154. Jahrgang General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblsit für den Kreis Gießen Montag 17. Oktober 1904 . v* Rotationsdruck und Verlag der Brühl ftcherr guW Umversttätsdruckeret. ÖL Lange, Gießen. Ä ]$L Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr. V. D TeU Nr. 5L Telegr^Adr.; Anzeiger Gießen. Nr. 244 • Zweites Matt. Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. J Die ^«iehener §ami!ienb!Ltter- werden dem M UM D ßl „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der MM W M U «Hesfischt Santo» irt** erscheint monatlich einmal. \ Der Thronwechsel irr Sachsen. , ^ießt;n, 17, Oktober 1904. WH MM König (Seotft von Sachsen f. DlS König Mlbert von Sachsen im Juni 1902 die treuen Aug^n schloß, da zog in Millionen deutscher Herzen aus- richtige Trauer. Wieder war einer von den Zeugen und Werkmeistern unserer größten Zeit geschieden, ern Herrscher, der in jedem Zoll ein König, ein König, der in jedem Zoll ein Deutscher war. Der Schmerz,, den man nicht allein in seinem Königreiche, sondern in allen deutschen Landen empfand, blieb fortbefteyen, als langst über ihm sich der Grabhügel wölbte. Und wie die Trauer^, so erlosch auch nicht der Dank dem weisen und guten, Herrscher, dessen Name neben dem des Kaisers Weißbart allezeit genannt werden wird. Aber die Geschichte steht nicht still und neue Gestalt- angeu plant und fordert das Leben, Zwei Jahre und wenige Monate nur sind dahingegangeu, und wieder steht das sächsische Königreich an der Bahre seines Monarchen, des Königs George des Bruders Alberts des Treuen. Es war kein jugendlicher Mann, der nach dem Tode Alberts berufen war, die Sachsenkrone zu tragen. Die Erfahrungen eines reichen Lebens ruhten auf seinem silberglänzenden Scheitel, die Würde des Patriarchen sprach aus seinem Wesen. Wie kein Haß sich gegen das Haupt seines vor zwei Jahren dahingegangenen königlichen Bru- oers lenkte, so ward bei seinem Regierungsantritte auch Köllig Georg auf seinem neuen schweren Wege nur begrüß« von Hoffnung, Vertrauen und Liebe, mti>. wenn jetzt das Auge prüfend die Vergangenheit mustert^ so findet es an der Person dieses Königs nur, was tüchtig und gut war. Ernstes Pflichtgefühl, gerechter Sinn, Treue und kerndeutsche Art zierten den Mann, der in Sachsen bisher der Erste war. .Er sprach nicht in schäumenden Reden zu seinem Volke, er schritt nicht in nervöser Hast von Tat zu Tat und täuschte nicht in prunkhaften Festen sein Volk hinweg über die Armut des Tages. Das Wort J e an Pau l s konnte ihm das Diotto des Lebens bilden, daß das. Ideal in der Klmst, Größe in der Ruhe darzustellen, auch das Ideal auf dem Throne sei. Milde, Nachsicht und Verzeihen durchwärmte i>ie Taten dieses Königs, soweit als irgend MgänWg. Als, Vorgänge in seiner unmittelbaren Nähe, in der Familie seines Sohnes, des heutigen Königs, es ihm unmöglich machten, diese vornehmsten seiner Herrschertugenden zu üben, als er sich gezwungen sah, ein Band vollends zu zerreißen, das von einer leichtsinnigen Frau einen tiefen Schnitt erhalten hatte, da tat er's mit schwerstem Herzen und heftigstem Schmerze, der wohl mit dazu beigetragen hat, seinen LebenSfaden zu kürzen. Der großen Polittk hat sich der Heimgegangene ziemlich ferngshalten, nicht nur als PrnH, sondern auch von dem Tage ab, da er in das sttahlende Licht der neuen höchsten Würde ttat. 58 Jahre aber hat der jüngste Sohn des hochgelehrten und hochverehrten Sachsen-Königs Johann die Uniform des Soldaten getragen, in zwei blutigen Kriegen erwarb er sich den Locheer des Führers. Mit Kraft und Erfolg hat er als Prinz nntgearbertet an der Reorganisation der sächsischen Armee, als der ältere Bruder sich das Recht ertämpst l-atte, der Führer deuMa-asannee zu werden, übertrug man den Oberbefehl über die sächsischen Ker King. -• Kriminal-Roman von O. Elster. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Es war an einem schönen Spätsommerabend, als' Kaspar Neugel>aur in Friedrichstal, dem einsamen Gebirgsdors am Fuß der Schneekoppe, anlangte. Romantisch in einer engen, zu der gewaltigen Masse der Schneekoppe aufsteigenden Schlucht gelegen, wurde Friedrichstal im Sommer ost von Touristen besucht. Längeren Aufenthalt nahmen die Reisenden jedoch selten im dem kleinen Torfe, da das nahe gelegene Spindelmühle, bequemere Unterkunft bot. Friedrichsmühle lag gerade aus der denttch- östreichischen Grenze. Ein Bach bildete die Grenze; an der Reinen Brücke, welche Über den Bach führte, befanden ftch huoen und drüben Zollhäuser, in denen stehende Posten von $rerifr* Wächtern _ quartierten. Aus der östrcichifchen ^eite erhob frch eine große Spinnfabrik mit ihren grauen Gebäudemastcn und hiinmäanragenden Schornsteinen. Tie Hälfte der Einwohnerschaft von FriedcichStal war in dieser Fabrik beschäftigt; besonders btc Frauen iunb Mädchen de» Tvrfes fanden in dieser Fadru wr/neirde ein Kommerzienrat Feilner, hatte sich Oberhalb Friedrichstals in romantischer Umgebung eine pmchtrge, scAoüähnliche Billa erbaut, in der er jedoch mit seiner ö'.amüre nur einige Sommermonate Mbrachte. Im Winter lebte ine tyo* milie in Dresden oder Berlin, wenn sie nicht nn die Rivrera ^^We diese Verhältnisse hatte der kundige Herr Neua^aur schon am ersten Abend seines Aufenthaltes von dem gesprächigen Wirt ü's (Gasthauses zum „Kaiser Franz Joseph" herausgelockt. XW wß Herr NeugAraur, gemütlich eine Zigarre rauchend, auf der wr> mmrankten Veranda des Gastl-auses und blickte auf bte Torsgasse hinaus, welche von den pus her Fabrik he.unlehr enden und WMrr» HMt Ter König starb umgeben von der Königin Witwe Karola, dem Kronprinzen Friedrich August, dem Prinzen Johann, der Prinzessin Mathüde und der Geistlichkeit, sowie dem Personal der Pillnitzer Hofverwaltung. Ter Könitz hat einen eigentlichen Todeskampf zu bestehen nicht gehabt. Er ist sanft entschlafen. Während des ganzen Abends hat der König still und ruhig und ohne ein Wort zu sprechen in sitzender Stellung zugebracht. Nach 11 Uhr abends trat Bttvußtlosigkett ein. Um die zwölfte Stunde wurden dein König die Sterbesakramente gereicht. Tie Ueberführung der Leiche König Georgs von Pillnitz nach Tresden wrrd heute, Montag, mittels Dampfschiffes erfolgen und zwar so, daß die Leiche abends um 8 Uhr in Tresden eintrifft. Tie Ueberführung erfolgt mit _ bem Dampfer „König Georg" von der sächsisch-böhmischen Schiffahrts-Gesellschast. Tie Beisetzung des Königs wird Mittwoch Abend 8 Uhr in der katholischen Hofkirche stattfinden. Ter „Reichsanzeiger" widmet dem verstorbenen König folgenden Nachruf: Tas Sack-senvolk und mit ihm das gesamte Teutschland betrauern in König Georg einen Herrscher, den die Liebe zu seinem Lande und die Treue an dem ihm verliehenen erhabenen Amt bis zum letzten Atemzug beseelte. In der Geschichte des Reichs aber wird seine Gestalt fortleben unter der Schar der tapferen fürstlichen Heerführer, welche die deutschen Stämme 1870/71 auf den Schlachtfeldern von Sieg zu Lieg führten. Tie unvergänglichen Namen von St. Privat, Nouart, Beaumont, Sedan, Billiers' leuchten über seiner Bahre und sickern ihm einen Ehrenplatz in der Dankbarkeit des deutschen drsttion. Vvm Dresdener Hofe wird berichtet, daß eine Trauer von 24 Wochen ungeordnet wurde und zwar wird während der ersten zwölf Wochen tiefschwarze Tracht getragen. König Friedrich August III* Der Nachfolger König Georgs hat als König, Friedrich August III. die Regierung angetteten. Dep neue König ist in Dresden sehr populär. Er ist bekannt^ als jovialer Herr. Eine weniger ausgeprägte Persönlichkeit als sein Water, beschäftigt er sich mehr! mit militärischen als staats wirtschaftlich en Dingen. Das Volk bringt ihm vollstes Vertrauen entgegen und ist überzeugt, daß er; obwohl guter Katholik, tirchenpolitisch den Grund- satz inne hält, sich stets bewußt zu bleiben, der Fürshi eines Hut protestantischen Landes zu sein. König Friedrich August ist am 25. Mai 1865 zu Dresden' geboren. 