die Angelegenheit der Berufung des Pfarrers Eck zum Pro- feffor der Theologie an unserer Universität rm Frage kommt, nicht so »mangelhafte unterrichtet, wie es nach dem ersten Artikel den Anschein hat, während eben dieser Artikel einer falschen Darstellung zum mindesten Vorschub leistet. DaS Großh. Ministerium hat den Pfarrer Eck nicht deshalb „ge* wählt", „weil er an maßgebender Stelle als ein hervorragender Theolog gekannt und geschätzt ist", sondern weil Eck von Fakultät und Senat an erster Stelle als derjenige genannt war, in dem man den geeignetsten Kandidaten für die erledigte Professur erblickte. DaS Ministerium hatte gar keine Veranlassung, von dem wohlerwogenen und gut- begründeten Vorschlag der Fakultät, die übrigens den „landespatriotischen Gesichtspunkt" auch ihrerseits geltend gemacht hatte, abzuweichen, und fand hierfür an höchster Stelle erfreulicher Weise volles Verständnis. Leider wurde dem Ministerium seine dankenswerte Stellungnahme durch eine lebhafte Agitation erschwert. Diese Agitation ist in dem Artikel der „F. Z." richtig gekennzeichnet, und auch ihre Quellen sind richtig aufgezeigt. Daß der betreffende Standes- herr zu Gunsten des Berliner Privatdozenten (der übrigens unter den Kandidaten der Fakultät ebenfalls und zwar an letzter Stelle genannt war) interveniert habe, ist freilich nicht richtig, von dem Artikelschreiber aber auch nicht behauptet worden. Jener Herr hätte am liebsten die ganze Liste der Fakultät zurückgcwiesen gesehen, und solchem Wunsch kam auch die geheime Neigung der beiden anderen, in dem Artikel bezeichneten Herren entgegen, die sich aber auf ein ihnen erreichbar scheinendes Ziel zurückzogen. Jeden- älls haben die Genannten sich redliche Mühe gegeben, die Kandidatur des hessischen Pfarrers zu erschweren. Die Art und Weise vollends, wie in dieser Angelegenheit Unberufene sich an die höchste Stelle herangedrängt haben, ist durch die Worte des Artikels in der „F. 3." eher noch zu milde angedeutet. Die Hauptsache bleibt trotz allem, daß die beiden aus gegnerischen Lagern stammenden Artikel übereinstimmen in der freudigen Anerkennung der Person und der bisherigen Tätigkeit des künftigen Profeffors, sowie in den Hoffnungen und Wünschen, mit denen sie ihn in seinen neuen Beruf hinübergeleiten. Wie man auch über die gegenwärtige Aera der heffischen Kirchengeschichte denken mag, die Berufung des Pfarrers Eck auf den Lehrstuhl systematische Theologie gehört jedenfalls zu ihren erfreulichen Erscheinungen. Absicht ausgestreuten De missiv ns gerächte dieser ^a.rt einfach in das Gebiet der Fabel zu verweisen sind. Möge Prof. Eck auch. in seiner neuen Stellung zum Segen wirken! Tie vorstehenden Aussüh'mngen richten sich in erster Linie gegen folgenden crm 11. Januar in der „Franks. Ztg." ab gedruckten Artikel: „Darmstadt, Anfang Januar. Mit der Ernennung des Tarmstädter Stadtpfarrers Lic. Eck zum Pro- fessvr der Theologie in Gießen (an Stelle des nach Göttingen übersied elud en K'irchenrates Tr. Kattenbusch) ist eine Angelegenheit zum Mschluß gekommen, die für die neueste Entwicklung. auf kirchlichem Gebiet von symptomatischer Bedeutung ist. Eck ist moderner Theologe; seine hervorragende wissenschaftliche Tüchtigkeit steht ebenso außer Zweifel, wie die außergewöhnliche Kraft seiner Persönlichkeit. Taher war er von der Fakultät nrit Recht an erster Stelle genannt. Daß er der kirchlichen Rechten nicht genehm sein werde, war zu erwarten. Unerwartet war aber die Art des Vorgehens: Kammermusik. Gießen, 18. Januar. dem gestrigen zweiten Kammermusikabend hatte sich ein zahlreiches kunstverständiges Publikum ^gefunden, das die von