zeigenteil: HanS Beck. Pie heutige Wummer umfaßt 16 Seite«. Pie parmstädter KunstausKellung. davon eine Sünde. Prof. Olbrich hat damit vollständig hohe fand heute vornnttag dem Protektor, dem Großh Kb reffe für Depefchem «nzetger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Die Haftbarkeit deb Richters. Die Fälle, in denen richterliche Beamte für einen Schaden, den sie im Amte hervorgerufen haben, in Anspruch Deutsches Reich. Berlin, 15. Juli: Aus Molde wird berichtet: Die »HohenzollernE mit dem Deutschen Kaiser an Bord und die Begleitschiffe sind hier eingetroffen. Die Stadt ist festlich geschmückt. Alle Schiffe im Hafen haben Flaggen gehißt. Das Wetter ist prächtig. Der Kaiser machte heute nachmittag einen längeren Spaziergang an Land und kehrte um 7 Uhr an Bord der ,Hohenzollerrck zurück. Nr. 165 •rlttlei täglich außer Sonntags» Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessische,, Landwirt die Gießener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. KotattonSdruck u. Verlag der vrühl'schen jüngeren Kräfte unserer Künstlerkolonie ihrer schienen Ausgabe widmen. Es ist auch wieder die volle Schassens- foeudigkeit in den Ateliers auf der Mathildenhöhe ein* gekehrt, wofür ganz besonders dem zu Anfang vorigen Wahres ins Leben gerufenen Arbeitsausschuß der Künstlerkolonie, dessen Borsißender Oberst ä la suite Frhr. v. Hehl ist. Dank und Anerkennung gebührt. Bekanntmachung. In der Zett vom 9. bis 16. Juli 1904 wurden m hiesiger Stadt gefunden: 1 kurze Uhrkette, 1 Portemonnaie mit Inhalt; verloren: 1 Füllfederhalter, 1 Emaille-Broche, 1 goldene Vorstecknadel, 1 Zwanzigmarkstück, 1 seehund- gepelzteS Visitenkartentäschchen, 1 Kupon von 10 Mk. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei unö geltend zu machen. Gießen, den 16. Juli 1904. Großherzoglicb^ P^lneiamt Gießen. I. V.: Roth. Ausland. London, 15. Juli. .Westminster Gazette^ sagt der Besprechung des TodeS de§ Präsidenten Krüger: Krüger ist zwar gestorben, fern Geist aber wird fortleben und durchdringt noch immer die Buren. Wenn wir imfi weigern, ein freies Transvaal zu schaffen, in dem die Buren wie früher leben können, dann gehen wir einer Katastrophe entgegen. .©lobe' dagegen ergeht sich m gehässigen Bemerkungen gegen Krüger. Haag, 15. Juli. Gegen 4 Uhr kamen Admiral v. Koester, die Kontreadmirale Prinz von Sachsen- Altenburg sowie mehrere hohe Offiziere cm. ES folgte» die offiziellen Besuche beim Minister deS Aeußeren und dem Marineminifter. Die Offiziere trugen sämtlich Zivil. Bei dem Rothe, der Divisionskommandeur Frhr. v. Gall, der Stadt* kommarrdant v. Lvncker, Obeichgm. Momeweg u. a. der' Feier bei. Der Großherzog nnrr^e am Treppenaufgang zum Ernst Ludwigs-Haus vom Arbeitsausschuß empfangen upb in den Hauptsaal geleitet, wo die Festversammlung vor der neuen Bronzebüste des Großherzogs, die von Habicht ausgeführt ist, AufsteNuna nahm. Nachdem der Vorsitzende des Arbeitsausschusses Oberst v. Hehl den Großher^og UW Eröfftmnjg gebeten hatte, hielt der Grohherzog folgende Ansprache: Zum zweiten Mal legt die DarmstDter Künstlerfelonie von ihrem Schaffen und Streiten im größeren Umfang öffcutüch Zeugnis ab. Ein neues Geschlecht ist sich stnres Rechte- uitb feiner P sticket bewußt geworden, nicht nur in den [simnen der Vergangenheit, sondern auch seinem eigenen Kunstempfinden gemäß frei und zweckmäßig zu gestalte». — lieber Ferngespräche des Reichstages und des preußischen Landtages mit der Provinz find neue besondere Bestimmungen ergangen. Gespräche im Fern- verkehr, die während der Tagung des Reichstages von außer- halb mit den im ReichstagSgebäude anwesenden Bevollmächtigten zum Bundesrat, mit den Mitgliedern deS Reichs- tages und den sonst im ReichstagSgebäude beschäftigten Personen gewünscht werden, werden mit der Bezeichnung „Reichstags unter genauer Benennung der zum Gespräch gewünschten Person sofort weitergemeldet. Bei Gesprächen vom Reichstage auS benachrichtigt das Berliner Fernamt die beteiligten Vermtttelungsstellen von den Gesprächsanmeldungen einige Minuten vor dem voraussichtlichen Zeitpunkte der Ausführung. Bis zUm Erscheinen der Personen bei der Sprechftelle im Reichstage werden die Fernleitungen nach Möglichkeit für andere Gespräche auSgermtzt. Eine HerbeirufungSgebühr für Gespräche nach dem Reichstage wird nicht erhoben. Diese Bestimmungen finden auch Anwendung auf die Gespräche mit dem Herrenhaus und dem Abgeordnetenhaus. (Es dürfte sich empfehlen, daß diese Bestimmungen auch Geltung erhalten außerhalb Preußens für die Parlamente aller Bundesstaaten. D. Red. d. Gieß. Anz.) Donn, 14. Juli. Die Exmatrikulation des Prtn- ^en Eitel Friedrich von Preußen wird am 30. d. M. folgen. Am Tage darauf wird der Prinz in Wittlich anwesend fein, um als Vertreter des Kaisers der Einweihung des dortigen katlwllschen Kriegerwaisenhauses beizuwvhnen. Nachdem al^ daun die Auflösung des prinzlichen Hofstaates ht Bonn erfolgt Ut, wird Prinz Ettel Friedrich "sich nach ÄAoß DilhelmShShe gei Kassel begeben, wo inzwischen die Kaiserin mit ihrm jüngst» Kindern zum Sommeraufenthalt em treffen wird. Karlsruhe, 15. Juli. Die Zweite Kammer nahm in der heutigen Nachmittagssitzung den Gesetzentwurf, betr. Abänderung der Verfassung nach den letzten Beschlüssen der Ersten Kammer gegen bie Stimme« der Sozialdemokraten an. — Desgleichen wurde das Landtagswahlgesetz ohne Debatte angenommen rmd fo dann der Entwurf, betr. die WahlkreiSeinteiluug, wo» nach das Land künftig 73 Abgeordnete z« wählen hat. neue Ausstellung will uns zeigen, auf wie leichte und nicht kostspielige Weise die Kunst auch den allgemeinen Bedürfnissen des Familienlebens dienstbar werden kann, und dies Bestreben wird sicherlich nicht weniger auf allseitigen Beifall Anspruch machen dürfen. Es war ein äußerst glücklicher Gedanke des halfen Protektors unserer Künstlerkolonie, den so vielseitigen und fruchtbaren Architekten derselben, Pros. Olbrich, mit der Erbauung der drei Muster-Wohnhäuser zu beauftragen, die diesmal daS Hauptausstellungsobjekt bilden. Sie sollen die Kunst direkt an den Fanrilieuherd fesseln und so schon von der Pflanzstätte der Jugend aus den Sinn fürFovmerr- der Beamte bei Anwendung größter Sorgfalt anders hätte verfahren müssen. Von dem