Nr. 270 Zweites Blatt. 154. Jahrgang Mittwoch 10. November 1904 Erscheint tSglich mit Ausnahme deS TonntagS. Die „Gießener LamiUenbiätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »Hejstlchr Landwirt" erscheint monatlich einmal. GWner AKzetzer Rotationsdruck und Verlag d« Brühl'schm Universttätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 5L Telegr^Adr.r An-eiger Gießen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Are Kanalvorlage-. Nach langen, schweren Nöten ist, wie wir schon gestern meldeten, endlich der „Mittellandkanal" in erster Lesung von der preuß. Kanalkommission angenommen worden mit 18 gegen 10 Stimmen. Allerdings ein arg verstümmelter Mittellandkanal. Das Stück Hannover—Magdeburg fehlt. Ursprünglich sollte es ein Rhein-Elbe-Kanal werden, und nun wird es nur ein Rhein-Leine-Kanal, bo. packt mit dem staatlichen Schleppmonopol. Wie ein Mann stimmten Nationalliberale und Freisinnige dafür, woraus mit Sicherheit zu schließen ist, daß in ihren Augen der Kanal auch in der jetzt beschlossenen Gestalt noch seinen Wert haben muß. Die preußischen Liberalen hatten freilich auf den Rat der „Magd. Ztg." hören und gegen das Zugeständnis des staatlichen Schlepp- monopols die Verlängerung des Kanals bis zur Elbe fordern können. Sie werden sich vielleicht aber gesagt haben, daß das Scheitern der ganzen Vorlage die mögliche Folge sein werde. Sie ziehen mit Recht den Sperling in der Hand der Taube auf dem Dache vor. Ohne Zweifel darf man mit ihnen hoffen, das Stück Hannover- Magdeburg werde schon noch einmal nachgeliefert werden. Sie wollen es aber nicht wieder aus die Alternative alles oder nichts ankommen lassen. Ausfallen könnte das Verhalten der Konservativen in der Kommission. Nach ihrer Presse zu urteilen, waren sie durch das staatliche Schleppmonopol für den Rhein- Leine-Kanal gewonnen. Aber nur die Mgg. Frhr. von Marenholz und Graf Wartensleben und von den Freikonservativen der Organisator der Kanalobstruktion Frhr. v. Zedlitz haben dafür gestimmt. Im Plenum dürfte, wie wir schon gestern mitteilten, das Verhältnis etwas anders werden. Alan nimmt an, daß ein nicht unbeträchtlicher Teil der Rechten für den Kanal stimmen werde. Vielleicht hielt ein Teil der konservativen Kommissionsmitglieder noch mit der Zustimmung zurück, weil sie sahen, daß die Mehrheit für den Kanal doch gesichert sei. Nicht recht verständlich ist es uns, warum die Konservativen, bis aus die eben genannten beiden Abgeordneten, auch gegen den Antrag Am Zehnhoff aus Einstellung von sechs Millionen Mark zur Verbesserung der Landestulturverhättnisse stimmten. Sie werden doch^, wenn der Kanal zu stände kommt, diesen Betrag der Landwirtschaft nicht vorenthalten wollen. Die Zentrumsmitglieder haben sämtlich für den Kanal gestimmt, gleich den Nationalliberalen und Freisinnigen. Ob auch im Plenum das ganze Zentrum dafür stimmen wird, läßt sich noch nicht sagen. Man kann aber kaum mehr zweifeln, daß der „Mittellandkanal" in der nunmehr beschlossenen Gestalt vom Abgeordnetenhause bewilligt wird. Tie Anträge, auch die Kanalisierung der Mosel, Saar und Lahn wenigstens im Prinzip zu beschließen und dies in der Vorlage auszusprechen, haben dagegen keinen Anklang gefunden; sie wurden gegen vier bezw. sechs Stimmen a b g e l e h n t. Tie Minister meinten, bie Projekte seien technisch, wircschastlich und finanziell noch unreif (?), wollten sich auch nicht der Gefahr aussetzen, daß das Kanalschiss noch mit weiteren Kompensationen belastet werde. Sie haben aber sich nicht grundsätzlich ablehnend verhalten, und daraus darf inan wohl auch bei uns zu Lande den freilich recht schwächlichen homerischen Trost schöpfen, daß einst (!) die Zeit kommen