1891 schloß er den Ehebund mit der Erzherzogin Luise von Oesterreich-Toskana, der, toie’ heute noch in aller Giedüchtnis ist, nach der Prinzessin;! schmählicher Irrung, am 11. Februar 1903 wieder gelöst wurde. In der fatalen Ehestandsgeschichte hat er eine erfreuliche Biederkett der Gesinnung bewiesen; seine Gattin warf ihnt nur sein rauhes Wesen vor, aber selbst sie mußte die Ehren- hafttgkeit seines Benehmens zugeben, und er achtet in der Davongegangenen noch immer bie Mutter seiner Kinder. Zwei Momente haben entschieden günstig auf den jetzigen) König eingewirkt, der frühe lange vor dem RegierungI- antritt des Königs Georg erfolgte Verlust der Mutter, einerj portugiesischen Prinzessin, die übrigens wenig beliebt pr! Sachsen gewesen ist, und die private Erziehung, die am sächsischen Hofe usuell ist Da ein katholischer Prinz aus bekannten Gründen nicht Korpsstudent, wenn auch nur als Konkneipant, werden kann, so galt es, ehe der Prinz die Landesuniversität besuchte, eine neutrale Hochschule autzu- finden, an der kein feudales Korps den Prinzen in seine Kreise gezogen hätte. Man erwählte also Straßburg und Friedrich August dampfte nach der wunderschönen Stadt. Kronprinz Friedrich August ist gewöhnlich in gesellschaftlichem Umgang etwas unbeholfen gewesen, auf tauen tat er erst in der von ihm sehr häufig und aern besuchten!^ Wein- oder Bier-Restaurants, wie bei Dolmetsch oder in der Maison rouge. Vor allen Dingen im ersteren Lokal, da wurde^ baw vorüber und nun galt es für Zwei Semester das Pleißenkleinparis (Leipzig) zur Residenz zu machend Planitz und sein Schützling siedelten also dorthin Über? Dort war er in Herrengesellschaft sehr lebhaft, in Damengesellschaft hingegen, obgleich die Leipzigerinnen für ihst schwärmten, blieb er immer sehr schweigsam lieber seinen Kollegienbesuch wird erwähnt, daß er sich für seinen zukünftigen Beruf bet Windscheid. Wach, Friedbergs B i n d i n g und Roscher vorbereitete, und ohne Grustd nie „schwänzte". Wie sein königlicher Orrkel Albert war auch der Prmz ein ungemein eifriger Skatspieler und über jede getvonnene Mark freute er sich. Alles Offizielle war ihm zu seiner Leipziger Zeit noch nicht sehr angenehm, er war viel lieber der „bon prince^ als der Erbe der Krone. Die gutmütige „Johann-Georgs- Nattrr" mit ihremj Sttch ins Biedere und Derbe mag seiner eleganten Frau nicht gepaßt haben. Vor eine schwere und ernste Aufgabe ist nun der neuL Herrscher Wachsens gestellt. Ein herbes Schicksal, das er nicht verschuldet hat, hat ihn einen Teil des Erbes gekostet^ das in den Sympachien des Volkes für das angestammte Herrscherhaus dem Sohn vom Vater her gemeinhin ohne Truppen vertrauensvoll dem jüngeren Bruder. Bei St. Privat hat er die Entscheidung gebracht, bei Sedan wurde der englische Oberst Pemberton an seiner Seite erschossen. Die höchsten Kriegsorden schmückten die Brust des Königs Georg und vor anderthalb Jahrzehnten schon begrüßte ihn das deutsche Heer als Generalseldmarschall. Für sein „ruhmvolles, yingebendes und erfolgreiches Wirken" im Interesse der Armee dankte am Tage seines fünfzigjährigen Jubiläums König Albert dem jüngeren Bruder, von „unschätzbaren Verdiensten" sprach der Glückwunsch des deutschen Kaisers, und dem „hochsinnigen, kriegserfahrenen Soldaten, dessen selbstloses Schaffen ein halbes Jahrhundert mitgewirkt hat an dem Gedeihen seines Vaterlandes", widmete Kaiser Franz Josef seine Wünsche. Unvergessen ist im deutschen Volke jener hochherzige Erlaß, den Prinz Georg gegen die Soldatenmißhand lungert richtete, ein Erlaß, der uns verriet, daß sein Blick tief hineindrang in das Jnrterste der ungeheuren Maschirterie, die ein modernes Heer bildet. Und unvergessen ist es auch, wie Prinz Georg in der ersten sächsischen Kammer seine Arbeitskraft an die ernsten Probleme des Staatslebens setzte, wie er in die schwierigsten Fragen -einzudringen' suchte. In jener stillen Arbeit, die sich nicht ruhmredig hervordrüngt, sondern in sich ihren Lohn findet, hat König Georg I. von Sachsen sein Genüge gefunden. Die 21/4 Fahre seiner Regierung haben leider dem greisen Herrscher wenig ersreullches gebracht. Die vorangegangene wirtschaftliche Depression hatte gcrabe auf Sachsm mit ihrer ganzen Schwere gelastet und der Bollswirtschaft wie den Staatsfinanzen tiefe Wunden geschlagen; die Männer aber, die an der Spitze des Staatswesens standen, haben es nicht verstanden, durch eine großzügige Wirtschaftspolitik die Schäden zu heilen und der Mrßsttmmung zu begegnen, die aus jenen Notständen erwuchs und durch einen engherzigen Fäskalismus und einen steifen Bureaukrattsmus noch Vertieft wurde. König Georg hat in die Tradition der späteren Regierungsjahre seines Vorgängers keine Aen- derung gebrach^ auch teme nach haltige Initiative gefunden, um die unglückseligen Folgen eines verfehlten Wahlgesetzes mit ihrer Entrechtung breiter Schichten zu beseitigen; die Frage der Wahl- re ch t s r e s 0 r m ist unter ihm keinen entscheioenden Schrttt weiter gekommen. Der Protest gegen das System sand in den Reichstagswahlen vom 16. und 25. Juni 1903 seinen Ausdruck, in denen das ganze §tönigreich, mit Ausnahme eines Wahlkreises, der Sozialdemokratie anheimfiel. Die seitherigen Nachwahlen haben dies trübe Bild nur unwesentlich korrigiert; was will es sagen, daß zwei sächsische Wahlkreise nur zu Gunsten der ant-isemitisch-zünftlerisch-agra- rischen Koalttion der Sozialdemokratie varenthalten geblieben sind! Plaudernd und lackend, stumm und schtveigeud, je nackdem es ihnen zu Mute war, kehrten die Arbeiterinnen heim. Mau sah unter ihnen manche abgeleitete Gestalt, manches abgehärmte, Mnllidjc Gesicht. Zehn Stunden des Tages in der heißen Luft der Spinnfabrik arbeiten, die von dem Staub der Bapm- ^ooUen-Ballen, von dem Tunst des Oels und der Farben erfüllt war, untergrub auf die Tauer selbst die Gesundheit dieser derben Gebirgsbevölterung, wenn nicht ab und zu eine längere Arbeitspause eintrat, in der sich die Arbeiterinnen in der frischen Bergluft wiooer erholen und stärken konnten. Herrn Neugebaurs Augen blieben auf einem alten, in einen leichten Touristenanzug gekleideten Herrn haften, welcher langsam die Tvrfgasse entlang ging. Er wurde von den Arbeiterinnen achtungsvoll begrüßt; bei einigen der am ärmlichsten Gekleideten und am kränklichsten ausfthcnden blieb er stehen und unterhielt sich mit ihnen. Neben ihm wackelte auf kräftigen Beinchen ein etwa dreijähriges Bürschchen in einfach sauberem Kleidchen. Tas Kind hielt sich an den Rockschvß des alten Herrn fest, der sich öfter freundlich zu ihm niederbeugte. „Wer ist der alte Herr dort in dem grauen Anzuge und dem breiten Strohhut?" fragte Neugevaur den Wirt, der ihm soeben ein ftischeö Glas schäumenden Pilsener Bieres brachte. „Ah, der da! Ja, das ist unser alter lieber Amtsgerichtsrat Feilner! Er wohnt nun schon fast drei Monate hier und tut sehr viel Gutes an der armen Bevölkerung; 's ist ja ein etwas wunderlicher alter Herr, aber herzensgut. Sie werden ihn übrigens kennen lernen, denn er speist mittags bei mir." „Wohnt er nicht bei Ihnen?" „Nein, das ist auch jo eine Marotte von ihn:. Er hat sich in dem kleinen Häuschen, das Sie dort unten am Walde sehen, ringe mietet. Sonst war es nur eine armselige Hütte und diente als Armenl-aus. Aber wir Ijabeu feine Ortsarmen mehr, außer der alten siebzigjährigen Wittoe des Totengräbers, Knoche. Ter hat man vor einigen Jahren das Haus übeiiu-icfen. Seit sie dann eine junge Frau ausgenommen, welche vor drei Jahren hier zuwanderte, ist das Häuschen und das Gärtcheic in guten Ltarrd gekommen. Jetzt siehtordentlich schmuck aus, nachdem der Amtsgerichtsrat in jedem Jahr einige Sommermonate drin wohrrt. Er hat das Häuschen anscrrichen mid ausbessem laffen.' Tas ist auch so eine Marotte bon ihm." Herr Neugebaur lächelte befriedigt. Er hatte feinen Mamr entdeckt mrd konnte den Nichten und Neffen gleich mit einer neuen „Dummheit" ihres Heben Onkels aufwarten. In diesem Augenblick jauchzte das Kind neben dem allen Herrn laut auf mrd lief einer allein die Gasse heraufkommenden Frau entgegen, welche beim Anblick des Kindes niederkniete und das Kind mit den Armen auffing mrd zättlich küßte. Tann erhob sie sich, strich bem Knaben die blonden Locken aus der Stirn, l)ob ibn auf den Arm, gab dem alten Herrn, der inzwischen herangekommen war, die freie Hand, und beide schritten bann' Seite an Seite dem kleinen Hause am Waldesrande zu. Mit lebhaftem Erstaunen hatte Kaspar Neugebaur dieser Szene zugeschaut. Er wittette die sensationellsten Tumnrhetten des Heben Onkels. Tie Frau, welche da mit ihm ging, war ver- MtN'ismäßig noch junge, so um die Dreißig herum, eine stattliche Erscheinung mit einem blassen, ernsten Gesicht, das von blonden! Haaren einaerahmt wurde. Tie starken bunflen Augerrbrauen gaben dem Gesicht einen finsteren Ausdruck, der jedoch durch das lauste Lächeln des sck>ön geschnittenen roten Mundes gelindert wurde. Jl)re Kleidung, ein einfaches, dunkelblaues Kattmrklerd, graue Schürze, um das Haupt ein schwarzes Tuch geschlungen, war von tadelloser Sauberleit mrd ließ ihre kräftig-elastische Gestalt schön hervottreten. (Fortsetzung folgt.) —1 Wilhelm v. Kaulbach. 