fei ö®* rren* and 'zimmer Erstes Blatt. 154. Jahrgang Montag 17. Oktober 1904 Ike Kenttgt Kummer umfaßt 10 Setten Ausland Die Regierung en. icht der Privttspckrtlatiou überliest. alle des eine eine Bis mngen eingegangen, während die meisten Regierungen noch mit der eingehenden Durcharbeitung des ihnen übersandten Materials beschäftigt sind. Schwerin, 16. Oft. Der Landtag ist zum 15. November einberufen worden. Zu den Verhandlungsgegen- 'tänden gehört auch die erbvcrgleichsmästige Prinzessinnen- •teuer für die Herzogin Ceeilie in Rücksicht auf die un Frühling nächste i Jahres bevorstehende Vermählung derselben mit dem Kronprinzen deS Deutschen Reicbes und Möglichkeit gefördert werden. Gegenwärtig müffen erst Antworten der Bundesstaaten auf die vom Reichsamt Innern verfaßte Denkschrift abgewartet werden, bevor weitere Bearbeitung des vorliegenden Materials und London, 16. Cft Eine Massenpetition der Aerzte Großbritanniens und Irlands wurde dem Kultus- mibisters, Lord Londonderry, überreicht. 14 718 Mediziner ordern die Einführung des Unterrichts in der Ge- undheitslehre für alle öffentlichen Schulen und Aufklärung über die Eigenschaften und Wirkungen des Alkohols. Prag, 16. Oft. Rach Schluß zweier Arbeiterversamm- lungen zogen die Teilnehmer, etwa 1600, nach dem Graben hinauf, sangen Arbeiterlieder und riefen: „Heraus mit >em allgemeinen Wahlrecht." Bor dem deutschen Kasino wurde gerufen „Schande über die deutschen Liberalen". Als zwei Poltzeibeamte den Redakteur Dr. Pou- 'oup am Reden hindern wollten, nahm' die Menge eine Drohende Haltung an, ein hinzutretender dritter Polizei- beamter erhielt Stockhiebe, worauf er den Säbel zog; mehrere Wachmannschaften folgten dem Beispiel. Die Menge wurde auseinandergetrieben, zwei Personen verhaftet, einige verletzt. Amtliche Nochnckten über Niehseuckcn. Nachdem die unter der Gemeindeschafherde zu Storndor' ausgebrochene Räude erloschen ist, ist die über diese Herde verhängte Weide- und Gemarkungssperre wieder aufgehoben. Nachdem in Hof Sorge bei Burg-Gemünden die Milzbrandseuche amtlich sestgestellt worden ist, ist über dieses Gehöfte die Sperre verhängt. Nachdem die in einem Gehöfte zu Elpenrod festgestellte Schweinerottaufseuche erloschen ist, ist die über dasselbe verhängte Sperre wieder aufgehoben. E h r i st i a n i a, 15. Oft. Der Storthing beschloß heute abend in geheimer Sitzung, den Regierungsentwurf des neuen Zolltarifs zu veröffentlichen. Die Regierung hat den Kommissionsantrag betreffend die Erhöhung des Fleisch-und Speck-Zolles nicht ausgenommen. Im Regierungsentwurf wird für Hafer, der jetzt zollfrei ist, ein Zoll von 60 Oere per 100 Kilogramm vorgeschlagen, für Hafergrütze ein Zoll von 130 Oere, jetzt 60, für Buchweizengrütze 60, ietzt 50 Oers. ?ür Vrchweizenmchl und Roggenmehl 40, jetzt 30 Oere, für Hafermehl 100, jetzt 60 Oere, für Kleie 40, jetzt 30 Oere, für Aepfel und Birnen 15 Oere per Kilogramm jetzt 12, für Grassamen 15 Oere per Kilogramm, jetzt 80, für Kleesamen 30, jetzt 20 Oere. Der Zoll auf Handschuhe soll von 8 auf 10 Kronen per Kilogramm erhöht werden. Der Zoll auf Maschinen bleibt unverändert. Der Zoll auf Flügel soll nach dem Entwurf von 150 auf 180 Kronen per Stück, für tafelförmige und aufrechtstehende Pianos von 90 auf 120 Kronen erhöht werden. Kolonialpost. Lissabon, 15. Okt. Major Costa ist beauftragt worden, eine Expedition gegen die Kuanahmos vorzunehmen. Er wird sich am 1. November nach Südafrika einschiffen. n feile nickü Ivieder in denselben Fehler man die ?knSbeutnng der Boden- Deutsches Reich. Berlin, 16. Oktober. Die Reisen des Kaisers üach Dessau und Wernigerode sind der Hoftrauer wegen abgesagt worden. — Reichskanzler Graf Bülow ist aus Homburg in Berlin eingetroffen. — Wenn auch eine detaillierte Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes betreffend die Arb eiter-Witwen - und Waisenversicherung erst nach den klar zu Tage liegenden Einwirkungen- des neuen Zolltarifs sich ermöglichen läßt, so sollen die Vorarbeiten bis zu diesem Zeitpunkt nach von Preußen. Die «Steuer ist von den Hausbesitzern in Mecklenburg-Schwerin aufzubringen und beträgt 70000 Mark. Detmold, 16. Okt. Die Tatsache, daß der sächsische Bundesrats bevollmächtigte Graf Hohenthal Referent im Lippeschen Streitfall im Bundesrat ist, ist ein Symptom für eine Lippe günstige Stimmung, da Hohenthal ein Freund der Viesterselder ist. Wie verlautet, ist Graf Posadowsky von dem Streit persönlich schmerzlich berührt und gleich dem Grafen Bülow bestrebt, für aller- schnellste Erledigung einzutreten. Eine Konferenz mit dem Minister Gevekot galt ausschließlich dem Lippeschen Streitfall. Heidelberg, 16. Okt. Die hiesigen Kohlenband - lungen unterbreiteten dem badischen Ministerium des Innern eine Denkschrift des Zentralvorstandes deutscher Kohlenhändler, in der unter anderem beantragt wird, den staatlichen Beamten die Beteiligung an Konsum- und ähnlichen Vereinen zu untersagen. Das Ministerium lehnte es jedoch ab, diesem Antrag Folge zu geben, da kein hinreichender Grund bestehe, den Beamten die Befugnis zu entziehen, sich durch private Teilnahme an derartigen Vereinigungen, wie alle anderen Konsumenten, Vorteile zu verschaffen. Kekanntmachung. Die unterm 11. Juli l. Js, angeordnete Sperre der Neustadt, zwischen Tiefenweg und Oswaldswaldsgarten, wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 14. Oktober 1904. Großherzogliebes Rolizeiamt Gießen. Herber g. Kekanntmachung. Die unterm 11. Juli l. Js. angeordnete Sperre der Stein st raße, zwischen Damm- und Weserstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 14. Oktober 1904. Großherzoglicbes Rolizeiamt Gießen. Herberg. berfituen, tote fri i Prüfung der Gutachten der Regierungen erfolgen kann, jetzt sind erst von einigen kleineren Bundesstaaten Rückäuße, Die heutitU'n Verhandlungen nnirden um 101- Uhr eröffnet. Prof. Tr. Scbaer - Zürich tritt für Verstaatlichung der Wasserkräft ......** L ’ ‘ ©Mfleint «Sgttch außer SomüagÄ. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen. Glatter otcnnal in der Woche beigetegt. Notattonödruck n. Verlag der Brüh l scher, Unwers.-vuch-u. Steindruckerri. 0(. LangG. Redaltw*. (trpebUica und Drucke ret: GchulpraK- 1. tlbrefie für Depeschen: Anzeiger Gieße«. ,#yernfvrf(i)an1d)fuB 61. Kennalversammtnnfl der deutschen Anti-Pueff-Liga. 8t. SB. Darmstadt, 16. Okt. Unter dem Vorsitz des Fürsten Löwenstein fand heute die Generalversammlung statt, die von über 100 Teilnehmern au3 den verschiedensten Teilen deS Reiches besucht war: wir bemerkten u. a. Graf Erbach-Fürstenau, Graf Mattenberg, Graf b. Bothmar, Fürst v. d. Leyen, Frhr. v. Mentzinger, Geh. Rat Wilbrandt, Min.-Rat Frhr. v. Biegeleben, Archivdirektor Frhr. Schenk £tt Schweinsberg u. a. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Hessen, Graf Adalbert zu Erbach- Fürstenau, führte aus dem praktischen Leben Fälle an, bei denen es aus ganz nichtigen Anlässen zu schwer verlaufenen Duellen kam. sei dringend erforderlich, daß mit dieser gefährlichen Unsitte unserer modernen Zeit gründlich aufgeräumt undaUtf dem Gebiet der Ehrenhändel wieder Zustände herbeigeführt werden, die den Anforderungen der Sittlichkeit ind Gerechtigkeit entsprechen. Es müsse natürlich dem in einer Ehre Gekrankten volle Genugtuung zu teil werden, doch eine bessere Rechtfertigung durch das Gesetz, als jetzt beim Duell der Fall sei. Man mttsse die Unter* chiede fallen lassen, die jetzt zwischen der Ehre des Offiziers und des Ange hörigen der bürgerlichen Kreise gemacht werden, die letzteren hätten das gleiche Recht aus Wahrung ihrer Ehre. Fürst L 6 w e n st e in gab eine Ueberficht über die bisherige Tätigkeit der A. D. L., deren Bestrebungen immer mehr au Boden^ gewonnen hätten und einen guten Erfolg versprächen. Es hätten sich fast überall Ortsgruppen oder Landesverbände gebildet, die eine rege Tätigkeit entfalteten. Mer die Mitgliederzahl in Deutschland sei noch gering im Verhältnis zu Ungarn und Italien, den Ländern mit den meisten Duellen. Dem großen Kreis, der Mitglieder gehörten aber jetzt schon viele hohe Offiziere, Generäle und Kriegsminis-er an, die alp' Gegner '>es' Duells in der Armee seien, und ebenso habe die Liga auch in den akademisch gebildeten Kreisen Anhänger gesunden. Gietzener Anreia w General-Anzeiger AM;- imd Anzeige«« für den Kreis Gießen v die Versammlung die bisherigen Mttglieder des Akttonskomttees wcedergewahlt hatte, erstattete Geh. Schulrat ^.r. Mangold-Darmstadt den Kassenbericht: darnach betrug 5199 Mart, die Ausgabe 4926 Mk., das Vermögen 3070 Mark. Landgerichtsdirektor Kolb-Darmstadt erstattete ein Referat über die funstische Konferenz, die in Klein-Heubach über die- wnrgen Aenderungen beriet, die in den deutschen Gesetzen irrt Unterene möglichster Verhinderung von Ehrenzwei kämpfen der Reichszustiztammission vorgeschlagen wenden sollen. Solche Aender- ungen seien im Beleidigungs- wie im Zweikampfrecht erforderlich. Iceben einer Anzahl Aenderungen be# Strafgesetzbuchs, besonders keL; ^8, 233 u. a. schlägt bie Kommission and} dre Errichtung von Ehrenkammern unter ttaatit eher Autorität vor, welche in strafbaren Ehren- sacgen auf Anrufen eilte# Beteiligten einen Vergleich oder die Entscheidung herbcizuftihren haben. In der Distussion wurden dte ^oElage der Kommission als wertvolles Material anerkannt/ Nach Bemerkungen von Pfarrer Dr. Lehmann-Homberg/ Pros. Dr O st h o f - Heid Iberg, Kreisarzt Dr. Walaer - Erbach und Rechtsanwalt Helfrich- Frankfirrt spricht Ministerialrat v. Biegeleben dem Vorsitzenden seinen Dan? aus für. d;e Einberufung der Juftizkommission. Er könne nicht allen (Smaett)eiten des Referats zustimmen, aber die Richtlinien feiert aegeben. L-ehr richttg sei, dan man den Haupttvert auf die ^mntfuna von Ehren kam mern lege, doch schienen ihm die Vor- schlage^hierfür noch ettoas1 zu bureaukratisch. Pistolen- und Säbelmensur müßten immer als Duelle gelten, da- oegen könne man zweifelhaft sein, ob man die studentischer. .Nensur, die eine Waffenübung sei, auch da-u rechnent sollte. Nach "einigen weiteren Ausführungen von Oberlandesgerichts- x aiitz-Stt'.ttgart, Dr. Priester- Frankfurt n. tu nabnt me Versammlllng folgende ,mit den Vorschlägen der Herren! Helfrich und Dr. Schantz kombinierte Resolution deS' Minb- JerialratS Frbrn. v. Bi egeleb en einstimmig an: Die Versammlung erklärt sich mit den in den Vorschlägen der Konferenz medergelegten Tendenzen, besonders^ mit der Errichtung der Ehrenkammern imt) der Verschärfung der wegen Beleidigung und Ehebruch bestehenden Strafbestimmungen vorbehaltlich der Stellungnahme zu den Einzelheiten gnm^dsätzlich einverstanden. Die Ver- lammlung beschließt die Einsetzung einer .Kommission, der die Aufgabe obllegt, die genaue Form der Vorschläge unter Berück- her heute aegebenen Anregungen auszuarbeften. In diese Kommission wurden gewählt: OberlandesgerichtFrat ?m o n § - Frankfurt, Landgerichtsdirektor Tr. Kolb- Darmstadt, Rechtsanwalt Schrohe-Mainz, Landgerichtsrat Schil- l t n g^Darmstadt, Amtsgerichtsdirektor G i e st l e r - Mannheim und Ooerlandesgerichtsrat Tr. Schantz- Stuttgart. Die Versammlung nahm noch ein Referat des Vorsitzerrden der -Kölner Abteilung, Schmits, entgegen, der über die große ^ntwinelung derselben und die dafür angewendeten Werbemittel Mitteilung machte. Mit einer Ansprache an die Versammlung, mit erneutem Eifer für die Förderung der guten Bestrebungen! der A.-D.-L. einzutreten, schloß der Vorsitzende Fürst zu L5wertste) n die Versammlung, die ihm nach Aufforderung des Land- gerlchts-direktors Dr. Kvlb ein Hoch ausbrachte. 14. Mundcstag der Aeutschen Uodenreformer. (Nachdruck verboten.) S. u. H. Darmsta dt, 16. Okt. . Im Kaisersaal wurde heute unter zahlreicher Beteiligung der 14. Bundestag der Deutschen Bodenreformer vom stellvertretenden Vorsitzenden des Bundes M arfels-Berlin eröffnet. Er wie- in 1 einer Ansprache auf das Landgesetz von Kiautschou bin, das eine Markstein in der Geschichte der Bodenreform insofern bilde, als es in seinem GelttmgSbereich jeden Bodenwucher ausschließe und erwähnte weiter lobend daS hessische W o h n u n g s' g e s e tz, das das beste seiner Art in Deutschland sei. Zu Vorsitzenden werden gewählt: MarfelS- Berlin und Professor St au ding er-Darmstadt. Ten Geschäftsbericht erstattete der erste Vorsitzende, Redakteur A. Damaschke-Berlin. Im verflossenen Jahre seien in 86 Orten von 134 Herren und 9 Tarnen Vorträge für die Bodenreform gehalten worden. Nachdem dem Kassierer Zohlen-Berlin Entlastung erteilt worden war, nahm Oberbaurat Professor Baumeister -Karlsruhe das Wort zu seinem Referat „Gesetzgeberische Versuche zur Einführung der Zuwachssteuer". Indirekt werde heute schon eine Steuer des Wertzuwachses erhoben rmd zwar in Gestalt der Umsatzsteuer bei Veräußerung von Grundstücken. Tiefe Umsatzsteuer, die in Baden 2V3 Prozent des Wertes betrage, sei nicht gerecht, da der Käufer sie tragen müsse, dem der Wertzinvachs nicht zugeflossen sei. Vielmehr sei eine besondere Besteuerung des Wertzuwachses zu empfehlen, die vom Verckmifer erhoben werden müsse. Noch nicht entschieden sei die Frage, ob auch der Wertzuwachs bebauter Grundstücke besteuert werden solle. Tie eine Richtung wolle die Zuwachssteuer für bebaute Gnmdstücke auf die Hälfte ermäßigen, während die andere bebaute Grundstücke überhaupt steuerfrei lassen wolle. Angesichts dieser Schtoierig- reiten habe der badische Landtag von einer definitiven Lösung her Frage abgesehen und der Regierung ein weiteres Studium überlassen. In der TisTussion erftärt Henrich- Tarmstadt, daß die Frage der Zuwachssteuer für Hessen von besonderer Wichtigkeit deshalb sei, weil eine Neuregelung beS Gemeinde st euer wesens bevorstehe. In der Llbendvevfammlung gab die Vorsitzende der Frauen« gruppe für Boidenreform, Frau Braun-Berlin einen Rückblick auf die Tätigkeit der Frauen in der Sache der Bodenreform. Darauf hielt Dr. Gruber-München einen Bortran über „Die Schwindsucht und die Wohnungsfrage". (Solange nickst für genügend große und gesunde Räume gesorgt werde, könne von einer wirksamen Bekämpfung der Tuberkulose nicht die Rede sein. P o h l m a n n - Hohenaspe sprach sich gegen die Svndikate aus. R o t h - Stutgatt bezeichnete die El-riMung von Wolmunas'kommiisfionen in allen Teilen des Landes als ehi Mittel, die Mißstände in der Wohnungsangelegenheit zu befeitigen und schlä-gt vor, die ^ftmdeskommission zu beauftragen »sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Er verlieft eine deinenffprecheiche Resvlution. Darm sta bt, 16. Okt. ^E-ngspret-r monal h A75 viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch oiePost Mk.2.— viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bte TageSnummer bis vormütagS 10 Uhr. ZellenpreiS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. verantwortlich füt den poltt und allgem. Teil: P. Wtttko: für »Stadt und ßanb* und .GerichtSfaal^: August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Bekanntmachung. Betm: Feldbereinigung in der Gemarkung Bellersheim. In der Zeit vom 21. Oktober l. IS. bis einschließlich November l. Js. liegt auf dem Gemeindehaus zu Bellersheim der allgemeine MeliorationSplan nebst ErläuterunqSbericht und Prüfungsprotokoll zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet statt: Freitaa, den 4. November l. FH., vormittags von S—10 Nbr, auf dem Gemeindehans zu Bellersheim, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens J/2 Sogen), einzureichen. Friedberg, den 14. Oktober 1904. Der Großhermögliche Feldbereinigungskommissär: ____________Spanier, Kreisamtmann. Kekanntmachung. B etr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, rechts Lahn; hier den zum Verfahren zugezogenen Teil der Gemarkung Heuchelheim. Montag, den 24. Oktober 1904, nachmittags 2 bis 3 Nhr, findet auf dem Gemeindehaus zu Heuchel- Herm bei Gießen die Entgegennahme der Wünsche bezüglich der Zuteilung der neuen Grundstücke von dem zum Feld- bereinigungsverfahren Gießen rechts der Lahn zugezogenen Teil der Gemarkung Heuchelheim bei Gießen statt. Wünsche sind schriftlich abzufassen und auf Papier in Mengröße (mindestens 1/i Bogen) einzureichen. Wünsche, welche in dem oben genannten Termin nicht Sorgebracht werden, haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. Friedberg, den 11. Oktober 1904. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: ©panier, KreiSamtmann. Diez, 16. Ott. Die beute hier stattgehabte Hauptversammlung be6 nationalliberalen Wal) l- vereinS für Diez und Umgegend gab übereinstimmend der Delegierten. Kleine Mitteilungen aus Hessen und b c ft Nachbar st aaten Ein Landwirt auS Biber bei Gellenhansen wurde auf der Jagd von einem roüten* den Hirsch anqefallen und von dem Tier derart zugerichtet, daß er bald darauf seinen Verletzungen erlag. — In Allertshausen brannten in der vergangenen Woche 2 Scheunen nieder, wodurch, da die ganze Frucht mitverbrannte, großer Schaden entstand. Ueber die Entstehung de8 Feuers ist nichts bekannt. — Eine Diebesbande ist in K a s s e l im Earten-Restcmrant von Neik eingebrochen und hat eine im ersten Stock befindliche Geldkiste mit 10 000 >Mark in Wertpapieren und Bargeld erbeutet. — Der, in London verstorbene Rudolf Sigmund Goldschmidt hat seiner | Vaterstadt Kassel, wie er im Testament sagt, „der früheren Hauptstadt von Hessen-Kassel, jetzt zu meinem Leidwesen eine preußische Provinzstadt" 40,000 Mark mit der Bestimmung hinterlassen, daß die Zinsen diese? Kapitals jährlich an ein junges Ehepaar auSgezahlt werden, das die Abstammung von früheren hessischen Landesuntertanen nachweisen kann. Tie Stiftung kann aber nicht verliehen werden, wenn der Mann, oder der Vater der Frau im preußischen Staatsdienste ober im aktiven Militärdienst steht. einer Verfolgung nicht bic Rebe sein. • Ein Metall verzehrenbeS Kinb. Die Londoner Aerzte und Rational-Psychologen beschäftigen sich augenblicklich mit folgendem merkwürdigen Fall. Vor einigen Monaten wurde in bas Bolinghroke-Hospital ein 21/* jähriger Knabe gebracht, welcher nach Aussage seiner Mutter mehrere größere Metallstücke verschluckt haben sollte. Der Vater beS Kindes hatte anderthalb Jahre lang an dem Transvaalkriege tellge- nommen, und es scheint, daß sich der kriegerische Sinn des Vaters in sehr eigentümlicher Weise übertragen hat. Die ! Aerzte stellten durch Röntgen-Strahlen fest, daß das Kind ein 12 Zentimeter langes Stück Stahl verschluckt hatte, welches durch eine schwere Operation beseitigt werden mußte. Dieselbe bestand jedoch das Kind überraschend gut und schon nach sieben Wochen war der Knabe soweit hergestellt, baß er lam Tisch sitzen und spielen konnte. Hierbei gab man rtzm '* Tiroler-Konzert. ----- . , , _ , öte von der Tiroler Alpensänger-Geselljchast ,Alpenblume" 'sitzende, Abg. Prinz Heinrich zu fc. Frankfurt, 16. Okt. Der Internationale Verein zur Reinhaltung der Flüsse, des Bodens und der Lust hielt gestern hier seine diesjährige General- Versammlung ab. Im verfloßenen Jahre wurden u. a. 20 Strafverfahren wegen Verunreinigung der Flußläufe ein- im Hotel Einhorn veranstalteten. Konzerte. Das sehr zahl-l' reich erschienene Publikum folgte den Darbietungen mit Ver- 1 gnügen, und großer Applaus lohnte die Sänger nach jeder Nummer deL reichhaltigen Programms. "Unfug u n d Sachbeschädigung. In der verfloßenen Nacht wurden in der Steinstraße an mehreren Häusern Fensterscheiben eingeschlagen, auch mehrere Straßen- aternen wurden zertrümmert. Den Tätern ist man auf der Spur. "Ein verdächtiger Handel. Am vorigen SaniStag versuchten hier zwei Handwerksburschen eine goldene Damenuhr an den Mann zu bringen. Da sie sieh nicht genügend über den Erwerb der Uhr auSweisen konnten, sich auch in ihrem Besitze noch Mondscheine über eine versetzte Uhr mit Kette und gold. Ring vorfanden, wurden sie in Hast genommen. *' Dieberei. In der Mühlgaße wurden zwei Arbeiterfrauen, während sie sich am vorigen Samstag auf bem Felde zur Arbeit befanden, ihre Stuben mit Nachschlüssel geöffnet und über 30 Mark Baargeld und eine .Damenuhr entwendet. Der Verdacht fällt auf einen jungen Menschen, der seit der Tat von hier verschwunden ist. b. Großen-Linden, 16. Okt. Die Erweiterungsarbeiten unseres Bahnhofs sind seit etwa 6 Wochen im Gong. Da zwischen den Gemeinden Großen-Linden und Leihgestern keine Einigung zustande kam, soll das neue Stationsgebäude in Grvßen-Lindcner Gemarkung exrichtet werden. — An der Straße nach Gießen ist eine größere Obstbaumpflanzung angelegt werden. Die Gemeinde beabsichtigt auch die Einführung der Feldbereinigung. Eine Bürgerversammlung hat schon darüber beraten. = Marburg, 16. Oktober. Der