wird, da auch unsere Lahn kanalisiert werden wird. Im Plenum des preuß. Abgeordnetenhauses ist freilich auf eine günstigere Stimmung für das Lahnprojekt nicht zu hoffen. Nach den Kommisjionsbeschlüsien sollen die Kosten für den Kanal Rhein-Hannover einschließlich der Kanalisierung der Lippe 245 750 000 Mk. betragen, das sind 48 250 000 Mt. mehr, als die Regierungsvorlage vorsah (197 500 000)., Für den Rhein-Herne-Kanal nebst Kanalisierung der Lippe werden gerechnet 119100 000, für Ergänzungsbauten am Dortmund-Eins-Kanal 6 150 000, für den Kanal Bevergern- Hannover mit drei Seitenkanälen 120 500 000. Tie zweite Lesung in der Kommission ist bis nach Wiederaufnahme der Plenarsitzungen verschoben worden. Es wird eben bei iiUeit Parteien das Bedürfnis bestehen, daß vor Eintritt in die zweite Lesung die Kommissionsmitglieder mit ihren Fraktionen Fühlung nehmen. Hätte Wan geahnt, daß die erste Lesung so bald beendet sein werde, so hätte das Plenum sich mit einer achttägigen nwrwui in i i-i hhiiih in...... per Aing. Kriminal-Roman von O. Elster. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) „Adalbert!!!" „Ja, ja, ein Verbrecher! Was hilft alles Leugnen und Vcr- tuschen? Anna, erinnerst Tu Tich noch, als wir zusammen auf dem Nennen in Harzburg waren? Es sind drei Jahre her . .." „Ja ... ich entsinne mich." Als sie das Zimmer verlassen hatte, trat der Justizrat an bas Lager des Kranken und sagte: „Nun, was haben Sie zu erzählen?" Finster blickt Kaminski vor sich hin. „Was wollen Sie wissen?" fragte er mit einem scheuen Seitenblick auf Ferdinand. „Wie Sie zu dieser Brieftasche, die dem ermordeten Frauz Groller gehörte, und diesem Wechsel gekommen sind." „Ten Wechsel habe ich eingelöst. . „Tas ist nicht wahr. Ter Wechsel wäre sonst mit einer Quittung versehen, llnd baim, Verehrtester, waren Ihre Verhältnisse nicht derartig, daß Sie einen Wechsel über 3000 Mark schlankweg einlösen konnten. Also heraus mit der Sprache!" „Herr von Kaminski", nahm Ferdinand das Wort, indem er näher an das Bett trat, „beurteilen Sie mich nicht falsch. Ich bin nur hierhergekommen, weil Sie den Wunsch äußerten, mich zu sprechen. Mir liegt an diesem Wechsel und der Brieftasck>c nicht bao Geringste. Fürchten Sie nicht, daß Ihnen daraus irgend welche Unannehmlichkeiten entstehen. Ich weiß, daß mein Bruder Gelder gegen hohe Zinsen auslieh . . . ich erfuhr es erst nach seinem Lode uiib habe diese Handlungsweise ineincs Bruders sehr bellagt. Ich 'habe mit jenen Geschäften nichts zu 'Nein", rief der Justizrat lebhaft, „er verbrannte sogar statt vierzehntägigen Pause begnügen können. Die zweite Lesung in der Kommission wird nun wohl auch nicht allzu viel Zeit mehr in Anspruch nehmen. Daß sich das Plenum noch vor Weihnachten mit der Vorlage zu beschäftigen haben werde, ist wohl ausgeschlossen. Selbst wenn die Kommission in wenig Tagen fertig würde, müßte doch die Abfassung des Berichtes, die dem Abg. Am Zehnhoff zu- fällt, seine Verlesung und sein Druck zu lange Zeit beanspruchen, als daß vor Weihnachten cur die zweite Beratung im Plenum zu denken wäre. Nach der Zustimmung des Abgeordnetenhauses wäre immer noch eine Ablehnung des „Mittellandkanals" im Herren Hause möglich, und wenn die erste Abstimmung der Konservativen in der Kommission maßgebend wäre, müßte man sogar mit Sicherheit darauf rechnen. Indes ist wahrscheinlich, daß der Kanal jetzt „durch" ist. Alle Welt wird eine gewisse Erleichterung fühlen, wenn diese leidige Angelegenheit nun, wenn auch apf ihre Art, aus der Welt geschafft ist. Welchen Verdruß hat sie nicht allen Beteiligten schon bereitet. Regierung und Konservative in Preußen werden kein Verlangen haben, daß es wegen des Kanals