Nr. 297 Viertes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 17. Dezember 1904 Erscheint tlgfid) mll Ausnahme des Sonntags. Die Lietzener $amiltenblätter“ werden dem EAnzeigei otermal wöchenUrch beigelegt. Der Landwirt- erschemi monaUich einmal. A AA AA xA T xfk AA NokattonLdruct und Verlag der Brühi'ichen AMIOUONE MMEMME ““jljl8--«*- **- WF ® II t|L-, Wlla ^hL, | R, SL ^Cjj, S H Vx, B. M. 8 vL, M, Redaktion. Lxpedttton u. Druckerei Schulstr. v. V \T V « V V V VV tii V y v V reu Nr. 6L Lelegr.-Adr.» SUrseiger G.etzm. General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen. Der Kaiser in Aromöerg. Ein RegimentSjnbilaum. Bromberg, 16. Dez. Heute feierte man hier das 200j äh r i g«e Jubi- iäum des Grenapier-Regiments zu Pferde Freiherr von Derffsliniger. Von den Damen des Vaterländischen Frauenvereins war am Vormittag für die alten Krieger ein Frühstück arrangiert worden. Der Kaiser traf um 2 Uhr hier ein und begab sich zu Wagen nach dem Weltzienplatz. Se. Majestät begrüßte hier den Divisionskommandeur Generalleutnant Schulz, sowie den Briaade- kommandeur Generalmajor Wagener, schritt die Fronten des Regimentes ab und sprach einzelne Herren an. Sodann hielt Seine Majestät mit weithin schallender Stimme eine Ansprache an das Regiment, worin er die Verdienste des Regiments hervorhob. dasselbe zu seinem Jubiläum beglückwünschte und demselben Säkularbänder für seine Standarte verlieh, welche sogleich an dem Feldzeichen befestigt wurden. Der Kommandeur des Regiments Oberstleutnant v. Heu duck antwortete mit dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser. Die Musik spielte die Nationalhymne, in die das Publikum mitsingend einfiel. Se. Majestät nahm sodann den Vorbeimarsch des Regiments sowie der übrigen Garnison ab. Vom Weltzienplatz begab sich der Kaiser nach dem Zivilkasino, wo das Festmahl des Offizierkorps mit den alten Herren stattfand. Mir den Kaiser wurden in dem Kasino einige Gemächer bereitgehalten, vor denen die beiden ältesten .Wachtmeister des Regiments als Ehrenposten präsentierten. Bei der Kaiser-Tafel erhob sich der Kommandeur des Regiments Oberstleutnant v. Heuduck zu einer Rede, in der er die ruhmreiche Geschichte des Regiments von der Attacke bei Malplaguet an bis auf die neueste Zeit verfolgte und namentlich der Schlacht bei Roßbach gedachte. Er erwähnte die starken Verluste, die das Regiment in diesen Kämpfen erlitt, und sprach sein Bedauern darüber aus, daß der Chef oes Regiments, der Kronprinz von Schweden und Norwegen, verhindert sei, an der heutigen Feier teilzunehmen. Er dankte dem Kaiser für die Verleihung der Säkularbänder, indem er ein dreifaches Hurra auif Seine Majestät ausbrachte. Ter schwedisch-norwegische Gesandte, Graf Taube, überbrachte kameradschaftlichen Gruß und Glückwünsche des Regimentschefs, des Kronprinzen Gustav. Ter Gesandte überreichte dem Offizierkorps eine Bowle als Ge- gjenk des Regimentschefs und teilte eine Reihe von rdensverleihungen an Offiziere mit. Er schloß mit einem Hoch auf das Regiment. Der Kommandeur erwiderte mit einer Ansprache, in der er den Dank des Regiments zum Ausdruck brachte und mit einem Hoch auf den König Oskar und Kronprinzen Gustav von Schweden und Norwegen schloß. Vom Kasino fuhr der Kaiser zum Rathaus. Tie Garnison bildete mit Fackeln Spalier. Oberbürgermeister Knobloch empfing' den Kaiser und geleitete ihn zum Sitzungssaal, wo oie Vertreter der Stadt versammelt waren. Nachdem der Oberbürgermeister eine Ansprache gehalten hatte, bot er dem Kaiser den Ehrentrunk dar. Ter Kaiser erwiderte: Indem ich von ganzem Herzen für die patriotischen Worte danke, mit denen Sie mir die Huldigung der Stadt Bromberg und ihrer hier versammelten Vertreter ausgesprochen haben, verbinde ich zugleich damit die Bitte meinen herzlichsten Dank der Bürgerschaft zu verdolmetschen. Tie Stadt Vromberg hat mich mit Jubel und mit Warme empfangen, wie eine gute alte preußische Stadt ihren König zu empfangen pflegt. Ms ich mich entschloß, zu der 200jährigen Jubelfeier des Grenadierregiments zu Pferde zu erscheinen, war auch zu gleicher Zeit der Wunsch maßgebend, Bromberg einen Besuch abzustatten. Wenn auch die Stadt nicht viel von den Besuchen der Herrscher Preußens zu erzählen weiß, so ist mir doch ihr Eifer, ibre stille, rastlose Arbeit wohlbekannt, und in nicht geringem Maße ruht mein Interesse auf dem Fortschritt und dem Aufblühen der Stadt. Ich habe es mir deshalb angelegen sein lassen, aus eigenem Angewchein mich zu überzeugen, in welcher Weise deutsche Bürger hier ihrer Pflicht genügen, im Bewußtsein, daß ein jeder an seiner Stelle und in seinem Stande und Gewerbe ein Stück mit an dem Bau wirkt, den wir hier errichten müssen zur Erhaltung des Deutschtums. Herrlich und groß ist die Geschichte des deutschen Bürgertums, wenn wir zurückblicken auf die Entwickelung und die hohe Kultur, die es erreicht hatte, bevor der 30iährige .Krieg