den Herren Trautmann, Rebn er und Legor gebotenen Kunstgenüsse in andächtiger Stimmung verfolgte und seine Anerkennung nach jedem einzelnen Satz der vorgetragenen Werke durch reichen herzlichen ^eifall kund gab. Au erster Stelle des imt femem Verständnis zosammengestellten Programms stand^eme spätere Komposition des genialen Franzosen Eharles Smut-Saens, Trio vvus 92 in emwll, dessen tadellose Übergabe^den aus führenden Herren vorzüglich gelang. Ta^ klang chmn Werk, iii dem der Komponist mit Vorliebe modernen Formen huldigt, bevorzugt rm ersten Satz 1x1 ^erster ^une die beiden Streichinstrumente, die teils in Wechselmelodren, teils zweistünmiA in schönster .Wei.se Wr Geltu^kamen. Ten technisch schwierigen Klavierpart — Sarn^Saans ist ein bedeutender Pianist- führte Herr Mnsikdrreftor Trautmann mit gewohnter Meisterschaft aus, so ixch das Zu- Aie Uroftssur KL. Bon besonderer Seite wird uns von auswärts geschrieben: Aus Anlaß der Ernennung des Darmstädter Pfarrers Lic. Eck zum ordentlichen Professor der Theologie an der Landesuniversität werden in auswärtigen Blättern über die evangelische Kirche Heftens allerlei Meldungen verbreitet, deren Schlußfolgerungen auf durchaus falschen Voraussetzungen beruhen und einer Richtigstellung bedürfen. Tie Ernennung des Pfarrers Eck soll von 'symptomatischer Bedeutung für die neueste Entwicklung auf kirchlichem Gebie te sein und eine Niederlage für das Großh. Ober- ko nsistorium in sich schließen. Ja es wird sogar von einem Rücktritt des obersten Kirchenbeamten gefabelt und auck scbon deften Nack) folger signalisiert. Ter betreffende Herr, der solche Dinge in die Welt setzt, gibt sich zwar den Anschein eines äußerst gut unterrichteten Theologen, in Wirklichkeit sind aber seine Informationen höchst mangelhafter Natur. Tas bewerft schon seine Angabe über den „Fall Schälet, den er auch als eine „Niederlage" des Kirchen- regiments bezeichnet, während doch gerade das Gegenteil der Fall ist; sowohl unser Landesherr, wie auch die Landessynode haben dem Vorgehen des Oberkonsistoriums . in dieser Angelegenheit durchaus beigestimmt. In der Frage der Leichenverbrennung ist meines Wissens an leitender kirchlicher Stelle in den letzten Jahren überhaupt nichts geschehen; durch welche Umstande soll da ebenfalls eine „9'riet)erjage" hervorgerufen tvvrden sein? Und nun die Ernennung des Stadtpsarrers Eck. Da großen Applaus des beifallsfteudigen Publikums einbrachte. ., , . Einen gleich großen Erfolg wußte sich an zweiter und vierter Stelle des Programms mit eingelegten Lredern von Richard Wagner, Franz Schubert, Johannes Brahms und von dem leider zu jung verstorbenen Lrederkomponisten Huoo Wolf Fräulein Hedwig Schweicker aus Stuttgart zu ersingen. Ein herrlicher, in allen Lagen wohl ausgebiloe- fer Mezzosopran von großer Kraft, der aber rm pianiftimo wundervoll klang und eine musterhafte Textauchprache waren die Hauptvorzüge, die wir dieser Künstlern ersten Ranaes in erster Linie nachrühmen. In sämtlichen, wohlgelungenen Vorträgen zeigte sie gleiche Begabung jur das dramatische wie für das naive Fach. Letzteres kam besonders in den beiden letzten Liedern von Wolf: „In den: Schatten meiner Oockeu" und „Megenlied" vorzüglich zur Geltung. Tas Wiegenlied gefiel dem Publikum so gut daß es die Sängerin nicht ohne Zugabe, „Guter Rat einer Men" von Wolf, ziehen ließ. Pr. „sollen" direkte Einflüsse eines Standesherrn und zweier Mitglieder des Kirchenregiments ausgeübt worden sein zu Gunsten eines jungen Berliner Privatdozenten (W 0 bbermi n). Ein Standesherr hat nach meinen genauen Informationen allerdings in Tarmstadt interveniert, aber in etwas