zu einem neuen Konflikt zwischen ihnen kommt. Tie liberalen Kanalfreunde werden wünschen, daß ihre Angst und Sorge ein Ende habe. Nur die Lahn-, Mosel- und Saar-Interessenten sind auf ihrem Kanalschifflein ganz kläglich gescheitert. Ihre Felle sind ihnen aber noch nicht fortgeschwommen. Sie bauen fest darauf, daß ihnen eine nicht allzu serue Zukunft auch ihre berechtigten Wünsche erfüllen wird. * Aus Berlin wird uns geschrieben: Frhr. v. Zedlitz, der Führer der Freikonservativen, gwt, gerührt von dem weiten Entgegenkommen der Regierung, insbesondere dem Verzicht auf den eigentlichen Mittellandkanal, der Verständigung feinen Segen. hat nur noch den einen Wunsch, um die Befriedigung vollständig zu machen, daß die Konservativen bei der Abstimmung im Plenum mindestens soviel Stimmen für die Vorlage stellen, wie Zentrum und Nationalliberale. Davon erhofft Frhr. v. Zedlitz, wie er in einem Zeitungsartikel ausführt, die Herstellung des alten, für beide Teile gleich erwünschten und naturgemäßen vollen Vertrauensverhältnisses zwischen der Krone und den konservativen Parteien. Frhr. v. Zedlitz gefällt sich in weisen Ratschlägen an die Parteien und die Negierung. So und nicht anders kann es richtig gemacht werden. Wenn nun wirklich eine größere Anzahl von Konservativen demnächst für den Rhein-Leine-Kanal stimmt, dann ist Frhr. v. Zedlitz wieder einmal, wie beim Schulprogramm, der große Mittler gewesen, die kraftvolle Persönlichkeit, die zum Heil des Vaterlandes das einigende Band um Regierung und staatserhaltende Parteien schlingt. Aber ob es einen so starken Eindruck an maßgebender Stelle machen würde, wenn die Konservativen etwa hundert Stimmen in die Wagfcpale werfen für den Nhein-Leine-Kanal? Wir möchten es bezweifeln. Ja, gehörte noch Selbstüberwindung zu diesem „hochherzigen Schritt". Tas ist aber nicht der Fall. Denn kein größerer Unterschied läßt sich denken als zwischen den Kanalplänen von 1899 und denen von 1904. Tamals zog die Regierung mit tausend Masten aus — still, auf gerettetem Boden kehrt sie zurück. Tie Benennung eines „eminenten Kulturwerkes", an dem die Regierung unerschütterlich festzuhalten verhpß, bezog sich auf den geplanten durchgehenden großen Kanal von West nach Ost. Was jetzt übrig geblieben ist, undwofür eine Viertelmilliarde erfordert wird, gewährt eigentlich niemandem eine rechte Freude. Tie I n d u st r i e hat infolge des staatlichen Schleppmonopols und der Befürchtung hoher Gebühren ein sehr vermindertes Interesse an dem Kanal, ein Teil der Landwirte will von den Wasserstraßen absolut nichts wissen,, die Regierung endlich hat sich mit Versprechungen nach allen Seiten engagieren müssen, mit Zugeständnissen, die von Anfang an nicht beabsichtigt waren. Ta wird sich die R e g i e r u n g doch vielleicht die Frage vortegen, ob dieser Erfolg nicht gar zu teuer erkauft ist. Und wie steht es mit der Einführung von S ch i f f a h r t s - ab gab en, dem sehnsüchcigen Verlangen aller Agrarier? Tie Kommission hat über diesen wichtigen Punkt streng vertrauliche Beratung gepflogen. Heute abend aber lüftet die „Kreuzztg." den Schleier durch folgenden sehr zu beachtenden Satz: „Auch in der Frage der S ch i f f a h r t s a b g a b e n hat die Regierung den bisherigen Kanalgegnern ein unverkennbares Entgegenkommen gezeig t." Tas ist wohl kaum anders aufzufassen, als daß die preußische Negierung sich bereit erklärt hat, für die Einführung von Schiffahrtsabgaben auf deutschen Strömen einen Antrag im Bundesrat einzubringen. Tie Einführung von Schiffahrtsabgaben würde natürlich vollends die Freude am Kanal vergällen. Ter Industrie würde mit einer Hand gegeben, mit der anderen genommen werden. Und bei alledem