uns zurückwarf. Ich hege das feste Vertrauen und die Ueberzeugung daß sowohl die materielle wie die geistige Entwickelung dieser Stadt durch die Tatkraft ihrer deutschen'Bürger sich entwickeln werden, daß. sie grünen, blühen und ein Zentrum sein werde deutscher Arbeit, deutschen Geistes und deutschen Lebens. Daß es so sein möge, das walte Gott! Tann ließ sich der Kaiser die ältesten der anwesenden Stadtvertreter vorstellen und unterhielt sich mit dem Ober- bürgernneister über den hiesigen Holzgroßhandet. Abg. Aronson stiftete ein großes Ebenbild des Kaisers für den Sitzungssaal. Der Kaiser begab sich dann zur Kaserne, wo ein R e i t e r s e st stattfand. Nach dem Aufziehen der Wacht- parade in der Uniform von 1730 sprach Leutnant von Brockhausen den Prolog. Herolde bliesen Fanfaren. Es folgten Quadrillen in historischen Kostümen des Regiments, Evolutionen auf ungesattelten Pferden, komisches Intermezzo und Tandemreiten. Das Fest schloß mit einer Ovation für den Kaiser. Die ausführenden Offiziere, Chargierten und Mannschaften ritten gleich flott und boten frische farbenprächtige Bilder. Um 61/2 Uhr begaben sich der Kaiser, das Gefolge und die Gäste nach dem Stad tthc ater. Zur Aufführung gelangte „R 0 ß b a ch, ein Gedenkblatt uns der Geschichte des Regiments", verfaßt vom Direktor des Theaters, Leo Stein, Musik von Einödshöfer. Tie Treppe zur Kaiserloge war mit Dragonern in historischer Tracht besetzt. Als der Kaiser die Loge betrat, brachte der Direktor ein dreifaches Hoch aus. Tie Musik spielte die Nationalhymne. Tas Stück zeigt NN ersten Bild in derben Reimen das Biwakleben des dritten Dragonerregiments am Vorabend der Schlacht bei Roßbach und die mutige Stimmung der Soldaten. Im 2. Bild erscheint Friedrich II., wie er [eine tapferen Reiter ehrt. — Nach der Vorstellung nahm der Kaiser aus den Händen des Verfassers das Manuskript der Dichtung entgegen, das in den Farben des jubilierenden Regiments gebunden war und sprach seine lebhafte Befriedigung über das Stück und die Darstellung aus. Um 8 Uhr verließ der Kaiser mit Gefolge das Theater. Um 8V1 Uhr reiste der Kaiser nach Wildpark ab. Der Ka ser und Prinz Albreht. Aus Anlaß des 4 0 j ä hr i g e u I u b i l ä u m s des P r i n z en Albrecht von Preußen als Chef des 1. Brandenburgischen Tragonerregiments Nr. 2 in Schwedt wurden, wie wir berichteten, vom Kaiser und dem Prinzen Albrecht bei der Hoftafel Trinksprüche ausgebracht. Tie Ansprache des Kaisers an den Jubelchef lautete: „Königliche Hoheit! Ich ergreife in dieser Stunde das Wort, um meiner herzlichen Freude Ausdruck zu geben, daß ich Eure Königliche Hoheit, die eine der höchsten Ehrenstellen in der Armee innchaben, und welche dieses Regiment mit steter Auszeichnung geführt haben, beglückwünschen kann. Wie cs nur wenigen vcr- aönnt ist, wie Ew. Königl. Hoheit, den Feldmarschallstab zu führen, so weist die Regimeittsgeschichte Ruhmestaten auf, hervorragend in der Armee. Es war dies Regiment, an dessen Spitze der Große Friedrich sich nach dem Tage von Koltin setzte, um neue Siege zu erringen und neue Lorbeeren zu ernten. Heute sehen wir einen Hohenzollern als Feldmarschall an _ber Spitze, der seit 40 Jahren durch sein Wirken in alter preußischer Treue, in selbstloser Hingabe an dm Dienst jederzeit vorbildlich gewirkt hat.* Möge Ew. Königl. Hoheit imponierende Soldatengcstalt dem Regiment noch lange erhalten bleiben. Seine Königl. Hoheit Generalfeldmarschall Prinz Albrecht von Preußen Hurra! Hurra! Hurra!" Hierauf erwiderte Prinz Albrecht mit folgenden Worten: „Euere Majestät haben. mich heute mit Gnadenbem-'-isen überschüttet. Euere Majestät sage ich meinen untertänigsten Tank für die außerordentliche Gyade, Güte und Nack'sickt mit der Euere Majestät und Euere Majestät Vorfahren mich beurteilt haben. Tas Regiment wurde mir zu jener Zeit übergeben, als es zum "rstenmal nach 50 Friedensjahren wieder krsta"riscke Lorbeeren geerntet hatte. Es war für mich eine besondere Ehre, gerad" an diesem bedeutungsvollen ^age an die Spitze d"9 Reosment^ berufen zu werden Euere Majestät wissen, daß das Regiment in zwei weiteren Feldzügen wacker sein-' Schuldigkeit (rinn hat Euere Majestät können aber versichert stin, daß das Regiment in unablässiger Friedensarbeit gerüstet ist, wirkliche Attackeg zu reiten, daß es darauf wartet, b"weistn zu können,.was es für Kaiser und König zu tun imstande ist, der dem Regiment so unendlich Ehre erwiesen hat. Sc. Maiestä.'