Nr. 271 Zweites Blatt Gießener Anzeiger Erscheint ttglich mit Ausnahme de- Sonntags. Rotationsdruck unß Verlag der BrÜhllchm UnwersttätSdruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, ExpedUton u. Druckerei: Schulstr. K» Tel. Nr. 5L Tetegr^Adr. t Anzeiger Dietz«» 154. Jahrgang 1 ; „Siehener KamlliendlStter- werden dem »feiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Landwirt- erscheint monatlich einmal. nten I Di«' « "ufl Donnerstag 17. November 1904 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. 3SC8B Hessens bei. M Erweiterung des Nauheimer ZLades vor der zweiten Kammer. R. B. Darmstadt, 16. November. ' )ie zweite hessische Kammer hat mit dem heutigen Tage i Beratungen wieder ausgenommen. Der Präsident er- riete die Sitzung um 10 Uhr vor gut besetztem Hause, -egrüßte die Abgeordneten und sprach den Wunsch aus, daß sich die Kollegen bei den Verhandlungen in ihren Ausführungen einer möglichsten Kürze befleißigen möchten. Es seien viele und große Ausgaben zu erledigen und von den wch zu erwartenden Regierungsvorlagen werde besonders . e über die Reform der Gemeindebesteuerung eine urnfang- äche Beratung erfordern. Am RegierungStisch hatten inzwischen Platz genommen: taatsminister Rothe, Finanzminister Gnauth, Geh. Rat Milbrand, und die Ministerialräte Frhr. v. Biegeleben, Dr. Best und Oberbaurat Schmick. Bor Eintritt in die Tagesordnung verlas Abg. K öhler- rnngsdorf die gestern bereits von uns im Wortlaut wiedergegebene Erklärung bezüglich des Eberstadter Kindesmords. Das Haus tritt darauf in die Tagesordnung ein und -erweist die Anträge und Vorstellungen Nr. 1—15 an die zuständigen Ausschüsse. Erster Gegenstand der Beratung ist d'e Regierungsvorlage, betr. Bad-Nauheim in Verbindung mit der Vorstellung der Dampfwaschanstaltsbesitzer Menzel und Schönwasser in Bad-Nauheim. Der Finanzausschuß hat bekanntlich durch seinen Be- ''chterstatter, Abg. Ulrich, den einstilnmigen Antrag gestellt jU genehmigen, daß für das Etatsjahr 1904 noch 1688 600 ^..ark und für 1905 1 239 500 Mk. im Wege des Staats- Kredits flüssig gemacht werden, um mit den Bauten beginnen ' können, 2. zuzustimmen, daß die aus dem Verkauf des gu Staatsdomänen gehörenden Salinengebäudes zu erzielenden .rnnahrnen dem Erneuerungsfonds für Bad-Nauheim zu- flleßen, mit der Bestimnmng, daß sie zur Verminderung der Kapitalausnahme oder zur Tilgung des Anlehens dienen sollen, 3. die Negierung zu ersuchen, a) zu prüfen, ob und in wel- . cher Weise für Minderbemittelte weitere Erleichterungen cin- treten können, sowie b) beim Abschluß von Verträgen rnit t.ernehmern möglichst darauf zu sehen, daß die mit den Arbeiterorganisationen vereinbarten Löhne und Arbeitsbedingungen anerkannt und Streiks oder Aussperrungen micht Naturereignissen gleichgestellt werden, 4. die Eingabe der Dampfwaschanstaltsbesitzer Menzel und Schönwasser sür erledigt zu erklären. Die Debatte darüber eröffnet Abg. Wolf-Stadecken. Er betont, daß die Ankündigung der Vorlage mit ihrer Forderung von 6^z Millionen Mark im ganzen Lande Aufsehen hervorgerilfen habe. Er sei dafür, daß der Staat in Nauheim gute Einrichtungen treffe und die Heilquellen möglichst bequem Jedermann zugänglich mache. Aber die Negierung habe keine Veranlassung, neue große kostspielige Anlagen aus rein humanen Gründen zu schaffen, sie müsse auch den kaufmännischen Standpunkt dabei m Betracht ziehen. Er sei auch nicht dafür, daß sich die Kammer jetzt auch sür die Zukunft in der Frage binde. Es müsse auch dem nächsten Landtage vollkommen freie Hand gelassen werden. Abg. Dr. Windecker führt aus, die Regierungsvorlage sei so eingehend begründet worden, daß über die Notwendigkeit der Forderung kein Zweifel bestehen könne. Redner gibt eine sehr ausführliche Schilderung der jetzigen Verhältnisse in Bad-Nauheim, dessen Freindenbesuch von 4000 im Jahre 1880 auf 25 000 im Jahre 1904 gestiegen sei. Die sämtlichen Badeeinrichtungen in Nauheim seien völlig veraltet und absolut unzureichend. Wenn die Kammer die Vorlage an- nehme, erfülle sie nicht nur eine Pflicht sür Bad-Nauheim und den Staat, dem damit eine auSgezeichiiete Steuerquelle weiter erschlossen werde, sondern sie handle auch im allgemeinen Interesse und trage zur Befestigung iind Verschönerung von Bad-Nauheim, dieser Perle in dec Krone zum lebten Mal um anzuslehu. Ich ließ mich jedock in dem Torfe und auf dem Gute nicht sehen, foiibern erwartete Groller im Walde, wohin ich ihn am Abend bestellt hatte. Er kam. . . und dann..." , Er stockte und legte die Hand vor die Augen, als blendete ihn ein Schreckbild. t pi. „ t „Fahren Sie fort", sagte der Iusttzrat ernst, der sia) insgeheim einige Notizen über die Aussagen Kaminskis gemacht hatte. , , _ _„, w „Ah", fuhr dieser nach emer Welle fort. „Sre kennen nicht die Enipfindungen eines gehetzten Wildes, die mich damals beseelten! Gewiß — ich will nicht heucheln und Mich selbst belügen — gewiß, ich war schuldig — ich hatte ein aus- sLstveifcndeS und in dem letzten Jahr verbrecherisck)es Leben geführt. . . aber das Ghitc, das Edle war noch nicht ganz in mir erstorben ... ich schämte mich vor meinem Weibe — ihr gegenüber wollte ich damals noch den Anschein eines anständigen Mannes aufrecht ereilten. Ich mußte den Wechsel haben! Ich bat, ich flehte, ich drohte — alles umsonst. Groller blieb bei feinem Voriatz, mich zu verderben. Höhnisch zeigte er mir die Brieftasll-e, in der das verhängnisvolle Papier verborgen loar. Ich stürzte auf ihn zu, um ihm die Brieftasche zu entreißen... ein kurzer Kampf entstand... er stieß mrch zurilck. „Fort!" rief er, „Oder ich schieße dich wie , einen Straßenränder nieder!" Er erhob di-e Büchse gegen mich — da packte mich sinnlose Wut, ich richtete den Revolver aus ihn. „Teil Wechsel oder ich schieße!" rief ick. Ta lachte .er au, — seine Büchse krachte ... ich hörte die Posten an ment Ohr vorüberpseifen. . . ich l'choß gleichfalls. . . und er fttirzte mit einem leichten Aufschrei nieder." . . . Tiefe Stille l-errschte. tyerbimmd hatte sich seitwärts an den Tisch gesetzt, das Haupt ui ine Hand gestützt. Er wollte den Mann nid)t ins Gefiual scheu, der je-fivcn Brnoer erschossen und den er doch nicht schuldig erklären konnte. Gott mochte richten, wen die größere Schuld traf, seinen Bruder oder dics^» Unglückseligen hier- Abg. Ulrich wendet sich gegen die Auffassung, als ob der hessische Staat den Besuchern von Bad-Nauheim irgend eine Wohltat erweise. Redner legt dann die Beweggründe für die Beschlüsse des Finanzausschrlffes näher dar und betont, daß keine Gründe vorlägen, auf die Vorstellung der erwähnten Dampfwaschanstaltsbesitzer näher einzugehen. Abg. Molth an äußert im einzelnen verschiedene Bedenken über die geplanten kostspieligen Umbauten, erklärt aber zum Schluß, daß er im Interesse