9tn dem Gvabe des! berühmten MalerS Wilhelm v. Kaulbach in M ünche n fand am Samstag ans Anlaß seines 100. Geburtstages eine Gedächtnisfeier statt, an der die Berwaiwten deö Künstlers, die städtischen Kollegien, solvie zahlreiwe Vertreter ber Künstlerwelt teilnahmen. Pros. Stieler hielt die Gedächtnisrede. Unter den am Grabe niedergcl ften Ziränzeu befanb siel; rin solcher der Berliner und der Tüsscldvrser Adrdemie der bilbcuben Mnstr. zusetzen. Aus der Mandschurei Berichten der Divisionen zufolge kommt bem gestrigen Siege Reuters bei der cnn 13. Oktober ausführlicheren liegen folgende Nachrichten vor: London, 15. Ott. Der Korrespondent Armee Okuö meldet nach einem in Fasan angekonanenen Telegramm: Eingegangenen zage bis hinter Schah e. Tokio, 15. Okt. C 9 Uhr morgens bemerkt wurde, daß feindliche Kolonnen ziemlich offen in der Richtung auf unsere Stellungen aus der großen Mandarinenstratzc vorrückten. Unsere Entterinr eröffneten das Feuer auf diese Kolonnen. Der Mfeyks- haber des linken Flügels meldet, daß der Feind dort bedeutende Verstärkungen erhält. Wie dies aua> bei Liaujang der Fall war, brach gestern infolge der vielen Schüsse ein starkes Gewitter aus. Heftiger Regen ging hernieder. Die Straßen sind schlecht geworden. Die Flüsse gestiegen. Die Gcneralordre für alle Truppen blewr dieselbe: „Hartnäckigsten Widerstand leistem Soeben wird gemeldet, daß bedeutende Streitmächte der Japaner die Eisenbahn von Westen nach Osten überschNrre^ Z)kr Krieg zwischen Japan und Rußland. Tie Folgen der großen Schlacht bei Jentai. Man darf heute von einem neuen großen Siege der japanischen Armee bei Jentai sprechen, denn alle drei Armeen wiesen den russischen Angriff ab und sind seit dem 12. Oktober im Vormarsche auf Mukden, d. h. sie 15 Okt. Der plattdeutsche Volksdichter Johann Meyer ist im Mer von 76 Jahren gestorben. verfolgen energisch die auf der ganzen Linie zurilckgchenden der linken Armee eine höhere Bedeutung zu al^ man Russen. Der AuSgang des Kampfes ist keine Unterbrechung bisher angenommen hat. Als die Russen den Rnckzug be- des nissifchcn Angriffes, nicht ein blosses Stocken, er ist auf gönnen. waren vierundzwanzig russische Geschütze allen Piiukten entschieden abgcwicsen. Die bisherigen Tele- und viele Gewehre von den Japanern erbeutet. graphen-Berichte melden nur den AuSgang, weniger über Die Russen erlitten bei ihren Gegenangriffen schwere den Verlauf der großen Schlacht, die sich in drei Einzel- Verluste. Die Verluste der Japaner sind viel schlachten nach dem Gelände und der Truppeneinteilung kleiner. Der japanische Vormarsch dauert den ganzen Tag gliederte: am Hunho, bei Jentai, an den Furten deS Taitzeho fort. Die Ruffen geben zurück. bei Pensihu. Ueberall greifen die Russen die japanischen Petersburg 1b. Ott. Der Korrespondent der Birshe- Stellungen mit großer Entschlosienheit an und wiederholen wlja Wjedomostl" telegraphiert auS Mukden. Nach Besicht!- die Angriffe nach dem ersten Mißlingen. Beide Gegner gung unserer ganzen rechten Flankenlime bin ich hier em- kämpsen mit einer Entschlossenheit, welche die Haltung der getroffen. Am 12. Oktober war unsere rechte flanke ge- Truppen in der ersten Schlacht bei Liaujang noch übertroffen zwungen, sich nach Norden zurack-nzrehen uvd die haben soll. Wenn den Russen Erfolge versagt Station Schatze aufzugeben. Die Veranlassung des Rück- b lieben, so trägt die nicht auf der Höhe stehende zuges ist darin zu suchen, daß der Femd mit überlegenen und eine zurückgebliebene Streitkräften einen überaus heftigen Angriff hierher richtete. " " Leib gegen Leib kämpften die Soldaten. Die Artillerie suchte die schwachen Punkte auf, um sie zu beschießen. Die Schützenketten der Gegner rückten gegen einander. Die Artillerie erhielt Befehl, den Angriff vorzubereiten: sofort eröffnete sie lebhaftes Feuer gegen die feindlichen Laufgräben, und die Infanterie stürmte vor; einen Augenblick später waren die Laufgräben genommen. Man erwartete einen Gegenangriff, doch ließ das Feuer bei Einbruch der Nacht nach und verstummte dann ganz. Hierauf erfolgte der Befehl zum Rück- 14. Oktober abends kamen die ersten Verwundeten an. Das Gefecht dauert noch fort. Die erste Abteilung der vierten Don'schen Kosakendivision ist eingetroffen. Petersburg, 16. Okt. Kuropatkin meldet dem Kaiser von gestern: Ju ber Nacht auf den 14. Oktober machten die Japaner mit großen Streitkräften einen Ueberfall auf das Korps, welches sich beim Schahefluß auf der großen Mandarinenstraße befand. Mehrere Angriffe wurden zurückgeschlagen. Der l e tz te Angriff der Japaner war von Erfolg gjekroni und das Zentrum dieses Korps wurde durchbrochen. Gleichzeitig entbrannte ein Kampf auf dem rechten Flügel der benachbarten Abteilung. Der wahrscheinliche Durchbruch des Zentrums unserer ganzen Stellung brachte die benachbarten Truppenteile in Gefahr und konnte sie zum Rückzüge nötigen. Um die AD- teilungen aus der großen Mandarinenstraße au unterstützen, wurden rasch einige Bataillone dorthin gesandt. Von diesen ügt jetzt über Truppen, die fünf Wochen mehr oder weniger Ruhe genoffen; kein Hindernis wie der Taitseho erschwert nach dem ersten Siege die unmittelbare Verfolgung des Feindes. Die japanischen Truppen stehen in unmittelbarer Berührung mit den Russen, die auf allen Punkten geschlagen worden sind. Der Rückzug deS starken russischen CLlllUB ............. linken Flügels führt durch ein unwegsames Gebirgsland,!^^^...^ gingen unsere Truppen zum Anriss vor deffen Pässe und Engwege die beste Gelegenheit bieten, ben imb gelang ihnen, das Dorf Schahepu zurück^ Rückzug unmöglich zu machen. So sollen drei bis vier , uerobern und die früheren Stellungen wie er Divisionen bei Pensihu äußerst gefährdet sein einzunehmen. Die Japaner, durch' Reserven ver- und ihre Artillere schon verloren haben. Ja, es stärkt, verdrängten uns wiederum m scheint sogar, als hätten die Japaner bereits den H u n h o- D o r f Schahepu. Sa Fluß Übertritten. Dieser Fluß soll eine Breite hoben Unsere Truppen gmgen Mm ckugr.s^ b wie der Rhein bei Düsseldorf. Heber diesen Teil des Flusses nach einem hartnäckigen K ^pf. S Fg^ner bis auf zwei führen nur drei brauchbare Brücken bei Matstapu, die Bahn- i von diesem Dorf zurü ck zu d r ä n ge n. Auf unserM brücke und die Brücke der Kaiserstraßc nördlich Hunhoku. . ' toar t)ie Lage eine Zeit lang äußerst auf- Obcrhalb derselben soll erst 40 Km. entfernt bei Fuschunschön I. ^nd Sic Truppen wurden in der Front angegriffen ein für den linken russischen Flügel geeigneter Uebergang fein. untcr gleichzeitiger Umgehung des rechten Flügels Em Rach Tokioer Meldungen folgen alle drei japanische Armeen Abteilungschef schob Truppenteile vor, die .staffelformig den Russen auf dem Fuße. Für die 1. rechte Flügelarmee hinter der Front aufgestellt waren und nun ihrerseits di fitfian entsandt um den russischen