Falle, wo der Beamte seine Amtspflicht dadurch verletzte, daß er eine gewissenhafte Würdigung oder Untersuchung gar nicht vorgenommen habe, sei natürlich hierbei ab zu sehen. R. B Darmstadt, 16. Juli. v *■v 1111 u 119 .Huai|iuuviicuniiy au, uct n/canniDt»- Darmstadt hat wieder eine Kunstausstellung! Zwar zweifellos viele Sympa- hohe fand heute vormittag in feierlich^- Weise ftatt Neben feine so große und glanzvolle, wie im Jahre 1901, als tr* v w die unter der Fürsorge unseres kunstsinnigen Landes- fürsben begründete Darmstädter Künstlerkolonie mit ihrem Können zuerst vor das öffentliche Forum trat, aber doch eine, die so recht geeignet erscheint, die Aufmerksamkeit der weitesten Bevölkerungskreise auf sich äu lenken, denn sie betrifft ja gerade dasjenige, was uns im Leben am nächst- liegendsten erscheint, das Haus und feine Behaglichkeit. Die Ausstellung von 1901 hat ohne Frage tief befruchtend und belebend auf das ganze hessische Kunsthandwerk eingewirkt und sehr wesentlich dazu beigetragen, die Kunst und ihre Ausübung mit den Erfordernissen des praktischen Lebens in engere Beziehungen zu bringen. Die neue Ausstellung will uns zeigen^ auf wie leichte und thien fi irden werden. Was uns bei der Ausführung der drei Musterhäuser ganz besonders wertvoll erscheint, ist der Umstand, daß hier zum erstenmal der Versuch gemacht worden ist, nicht große, bekannte leistungsfähige Firmen für die Ausführung der Arbeiten heranzuziehen, sondern den wirllichen Kunsthandwerker, ben sogenannten „kleinen Meister", damit zu betrauen. Me uns der Künstler versichert, haben sich z. B. Tischlermeister auS dem Odenwald und der Rhein- ebene der Anfertigung von Möbelstücken und Dekorationen nach genauen Zeichnungen mit einer Lust und Liebe hin- gegeben, daß er nur seine Helle Freude darüber mrsdrucken könne. Gewiß ein schönes Zeugnis für das allmähliche Enrporb-lühen unseres hessischen KunsthandwerkS! Neven den drei Musterhäusern, ht denen auch verschiedene Neinere kunstgewerbliche Kollektioneri zur Besichtigung ausgestellt sein werden, wird natürlich mich das frühere dkusstellungsgebäude, das Ernst Ludwig-HanS, die Aufmerksamkeit des Besuchers aus sich lenken, denn hier komTnen die zahlreickn'n neuen Schöpfungen, Zeichnungen, Skizzen imb Enttvürfe zur Veranschaulichung, die von den übrigen Mitgliedern der Künstlerkolonie, Prof. Habich, Haustein, Cissardö und Dr, Greiner int Laufe der letzten Jahre geschaffen worden sind. Wir werben über die drei Musterhäuser, wie über die anbervu AuSftelluwtS- gegenstände noch ausführlichere Betrachtunwm anzustelleu Gelegenheit haben. Für jetzt sei nur konstatiert, daß die neue Ausstellung im allgetneinen ein höchst erfreuliches Bild von dem künstleriscl)en Ernst und dem n'ßen Schaffens eifer liefert, mit dem sich sowohl die älteren, wie die _ - . r ’ 1 ’ —— - - -71 * *** • *** W »* 1J arm stadt, 16 Julr. (Eigener Drahtbericht^ ^reUccnCUC1l?7nTer?I WohnungSeinricht- Die Eröffnung der Kunstausstellung auf der Mathilden- lITTCTC IT nTni I nt'T nr*1 IT PTT ni A »hvw V r'TY rt A hirtTn - e c < , - , . r , *. «- ™ _ 7 _ schönheit entwickeln helfen. Die drei am Eingang zur Mathlldeuhöhe errichteten Musterhäuser sind ebenso gewaltig in ihrer äußeren Erscheinung, wie in ihrer ganzen inneren Einrichtung, und wir dürfen schort heute bei der ersten allgemeinen Betrachtung konstatieren, daß der Künstler seine Aufgabe, mit gerineng Mitteln drei villenartige Wohnhäuser herzustellen, die neben den Anforderungen an modernen Kc>m^ fort auch in praktisch Hinsicht Vollkommenes darbieten, mit außerordentlichem Geschick gelöst hat. ES galt vor allem, den althergebrachten Wahn zu zerstören, als müsse der Aufbau und die ganze Einrichtung einer mittleren Familienwohnuna nur immer genau nach der nun einmal gewohnten Schablone erfolaen, als fei jedes Ad weichen Mlitilche Tagesschmt. Die Kaiserin und Krhr. v. Mirbach. Nrtter dieser Stichmarke macht eine Berliner Lakolkorrespon- denz einige Mitteilungen zu dem Pommernbankprozeß und die Stellung des Oberhofmeisters .der Kaiserin dazu. Es heißt in dem Bericht, über dessen Authentizität an allein maßgebender Stelle feine Bestätigung zu erhalten war: Der Oberhofmeister der Kaiserin, Freiherr v. Mirbach, der sich gegenwärtia zum Besuch bei der Kaiserin auf der Gutsherrschaft Kabinen bei Elbing befindet, hatte mit der hohen Frau eine mehrmalige Konferenz über die „Konto K."-An- gelegenheit. Wie wir erfahren, versicherte der Oberhof- meister, daß die Angriffe in der Presse gegen seine Person wie gegen die von ihm befolgte Geschäftstätigkeit unberechtigt seien. Sem Verhältnis zu der Pommernbank fei in allen Fällen durchaus fair gewesen. Daß er sich in den Personen der beiden verurteilten Bankdirektoren getäuscht habe, bedauere er tief, könne aber dem jetzt nicht mehr abhelfen. Auch auf die eventuelle Rückzahlung der „geschädigten" Gelder kamen die Kaiserin und der Freiherr v. Mirbach zu sprechen. Dieser er» klärte sich zu diesem Plane vollstärtdig einverstanden, denn er hätte ja, als der Bankkrach seitrerzeit eintrat, erst denselben Ge^ danken gehabt, aber ts seien ihm gegen eine solche Rückzahlung schwerwiegende Bedenken aufgestoßen, die von andern näher bezeichneten Persönsichfetten, vollauf geteilt worden wären. In bezug auf die Ordens- und Titel-Angelegenheit erklärte auf Befragen der -Kaiserin Freiln'rr v. Mirbach, daß er >mch hierin korrekt verfahren fei und daß ihm nicht der geringfte Vorwurf zu machen sei. Er habe doch lediglich aus eige-rem Antriebe oder aus Hinweis anderer Persönlichkeiten Dor- smlkge nach dieser Richtung hin gemacht' die Nachprüfung habe rhm nicht obgelegen und sei von den Ministerien vollzogen wmben. Die Kaiserin habe, wie die Korrespondenz versichert, ihren Oberhoftneister ihre- unerschütterlichsten Vertrauens und ferneren Wohlwollens versichert, indem sie der Zuversicht Ausdruck gab, daß es gelingen möge, den Verdrehungen und Aufbauschungen der bedauerlichen Angelegenheit beweiskräftig entgegenzutreten. Dem Vernehmen nach ist geplant, eine authentische Darstellung des Sachverhalts zu veröffentlichen. gertommm toerben, sind recht selten. Sie beziehen sich fast alle ausschlleßlich auf Klagen des Fiskus wegen allzu hoher Berechnung von