Turnverein Mar-| bürg beging am SamStag abend (Kommers) und gestern (Hauptfeier) die Einweihung seiner neuerbauten prachtvollen Turnhalle. An der Feier nahmen die Spitzen der Behörden, Vertreter der sämtlichen Vereine Marburgs sowie de? IX. TumkreiseS (Schatt- Hanau), des TurngaueS Hessen (Helm Gießen) und vieler auswärtiger Turnvereine, sowie eine stattliche Anzahl einheimischer und fremder Vereine Anteil. Durch vortreffliche Ansprachen wurden die edlen Zwecke der deutschen Turnerei und der Besitz einer eigenen Turnhalle beleuchtet und zur eifrigsten Nachahmung empfohlen. a. Marburg, 16. Okt. Heute morgen wurde in der Al,la der neu gewählte Rektor der Universität, Prof. Dr. Eugen Korsch eit, in sein Amt eingeführt. Zum ersten Mal erschien heute der Rektor hier im goldgestickten Talar, den er zum allerersten Mal bei der Einweihung der Protestationskirche in Speyer getragen hat. vevInNchtes. • Berlin, 17. Okt. Sonntag Vormittag wurde bie, Wittwe Plätterin Elise Wascher,'geboren in Freienwalbe, in ihrer Wohnung in Berlin in ber Boyenstraße tot aufge- funben. In dem Munde der unbekleideten Leiche war ein Knebel. Der Leib war aufgeschnitten- Die Polizei setzte für bie Auffindung des Mörders eine Belohnung von 1000 Mk. an?. • Aachen, 15. Okt. Als Sarah Bernhardt, du berühmte französische Tragödin, gestern abend vor dem hiesigen Stadttheater vorfuhr, zersprang eine Scheibe der Koupeetüre, wobei ihr ein Glassplitter ins Auge flog. Trotz der erheblichen Schmerzen kehrte Frau Bernhard in bas Theater zurück, um zu spielen. Da bie Verletzung sich als ärger erwies, gibt sie bic Gastspiele in Bremen unb Hannover vorläufig auf. . • Wien, 17. Okt. Gestern abenb würbe tm sogenannten Schottewalde bei Wien ber Sattlermeister Josef Teifel von !unbekannten Tätern erschossen. Das Motiv ber Tat ist nicht aufgeklärt. • Ein von der Simplom-Baugescllschaft ber schweizerischen Preße zugegangene Eommunique bestätigt, daß Schwierigkeiten auf ber Südseite de? Tunnels durch den Einbruch einer 45grädigcn Quelle von 100 Sekunden- Liter entstanden sei. Die Arbeiten in ber Waßerabteilung, welche bic Abkühlung besorgen soll, sind der Vollendung nahe. Die Haupischlvierigkeit ist die hohe Temperatur. Die Arbeiten I dauern an einzelnen Stellen nur vier Stunden, -tie Lage ist schwierig, schließt daß (Kommunique, jedoch nicht verzweifelt. Binnen Kurzem sollte eS wohl möglich sein, den Bohrbetrieb in Hauptstollen wieder aufzunehmen. Falls kein weiteres heißes Waßer auftritt unb daS Gestein sich nicht verschlechtert, könnte biß Enbe bes Jahres burchbrochen werben. Anbern- sallS crlcibct ber Durchschlag eine weitere unbestimmte Ver- Aus Stadt und Land. Gießen, 17. Oktober 1904. - Kunstverein. Die Eröffnung der Gcmälde-AuS- stellung im Turmhaus erfolgt in ben nächsten Tagen. Ein großer Teil ber zu erwartenben Gemälde ist bereits heute morgen eingetroffen, darunter aiich einige, welche diesjährigen großen Berliner Ausstellung zum ersten Male ewonnen sind. Er richtete an Inaeböriae bie Bitte, von bieten Darbietungen mehr als L hier Gebrauch zu machen. Tie Vorträge sind nicht —' - Mitglied-'rn zugänglich, sondern Jedermann. ^p< t* bie mechanische Kraft, die elektrische (Energie, auf tvridhe bic (Mamtbeit Anspruch erheben Tarnt. Redner weift Siffcrnm&Ha nach, welche riefen meinen Kräfte in den fallenden Wassermassen liefen unb für die Mlgemeinheit verwertet werden können. Jetst fei cs noch Zeit, die Reckte ber Gesamtheit des ^^Die^Veriammlnna beschloß, diese Frage in den Rahmen der Bestrebungen der Bodenreformer aufzunelmleu. Admiral X'r. »oeter^ Ebarlottenburg sprach über „Bodenreform und NoloNialpolitik". Die Regelung der Kolonialpolitik und die rechtniäßi^ Bcririlnng von Gnind nnd Boden Ki nur aut brr Gnindlage der Bodenreform möglich. Die Berfammliiiig nabm folgenden Lcitsaß des Referenten einstimmig an: TaS Ztel ber Kistonialvolitik barf nicht sein die einseitige Ailsbeutung deS Koloniallandes zum Bortril deS Knltiiriandes, es soll v'rimehr sein die Erziehung und Hebung der Kolomalbevolkernng unb btc Entwickelung der HilfsqueNen der Kolonie zum festen der Gesamtheit. Die entscheidende Dorauchetmng lnerzu^ift die nebhae Bebanblung deS Bodens, der nicht kapitalistlsck)en ^ondennteresseu mi^n f ben Borstmid wurden gewahlw Eisenbahndirektor T^rra- Münck)en, Kommerzienrat Rvhingi'r-Sti'tt^art, Brosesior Etau- dinger und Staatsschuldbilchsübrer Henrich«Darmstadt. xusgestellt waren. '♦*(5tabttbeater. Die gestrige SonntagsvorsteUiing trfreute sich eine? cmß^rrdcntlich guten Besuch?. „Dlc Ehre" von Hermaim Sudermann ist bis letzt stets ein äußerst zugkräftiges Stück geblieben. Das Werk enthält wie etliche andere Sudermanns, viel Gutes, allerdiugo fr an ft auch es an ber Neberfülle der sich um den griir häufenden gesellschaftlichen Konflikte, deren dramatische Ver- flechtung zwar Bewunderung abnötigt, aber doch das innerliche, dichterische Schaffen vermissen läßt, das unS ohne aNzuviel Worte für den Ernst solch einschneidender gesell' schaftlicher Fragen erwärmen könnte. „Die Ehre" ist so bekannt, daß wir es uns ersparen können, auf daS Werk näher einzugeben. Die DarsteNung war teilweise recht gut. Den Kommerzienrat Mühlingk gab Herr Lin zen mit etwas 4u spärlicher Betonung der Widerwärtigkeit, die dieser geistig müßige, wahrhaft unsittliche Charakter mari)rufen muß Herr Andreas war als Curt Mühlingk einwandfrei, wahrend Frll Gartner alS Tochter Leonore in Sprache und Bewegung etwas unbeholfen erschien. Auch bei Herrn Direktor Steingötter, der die Rolle des Grafen v. Traft übernommen hatte, war die Konversation nicht ganz im Einklang mit dem Geist des zwar welterfahrenen und flotten, aber auch sinnenden und beDächttgen Mannes. Im übrigen lag Herrn Steingötter die Rolle sehr gut. Herr Lütt- johann erwies sich als ein vorzüglicher Darsteller des Robert Heineckemd scheint in solchen RollendieLcmpe-1 ^'rfl(nfw2lugbnicf| eine Aufnobme der Mosel-, Saar-und! alw Hrinecke des Herrn Lippert, an dessen Sette Frau l i ch e Vorlage sehr fraglich sei. deshalb aber sollen Fischer als Gattin aber weniger einwandftei war. Die die beiden Abgeordneten nicht, rote seitens der Interessenten Wma des Frl. Neri war anerkennenswert, die SchwesterLn der Mosel, Saar unb Lahn mehrfach beantragt, gegen Auguste deS Frl. Ruf dagegen eine unmögliche Karrikatur. ganze. Kanalvorlage stimmen und dieses große Kultur< An AugustenS Mann, dem unentwegten Tischer , Michalski I dadurch gcfährien. Die Kanalisation ber genannten I (Herr Lüddecke) war nichts auszusepen. Auch die übrigen [ieGe sich bei späteren Gelegenheiten besser burd)* Mitwirkenden boten befriedigende Leistungen fuhren. Gegen den kons.