anderem Sinne und in anderer Absicht als bisher von gewisser Seite öffentlich behauptet worden ist. Gleich in der nächsten Zeile aber sagt der Artikelschreiber, daß der Berliner Herr „theologisch auf demselben Stank- punlt steht wie Eck". Wenn das der Fall ist, dann konnte es doch ziemlich gleichgiltig sein, welcher von Beiden gewählt wurde! Wir glauben dagegen pi wissen, daß oas Großh. Ministerium von den durch die Theologische Fakultät vorgeschlagenen Kandidaten hauptsächlich deswegen Eck gewählt, weil er an maßgebender Stelle als ein h ervor- raoender Theologe erkannt und geschätzt rst und weil er auch schon seit langen Jahren im hestpchen evangelischen Kirchendiewst steht, also mit dessen Eigenart genau vertraut ist. Tiefer Vorzug war wohl allem cms- schlaggebend, ein durchaus berechtigter landespatrivNscher Gesichtspunkt. , _ Es erscheint dem Beobachter überhaupt ganz unverständlich, wie der Eiirsender des Artikels in der „Frkf. Ztg." zu der zum Mindesten recht gewagten Behauptung kommt, die gegenwärtige Aera gehöre zu den unerfreulichsten in der hessischen Kirchengeschichte. Mir scheint eher das Gegenteil der Fall zu jein. Ist doch- um nur eines anzufübren, erit vor kurzem bei der Fertig- fletlung des hessischen Kirchenbuch s in den ve^chiedM- sten theologischen Lagern der evangelischen Landeskirche das Loblied des Kirchssnregiments in allen Tonarten gesungen worden. Mit dem neuen Kirchenbuch^wurde ein Werk geschaffen, um das uns viele andere deutsche Lande- kirchen jetzt schon beneiden. Weiter verdient auch m der Öffentlichkeit einmal hervorgehoben zu Werder^ daß der gegenwärtige Präsident des Obcrkonsistormms, der m der hochwichtigen, nationalen Angelegenheit des engeren Zusammenschlusses der deutschen evangelischen Laiideskirchen als Hauptreferent des vorbereitenden Aus'ichuftes erne führende Rolle spielte und durch seine zielbewußte Tätigkeit die Aufmerksamkeit aller andern deutschen Kirchen- regierungen auf Hessen lenkte. Als durchaus ungerechtfertigt muß schließlich auch noch. der taktlose Angriff des Artikelschreibers gegen den jetzigen Inhaber des höchsten geistlichen Amts in Hessen bezeichnet werden, der sich bei seinem anerkannten Gerechtigkeitssinn, der hochidealen Auffassung IcineS fdjimerigen Amtes und der hervorragenden wissenschaftlichen Begabung des Ansehens und Vertrauens der weitesten Kreise m der Geistlichkeit erfreut. Wi-: gla>iben daher, daß arte in sehr erkennbarer •rfd>€l«i täglich außer Sonntag*. Dem Gtetzener Anzeiger werden im Wechsel mit dem KeMschen Landwirt die Kiehener ZamtUen- blätter viermal in der Woche betgelegt vLomtton-druck u. Verlag de, Brüh i ftchen Unwerj.-Buch- u. Stein- drucke rei dur für Violine und Klavier von Johann Sebastian Bach, mit der der große Tondichter den Beweis erbrachte, daß er nicht nur als Schöpfer geistlicher Kompositionen berühmt geworden ist; auch für weltliche Donschöpftmgen hat er ein warmes Herz gehabt, was durch den vollendeten Vortrag der vier Sätze Adagw — Allegro — Adagio nea non tanto — Megro in schönster Meise zur Geltung, kam. Die dritte Nummer des Pro- Snms bildete das in C-dur für Klavier, Violrne und 0 Köchel 548) komponierte Trio von Wolfgang Amadeus Mozart. Auch nrit dieser, teck)uisch weniger schwierigen Komposition erzielten die geehrteil Kimftler emen großen Erfolg, der ihnell am Schluß des Konzerts wiederum man wandte sich direkt an die höchste Stelle. Tie Haupt- agitation entfaltete ein oberhessischer Standesherr, der mehiffach persönlich vorstellig geworden sein soll. An sich braucht man sich deswegen noch nicht sonderliche zu beurrruhigen. Solche Strönmngen vonrmen