Zeugen- und Sachverständigew-Äe-' vuhren durch den Richter oder wegen angeblich überflüssiger Ltgurdierung von Reisegeldern, die der Fiskus zurück- erstcrttet haben will. Neber diese wichtige Frage hat sich das Reichsgericht in einem Urteil vom 25. Januar 1904 sEntsch. in Zivils. Bd. 56 S. 339) in bemerkenswerter Weise ausgesprochen. Ein Amtsrichter hatte zwei Lokaltermine ab- aehalten, die der Fiskus, vermutlich wohl auf Veranlassung der Oberrechnungskammer, für unnötig erachtete. Indessen wies das Reichsgericht dre Klage auf Rückerstattung der Reisegelder zurück, indem es u. a ausfuhrte: Es werde vorwiegend angenommen, daß der Beamte für jedes, selbst das geringste Versehen einzustehen habe und daß nur für die Haftung des Spruchrichters, für die Tätigkeit in judicando, eine andere Auffassung Platz greife. Aber wenn das auch hinsichtlich des Richters anzuerkennen wäre, so seien doch in Ansehung des Begriffes der schuldhaften Pflichtverletzung für den gegebenen Fall die dem Richter gesetz- und verfassungsmäßig zugewiesene Aufgabe und eingeräumte Amtsbefugnis ins Auge zu fassen. Dem Richter stehe auf dem Gebiet der streitigen Gerichtsbarkeit maunig- fach die, Vornahme von Amtshandlirngen zu, wobei ent* toefcer tue Handlung selbst einem pflichtmäßigen Ermessen überlassen, oder doch die Frage, ob die im Gesetz bestimmten Voraussetzungen der Handlung im vorliegenden Falle gegeben seien, der selbständigen Erwägung des Richters an- heimyestellt sei. Wenn der Richter sich in der von ihm vorausgesetzten Sachlage geirrt ober in her Wahl des Mittels silr den gesetzmäßig verfolgten Zweck fehlgegriffen habe, so habe er damit noch nicht seine Amtspflicht verletzt. Und die von ihm zu erfordernde Aufmerksamkeit habe er schon um deswillen außer acht gelassen, weil er eine Handlung als erforderlich angesehen und angenommen habe, die hinterher als unnötig erkannt wurde. Es könne auch nicht im Sinne des Gesetzes liegen, wenn der richterliche Beamte in seiner, innerhalb der Grenzen der Gerichts- verfassmrg und der Prvzeßordmmg gelegenen, insoweit unabhängig auszuübenden Amtstätigkeit durch die ihm drohende zivilrechtliche Haftung dem Ftskus gegenüber ungebührlich beengt werde, und wenn er für jede objeMv ungeeignete, obschon formell gesetzliche Handlung auf dem QV diesem Drang freien und neuen Gestaltens offenbart sich bte der Gegenn^rt eigene, kulturfcdakfende Kraft, in deren Dienst iw die Künsllerfewni> ^stellt W Die Ausstellung, die uv Trimmt eröffne, wird zeigen, daß die Künstler der Kolonie erfng und mtt Erfolg gestrebt babcn> ibrer Aufgabe gerecht zu werden. Sie wird auch zeigen, daß hie Künstler in tüchtigen Geimrbetreibenden treue und w'rsläudnisvolle Gefolgsleute ln- funden baben. Ich sage beit Künstlern und den .luSstellenden Gewerlwtreün'nden marrnen Dank In gleicher ’&'cifc danke ich ijem Arveitsaussämß für fein selbstloses und erfolgreich Wirken Müge biirir RuSsvllung Hessens Kunst und Gewerbe Rutz neh Ehre bringe»! Rach der Rede brachte die Festversammlung ein dreimaligem Hoch auf beit Groß verzog aus, während die Musik des 115er Insanterie-RegtS. die Rationallllnnin' intowirrte Daim folgte eine Besichtigung der ftirtftrllumi und fvatrr auch der drei Mufterbäuser, sowie die ChmwibinTxt eine# von der Stadt aestisdieu Hunnen# im Platanenluun bei von Prof. Habicht auoaesührl ift Später folatr bü nähme eine- S^il>elsrühslu.siv Erstes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 16. Juli 1904 Gietzener Anzeiger ; ** General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen - T tnr r, NH ber holländische Manneminister den höheren Ofh|ttem des deutschen Geschwader- c\ab. nahmen die meisten Cffytert der holländischen Marine, der Minister bcS Aenßcren Melvil van Landen sowie Prinz von Sachsen-Altendurfl teil. Per Marinemimster betonte tn seinem Toast die aufrichtige nnd herzliche Freude, die deutschen Kameraden bei stch zu sehen. Admiral Koester rühmte die holländische Manne als Lrhrme-.sterin der deutschen. Gerade im Frieden habe die holländische Manne bei den Schwierigkeiten des DienstbetriebeS m den Tropen bewiesen, was sie leiste. Desto größer sei die Freude der deutschen Seeleute, die holländischen begrüßen zu können. Die holländischen Zeitilngen zeigen Zurückhaltung. Rom. 15. Juli. Der Papst soll ein Dekret vor* bereiten, da- den geistlichen Orden verbietet, sich mit Handel und Industrie zu befassen. Der Papst wünscht, daß die OrdenSleiite. die Fabriken irgendwelcher Art betrieben, diese sowie die Fabrikmarke und daS FabrikationS- gehennnis an Laiengesellschaften abtreten, damit die Kleriker mehr als bisher ihre religiösen Ailsgabcn erfüllen könnten. Bern, 15. Juli. Das Militärdepartement veröfsent- ticht den Entwurf der neuen Militärorßanisation. Rach diesem Einwurf umfaßt der Auszug tn Zukunft die diensttaugliche Mannschaft vom 20. bis zum 33. Jahr, die Landwehr bieienigv vom .34. bis zum 39. Jahr, der Landsturm diejenige vom 40. bis zum 50. Jahre. Es wird eine Gechirgsinfanrerie, befbebenb aus sechs fRe crimen t cm Alpen- jöger ju zwei bis drei Bataillonen geschaffen. Im Frieden wird von der Bildung von Arrneekvtt'S Lll>stand genommen. Im Frieden werden bloß zwei bis drei Armeekorps-Kom- rnandos gebildet. ES werden sechs Divisionen gebildet, bestehend aus drei Jnfanteriebrigaden zu dnei Regimentern ;u drei Bataillonen und cnrs einer Kavallerie- und einer Kavallerie- und einer Artilleriebriaade. Eingeführt werden lährlich mindestens 60 Unterrichtsstunden. Die Dauer der Rekrutenschnlen wird auf 80 Tage für Kavallerie ^nd 60 Tage für die übrigen Waffengattungen festgesetzt. Für die Jnfanverie bedeutet dies eine Verlängerung um 15 Tage. Die ersten acht Jahrgänge deS Auszuges haben einen jähr- lichcn Diederholungskurs von 11 Tagen zu bestehen: daran schließt sich ein werterer Diederholungskursus von 11 Tagen in der Landwehr. Konstantin ovel, 14. Juli. Am 6. Juli umringten Truppen und Basclnbozuks im Dorfe Poedviechte, nördlich von Kastoria, eine vwölfköpfige Bande unter Führung von Mitres, die sich iedock in der Nackt rettete. Die Truppen verloren drei, die Bande zwei Mairn. In der letzten Zeit wurden von K o m i t a d s ck i s zehn Mordtaten verübt. Petersburg, 15. Juli. Der Korrespondent