Truppen den Rückzug von en von^u Schahcfluß. Die Stellungen der Truppen Pensihu zu verlegen. Drangen die ,apa>uschen Slrmeen schnell Zentrums Warrn im Vergleich mit denen veränderen und rücksichtslos den zurückmarschlerenden Russen nach, so I der Gesamtstellung bedeutend vorgeschoben. Des" steht eine neue Kata strophe schwerster Art für bie maren schon vorher die Stellungen in gleicher Linie russische Armee zu befürchten. Tie japanische Heeres- ^gnt rechten Flügel ausgewählt und zum Teil befestigt, leitung ist sich ihrer Aufgabe wohl bewußt und voll Eifer, I^gch einem erbitterten Kampf gingen unsere Truppen aus sie zu erfüllen. Alle Maßregeln deS japanischen Generalstabes diese Stellungen zurück. Unsere Truppen kämpftett zielten schon bei der Veranlagung der ersten Schlacht bei seit drei Tagen. Viele Regimenter haben drei Nachte durch eine energische Verfolgung den vernichtenden Schlag zu versetzen, und man darf annehnien, daß Marschall Oyama in dieser Erkenntnis alles daransetzen wirb, um den Zweck seiner Operation /Vernichtung des Feindes" durch- versönliches Verdienst zu überkommen Pflegt. König Fried- ; rieb August wird stier teilweise auf neuem Grunde zu bauen - bnben. Voller Entsagung inmitten einer Umgebung, aus ; her Weichheit und Anmut geflohen sind, ist die Aufgabe ( des neuen Königs trotzdem schön und groß. (Zk!nz Deutschland ist mit Sachsen einig in dem l)erzlichen Wunsche, daß es dern jüngsten Könige in deutschen Landen mt dew starken Dillen dazu und an Segen nicht fehlen möge. Die ersten Kundgebungen des neuen Königs. Der König erließ eine Proklamation an sein Kolk, in der er seines verstorbenen Vaters pietätvoll gedenkt und die er also schließt: Der edle, bis zum letzten Augenblicke für des Landes Wohl rastlos tätige verewigte Fürst bat während seiner Regierung viel Schweres durchlebt. Vielleicht ntfre ein w eni '.er Hochherziger Monarch verzweifelt. Er hat aber, selbst in schwersten Augenblicken, nicht daS Vertrauen 3 um Volke verloren. Diesem großen Beispiele folgend, bringe auch ich meinem Volke das vollste Vertrauen entgegen. Es wird mein stetes Bestreben scm, des Landes und des Volkes Wohl zu fördern und jebcn, auch ben letzten meiner Untertanen glitcklich und zufrieden zu machen. _ .. r . , . Das sächsische Militärverordnungsblatt bringt einen Armeebefehl des Königs zur Kenntnis. Auch stier spricht er in Liebe und.Verehrung von seinem Vater und schließt: Von meiner ftühesten Jugend mt nxrr die Armee meine ganze Liebe. Wie ick bis jetzt in jedem Dienstgrade nur Freude an ihr erlebt stabe, so hoffe ich auch, daß die Arnree unter mir, wie unter meinen Vorgängern, getreu ihrer glorreichen Vergangenheit, im Kriege wie im Frieden ihren ehrenvollen Platz im groken bcittf(bcn Heere behaupten wird. Das „Dr. I." veröffentlicht einen von den Mintstern gegengezeichneten Erlaß des Königs betreffend die Uebernahme der Regierung durch ihn. Darin heißt es: W'r versehen uns zu imfercn getreuen Ständen, unseren königlichen und sonstigen in öffentlichen Diensten angestellten geisilickien und weltlichen Beamten icnd Dienern, auch zu allen Untertanen und Einwohnern unseres Königreichs, daß sie uns, als ihrem rechtmäßigen, angestammten Landesherrii, schuldige Di e n st- vflicht, Treue und Gehorsam so willig alo vflicht- maßig leisten werden. Dagegen versichern wir sie unsrer auf Hmidstabung von Recht, Gerechtigkeit und Förderung der Wohlfahrt und des Besten unseres Landes unausgesetzt gerichteten landesväterlichen Fürsorge, werden auch die Verfassung des Landes in allen Bestimmungen während unserer Regierung beachten, aufrechterhalten und beschützen Damit der Gang der Staatsgeschäfte nickt unterbrochen werde, ist unser Wille, daß sämtliche Behorchen ihre Verrick?tung bis aus unsere weitere Bestimmung pffichtmäßig fortsetzen. Wilhelm II. und Friedrich August HI. Das „Dr. I." deröffeiitlicht folgeuden D e p e s ch e n w e ch s e l zwischen Kaiser Wilhelm und König Friedrich August: . ., . „Mit aufrichtiger Trauer empfange ub die Nachricht von dem Ableben Deines von mir hochverehrten Vaters, der mir, meinem Vater und meinem Großvater so nahestand, einer der letzten aus der großen Zeit, in der er treu an der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes mitwirkte! Die Kaiserin und ich senden Dir und Deinen Geschwistern den Ausdruck inniger herzlick^r Teilnahme. Gleichzeitig sprecbe ich Dir zu Deiner Thronbesteigung die besten Glück- und Segenswünsche aus in der Ucber- zeugung, daß die guten traditionellen Beziehungen zwischen uns, unseren Häusern und Ländern unverändert fortbestehen werden. Wilhelm" Der König antwortete: „Kaiser, Hubertusstock. Herzlichsten Dank für Dein herzliches Telegramm, das mir in meinem tiefen Schmerz sehr wohl getan hat. Dank auch für den Ausdruck persönlicher und bundesfreundlicher Gesinnung, die ick aus ganzem Herzen erwidere. Friedrich August." Kronprinz ist nunmehr das älteste Kind des jetzigen Königs, Georg, geb. anr 15. Januar 1893. Seine jüngeren Geschwister sind Prinz Fri-drich Christian, <7*6. 31. Dezember 1893, Ernst Heinrich, geb. 9 Dezember 1896, Prinzessin Margarete, geb. 24. Januar 1900, Maria Mir, geb. 27. September 1901, Anna Monika, geb. 4. Mai 1903. Des König? geschiedene Gemahlin. Gräfin Montignoso, die ehemalige Kroiwrinzessin, lebt zur Zeit vollständig zurückgezogen mit ihrem jüngsten Töchterchen in einem äußerst einfach eingericksteten Häuschen im Schweizer- Al, das zur Villa Wartegg bei Staad am B-odensee gehört. Sie bat nur wenige Begleiterinnen und geringe Dienerschäft bei sich. Ueber ihre ferneren Ansichten ist noch nichts entschieden Die für die nächste Zeit beabsichtigte Reise nach Florenz ist aufgeschoben. Sie bleibt vorläufig in ihrem Landbaus wohnen und wird ie nach den Nacknichten aus Dresden ihre weiteren Reisevläne fassen. In ihrer Umgebung hält man eine Rückkehr nach Dresden für nickt ausgeschlossen. (?^ Sie selbst äußert sich darüber nickt. Ihr Aussehen ist sehr gut. GcfechtSleitung und eine „ _ KampfeSform, namentlich der Infanterie, die Schuld. Wiederum tritt die Verwendung der Kavallerie ganz zurück. Entweder tut sie den Dienst einer berittenen Infanterie, oder den einer schlecht angesetzten Schlachtenka va l lerie, denn der einzige Reiterangriff gegen die japanischen Stellungen bei Pensihu scheiterie gerade im entscheidenden Augenblicke. Eine rühmliche Ausnahme macht die russische Artillerie, die von Freund und Feind bn6 höchste Lob erntet. Sie brachte in dieser Schlacht zum erstenmal die ncueingcführtcn Rohr- rücklausSgeschütze in daS Gcsccht. Wenn nach einigen Mel- , düngen 3 4, nach anderen sogar 7 0 russische Geschütze Tokio, 15. Okt. General Oku berichtet, daß seme während der Schlacht in die Hand her Japaner Armee an den drei Schlachttagen vom 10. bis 12. Oktober fielen, so ist auS bem Verlust weniger der Waffe selbst als an Offizieren vier Tote unb 31 Verwunbete der zugehörigen Infanterie ober Kavallerie ein Vorwurf zu verloren habe. Zwei weitere Offiziere würben vermißt, machen. Tokio, 15. Okt. Marschall Oyamas Bericht übet Es ist nicht der Zweck bieser Zeilen, die GefechtsleitungGefechte am 14. Oktober lautet: Die Kolonne unter unb Kampfweise in ber zweiten Schlacht von Liaujang zu Kanin kämpft jetzt auf bem linken Ufer bes Tait- besprechen, fonbern auf den letzten Akt bieser kriegerischen gehen Meilen östlich von Penhsilio. Die Angriffe und Unternehmung, auf den Rückmarsch ber Russen unb auf die ^cr Pormarsch schreiten befriebigenb auf ber ganzen Front Verfolgung ber Japaner hinznweisen. Die japanischeDie linke Armee eroberte weitere zehn Armeeleitung kennt sehr gut den Vorwurf, baß sie dis- Geschütze. hernach keinem Siege eine erfolgreiche Verfol- Tokio, 15. Okt. Marschall Oyama schätzt in seinem aung e inznl eiten vermochte. Nach ihrem Siege bei Bericht bie Verluste ber Russen aus 30,000 Wascmgu, Telessu schien ber Rückzug des geschlagenen KorpS a n Die Schlacht bauert fort. Die Russen treten ben des General Steckelberg den Petersburger militärischen Kreisen Rückzug an. Augenscheinlich erlitt Kuropatkin eine erdrückende äußerst gefährdet, nicht nur durch daS unmittelbare Nach- Niederlage. drängen des General Oku, sondern viel bedenklicher durch den Tokio, 15. Okt. Nach einer Depesche deS Marschalls möglichen raschen Vormarsch eines HeeresleileS deS General Nodzu 0 a vom ^.Oktober wurde der Feind in ber ganzen von Takuschan über Hsmyen in ber Richtung auf Kaypmg. r 0 n t ber japanischen Armeen auf baS DaS zu Erwartende geschah nicht und Stackclberg konnte bei U f e r d e S S ch a h o ** zu- Kayping ungehindert wieder Front machen. Nach keiner bcr L ü q c ro 0 r ; e n. Sein AugriffSplan ist mithin völlig ge- hierauf folgenden Schlachten setzte der japanische Generalstab eme .