. unser allergn>"digster Kaiser Wilhelm TT Hurra? Hurra! Hurra!" Paiitische cknaeclüiau. Die konfessionelle Studentenverbindung. Seit einiger Zeit macht sich an einigen deutschen Hochschulen eine gegen die konfessionellen Studentenverb^ud- nngen gerichtete Bewegung immer lebhafter bemerkbar: in Jena, Hannover und neuerdings auch in Char- lottenburg Hai sie beret's zu Anträgen an die Senate geführt, in denen ein striktes Verbot d^rar'i^er Verbindungen gefordert wird. In erster Linie richten s'ch die Angriffe gegen di? katholischen konfessionellen Korporationen, und das hat wohl seinen Grund darin, weil man davon überzeugt ist, daß „katholische Studentenverbindung" und „Erziehung im.Zentrumssinn" auf eins hinauskommen. Ist aber deshalb die Verfolgung dieser Verbindungen g e - rechtfertigt? Und, wenn sie es wäre, verspricht sie dann auch einen wirklichen Erfolg? Mit diesen Fragen beschäftigt sich in der „Straßburger Bürgers " in sehr interessanter Weise ein „Liberaler". Er komm m einem verneinenden Urteil und wirft dann die weitere Frage auf: „Ist es vom liberalen Standpunkt aus billigens- wert, daß in dieser Weise ein Stück Hochschulsreiheit — denn das ist auch das Recht der Siuidenten sich Mifam» men zu tun, in welcher Form sie wollen — zum Teufel geht?" Der Artikelschrüber glaubt auch dies unbedingt verneinen zu sollen, und zwar argumentiert er dabei sol- gendermaßen: Da die Liberalen sonst überall im öffentlichen Leben für di? Freiheit einträten lVersammlungs- und Vereinsfreih^it!'>, dürften sie auch nicht zng"ben, daß an unseren Universitäten, wo diese Freiheit bestehe, eine Bresche in sie gelegt werde. „Denn liberal fein so fährt er fort, daß heißt nicht nur für die eigene Tasche freiheitlich denken, sondern sich seiner großen freien Grundsätze bewußt bleiben und nach ihnen handeln, selbst wenn der Augenblickserfolg davon einem andern zugute kommen sollte. Tie großen Gedanken der Frei hen dürfen wir nicht schädigen, am eigenen Leibe könnte uns einmal diese Sünde am Geiste der freiheitlichen Hochschulverfassung treffen. So sehr wir erkennen^ daß in den konfessionellen Studentenverbind> ungen einePolitikgetrieben wird, die alles andere wie liberal ist, so duldet unsere freiheitliche Gesinnung doch nicht, deswegen die Hand zu einer unfreiheitlichen Maßregel jii bieten. Unser Stndenten- lebcn ist heute ebenso parteiisch und 'erfahren, wie nnfcr ganzes öffentliches Leben. Nichts wie Fraktionen und Frakliönchen! Aber um diesen Zustand zu ändern, da muß man an einer anderen Ecke anpacken als an dem Zipfel des Verbots konfessioneller Verbindungen!" Wo und wie angepackt werden soll, wird freilich nicht weiter ausgeführt. Das politische Testament Paul KriigerS. Bei dem am 16. b. M. in Pretoria erfolgten Be, aräbnis des früheren Präsidenten Krüaer verlas General Botha Krügers politisches Testament, ^as Testament ist in dpc Form eines Antworchriefes auf eine Mitteilung, die der im Mai d. I. in Pretoria abgchaltene Burenkongreß an Kstüger lanbte, gehalten. Es lautet: .. In aller Traurigkeit und allem Leid, die nicht Teil sind, hat mich dieser Gnrß mit Dankbarkeit erfüllt, und mit ganzem Herzen danke ich allen denen, die versammelt sind, um über die Gegenwart und Zukunft zu beraten, und dabei an ihren alten Staatspräsidenten gedacht und dadurch gezeigt haben, daß sie die Vergangenheit nicht vergessen haben denn wer eine Zukunft schastm, will, möge, die Vergangenheit nicht aus dem Auge verlieren. Deshalb suchet in der Vergangenheit alles Gute und Schöne, was in ihr zu finden ist, entfaltet danach Euer Ideal und versuchet, dies Ideal in der Zukunft zu verwirklichen. Es ist wahr, vieles von dem, was gebaut wurde, ist jetzt vernichtet, zerstört, verfallen, aber mit Einheit des Geistes und mit Der* cintfr Kraft ist es möglich, das wieder aufzubancn, was nieder- gerissen wurde. Es erfüllt mich auch mit Dankbarkeit, zu sehen, daß Einigkeit in Eurem Bunde besteht. Vergeßt niemals die ernste Warnung, b?e in dem Worte divide et impera liegt, und seht zu. daß dies Wart niemals auf die Afrikandernation Anwendung finden möge. Tann werden unsere Nationalität und unsere Sprache erhalten bleiben und blühen. Was ich selbst noch davon cwleben werde, stcstn in Hand. Unter der englischen Flagge geboren, habe ich nicht den Wunsch, unter ihr zu sterben. Ich habe gelernt, mich bei dem bitterem Gedanken zu bernhig"n. daß ich meine Augen in einem frembeii Lande, im Exil, allein, fern von Verwandten und Freunden, die ich niemals Wiedersehen werde, schließen muß, in weiter Ferne Dm j^r afrikanischen Erde, die ich voraussichtlich niemals wieder betreten werde, in weiter Ferne von dem Lande, dem ich mein Leben gewidmet habe, um es der Zivilisation zu eröffnen, und wo ich die Entwicklung einer Nation sah Aber diese Bitterkeit wird gemildert, so lange ich an der Ueberzeugung festhalten darf, daß das einmal begonnene Werk fortgeführt werden Jütrb, denn dann erfüllt mich die Hoffnung und Erwartung, daß das Ende des Werkes gut sein wird. So fei es! Aus dem Grunde meines Herzens grüße ich Euch alle. Krüger. An der Feier nahmen gegen 2000 Burghers teil. Drei holländische Geistliche hielten Gedächltnisreden, in denen sie die Vaterl ndsliebe und das musterhaft religiöse Leben des Tabin- geschiedenen feierten. Der Hauptredner Pastor Bosmann führte aus, daß die Buren der neuen