Stück 77,1—2,20 -Stf., Gänse vr. Pid. 00—70 Psg., Ochsenfleisch pr. Pfund 00—80 Psa., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—7,00 Mk., Weißkraut vec Stück 9—12 Pfg., per Zentner 0.00—0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 7,00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 20 bis 25 Aik., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 00- 00 Pfq, Kirschen per Psd. 20-00 Psg. Marktzeit 7—1 Uhr. Uonatlihe likbuW der Todesfällc in tzirßrn. Monat März 1904. Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 17,0 nach Abzug von 18 Ortsfremden: 9,2 p/oc. Kinder vom : 2.-15. Jahr 11 schmied K Ämkoiv 2 ^-^Usi . 21 schlosser 3 veniber 18? ^*6 fie a[§ Mötbe au< .Ufbett«tun< we bkeityg °or das m _ geladen. ® ' BezjA tile6e», ben Kleiderstoffe in Wolle, Seide etc. Waschstoffe aller Art tigams nur noch mehr. Die Vorbereitungen für die Hochzeit wurden alsbald begonnen. Leider war aber der Bräutigam gezwungen, nach England zu geben, da sein Vater plötzlich gestorben ist, und die Hochzett nntßte bis Ende dieses Monats aufgeschoben werden. (Dieser letzte Satz klingt sehr verdächtig.) *EinStreit um denMyrtenkranzeinerBraut ist in einem Dorfe der Alturark ausgcbrochen und hat zu einer pastoralen Zeitungspolemik geführt. In diesem Dorfe trat, ge- &ückt mit hem üblichen Kranz von Myrten, eine Braut vor Altar, die die Frage (!) des Pfarrers nach ihrem sittlichen Vorleben unbeantwortet ließ. Als auch der Bräutigam auf die auch ihm unberechtigt erscheinende Frage nicht antwortete, er- üärte der Geistliche, mit der Trauung nicht eher zu beginnen, bis der Krimz entfernt fei! Daraufhin ließ das Brautpaar den Seelsorger stehen und verzichtete auf die kirchliche Einsegnung. Nachdem der Vorfall in der Presse kritisiert, tritt jetzt Superintendent Hennicke in Seehausen-Altmark mit einem Artikel in die Oeffenllichkeit, worin er das Verhalten des Geistlichen lobt. Er behauptet, der Geistliche habe stets die Pflicht, nach dem Vorleben der Braulleute sich bei den Verlobten selbst zu erkundigen? Auch dagegen, daß der Pastor Fromme vor ver- isauuneller Hochzeitsgesellschaft das Verlangen der Entfernung der Myrte stellte und damit eine lebhafte Aufregung in die Ver- ffammelteu trug, erklärt der Superintendent nichts cinzuwenden zu haben. Die Folge davon ist nach der „Frt'f. Ztg.", dag nicht nur in diesem Sprengel, sondern in der ganzen Altmark eine ganze Anzahl Brautleute auf die kirchliche Trauung verzichten. Ein Teil der erbitterten Einwohner will sich beschwerdeführend an die oberste Kirchenbehörde wenden. * Eine Prinzessin Barmherzige Schwester. In der Klosterkirche der Barmherzigen Schwestern auf der Kleinseite in Prag legte dieser Tage in Anwesenheit des Kardinals-Fürst- erzbischofs Frhrn. v. Skrbensky, der Frau Elisabeth Fürstin zu .Windrschgrätz und der Mitglieder der fürstlichen Familie Psenburg- Birftein die Prinzessin Adelheid zu Ps e n b u r g - B i r - st e i n, Tochter des Fürsten Karl zu Dsenburg-Pirstein und seiner Gemahlin, geborenen Erzherzogin ÜJiaria Luise Annunciata, das Ordensgelübde als Barmherzige Schwester ab. Angehörige fürst- kicher Familien finden sich übrigens zahlreich unter den Benediktinerinnen, Franziskanerinnen ujw' * Cronje a l s Ehemann. Nach einer Meldung aus St. Louis wird der 70 jährige ehemalige Burenkommandant Eronje am 7. Juli noch einmal heiraten, und zwar die südafrikanische Witwe eines Deutschen. * Ausstellungshumor. Auf der Hohenstein-Ernst- thaler Hundeausstellung hatte das Prachtexemplar eines Rassehundes die allgemeinste Aufmerksamkeit erweckt und der glückliche Besitzer glaubte eines Preises schon sicher zu sein. Allein plötzlich wandelte Hoffnung sich in Entsetzen, als der Hund die eben herantretenden Preisrichter mit freundlichem