und gehen. Bor noch nicht 30 Jahren hat der damals „regierende" Gvoßöheim desselben Standesherrn Harnack, Stade, ja selbst Ritschl, den Grzketzer, als gern gesehene Gäste an seinen Hof gezogen und sich als Mitarbeiter an den sehr liberalen Jahrbüchern für protestantische Theologie betätigt. Und eben diesem Fürsten will man sogar jetzt ein Tenkmal setzen! Außer von dieser Seite wurde die Kandidatur von zwei eiuslußreichen Mitgliedern des Kirchenregimentes bekämpft. Tiese wollten an Ecks Stelle einen jungen Berliner Privatdozenten vorgeschoben wissen, der sich erst noch zu bewähren hat und der theologisch auf demselben Standpunkt steht wie Eck. Zum Glück sino alle Versuche fehlgeschlagen, weil die Regierung fest blieb. Gin Wechsel in der Leitung des Ober- tzonsistortums wird nun unvermeidlich sein; die letzten Jahre haben eine solche Mafte offenkundiger und beschämender Niederlagen des .sirchmregimentes gebracht (Leichenverbren-nung, Totenfest, Fall Schöler, der gegenwärtige Fall), daß man es versteht, wenn die Leitung geschickteren Händen übertragen wird. Taneben darf cmch hie Stellung des höchsten Geistlichen als schwer erschüttert angesehen werden. Bei allen Niederlagen hat er au Seiten des Präsidenten gestanden, und zudem erschwer ihm ein Gehörleiden in steigendem Maße die Wahrnebm- ung seiner Pflichten. So darf man wohl hoffen, daß jetzt endlich eine Aera zu Grabe getragen wird, die zu den unerfreulichsten in der hessischen Kirchengeschichte gehört, und daß eine Zeit kommt, in der man sich der Eigenart der Landeskirche wieder mehr bewußt wird." Wie wir erfahren, ist der Versaffer dieses Artikels, soweit Erftes Blatt. 154. Jahrgang Montag 18. Januar 1904 _____ M monatlich75^1^ otetteu GlchenerAnzelger " General-Anzeiger ” Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MM t SM ieti! schwächlicher Personen, ie Kur mit meinem de- »beriran T. Tun. . rtran anerkannt. Hebt die Korperkralte ÄfS .LE sei ,RySS «OfUEFE^ ^moderne elbstFaBR|. :DNEKi-lGENE?i •N Künstler 1 GESCHMACK1 .^Wunsch ’ttEN OHN-: ■al.Ge*cbff‘ster 91 x —7 '^Tala*,‘ wit Maqenn>M' n üonüfllic^ mack, ,e( -cvwache ie! VouunS’ llö öt“ ,?lL l.lO. ,e jlald,e M 1.2o. . e ,"aren die Worte burch- weht, womit er bes Kaisers unb bes Grotzherzogs gevacyte, wonach „Heil Dir im Siegerkranz" stehenb gesungen würbe. Tas abwechslunsSreiche Programm brachte unter verschie- benen Stücken bas Lustspiel „Die beiben Freier, ober ber blasierte Vetter". Es würbe von ben Darstellern flott unb gut gespielt unb erntete reichen Beifal; ebenso bie Vorträge zweier kleinen Mäbchen: „Vollbamps voraus" unb bes „Vaters Heimkehr", sowie bie Eculplets des Herrn Straub. Schallenbe Heiterkeit erregte ein Zwischenfall während des Theaterstückes: auf offener Bühne erschien plötzlich ein kleines Hündchen, betrachtete sich staunend das lachende Publikum und verließ stumm, mic er gekommen, wieder bie Bühne. — Ein Ausflug nur ben Felsenkeller vereinigte SonntaaS noch Hnrrn’’ s{” ^e^teflnelnner. •• Der GießenerSchützenverein hatte am Samstag im Reuen Saalbau seine Mitglieber unb eine große Anzahl Gäste zu einem Winterfeste geladen. Aus dem äußerst reichhaltigen Programm von musikalischen Darbietcmgen, humoristischen Vorträgen usw. seien vor allem erwähnt „Ein Mann der Politik^ und »From Amerika", zwei humoristische Vorträge, von denen der zuletzt genannte den lebhaftesten Beifall fand. Durch Solos und Couplets war außerdem reichlich für Abwechslung gesorgt; alle Nummern waren ausnahmslos gelungen und wurden jedeLmal mit starkem Applaus belohnt. So sah man sich nicht nur durch die Mitglieder des Vereins von längst bekannter Originalität