der „No- wofe ^ernja" behauptet. Rußland sei bereit, Minimalzölle aus Getreide anzunehmen, bestehe aber seinerseits alsdann auf der Annahme seiner hohen Zölle aus den deutschen Industrie- Im dort. Dieser Punkt sei daS Haupthindernis. Falls kein Kompromiß zustande komme, sei es noch sehr weit bis zum Abschluß des Handelsvertrages. Der Krieg zwischen Japan und Auhland Pott Atthnr. T-kio. 15. Inti. (Amtlich.! Die Nachricht, die in Sn- rova verbreitet iw, daß während eines nächtlichen Angriff» am 1L 3nü aui Port Ärthnr die Japaner mit einem Berlnff von 30000 Mann n r ü ct geschlagen seien, entbehrt jeglicherBegründnng, da, abgesehen von kleinen Borpostengefechten. überhaupt kein ernstlicher Angriff ans die ruffischen Ltellungen an jenem Tage gemacht worden iff. Also war alles wieder einmal S chwin del! Der M)aniiche Verlust von 30 000 Mann wäre ja auch gleichbedeutend mit einer Aufhebung der Belagerung gewesen. Der russische Kommandant hat auch von der ganzen Geschichte ferne Nachricht gegeben, die doch zweifellos nicht auSgeblieben wäre. Folgende Privatnachrichten siind auch nicht ohne weiteres glaublich: Petersburg. 15. Juli. Tic Meldung, wonach die Javaner bei dem Angriff aur Port Arthur 30000 Mann verloren baden sollten, stellt sich als unrichtig heraus. Tie Japaner haben bei dem Angriff etwa nur 3000 Mann verloren. Die Verluste der Japaner bei Kaioing sind bedeutender gewesene das Personal des Roten Kreuzes bitte Tag und Nacht zu arbeiten, um die Verwundeten aufzulestn und die Toten zu beerdigen — Vie aus Mukden gemeldet wird, Hoden die russischenBesatzungstruvven vonPort Arthur die Ost feite des Lundantenpasses und die bärtigen den ganzen Paß beherrschenden Höhen erstürmt, wobei die javanischen Truppen 2000 Tote und Verwundete hatten. Authentische Berichte sind die folgenden: Petersburg, 15. Juli Tie „Birschewiia Wjedomosti" meldet aus Tafchitschao vom 14. Juli: Am Abend des 13. Juli bemerkten die russischen Vorposten, daß der Feind besondere Bewegungen vornahm. Die Japaner wechselten anscheinend ihre Stellungen. Am Morgen des 14. Juli wurde eine Kavallerie- a-teilung zur Ausllärung entsandt. Diese stellte fest, daß das Tal bis nach Kaiving von den Japanern geräumt fei. Tie russische rechte Flanke war daher frei. Sofort wurde eine neue Rekognoszierung für den 15. Juli befchloffen. Anscheinend ziehen die Japaner ihre Truppen aus dem Zentrum fort. Sollte sich dies bestätigen, unternehmen sie offenbar eine Seitenbewegung über den Dalinpaß. Es wurde bemerkt, daß, die Japaner Geschütze von großem Kaliber die Berge hinaufschaffen. Wahrscheinlich sind dies keine wirklichen Geschütze, sondern Holmodelle, ein? List, wie sie schon öfter beobachtet wurde und durch die sich die Russen nicht mehr täuschen lassen. — Derselbe Korrespondent meldet dem Blatte vom 15. Juli: Die .angegebene Bewegung des Feindes nach Nordosten hatte zur Folge, daß befohlen mucke, gegen den linken Flügel des Feindes, der sich auf Kai ping stützt, Rekognoszierungen zu unternehmen. Dabei stellte sich heraus, daß der Paß unbesetzt ist. Es ist daher anzunehmen, daß die Truppen, die früher dort standen, entsandt wurden, um die Truppen, die von Liujan vorrückten, zu verstärken oder daß sie zur Verstärkung der Truppen vor Port Arthur abgingen, die bei dem letzten Angriff in der Nacht zum 11. Juli sehr große Verluste erlitten haben In bet letzten Zeit wird allgemein Nnordnung beim Ma nöD rieten der Japaner bemerkt. Es zeigt sich, daß der japanische Generalstab offenbar militattsche Operationen in der Ebene fürchtet. Petersburg, 15. Juli. General Ssacharow meldtt: Am 13. Juli wurden bei einer Rekognoszierung im Tale des Zinsfahe fünf bis sechs japanische Bataillone und fünf Eskadrons im Biwak überrumpelt Sie mußten unter dem russischen Feuer nach Kaitschou hin in Unordnung zurückweichen. Am Vormittag ereignete sich ein r Zusammenstoß auf den aus Kaiffchou in das Zinssah"- tal führenden W-gm. Zehn Russen wurden verwindet. Russische hatten auf den westlichen Ausläninm der Höhen l, bei dem D;er Russen fielen Einer muck» o-rwundet. Die stacht auf oen 14. Juli verlas ruhig. A»f der Linie Saimatsi-Liauiang wurde eine feindliche Feldwache 12 Werst südlich Midsv von einer ruffOibcn Abteilung zurück- geworfen. Tk*r Paß bei Fandsiapudsp, 20 Werst südlich Midsu war frei. Die russische Dorhut besetzte das D o r f. Als die russisäm Hauptmacht den Paß erklomm, unternahmen die J'ipaner einen energischen Angriff auf den reckten Flügel. Berittetie Sapeure uud Freiwillige Norden gegen den linken Flügel und den Rücken deS Feinde- gesandt und zwangen die Japaner zu raschem Rückzüge. DaS OstfeckN mährte von 1 Uhr 45 bis 2 Uhr30 Min. nachmittags Bei Beginn bet GW echtes mürbe General Rennens ampff am Fuße verwundet. Rennenkampsf blieb bei feiner Abteilung Ein Dragonerosfizier ist gefallen, 2 Kosakenofs»ziere und 13 Mann nmrben verwundet. lieber Aiutschwang liegen sich direkt widersprechende Nachttchten vor: Petersburg, 15. Juli. Die im AuSlaild berbrvüeten Gerückte, die Japaner hätten Niutschwang eingenommen, tperben von Mukden auS dementiert. London, 15. Juli. Wie auS Tokio beriffytet wird, lxwen die Russen vor der Aufgabe NiutschwangS daS im .i)afen liegende russische Kanonenboot „Sinutsch^ versenkt. Ebenso sollen die Russen sämtliche LebenSmittel-Vor- räte in Niutschwang, welche sie nicht mitnehmen konnten, vernichtet haben. . t Petersburg, 15. Juli. Au» Niutschwang totrb berichtet, daß ein britische» Kanonenboot dort eingctrofsen sei, um die englischen Interessen zu f (hüben. D i e Japaner dehnen ihre Front allmählich in nordöstlicher Richtung auS. Rach dem Kriegsschauplätze. Odessa, 15. Juli. Die russifckien Dampfer „Petersburg" und „Smel nsk", .roetrfN? kürzlich die Dardanellen paffierten. hatten bedeutend? Waffen- und MunitionSvorräte an Bord, ebenso eine Anzahl Schnellseuergeschützc. Dieselbe,» waren unter den Kohlen verborgen, welche die Schiffe angeblich in Sebastopol eingenommen hatten. Wie e- beißt, sind die Dampfer als tzilfskreuzet für die baltische Flotte bestimmt. DaS hulsSbereile Kreuznach. Die Babeveiwaltung von Kreuznach hat dem russischen Kriegs- minister die unentgeltliche Benutzung der Heilmittel de» Bade» für verwundete russische Ofsi- ziere angeboten. Der schweizerische Attachö. Zürich, 15. Juli. Der „Neuen Züt. Ztg." zufolge hatte der vom nilTfrfjen .