Schwanzwedeln begrüßte und dabei die Nase eifrigst mit der Zunge balbierte. Erst kohlenschwarz, ward die Nase immer röter und röter — kein Zweifel, sie war gefärbt. An eine Prämiierung toar nun nicht mehr zu denken, und unter homerischem Gelächter 'der Corona mußte der „hoffnungsvolle" Besitzer abtrotten. * Blütenlese der „Ingend". Ter in Groß-Umstadt erscheinende „Odenwälder Bote" vorn 14. Mai bringt nachfolgende interessante „Kunstnachricht": „Dem Breslauer Schau- mW Lustspiel-Ensemble, ivelches in nächster Zeft hier im Gasthaus „Zum weißen Roß" mit seinen Vorstellungen beginnt, geht aus Friedberg wie Seligenstadt, wo die Gesellschaft jetzt Meyerhof! & Goslar vorm. S. Weimersheim Nacht. IW 11, &*•*■1« „ ^rn II, Gl “*• • i ffl ifleow 2eni U., N.Sleunnuller -ü Göns . • • Heinr. Weber, He - steinntuUer, 2'/, Hi Louis Süßmulh,/ 3 kill fiod Post Mec Ernst Chriff, Wie 2 /karl ^pcimer, Rc Laimmch km Dieseloen Preise Frebck IL, 2 kg. 1 Gießen, den Gi 2 Lbec nur in Flaschen, wo Plakate aushängen. Juni 1904. ^Barometer au! 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke 1 Wetter 17. 23i 749,7 28,0 13.3 47 8. 2 Sonnenschein 17. 935 748,6 19,4 12,6 75 NW. 2 Bed. Himmel 18. 72» 745,1 16,2 12,5 91 8. 4 Regen Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im 1.X ebensjahr Scharlach 1 1 — Keuchhu|len 1 — 1 Syphilis 1 — 1 Wochenbett- krankheiten 2(1) 2(1) — Tuberkulose der Lungen 5(2) 4(2) — Tuberkulose anderer Organe 2 — — Lungenkatarrh 3 2 1 Tarmkalarrh 2(1) Kl) 1 Lebensschwäche 9(6) 9(6) Krebs 2(2) 2 (2) Altersschwäche 3(3/ 3(3) — anderen Kankheiten 8(3) 3(2) 3(1) Drotpreije vom 19. Juni bis 3. Juli 1904. Der hiesigen Bäcker. 1 Kg. (2 Psd.) Taselbrot — lüg. (2Pfd.) 2 , (4 , ) „ - , 2 , (4 „ ) 1 , (2 , ) ii3ei|sbrot 26 „ 3 „ (6 v ) 2 , (4 , ) „ 52 , 1 „ (2 , ) 2 , (4 , ) Der auswärtigen Bäcker. Schwarzbrot 24^ , 48 „ 72 Kornbrot 22 * , 44 , 1 Kilogramm (2 Pfund) Weißbrot bei: üleorg Dern II., Gr.-Linden 23^ W. Fabel, Wies eck . . . 25 „ W. Siemmüller Ww., Lang- L. Steinmüller, Gr.-Linden 25 „ Göns 24, Karl Post, Wieseck . . . 26 „ Heinr. Weber, Heuchelhemr 25 „ W. Lem, Klein-Linden . . 26 „ W. Weitzel, Lang-Göns . . 25 „ 2 Kilogramnr (4 Psnnd) Weißbrot bei: Georg Tern II., Gr.-Linden 46 4?» W. Fabel, Wieseck ... 50 ^ouis Süßmuch, Steinberg 46 u W. Weitzel, Lang-Göns . . 50 W.Steinmüller Ww., Lairg- Heinr. Weber, Heuchelheim 50 Göns 48 „ Karl Post, Wieseck ... 52 Jakob Appel, Krofdorf . . 50 u W. Lein, Klein-Linden . . 52 L. Sleimnüller, Gr.-Lmden 50 „ 1 Kilogram,n (2 Psund) Schwarzbrot bet: Georg Dern II., Gr.-Linden 21^ Hch. Weber, Heuchelheim 22 W. Weitzel, Lang-GönS. . 22 „ L. Steinmüller, Gr.-Lmden 22 W.SteiunrüllerWw., Lang- F. Weiß, Gröningen . . 22 Göns 22 „ W. Lein, Klein-Lrnden. . 24 2 Kilogramm (4 Psund) Schwarzbrot bei: Louis Süßmulh, Steiiwerg 42 Karl Post, Wieseck ... 44 Georg Dern II,, Gr.-Linden 42 „ Karl Spanier, öteiskircheu 44 W. Weitzel, Lang-Göns. . 44 „ Ernst Christ, Wieseck . . 44 W. Steinmüller Ww., Lm,g- F. Weiß, Grüningen . .44 Göus 44 „ Gust. Jakoby, Alien-Buseck 44 Heinr. Weber, Heuchelheim 44 „ Jakob Appel, Krofdorf . . 46 ~. Steirnnüller, Gr.-Linden 44 „ W. Lein, Klein-Linden . . 48 2*/t Kilogramm (5 Psund) Schwarzbrot bei: Louis Süßmuch, Steinberg 52 3 Kilogramm (6 Pfund) Schwarzbrot bei; Karl Post, Wieseck . . . 66 W. Fabel, Wieseck . . . 66 „ Ernst Christ, Wieseck . . 66 „ Gust. Jakoby, Alten-Buseck 66 „ 2 Kilogramm (4 Pfund) Kornbrot bei: Karl Spanier, Reiskirchen 44 $ Jatob Appel, Krofdorf . . 44^ W. Schimmel, Kinzenb. Al. 44 „ Der Brotvertäufer: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern, außer bei Heinrich Frebel IL, 2 Kg. Schwarzbrot 44 Pfg. (Öle üeii, den 17. Juni 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. ZMl- null LorsAMck zu Ätis a. All. Eingetr. Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpslicht. Mitanz am 3L Jezember 1903. Aktiva. JL £ 1. Ausgel. Kapitalien a. Gegen gerichtl. Obligationen 119 318.38 b. Gegen Schuldscheine 213 976.94 c. Gegen Wertpapiere 25 817.16 d. Gegen Gütertaufgeld 18 912.98 2. Kässevorrat und Ausstände 48 327.25 3. Mobilien 277.69 Passiva. alt $ 1. Aufg. Kapitalien 401 509,98 2. Mitglieder- guthaben 17 333.58 3. Reservefonds 6 519.15 4. Betriebsriicklage 1267.69 426 630.40 . . 172 . . 6 178 . . 1 . . 177 Der Kontrolleur: G. Am end. 426 630.40 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1902 Während 1903 gingen zu .... . Während 1903 gingen ab .... . Daher Stand der Mitglieder Ende 1903 . Der Direktor: Der Rechner: W. Becker I. I. Becker XII. Generalversammlung. Sonntag, den 26. d. M., nachmittags 3 Uhr findet die 1. ordentliche Generalversammlung auf dem Rathause dahier statt, wozu alle Mitglieder freundlichst eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Abhör der Rechnung pro 1903. 2. Wahl zweier ausscheidender Aufsichtsratsmitglieder. 3. Beschlußfassung über Dividendcnverteilung. 4. Verschiedenes. Der Aufsichtsratvorsitzende: G. Kehr IV. 5315 Ladung. 1. Schmied Karl Gustav Müller, geb. 4. Oktober 1869 zu Flinkow (Kr. Stolp), evangelisch, verheiratet, zuletzt in Gr.-Buseck, 2. Schlosser Maximilian Maria Schedel, geb. 4. November 1873 in München, leb., kath., zuletzt in Gießen, werden beschuldigt: daß sie als beurlaubter Reservist bezw. als Wehrmann der Landwehr ohne Erlaubnis der zuständigen Militärbehörde ausgewandert sind. Uebertcetung gegen § 360 Nr. 3 des St. G.B. Dieselben werden auf Freitag den 22. Juli 1901, vormittags V29 Uhr, vor das Gr. Schöffengericht Gießen zur Hauptverhandtung geladen. Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach § 472 der Strafprozeßordnung von dem Großh. BezirkÄommando zu Gießen ausgestellten Erklärung verurteilt werden. Gießen, den 29. Mai 1904, Der Großh. Amtsanwalt. Hoffmann. 4895 I>r: med: Georg Liebe’» Heilanstalt für Lungenkranke Waldhof .Elgershausen (Kreis Wetzlar). 3107 Aufnahme auch von Kindern. Bürgerliche Preise. Prospekte. Zuschneid e - Unterricht in Damen- und Kinder-Garderobe nebst Verarbeiten erteilt nach leicht faßlicher Methode L. Weinhardt, Goethestraße 48, Part. Beginn eines Kursus täglich. Zuschueidcschulc, Konfektion. Gleichzeitig empfehle mich den geehrten Damen im Unfertigen von Kostümeu aller Art zu zivilen Preisen. 4733 jetzt zu 5269 Hfutfni) herabgesetzten Preisen. Echler Himstlick Seltersweg 9. Gießen. Seltersweg 9. 77 Znr Berhütung von Haarausfall, Haar fr ass, Haarspalte bewährt sich allein und am besten Hausners Brennesselspiritus nur ächt mit Marke „Wcndelstciner Kircherl" Flasche Mk. 0.75 und Mk. 1.50. Bekanntlich daS einfachste, unschädlichste, aUerprobte Mittel, lrästigt den Haarboden, rcimgt von Schuppen und kühlt wohltuend die Kopfhaut. 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Juni wu Tampfer „Atlant Tonnen Kohle aus hoppaido kam un Papiere unklar war war, erhoben sich der Fracht des Kommando eines waren, nach Vlad trösten ist und vo wird. ^etersburc verlässigen Meldun japanischen T und „Saho Marn" rie mit Komm men. Transportschiffes „i der Aitchung nach £ Tokio, n I „'Dato ata" und, den Nüssen zwis- I e n l t 37 Ucberi cingehoffen. Auf deis wurden bishi bracht. 3 Detcrsburg Dielt unter dem heu rv'tciL Port Arth Lceongriff abzu rtcnmal, bi j°"bließen. 3 Nort zum Sir tonnten dem Feuei -lc. Wv-mischen 9la(< fünfen seien, fi iMabcr in Sßort $ ^bessert. M "sgezeichnet. Die P* der sicheren mategn, Imsn, Wreten. 60O Fr fcSienlte atgti /"fit nuferf ter flu6 Einwn^! & Sta V Nn» b"L A von 24 gn? bauet »vü^utzeli »elÄernM $t «n, Ncht» m V"kdv hejV ■ .1 L'°Lb-rg unter menge: 19* Sylsäeitfl