Nauheims dem Ausschußantrag zustimmen werde. Abg. Tamm-Friedberg bemerkt, daß er den die Vorlage empfehlenden Reden nur wenig beizusügen habe. Er müsse aber seine Bedenken äußern gegen den Vertrag zwischen der Badedirektion und der Stadtverwaltung hinsichtlich der Ablassung der elektrischen Energie an die letztere. Tie Bestimmungen seien namentlich bedenklich im Falle der Anlage einer elektrischen Bahnverbindung z-wischen Nauheim und Friedberg. Tie Regierung habe keine Veranlassung, spch hinsichtlich der event. Konzessionserteil- ung sür eine elektrische Bahnanlage an die Zustimmung der Stadt zu binden und zwar gleiche auf 15 Jahre. Er stelle den Antrag, von dem Titel für die einheitliche Majchinen- anlage, für welck)en 954 400 Mk. gefordert werden, den Betrag von 30 000 Mk. zu streichen, um die Regierung zu veranlassen, behuss Gewährung freier Hand bei der Konzessionserteilung noch einmal mit der Stadtverwaltung von Nauheim in Verbindung zu treten. Funanzminister Dr. Gnauth spricht in seinem und der Regierung Namen der Kammer und dem Finanzausschuß Dank aus sür die verständnisvolle Aufnahme und Beurteilung der Regierungsvorlage und widerlegt dann die vom Vorredner hinsichtlich des Vertragesc-nu Der Stadt Nauheim gehegten Bedenken. Zu Absatz 3b des Ausschußantrages über den Abschluß von Verträgen bemerke er, daß die Maurer-, Zimmer- und Weißbinder-Arbeiten an die dem Mitteldeutschen Arbeitgeberverband angehörenden Unternehmer vergeben würden, die ja erst kürzlich ein neues Abkommen mit ihren Arbeiterii getroffen hätten. Auch der Negierung liege daran, daß die Arbeiten nicht durch unliebsame Störungen unterbrochen würden, und sie habe daher schon stets solche Unternehmer bevorzugt, die mit ihren Arbeitern in guten Lohnverhältnissen standen. Bezüglich der Frage, ob Streiks und Aussperrungen als Naturereignisse zu betrachten seien, habe die Bauabteilung keine prinzipielle Entscheidung getroffen, sondern sich von Fall zu Fall nach Untersuchung der Sachlage schlüssig gemacht; sie behalte sich auch sür die Zukunft ihre Stellungnahme vor. Abg. Brauer bringt daraus einen Antrag ein, den Absatz 3 b ganz zu streichen. Abg. Bähr bekenne sich als Gegner der ganzen Vorlage und wendet sich namentlich gegen die Errichtung einer staatlichen Dampswaschanstalt. Finanzminister Dr. Gnauth legt dar, daß die geplante Waschanstalt im Interesse des Bades erbaut werden solle; sie stehe in Verbindung mit der Zentralmaschinenanlage und dadurch werde die Anstalt auM wirtschaftlich besser ver- werrer. Der jetzige Zustand habe zu vielen Mißlichkeiten geführt und könne unmöglich so bleiben. Abg. Adelung bringt zu 3a den Antrag ein, hinzuzu- sügen „auch an Krankenkassenmitglieder"; Redner begründet den Antrag. Abg. Wolf motiviert nochmals seinen Standpunkt und gibt zur Erwägung, vorerst nur das Allernottvendigste zu bewilligen. Abg. Weidner stellt den Antrag, die Forderung von 268000 Mk. für die staatliche Waschanstalt zu streichen. Es sei nicht recht und billig, die Vorstellung der Privatwasch- anstaltsbesitzer so einfach von der Hand zu weisen; eine Berücksichtigung sei auch im Interesse der dabei beschäftigten Arbeiter geboten. Abg. Bähr schließt sich den Ausführungen des .Vorredners an. Abg. Er am er wendet sich gegen diesen Antrag und bemerkt, der Unternehmer müsse sich im vorliegenden Fall ebenso dazu bequemen, eine andere Tätigkeit zu suchen, mie der aus einer Fabrik entlassene Arbeiter auch. Finanzminister Dr. Gnauth beleuchtet nochmals die Zweamäßigkeit einer staatlichen Waschanlage, die im Interesse des AadeS durchaus notwendig fei._____ Ker Aing. Kriminal-Roman von O. Elster. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) . Kaminski atmete tief auf. Tann sagte er mit finsterer Entschlossenheit, sich gewaltsam ausrasfend: . r, „Sie halten mich für schuldiger, als ich in der ^at bin. Hören Sie mich an — und ich schwöre Ihnen, daß ich die Wahrheit rede. Mein Leben kennen Sie — Sie wchen, daß ich mich durch die Arbeit mit meiner Frau emporzuardellen versuchte, Sie wissen, daß das an der Hartnäckigkeit meines Schwiegervaters und an meinem eigenen Stolz scheiterte. Ich sank nneaer in mein altes Leden zurück. Aber bei Gott, ick) liebte ntcin Weib, und ich schämte mich vor ihr einzugestrhen, dag ich unser Leben auf unredliche Machenscyasten, — Smtl, Wetten aus der Rennbahn und so weiter — gründete. Ich redete wr vor, daß ich Angestellter eines Rennbereins sei und vcrpsiuytet wäre, die Rennbahn zu besuchen. Sie glaubte unb vermute mir. Eine zeitlang ging alles gut. Ich wußte den ecbetn einer anständigen Existenz aufrecht zu erhalten, Anna war gluallch. Ta drohte jene Wechselklage — kam es dazu, stürzte mein Lügengebäude Lusammen und ick stand als Betrüger^ da ■— mein und meines Weibes Leben war vernichtet. Ich stt'hte Groller an, mir Zeit zu lassen, den Wechsel zu prolongieren. Ter hartl-erzige Mann verweigerte es — er wollte mich verderben, denn er haßte mich, seit ich ihn einmal au5 meiner Wohnung gewiesen, well er sich ungebührlich gegen meine Frau benahm. „ , ,, So lagen die Verhältnisse, als ich nach Harzburg, wo ich snich gerade der großen Rennen wegen befand, von Groller >ie Nauricht erhielt, daß er den W/chstl dem Gericht übergeben unirbe, wenn ich bis zum 15. Hnli nicht gezahlt habe. Groller Wand sich damals in Wendesten. Ich reifte dorthin, um ihn Abg. Ulrich als Ausschußberichterstatter erklärt sich mit dem Antrag Damm einverstanden, der Antrag Weidner sei jedoch unannehmbar. Abg. Weidner tritt der letzteren Behauptung entgegen und ersucht das Haus um Annahme seines Antrags., Man solle wenigstens eine Prüfung darüber eintreten lassen, ob es nicht doch mit dem Privatbetrieb gehe. Abg. I o u tz empfiehlt gleichfalls Mlehnung der Forderung und Beibehaltung des Privatbetriebes; man könne nicht den Betrieb verstaatlichen, ohne die Privatbesitzer zu entschädigen. Redner kritisiert auch die viel zu kostspielige Anlage der beiden Verwaltungsgebäude für Bad-Nauheim. Bei der nun erfolgenden Abstimmung werden Absatz 1 und 2 des Ausfchußantrages genehmigt, der Antrag Weidner abgelehnt. Dagegen wird der Antrag Damm auf Streichung von 30000 Mk. angenommen, na^dem zuvor noch der Herr Finanz. Minister erklärt hat, daß der Regierung ebenfalls „freie Hand" lieber gewesen wäre und sie bei Annahme des Antrags in neue Verhandlungen mit der Stadt eintreten werde. Der Absatz 3a wird mit dem Znsatzantrag Adelung angenommen, Absatz 3b aber nach dem Antrag des Abg. Brauer abgelehut. Absatz 4 endlich der Ablehnung des Antrags Weidner entsprechend angenommen. Schluß der Sitzung IV2 Uhr. Nächste Sitzung Donners- tagjrup Utp;. _ Kartammlarrsches aus KeM. Der 2. Ausschuß beantragt, den Antrag der 9Tbg^. Häusel und Genossen betreffend Abänderung des Gesetzes