^auptauattier abberufene Ob.rst Audeoud beute vormittag eine Audienz bei dem Bottieher deS Militär- depattements, in der er auf daS entschiedenste in Abrede stellte, beleidigende Aeußerungen über die russische Armee oder deren Fübrung gttcrn zu haben. Er kenne den Grund des Verlangens KuropatkinS nach seiner Abberufung auch heute noch nirbt, da er weder bei seiner Abmeldung beim Generalstabschef Knropatffns nvck in Petersburg AnfNärung darüber crlwlten habe. In Petersburg habe er zu fänden des KttegSminister», der mit dem Kaiser verreist wat, einen schriftlichen Protest hinterlassen Das Blatt fügt hinzu, daß die ruffiscde Regierung dem Erfucl>en deS BnndeSrates um Bekanntgabe de» Grunde» für die verlangte Rückberusiing . Äubemtb» nicht entfpaxben Habe. Die Meldung eine» Berliner Blattes, daß Oberst Audeoud im Rainen der nad> gerade ungeduldig gewordenen fremden Offiziere bei fiuruDelfin vorstellig geworden fei, emfpreche nickt den Talsackew 5>rt Kall «Ftpsius. lAuSsüHrlicher Bericht.) B. B. Darmstadt, 15. Juli. Die seinerzeit viel erörterte LepsiuS-AngelegcnHeit, die bekanntlich damit zum Abschluß kam, daß der schwer von seinen eigenen Kollegen und Mitarbeftern am hiesigen Droß- herzogl. Musenm vor dem VetwaltunoSgerichtShof angeschul- biqte Geh. Oberbergrat Pros. Dr. LepsiuS von allen Punkten der Anklage mit einer Ausnahme freiqesprochen und nur wegen einer vom Gerichtshof als ,Leichtfettig dezeich- neten Handlung mit einem Verweis, der geringsten Strafe, belegt wurde, kam heute vor dem VerwaltungSgerichtShos noch einmal zur Erörterung. G6 drehte sich dabei um die Beleidigungsklagen, die einerseits Pros. LepsiuS gegen denMuseurnSdirektorPras. Back, Professor v. Koch und den MusenmSassistenten Wittich und anderett'eitS Pros. Back und sämtliche MuseumS- assistenten gegen Pros. LepsiuS angestrengt hatten. Seitens des Verwaltungsgerichtshofs mußte eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob die jeweiligen beleidigenden Ausdrücke in Ausübung ober auS Veranlassung der Ausübung deS Amtes geschehen und wenn baß ber Fall, ob sie bann eine Ueberschreitimg ihrer amtlichen Befugnisse barstellten. Den Vorsitz sühtte Wirkt. Geh. Rat Knorr v. Rosen- roth; bie StaatSbehürbe vertrat Ministerialrat Braun. Als Vetteibiqer beS Geh. Rats LepsiuS war Rechtsanwalt Dr. Osann II., für Prof. Back Rechtsanwalt Dr. Löb unb für Dr. Wittich Rechtsanwalt Dr. Neufchäffer erschienen. Nach mehrstünbiger Verhanblung entschieb ber Gerichtshof bahin, baß noch eine BeleibigungSklage beS Geh. Rat LepsiuS gegen bie brei genannten Herren zulässig fei (unb wohl auch statt- finben werbe) wegen ber von jenen in privaten Unterhaltungen geäußetten Beleibigungen. Daß aber weber Prof. Back in seinen amtlichen Berichten, noch Geh. Rat LepsiuS in seiner Abwehr ber von den MuseumSangestellten gegen ihn erhobenen Beschiilbigungen sich eine Ueberschreitung ihrer AmtSbefug- nisse hätten zu Schulben kommen lassen. Aus Stadt und Land. Gießen, ben 16. Juli 1904. -EineBesichtigungberStrafanstaltMarien- schloß in Rockenberg würbe gestern nachmittag von etwa 40 Studierenben ber Rechte unter Führung von Professor Mittetmaier unternommen. Der Direktor ber Anstalt zeigte ben Herren alles Sehenswerte unb gab interessante Erlän- terungen. Vor einiger Zeit unternahm Prof. Mittermaier mit seinen Hörern einen ähnlichen Ausflug nach bem Zellengefängnis in Butzbach. ** Promenadenkonzert finbet morgen, Sonntag, um 12 Uhr in ber Sübanlage mit folgenbem Programm statt: 1. OitDcdüre ^Frau Luna^ von Lincke, 2. Touristen- Quabrille von Krauße, 3. Finale au5 ber Oper ,A'lba" von Verbiß, 4. A.-M. Nr. 10. ** Die Gemälbe-AuSstellunq am Branb, von welcher ein großer Teil Gemälbe erst seit 8 Tagen ausgestellt ist, hatte sich am Sonntag sowie fortgesetzt in ber Woche eines sehr regen Besuches zu erfreuen, was als ein Beweis gelten barf, baß bie gegenwärtige Ausstellung sehr interessant ist. Die Ausstellung ist mir noch 8 Tage einschließlich zweier Sonntage geöffnet. •• Aus b ec Untersuchungshaft entlassen würbe ber Geschäftsführer Peter Kronenberg von ber Firma H. C. Werner gegen Stellung von 2000 Mk. Kaution. •• euet. Weltern adend nach 9 Uhr ertönten wieder bie Sturmsignale, bie faft die ganze Stabt auf bie Beine brachten. ES ging hinaus nach bem Wisumrenveg, wo bie Eishalle brannte. Als bie Feiicrwchr dort ankam, konnte nichts gerettet werben; baß auß Holz errichtete Gcba»ibe, baß auch eine Menge Sägespäne enthielt, ftanb schon ganz m Flammen unb brannte vollständig nieder. Darum herum tummelte sich, von ber Polizei in Schranken gehalten, haß Alter unb bie Jiigenb Gießenß. Die Sch>^tzle»»te hatten Mühe, bie Neugierigen von einer Grude im Felb ziirückzu- haNen, in bie in ber Dunkelheit einige Burschen hinunter» purzelten, gl»1cklicherweise ohne Schaben zu nehmen. In ber üorberften Reihe stanben bie allerkleinsten Knirpse unb Knirpsinnen, oft nur halb angekleibet, bie sich eifrig baran beteiligten, bic Kornselber unsicher zu machen unb bie ihren nachlässigen Eltern kein gute» Zeugnis außftcQcn. Die Ursache des Brandes ist aller Wahrscheinlichkeit nach in Fahrlässigkeit au suchen. (!) Lollar, 15. Juli. Am 13. b. MtS. mürbe ein junger Mann, ber bei Kanissellbesiher Krämer tätig war, als er auS ber Wirtschaft zum Einhorn zu Lollar auf bie Straße trat, von einigen Burschen überfallen unb nut Knüppeln niebergeschlagen, so baß er blutüberströmt liegen blieb. Die Täter würben burch bic Genbarmerie ermiLclt, zur Anzeige gebracht, unb brei Hauptschulbige verhaftet unb nach Gießen transportiert. )( Grünberg, 15. Juli. Aus ber Lauterer Chaussee verunglückte heute früh baS Fuhrwerk eines Milch- kutscherS auß Gonterskirchen. Der Fuhrmann wollte einem ihm entgegenkommenben Gefährt schnell aiisbiegen, wobei ein Rab brach und ber Milchwagen bic hohe Büschimg hinunter* stürzte. Der Kutscher flog vom Wagen zwischen bie Pserbe, auS welcher gefährlichen Lage ihn schnell hinzukommenbc Hilfe befreite. Mehrere Milchkannen stürzten ebenfalls vom Wagen unb entleerten sich auf ber Erbe. Darmstabt, 14. Juli. Der Umbau beS Hos- theaterS, ber sich nach ben