^ Man nimmt an, daß die feindlichen V er- wirksame Verfolgung an. Am schärfsten tadelte man blclc ( u c mchc a[§ 30,000 Mann betragen. Unsere Unterlaffung einer Verfolgung nach dem erpen Sicflc uon Lg 0 ( b n t c n bcaruben am Donnerstag 2000 Mann. Liaujang, sie hatte zur Folge, daß die taktisch voltfonnncn U c b c u t e t TOUrben eine große Anzahl Gewehre, Munition, geschlagene russische Armee trotz der Niederlage ihre Verbände unb bie bereits gemeldeten Geschütze. bcwnhrtc und feine nennenSroerte Trophäen m ^cinbeSljonb J - ~rt ,nra ro;rb ließ. In diesem Falle aber läßt sich da? Unterbleiben einer P°t"Sburg 15. O t Der Muss T ..Ag. w,rd Verfolgunq entschuldiqen^ Die Japaner hatten ben ersten »uS Charbm von heute gemelbet ES «rlau^, d-e panze Sieg bei Liaujang nicht durch Ueberzahl ertämpft. Sie be- Schwere des Gefechtes vom 14 O ober fiel d m 17 K°rp saßen umsoweniger eine frische Reserve, welche die Verfolgung welches dank redEjtaeittgcr “ ^*^2 ^72 ungesäumt und nachdrücklich ausnehmen konnte, als sie in den Korps alle SteMmgen behauptete Dem /-rnehmen nach achttägigen Kämpsen den lehten Mann c.ugesetzt hatten und sch W» unsere Truppen echsAnqnffe i ^ek ,.p.n sich die Truppen bis auf das äußerste erschüttert und erschäpft Arttllene mußte dreuual ,hr Feuer -mstellen Un,.„ aus dem Feuerbereiche waren. Der Mangel an Kavallerie macht sich der japanischen Heeresleitung überall sehr empsind- lich geltend, sei c8 beim AusklarungS- unb Sichcrungsbicnste, sei es zu ihrer Verwendung, um zu verfolgen. Im ersteren Falle ist ihr Mangel mit eine der Ursachen ber auffälligen Langsamkeit ihrer Märsche, im letzteren erschwert ber Ausfall ber Kavallerie bic Verfolgung im höchsten Maße. Nach bent zweiten Siege bei Liaujang sind bie Vor- bebingungen zu einer wirksamen Verfolgung für bic japanische Heeresleitung günstiger als vorbem. Marschall Oyama ver- Briefe König Ludwiqs l. an Wilhelm v. Kaulbach enthält das eben erscheinende bayrische Spezialheft ber Süddeutschen Monatshefte. Fran Justizrat Dürck, eine Tochtn des Malers, teilt einige Billette mit, die er von feinem königlichen Auftraggeber erhielt, und die in gleicher Weise charakteristisch sind für die Art, wie Ludwig I. mit seinen Künstlern verkehrte und für seine originelle Schreibweise. Wir teilen im folgenden zwei dieser Billette mit: „Tie Bildnisse dieser 14 Künstler hier alphabetisch angegeben, sind aus der Nordseile der Pinakothek in ganzer Gestalt zu malen, mit dem am längsten gebohrenen beginnend von der linken zur rechten, von da anfangend von wo die die Pforte enthaltende Schmalseite am nächsten ist. Tie nicht da abge- bildeten Künstler sotten es nicht als Geringschätzung betrachten. Ter Raum gestattet nur 14 Bildnisse. München, 12. November 1851. Ludwig. ES wurden diejenigen von mir bezeichnet, die durck ihr Wirken vorzüglich mit mir verbunden. Ludwig." München, 23. Jan. 1852. Werther Kaulbach! Meine Antwort betteffend . . .*) Entwurf zu einem ber Gemälde an der neuen Pinakothek. Tie Krönung meines Standbildes in einem von mir malen gelassen werdenden Bist^ wäre so entschieden wieder meine Art und Weise. Lassen Sie solche weg, alles übrige dieser tresslicken Zusammenstellung Komposition! ^trefflich ist Jede Kaulbachs hätte zu bleiben. Ter Ihr großes Talent zu schätzen w! ' nder Ludwig. Auch des Standbildes kann füglich bleiben." *) Unleserliches Wort. * — Erste Rheinische Kunst au sito l l u u g in Köln. Man schreibt uns' Tas Preisgericht sprach dem Entwurf von Pros.-'--r Dilling in Karlsruhe die Ausführung der Ausstelb Totto, 16. Oft. (Amtlich.) Marschall Oharna berichtet vom 15. Oktober: Die Zahl der bisher auf dem Schlachtfelde vor der Front der rechten Armee tot aufgefundenen Russen beträgt 450 0. Biel wettere sind noch nicht gezählt. Hundert neue Gefangene wurden gemacht. Der Gesamtverlust der Russen auf diesem Teile des Schlachtfeldes wird allein auf mehr als 20000 geschätzt. Die russischen Verluste vor der mittleren und der linken Armee werden festgestellt. Muk den, 16. Oft. (Reuter.) Heute^nahm der Kampf auf dem rechten Flügel der Armee, zehn Meilen südwestlich von hier, seinen Fortgang. Es ist jetzt sicher, daß di e russische Armee im stände sein wird, sich aus ihrer schwierigen Lage zu retten. Die gegenwärtige Schlacht ist gewaltiger als die bei Liaujang. Die Russen greisen heute auf dem rechten Flügel an. Tokio, 15. Oft, abends 8 Uhr. (Reuter.) Die hier eingclaufenen Depeschen OHamas geben eine bis ins einzelne gehende Darstellung der letzten Kämpfe. In denselben wird eine große Zahl Orte, welche auf den Karten nicht zu finden sind, aufgeführt. Oyama schließt mit der Mitteilung, daß das Ergebnis des vom 10. bis 14. tobenden unaufhörlichen Kampfes nach jeder Richtung hin günstig war. Der Feind war an Truppenstärke der unserigen überlegen. Er wurde nicht nur geschlagen, sondern auch tatkräftig verfolgt. Wir treiben die Russen gegen das linke Ufer des Hunho und bringen ihm große Verl u st e bei. Mehr als 30 Kanonen wurden erbeutet. Tie Zahl der Gefangenen beträgt mehrere hundert. Der Plan des Feindes ist vollständig'fehlgeschlagen, seine Ofsensivbewegung gescheitert. An Kriegstrophäen wurden außer den Kanonen eine ungeheuere Menge Munitionswagen und eine sehr große Zahl Gewehre erbeutet Tie japanischen Verluste in den Kämpfen vom 11. und 12. belaufen sich auf 1250 Mann, .außerdem sind 15 Offiziere tot, 46 verwundet Tokio, 16. Okt, 11 Uhr vormittags. (Reuter.) Fortwährend laufen von der Front Meldungen eilt. Aus der Zahl der aufgefundenen Leichen ist zu schließen, daß die Verluste der Russen am 14. und 15. über 40000 Mann betrugen. Meldungen über die Verluste der Japaner sind lückenhaft, aber jedenfalls gering im Vergleich zu denen der Russen. Tie Verluste Okus vom 10. bis 14. betragen an Toten und Verwundeten 2500 einschließlich der Offiziere. Moskau, 16. Okt. Der russische Konsul in Mutschwang, Grosse, ist hier eingetroffen und berichtet: Fünf Stunden, nachdem die Russen Mutschwang geräumt hatten, sind die Japaner eingerückt. Sie benahmen sich zurückhaltend und luden die Konsuln, auch Grosse, zu einer Beratung über die Lage ein. Grosse nahm diese Einladung nicht an. Die japanische Verwaltung verbot den Japanern das Haus Grosses. Auf dem Zollamte wurde die russische Flagge gegen die japanische vertauscht. Eharbin, 16. Okt (Rufs. Tel.