unterhalten, sondern der Vorstand hatte ailch durch Gewinnung von Künstlern und auswärtigen Kräften die Wirkung bes Abends zu erhöhen gesucht. Gegen 11 Uhr fand mit einem Galopp von Strauß dieser erste Teil de§ Festes seinen. Abschluß und Jung und Alt bereitete sich in einer längeren Pause auf den kommenden Tanz vor. Juwelier Brück nahm Gelegenheit, dem langjährigen Mitglied unb Begründer deS Schützenvereins, Herrn Müller, im Namen be§ Vorstandes ein Diplom zu überreichen, im Anschluß an seine vor wenigen Tagen erfolgte Ernennung zum Ehrenmitglied des Vereins. •* Im gestrigen Vortragabend des evangelischen Arbeitervereins sprach Dr. Heuser über Deutsch - Sübwest - Afrika. Unter Verwendung einer großen Landkarte machte der Vortragende mit dem Land, seinen Bewohnern, Handel- und Verkehrsverhältniffen bekannt. Schon vor 30 Jahren, also lange vor der deutschen Besitzergreifung, ist ein Kulturfaktor, die rheinische Missionsgesell- schaft dort in erfolgreiche Arbeit eingetreten. Die deutsche Negierung hat namentlich durch Anlage des Landungsplatzes Swakopmund durch Erbauung der Eisenbahn von hier aus Windhoek die weitere Entwickellmg deS Landes eingeleitet. Die Inbetriebsetzung von Kupfergruben steht in Aussicht; die Anlage von Talsperren und Stauweihern ist begonnen worben. Späterhin wirb mit Aufforstung größerer Flächen vorzugehen sein. Die vor einigen Jahren eingeschleppte Rinderpest brachte großen Schaden, jedoch hat man die Seuche mit Erfolg bekämpft, sodaß im letzten Jahre für 1 Million Mark lebendes Vieh nach den englischen Kolonien ausgeführt werden konnte. Die mittlere Höhenlage des gebirgigen Landes ist 1300 Meter, so hoch wie der Brocken, daher ist das Klima gemäßigt und für europäische Ansiedler geeignet. Reicher Beifall dankte dem Redner für seinen interessanten Vortrag. — SanitatS-Kolonne. Die vom Deutschen Verein vom roten Kreuz gleich wie in anderen Städten in Gießen inS Leben gerufene Sanitäts-Kolonne hielt gestern nachmittag in der Turnhalle der Stadt-Mädchenschule ihre Schluß- und Prüfungsübung vor Vertretern des KreiSamtS, der Stadt und des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm ab. Die Mitglieder der Kolonne wurden in 12ma( 2 Stunden von Stabsarzt Dr. Ehrlich in den hauptsächlichsten Fächern der Anatomie, der Behandlung Erkrankter unb im Kriege ober bei Unglücksfällen Verwundeter unterrichtet, im Anlegen von Rot- verbänden und in der Herstellung primitiver Transportmittel und Verbandsgegenständen unterwiesen. Der Transport Verwundeter wurde mittelst der vom Verein angeschafften Tragen, sowie mit solchen, die die Mitglieder aus Zaunlatten und Stroh gefertigt hatten, geübt. In kurzer Zeit konnten die die Verwundeten darstellenden Personen kunstgerecht verbunden und, auf Tragen gelagert, vorgeführt und von den Trägern die Art der Verwundung angegeben, sowie Auskunft über bie erste Behandlung erteilt werden. Am Schluffe der Hebung sprach ber Vorsitzenbe beS Zweigvereins Gießen, AmtSgerichts- rat Wiener, den Mitgliedern der Kolonne seine Anerkennung für daS während der Unterrichtszeit betätigte Interesse, sowie dem Stabsarzt Dr. Ehrlich den Dank des Vereins vom roten Kreuz für seine Mühewaltung bei Erteilung des Unterrichts auS, worauf die Ernennung der Führer bekannt gegeben wurde. Die Kolonne wird in nächster Zeit statutarisch organisiert und erhält Abzeichen (Mütze, Binde, Legitimationskarten). Am nächsten Sonntag findet auf dem Bahnhof eine Hebung an bem von ber Eisenbahnverwaltung zur Verfügung gestellten Sanitätszuge statt. — Der Geflügel- unb Vogelzucht-Verein füt Gieß en und Hmgegenb hielt gestern nachmittag seine