Flagge, dem Symbol der Gleichheit und Freiheit, treu ergeben seien. Sie dürfen aber niemals Krügers Grundsätze vergessen und ihr Volk müsse den von Krüger vorgezeichneten Linien der Entwickelung folgen. * Aus dem ungarischen Parlament. B u d a p e st, 16. De^. Tie heutige Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde unter größter Aufregung eröffnet. Nachdem den Wortführer der Volksparteu Rakovszky, unter riesigem Lärm der Mehrheit der Regierung aufs schärfste angegriffen hatte, erhob sich Tisza und erklärte, er wolle das Haus auslösen. Tie Minorität möge zu diesem Zwecke Konstituierung des- Hauses und Jnoemnität gewähren, da er nöttgenfalls auch ohne Indemnität die Neuwahlen vornehmen werde. Kossuth erwiderte, die vereinigte Opposition habe beschlossen, mit dieser die Gesetze nicht achtenden Regierung in keinerlei Verbindung zu treten. Bei diesen Worten erhob sich die gesamte Opposition und umjubelte eine Viertelstunde lang Kossuth. Nun: will Baron B a n f f y sprechen, doch läßt ihn die Majorität nicht zu Worte kommen und macht einen solchen Skandal, daß der Präsident die Sitzung suspendierte^ Baron Banffy sprach unter furchtbarem arm, und Hohngelächter der Regierungspartei. Er verweigerte der ungesetzlichen Negierung die Indemnität und ist überzeugt, daß die Auslösung des Hauses im Ex lex-Zustande nicht erfolgen könne. Nach Wiedereröffnung der Sitzung hielt Polonyi eine die Regierung und das Präsidium schmähende I1/2- stündige Rede. So oft der Name des Präsidenten genannt wird, ertönt der Ruf: „Schuft!" Wenn der Vor- sivende die Rufer zur Ordnung verweist, tobt die Opposition. Nach Polonvi macht Rosenberg sensationelle Mitteilungen über Banffy. Rosenberg erklärte, daß er zuv Zeit des Regimes Banfsy von vertrauenswürdiger Seite aufgefordert worden sei, etwas zu tun, da Ban.ffy einen Staatsstreich plane. Er habe sich an Tisz« und Szell um Hilfe gewendet. Diese Erklärung Rosenbergs wird von der Opposition verhöhnt. Baron Banffy sagt, er wisse von diesen Dingen nichts, man scheine Rosenberg getäuscht zu haben. Graf Tisza bestätigt die Angaben Rosenbergs, denen er hinzu fügt, auch er habe von vertrauenswürdiger Seite. sichere Kenntnis davon erlangt,. daß Banssy ohne Gesetz die Steuern einheben, die Rekrutierungen vornehmen und die widerspenstigen Komitats^- munizipien auslösen wollte. Die Opposition versuchte vev-s gebens, die Wirkung dieser Erklärungen Tiszas durch Lar- nten abzuschwächen. Nach Tisza sprach wieder Banffy und erklärte zögernd, daß seine Negierung zur Bekämpfung der Obstruktion wohl allerlei Mittel in Erwägung zog, an die Details erinnere er sich aber nicht. Sein Mcktritt sei auf Zuredenr des Grasen Andrassy erfolgt. (Ruse rechts: Das ist nicht wahr!) Der Abg. Rosenberg rüst während der letzten Worte Banssys: „Damit Sie nicht länger zweifeln, erkläre ich Ihnen, daß ich die Daten vom Mimstericrlrat Jeszensky erhalten habe!" Jeszensky war der intimste Vertrauensmann Banssys. Damit war die peinliche Szene beendet. Gras Tisza begab sich heute abend nach Wien. Eine neue Nei San statt. Die Gebäude der Biologischen Abteilung des Gejundtzeitsamtes auf dem Versuchsfelde in Dahlem bei Berlin sind soweit fertiggestellt, daß ein Teil der Räume bereits in Benutzung genommen werden konnte; vom 1. April 1905 ab soll die ganze Abteilung in die neuen! Gebäude verlegt werden. Hiermit ist der Zeitpunkt gekommen, die biologische Abteilung auch geschäftlich von dem Gesuudheitsamte zu trennen. Diese Trennung wird nicht nur dem Präsideuten des Gesundheitsamtes die angestrebte Entlastaing von einer Verantwortung bringen, die er schon mit Rücksicht auf die Entfernung des Versuchsfeldes und der Arbeitsräume von dem Gestmdheitsamte aus die Dauer kaum übernehmen könnte, sondern auch der in der Folge als ^Biologische Anstalt sür Land- und Forstwirtschaft" zu bezeichnenden Biologischen Abteilung die Möglichkeit gewähren, sich auf ihrem eigentümlichen Arbeitsgebiete frei zu entwickeln. Das im nächsten ReichShauShalt vorgesehene Etatssoll setzt sich zu- Jammen aus der Forderung von 10 000 Mk. für den Direktor und der von 25 500 Mk. für die Mitglieder der Anstalt. An der Btologischen l'lbteiluug des Gesundheitsamtes waren seither 4 Mitglieder tätig. Diese sollen in die neue Reichs- austalt übertreten. Daneben ist noch die Schaffung einer weiteren Mitgliedsstelle für einen Botaniker erforderlich, da ein Teil' der bisher von dem! Direktor bewältigter^ vorcunMen \OTettcii tiijoigc oer eryoyren iceftit) prita^in g, Mürben bnrd) BertvaltungSaus>gem Druck schwerster Verantwortung und widrigen Um- tänben vor den Augen der ganzen Welt zu handeln be- nifen sind. Die Handlungsweise der Russen sowohl wie der Ja- laner mag angesichts der bestehenden Verhältnisse begreif* ich erscheinen, vorbildlich für künftige europäische Kriege »ft # sie jedenfalls nicht. Auch auf einem europäischen Kriegsschauplatz ist gewiß die