-Ag.) Statthalter Alexejew ist nach Eharbin zurückgekehrt Port Arthur. London, 15. Okt. Nach Meldungen aus Dschifu soll dort ein drahtloses Telegramm Stössels einaetroffen sein, welches dem dortigen russischen Konsul meldet, daß in Port Arthur die Vorräte an Kohlen und Munition ausgegangen seien. Petersburg, 15. Okt. Nach einer Meldung aus Dschifu ist die Verbindungmit Port Arthur jetzt fast vollkommen abgeschnitten. Tie Beschädigung des Retwisan durch das Bombardement ist unbedeutend. Dagegen wurde auf dem Kanonenboot „Gitta?" der Kommandant und viele Matrosen getötet. Tie Japaner befestigen jetzt besonders die Höhen bei Takuschan im Osten. AugenscheiMch wird ein neuer Sturm angriff vorbereitet Das baltische Geschwader. hat am Samstag den Hafen Libau verlassen und am Sonntag Bornholm passiert. Der Ausstand in Deuisch-Südwestasrika. Die Kriegserklärung Witbois. Die Meldung von dem Abfall Hendrik Witbois läßt über den Ernst der Lage im Süden des Schutzgebiets keinen Zweifel. Nicht nur, daß die Witbois, der kriegstüchtigste der Hottentottenstämme, sich erhoben haben, es muß schon jetzt als ziemlich sicher gelten, daß der Aufruhr den größten Teil der Hottentottenstämme ergreifen wird, worauf die Ansammlungen im Süden von Gibeon bereits Hinweisen. Ein besonderer Anlaß zum Aufstand der Hottentotten scheint, abgesehen von der bei ihnen vermuteten Neigung, im günstigen Augenblick noch einmal den Versuch zu machen, die deutsche Herrschaft abzuschütteln, nicht vorzuliegen. Der Treubruch Hendrik Witbois kommt trotz der Kriegshilfe, die er unserer Schutztruppe seit Beginn des He- rerofeldzuges geleistet hat, nicht überraschend. Seine Unterwerfung unter die deutsche Verwaltung wurde van Kennern des Landes vielfach als eine Art persönlichen Abkommens zwischen ihm und dem Gouverneur Leutwein betrachtet. Daß sie eine so schwere Belastungsprobe aushalten könnte, wie sie sie durch unsere Beherrschung des Schutzgebietes gewiß durchzumachen hat, galt von vornherein als ziemlich ausgeschlossen. Trotzdem wird er den letzten entscheidenden Schritt nicht aus eigener Initiative unternommen haben, denn er ist viel zu gut unterrichtet, um sticht von vornherein zu wissen, welchen Ausgang dieser neue Feldzug schließlich nehmen muß. Seine vielfach antideutsch gesinnten Großleute werden ihn mit sich fortgerissen und zur Abgabe der Kriegserklärung gezwungen haben. Sie werden vielleicht im Anfang, solange die deutsche Truppe ihre militärischen Kräfte nicht zur vollen Entfaltung bringen kann, vereinzelte Erfolge erringen, aber ihrem Schicksal werden sie auf die Dauer doch nicht entgehen können. Freilich müssen wir uns auch darüber klar sein, daß die Bekämpfung der Witbois und der übrigen Hott en - itottenstämme nicht wieder mit so geringen Mitteln wird ausgeführt werden können, rote sie nior 10 Jahren Oberst Leutroein zur Verfügung Banden. Die Gefahr ist ungleich größer als damals, die Kriegstüchtigkeit des Feindes ist in der Zwischenzeit systematisch gesteigert worden und die Nähe Ler britischen Grenze sichert ihnen Herbeischaffung von Gewehren und Munition, worin sie kaum von irgend einer Seite behindert werden dürften. Schon heißt e§, daß ein Regiment und zwei Batterien nach Südwestafrika entsandt uoerden sollen; danut wird jedoch da§ letzte Wort kaum gesprochen sein. Die Kriegserklärung Hendrik Witbois ist, wie der Kapitän in einem Briese erklärt, veranlaßt worden durch die Furcht, daß die Entwaffnung der Witbois bevorstehe. Nach einem in Berlin eingetroffenen Telegramm des stellvertretenden Gouverneurs von Windhuk ist diesem au: telegraphischem Wege vom Gouverneur Leutwein aus Rehoboth die Nachricht zugegangen, daß Gouverneur Leutwein in Rehoboth eingetrossen sei und von dem Briefe Hendrik Witbois an den Kapitän von Rehoboth Kenntnis genommen habe. Ein Brief Witbois an den Kapitän von Hoakhanas besagt, daß eS wegen des deutschen Vorhabens der Entwaffnung geschehen sei. Die Rückwirkung des Aufstandes auf die Herero. Daß wir schließlich mit Witbois, BondelzwartS und Konsorten fertig werden müssen, ist selbstverständlich; ganz enorme Unannehmlichkeiten dürften uns aber erwachsen, wenn, wie alte Afrikaner behaupten, unser bei den deutschen Schutztruppen (als Ochsenführer, Bam- busen usw.) tätiges schwarzes Personal nun auch von uns ab fällt. Die einzigen, die da helfen könnten, wären Buren, die man (ohne irgendwie mit dem Gelde zu knausern) sofort engagieren müßte und die verpflichtet werden müßten, gleich eigenes schwarzes Unterpersonal mitzubringen. Was nach der Kriegserklärung Hendriks unsererseits mit den bisherigen Verwundeten, den verschiedenen deutschen Abteilungen zugeteilten Witboireitern geschehen ist, darüber liegt noch keine Meldung vor; zum mindesten müssen sie jedoch sofort irgendwo in ein sicheres Gewahrsam genommen worden sein. Etwas Besonderes haben diese Reiterin den Gefechten niemals geleistet; ihr ganzes Streben ging dahin, Vieh einzubringen, da ihnen für jedes Stück Großvieh eine hohe Geldprämie gezahlt wurde. Die Offiziere des letzten Gefechts. Der leichtverwundete Führer der an dem Gefecht vom 5. Oktober beteiligt gewesenen Kompagnie, Hauptmann Wehle, wurde 1965 geboren. Er trat 1884 bei dem Infanterieregiment »Graf Werder" Nr. 30 ein. Seine Ernennung zum Oberleutnant erfolgte 1893. 1900 zum Hauptmann befördert, trat er in das Infanterieregiment Nr. 176 über, dem er auch bis zu seinem Uebertritt zur Schutztruppe angehörte. — Der im Gefecht gefallene Leutnant Eick wurde 1876 in Steinbehr geboren. Eick trat 1896 als Fahnenjunker bei dem 2. Thür. Jns.-Regiment Nr. 32 ein und hat dem Regiment, in dem er 1897 zum Offizier ernannt wurde, bis zu seinem Uebertritt zur kaiserlichen Schutztruppe angehört. — Der in einem Patrouillengefecht am 21. September schwer verwundete Oberleutnant Schultze, der Sohn des berühmten Gynäkologen Wirkt. Geh. Rats Prof. Dr. B. S. Schultze in Jena, steh im 81. Lebensjahre. Er trat 1893 in das Feldartillerie- Regiment Nr. 15 und wurde in diesem Regiment 1894 Leutnant. Den Feldzug gegen China machte er bei dein ostasiatischen Feldartillerie-Regiment mit. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine allerhöchste Ermächtigung an den Reichskanzler, innerhalb Deutsch-Süd- westafrikaS auch dort, wo eine allgemeine Steuerfreiheit besteht, Sonderberechtigungen zur ausschließlichen Aufsuchung oder Gewinnung von Mineralien für den Bereich bestimmter Gebiete zu gewähren. Der „ReichSanz." veröffentlicht ferner eine Konzession zur Aufsuchung und Gewinnung von Edelsteinen innerhalb des Bezirkes Gibeon in Deutsch-Südwestafrika für die Giben-Schürf- und Handelsgesellschaft m. b. H. Gefreiter Mallack hat sich am 21. Sept, bei Dtjekongo von seiner Kolonne entfernt und ist bis jetzt dahin noch nicht zurückgekehrt. Nachforschung wird fortgesetzt. parlamentarisches ans Kessen. Ter vierte Ausschuß der zweiten Hess. Kammer hat über den Antrag des' Mitgliedes der ersten Kammer der Stände Frhrn. Hehl zu Herrnsheim, betreffend: Einstellung der Korbflechterei in den Gefangenen an st alten Berichts erstattet. Tieser Hehl'sche Antrag wurde im März dem Ministerium der Justiz zur Meinungsäußerung unterbreitet und von diesem im April beantwortet. In dieser Antwort wird darauf hingewiesen, daß ftir das Gefängnis in Darmstadt die allmähliche Einstellung der Korbflechterei angeordnet sei, daß aber für die Zellenstrafanstalt Bußbach die gleiche Maßnahme mit Rücksicht auf. eine angemessene Beschäftigung der Gefangenen in Einzelhaft nicht in Aussicht gestellt werden könne. Die vollständige Einstellung der Korbflechterei in den hessischen Ge- fangenenanstalten würde übrigens der Hammer Korbindustrie doch nicht zu gute kommen, so lange die Korbflechterei in einer Reihe von nichthessischen Strafanstalten aufrecht erhalten werde, wie dies tatsächlich der Fall sei. Tie Regierung stellt aber Maßnahmen in Aussicht, die eher geeignet sein dürften, der notleidenden Korbindustrie in Hamm aufzuhelfen, als das beantragte Verfahren, nämlich: bessere Gestaltung der Weidcnkultur, insbesondere durch Bekämpfung des in den letzten Jahren verheerend aufgetretenen Meidenbohrers, sowie Anbahnung eines Ueberganges zu feineren Flechtarbeiten anstelle dcw jetzt fast ausschließlich betriebenen Anfertigung einfacher Körbe. Tie erste Kammer versprach sich von diesen Anregungen guten Erfolg und erklärte den Antrag des Frhrn. Heyl vorläusig für erledigt. Ter 4. Ausschuß der zweiten Kammer gelangte ebenfalls einstimmig zu der Ansicht, dem Beschluß der ersten Kammer beizutreten und beantragte daher, die Kammer wolle den Antrag des Frhrn. Hehl vorläufig für erledigt erklären. Volitilche Tagesschau. Das Branntwemsteuergesetz und die Notlage auf dem Spiritusmarkt. Bekanntlich ist unser Branntweinsteuergesetz nebst allen Novellen darauf zugeschnitten, den ärmeren Gegenden