ordentliche Generalversammlung ab, die von den Mitgliedern allerdings schwach besucht war AuS dem vom Vorstand erstatteten Geschäftsbericht für daS abgelaufene Jahr ist zu berichten, daß der Verein über 184 Mitglieder verfugt (148 in Gießen und 36 außerhalb). Die Tätigkett deS Vereins im Jahre 1905 wird im allgemeinen als ersprießlich bezeichnet. Die Zuchtstation auf der Bichlerschen Hardt war am JahreS- schluß besetzt mit 16 rebhuhnfarbigen Italienern, 1.9 schwarzen Minorka, 2.6 Wyandottes, 1.5 Truthühnern und 10 Kreuzungshühnern, welch letztere für Brutzwecke verwendet wurden. Von der Zuchtstation wurden im abgelaufenen Jahre abgegeben ca. 1000 Eier für Brutzwecke und ca. 1500 Eier zum Verbrauch als Nahrungsmittel. Die Zuchtstation ist in der Lage, abgesehen von einem Zuschuß m Höhe von Mk. 200 des landwirtschaftl. ProvinzialvereinS, aus ihren eigenen Einnahmen ihre Bedürfnisse zu decken. Der Verein verfügt über em Vermögen von ea. 5000 Mk., welches teils in ber Zuchtstatton, in AuVstellungK-Jnventar und m Effekten und in bar vorhanden tfi. Die v-rgenommene Auslosung der Schuld- verschreibunge« auf die Zuchtstation erbrachte folgende Nummern: 1, 6, 8, 13, 30, 92, 42, 45, 48 und 56, welche noch dem 1. April d. I. vom Bankbause A. Heichelheim ober bei ber DereinSkasse zur Auszahlung kommen. Die Wahlen zum Vorstand und zum Verwaltungsausschuß, zur Zncht- stationSkommission, sowie die ber Revisoren brachte feine wesentlichen Veränderungen mit sich. Es wurde dem Vor- Märkte. , Frankfurt a. M., 18 Jan. (Eigener Draht-j 18. Jan. (Teleqr. Orig.-Bericht besitz richt.) Im benachbarten Heusenstamm wurde heute nachtt 100 Kg. ab hier. Tendenz: fest. aut Seidenstoffe Wir gewähren bis 3L ds. Mts. auf Seidenstoffe - Rabatt - 20"/« Bekanntmachung arrgulegen. 650 Der Vorstand. 8Ve% 80/, 3V.o/0 3% «Wo der Nachtwächter Johann Jakob von dem Knecht Friedrich Grimm erstochen. Der Tater wurde verhaftet. Köln, 18. Jan. Die „Köln. Ztg/' meldet aus Petersburg vom 17. ds.: Es verlautet, der japanische Ge-> sandte werde am Montag in Zarskoje Sselo in außerordentlicher Audienz empfangen werden. ES ist Zweifellos, hierin ein Akt von eminenter Bedeutung im Interesse dev 81/, % Ober besäen 4% Oesterr. Goldrente Lich, am 15. Januar 1904. Großherzogttches Amtsgericht. . 102.35 . 91.50 . 102.65 . 91.60 . 10100 . 99.50 . 102.70 Reicheanleihe do. Konsole . do . . Hessen 80/0 Mexikaner 4Vo'1/n Chinesen . . Electric. Scbuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandifc. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Ber'iner Handelsges. Oesterr. Staatebahn . Lombarden . • • Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum..... Harpener . . . . . 27.2» . 90.55 . 105.30 . 105 50 . 214.10 . 195.00 . 144.90 . 156.50 . 160.70 . 144.25 . 16.25 . 191.50 . 238.2R . 192.9Q . 205.40 Krielkallen der Redaktion. L. itt B. Auf Ihre Anfrage können wir Ihnen mitteilen, daß der heute von uns abgedruckte Artikel der „Frkf. Ztg." weder von der hiesigen theologischen Fakultät ausgeht noch von ihr m- spiriert worden ist. Evangelische Gemeinde. Montag, den 18. I a n u a r , abends 8 Uhr: B i b e l st u n d e im Konsirmandensaal der Johanneskirche. Galaterbrief 3, 14—29. Pfarrer Tr. Naumann. 4x!6% Oesterr. Silberrento 101.00 4% Ungar. Goldrente . . 100.40 4°/ Italien. Rente . . . 103.70 41 lt% Portugieser? . . . 63.05 SO/ Portugiesen. «... 82.20 1K C. Türken .... 37.00 Türkonlose ...... 137 60 4% Griech. Monopol .-Anl. 43.70 41/, % äussere Argentiner —.— Telephonischer Kursbericht. FranUturt ». 