über die Enteignung von Grundeigentum der Großh. Regierung zur Erwägung anbeimzugeben mit der Maßgabe, die Regierung möge im Anschluß an die Revision der «Verwairungsgesetze auch eine Reviiion des Gesetzes über die Enteignung im Sinne einer .Vereinfachung des Verfahrens stattsrnden lassen. Die freie christliche (deutsch-katholische) Gemeinde in Mainz hat seinerzeit an die Regierung eine Vorstellung eingereicht, in der sie bat, dafür zu sorgen, daß die Regierung den in Mainz wohnenden freireligiösen Prediger zum Schulvorstand zulasse. Die Regierung gab darauf eine ablehnende Antwort. Der 2; Ausschuß ist der Ansicht, daß es nicht angängig.ist, der Regierung zuzumuten, gegen ihre Ueberzeugung zu handelns, daß vielmehr die Regierung lediglich^ auf dem Wege der Gesetzgebung andere Verhältnisse schaffen könnte, daß aber dieser Weg, der von der Regierung beschritten wurde, nach einstimmigen Beschlüssen der Kammer sich als nicht gangbar erwiesen hat. Der Ausschuß beantragt deshalb, die Kammer möge beschließen, der Vorstellung keine Folge; zu geben. Volilüche Tagesschau. Der Geistliche als Sozialpolitiker. In seiner Rede zum Antritt des UniversitätK- Rektorats hat der Professor der praktischen Theologie, Geh. Kirchenrat V.Rietschel-Leipzig, die Frage: ^Hat der Geistliche das Recht, als Sozialpolitiker zu wirken?^ mit einem unbedingten „Nein" beantwortet. Der Geistliche kann, so führte er aus, seine eigene politische Ueberzeugung haben und sie auch vertreten, wenn es nötig ist, aber er schädigt sein amtliches Wirken, wenn er als Parteipolitiker oder Sozialpolitiker eine öffentliche, zumal agitatorische Tätigkeit entfaltet, mag er nun, wie es jahrzehntelang als selbstverständlich galt, die Politik der „Kreuzzeitung" machen und die Kirche zur geistlichen Polizeimacht herabwürdigen, oder mag er sozialpolitischer Stimmführer werden, indem er, anstatt für die oberen Stände, vielmehr Partei für die unteren ergreift, um der Sozialdemokratie eia Paroli zu bieten. Fühlt ein Geistlicher aber das Zeug in sich, als Sozialpolitiker wirklich eine hervorragende, führende Rolle zu spielen, so wird er mit Naturnotwendigkeit sich sehr bald vor die Entscheidung gestellt sehen, zwischen seiner pfarramtlichen und seiner sozialpolitischen Tätigkeit zu wählen, weil beides auf die Dauer sich schlechterdings nicht verträgt. Der Geistliche gehört seiner gesamten Gemeinde an, er darf „Ihre ErzLhlung dingt ganz rt-K^i^oimiu)“^jagte der Justizrat nach einer Welle. „Nur eines ist mir nicht ganz erklärlich. Ihre Zusammenkunft fand In der Nacht, im Walde statt, wie konnten Sie da so sicher treuen?" „Es war ziemlich heiler Mondschein. Mer dieser Todesschuß war doch wohl ein Zufall ... ich zielte nidtt . . . ich schoß blindlings auf ihn, den ich heute noch als schwarzen Schatten vor mir stehen sehe ... ich Hütte ihn am Taqe fid^r*. lich nicht gefehlt, daß ich ihn in jener Nacht traf, war Zufall . «* oder Gottes Wille" . . . „Sic malten sich diesen Zufall aber zu Nutze", sagte der Justizrat meit leiser Ironie/ „Als er niedersturzte stand ick einen Augenblick wie versteinert — dann blitzte in mir der Gedanke auf, mich der Brieftasche $u bemächtigen... sie lag am Boden neben ihm. . \ ich raffte sie auf und entfloh, ohne mich zu versichern, ob er nur verwundet oder ob er tot war." . . . „Sie fuhren bann nach Berlin?" „Ja . . . aber nicht von ixr «Station Wendefsen auS. Ich ging nach einer anderen Richtung und benutzte auch nicht die Eisenbahnlinie, totldjc über Wendesstn nach Berlin führt, sondern erreichte gegen Morgen die Station Mlcndorf der Linie Hannover-Berlin, wo ich den Frühschnellzug Köln-Berlin bestieg." „Wie kam es, daß niemand Sie bemerkte?", „In Wcndessen gab ich mich für einen GcschLstSreiseiibcn ftu5, der die kleinen Lanchtäblchen besuchte. In der Nackn sah rm«b niemand — in Allendors am frühen Morgen nur einige Bahnbeamte, denen ich ui meinem Reiseanzug nicht aussiel. — ee nun wissen Sie alles und nun schleppen Sw mia) vor das Spricht. Was icq gesagt baue, ist wahr, — so iualir mir Gott in meiner letzten Stunde, die nicht mehr fern ist, inlfeit möge." . . . Erschöpft sank er in die Kisten zurück und schloß die Singen. Ferduu.no erhob sich und trat an das Bett deS Kranken. „Ich glaube Ihnen" sprach er tief bewegt, „und vcrzckhe Ihnen — hier meine Hand." Staaten Sorge tragen. den Sterbens." . . (Fortsetzung folgt.) Ausland. Glasgow, 16. Nov. Bei der Beerdigung des Jachtkonstrukteurs Watson heute nachmittag ließ der deutsche Kaiser durch den Marineattache Kapitän zur See Eöper einen Kranz am Sarge niederlegen. 2^r Familie des Verstorbenen hatte der Kaiser telegraphisch sein Beileid ausgedrückt. Wien, 16. Nov. In Trient fanden gestern und vorgestern stürmische Kundgebungen der italienischen Stadtvevötlerung gegen deutsche Gastwirtschaften statt, denen die Fenster ein geschlagen wurden. Tie Polizer war gestern nicht mehr im stanoe, die Exzesse zu verhindern, weshalb Gendarmerie aus der Umgebung zum Sicherheitsdienst in der Stadt herangezogen wurde. Budapest, 16. Nov. (Abgeordnetenhaus.) Gra Apponyi interpellierte ben Ministerpräsidenten, welchen Standpunkt die Regierung und der Minister des Aeußern betreffend die Initiative des Präsidenten Roosevelt zur nie die Interessen ( „ - - anderen vertreten. Der Großgrundbesitzer, der Großkausmann. der Großindustrielle kann ebenso wie der geringste Arbeiter verlangen, daß der Geistliche, der Seelsorger, der Mann seines Vertrauens ist. Das ist er aber nicht mehr, wenn er als sozialpolitischer Parteiführer in den Klaffenkamps der Gegenwart gegen die Vertreter dieser Stände als entschiedener Gegner austritt. Deshalb können auch Geistliche nicht gut mehr Vorsitzende der evangelischen Arbeitervereine sein, feit diese, einer berechtigten inneren Entwickelung folgend, sich nicht mehr aus religiöS-sittlich-patriotische Betätigung beschränken, sondern auch die wirtschaftliche Verbesserung ihrer Kaminski ergriff hastig die bargebotene Hand und ehe es tzerdinand verhüten konnte, drückte er sie an die Lippen. „Tank — tausend Tank" — stammelte er. „Nun fürchte ich den Tod nicht mehr." . . . „Tie Tat ist gesühnt", sagte Ferdinand, „ich fordere keine Sühne." ,Halt, mein verehrter Derr Groller", unterbrach ihn der Justizral „So leicht geht die Sache nickt. Bedenken Sie, daß mic verpflichtet sind, diesen Vorgang gerichtskundig zu machen." „Ich glaube nicht." . . . „Gewiß, Derr Groller! Wir sind dazu verpflichtet." „Tun Sie Ihre Pflicht — ich fürchte mich nicht mehr", sagte ter Kranke. „Tie irdische Gerechtigkeit hat keine Gewalt mehr über mich." . . . ,M habe bi er", fuhr der Justizrat fort, „ein kleines Protokoll in meinem Taschenbuch ausgeietzt, während Sie sprachen, Herr von Kaminski, es enthält alle die von Ihnen angeführten