die Möglichkeit einer entsprechenden Verwertung des Kartoffelanbaues zu sichern. Dem gleichen Zweck hat auch die Konzentration des SpiriülSgewerbes in der Zentrale für SpirituSverwertung dienen sollen. In dem Bestreben nun, den landwirtschaftlichen Kartoffelbrennereien unter allen Umständen den Vorrang und den Markt zu sichern, ist die Gesetzgebung an mehreren Stellen über das Ziel hinausgeschossen. DieS ist insbesondere bezüglich der steuerlichen Behandlung der gewerblichen Brennereien der Fall gewesen. Diese und speziell die Melassebrennerei sollten sich nicht „ins Angemessene" ausdehnen können, und sie wurden deshalb in ganz besonders enge steuerliche Fesseln gelegt. Man hat diese gesetzlichen Bestimmungen erlassen zu einer Zeit, in der der Spirituskonsum noch verhältnismäßig gering und stets ausreichende Warenmengen am Markte waren; man ging von der Voraussetzung aus, daß der Spirituspreis bei dem reichen Angebot der Kartoffelbrennereien unter die Grenze der Rentablität sinken könne. Heute findet sich nun demgegenüber ein völlig verändertes Bild. Die Verwertung des Spiritus insbesondere zu technischen Zwecken hat sich enorm vergrößert. Der heutige Konsum erfordert eine Produktion von mindestens 4 Millionen Hektoliter Spiritus, einem solchen Bedürfnis aber vermögen die landwirtschaftlichen Kartoffelbrennereien in den Jahren nicht zu entsprechen, in denen eine Mißernte der Kartoffel zu verzeichnen ist. Ein solches Jahr liegt augenblicklich vor. Die Folge ist eine noch nie dagewesene Knappheit verkäuflicher Ware auf dem'Spiritusmarkt und in Verbindung damit noch nie dagewesene hohe Preise. Diese hohen Preise bedeuten aber eine Gefahr. Der Spiritus als Brennmaterial, als das er die große Nachfrage verursacht, hat bekanntlich scharfe Konkurrenz in Petroleum und anderen Leuchtstoffen. Steigt sein Preis über einen gewissen Satz hinaus, so ist er technisch nicht mehr verwertbar und man muß befürchten, daß die ganze neue, auf die Spiritus- beleuchtungstechnik gerichtete Bewegung zurückgeht. Träte aber ein wesentlicher Rückgang ein, so wären wiederum unlohnende Preise auch für die Kartoffelbrennereien die Folge. Die Fehler, welche man seiner Zeit in der Gesetzgebung gemacht hat, indem man die gewerblichen Brennereien knebelte, rächen sich jetzt; die Melassebrennerei, welche nun seit langer Zeit unter den Beschränkungen des Gesetzes gestanden hat, bat ihre Betriebe nicht entwickeln können und war nicht in der Lage, Einrichtungen aufrechtzuerhalten, welche eine rasche Vergrößerung der Produktion im Bedarfsfälle ermöglichten. Die Grundprodukte der gewerblichen Brennereien sind bekanntlich nicht an den Ernteausfall gebunden; die gewerblichen Brennereien wären deshalb jeden Augenblick in der Lage, der entstandenen Spiritusnot abzuhelfen, wenn sie heute nicht eingeschnürt und auf kleine Verhältnisse festgelegt wären. In einer sehr scharf pointierten Eingabe an den Reichskanzler und die Bundes-Regierungen legt der Verein deutscher Melassespiritusfabrikanten diese Verhältnisse dar. Er weist darauf hin, daß sich der heutige Zustand wiederholen und bei Gelegenheit empfindlich verschärfen könne, daß es deshalb dringend ratsam sei, in eine Abänderung der bestehenden Gesetzgebung insofern einzutreten, als man den gewerblichen Brennereien die Möglichkeit geben könne, in geeigneten Momenten für den Spiritusmarkt als Sicherheitsventil aufzutreten. Es ist übrigens zu erwarten, daß die Berliner Regierung derartigen Anregungen nicht ablehnend gegenübertreten wird. Müssen doch die landwirtschaftlichen Kartoffelbrenner selbst eingesehen haben, daß sie andernfalls eine schwere Gefahr laufen. Bekanntlich hat ja auch das Zentrum schon wiederholt Veranlaffung genommen, auf eine Neuregelung der Branntweinsteuergesetzgebung hinzuarbeiten. Krmst und Wissenschaft. — Schillers' hundertster Todestag in der Schweiz. Eine großartige Kundgebung ist, wie aus Bern gemeldet wird, vom eidgenössischen Departement des Innern auf den hundertjährigen Todestag Schillers geplant. Während der letzten Tagung der schweizerischen Bundesversammlung wurde im Nationalrat die Anregung gemacht, es möchte auf diesen Tag, 9. Mai 1905, vom Bunde jedem Schüler und jeder Schülerin der schweizerischen Volksschulen Schillers „Wilhelm Dell" .als Geschenk verabfolgt werden. Bundesrat Forrer hatte die Anregung zur Prüfung entgegengenommen und berief eine Kommission von Fachmännern ein, um über das Vorgehen Beratung zu pflegen. Tie Kommission empfahl grundsätzlich die Ausführung der Anregung; das Departement wird aber noch eine Berechnung der Kosten, die sich wohl um die 100 000 Fr. bewegen dürften, vornehmen lassen, bevor es dem Bundesrat seinen Antrag unterbreitet. Ta? gesamte Schweizervolk wird tat der geplanten Verteilung die schönste Ehrung des Dichters sehen und eine würdige Gegengabe an die schweizerische SchulsugMd, die seinerzeit dem Bund das Rütli schenkte. ---1 ' ■■■■" ■■■" ■■■ K Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 18. Oktobers: „Das Rheingold/ Mittwoch den 19. Oktober: „Das Veilchenmädel/ Donnerstag den 20. Oktober, abends halb 7 Uhr: „Die Walküre/ Freitag den 21. Oktober: »Die lustsgen Werber von Windsor." Samstag den 22. Oktober, abends halb 7 Uhr: „Siegfried." Sonntag den 28. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr: „Die Regimentstochter." Abends 7 Uhr: Neu einstridiert: „Der Trompeter von Säkkingen." Schauspielhaus. Dienstag den 18. Oktober*): „Der Pfarrer von Kirchfeld/ Mittwoch den 19. Oktober: „Traumulus." Donnerstag den 20. Oktober: „Hamlet." Freitag den 21. Oktober: „Traumulus." Samstag den 22. Oktober: „Die Welt, in der man sich langweilt." Somrtag den 23. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr: „Im bunten Rock." Abends 7 Uhr: „Die Räuber." Morrtag den 24. Oktober: „Traumulus." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends nnt 7- Uhr. Kandel und WerKehr. Molkswrrtschaft. Frankfurt a. M., 15. Okt. In der heutigen Generalversammlung der Höchster Farbwerke vormals Meister L u e i u s u. Brüning waren 15,200 Aktien vertreten. Die Generalversammlung genehmigte einstimmig die Vorlagen, sodaß das Abkommen mit der Frankfurter Firma Leovold Caffella u. Co. nunmehr perfekt ist. Als Vertreter dieser Firma wurden folgende drei Herren in den Aussichtsrat der Höchster Farbwerke gewählt: Geh. Kommerzienrat Dr. Leo Galis, Generalkonsul Karl Weinberg, Dr. Arthur Weinberg; außerdem wurde noch Geh. Kommerzienrat Wessel von den deutschen Solvaywcrken in Bern- bürg in den Aufsichtsrat der Höchster Farbwerke gewählt. Es wurde ferner mitgeteilt, daß die Bilanzen der Firma Leopold Cassella u. Co. genau geprüft worden seien. Danach hätte die Firma bei Zugrundelegung der gleichen Abschreibungen, wie sie die Höchster Farbwerke vornehmen, in den letzten drei Jahren 30 bis 35 pCt. Dividende auf das in Betracht kommend« Gesellschaftskapital vertcilen^köunen. Kohlenkontor. Soviel allch darüber geklagt wird, so dehnt das Kohlenkontor seine Macht doch imrner weiter aus. Nun haben auch die Anthraeitkohlen- uild Kokswerke G. m. b. H. zu Nheiliau-Dtanilheiin, die bisher gegenüber dem Kohlensyndikat und dem Kohlenkontor ihre Selbständigkeit gewahrt hatten, dlese auf- gegeben und sind,durch Kauf in den Besitz deS Kohlenkontors über- gegangen. Der Hauptbeteiligte dieser, für den süddeutschen Kohlen- marlt wichtigen Gesellschaft, war die Firma Wulff u. Co. in Düsseldorf. Die Russische N o t e n p r e s s e. Petersburger Meldun- jen zufolge arbeitet die russische Notenpreffe fleißiger Senn je. Es ind nach dem letzten Auslveis der Russifeben Staatsbank ilunmehr bereits 860 Mill. Rbl. KredilbillctS geschaffen worden. Die Ver- chlechterrulg des StatlltS der Bailk nimmt zu. Hausfrauen gebrauchet Kondensierte Älpenmikh Kiest 8 e I Voller Rahmgehalt.