Plänen ber Wiener Architekten Fellner unb Helmer vollzieht, schreitet rüstig sott. Der Zu- schauerraiim, welcher für 1600 Personen Platz bietet, wirb im Stile Lubwig XVI. burchgeführt, unb bic Maschinerien aus ber Bühne werben sämtlich hybraulisch betrieben. Da aller Voraussicht nach ber Umbau zu ber bevorstehenben Theatersaison nicht beenbet sein kann, so werben bic Vorstellungen vorerst im alten JntcrimStheater stattsinben. [] Marburg, 15. Juli. In glanzvoller Weise begeht gegenwärtig baS StubcntenkorpS ^Ha ss o - Nass ov ia' sein 65jährigeS Bestehen. AuS bicscm Llnlasse weilen Hiinbctte ehemaliger KorpSmitglieber, teils mit ihren Familien, in unserer Stabt. Wahrenb beS gestrigen Gartenfestes im KorpS- haufe, baS bekanntlich prachtvoll seitlich beS Schlosses liegt, würbe hier sowohl, wie auch bei ber BiSmarcksäule ein groß- artige» Feuerwerk abgebrannt. Heute früh von 7—8 Uhr nahmen bie grün bemühten alten unb jungen Kommilitonen an brei langen Tafeln auf bem altertümlichen Marktplätze bie trabitionelle FuchS-Chokolabe ein. Nicht weit 'entfernt saß in einem neuen Sessel eine alte Kirschenhänblerin in einem mit Guirlanben unb Blumen geschmückten Stand. Auch sie hatte Jubiläum, denn auf einem mit Nassovia-Fähnchen dekorierten Schilde stand zu lesen: ^Schier 60 Jahre sitz' ich hier!* Ein echt Marburger Straßenbild. Heute abend gegen 7 Uhr veranstalteten die Nassoven, bevor der Kommers begann, einen pninkvollen Festzug, in dem sämtliche alten Semester, darunter weißhaattge Greise, vettreten waren. Vermischtes. e Bütow «Pommern), 15. Juli. Auf dem Weaüber- gang zwischen Heleichof-Sewitz an ber Bahn Bütow-Luuen- burg wurde ein Fuhrwer k von einem Zuge überfahren unb eine Frau schwer verletzt. * Paris, 16. Juli. Während der drei letzten Torc sind in Puris 50 Personcn aus der Straße am Hitz- schlag verstottben. Die Zahl der Er^runkunflen ist sehr bedeutend. Heute, wo die Temperatur ziernlick besonders tropisch tirnr, dürfte bie Liste ziemlich lang sein. * Marseille, 15. Juli. In ben Werkstätten zur Herstellung elektrischer Zünder in St. Marttn be Crau erfolgte heute eine Explosion. Bon 14 bort beschäftigten Frauen wurden brei getötet unb sechs schwer verletzt. Das Gebaubc wurde völlig zerstört. * Brände. In den Zittauer Waldungen wüten große Brände, die durch Brandstiftung entstanden sein sollen. — Nach ber Löschung des großen Walbdrandes in ber Dresbener Heibe wurde ber stark verkohlte Leichnam eines etwa 15jährigen Menschen aufgesunden. Es' liegt unzweifelhaft ein Lustmord vor. Der Täter hatte baS Feuer angelegt, um bic Spur seines Morbes zu verwischen. — Durch ein Großfeuer wurde heute die Kochsche Palmkemölfabrik in Harburg mit bebeuten* ben Warenvorräten fast ganz eingeäschert. Der Schaden beträgt über 100 000Mk. Eine angrenzende Zementsabril wurde ebenfalls größtenteils zerstört. Der Brand entstand in bem Maschinerchause durch das Warmlaufen einer Maschine. — In Liptau wurden durch einen großen Brand dreißig große Gebäude, darunter Rathaus und Synagoge ein» geäschert. * Eine Berliner LiebeStragödie. lieber den Selbstmörder Eugen Schloß, der seine Geliebte Frl Hoffmann durch Re v o l v e r s ch ü s s e schwer verletzte, werden jetzt Tatsachen bekannt, aus denen hervor- steht, daß Schloß nicht der war, für den er sich an-gegeben hatte. In Berlin weilte ein Onkel von ihm au» M arn z, um die erforderlichen Vorbereitungen zum Begräbnis zu treffen Er holte auch die wenigen Hinwrlassenscka'ten des' Verstorbenen von der Wittve Lomiz ab, in bereu Hause N.ch d:e Liebestragödie abgespielt halte, imb führte bei biejcr Gelegenheit bie Renommistereien de» Verstorben ■ » 'Ln wahren Wert zurück. Eugen Schloß hatte üb. r.»'l un^ namentlich auch seiner Wirtin unb feiner wict^r betont, daß seine Eltern große Weinberge besäßen, daß fein Bruder in Wiesbaden Be siVer eE großen Bankgeschäftes sei, und baß er selbst aTwr ton ‘em^ ®at€rd veise. In WirNichkeit ReiU ViX w wC-n an^r Schlächtermeister auf einem anÄ.d sich sein achtzehnjähriger y r KCr ^hre beftnbet. Lediglich aus Mitleid nahm ibn » sa d Ach^nnig bekannten Eugen auf, um LCU1 Spirituosengeschäft zu uer »1)010011. Obgleich er schlechte Erfahrungen mit ihm machte bchien er ihn doch mit Rücksicht auf bic armen Eltern Isoii einer Heberführimg ber Leiche in bic Heimat ist ab- gesehen worden. Fxl Hoffmawn formte ihre Eltern und einige Bekannte auf kurze Zeit in der Charite sprechen. Ihr Zustand hat sich etwas gebessert, doch sind die Kugeln aus "be-m Kopfe noch nicht entfernt. Wiederholt sind nach dem „B. Durchleuchtungen des Kopfes mit Röntgenstrahlen vorgenommen worden, unt den Sitz der Kugeln zu bestimmen. • Steckbrief hinter einem Bürgermeister. Der Bürgermeister der Stadt Tanken, namens Krüchen hat vor einiger Zeit einen längeren Urlaub genommen, den er mit unbekanntem Aufenthalt, dem Vernehmen nach aber in Berlin verbringt. Jetzt hat der königliche Staatsanwalt zu Kleve hinter ihm einen Steckbrief erlassen, da das Stadtoberhaupt dringend verdächtig ist, städtische Gelder nicht abgesührt, also unterschlagen zu haben. Nniversttäts-Yachrichten. Stuttgart, 15. Juli. Iie Studentenschaft der technischen Hochschule und der tierärztlichen Hochschule hielt gestern abend als Vorfeier für die heutige Einweihung der Bismarcksäule ein glänzendes Bankett ab. Zu demselben traf aus Wilhelmshaven folgendes Telegramm des Königs von Württemberg ein: „Mit aufrichtigem Bedauern muß ich mir versagen, an der morgigen Feier teilzuitehmen, möchte aber die heute versammelten Festgenessen meines warmen Anteils versichern und ihnen aufrichtige Anerkennung gussprechen für die Tarkraft, h?rvorgegkrngen aus wahrer vaterländischer Gesinnung, mit welcher sie das Werk vollendet haben, das Stuttgart für alle Zeiten an Deutschlands größten Staatsmann erinnern soll." Den im Coburger L. C. Bereinigten Landsmannschaften aus deutschen Hochschulen gehören im laufenden Sommersemester unter entsprechendem ?lbzug der Mehrbänderleute 727 Aktive und Inaktive, sowie 2697 Alte Herren an. Der im Jahre 1868 begründete Verband zählt 27 aktive und 8 suspendierte Landsmannschaften. _________________________ Kitteratur. — Die Kaufmannsgerichte. Ihre Verfassung und ihr Verfahren. Zum praktischen Gebrauch