Taten . . . soll ich es Ihnen vorlesen?" „Nicht nötig. Ich glaube Ihnen." . . . „Nun gut, dann bekräftigen Sie die Wahrheit des Protokolls durch Ihre Unterschrift ... es ist nur wegen Lebens und Aus Stadt und Sand. Gießen, 17. November 1904. " Personalien. S. K. H. der Großherzog haben OberlandesgerichtLrat Forch zu Darmstadt von der Stelle eines richterlichen Mitgliedes des Landesversicherungs-- amtcs auf sein Nachsuchen enthoben, das stellvertretende richterliche Mitglied deS LandcSversicherungSamtes Land- gerichtsrat Lang zu Darmstadt zum richterlichen Mitgliede des LandesversichcrungsamteS für die Dauer deS von ihm zur Zeit bekleldetcn Hauptamtes und den Landgenchtsrat Leb recht zu Darmstadt zum stellvertretenden richterlichen Mitglied des LandcSversicherungsamtes für die Dauer deS von ihm zur Zeit bekleideten Hauptamtes — ernannt. " Baumfällen. In der Zeit des Baumfällens werden an den Straßen und in den Ortschaften die ReichS-Tcle- graphcn- und Fernsprechlcitungen durch umstürzende Bäume oder durch herabfallende Aste häufig beschädigt, tveil die Personen, denen das Baumfällen obliegt, in der Regel die zur Sicherung der Tclegraphenanlagen gegen Beschädigungen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt nicht oder in ungenügendem Maße treffen und cS unterlaffen, von den bevorstehenden Arbeiten dem nächsten Postamt rechtzeitig vorher Mitteilung zu machen. Es ist deshalb, da fahrlässige Beschädigungen der Telegraphcnanlagen im § 318 des Reichs- Strafgesetzbuches mit Strafe bedroht sind, den Baumbesitzern anzuempsehlen, die nächste Postanstalt von der-bevorstehenden Baumsällung rechtzeitig vorher zu benachrichtigen, damit die Absendung eines geeigneten Beamten zur Sicherung der Leitungen veranlaßt werden kann. Dadurch erspart sich der Baumbcsitzcr etwaige Unannehmlichkeiten; alle Kosten für die Sicherung der Telegraphenleitungcn trägt außerdem in diesem Falle die Telegraphcnoerwaltung. ** Zur Stadtverordneten Wahl. Mit Bibliothekar Dr. Ebel tritt zum ersten mal in Gießen ein erklärter Kandidat der Bodenreformer in die Stadtverordnetenversammlung ein. — Ter gesteril von uns erwähnte 1901er Kandidat Elte ist, wenn er auch von den Sozialdemokraten damals ausgestellt worden war, nicht Anhänger der sozialdemokratischen Partei. R. B. Darm stadt, 16. Nov. Am heutigen J ahrestage des Ablebens der kleinen Prinzessin Elisabeth begaben sich der Großherzog und Prinz und Prinzessin Heinrich nach dem Mausoleum und legten daselbst Kränze nieder. Ter Hosprcdiger hielt daraus eine lurze Trauerandacht ab. Heute mittag kurz vor 12 Uhr traf auch die geschiedene Großherzogin Viktoxia Melitta aus Koburg hier ein, begleitet von ihrer Schwester Beatriee, einer Hofdame und einem Kammerdiener in Koburger Livree. Tie beiden Fürstlichkeiten bestiegen einen nach dem Bahnhof entsandten Hofwagen und fuhren direkt nach dem Mausoleum, woselbst sie Kränze und ein großes Kreuz aus weißen Blunien niederlegten. Nach etwa halbstündigem Aufenthalt am Sarkophag der Prinzessin fuhr die Großherzogin mit ihrer Schwester direkt wieder zur Bahn, wo sie mit dem Schnellzug 1.34 Uhr über Frankfurt nach Koburg zurückkehrten. — Den: Präsidenten der 2. Kammer ist heute von der Regierung der Gesetzentwurf über die lange erwartete Gemeindesteuer- Refor'm zugestellt worden, ein sehr umfangreiches Akten- tück, dessen Beratung noch im Laufe der Wintersession erfolgen soll. Frankfurt, 16. Nov. Die Frelsinnigen und Demokraten geben für die Stadtverordneten- Stichwahlen die Parole aus, daß unter keinen Umständen ein Anhänger der Konfessionsschule gewählt werben dürfe. Sie raten also ihren Anhängern, bei Stichwahlen zwischen Sozialdemokraten und Reaktionären den Sozialdemokraten zum Siege 311 verhelfen. * VernriscyreA. * Heidelberg, 16. Nov. Ter hiesige außerordentliche Professor der Medizin Dr. Walther Petersen, der in den nächsten Tagen als Leiter des Roten Kreuz-Hosptkals nach dem Kriegsschauplätze abgehen sollte, wurde bei dent Zementwerke ,aiif einem Spaziergänge u b e r - fallen, durch einen Schlag ausi den tzmtertopf betäubt und seiner Barschaft beraubt. Der Professor erlitt eine Schiedsgericht für Arbeiterversichernng. Der Drucker Ernst Wiegand zu Alsfeld hatte sich am 30. Januar 1904 infolge eines Betriebsunfalles Quetschungen am Zeige- und Ringfinger, insbesondere am Mittelund kleinen Unger der rechten Hand zugezogen. Als End- chädigung hierfür bewilligte die Sektion 3 der Buchdrucker- Berufsgenossenschaft zu Frankfurt a. M. eine Rente von 50 Proz. der Vollrente, womit Wiegand jedoch nicht zu- riedcn war. Tie eingelegte Berufung konnte das Schiedsgericht nicht für begründet erachten, da eine höhere Erwerbsbeeinträchtigung als 50 Prozent nicht vorliege. Ter Maurer Heinrich Funk zu Landenhausen bezog als Entschädigung für die Folgen eines am 12. April 1902 erlittenen Unfalls zuletzt eine Rente von 10 Proz., deren Zahlung die Sektion 6 der hess-nass. Baugewerks-Bernss-! genossenschast zu Gießen mit Bescheid vom 16. Juni 1904 eingestellt hatte. Das Schiedsgericht sprach dem Funk auf die verfolgte Berufung hin die Rente von 10 Prozent wieder zu. Johannes Lochhaas, Maurer zu Frischborn, will sich am 14. Sept. 1904 beim Heben eines Ofens einen lints- citigen Leistenbruch zugezogen haben. Ta ihm die Sektion 6 vor gen. Berufs gen offen schäft diescrhalb eilte Rente nicht zuerkannte, wandte er sich an das Schiedsgericht. Dieses kam jedoch zu der Ueberzeugung, daß es sich nicht um einen plötzlich, d. h. unfallsweise, sondern um einen allmählich entstandenen Bruch, also um eine krankhafte Veranlagung handle. Dem Laglöhner Georg Ludwig Guth zu Södel hatte die Ziegelei-Berufsgenossenschaft zu Wiesbaden die Rent? von 20 Proz. entzogen, weshalb er durch seinen .Vertreter Berufung beim Schiedsgericht einlegen ließ. Tas Schiedsgericht beschloß, zunächst noch ein Gutachten von dem behandelnden Arzt einzuholen. Tie Sektion 5 der Steinbruchs-Berussgenossenschaft zu Hagen i. W. hatte den von dem Wilhelm Schäfer zu Rodenbach gestellten Antrag auf Wiedergewährung einer Rente abgelehnt. Die hiergegen verfolgte Berufung wurde vom Schiedsgericht als unbegründet zurückgewiesen, da nach den übereinstimmenden Gutachten Des Kreisarztes Dr. Königer zu Schotten und des Privatdozenten für Ehirurgie Tr. Bötticher zu Gießen eine wesentliche Verschlimmerung m dem Zustande des Schäfer nicht eingetreten ist. Gegen die Einstellung der Rente von 15 Proz. hatte der Brauer Karl Zimmer zu Gießen Berufung eingelegt. Tas Schiedsgericht verurteilte die Sektion 9 der Brauerer- und Mälzerei-Berufsgenossenschaft zu Torttnund nach An- yörung des pr. Arztes Dr. Zinßer zur Weiterzahlung dep Rente. ,, , ,, . . Tem Kernmacher Aug. Momberger zu Lollar hatte die Sektion 6 der Süddeutschen Eisen- und Stahl-Berussge-i nossenschaft zu Mainz als Entschädigung für eine Augenverletzung eine Rente von 25 Proz. zugebilligt. Momb. war hiermit nicht zufrieden und wandte sich an das Schiedsgericht. Ter Berufung wußte jedoch der Erfolg versagt werden. Ebenso erging es der Berufung des Heinrich Lecke zu Wölfersheim gegen den ihm eine Rente von 15 Proz. bewilligenden Bescheid der Sektion 12 der Ziegeler-Beruss- aenosjenschaft zu Wiesbaden. rx... . . Tie Zahlung der dem Johaniies Günther zu Köddingen mit Bescheid vom 1. Oktober 1897 gewährte Invalidenrente hatte die Jnv.