soll die Regierung den konservativen Parteien gar noch dankbar sein, daß sie nicht wieder einen Strich durch die bescheiden ermäßigte Rechnung gemacht haben? Schade, daß Miquel dies Schauspiel nicht mehr erlebt. Soviel hätte er vor fünf Jahren auch durchsetzen können. Komische Tagesschau. Ter gebackpfeifte Herr Andrö geht doch! Des französischen Ministerpräsidenten Eombes dring« liches Bemühen, den Kriegsminister Andrö zum Rücktritt! zu bewegen, hat doch Erfolg gehabt. Herr Andrö scheint'A zwar nicht gern getan zu haben, aber die Art der Nötigung, die ihm zuteil wurde, ging denn doch über seine durch die Backpfeife arg geschwächten Kräfte. Der Untersuchungsrichter beauftragte nämlich einen Arzt mit der Prüfung des Gesundheitszustandes des Kriegsministers. Man gab zwar höflicherweise an, diese Prüfung sei nötig zur Feststellung der gegen Shveton zu verhängenden Strafe. Mer Herr Eombes wollte dadurch in erster Linie der Welt kund unix zu wissen tun, daß ihm der gebackpfeifte Kollege ein Dorn! im Auge sei, um dessentwillen zu stolpern ihm nicht paßt. Und so hat denn Herr Andrö sich nolens volens dazu bequemen müssen, gestern, am 15. November dem Präsidenten Loubet seinen Rücktritt in folgendem Schreiben mitzuteilen : Verehrter Herr Präsident! Die l«tzten parlamentarischen Zwr- fchenfälle zeigen, daß die Feinde her Republik mehr als je entschlossen sind, Sturm zu laufen gegen die Regierung, die ihnen mit ebenso viel Energie wie Erfolg die Spitze geboten hat. Es scheint mir, daß der Anteil, den ich bei dieser Aufgabe hatte, der ich mehr als fünf Jahre unablässiger Arbeit gewidmet habe, mich zum ganz besonderen Ziel der Streiche dieser Feinde gemacht hat. Man wird mir die Gerechtigkeit erweisen, daß eine solche Aussicht nicht dazu angetan wäre, mich zu entmutigen. Indessen habe ich zu viel inneren Stolz und bin zu stolz auf mein Werk und habe zu vielLiebe zum Vater!ande und zur Republik, als daß ich auch nur eine Minute lang die Hypothese annehmen könnte, daß ich die Ursache zur Uneinigkeit in der republikanischen Mehrheit sein könnte. Andererseits hat die Einigkeit dieser Majorität das Kabinett Waldeck-Rousseau und das K a b in e t t C o m b es vor Gefahren gerettet, die sie zu bestehen hatten, und dank dieser Einigkeit wird die republikanische Partei ihre Aufgabe vollenden, der, meine Kraft zu widmen, mein Glück gewesen ist. Gestatten Sie mir in dem Augenblick, indem ich von Ihnen Abschied nehme, an Sie meinen Tunk für alle Bekannten und Unbekannten zu richten, die von überall in Frankreich her mir bei den letzten Prüfungen so rührend waren, ihre Sympathie zu bekunden. Mögen Sie wissen, daß ich in den Ruhestand mit hinübernehme die unerschütterliche absolute Hingabe und Treue zu Frankreich, zur Armee und Republik, und daß ich auf diese drei all mein Sinnen vereinige. Hoch erhovenen Hauptes scheinbar verläßt also der General das Ministerium. Als Ministerpräsident Eombes das Demissions- schreiben Andres erhielt, ging er ins Kriegsministeviumi und hatte dort eine lange Besprechung mit Andrö. Sodann begab sich Eombes zur Sitzung des Ministerrates und teilte diesem den Entschluß Andrös mit. Der Ministerrat drückte sein Bedauern über diesen Entschluß ans und beschloßt das Portefeuille des Krieges dem sozialistisch-radikalen Deputierten B e r t e a u x, der seit dem Jahre 1879 Makler an der Pariser Börse ist, anzubieten. Berteaux nahm das Portefeuille an. Berteaux war im Jahre 1902 Berichterstatter für das Kriegsbudget und er war auch für dieses Jahr dazu in Aussicht genommen. General Andrö wird also durch den radikalen Mg. B e r- teaux ersetzt werden. Dies bedeutet jedoch nach der Niederlage Andres eine wesentliche Stärkung