Möglichkeit nicht ausge- chlossen, daß sich für Teile der Gesamtfronten ein Stellingskrieg entspinnt, für die Entscheidung aber werden !lach wie vor die Beweglichkeit und Angriffsfähigkeit der truppen und vor altem das geistige Schaffen nnb die Kühnheit der Führung den Ausschlag geben. Aus Stadt und Land. Gießen, 17. Dezember 1904. * Se. K. Hoh. der Großherzog hat sich gestern lachmittag per Automobil in Begleitung der Prinzessin Eleonore und ihres Bruders, Grafen Solms, von Lich pieber zurück nach Darmstadt begeben. In Frankfurt nachten die Herrschaften verschiedene Weihnachtsein- 'äufe. Prinzessin Eleonore reifte abends wieder nach Lich zurück; sie traf mit dem Achtuhrzug von Frankfurt in Gießen ein, wo sie mittels Wagens weiterreifte. •• Ein „Verwandtschaftsverhältnis" teilt man unS als „Kuriosum" mit. Ein „allerdings recht entfernter Vetter" I. D. der Prinzessin Eleonore, der Braut S. K. H. des Großherzogs, Prinz Alexander zu Solms- •Braunfels, ift seit 1891 der Gatte der — durch einen Akt des Chefs des Solmsschen Hauses für ebenbürtig erklärten r- Freiin Esperance von Erlanger, einer Angehörigen der bekannten Frankfurter Freiherrnfamilie. — Dazu ift zu bemerken, daß die „Verwandtschaft" zwischen den fürft* ichen Familien zu Lich und zu Braunfels aus dem 1 5. Jahr- hundert herrührt. Stammvater des Braunfelser Bernhardi- jrf)tn Stamme® ist der 1459 verstorbene Graf Bernhard, Stammvater deS Licher Iohcmnjchen Stammes der 1457 -erstorbene Graf Johann. •• Die Weihnachtsarbeiten der Alieeschule ind heute und morgen von 11 bis abends 6 Uhr im SchulgebÜde am OSwaldSgarten für jedermann ausgestellt. Es sind nur Schülerinnenarbeiten, wovon besonders die Stickereien, Tiefbrandmalereien und Schnitzereien Interesse erregen. ** In der Gemälde-AuSstellung am Brand sind voll heute an wieder eine Anzahl Bilder neu ausgestellt, u. a. „Enten im Schatten" von A. Koester-Klausen, „Bei Dachail" von O. Le ti-München, „Die Havel" vonH.Lisht- Charlottenburg. Von Marie Becker-Darmstadt fiub fünf Porträts ausgestellt. Kommende Woche gelangt ein Teil der eit 8 Tagen ausgestellten Gemälde zur Weitersendung. ** Ein Damenorchester hat lt. Inserat gestern im Cafö Ebel einige Gastvorstellungen begonnen. Die aus 5 Damen und 2 Herren sich zusammensehende „Familie Beck" erfreute gestern bereits eine dankbare Zuhörerschaft mit ihren musikalischen Vorträgen. Heute und morgen abend von 8 Uhr an werden die Vorstellungen fortgesetzt, die sich gestern schon sehr gut eingeführt haben. Daß Damenorchester verdient besonders auch am Sonntag von Familien besucht zu werden. Mainz, 15. Dez. Von der Mainzer Bevölkerung gibt der soeben erschienene städtische Rechenschaftsbericht interessante Einzelheiten. Die Bev ölkerungs ziffer Ende des Jahres 1903 kann auf rund 89500 Personen angenommen werden. Die Zahl der Eheschließungen steht mit 757 nur um eine hinter dem Vorjahr 3111*1'1 cf. Geburten waren 2496 zu verzeichnen. Unter den Eben befinden sich eine zwischen einem Israeliten und einer Christin. Insgesamt sind im Jahre 1903 in Mainz 1642 Personen gestorben gegen 1694 im Vorjahr. 853 der Verstorbenen waren männlichen, 789 weiblichen Geschlechts. — In den verschiedentlich ausgearbeiteten Projekten zur Verbesserung der Garderobe- verhältnisse im Stadttheater wurde bereits in überzeugendster Weise nachgewiesen, daß eine solche nicht anders als durch einen größeren Umbau sich bewerkstestigen läßt. Mit Verfügung der Bürgermeisterei vom 11. Juli 1903 wurde daS Hochbauamt mit der Ausarbeitung eines Projekts 311m Umbau des StadttheaterS zwecks Verbessenmg der Garderobeverhältnisse und Vermehrung der Feuersicherheit beauftragt. Die Gesamtkosten des Umbaues sind 31t 360000 Mk. veranschlagt. Das Projekt hat mittlerweile bereits die Genehmigung des VauausschusseS sowohl, als der Theaterdeputation gefunden. Der städtische Zuschuß zum Theater betrug im letzten Jahr 111 935 Mk. 61 Pfg. Die Betriebsergebnisse deS Thcaterunternehmens waren alisweiL- lich der Angaben der städtischen Kontrolleure folgende: Spielzeit 1903/04 Einnahme 222 188 Mk. 30 Psg., Ausgabe 199 354 Mk. 67 Pfg., mithin Ueberschuß 22 883 Mk. 63 Psg. Darin sind die Einnahmen aus den Auffühnmgen an auswärtigen Bühnen nicht mitenthalten. (M. Tgbl.) Vermochtet* • Frauenduelle. Man schreibt auS Paris: Seitdem die hiesigen Militäraufreglingen den Streit der Parteien wild cntfeffelt haben, vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein oder mehrere Duelle mit viel Aufmerksamkeit — aber selten mit Besorgnis — verfolgt werden. Ein Duell ist in Frankreich nichts Gefährliches; e§ ist gar nicht darauf verrechnet, einen tätlichen Ausgang zu gehmen, und die Angehörigen sind auch immer über das Schicksal der Kämpfenden völlig beruhigt. Um so mehr Aussehen erregte kürzlich hier die Erzählung von zwei Amerikanerinnen, die sich duelliert hatten, und zwar so außgiebig, daß eine von ihnen gefallen