für Kaufleute, Handlungsgehilfen und Kaufmannsgerichtsbeisitzer dargeftellt von Walther Graes. Leipzig 1904, Verlag von Carl Ernst Poeschel. Preis geh. Mk. 1. — Am 1. Januar 1905 tritt das Gesetz über die Kaufmannsgerichte in Kraft, das die Streitigkeiten aus dem kaufmännischen Dienst- und Lehrverhältnis ben ordentlichen Gerichten entzieht und sie der Rechtsprechung besonderer Berufsgerichte unterstellt. Das Gesetz führt die für die Verfassung und das Verfahren der Kaufmannsgerichte geltenden Vorschrift, n nur zu einem Teil wörtlich auf und verweist im übrigen auf zahlreiche Paragraphen des Gewerbegerichtsg-'setzes, deren Inhalt auf die Kaufmannsgerichte für anwendbar erklärt wird. D durch wird das Gesetz für den praktischen Gebrauch des Laien unübersichtlich. Da nun auch im Gewerbegerichtsgesetz das gerichtliche Verfahren nur teilweise geregelt ist und, soweit das nicht geschehen ist, für dasselbe die Bestimmungen der Zivilprozeßordnung maßgebend sind, so wird ein im allgemein verständlicher Ratgeber für die an den Kaufmannsgerichten beteiligten Kreise zum Bedürfnis. Dieses Bedürfnis ist schon deshalb nicht von der Hand zu weisen, weil por den Kaufmannsgerichten die. Zuziehung von Rechtsanwälten ausgeschlossen ist 'und damit den Prozeßführenden der bislang in Anspruch genommene rechtskundige Beistand fehlt. Llber auch die zahlreichen Kaufteute und Handlungsgehilfen, die durch das Vertrauen ihrer Berufsgenossen zu Beisitzern der Kaufmannsgerichte gewählt werden, werden eines Führers durch die einschlägigen Vorschriften der für ihre Tätigkeit in Betracht kommenden Gesetze (Gesetz, betreffend Kaufmannsgerichte, Gewerbegerichtsgesetz, Zivilprozeßordnung, Gerichtsverfassungsgesetz, Gerichtskostengesetz, Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige u. a.) nicht entraten können. Das vorliegende Buch will em solcher Wegweiser sein. Ocrichtssaal. (th.) Gießen, 15. Juli. Heute verhandelte die Straf- k am wer hinter perschlossenen Türen gegen den vielfach vor- beftraften 1863 geborenen Tagelöhner W. H. von Gießetz wegen Sittlichkeitsverbrechens, begangen an einem achtjährigen Kinde. Die Kammer verurteilte den Angeklagten zu neun Monate Gefängnis. (th.) Gießen, 16. Juli. Der Schuhmacher, welcher kürzlich dem Gerichtsvollzieher, der eine Pfändung wegen eines Betrages von drei Mark und der Kosten vornehmen wollte, eine Zzene machte und auch dem zu Hilfe herbei gerufenen Schutzmann Widerstand leistete, wurde gestern von dem Schöffengericht, obgleich er noch unbestraft ist, zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen verurteilt. In der Verhandlung wurde fest- gestellt, daß der Gerichtsvollzieher in her humansten und rücksichtsvollsten Art vorgegangen war, diesem sogar einige Tage vorher mitgeteilt hatte, daß er Auftrag habe, zu pfänden, mit dem Hinweise, der Schuldner möge doch 'die unbedeutende Schuld vorher begleichen. Rur dem Umstande, daß der Angeklagte noch unbestraft war, hat er es zu danken, daß das Gericht nicht dem Anträge des Amtsanwalts entsprach, welcher vier Monate und 14 Tage Gefängnis beantragt hatte. Schneidemuhl, 15. Juli. Vor der Strafkammer deS Landgerichts begann heute dea große Spielerprozeß gegen die GrafenJohann Bninski und Voleslaus Buinski, Rittergutsbesitzer zu Toncke. In dem Prozeß sind 36 Zeugen geladen, [bie meistens der hohen polnischen Aristokratie angehören. Es handelt sich um einen Vorfall, der sich zu Anfang Dezember 1902 auf Domke beim Grasen Boleslaus zutrug. Herr von PoninSki warf dem Grafen Johann vor, er habe unter dem Tisch betrügerische Manipulationen verübt. Graf Johann hat daraufhin Herrn von Poninskr zum Duell gefordert, wurde aber später vom militärischen Ehrengericht für nicht satisfaktionsfähig erklärt. Die Erhebung der Anklage beruht auf der Anzeige des Grasen Mielzynski der im Spiel mit dem Grafen sehr viel verloren hat. Beide Angeklagten bestreiten energisch jede Schuld. Tie Zeugenvernehmung sällt zunächst ziemlich günstig für den Angeklagten aus. Breslau, 15. Juli. Das hiesige Oberkriegsgericht verurteilte den Musketier Rorowietz vom Infanterie-Regiment Rr. 156 in Brieg wegen tätlichen Angriffs und Achtungs- Verletzung und Beleidigung gegenüber seinen Vorgesetzten zu '> Jahren und 3 Monaten Gefängnis und Entfernung aus dem Heer. Leipzig, 14. Juli. In der Klage Dr. Paul Lindaus gegen das von ihm bisher geleitete Berliner Theater wegen Gehaltsforderung bestätigte das Reick>sgericht das Urteil des Kammergerichts, welches ebenso wie das Landgericht I. in Berlin das Berliner Theater zur Zahlung verurteilt hatte. München, 14. Juli. Das Oberkriegsgericht verhandelte '-uir in der vom Reichsmilitärgericht hierher zurückverwiHiten -nebe des ehemaligen Einjährigen Eras Der Angeklagte wurde heute wegen falscher Anschuldigung, Belobigung, Nnge- borfam und Vorschützen von Gebrechen zu einer Gesamtgesäilgnis- - 1 i'rtotcn unb 10 Tag« ii verurteilt. Landwirtschaft. (G) Haingründau, 15. Juli. Gestern abend fand in den Hühn'schen Wirtschaft eine Versammlung der Ziegenbesitzer statt. Ter Versammlung wohnten die Herren Negierungsassessor von Helmolt und LandwirtschoftSlehrer Lintz von Büdingen bei. Es wurde die Gründung einer Ortsgruppe des Kreisziegen- : u ch t v e r e i n S beschlossen. Im Interesse einer rationellen Ziegenzucht wäre zu wünsck>en, daß die anbereit Gemeinden deS Kreises diesem Beispiel folgen würden. Saatkörungen. Zurzeit werden die voM Hessischen a n d w i r ts ch a f t s r a t errichteten Saatbaustellen besichtigt “J® aSJL ^r«^tviEung von Saatgut bestimmten Saatfelder auf Echtheit, Reinheit der Sorten und andere Wertfaktoren der ^aatgutproduktion geprüft und je nach Ergebnis der Besichtigung als zur Saatgutgewinnung geeignet angekört oder zurückgewiesen. Das von den angekörten Saatfeldern zu gewinnende Saatgetreide hnrb demnächst direkt oder durch Vermittelung des Landwirtschaftsrates als unter Kontrolle produziertes besttmmt sortenechtes und sortenreines Saatgut zum Verkauf gestellt. Hiedurch erhalten die Landwirte die sehr wertvolle Gelegenheit, von den Saatbaustellen und den gekörten Saatfeldern bestes Saatgut zu beziehen, was bei den großen Mißständen, die sonst im Saatgutbezug lnrrschen, von größter Bedeutung ist. Körungen