18. Januar 19C4 Neueste Meldungen. sd. Darmstadt, 18. Jan. (Eigener Drahtbericht.) Tie gestrige Mitteilung der „Ficks. Ztg.", nach welcher aus bestunterrichteten Kreisen verlautet, das Ministerium des Innern habe die Absicht, das gegen den Großh. Oberbergrat Prof. Dr. Lepsins eingeleitete Drs- ziplinarverfahren einzusretten, dementiert ine „Tarmst. Ztg." mit der Erklärung, daß eine solche Absicht weder jemals bestanden hat noch auch im jetzigen Stadimn des Verfahrens überhaupt in Frage kommen konnte, nachdem die Angelegenheit bereits im Anfang des November vorigen Jahres an den Verwaltungsgerich'SH-of als Dis- ziplinartwf zur Verhandlung gegeben worden ist. R. B. Darmstadt, 18. Jan. (Eigener Drahtbericht.) Bon der Regierung ist von dem neben der Ständekammer liegenden Grundstück des chngst abgerissenen „Darmst. dofes" ein Teil für die Zwecke der Stande- kammer für 110000 Wt angekauft worden, was durch die Kammer noch genehmigt werden muß. — Das Befinden des Prinzen Franz Josef von Battenburg hat sich in der Nacht vom Sonntag verschlechtert. baldigen friedlichen Lösung des Konfliktes zu erblicken und zugleich daS beste Dementi aller Kriegs-* nachrichten. Berlin, 18. Jan. UeBer die vorbereitenden Maß» nahmen der Regierung zum Herero-Aufstande wird amtlich bekanntgegeben: Es erging der Befehl, gleichzeitig mit der MobilisierungS-Ordre verfügbare Kreuzer auszurüsten und schleunigst nach Südwestafrikai abzusenden. Bisher waren die in Aussicht genommenen Kreuzer noch nicht bestimmt. Gerüchtweise verlautet-^ „Undine" und „Hamburg" seien dazu ausersehen. Weiter wird gemeldet, daß auch ein Teil Eis en bahn truppen der Armee entsandt werden sollen. Tas Marine-Bcttaillon und die Landtrupven sollen aus Freiwilligen gebildet werden. — Heute findet im Reichsmarineamt eine Beratung statt, an der der Flotten Chef, Admiral Köster, teilnimmt. dem „Kl. Journal" berichtet wird, fand zwischen benr Kaiser und dem Chef des Generalstabes, General von. Schliessen eine längere Konferenz über die Lage in Teutsch-Südwest-Afrika statt. Pirna, 18. Jan. Die Blättermeldung, daß einer bet) Offiziers-Duellanten bereits gestorben sei, ist un-> wahr. Ebenso unrichtig ist, daß weitere Duelle bevorstehen sollen. Die kriegsgerichtliche Untersuchung ist be-. reite dem Abschluß nahe. Die Akten sind vom Könige ein*' gefordert. Krimmitschau, 18. Jan. Die Fabrikbesitzer erklären, daß sie in dem gegenwärtigen Streik unter keinen. Umstanden nach geben und die ungerechten Forderungen des Textilarbeiter-Verbandes weder ganz, noch teilweise be-» willigen werden. Verhandlungen mit diesem Verbände seien in diesem Streik jetzt und für immer ausgeschlossen. Kriegerverein Gießen Samstag de» 23. Januar 1904, abends 8 Uhr, in Steins Garten: Feier des Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers verbunden mit dem 30. Stiftungsfeste des Vereins. Kesangsv-rkrL-« « tytnj. Die Mitglieder des Veeeivg und ihre Fannie herzNchst «ngsiade«. Orden imb Ghreuabgeichrn, sswie Vereins« bzeichen i DrMm Dmin LMm in SiM t hielt gestern nach- nschule ihre Schlutz- mSamtS, der Stadt irlm ab. Die 'Mit- Ztunden von 6tab§» n Fachem derAna- im ünege oder bei n Alegm von Not- oer Transportmittel In Transport Ver- ngeschassten Tragen, Zaunlatten und et Zeit konnten die nstaerecht verbunden b von den Trägem ie Auskunft über die Sd)* dn u,b"9 ieim, W* „frineülneW tick 9** * S torni »om * [uns d-S UnW* ,„t betannt J 1500.®"» ilt d-- «Jlt. 200 , f*"Inen®”' 4 Agt üb-1 4 tti'5" „nb °> B §»uld' (>•"’’/W 5, 48 -1, d^°b- K tfi ** In unser Handelsregister wurde heute eingetragen btc Firma „Zentral-Molkerei Dorf-Gill, Gebrüder Grieb, Dorf- Gill^. Inhaber: Heinrich Grieb, Landwirt, HanS Grreb, Kaufmann, beide in Dorf-Gill. Offene Handelsgesellschaft. Tie Gesellschaft hat am 1. Januar 1904 begoane». Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Die preußische Thronrede und die Börse. Die preußische Thronrede zur Eröffnung des Landtags hat an der Berliner Börse einen recht guten Eindruck gemacht. Dem Markt der preußischen Konsols kam der Passus zu statten, daß der Staat ;n diesem Jahr keine neue Anleihe auszunehmen brauche. Auch die Ankündigung von Kanalvorlagen wurde günstig beurteilt, weil man für die Zementindustrie Beschäftigung erwartet. - Spiritusindustrie. Tie Zentralstelle ur Spwitusvn- wertung hat das Herstellmigsrecht der lc-ndwirlschafth Kartoffe ^ breunereien weiter um 30 pEt., also auf 1b0 pLt. des ur sprünglichen Herstellungsrechts erhöht. üie^eritof f & Goslar 13 Kreuzpi L 13 vormais 8. Weimersheim Nachf. 13 Kreuzplatz 13. toer, ob*-- ’nem b" N« dkA >d das Ä ein . Steinigte > * 9toi, „ 1 6,lB-rit $orbithmqni e"Mnt ,6i * be" * *b,m aus. Ap», "urch bit Bit. JWitöf unter. l Seroinnunq b". 8i»mg Jes ' 'anb mit einem ustteS seinen> Ab- " wt längeren natm> lb Begründer des J, deS Vorstandes 7ne vor wenigen lieb des Vereins. 1 ^es evange- Heuser über !evvendung einer mit dem Land, 'hältnissen bekannt, deutschen Besth- 4e Mstonsgesell- i$en. Tie deutsche . eß Landungsplatzes chn von hier aus Landes einqeleitet. steht in Aussicht; >ern ist begonnen 1 größerer Flächen M eingeschleppte hat man die Seuche sre für 1 Million lolonien ausgeführt § gebirgigen Landes ken, daher ist das Ansiedler geeignet, leinen intertftanten stand anheim gegeben, die Vorbereitungen zu einer Geflügel- ausstellnng im Herbst in Gießen vorzunehmen und einer demnächst zu berufenden Generalversammlung eine Beschlußfassung j darüber zu unterbreiten, ob in diesem Jahre eine Ausstellung : gehalten werden soll ober nicht. •* Der Gernhardt'sche Zither- und Mandolinen cbor feierte am . Samstag in der Turnhalle am . Oswaldsgarten sein erstes Stiftungsfest. Die großen Räumlichkeiten waren geeignet, die stattliche Anzahl der Erschienenen bequem aufzunehmen. Das Konzert enthielt eine ausgewählte Zusanimenstellung reizender Lieder, in denen die Zither und Mandoline recht anmutig wirkten. Ausgezeichnet gefiel unter anderm ein Tennor - Solo mit Zitherbegleitung, aber trotz des andauernden und immer wieder sich erneuernden Beifalls ließ sich der Sänger leider nicht zu einer Zugabe bewegen. Diese musikalischen Vorträge, denen ein jeder gerne gelauscht hatte, folgte um Mitternacht, wie das Programm es vorgesehen hatte, ein Ball. •* Vom Flottenverein wird uns mitgeteut: Wie an anderen Orten so werden auch in Gießen in Bälde kinematographische Vorführungen aus dem Flottenleben statt haben. Die hiesige Kreisgruppe des deutschen Flottenoereins veranstaltet dieselben im Februar. Während drei Tagesvorstellungen für die Schuljugend berechnet sind, werden an denselben Tagen abends, sowie an einem Sonntag Veranstaltungen für Erwachsene stattfinden. ** Großer nationaler Gesangs-Wettstreit Gießen. Der von dem „Maschinenbauer-Gesangverein^ veranstaltete Gesangswettstreit erfreut sich einer sehr starken Beteiligung, denn bis jetzt haben sich schon ca. 1 6 0 0 Sä n ger gemeldet. Der Verein nimmt noch Anmeldungen bis zum 15. Februar entgegen. . m r , . > 8lii6eU3( tot Mgi eures Ört MMPagn form M dienstes lellnahm, ofsnungs- üirka 40i Unisorme meiner -e unter du form- lri der W der in > aus. De mit krä Dillow, hatte. cx der Abtz' der gui Ueberj neuen )' der Zusl stürmisch yauses t hatte, d neigung mita 2> den Sm . Tie t W Beira tthe zur überrasch berständlie daß die pr hat. mach ?r. 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