-Vers.-Anstalt Gr. Hessen eingestellt, da Er-, werbsunsähigkeit im Sinne des Gesetzes nicht mehr vorliege. Tas Gericht schloß sich dieser Ansicht an und wies die eingelegte Berufung als unbegründet zuruck. Ter Arbeiter Adam Müller zu Kirch-Göns will sich am 7. Nov. 1903 bei der Beschäftigung in einer Tongrube einen Bruch zugezogen haben. Tie Berufsgenossenschaft lehnte die Gewährung einer Rente ab, weshalb Muller die Sache beim Schiedsgericht anhängig machte. Tiefes konnte jedoch einen Betriebsunfall als vorliegend nicht ' erachten und verwarf die Berufung.______ ' Verhältnisse anstreben. liebet die Qualifikation der Nealschulabiturienten zum juristischen Studium fällt in einer Fachzeitschrift der bekannte Berliner Oberlehrer und Univ.-Profeffor Dr. phil. et jur. Bernhard K übler auf Grund der Erfahrungen, die er während fünf Semestern als Leiter der Kurse zur sprachlichen Einführung in die Quellen des römischen Rechts gesaniinelt hat, ein intereffantes Urteil. Er äußert sich u. a. wie folgt: Was die Resultate und Leistungen betrifft die bisher in den Kursen erzielt worden sind, so haben die Gymnasiasten, bic im Lateinischen „gut" oder „genügend" erlangt haben, vor den übrigen einen Vorsprung, der nickt so leicht eingeholt werden kann. Auch sind ihre exegetischen Arbeiten meiste vom ersten Vmucke an schon von wissenschaftlichem Geiste getränkt. Abgesehen von diesen aber sind die übrigen Teilnehmer in Bezug auf ihre Leistungs- fähigkett nicht wesentlich von einander verschieden. Am un- vorreildaftesten stellen fick in der Regel die Gnmnasialabtturien- leit dar, die im Lateinischen nickt das Prädikat „genügend" erlangt haben. Sie sind gewöhnlich — Ausnahmen gibt es natürlich auch hier — nicht nur so unwissend, sondern auch so unbegabt, datz man nicht gut begreift, wie sie ein Reifezeugnis erhalten konnten. Nach den bisher in den Kursen gemachten Erfahrungen dürste sich die Ansicht derer bestätigen, die glauben, daß es auf Schulart und Lehrpläne weniger an kommt als auf die Qualität der Schule, den Geist der Lehrer und die geistige Zucht. — Ein guter Schüler eines guten Realgymnasiums ist für das Studium besser vorbereitet als ein schlechter Schüler eines Gymnasiums. Und mehr als aller Schulunterricht tun Begabung und Eifer und Lust zur Sache. Mancher Oberrealschüler, der auf der Schule fein Wort Latein gelernt hat, bewältigt, nachdem er ein Jahr lang fleißig Lateinisch getrieben hat, die schwierigsten Pandektenstellen geschickter, als viele Gymnasiasten, die neun Jahre lang in jeder Wockw ihre 6—8 Stunden lateinischen Unterricht gehabt haben. Soll also nach den vorsrehenden Bemerkungen noch ein Urteil darüber abgegeben werden, ob die Zulassung der Zöglinge unserer drei höheren, neunklassigen Bildungsanstalten zum lunstischen Studium als iegensreich^zu betrachten ist, oder mckst, so kann dieses nur in beiahendem Sinne ausfallen. Sollte dem fortgesevten Trängen der-zahlreichen Gegner des humanistischen Gymnasiums einmal nachgegeben werden — und dies schien aus mehreren Gründen unvermeidlich — so gab es nur zwei Lösungen der ganzen Frage: entweder so zu verfahren, wie jetzt geschehen, oder die Einheitsschule einzurichten. Bon diesen beiden Wegen dürfte aber der erstere der empfehlenswertere sein. Wenn irgendwo das Uniformieren nicht am Platze ist, so ist es im Schulfacke. Wie hter, wenn große Ziele erreicht meroen füllen, J>er Jndivwualität und Neigung der Lehrer möglichst weiter Spielraum gelassen werden muß, so ist es andererseits auch nicht wünschenswert, daß im großen deutschen Vaterlande alle Menschen nach demselben Schema erzogen werden; auch der Begabung und den Neigungen der Zöglinge muß Rechnung getragen werden, und der chic wird sich in seiner Knabenzeit lieber mit den matl-ematisch-naturwissen- fchajttichen Fächern, der andere mit grammattsch-hilwrischen Singen bescyäftigen und darum seinen Geist bilden. Tarum können doch beide gleich 'gute Juristen werden. cincS einzelnen Standes flenenüber bciWl’Miut'l einer neuen Frie de ns k o n fe r c M ein» v«Sr°8amndb.sitz-r, b« Labungen stzm- nrttsische Aufnahme und bereitwillige Unterstützung finden werden. Der Miliisterpräsidcnt fährt bann fort: Allerdings kann jedoch eine solche Mion nur bann von Erfolg begleitet ein, wenn alle Großmächte sich ihr anschließen. Leider ist der gegenwärtige Moment hierfür nicht eben günstig. 5)010)1 "bebcutct dies nicht, daß lvir die Idee allen lassen, sondern soviel, daß wir uns beftrcbcn, diese Frage im günstigen Moment zu lösen und für diesen günstigen Moment Stimmung vorzubereiten. Ich glaube, daß eine diesbezügliche Initiative auf die tatkräftige Unter- tützung sämtlicher kompetenter Faktoren der österreichisch- ungarischen Monarchie rechnen kann. Belgrad, 16. Nov. Der König eröffnete die Sknpsch- tina mit der Thronrede. Er erklärte, daß die Beziehungen Serbiens zu den fremden Staaten geordnet und reundschaftlich feien. Die traditionellen Sympathien zu >cm glaubens- und blutsverwandten russischen Volke eien mit Rücksicht auf die gegenwärtige Lage des großen lawischen Kaiserreiches noch stärker geworden. Tie Thronrede betont, daß die Staatseinnahmen trotz des ungünstigen Ernteergebnisses größer seien als im vergangenen Jahre und daß alle Annuitäten der Staatsschuld sür 1904 bereits bezahlt seien. Dadurch sei es möglich geworden, von ber vierzigprozentigem Zuschlagsteuer abzusehen und an die Befriedigung wichtiger volkswirtschaftlicher Bedürfnisse zu gehen. Tie Thronrede erklärt chließlich, die Regierung werde für die Erhaltung oder die Erneuerung der Handelsverträge nut anderen Rene Menard vertreten; von Ungarn finden wir Munkacsy, Laszlo, P. v. Szinyei-Merse, von öollänbcrn Blommers, Neuhuys, Henriette Ronner, Therefe Schwarze; nach England führt der in Holland geborene L. Alma Tadema, während Constable und Holmann Hunt die echt englische Kunst repräsentieren. Auch Rußland kommt durch den im russisch-japanischen Kriege leider jämmerlich umgekommenen Wereschtschagin und ferner durch E. Somosf zur Geltung, außerdem sind noch Tänemark, Schweden, Spanien durch einzelne Vertreter charakterisiert. Es ist eine überaus reichhaltige ästhetische Speisekarte, ungemein reich an feingewürzten