-natl. Schulantrag wurde ** DuS dem Bureau de ^tadtt leat . - Resoliition angenommen: Die Versammliing ist der Morgen geht als ijroette J^nncmcnt§-^orltcaun^ :' bag ber Sebcutnng der Simnltanschulc nur G°°rg Hirschf-ldS neues Schauspiel -Nebene-nander' n “ “'S’ « roitb das grundsätzlich ihren Bestand Szene. Unsere Bühne ist eme^der ^-n. d.e da^spannende | °eine den Wünschen der Bevölkerung eni- sprechende Weiterentwicklimg gestattet. Die Versanimlimg hegt das Verirailen, daß die naßanischen Abgeordneten diese Anschauung im Abgeordnetenhaus vertreten werden. zogerung. Pl w ' Teuere Kartoffel. Auf der ersten Ausstellung det neugebikdeten britischen Kartoffel-Gesellschaft zeigte A. Findig, der Züchter deS berühmten „Eldorado"-Sorte neiie Varietäten, die der Kartoffelkrankheit widerstehen sollen. Die Preise für biete Arten sind: „Goldader- 500 Mk. da? M-md, „Dpa. manlader 500 Mk., „Millionenmacher- 400 Mk., -Großer Schotte 400 Mk. Die Preise für Eldoradokartoffeln, die zuerst 3000 Mk. das Psimd betrugen, sind »mh 'mmer sehr hoch, etwa 4000 Mk. der Zentner oder 80 000 Mk. bie H%7n zweieinhalbjöhriger Mörder Ein Mord au8 Eifersucht der vielleicht seinesgleichen nicht hat, wird aus New Bork gemeldet. Emmert Robinson, em aufgweckter Knabe von zwei Jahren und sieben Monaten, hatte vor cuugen Monaten ein kleines Schwesterchen bekommen. Bald bildete er sich ein fein Schwesterchen habe ihn um die Liebe ferner I (Sltern gebracht, da diese sich nicht mehr mit ihm allem be- schästigten. Die Miitter überraschte ihn einst, wie er fern Schwesterchen schlug, unb ein andermal, wie er bic Wiege umwarf. Am SamStag abenb nahm er eine Bronzestatuette unb warf sie seinem kleinen Schwesterchen an ben Kopf. Dann überkam ihn bie Angst unb er lief zur Mutter. Em Herbeigeholtcr Arzt kam zu spät, baS Kinbchen war tot. Die Polizei kam bazu unb ber Kommissar sprach seine Ansicht aus, baß hier unzweifelhaft ein vorbedachter Mord vorläge, aber in Anbetracht deS Alters deS Knaben kann natürlich von begrüßte den Kongreß mit dem Wunsche, daß trotz allem Widerstreit der Meinungen bic Beratungen deS Kongreßes bem Vaterlande zum Glück, Heil und Segen gereichen möge. Geh. Ober-RegierungSrat Lohiuann-Verlin vom Reichsamt deS Innern begrüßte den Kongreß im Auftrage deS Staatssekretärs Grafen PosadowSky. Dieser bekunde das regste Interesse an den Verhandlungen unb wünsche besten Erfolg. Geh. Regiernngsrat DoniboiS begrüßte ben Kongreß im Auftrage des Staatssekretärs deS Reichsschatzamtes, RegierimgS- rat" Lötzinger im Auftrage der bayerischen, Geh. Rat Dr. Langer im Auftrage der badischen, Ministerialrat Dr. Braun- Dariiistadt im Auftrage der hessischen Staatsregier- nng. Alsdann folgten noch viele Ansprachen von Seiten Werk des VersaßerS von »Die Mütter" zur Aufführung! bringt Die Novität hatte bei bisherigen Aufführungen einen großen durchschlagenden Erfolg zu verzeichnen, ber dem Werke auch hier bei der sorgfältigen Vorbereitung treu bleiben dürfte. Georg Hirschseld kommt unseres Wiffens morgen zum ersten male auf" der hiesigen Bühne zu Wort. — Da sich noch zahlreiche Nachmeldungen für Abonnements eingestellt haben, so sei auch an dieser Stelle daraus hingewiesen, daß nachträalich Abonnierende diirchaus nichts einbüßen, da für,-.,----------------- •• t m , । die bereits erledigten Abonnementsvorstellungen kostenlos geleitet. In 12 Fällen wurde em gütlicher Vergleich ge- Gutscheine ausgegeben werden, die für beliebige Abonnements- schlossen unb den Fischercibcsitzern Entschädigungen bis zu rl rr ü hpfibpn 2000 Mk. bezahlt. Für einen Unsinn wurde es m der Ver- DOrf®u 1 nSD e r c6i'n 846 feierte geftem in echt tur- iamnilung erklärt, bie Städte daran verhinbern zu wallen, /ierischer Weise als Schluß der diesjährigen Wettturnen sein ihre Abwässer in Flüße 5" leiten. Verlangen könne man jeri Abturnen. Um 8 Uhr früh traten die Turner zu den ge- doch, daß überall das biologische NemigiingSverfahren zur mcinfamen Stabübungen an und nach ihrer Beendigung Anwendiing gelangt. Erne Selbstreinigung fließender 0 e- folgte das eigentliche Wettturnen. Es sand ein volkstümliches wäßer durch bic SchwemmkanaliMtion sei weber chemisch, Turnen für aktive Turner im Vierkampf (Sturmhoch, Frei- noch bakteriologisch nachgewiesen, weit, Freiweithoch unb Steinstoßen) unb für Zöglinge im kanaljauche burch Klärbecken sei glelchfaNs mangelhaft -8^ Sechskampf (9 Geräte- und 3 volkstümliche Hebungen) ftatt. Häufe durch Chemikalien zu reinigen, sii eine veraltete Methode. Das Turnen ebete um 121/2 Uljr. Ein Ausflug folgte nach- Am besten sei ein Abfuhrsystem, wie es Weimar unb Stockmittags unter starker Beteiligung zur Ludwigsburg nach Holm besitzen. Beschloßen wurde cme ^'n^be Heuchelheim, wobei der Vorsitzende deS Turnvereins, Turner den Reichstag um Schaffung eines Flußschuhgesetzes zu L. Althoff, eine Anfvrache hielt. Die Preisverteilung nahm richten. in Vertretung ber II. Turnwart Karl Müller vor. "W. Frankfurt a. £07., 1 . ■ . Zu cm 9 I •* Der evangelische Arbeiterverein feierte gestern übermorgen im großen eaalc be§ Saalbaues ftattfinbcnben fein Stiftungsfest. Nachmittags 5 Uhr war Gottesbienst in ersten Allgemeinen deutschen Wohnungskongresse smb bet Johanneskirche, wo Prof. Sic. Eck bie Festvrebigt hielt, ca. 1000 Teilnehmer aus allen Te.len De..tschlanbs, sowie Der gemischte Chor bes Vereins sanq einiqe Lieber. Von Oesterreich unb ber Schweiz angemelbet. Im Aiistrage de? 8 Uhr ab war in Stein? Garten Familienabenb. Ein flott Staatssekretärs des Re,chSamtS des Innern werden Geh. n-»ivie!ter Einakter, Vorträge des gemischten Chors, besonders Ober-RegierungSrat Dr. Lohmann und Geh. Peg,erungsrat bic Mitwirkung des Gernhardtschen Zither- unb Mandolinen- Grimme (bcibe vom Reichsamt des Innern) den Verhand- chors gaben dem Abend einen schönen Verlauf. Mehrere lungen beiwohnen, im Auftrage des preutz. Sandclsminige. Zithervorträge muhten wiederholt werden. Die lieblichen riums Geh. Regierungsrat Dr. Neumann, ,m Austrage des Töne der Mandolinen gefielen besonders im Abendlied von Reichsschatzamts Geh. Ober-Negierungsrat Dombois, nn "l-1 Tuab. Der Vorsitzende, Psr. Euler, hielt einen kurzen Rück- trage des preußischen ^llmisteriiims für öffentliche ^bci en blick über die Tätigkeit des Vereins im verfloßenen Jahre Geh. Regiernngsrat Niiedlin-Berlin, im Aifftrage der wurttem- unb empfahl bringeub ben Besuch ber auch für triefen Winter bergischen Staatsregierung Ministerialrat Scheurl^n-Ltilttgartri in Aussicht stehenben Vorträge. Psr. Euler machte sodann im Aiistrage des Reichsgesundhcitsamts Geh. Regierungsrat die Mitteilung, daß ein neues Unternehmen des Vereins, die Dr. Ohlmüller-Bcrlin, im Auftrage des Neichsverffcheriing8- leinkinderschule, in einem Gebäude der Baugenoßen- arntes Präsident Gacbel-Berlin, im Auftrage der Großff. Hess, schäft demnächst zur Eröffnung kommen wird. Ter zweite Regierung Ministerialrat Dr. Frhr. v. Bi egelcben-Darm- Vorsikende Ritsert, dankte in einem kurzen Nachwort namens stabt. Ferner fenben die bayerische StaatSrcgicrung unb ba§ b-s Vereins Pfr. Euler für seine große Mühewaltung in ber Großh. Hess. Ministerium des Innern Vertreter. U. a. Haven Vcreinslcitung, speziell bei Organisation der Vortragsabende, noch ihr Erscheinen äu^ncit: Prof. Ar. Schmiller, Geh .u denen hervorragende Kräfte auch sür das W,nterhalbsah> Regiernngsrat Prof. Dr. Adolf Wagncr-Berlin, Geh. Hofrat ' - . /fc.. ^*1 bic EUlitglieber unb bcrcii! Prof. Dr. Brentano-München, Prof. Dr. Sombart-BreSlau, Htabtrat Abg. Fischbcck-Bcrlin als Vertreter der Berliner nur! Stadtbchördc, Magistratsrat Josef Schoener-Münchcn als ,vwl ............ I Vertreter ber Münchener Stabtbchördc. Der Kongreß rourbc Emen hübschen Erfolg hatten heute abenb bi,rch eine Begrüßungsfeier eröffnet. Der 1. Vor-1 am ,l«c“ l‘“M rAHs «nch • 1 ■ - ■ ■- Schöriaich-Earolath.'arglos Zinnsolbaten und zwar solche, die m England noch ; ^genannten Iriftl von 'stiD der Tat wurde dir Freienwalde, ! tot aufge- *e roat ein Die Polizei lohnung VA lhardi, k 1 dem Men c tarfürc, g. Lvtz der der Iheotct il- ärger er« mover not» " L. hot. L ’S 1 !■ »■‘ft > 'S-'5 *4» -V beÄ datz LT^bfliGin« 00 6efunbcn« Abteilung, Qflibung nabe. Die Arbeiten T. Tie Lage tzt oer$ronieh. tx Nohrbetried fein i oerniHt^' den. Ändern« kannte Der' . Ein ;n auiyc* r°ld bild-« )it «i(be fc* «"55' 8rtS Itoof. k i45’or* , t«y? .*s«* tt ?l. »* lt fyrfftatf"' ■t greift f>'r mb, >' f ,Großer ein, die F immer W AO M- bie «*590. ?pSi „5 s‘aat3. " NO- fn H[q ’ '»> Au-, '!>"rniwz, ■ Rat Dr ■St«»,: 5r'qitr. ”» Seiten !*» be* ,b,t bei Eliten. PM- erlag. _ er(tQnqenen W Frucht ' die ^6e§banbe gebrochen mit 10 000 ‘ Der in fat seiner ltr wüheren Men eine ^'"timmung N an ein ^itommung ^'en kann, wenn der Staatsdienste am weiften tn Verkehr sind, s amlich ein Spiel Buren und Engländer. Kaum hatte der Junge eine Viertelstunde mit den Soldaten gespielt, als die Wärterin feststellte, daß s ä m t- liche Burensoldaten verschwunden waren, und bald erkannte man, daß der Junge diese sämtlich verschluckt hatte. Weder durch Brechmittel noch durch andere Mittel konnte man bisher die Entfernung der verschluckten Soldaten erreichen, so daß abermals eine Operation erforderlich ist. Der Junge befindet sich bisher ganz wohl und zeigt noch immer eine starke Eßlust besonders für scharfe Speisen. ♦ Der „süße Freund" eines Prinzen. Der Titel ,süßer Freund" ist eine ganz besondere Gunst des Münchener Hostheater-Jntendanten, den er nur an Kritiker, Finanzleute, einflußreiche Freunde und hohe und höchste Herrschaften verleiht. Man hat es in München schon mehrfach beobachten können, daß Ernst Ritter v. Poss art den Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern vor dem Hoftheater aus offener Straße mit Umarmung und einem Hofkuß empfing. Derartige „füfie" Vertraulichkeiten zwischen Prinz Ludwig Ferdinand, der bekanntlich im Hoforchester mitgeigt, und Ernst v. Possart fallen in München schon gar nicht mehr auf. Nun aber kursiert, wie die „L. N. N." berichten, in München folgende Geschichte, die von gut unterrichteten Leuten in Umlauf gesetzt wurde. Prinz Ludwig Ferdinand hat sich Arm in Arm mit Ernst v. Possart, Ritter hoher Orden, photographieren lassen; halb Goethe, halb Napoleon, steht der Intendant, ein „Mein süßer Prinz" auf den Lippen, neben dem derben, biederen Prinzen. Diese Photographie kam vor einigen Tagen dem Prinzregenten zu Gesicht, der darüber in heftigen Zorn geriet. Mit einem „Das geht denn doch zu weit" entriß er dem Betreffenden die Photographie und riß sie von oben bis unten entzwei. Prinzregent Luitpold ist eine urwüchsige, echt bajuwarische Natur, der aber trotz seiner Schlichtheit ein stark ausgeprägtes und sicheres Würdegefühl hat. • Mit dem Brautstaat in denTod. Die Ehefrau des Lokomotivführers H. Hoffmann in S a g a n wurde non ihrem Mann bei deffen Rückkehr vom Dienst im vollen Brautstaat im Bette liegend ausgesunden; sie hatte sich mittels Lysol vergiftet. Die Eheleute, welche erst seit acht Tagen verheiratet sind, waren am Abend zuvor von der Hochzeitsreise z.urückgekehrt. Schwermut und Heimweh werden als Motiv der bedauerlichen Tat genannt; Frau Hoffmann war eine geborene Berlinerin. • Fräulein „Ap otheker". Nachdem nunmehr auch Damen zum Apothekerberuf zugelassen sind, trat eine Altonaer Dame am 1. d. Mts. in die dortige „Hirsch- und Krankenhaus-Apotheke" als Elevin ein. Von den wenigen Damen, die sich bis jetzt dem genannten Berufe widmeten, ist dies die erste „lateinische Köchin", welche in Hamburg-Altona tätig ist. Kleine Tageschronik. In der ungarischen Stadt Preßburg fand zwischen Oberleutnant Heim und Leutnant v. Kopsch ein Duell unter den schwersten Bedingungen wegen Familien-Angelegenheiten statt. Beim dritten llUgelwechftl wurde Leutnant Kopsch im Oberschenkel ver- w u n d e t, worauf bad1 Duell mit dem Säbel fortgesetzt wurde. Durch einen Hieb über die Hand wurde Kopsch schließlich kampfunfähig gemacht. — Bei der 6. Kompagnie des 2. preuß. Garde-Regts. z. F. in Berlin war der Unteroffizier Philippi, der im 6. Jahre diente, seit anderthalb Jahren Kammer-Unteroffizier. Am Freitag nachmittag bemerkten Kameraden und Untergebene sein verstörtes' Benehmen. .Am ?lbend fand man seine Leiche. Er hatte sich aufgehängt. Augenblicklich findet eine Untersuchung darüber statt, ob die Kammer-Verwaltung in Ordnung ist. Kerichlssaal. th. Gießen, 16. Okt. Wegen einer merkwürdigen Art des Gesundbetens hatt sich am Freitag der Bäckergeselle Heinrich N. von Melsungen vor unserer Strafkammer zu verantworten. Er hatte bei einem Meister in Gießen eine Vertrauensstellung inne und benutzte die Abwesenheit der Frau Meisterin, reiche krank in der Klinik lag, um sich unter dem Deckmantel der Frömmigkeit (er gab vor, die kranke Mutter damit gesund zm beten) sittlich an des Meisters noch nicht 14 Jahre alten Töchterchen zu vergehen. T»ec Gerichtshof erkannte wegen Vergehens aus § 176 Abs. 3 auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monate und Ehrverlust auf die Tauer von 5 Jahren. Die hohe Strafe wurde damit begründet, daß der Angeklagte, obschon er bisher unbestraft war, unter dem Teckmantä der Frömmigkett gehandelt habe. R. B. Darmstadt, 15. Okt. Das' Kriegsgericht der 2-5. Division beschäftigte sich heute mit einer Anzahl von Soldatenmißhandlungen, die noch in das Jahr 1901 zurück- reichen; ihre Aufdeckung erfolgte erst im Sommer d. I. gelegentlich anderweitiger militärischer Untersuchungen. Ter frühere Unteroffizier Schmidt von der 4. Komp, be§! Jnf.