des Kabinetts Eombes. Berteaux ist mit verschiedenen radikalen Führern eng befreundet. lieber den Eindruck, welchen die Demission AndröK in Kammerkreisen hervorgerufen hat, wird berichtet: Die Radikalen sind von der Demission Andrös befriedigt, da sie annehmen, daß das Ministerium hierdurch eine Stärkung erfahren werde, umsomehr als der neue Kriegsminister Berteaux dem Kabinett vielleicht einige Stimmen der dissentierenden Radikalen zurückge- winncn wird. — Die Oppositionellen sprachen ihre Genugtuung darüber aus, daß sie durch die jüngste Interpellations-Debatte den Rücktritt Andrös erzwungen haben. Sie äußern ferner hie Ansicht, daß die Stellung des nach dem Tode seines Bruders alle vorgefundenen Wechsel und Schuldscheine!" „Still, ich bitte Sie, Herr Justizrat! — Also sprechen Sie offen, Herr von Kaminski, mich leitet nur der Wunsch, Näheres über den Tod meines Bruders zu erfahren — sehen Sie, ich zerreiße den Wechsel. . ." Damit nahm er den Wechsel und zerriß ihn. „Und nun sprechen Sie, wenn Sie etwas über den Tod meines Bruders wissen . . . vielleicht gar, wer der Mörder war. . Ta schlug der Kranke aufschluchzend die Hände vor das Gesicht. Tie Ellenbogen auf die emporgezogenen Knie stützend, das Gesicht in die Hände vergraben, blieb er eine Weile schweigend trat der Justizrat auf ihn zu, legte mit festem Griff die Hand auf seine Schulter und sagte mit tiefer Stimme: „Kaminski, gestehen Sie — Sie selbst waren der Mörder!" Ta fuhr der Kranke jäh empor und streckte die hageren Arme aus: „Ich bin kein Mörder!" schrie er. „Es war ein ehrlicher Kampf, in dem ich ihn tötete . . . einer von uns mußte sterben ... er oder ich . . , Tann fiel er auf das Lager zuruck und vergrub sein Gesicht in die Kien. _ Erschüttert stand Ferdinand da. Welch Trama entrollte sich seinem Blick? O wie recht hatte der Amtsgerichtsrat, als er ihn warnte, trügerische Anzeichen für Beweise zu nehmen! Der Justizrat berührte den Daliegenden leicht an der Schulter. „Fassen Sie sich — ermannen Sie sich", sagte er ernst, doch nicht unfreundlich. „Erzählen Sie uns, wie alles sich zugetragen — erleichtern Sie Ihr Gewissen, ehe Sie vor Gottes Richterstuhl treten. Denken Sie daran, daß Ihre Aussage eine Unschuldige von schwerem Verdachte befreit, daß Ihre Aussage dnn Bruder des Getöteten sein Lebensglück, seine Lebensfreude wiedergeben kann. Wollen Sie mir anüvorten, wenn ich Sie frage?" c _ , „Fragen Sie", flüsterte der Kranke. „Nicht lvahr, Sie hatten diesen Wechsel yenn Franz Groller ausgestellt? Ter Wechsel befand sich in seinen Händen?" „Ja" ... „und Sie wußten nicht, wie Sie ihn einlösen sollten?" „Nein, ich wußte es nicht." „Ter Gläubiger ließ sich auf keine Prolongation ein, er drohte mit einer Klage"..... „Ja — ja" . . . „Weshalb fürchteten Sie diese Klage so sehr? Sie waren doch schon öfter verklagt worden und ein Offenbarungseid wäre Ihnen lvohl nicht schwer getoordcn." „Ich... ich fürchtete mich vor der Strafe... vor dem Zuchthause. . . Ter Wechsel war gefälscht." . . . „Hm — ich dachte es mir. Herr von Breitenbach, der Renn- stallbefitzer und Majoratsherr, würde Ihnen kaum seine Unterschrift gegeben haben. Also Sie mußten den Wechsel unter allen Umstünden wieder 511 erlangen suchen und — deshalb griffen Sie zum Revolver." . . . (Fortsetzung folgt.) — „T i e Morgenröt e", eine Komödie von Josef RÜ« derer, abgedruckt in den „Südd. Monatsh.", wurde im Berliner Neuen Theater mit lebhaftem Beifall ausgenommen, in den sich jedoch auch Widerspruch ncischtc. Tas Stück spielt in München im Jadre 1848 und ironisiert die revolutionäre Bewegung und die Parteiungen in der Studentenschast, die das Auftreten der Lola M 0 u t e z hervorrief. Manck>e