war. Frau Richards und Frau Demers, bFc sich schon feit langer Zeit anfeinbeten, hatten einen besonbers heftigen Streit, bei dessen Ende sie sich entschlossen, die Sache im Duell auszugleichen. In einer der abgelegenen Straßen der Stadt Cheyenne trafen sie mit ihren Zeuginnen zusammen, und nachdem einige Kugeln gewechselt worden waren, siel Frau Demers, tätlich verwundet. Sie erlag ihrer Verletzung einige Stunden später. Hier in Paris wirb das von vielen sehr anerkennenswert gefunben, die anderen aber zucken nur die Achseln und machen den Vorschlag, die Ucberlcbenbc als wahnsinnig unter Aufsicht zu nehmen. * Don Juan in der Klemme. Luigi Volteggio aus Montenegro d'Asti ist der Ton Juan dieses italienischen Städtchens, der Schrecken der Ehemänner und die Sehnsucht der Damen, die in ihm das non plus ultra der Eleganz in der Kleidung und beim Tanzen erblicken. Eines der Opfer seiner Unwiderstehlichkeit war eine hübsche Blondine, mit derer gern tanzte. Als er eines schönen Abends vor dem Halise der Angebeteten promenierte, sah er die Tür halb angelehnt und beschloß, die günstige Gelegenheit 31t benutzen, zum Liebchen zu schleichpn. Er trat in das Haus ein, schloß hinter sich das Tor, zog sich die Schuhe aus, um jedes Geräusch zu ücrpicibcn und huschte mit den Schuhen in der Hand derjenigen Tür des Korridors zu, hinter der sie, wie er vermutete, fein mußte. Leise öffnete er die Tür. Aus einem Bette hörte er tiefe regelmäßige Atemzüge! Eildlich! Er trat einen Schritt in das Zimmer, da erhob sich au§ dem Bett lang und langsam eine weiße Gestalt mit einem mächtigen schwarzen Schnauzbart und waif sich plötzlich mit einem wilden Gebrüll auf den Eindringling. Der 9(crmfte mußte die Stiefel fallen lassen, uni sich seines Angreifers zu erwehren. Schließlich gelang es ihm, sich auch loSzureißen, die Stiefel wieder an sich zu nehmen un,d datz Weite zu suchen. Schmähliches Verhängnis! 9U6 Don Inan in einer sicheren Ecke die Stiefel wieder anlegen wollte, sah er zu seinem Entsetzen, daß es die des anderen waren und feine eigenen die Anklage auf ihn richten würben. Und so geschah es auch. Da niemandes Schuhe in der Stadt eleganter und zierlicher roaren, wurde Don Juan als ihr jetzt höchst unglücklicher Besitzer entdeckt und wegen Hausfriedensbruches angeklagt. Der Gerichtshof von Asti war aber gnädig mit ihm, betrachtete seine Liebesleidenschaft, die durch den Genuß von Spirituosen erhöht war, und sein einwandfreies Vorleben als Milderungsgrund und verurteilte ihn zu zwei Monaten Gefängnis, indem er gleichzeitig von dem Recht der bedingten Verurteilung Gebrauch machte, d. h. Don Juan braucht nach aem neuen ' italienischen Gesetz die Strafe nicht anzutreten, wenn er sich zwei Jahre lang gut geführt hat. Universität Gießen. Zweites Verzeichnis der neu eingeschriebenen Studierenden, ft. Theologische Fakultät. H. Plattner, Stolzenburg, Stephanftr. 80. b. Iuristiscbe Fakultät. R. Machenheimer, Schornsheim, Goethestr. 48. R. Schlamp, Nierstein, Bleichstr. 14. c. Medizinische Fakultät. F. Allendori. Med., Gießen. Franksurterstr. 7. E. Bonzel, Med., Olpe, föohnannftr. 4. P. Elze, Tierhlk., ErmeSleben. Bleichstr. 13. K. Emden, Med., Schaaken, Ebelstr. 28. .£). FerniS, Aled., Isselburg, Ludwigstr. 31. K. Franzke, Tierhlk., Schreibendorf, Bahnhosstr. 38. L. HaSbach, Med., Gießen, Moltkestr. 2 a. Ö. Hölzinger, Med., Langenau, Liebigstr. 68. I. Horn, Aled., Herbern, Klinikstr. 21. H. Klee, Tierhlk., Karlsruhe, Ludwigspl. 14. W. Meese, Tierhlk., Schale, Bleichstr. 8. K. Ravensberg, Med., Gtocfien, Löberstr. 19. I. Rhode, Tierhlk., Tilsit, Erednerstr. 37. A. Schleich, Tierhlk., Schwabach, Lindenplatz 11. H. Seemann, Tierhlk., Rogasen, Hitlebrandstr. 2. S. Simonsen, Med., Fedstedt, Goethestr. 33. Th. Sudhoff, Med., Herdern, Frankfurterstr. 69. E. Weißer, Tierhlk., St. Georgen, Lindenplatz 11. M. Wiebeck, Med., Neuhaldensleben, Frankfurterstr. 25. H. Wiese, Tierhlk., Luckenwalde, Erednerstr. 36. I. Wunderle, Tierhlk., Augsburg, Westanlage 17. E. Zorn, Tierhlk., Fürth, Dammstr. 24. d. P hi l 0 s 0 p h i s ch e F a fit 11 ä t. R. Andrs, Ehern., Hirschhorn, Griinbergerstr. 10. H. Anthes, Ehem., Frankfurt a. M., Ludwigstr. 40. H. Außel, Landw., Münster i. W., Stephanftr. 42. W. Backhaus, Naturn^ Hagenau, Walltorstr. 35. K. Bezold, Naturw., Alainz, Vruchstr. 11. G. Busch, Math., Darmstadt, Bleichstr. 3. F. Eurlelte, N. Phil., Karlsruhe, Ludwigstr. 26. O. Deibel, N. Phil., Gießen, Echiffenbergeriveg 16. P. Engelhard, Naturw., Frankfurt a. M., Weftanlage 39 91. Fricke, Math., Frankfurt a. M., Griinbergerstr. 13. N. Froelich, Kl. Phil., Gießen, Ludwigstr. 34. I. Gans, N. Phil., Frankfurt a. M., in Frankfurt a. M. K. Hahn, Naturw., Gießen, Löberstr. 17. L. Lich, Math., Darmstadt, Marktplatz 20. E. Lindenbaum, Ehem., Frankfurt a. M. V. Lotz, Ehem., Urberach, Bruchstr. 16. K. Manus, Ehem., Großen-Buseck, Griinbergerstr. 