-Regts. Nr. 115 (Leibgarde), jetzt Schutzmann in Offenbach, war an- geklagt, in der Zeit vom Rekruteneintritt 1901 bis zum Januar 1'902 den Schneider Meisinger aus Mümlingen, der seiner Kor- piorallchaft zugchörte, fortgesetzt mißhandelt zu haben. In der Jnstruktionsstunde soll er ihn an den Ohren gezerrt, ins Gesicht geschlagen, ins Kinn gekniffen, aus die Brust getreten und ihn einmal so auf den Mund geschlagen haben, daß es blutete; dann soll er ihn vor .die Front gestellt und gesagt haben: Ta seht euiä) mal dort ba§ Blutmaul an, wer hat dich denn geschlagen? Beim Antreten an der Dorfahrt hat Schmidt den Gardisten Meisinger auf die Fußspitzen getreten, ihn geschüttelt und gestoßen und beim Marsch mußte er mehrmals in der Woche im schnellsten Laus 5—6mal im Kreise um die Mteilung Herumeilen, sodaß ihm der Atem ausging. T>er schlimmste Fall war folgender. Meisinger sollte im Ofen Feuer machen. Ta aber kein Holz da war, kaufte er sich für sein Geld in der Kantine solches und versuchte das Feuer zu schüren. Als Schmidt aber sah, daß das Feuer doch nicht brannte, gab er dem M. einen 'm heftigen Stoß, daß dieser zwischen Tür und Ofen zur Erde iill. M. schrieb darauf an seine Eltern einen Brief, worin er sich über diese Mißhandlungen beklagte und bemerkte, er würde sich einen Strick kaufen und sich aus dem Wege schaffen. Als dcmauf der Vater beim Feldwebel Beschwerde führte und auch dem Schmidt zur Rede stellte, wurde M. in eine andere Korporal- scibaft versetzt. M. hat dann seine zwei Jahre abgedient, wurde albet bald darnach lungenkrank und starb im Sommer d. I. an bet Lungenschwindsucht. Durch die heutige Beweisaufnahme wurden von den damals derselben Korporalschaft angehörenden Garbisten die Mißhandlungen größtenteils bestätigt, dabei aber auch betont, daß M. sehr schwerfällig und beschränkt gewesen sei, Schmidt dmgegen sehr hitzig. Der öffentliche Anlläger stellte zunächst fest, W zwischen den Mißhandlungen und dem Mleben des M. absolut kein Zusammenhang bestehe. Die Mißhandlungen aber be- :e chnete er als ganz gewöhnliche und gemeine, der Angeklagte hanbe den M. monatelang systematisch auch bann mißhandelt, wenn kenn Grund zur Unzufriedenheit oder Rüge vorlag. Hier müsse biif vollste Stnmge des Gesetzes nach § 122 und 55 eintreten nNd er beantrage deshalb eine Gesamtstrafe von 5 Monaten Ge- smgnis und Degradation. Der H/erichtshof ging über das bean- trargte Strafmaß noch hinaus und verurteilte den Angeklagten zu 6 Monaten G e f .'i n a n i» und Degradation, lehnte dagegen bin beantragte sofortige Festnahme ab, da ein Fluchtverdacht nicht timtiegc. Koblenz, 16. Ott. Der praktische Arzt Dr. Freiherr von Oesele ist am 14. Dezember v. I. vom hiesigen Landgerichte wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen verurteilt worden. Erhalte ein 20 jähriges' unbescholtenes Dienstmädchen bei mehrfachen Untersuchungen so ungewöhnlich behandelt, daß sie in den Zustand einer akuten Gemütsstörung versetzt wurde, der sich so verschlimmerte, daß das Mädchen sogar mit Selbstmordgedanken umging. Die Revision des Angeklagten, welcher Verkennung des.Begriffes der Körperverletzung sowie Beschränkung der Verteidigung rügte, wurde gestern vom Reichsgericht als unbegründet verworfen. Sport. Frankfurt a. M., 16. Okt. Bei dem heutigen Rennen um den Frankfurter Gold-Pokal erhielt Frhr. von Oppenheims „Real Scotch" den ersten Preis (Frankfurter Gold-Pokal und 10 000 Mk.), den 2. Preis Gabinius aus dem Gestüt des Römerhofs (2500 Mk.), den 3. Preis Herrn Weinbergs „Veda" (1500 Mk.) und den 4. Preis „Eisenbraut" aus dem Kgl. Hauptgestüt Grabitz (1000 Mk.). Kunst und Wissenschäft. — Drr Histo r. Verein für das Groß Herzogtum .Hessen läßt zum 400. Geburtstage Philivvs des Großmütigen durch Bildhauer Tr. Greiner eine 5:7 Zentimeter große Plazette Herstellen. , — Aus Frankfurt a. M. meldll man: Bei einer von Quincke einstudierteil brillanten Aufführung hatte „T r a u m u - lus" einen vollen äußeren Erfolg. Der anwesende Mit-Autor Jevschke wurde vom zweiten Akte an nach jedem gerufen. Einzelne Szenen des dritten Aktes fand man, wenn auch wirksam, doch zu breit ausgesponnen, das Ganze technisch sehr geschickt, aber nur auf äußere Effekte berechnet. Bauer gab eine hervorragend: Charakterstudie. — Gerhart Hauptmann an Friedrich Schiller. Der Wiener Konzertverein veranstalt"! am Tage der 100. Wiederkehr des Todestages Friedrich Sckfillers eine große Gedenkfeier und lud zu diesem Zwecke Gerhart Hauptmann ein, für das Fest einen Prolog zu schreiben. Der Dichter sagte zu und so wird am Schillertage, nachdem das Meistersingerspill verklungen fein wird, Gerhart Hauptmanns Lied zu Ehren Schillers tönen, — der moderne deutsche Dramatiker wird den großen Toten preisen. Bei diesem Fest wird auch Ludwig Heß aus Berlin Schubertsche Kompositionen Schiller'scher Gedichte singen, während Ludwig v. Beethovens „Neunte" die Feier beschließt. — Den Nobelpreis für Physik wird M a r c o n i erhalten. Handel und Uerlrehr. Volkswirtschaft. Mannheim, 14. Okt. Der Aufsichtsrat der Diannheimer A k t i e n b r a n e r e i Mannheim, hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, der Generalversammlung nach reichlichen Abschreibungen und etwa Mk. 20 000 (i. V. Mk. 12 590) Vortrag, die Verteilung einer Dividende von 7 Proz., wie im Vorjahr vorzuschlagen. Die Brauerei hat einen Mehrertrag von 1500 Hektolitern erzielt. Kleine Finanzchronik. Am 26. Oktober sindet eine zweite Gesamtsitzung des Bezirkseisenbahnrates zu Köln statt, in welches über die Erma^ßigung der Fracht für Kohlen und K o n a ch dem Siegerlande beraten werden soll. — Infolge Selbstentzündung ist die der Ver. Königs- und Laurahütte gehörige, auf den Richterschächten befindliche Riesenkohlenhalde in Brand geraten. Bis jetzt, ist es noch nicht gelungen, das Feuer zu löschen. — Tie Deutsche Vereinsban? und die Zweigstelle der Deutschen Bank in Frankfurt beantragen die Zulassung von 15 Mill. Kr. Aktien des Wiener Bankvereins zur Franlfurter Börse. Reichs bank. Am 27. d. M. wird in Geislingen (Württemberg) eine von der Reichsbankstelle in Ulm abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Märkte. ko. Frankfurt a. M., 17. Okt. (Orig.-Tclegr. des „Gießen Anz.") Amtliche Notierrlngen der heutigen'Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 18.00—00.00, Kurhessischer Mk. 18.00 -00.C0, La Vlata Mk. 18.50—19.50, Kansas Mk. 18.50—19.50, Roggen (hiesiger) Mark 13.75—14.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.25—17.75, Franken- selderMk.18,00—18,75, Hafer Mk. 14.50—15.50, Mais Mk. 12.25—12.50, Weizenmehl 0 Mk. 26.75—27.25, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk. 25.25, 3. Qualität Alk. 22.75—23.25, Roagenmehl 0 Mk. 22.00—22.50,1. Qualität Mk. 19.25—20.00, Weizenkleie Mk. 9:75 bis Mk. 10.00, Roggenkleie Mk. 11.00—00.00, Maiskeime Mk. 10.50 bis Mk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. ko. Frankfurt a. M., 17. Okt. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmnrkt- preise. Zum Verkaufe standen: 545 Ochsen, 164 aus Oestreich, 49 Bullen, 00 aus Oestreich, 638 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oestreich, 282 Kälber, 588 Schafe und Hammel, 1909 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 73—75 Mk., 2. Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 63-66Mk.; Bullen l.Qual. 64 bis 66 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk.; Kühe 1. Qual. 68—70 Mk., 2. Qual. 65—67 Mk., 3. Qual. 55-57 Mk, 4. Qual. 46—48 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qual. 81—85Pfg., Lebendgewicht 48—51 Pf., 2. Qual. 73—77 Pfg., Lebendgewicht 43—46 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 57—61 Pfg., Schafe: l.Qual. 67—69 2. Qual. 58—60 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 60—00 Pfg., Lebendgew. 47 Pfg., 2. Qual. 58—59 Pfg., Lebendgewicht 46—00 Pfg., 3. Qual. 52—55 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh mittelmäßig, kein Ueberstand. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, Bibel st undc im Konfirmandensaal der L u k a s g e m e i n d e, Liebigstraße 56. Pfarrer Euler. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. DoranHsichtliche Witterung iu Hessen für Dienstag, den 18. Oktober 1904: Meist trüb, Regen, stärkerer im Norden, geringerer im Süden Hessens, zeitweise starkwindig, nach noch milderer Nacht tagsüber Temveratur nicht verändert. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. $1 cm?|le Meldungen. Originaldrahtrneldnngett des Gießener -tnzeigers. Berlin, 17. Okt. Von dem neuerlichen Lustmord wird noch gemeldet: Die Leiche der Elise Wascher, die nur mit Strümpfen und Schuhen bekleidet war, wies einen 28 Zentimeter langen Schnitt unterhalb des Brustbeines aus, sodaß die Gedärme hervorgedrungen waren. — Als am Sonntag früh der Hausreiniger Friedrich wie alltäglich der Wascher den Kaffee bringen wollte, fand er die Stubentür verschlossen. Als ihm auf energisches Klopfen nicht geöffnet wurde, sprengte er die Tür gewaltsam. Die Plätterin lag unbekleidet tot auf ihrem Bett. Die Haare waren wirr durcheinander, was auf einen Kampf bc5 Opfers mit seinem Mörder schließen läßt. Die Tat muß in aller Stille geschehen sein. Die Polizei wurde sofort alarmiert und bald erschien eine Gerichts-Kommission» die den Tatbestand aufnahm. Bereits am Vormittag wurden verschiedene des Mordes verdächtige Personen sesigenommen, mußten jedoch im Laufe deS Tages wieder entlassen werden. Das Polizeipräsidium hat für die Ergreifung des Mörders 1000 Mk. ausgesetzt. Worms, 17. Okt. Auf der Eisenbahnfahrt von WormS nach Bensheim erschoß sich der Farbenfabrikant Brom er ans Kleinkarlbach. Das Motiv ist unbekannt. Karlsruhe, 16. Okt. Der Engere Ausschuß bet u at i onal libera len Partei Badens hielt heute nachmittag eine Sitzung ab. Die Beratungen zeigten u. a. eine prinzipielle Geneigtheit der Partei zu einem taktischen Zusammengehen mit den Demokraten und Freisinnigen. Zum Parteisekretär wurde der bisherige Chefredakteur der Konstanzer Ztg. Ziegler gewählt. Paris, 17. Okt. Einer Brüsseler Privatdepesche zufolge erzählen zurückgekehrte Reisende, daß der Aufstand in Französisch-Congo einen ernsten Umfang angenommen habe. Außer den vier niedergemachten Agenten seien noch zwei andere Weiße ermordet worden. Es bestätigt sich, daß die nach Libenger gesandten Truppen eine Schlappe erlitten haben. Der Gouverneur ücifngt nicht über genug Truppen, um den Aufstand zu erdrücken. — Bei der auf der Seine bei Maison Lafitte stattgehabten Wettfahrt von Motorbooten fenterte daZ Boot „Mercedes 4". Der Maschinist Noel ertrank vor den Augen seiner Frau, die vom Ufer aus der Wettfahrt zusah. Der Sleuermann konnte sich durch Schwimmen retten. * Vom Kriege. London, 17. Okt. Meldungen aus Tokio erhöhe den Eindruck der russischen Niederlage von Jentai. Die Japaner haben danach ihren bisherigen größten Sieg errungen. Die Verluste der Russen seien auf 30 000 Tote und 70 000 Verwundete zu schätzen. Angeblich sind 160 Geschütze erobert. Die Masse den russischen Toten erfordert jetzt Verbrennung. Mukden iftutt* haltbar. Der Rückzug muß auf Tieling und Eharbin erfolgen. Mukden, 17. Okt. Seit dem 16. früh 7 Uhr ist eine allgemeine Schlacht zwischen dem gesamten Heere Kuro- patkins und den Japanern 20 Km. südlich von Mukden bei Sch ah e pu im Gange. Die Schlacht steht scheinbar günstig für die Russen, die Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Sehr viele .Verwundete werden nach Mukden gebracht. Dies ist der 8. Schlachttag. Die Witterung ist günstig. Mukden, 17. Okt. Der Kampf dauert auf der rechten Flanke ca. 10 Km. südwestlich von Mukden noch fort. Es ist bereits sicher, daß die Armee sich retten kann.. Petersburg, 17. Okt. Das Armeekorps Saru- bajew-Meyendorff hat heldenhaftes geleistet und behauptete alle Positionen. Von dem Regiment, welches zum Sturm vorging, sollen nur ein Offizier unb einige Mann und auch diese nicht unverwundet zurückgekehrt sein. London, 17. Okt. Aus Liaujang wird gemeldet, daß Oku den Russen am 15. d. M. beiLingsahipueine weitere Niederlage beibrachte. Port Arthur wird seit dem 12. ununterbrochen b o mb ar di ert. Die Siegesnachrichten aus der Mandschurei erhöhen den Mut der Belagerer. Die Verteidiger sind unermüdlich, aber einige Forts der inneren Peripherie fini> gefallen. Paris, 17. Okt. Die hiesige Ausgabe des „Newyork Herald" meldet aus Petersburg, daß das Baltische Geschwader gestern nacht eine Kreuzungsfahrt gemacht BaBc rno n a ch Libau zurückgekehrt sei. Der Korresponoent^ des „Matin" gibt als Grund dieser Rückkehr an, die Schiffs^ kommandeure hätten gleich nach ihrer Abfahrt bei den auf hoher See vorgenommenen Schießübungen bemerkt, daß die Richtungsvorrichtungen der Geschütze nicht richtig fun k t i p n i er e n. Es sind sofort 80 Arsenalarbeiter mittels Sonderzuges nach Libau geschickt worden, doch dürsten die Ausbesserungsarbertenmehrere Wochen dauern. Es liegt außer Zweifel, daß eine gewisse Anzahl der Schiffe nicht.so fort nach Ost- asien abfahren können. Petersburg, 17. Okt. Die geschäftliche und' wittschcfft- liche Lage wird im ganzenReiche immer trauriger. In Petersburg ist die Zahl der völlig mittel- und arbeitslosen erwachsenen Männer auf 30 000 gestiegen. In den Jndustrie-Bezir- ken Russisch-Polens, besonders Warschau und £obs sind über 60 000 Arbeiter ohne Verdienst. Ebenso sieht es in anderen Bezirken aus. Nickt minder traurig sieht es im Staatsschatz aus. Dre Regierimg hat den Beschluß gefaßt, einen Teil des K i r ch e n - V e r m ö g e n s für den Krieg yi verwenden. Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Brernen, 11. Off. (Per transatlantischen Telegraphh Der Doppelsckrailben-Postdampser „König Albert", Kapitän C. Polack, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 1 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekoinmen. Bremen, 11. Okt. auben zu verkaufen >06143 Weidengasse 1, III. J- Fuhr, LöimclljlW 25. Stricken von Strümpfen, Rocken re. wird billigst besorgt — Auch stehen Musterröcke zum Abstricken zur Verfügung. 7851 Stcphaustraße 15, 1. 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