überall käuflich. konkuErführln. Heber den Nachlaß des am 8. Juli 1904 zu Gießen verstorbenen Sattlermeisters Ludwig Kühne wird heute am 15. Oktober 1904, nachmittags 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, nachdem der Nachlaßverwalter diesbezüglichen Antrag gestellt und die Ueberschuldung des Nachlasses dargetan hat. Der seitherige Nachlaßverwalter Kaufmann Z. Lobermann zu Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 8. November 1904 bei dem Gerichte anzumelden. ES wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten ober die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines GläubigerauSschuffeS und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Freitag den 11.November 1904, vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Men Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Cache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemcinschuldner zu verabfolgen ober zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Cache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 8. November 1904 Anzeige zu machen. dit/10 Gießen, den 15. Okt. 1904. Großherzogliches Amtsgericht ________zu Gießen._________ Verdingung. Tie Verdingung der Ero- und WegebefestigungLarbeüen, sowie der Kunstbauten einschl. Materiallieferung für die Verlegung der Haltestelle Ranstadt der Strecke Gießen—Gelnhausen soll im Wege des schriftlichen Angebots offen t- lich verdungen werden. Tie Zeichnungen und Angebotsunterlagen liegen im Bureau der unterzeichneten Betriebs-Inspektion zur Einsicht aus; bte Angebotsunler- lagen können auch von da gegen 2,00 Mark m bar bezogen werben. Die Angebote sind portofrei, verschlossen unb mit der Aufschrift »Verlegung der Haltestelle Ranstadt' versehen bis zum Eröff- nungstermin am 3. November 04, vormittags 11 Uhr, hierher einzureichen. Zuschlagsfrisl 4 Wochen. Gießen, den 14. Oktober 1904. Großh. Betriebs-Inspektion 2. ______________D1T/1U_______________ Lieferung m NerKgunOMrsiiiffeli. Außer den in 9lr. 242 u. 243 d. Bl. ausgeschriebenen Verpslegungs- beburfmffen gelangt noch zu gleicher Zeit bte Lieferung sämtlicher für den Kuchenbetrieb notwendigen Gemüse pp. unter denselben Bedingungen zur Vergebung. D17/10 UBataillonJnfanterie-Regiments »Kaiser Wilhelm" Nr. 116. ÄiiiiiMtlX nachmittags 2 Uhr, werden im Bieter'schen Saale versteigert: 1 Sofa, 1 Sofatlsch, 1 Deriikow, 1 Schreibtisch, ein Spiegel, 1 Kleiberschrank, 1 Theke mit Marmorplatte, 1 Kommode, 18 Paar Herrenfchnürftiesel und 2 geschnittene Eichetistämme. 7984s Geißler, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Dienstag den 18. Llt. d. Jö., vormittags 11 Uhr, versteigere ich im Auftrage des Spediteurs A. Lyncker iu o ess en Lager Lrleugasse 7 gegen Barzahlung: 2 Fässer Wein (über 200 Liter), mehrere Mille Zigarren, dar- niucr bessere Marken, 3 Fässer Sauerkraut, verschiedene Holz- waren als Treppenstäbe, 2ifch- und Bettstollen, sowie eme Kiste Essenzeii. TU Bcrsteigeruug findet bestimmt statt. 7956) Born,^Gerichtsvollzieher. Hausschuhe tn grover Auswahl, von 70 Pfg. an, emgetrossen. 7838 Frabz Neumeier, Sonnenstr. 20/22. Wtisl-n MmWm-wkiS Sicht», «artenstraße 2, Zimmer Nr. 14. (Geschäftsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) ': ' ■*- GS find -tt vermieten: v - ■ -*7^ 86 Wohnmigen von 2—7 Zimmern. 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Mts., abends 91/, Uhr begiiinend, findet in Louy'S Bicrkellcr die ftatiitgemäße Bekanntmachung, betreffend den Anschluß von Grundstücken an die städtische Kanalisation. Entwässerungsanlagen, die nach dem 1. Dezember d. I. ausgeführt werden, werben nur dann abgenommen und an die städtische Kanalisation angeschlosfeii, wenn sie durch einen hierfür zugelaffenen Unternehmer ausgeführt sind (§ 16 der Pottzeiver- orbiumg, die Entiväfferung von Grundstücketi im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Provinzialhauptstadt Gießen betreffend, vom 1. August 1904). Es empfiehlt sich daher, daß die Untertiehmer, die solche Anlagen ausznführen beabsichtigen, ihre Zulassung utiter Vorlage ihres Desähigungsnachweises alsbald bei unS beantragen. Gießen, den 15. Oktober 1904. B1T/i0 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung, betreffend den Anschluß von Grundstücken au die städtische Kanalisation. Nach § 38 der Polizeiverordnung, die Entwässerung oon Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Provinzial- hauptstadl Gießen betreffend, vom 1. August 1904 sind bic Pläne für die Entwässerung aller bereits bebauten Grundstücke im Gebiete der allgemeinen Entwässerungsanlage spätestens drei Atonale nach erfolgter Aufforderung vorzulegen und müssen die Ertt- wäfferungsanlageti sechs Ntonate nach erfolgter Genehmigung der Pläne vorschriftsmäßig auSgeführt fein. Mit Fertigstellung der Kläranlagen (Herbst 1905) wird die Kanalisation in Betrieb genommen werben und die Aufforberung nach § 38 der genannten Polizeiverordnung wird für die Grundstücke an den Straßen, in denen in den beiden letzten Jahren Kanäle gelegt wurden, demnächst ergehen. Es empsiehlt sich, die Pläiie möglichst frühzeitig zu beschaffen und zur Genehmigung vorzulegen, um später eme Ueberhauiung der Unternehmer und der städtischen Beamten mit Anschlußarbeuen zu vermeiden. Jii Dielen Fällen kann der Anfchlitß mit Ausnahme der Abortanlagen schon jetzt derart erfolgen, daß nach Eröffnung des regelmäßigen Betriebes auch bie Aborte durch eine geringfügige Aende- rung der Rohre angeschloffen tverden können. Nach § 16 der Polizeiverordnung dürfen Entwäfferungsanlagen nur durch die hierfür zugelaffenen Utiteruehmer, die sich durch Zu- laffungsfchem der Bürgermeisterei ausweijen tonnen, ausgefuhrt werden. Wir machen ferner darauf aufmerksam, daß bei genehmigungspflichtigen Neubauten die Pläne für die Entwässerungsanlage gleichzeitig mit dem Baugesuch, bei allen übrigen Neubauten vier Wochen vor Baubeginn eingereicht werden müffen. Gießen, den 15. Oktober 1904. Blfc/W Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Union Ganymed. Mzirks-Ierem Gießen. Freitag den 21. Oktober 1904, findet im Vereins- lokal, »Gentralhalle" (Bahnhofstraße), eine WßklSliie«ttitzk Dkksmmtuilz statt, wozu wir die hier anwesenden Kollegen wegen wichtiger Angelegenheiten freundlichst emladen. 06136 Der Vorstand. AumlMjchlauche für alle Zwecke, Kretvriemen j 1 sowie sämtliche technische Artikel für maschinelle Betriebe. Gebrüder Georg 00960 MilM'VriÄchrriiiig. Mittwoch den 19. Ottvber d. ^., nachnnuags um Uhr, werben IN bem Hause Neustadt 55 (Bieter'scher Saal) nachverzeichnete Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: 2 vollständige Betten, 2 Waschkommoden, 1 Bertitow, 2 Bücherschränke, 1 Spiegel, Tische, 1 Nachtschränkchen, 1 Zimmerteppich, 1 Sopha uno 2 Sessel, 1 Chaiselongue, bwerse Stühle, Vorhänge, Portiären ujw. 7985 I. A.: Schneider. Bekanntmachung. Tie Besitzer voil Obslbäumen der Genlarkung ließen werden hiermit aufgewrbert, zur Bekämpfung der Obstbaumschäolinge sämtliche Obstbäüme dis Mitte November gehörig abtratzen und mit Kalkmilch (gelöschtem Kalt, der nut viel Wasser verrührt ist- bestreichen zu lassen. Gießen, ben 14. Oktober 1904. Bl7/I0 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Giesteuer OmnibnS-Gesellschaft E. G. m. b. H. Die Lieferung von 900 Ctr. Hafer soll vergeben werden. Lieferbar auf 3 mal und zwar Anfang November, Februar 1905 unb Mai. Interessenten werden ersucht, ihre Offerten bis zum Donnerstag den 20. b. Alts, auf dem Depot abzugeben. C17/10 Von heute ab fast täglich (frisch) stillste gerilllcherte Ml. Würste in bekannter Güte. 7020 Schreinei* ______GelterSweg 65._____ Mineralwasser. Ein Waggon Fachinger einaetroffen. 7983 J.Weisel,«SX“8”'«. Sngtr Tmbrmvß. Schotts Weinstube _______ Bahnhofstraße. 748? Bücklinge Sprotten Aale Flundern eingetroffen. 7982 Eberhard Metzger. 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Herren die an Blasen-, Harn--, Nieren-, Leberleiden. Ausfluß u. Diabettk erkrankt sind, gebraiichen Voldo- Tee; Bestandteile: Boldoblatter aus Peru. A 1 Mk. zu toben bet W. Kilbiuger, Löwen-Drogeiie. I I für reisende HOSPIZ Damen evang. Schwesternhaus, tiieaeen, lohannesstr. 7.