e$enc ist glücklich geführt. Tie Persiflage des Psstlistertums ist stellenweise nicht ohne Reiz. Durch endlose Wiederholung derselben Motive aber und durch seine Unfähigkeit, die Handlung herauszuheben und zu gestalten, verliert Rüderer sich in Trivialitäten, die auf die Tauer schwer erträglich siud. Vorzüglich war die Ausführung des Neuen Theaters. navrncrrs notz Der 7iii^jmtnung Anorvs er] muttert bleibe. ____________ Zer Raubmord in Keldcnbergen. Heldenbern en, 15. November. Tvr gestrige Tag hielt unsere Einwohnerschaft noch mehr in Aufregung und Spannung, als der Sonntag, schon deswegen, weil die berühmten Blut b n n d e ..H arra S" und „M a x" bei den Nachforschungen nach dem Mörder verwendet wurden. Schon vorgestern abend gegen 11 Uhr kamen au diesem Zwecke die prächtigen, temperamentvollen Hunde in Begleitung ihrer Besitzer aus Braunschweig an uni) im Gasthause des Herrn Pauli nahmen die Herren Wohnung, wo auch die Hunde in einem Stalle untergebracht wurden. In früher Morgenstunde wurden die Hunde an den Bahnhof geführt zur Ueberwachung der dort die Frühzüge benutzenden Personen. Tie Nachforschungen nach dieser Ridstung Iraben zu keiner weiteren Eirtdcckung geführt. Später ivitrbcn dann die Hunde an den Tatort selbst gebracht, damit sie die Spuren im Hause, im Vor- und Hinterhof, sowie int Garten aufnchmen konnten. Inzwischen war, wie gestern schon gemeldet wurde, die abermalige Vorsührung des Arbeiters Bausch aus Windecken ungeordnet und vollzogen worden, trotzdem er schon am gestrigen ^age nach zirka siebenstündigem Verhör wieder entlassen wurde. ES hatten sich neue Verdachtsmomente bei den weiteren Nachforschungen gegen Bausch ergeben, da man, wie gemeldet, einen blutigen Kragen, ein Chemisette und einen Hut bei einer Haussuchung vorfand. Tiefe Gegenstände bekam Bausch in die Hände, welche er auf deut Rücken halten mußte. Er wurde in den Hinterhof geführt, von wo aus der Mörder, wie immer noch angenommen N'ird, durch das Abortsenstcr ins Haus eilige» drungcn ist. Sämtliche anwesende Gerichtspersonen, Gendarmen usw. wohnten dem Schauspiele bei. So oft die Hunde loS- gelassen wurden, umkreisten sie Bausch "aiid zerrten wie wütend an den Gegenständen, loelchc dieser in den Händen hielt. — Es waren inzwischen noch mehr Vorsührungen verdächtiger Personen erfolgt, die ebenfalls lange Zeit verhört wurden und darauf gemeinschaftlich mit Bausch den Hunden gegenübergestellt wurden. Auch hierbei stürzten sich, wie wir dem „Fr. G. A." entnehmen, die Tiere stets auf Bausch. Tiefer mußte denn auch im weiteren Verlaufe seines Verhörs durch das Abort- fenlter in das Haus einsteigen, was ihm bequem gelang. Viele Leute schienen schon geneigt den unglücklichen Mann deslmlb als den Täter zu betrachten, zumal der Hund „Harras" seinerzeit in Königshütte noch nach 14 Tagen unter ca. 40 Personen einen Mörder he rausgefunden haben soll. Ter Untersuchungskommission konnte diese An von „Beweisen" jcdock natürlich nicht genügen, und die Nachforschungen wurden fortgesetzt. Am Nachmittage gegen halb 2 Uhr gab es dann wieder eine neue Aufregung beim Publikum, das fortgesetzt das Pfarrhaus belagert und die Kirchgasse besetzt hält. Ter Ortsdiencr kam und brachte ein blutiges Hemd, sowie einen Mittel, welche Gegenstände der Metzger Grünewald beim Arbeiten auf dem Felde, rechts der Chaussee zwischen Heldenbergen und Windecken a u f g e f u n d e n hatte, und wie sich herausstellte, sollen alle diese Wäschestücke noch keinerlei weitere Anhaltspunkte ergeben haben. Auch sollen die Flecken nicht von Blut, sondern von Rost lyeniibren. Um dies konstatieren zu lassen, wurden diese Fundstücke nach Frankfurt a. M. an den Gerichtschemiker Tr. Popp abgesandt. Eine weitere Ueberraschung rief die Vorführung des aus Büdesheim gebürtigen, aber hier wohnenden Arbeiters Rick, sowie eines Metzgergesellen, der seither hier bei Metzger Seyfried beschäftigt war, hervor. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wurden abermals Spürversuche mit den Hunden gemacht, denen die vorgeführten Personen entgegengestellt wurden. Einer der Hunde ging dabei an Bausch, ein anderer sprang auf den Rick los und auch der zweite Hund ging dann an den Rick. Als man den Versuch zum drittenmalc machte, ging der .\?hud an den verhafteten Metzgergesellen. las war wohl der beste Beweis von der Unzulänglichkeit dieses „Beweismittels". Schließlich aber wurden sämtliche vor geführten Personen, darunter auch Bausch, wieder auf freien Fuß gesetzt. Seine Unschuld scheint sich also endgiltig ergeben zu haben. Von neuen Entdeckungen ist zu erwähnen, daß ans einem Rasenbeete vor dem Hanse des Lehrers Wolf, welches nächst dem Pfarrhause liegt, eine F n ß s p u r gefunden wurde. In welchem Zusammenhänge diese mit dem Morde stehen kann, wird die nach dieser Richtung eingeleitete Untersuchung ergeben. Nach einer Aussage des Fräuleins Sulzbach, die unter dem Eindrücke der scheußlichen Tat seelisch sehr zu leiden hat, weilte sie am Freitag abend, also einige Stunden vor der Mordtat, bei dem Pfarrer in dessen Zimmer, lvo er sein Abendgebet verrichtete. Mitten im Beten habe der Pfarrer plötzlich au f- gehört und hastig einige Zeilen auf eine Karte geschrieben, die er in sein Gesangbuch legte. Gestern ist denn auch diese bezeichnete Karte beim Nachsnclnn im Gesangbncl>e anf- gefunden worden. Ter Text ist lateinisch und hat auf deutsch übersetzt folgenden Wortlaut: „I m Falle eines p l ö tz l i ch c n Todes bitte i ch aus meinem Privatvermögen 1000 Mark an den Dekan (Friedrich von Ilbenstadt) auszuhäudigen, welcher diese Summe an bedürftige Armen verteilen soll". Was ihn so kurz vor seinem doch sicher nicht geahnten Tode veranlaßte, diese Karte mitten im Beten zu schreiben, kann wohl nie mehr aufgeklärt werden. Graf Oriola aus Büdesheim hat vier Wagen voll Lorbeerbäume, Blumenstöcke usw. aus seiner Gärtnerei hierher bringen lassen. Tie Kirche ist zur Leichenfeier ausgeschmnckt, ebenso das Pfarrhaus, in welchem sich die Leiche noch befindet. Fortgesetzt treffen, ans weitester Umgegend sogar, prächtige Kranzspenden und viele Veileidskundgebungen im Trauer-^ l)dufe ein. Ter Vorgang, der sich am letzten Samstag am Ostbahnhof in Hana u ereignete und der mit dem Raubmord zu Heldenbergen in Beziehung gebracht wurde, hat sich nunmehr aufgeklärt. Jener : angeblich aus Heldenbergen stammende Mann, lvelcher am Ost- bahnhof nach den beiden Leuten mit den zwei schwarzen Hunden gefragt hatte, heißt Bauscher und wohnt in einem alleinstehenden Hause nahe der Station Heldenbergen-Windecken. Tas Haus soll allerdings nicht zu Heldeubergen, sondern zu Windecken gehören. Tie Leute mit den Hunden, eine bayerische Familie, haben bei ihm gewohnt und sind am Samstag früh abgereist. Schon in den frühen Morgenstunden sammelte sich heute vor dem Psarrhause eine große Menschenmenge an, nm der B c - crbiguiig des Pfarrer Thöbes beizuwohnen. Ilm halb 11 Uhr begannen die Kirchenglocken zu läuten. Vor dem Trauer- Hause bildete die Turngemeinde in Uniform Spalier, während der Kriegerverein vor der Kirche Aufstellung genommen hatte. In der Kirche selbst waren die Vereine mit umflorten Fahnen erschienen. Ter Sarg war auf einem mit Palmen und Blattpflanzen umgebenen Katafalk aufgestellt. Um 10u Uhr erschien die Geistlichkeit, im Ornat, sowie die übrigen Teilnehmer an der Trauerfeier. U. a. waren in der überfüllten Kirche zu sehen