31. A. Rausch, N. Phil., Friedberg, Griinbergerstr. 8. ?l. Schneider, Naturw., Marxloh, in Wetzlar. O. Steuernagk, N. Phil., Nainrod, Ludwigstr. 12. W. Stumpf, Math., Lauterbach, LudwigSpl. 3. A. Zorn, N. Phil., Darmstadt, Bahnhofstr. 2. Hlniverfitäts-Machrichlen. — Der 0. Professor der Geschichte und Literatur an der Technischen Hochschule in Darmstadt Prof. Tr. Otto^.Har- nack erhielt einen Ruf an die Technische Hochschule in Stuttgart. — In Greifswald ist der Altertümerforscher Professor Tr. Theodor Phl, 78 Jahre alt. gestorben Wien, 15. Dez. Ter Professor der Altertumswisscnschasten Tr. Emil Scano ist heute infolge eines Herzschlages gestorben. ..... 1 n 11 ...... ...W Landwirtschaft. Eine Ausschußsitzung des landwirtschaftlichen, Vereins für die Provinz Ober Hessen fand gestern! im Hotel Prinz Karl in Gießen ftott. Unsere hessisch.n Abgeordneten, soweit sie Mitglieder des Ausschusses sind — es sind deren vier — fehlten da die 2. Kammer in Darmstadt tagte, ebenso fehlten die beiden Reichstagsabgeordneten, die dem Ausschuß angchören. Trotzdem war der Versammlungsraum gut besetzt. Die Eröffnung der Sitzung durch den Präsidenten erfolgte nm 3 Uhr, und sie konnte dank dem glatten Verlauf der Verhandlungen um 5 Uhr geschlossen werden. Es wurden 41 Mitglieder neu a u s g e n 0 m rn e n . die Rückversicherung unserer W^detierc, die der Provinzialvereiu in Selbswersicherung hat, besprochen, für die Abhaltung einer Landesausstellung in Mainz 1905 ein Beitrag von ca. 7000 Mk. zu gesagt und ein Betrag von 5500 Mk. vorgesehen zur Beschickung der Landesausstellung in Main; mit landwirtschaftlichen Produkten. — Die summarische Uebersicht der Einnahmen und Au § g ab e n im Rechnungsjahr 19 0 3/1 9 0 4 gnb zu Ausstellungen keinen Anlaß. Die Anerkennung des Verbandes der Schweinezüchtcrverelne m der Provinz Oberhessen erfolgte ohne Widerspruch. Die gefchastlicheu Angelegenheiten, soweit sie zur Sprache kamen, boten lern allgemeines Interesse. — Montag, den 19. Dezember nachmittags §1/4 Uhr findet in Hungen die Hauptversammlung des landwirtschaftlichen Vezirksvereins fur den Kreis Gießen statt unter dem Vorsitz von Geheimrat Provinzialdirektor Dr. Breidert. Unter anderem wrrd m Erledigung der Tagesordnung auch über b.c Eröffnung des Alsfe l d e r Getreidelagers gesprochen. Tr. Eisevms wird im allgemeinen die Getreidelagerhaussrage behandeln Es ist den Interessenten in der Provinz dringend Zu empfehlen, die Sitzung zu besuchen. Eingesandt. fFür Form und Inhalt l'er unter i-s - Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redakti-m d-m Publikum gegenüber feiner!« Verantwortung.) Es ist in den letzten Tagen viel Lärm geschlageit worden über eine angebliche Aeußerung des Ober-Post- d i r e k t 0 r s oder eines anderen höheren Postbeamten in Darmstadt, daß „in Gießen ohnehin schon Dreck genug sei". Sogar der Herr Oberbürgermeister hat geglaubt, in öffentlicher Stadtverordnetenversammlung gegen solche Verunglimpsilng der Stadt Gießen Einspruch 'erheben zu müssen. Ich bin der Ansicht, daß die erhobenen Vorwürse an die unrichtige Adresse gerichtet sind. Angenommen, die Aenßerung hat wirklich so niV* lautet, so steht doch fest, daß sie gesprächsweise gefallen ist und nicht für die Oefsenttichk.'it bestimmt war. Sie ist vn'mutlich auch gar nickt so bös, sondern mehr scherzhaft gemeint gewesen., Ich habe schott manchen guten Gießener sich ähnlich äußern hören, sogar am öffentlichen Biertisch. Nicht durch die Bemerkung an fich ist der gute Ruf der Stadt geschädigt worden, sonderit erst durch ilyre Veröffentlichung, nach dazu in einem auswärtigen Blatte. Mau sollte also nicht so sehr gegen den Urheber dieser Aenßerung sich entrüsten, als vielmelw gegen bicienigen, die sie weiterverbreitet und in die Oeffentlichkeit gebracht haben. Anmerkung der Redakt ion. ,.Nicht so sehr — als vielmehr", sagt der Herr Einsender. Wir meinen indes: „sowohl — a l s au ch". Der Herr Oberpostdirektor hätte sich die Leute auscheu sollen, ehe er die Worte sprach die, veröffentlicht, mit Recht böses Blut machen mußten. Es ist doch ein großer Unterschied, ob ein „guter OÜeßener am Biertisch", oder ob ein M"mn in der Stellung eines Oberpostdirektors in seiner amtlichen Eigenschaft solche Worte Leuten gegenüber äußert, die nichts Eiligeres zu tun haben, als sie an die große Glocke zu hängen. Als die beiden Gießener Herren uns gegenüber jene angcbliclM Worte des Oberpoßdirektors empört erwähnten, da trugen wir gleich erhebliche Zweifel, ob sie überhaupt gesallen seien. Indes mußten wir annehmen, daß die Art der Erwiderung des Ober* postdircktors nicht die rechte gewesen sei, und den bedauernden Worten unseres Oberbürgermeisters wird gewiß jeder Meßener zusttmmen. <8. ?. L n *. 38. 8. eraerfir. 31. lentc. 8. ilot * 12. ?L 3. rr. 26. nprq 16. Dkskanlaqe 39 «qerstr. 13. 31 Tarifjurt a. U w ’n ft* ff -oj Itl 11. iftr. 2. L .69. latl 11. ;Wftr. 25, ige 17. ihr. 10. 