Darbietungen, die durch ihre Gegensätze doppelt interessieren. Tas Anmutige erscheint lster neben dem Ernsten, das Zarte neben dem Kräftigen in wirkungsvoller Mischung. Tie Auswahl und Durchführung der Sammlung, die Qualität der Wiedergabe und die geichmackwolle Ausstattung verdienen höchstes Hermann Heijermans: Kettenglieder. Ein fröhliches Spiel am häuslichen Herd in vier Aufzügen. — Verlag von Egon Fleischel u. Co., Berlin W. 35. — Preis: 2 Mk. Ein frölstiches Spiel am häuslichen Herd" nennt Heijermans, ber Tichter der „Hoffnung", sein neues Stück. Welch' beißenoe Ironie auf den ^nhatt; denn l .er sind die Bilder, die er vor unseren Augen entrollt. Jröhliu) nennt er diesen Familienkonslitt, der mit der Vernichtung des Familienvaters endet! Welch'packender Realismus starrt uns aus diesein Werk an Welche Trastik in den einzelnen Szenen! Tas sind rvirtlidye Menschen aus Fleisch und Blut mit allen ihren Fehlern und schwächen. Darum packt der Inhalt den Leser, daher die ergreisende Wirkung auf den Beschauer Diese Kinder, die ihrem Vater culeS verdanken, was sie sind, und ihm zum Daiik dafür aus Egoismus und Angst vor der Lächerlichkeit den Irrenarzt iiiS Hani- schicken. ~u’ic Frauen, die ihren Männcrii die Häuslichkeit zur Holle machen mit ihrem Gekeife unb ihrer kleinlichen Zanksucht, -öni Gegensatz dazu die Gestalt ber Marianne, die turmhoch über diesen Weibern steht, auch wenn sie fici) unerlaubter Mittel bedient hat, nm endlich einmal - herauszulommen aus ber Niedrigkeit, in Die sie em ,in-iaer Fehltritt qebramt. Tragisch ist bas Ende. Gebrochen st Sic Kraf des vorher noch rüstigen Mannes; Marianne geht wieder ins Elend hinaus. — .Henermans zeigt uns auch m diesem Werke, daß er ein Meister des Naturalismus ist. Er ist fortaesckritten auf dem Wege, den er mit „O r a e t lab 0 r a , hns mich aeleien zu werden verdient, betreten hat. Wer wirkliche Menschen kennen lernen will und es nicht vorzieht, sich an den heroischen Taten immöglicher Jdealgestalten zu berauschen der le e die Werte dieses niederläiidischen Dichters. t L_ Stuttgarter Hoftheater-Neubau. In den Tfirnurche bei Eröffnung des württembergischen Landtags hat ber König nachdrücklich betont, daß er die Lösung der Hoftheaterbau- l°7c mit „möglichster Beschleunigung" und „in einer den küust. ergeben Interessen der Residenzstadt und des Landen entsprechenden Weist" wünscht. Der bem Landtag zunächst vor gelegte Gesttz- entmuri enthält lediglich nachträgliche Forderungen für das ^n- terimlheater und sein Inventar sowie für Herstellung von fßläncn und Kostenvoranschlägen für das neue Bauprojekt. Neuer- bingö hat die Regierung sieben Baupläne ausarbeiten lassen, bie ber Landtagskommission nun vorliegen. An bem Projekt eines Doppelhauses (eines großen Operiihauses und emes Ultimen Schauspielhauses) hält die Regierung im Einvernehmen mit ber Hoftheaterintendanz grundsätzlich fest, doch verlangt sie zunächst nur die Erbauung des Opernhauses auf einem Platz, der ben späteren Anba u eines Schauspielhauses zulagt. Die Kosten der Ausführung der borgclcgten Plane schwanken zwischen 41/2 unb G-2,3 Millionen Mark. Ende nächster Woche mjrb Die Finanzlommissioii ber Abgeordnetenkammer die Beratung der Projekte beginnen. Für Gewinnung des cnogiltigen Bauplans soll eine Preiskonkurrenz ausgeschrieben werden. , Braunschweig, 16. Nov. Zur Feier des 50 1 a h r 1 g c n Schriftsteller-Jubiläum s Wil l)_e 1111 R a abes fand gestern abend unter reger Teilnahme ein Festmahl ihui während desselben lief ein Glückwunschtelegramm von dem PMzregenten ans Camenz ein. Ans allen Teilen Deutschlands sind Glückwünsche cingcgangcn. — Meister der Farbe. Europäische Kunst der Gegenwart. Lerlag von E. A. Seemann, Leipzig. Lieferung 3—8. Einzelpreis bet Lieferung 3 Mk., in Substrrptron 2 Mk. — Die höchst dankenswerte pompöse Publikation bietet meisterhafte farbige Nachbildungen, br durch erläuternde Texte von berufenen Federn begleitet sind In der Sammlung begegnen uns von deutschen Hans Thoma, ^oh. Sperl, L. v. Zumbusch, Eugen .ar Liebermann, Max Giese, s r^chern- Rad v. Air, Robert Schiff Walter Hampel und Gio- namu S-ganuni, wenn man bieicn Meister nicht zu den Jta- diiv-n will; Fran 1 mon, I F. Ranaelli, I. E. Blanche, Ed. Manet, El. Monet unb Küche uno schule. — Gymnasiallehrerinnen. Ter „Südwestd. Korresp." zufolge soll ,ich der badische Kultusminister dahin ausgesprochen haben, daß einer Anstellung von solchen Frauen, die das philologische Staatsexamen gemacht haben, an Gymnasien nieyrs im Wege stehe. Es wird damit in erster Linie das Mädchengymnasium in Karlsruhe gemeint Is,etn, doch sollen auch die unteren Klassen der Knabengymiiasien in Betracht gejogen werden. GehirnerschüLter^rring, befindet sich aber auf dem' Wege der Besserung. Von dem Täter fehlt jede Spur. * Als siebentes Opfer der Mürttembergi- schen P alästin asuhrt ist Stadtpsarrer Klingele aus Bruchsal (Baden) dieser Tcuge am Typhus gestorben. * Aus einem ärztlichen Gutachten. Plattfüße und O-Beine pslegen Hand in Hand zu gehen; es wäre daher verfehlt, die Plattfüße dem Unfall in die Schuhe zu schieben. Kleine Tageschronik. Gegen den Kaufmann Jakob Walle in Köln, der flüchtig ist, ist die Untersuchung wegen eines in einem Restaurant zum Nachteil eines Gastes verübten Diebstahls von 50000 Mark eingeleitet worden. — Bei dem Torfe Biburg (bei Augsburg) wurde ein Münchener Automobil von drei Unbekannten räuberisch überfallen. Ein Räuber sprang in den Wagen und schlug einen der Mitreisenden mit einem Stock über den Kopf. Der Räuber konnte jedoch wieder aus dem Wagen hinausgedrängt werden, der dann unter Mitnahme des Hutes des Räubers davonfuhr. Die Insassen waren ein Kunstmaler und ein Ingenieur aus München. — Bei einem in dem Hause des Tünchers Matt in Seckach (Bad. Hinterland) ausgebrochenen Feuer ist dessen Schwiegermutter, Katharina Kasch, verbrannt. Tie Leiche fand man verkohlt in einer Dachstube auf. — Ter Eilzug Berlin- Nürnberg-Stuttgart ist zwischen Westhausen und Goldshöfe entgleist. Verletzt wurde niemand. — In Kirchheim bei Oethlingen (Württemberg) wurde ein junges Mädchen, welches seinem Vater Essen bringen wollte, an der Lauterbrücke erschossen. Oenchts-aat. (d.) Mainz, 16. Nov. Vor der ersten Strafkammer hatten sich heute zwei gefährliche Einbrecher wegen Einbruchsdiebstahls im wiederholten Rückfall zu verantworten, und zwar der 30 jährige Metzger Johann Gepp aus Nack bei Alzey und der 27 jährige Hoteldiener Wilh. Michael seitzinger aus Klopfhof (Württemberg), beide zuletzt in Frankfurt wohnhaft. Kaum war der Gepp am 16. April aus dem Zuchthause entlassen worden, beschloß er mit dem Seitzinger und dem Schlosser Karl Pamly (in der Verbrecherwelt der „Schlosserkarl" genannt) nach Mainz zu fahren und dort auf ,,Arbeit" auszugehen. An: 27. April wurde die Fahrt von Frankfurt hierher unternommen. Tas Kleeblatt begab sich nach der Neustadt, wo der Gepp nicht ganz unbekannt war, da er dort seine Lehrzeit als Metzger verbracht hatte In einer Eckwirtschaft der Leibnizstraße wurde eingekehrt und das danebenliegende Haus, in dein sich der Uhrenwarenladen des Hrn. Witzel befindet, in der Zwischenzeit von dem „Schlosserkarl" genau inspiziert. Tas Resultat muß ein gutes gewesen, denn die drei Einbrecher entfernten sich bald wieder, um in der Nacht zwischen zwei und drei Uhr ihr „Handwerk" ausüben zu können. Mit Sperrhaken wurde die Haustüre, der Vorplatz und die Werkstättentür zu dem Witzelschen Laden geöffnet und aus dem Laden für 4800 Mark goldene Herren- und Damenuhren, Ketten und Ringe gestohlen. Tie drei Einbrecher begaben sich dann zu Fuß nach Höchst, von dort aus fuhren sie per Bahn nach Frankfurt. Tort wurden die ^gestohlenen Sachen von den Einbrechern zu Spottpreisen auf der Straße verkauft. Ter Gepp wurde später in Frankfurt bei einem Einbruchsdiebstahl und der Seitzinger in Karlsruhe erwischt. Ter „Schlosserkarl" könnte noch nicht ermittelt werden. Ter Gepp wurde in Frankfurt wegen zweier Einbrüche zu 7 Jahren Zuchthaus ver- urteilt. Tas Gericht verurteilte den Gepp zu der Gesamtstrafe von 11 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust und den Seitzinger zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Kaiserslautern, 16. Nov. Der Wunderdoktor Joseph Schwager aus Hoch-Speyer, welcher einem Patienten längere Zeit Urin zu trinken gab, wurde von der Strafkammer auf sechs Wochen einer Irrenanstalt zur Beobachtung überwiesen Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Paris, 16. Nov. Die Börse eröffnete feftz dann trat eine Reaktion ein. Ter Markt wurde trüge und schloß schwach auf das Gerücht von Verwickelungen, die mit dem Zwischenfall von Hüll in Verbindung stehen, sowie auf das Gerücht von einem Zusammenstöße zwischen Russen und Afghanen in Afghanistan. Man befürchtete auch eine Erhöhung des Diskonts in London für morgen. Spanische Werte waren stark angeboten aus das Scheitern der Vorlage betreffend die Verbesserung des Wechselkurses. In letzter Börsenstunde war das Geschäft gering und die schlechte Tendenz verschärfte sich noch, da man von Geldversteifung in Newyork sprach., N e w y o r k, 15. Nov. Tie auf die japanische Anleihe in Newyork-Stadt erfolgten Zeichnungen sichern bereits den Erfolg dieser Anleihe. Tie Listen bleiben jedoch bis Freitag offen, um das Eintreffen von Meldungen aus den Provinzen auf dem Postwege zu ermöglichen, da infolge des Sturmes die telegraphischen Verbindungen unterbrochen sind. Neue Reichsbankanleihe. Nunmehr sind endlich die ersten Zuteilungsbriefe an die Zeichner abgegangen. Voraussichtlich werden bis Ende der Woche sämtliche Zeichner im Besitze der Zuteilungsbriefe sein. Tie Entscheidung über den Zuteilungsmodus zögerte sich deshalb ungewöhnlich lange hin, weil die Reichsbank angesichts der starken Ueberzeichnung ganz besonders darauf bedacht sein mußte, den Charakter der einzelnen Zeichnungen — es liegen sehr viele Konzertezeichnungen vor — zu prüfen und danach die Zuteilung zu handhaben. Kleine Zeichnungen, die offene bar Anlage zwecke im Auge haben, dürften wohl volle Berücksichtigung finden. Taneben w-ird die schleunige Erledigung der Zuteilung noch dadurch erschwert, daß die Anteile auf den Namen ausgestellt werden. Aus allen diesen Gründen hat die Notierung an der Börse bisher noch nicht stattgefunden. Sie wird srühestens anfangs nächster Woche, natürlich nur für vollgezahlte Stücke, zu erwarten sein. Die Fabrik feuerfester und säurefester Produkte in Vallendar beschloß auf Grund des vorliegenden Materials die Klage auf Schadenersatz gegen die Berliner Handelsgesellschaft nicht anzustrengen. Den Liquidatoren soll an- hfimgestellt werden, die Klage zu erheben, falls neues wesentliches Material rechtzeitig gefunden wird. Der Sitz der Gesellschaft wird nach Berlin verlegt. Schnellbahn-Konferenz Tie erste Konferenz über das Projekt einer elektrischen Bahn zwischen Berlin und Hamburg fand zwischen dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten und Vertretern der Firma Siemens und Halske, sowie der Allg. Elektrizitätsgesellschaft statt. Es blieb fürs erste bei allgemeinen Erörterungen, wobei die ungewöhnliche Bedeutung des Projekts allseitig' gewürdigt wurde. Andererseits wurden die großen Schwierigkeiten nicht verkannt, die sowohl die technische Lösung der Aufgabe, als auch die damit zusammenhängenden wirtschaftlichen und finanziellen Fragen bieten. Tie in Betracht kommenden hauptsächlichsten Gesichtspunkte wurden eingehend erörtert, wobei sich ergab, daß zunächst noch manche Punkte der näheren Aufklärung bedürfen. Weitere Erörterungen bleiben Vorbehalten. — Ta wirds noch eine gute Weile per Dampf nach Hamburg gehen! «Landwirtschaft. Donaueschingen, 16. Nov. Der Verwaltungsrat der hiesigen Sparkasse hat gestern beschlossen, für alle jungen Landwirte des Amtsbezirks, welche die Kreiswinterschule in Villingen besuchen, das Schulgeld zu bezahlen. Die Betriebsergebnisse der Oberheffischen Provinzial- Jungviehweiden im Sommer 1904. Die Betriebsergebnisse der vom Landwirtschaftlichen Verein für die Provinz Oberhessen eingerichteten und unterhaltenen 4 Jungoiehweiden stellen sich für oen letzten Sommer wie folgt? Die Weiden waren besetzt mit: Fohlen. Rinder. Wernings mit . . . , . 16 32 Tiergarten mit . .... 85 14 Zell mit ....... — 59 Lauterbach mit ..... — 61 Summa 101 166 Das Ergebnis des Betriebes ist aus folgender Tabelle ersichtlich : Gewichtszunahme. Namen der Weide Austrieb Abtrieb Weidetage niet)- Durch- riefte ^od)fte schnitt pro Tag kg Kss kg Wernings 1. Juni 4. Oktbr. 124 16 125 60,76 0,49 Tiergarten 30. Mai 1- „ 123 33 83 56,46 0,47 Zell 30. „ 123 17 106 54,20 0,44 Lauterbach 19. „ * ,, 134 3 127 93,00 0,39 Durchschnittliche Zunahme auf den 4 Weiden 66,10 0,52 Trotz des trockenen Sommers, der sich besonders in den Monaten August und September für die Futterproduktion der sämtlichen Weiden außerordentlich nachteilig zeigte, ist also die durchschnittliche Gewichtszunahme mit 66,10 kg mcht wesentlich geringer gewesen wie ün Jahre vorher mit 69,77 kg. Sämtliche Tiere, sowohl Rmder wie Johlen, kamen müangs Oktober in recht gutem Zustande von den Weiden, so daß die Viehbesitzer mit dem Ergebnis der Weide recht zufrieden waren. Die Weide in Zell war wohl etwas stark besetzt, indem auf 60 Morgen Weidefläche 59 Tiere aufgetrieben waren, also aui einen Morgen ca. 1 Tier. Berücksichtigt man, daß die Viehbesitzer für ein Fohlen für die Weideperiode 55 Mk., für ein Rind nur 35 Alk. an Weidegeld zu zahlen haben, so dürfte daraus hervorgehen, daß der Landw. Provmzialverem in den 4 Weiden nicht nur Einrichtungen hat, welche geeignet sind, unserer Viehzucht große Vorteile zu bringen, sondern' welche auch den Viehzüchtern ihre Zuchttiere billig er- nähren. Israelitische ReligiorrSgeseltschast. Gottesdienst. Sabbathseier am 19. November 1904. Freitag abend: 4.10 Uhr. Samstag vormittag: 8.30 Uhr. Samstag nachmittag: 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.25 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00, abends 4.00. Israelitische Religionsgemelnde. Gottesdienst in der Synagoge (Südaulage). Samstag, den 19. November 1904: „ Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. König!. Hoheit de? G r o ß h e r z o g s. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.25 Uhr. Wm-fta I und Nasen behandele man nur Vv uliUv -flJlpycH mit bem nicht fettenden, feinsten, erhäulichen tzaLme Myrrholiugiycerin. bYii 09 Ö9 cs o 3 CP 3 UP S ö 3 3 CP 3 o CP 2. o do re 2 Z2.A 3 £ V. 3 8 3 -V fä S o- 6 p •öp 3 cP CP O 'S» 4- ö CT , C& ÖD 2. 2 er CT' Wasserwerk Gieße«. Ott* Bergen. ^oister Gießen, den 3. November 1904. Großherzogl. Ortsgericht Gießem G ros. J. M. Sehulliol Telephon 119. Promoter Verwandt nach aus«. 6702 L Ä jeder Preislage. in solider Ausführung. Unter Garantie. — Franko Lieferung. — Gesetzt, geschützt. Die sorgfältigste Stoffwahl, exakte Arbeit, bestes Material, daher unbegrenzte Dauerhaftigkeit.' Ueberztehen und Reparaturen schnell und billig in eigener Wertstätte. 7343 i« grosser Auswahl von den billigsten bis zu den feinsten. In Lang-Göns bei: A. K. Müller. D4/t untj Jßffee in Packeten mit Aufdruck A. Zuntz sei. Wwe., Kgl. Hojl Bonn — Berlin — Hamburg. .. ... ■■; ■■ -? 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Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermesser befindliche Hauptabsperrhahn geschlossen und dann das seitlich desselben oder hinter dem Wassermesser befindliche Entleerungs- hadnchen, nachdem ein passendes Gesäß untergestellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet gchalten wird, bis das m der Haus- leitung stehende Wasser vollständig abgelaufen ist, woraui bezeichnetes Hähnchen wieder geschloffen wird. — Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben das i« dem oberste« Stockwerk des Hauses befindliche Zapfventil der Hausleuung offen zu halten, damit die Luft ZurrM in die Leitung erhalte. — Ein größerer Teil des Wassers kann auch schon durch das Hapfventü der untersten Küche entleert werden, wodurch die Crnleeruna im Keller vereinfacht wird. — Nach statt- aehabter Entteeruno find diese Zapfventile, welche dem Eintritt der Lust, bezw. der Entleerung des Wassers dienten, wieder zu schließen. Das Schließen des Hauptabsperrhahues erfolgt durch Aussetzen des beigegebenen Schlüssels auf den vier- kanttgen Hahmapfen und Drehung im Sinne eines Uhrzeigers, bis Widerstand erfolgt. — Tas Lcffrreu de- Haupt- absperrhahueS geschieht durch Drehung in eittgegengesetztem Sinne, bis Widerstand erfolgt. Behufs Wasserentnahme mutz des Morgens der Hauptabsperr- hahn wieder vollständig geöffnet werden. Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, überhaupt nach ungeheizten Räumen, Hoiräumen, Garten usw. find auf die Dauer deren Nichtgebrauchs, bezm. bc5 ganzen Winters, mittelst ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu entleeren und abzustellen. — Bei anhaltender außerordentlicher Kälte empfiehlt e5 sich, die Wasserentnahme auch während deS LageS auf kürzere festgesetzte Zeit xn beschränken und während der übrigen TageHett die Hauswasserleitungen gleichfalls in oben angegebener Weise abzustellen. Dem Einfrieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küchen «nbenntzter Wohnungen geführt sind, kann man durch Unteichaltung eineß kleinen Herdfeuer^ vorbeugen. Auch empfiehlt eS fick), in kalten Klosett- oder sonstigen «ugeheizteu Räumen, 2ntrd) welche die Wasserleitung fuhrt, so- fem daselbst die Lettung nicht schon durch eine ausreichende Umhüllung gegen Kälte geschützt rst, die Tetnperatur durch ein Oefcben oder geeigneten KallS etwa durch eine GaSsiamme auf genügender Höhe Mi erhalten. Gehr kalt stehende, inSbefoefeere auch abgestellte und vorübergehend nicht in Gebrauch befindliche Klosett» (rote in DereinS- häusam usw.) werden durch Einstreuen von etwas Salz (ViehfalH in daS LchlutzTvaffer des rSyphonS (WasserabschlusseS) gegen Auf- frieren der Schüsseln geschützt. Die WassormeGor «ebst dem «achstauschlresseude« Teil der Rohrleitmtg sind während deS Winters mit Strob, Säcken oder ähnlichen Schutzmitteln gegen Kälte zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschlossen zu halten. — Die Herstellung aller Massermesser, dir in Folge uugenüaeude« Schutze- gegen Kälte Schaden erleiden, erfolgt ans Rechnung der HauSdesttzer. — Im übrigen müssen die Nasser« ess er jederzeit Cervelatwurst feinste Gothaer, Leberwurst Zungenwurst bei Emil Fischbach. Milömsilel ausrangierte, übersende, so lange Vorrat reicht, gegen Nachnahme K Mk. 3.00, 4,50 und 6.00. [8348 F. W. Kinkel, Mainz. UM-hhtrie tthtaM (Inh.: Cwrl Maa# jr., Giessen) Grosser Räumungs-Ausverkai in meinen beiden Geschäften* Nach vorliegenden Erfahrungen sind eS namentlich Neubauten und unbewohnte Stockwerre, deren Wasserleitungen nicht immer die erforderliche fturforge geschenkt wird, insbesondere sind auch schon mtolge NichtavsperrenS von Garton-Svasserleitunge» große deschSigungo, unb namhafte B>asierverlufte entstanden. ^e empfohlenen Vorkehrungen wird dem Aafserabnehmer die Liesovmg des Wassers möglichst gewährlerstet, dem Hausbesitzer ad« «erdeir GrschLdi«nn§on w. reit»»« und Gebäude fern gehalten. Mir enGfehLe» daher vorstehende VorstchtSmatz- re-ob» alle» Getetligten zur »an- besondere» Veachtuug. Eudnuerude Absveoruugeu, Niuwinternngeu, Mostnrntnrr« und AuftLuun-en von HauSwasserleituugeu «neben am -wockwtsstgsten nnd schnellsten von denjeuigen at, welche die betr. Kauswasser- haben und daher die örtlichen Wegen Umzug nach meinem Neubau SeBtersweg No. 28 8rm- uai Wtih-ASK-Ik..... Sa« stets vorrätig. D4/, Telephon: Kalkwerke Nr. 200, Kontor Nr. 282. L. 56/04. Dmtckagd.lZ.Ikj.M nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem OrtSgericht die vor dem Namen des Carl Buß in Gießen stehende Parzelle 1/516 = 243 qm Hosraite auf dem Marktplatz öffentlich meistbietend versteigert werden. B8/11 Gießen, den 8. November 1904. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. GroS. K. 62 04. SonnrrStflfl l>.13.Iez.M nachmittags 3 Uhr, wird auf biefigem OrtSaericht die vor dem Namen des Carl Buß in Gießen stehende Parzelle 1/516 — 243 qm Hosraite aus dem Alarktplatz öffentlich meistbietend versteigert Back- ’ zutaten. Alle Ingredienzien zur feinen Bnrk- rct in bekannter bester Qualität zu billigste» Preisen bei Emii Fischbach.