Graf Oriola ans Büdesheim, Kreisrat Fey aus Friedberg und andere. Ter Vertreter des Mainzer Bischofs, G e n e r a l v c k a r T r. Engelhardt auS Mainz hielt die Predigt, anknüpfend an das Bibelwort „Siehe, ich komme schnell und mein Lohn kommt mit mir." Er schilderte den Lebensgang des Verstorbenen in großen Zügen. Ter von ruchloser Hand Getötete sei allgemein beliebt gewesen. Ter katholische Lehrcrvercin für den Kreis Friedberg sang sodann das Requiem und Tckan Friedrich ans Ilbenstadt hielt das Amt. Um 11Uhr folgte eine stille Andacht, der die Cinsegnung der Leiche durch Tekan Friedrich fick- anschloß. Um 12 Uhr war die Feier in der Kirche zu Ende und der vieltausendköpfige Lcichcnzng setzte sich in Bewegung. Voran ging die Schnl- lugcitD mit Blumen, dann folgten Bereute und eine große vtnzayl Geistliche. Auch die Vertreter der Behörden waren .mwesend- Dann kamen die Kommunikantinnen, der bischöfliche Vertreter und der Geistliche Rat Schäfer ans Offenbach. Hierauf folgte der Sarg und dahinter abermals Vertreter von Vereinen und Korporationen. Auf dem Friedhof herrschte ein großes Gedränge. Der alte Gesangverein „Thalia" saug ein Grablied. Tie Einsegnung der Leiche nahm nur kurze Zeit in Anspruch. Zahlreiche Kränze wurden niedergelegt, u. a. namens der Regierung von Kreisrat Fey-Friedberg, außerdem von sämtlichen Vereinen in Heldeubergen und mehreren auswärtigen Vereinen und Korporationen. Um 1 Uhr erreichte die Feier ihr Ende. — Tas Grab befindet sich auf dem Ehrenplatz des Friedhofs, neben der Grabstätte des Geistlichen Rats Brentano. Die Schulen waren anläßlich der Feier geschlossen. Die Erregung in der Bevölkerung hat sich nunmehr etwas gelegt. ArnchtsjUlU. Bei d e r M o r g e u to i l e 11 e. Wir lesen im „N. Wien. Tagebl.": Eine juue hübsgche Schauspielerin, Fräulein Albertine K., hatte sich beim Bezirksgerichte Josefstadt wegen angeblicher llcbcrtretung gegen die öffentliche Sittlichkeit zu rechtfertigen. Ter pensionierte Major Arthur H. hatte die Anzeige erstattet, daß die Schauspielerin sich öfters bei dem Fenster ihrer Wohnung in einer so mangelhaften und verführerischen Toilette zeige, daß sie die Sittlichkeit junger Gymnasiasten, die ein gegenüber ihrer Wohnung befindliches Privatgymnasium besuchen, gefährde. „Es wäre auch nicht vorteilhaft", erklärte der Anzeiger, ,twcnn durch das Vorgehen der Schauspielerin mein zwölfjähriger Sohu verführt würde". Tie Angeklagte erklärt sich kategorisch für nichtschuldig; sie gab an, daß sie als Morgentoilette ein Matinee kleid trage, das in dezenter Weise ausgeschnitten sei. In diesem Kleide habe sie möglicherweise manchmal zum Fenster hinausgeseheu, ohne jedoch au eine Verführung der vorübergehenden Gymnasiasten im entferntesten zu denken. Der Direktor deS betreffenden Gymnasiums erklärte als Zeuge, daß seines Wissens die Schauspielerin (id) niemals unschicklich benommen habe. Ter Richter s p r a d) die Angeklagte wegen Mangels jeden strafbaren Tatbestandes frei. Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 17. November, abends 8 Uhr, im oberen Gememdesaal, Kirchstraße 9: Vortrag der Missionarin Fräulein Antonie Steiner über die Missionsarbeit unter der Frauenwelt in Indien. Kauft der Sohle. Nur echt XrapX Markp milDreieck-Ä™?iame Z A A kostet sie nicht, sondern umsonst bekommt jeder ^xVll iHdl lx eine gutgehende Herren- oder Tamen-Remon- -------------------- toir-Uhr, welcher 400 Gutscheine von Gioth's gemahlener Kernseife an den Fabrikanten I. Gioth, Hanau, franko einsendet. hv10/. toi en1 and ntifi Äer auf zun wel wir Si Ri vv 2. <$u £ CD O 4- 6i c Gl 3 n a» c er 2 D — Gl o (3 Q CD S S CT o 3 CT 3 ? 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