40. nstr, 42. str.35.' rtiifiaitVvM , tn fH Wp1 rtt toW tt :u\b - 6 W tagte, dic bem Tu- junin ßnt eriolgtk - ?-riaus berj?n' irurbfn 41 ® !•* - UUjM ^'llberunq st :?':i:iung m x: imb nfl1 x L?.nde?auSM^ irl!r ffcin- i» d« ; ; fr>®6e , «I tffll tit m-ÄmE ,j für °!> . v-b-imrat v ,n (htebiguM vls^lbit , 'roitb im± »Ä n. £itnatur an bet Tr. *Me in Stuft# .. «rfM £Bf** «fSfl.!® r« '-hnlefl’' < V* bin Todes-Anzeige Herr Ludwig Scheid M., Milchhänd’er nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden sanft in dem Herrn entschlafen ist. Grossen-Buseck, den 17. Dezember 1904. Die Beerdigung findet Montag den 19. d. Mts., nachmittags 3 Uhr. statt. 6 nach kurzem Leiden zu sich zu rufen. 8867 7990 & n Gießen (Schillerstraße 14), den LZ Die Beerdigung findet Montag den 19. d. Mts., mittags 121/2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 8869 B17/12 entgeltlich. frilt 14 Tage. B’/i, ES können eingestellt werden: B17/12 Lehrlinge: 1 Bäcker. cC 8853 8856 Klotz. |8667 an An Tauschwagen habe billigst S" abzugeben: 8653 2 Fohlen 07443 Mittelschlag, zu verlausen. Näheres int 8860 Fleckenwasser Emil Fischbach M H Nadel- Aspeir v ■ ■ r ■ W s C3 B 1 landw. Knecht, 1 Schlosser, 1 Spengler, Schreiner, 2 Bäcker, 1 Hausschneider, 1 Glaser, 1 SchweizerdeHen, 1 Steindrucker, 1 Postaushelfer, 20 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Kauffrau. Buchen-Knüppelholz Eichen- „ Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, dass heute nacht 3V4 Uhr unser innigst geliebter Gatte Vater, Grossvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstratze 2 (Bürgermeiftereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet. Versteigerung. Montag, den 19. d. Mts., nachmittags 2 Uhr sollen dahier Marktplatz 20 im Adler; 1. 1 Pferd, 2. Haus- und Küchengeräte aller Art, 3. eine größere Partie Zigarr. 4. vier Stämme Eichenholz (in Bohlen geschnitten) gegen bar versteigert werden. Gießen, 17. Dezember 1904. 8861s Seipel, Gerichtsvollzieher. Die Beerdigung findet Sonntag den 18. d. Mts., nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Meine Wohnung und Schreibstube befindet sich von heute ab in dem Hause des Herrn Carl Fendt, Oberstraße 3 dahier. Gießen, 7. Dezemb. 1904. Städtisches Hochbaucunt. Gerbet. Emil Koch Perückenmacher Bahuhofstr. 62. Litte nni ßivina u. Hausnummer zu achteul Hostversteigerung im Gießener Stadtwald. Donnerstag den 22. Dezember 1904, vormittags 9’/2 Uhr beginnend, werden im Gießener Stadlwald in den Distrikten Oberhag, Wanne und Waldshut versteigert: Es suchen Arbeit: 3 Schlosser, 2 Bäcker, 1 Schneiderin, Fabrikarbeiter, Packer, Hausburschen, Fuhrknechte, 1 Kellner, 2 Laussrauen, 1 Kindermädchen, 2 Bureaugehilfen. Fcrnsprech-Anschluß Nr. 17. Hungen, 15. Dezember 1904. Die trauernden Hinterbliebenen: Fami^iees Se^eM und Mck« 07477 Jagdschlösschen Dutenhofen Ureis Wetzlar. HermCJos- X Todes-Änzerge. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, meinen lieben Gatten, unseren guten Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder und Schwager Km» Philipp Belloff Donnerstag abend 91/ Uhr in ein besseres Jenseits abzu- rufen. Um stille Teilnahme bitten 8866 Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Asterweg 50), den 17. Dezember 1904. Die Beerdigung findet Sonntag den 18. d. Mts., nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Georg Rüthsatz 17. Dezember 1904. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Großmutter Bekanntmachung. Der Voranschlag derGemeinde Holzheim für das Rechnungsjahr 1905 liegt vom 20. d. Alts, an acht Tage laug auf dem tiiJirgermeiftereibiireau zur Einsicht der Interessenten open. Holzheim, den 17. Dezember 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Holzheim. ILandauer, 1 leicht. Coup^, 1 Halbverdeck, 1 4- bezw. Vsitz. öiutschierwagen, (em- und zweispänmg) 1 neuen Landauer, mehrere neue Halbvcrdecte und mehrere neue Schlitte». August Kilbinger Seltersweg 19. Mfül® Köln %h. 15 Prozent Rabatt -WM gewähren. 07340 L. 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Js., das Wahlprotokoll mit allen Anlagen oujf dem Bureau des ersten Vorstehers, Herrn Kommerzienrat Heichelheim, offen gelegt sein wird und daß während der uimrstrecklichen Frist dieser 3 Tage die Stimmberechtigten (oniuie der Gewählte von dem Wahlprotokoll und dessen An- Iciggen Einsicht nehmen und Einwendungen gegen die Wahl oökc gegen den Gewählten, bezw. auch Ablehnung der Wahl, t.i Vermeidung des Ausschlusses bei Großherzogt. Kreisamt Ließen vorbringen können. b17/12 Gießen, den 16. Dezember 1904. Dec Wahlkommissär: Israel Roth schild. WWer WkUMchmis Gieße«. Gartenstratze 2, Zimmer Nr. 14. (Geschäftsstundeu von 8—1 und von 3—6 Uhr.) ES sind zu vermieten: 37 Wohnungen von 1—8 Zimmern, 2 rnöbl. Zimmer. Zu mieten gesucht: 42 Wohnungen von 1—7 Zimmern, 1—2 möblierte Zimmer. 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