fanden Mtt in Ober Hessen bet: Heinrich Alles - Rieder-Florstadt, Gutspächter Bornemann in Obbornhofen, Gutsbesitzer Karl Brei- ^nbach-Dorheim, Wilhelm Breidenbach-Melbach, Gutspächter Brennemann - Ober-Erlenbach, Gutspächter Heil und Chelius-Wick- stadt, Gutsbesitzer von Helmolt Ww. - Friedberg-Fauerbach Oeko- nomierat Hoffmann - Hofgüll bei Lich, Gutspächter Hugo Jakobi- Utphe, Oberverwalter Kiepe-Sickendorf, Oekonomierat Schade- Altenburg, Gutspächter Schuch - Hof-Schleifeld bei Nidda, Gutsbesitzer H. Schudt - Görbelheim, Gutsbesitzer Schudt - Steinftirth, Freiherr!. Riedesel'sche Gutsverwaltung, Oberverwalter Erb- Stockhausen, Fürstlich Solms'sche Gutsverwaltung - Lich. Kisenöayn-Zritung. ZurVerbesserung derGepäckabfertigurtg. Der Eisenbahnminister macht die Eisenbahnbirektionen barauf aufmerksam, daß noch immer über unzureichendeEinricht- ung direkter Personen- und Gepäckabfertigung geklagt wird. Selbst zwischen den Schnellzugsstationen eines und desselben durchgehenden Schnellzugskursus sei die birkte Abfertigung noch nicht überall möglich. (Sehr richtig! Wir machen hier diese Beobachtung im Verkehr mit Frankfurt nicht selten!) Der Minister bringt daher seine, die direkte Abferttgung anordnenden Erlasse vom 26. Juli 1900 und vom 13. Mai 1904 nochmals zur genauesten Beachtung in Erinnerung. 197.12 Oest. Kredit. . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpen er Bergbau t. Schlußkurfe. 201.20 219.87 137.60 Anfangs- u. . 201.70 . 220.10 . 137.60 . 186.90 . 196.90 Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 15. Juli 1904. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2% Prozent. Tendenz: Zieinlich fest. Bingen, 15. Juli. Heber das Vermögen der Firma Metallurgische Werke G. m. b. H.. dahier ist gestern der Konkurs eröffnet worden. Die Gesellschaft ist eine Gründung des kürzlich fallit gewordenen Wcingutsbesitzers Mies in Büdesheim. Zum Fall de Hessel le. Wie mitgeteilt wird, sind die Mitglieder des Ausiichtsrats durchweg sehr vermögende Leute. Insbesondere der Schwiegervater des Direktors Heinrich de Hesselle, der gleichzeit'g Generaldirektor einer Familiengründung der Akt- Ges. Glashütte Dorrn. Gebr. Siegwart u. Co. in Stolberg (Rheinland) ist. Ein anderes Aufsichtsratsmitglied ist Mitinhaber der bedeutenden Lütticher Lederfabrik Bouvy. Zuerst sollte bie ganze Angelegenheit in aller Stille erledigt werden, als man aber merkte, um welche Summe es sich handelt, ließ man den Dingen ihren Lauf. .Aus Aachen wird uns noch 'mitgeteilt, daß der verschwundene Direktor keinerlei direkte Unterschlagungen beging. Rach dem heutigen Status gilt etwas über em Viertel des Aktienkapitals für verloren. Ein neuer Zusammenbruch. Hebet die Johan» Albrecht-Werke Akt.-Ges. in Neustadt (Mecklenburg) ist der Konkurs eröffnet worden. Das Unternehmen wurde im Jahre 1899 mit einem Aktienkapital von 1400 000 Mk. gegründet Im Jahre 1902 wat der Terrainspekulant und Holzhändlet Karl Kähne in Berlin Großaktionär der Gesellschaft geworden. Mit dem Zusammenbruch Köhnes scheint der Konkurs der Gesellschaft im Zusammenhang zu stehen. Die im Mai v. I. beschlossene Obligationen an leihe im Betrage von 500 000 Mk. scheint nicht gelungen zu sein und dadurch gebrach es der Gesellschaft an Betriebsmitteln. Die Bilanz. Die Verpslichttntg des Kaufmanns zur jährlichen Bilanzziehung ist einem Urteil des Reichsgerichts zufolge dahin aufzufasien, daß die Bilanz in jedem Geschäftsiadr und zwar an dem Geschäftserösinungsdatum zu ziehen ist. Will etwa der Kaufmaim die Jahresfrist mit dem Kalenderjahr zusammenfassen, so ist dies insofern angängig, wenn er an einem aus den Beginn des Geschäftsjahres folgenden Schluß des Kalenderjahres eine Zwischenbilanz aufmacht, von welcher sodann dem Kalenderjahr eittsprechend, die weitere einjährige Bilanzfrist läuft. Bemerkt sei hierbei insbesondere, daß eine mangelhaft hergestellte Vilatrz überhaupt nicht als solche int Sinne des Gesetzes gilt. 9lls mangelhaft z. B. anzusehen ist, wenn die Bilanz nach ungefährer Schätzung des Warenlagers und der sonstigen Bestände aufgestellt wird, ohne baß bieser Sck)ätzung ein vorschriftsmäßig aufgenommenes Vermögensinventar zu Grunde siegt. GillgesanLt (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 16. Juli. Den Passanten bet Reuen Bäue, welche noch im Besitz ihrer Geruchsnerven sind, wird dieser Stadtteil bei der eben herrschenden schwülen Temperatur durch einen p e sti l e n z a r t i- gen Gestank, welcher sich in der Nähe des TriUergäßchens zu entwickeln scheint, dermaßen verleidet, daß sie lieber einen Umweg einschlagen, um an ihren Bestimmungsort zu gelangen. Wie mag es erst den armen Anwohnern ergeben, denen es unmöglich .ist, die Fenster offen zu halten? Hoffentlich genügen diese Zeilen, um zu veranlaffen, daß diesen Zuständen bald ein Ende bereitet wird. (Anmerkung der Red.: Dir haben den gerügten Mißstand gestern auch gemerkt mtb gehofft, daß unser Mitbürger nur ausnahmsweise enrmal so was Schlimmes id'kocht habe.) Y. Möchrvtlilhk IlrbrrMtbrr TodrsM io dtt Stadt tziktzko. 21. Woche. Vom 15.—21. Mai 1904. (Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 (inkl. 1600 Mann Militär) SterblichkeitSziffet: 30,2 nach Abzug von 10 Ortsfremden: 24,58 g/oo. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom L Lebensjahr: 2.—15. Iaht Tuberkulose der Lungen 3 3 — — Lllngenentzundung 2(1) 2(1) —- — Brustfellentzündrmg 2 1 — — Herzfehler 1 1 —— — Arteriosklerose KD 1 (1) — — Darmkatarrh 1 — 1 — Schlagstuß 1 1 — — Krämpfen 1 —— 1 — Zuckerkrankheit 1 1 — — Krebs 3(1) 2(1) — *■ AlterSsch,väche 2 3 — — Summe 16 (8) 14 (3) 2 — Ann,.: Die in Klammern aefetzten Ziffern geben an, rote viel der Todesfälle in der betreffenden Kraukhett auf von an5nMirt4 noch Gießen gebrachte Kranke kommen. ötcBetter landwlrtfchaMlcher- ts et t ersten ft. BorauSfichtliche Witterung in Heffen für Sonntag den - 1904 ' Zunächst noch heiter, später zunehmende Bewölkung. noch warmer. Für bie kommenben Tage Aussicht auf Gewitterregen. Näheres durch die Gießener Wetterkatte. Temperatur der Lahn und der Luft am 16. Juli 1904. Nach Reaumut gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 22°, Luit 24*. ___i Albert Rübfqmen. Familien-Nachrichten. Gestorben: Ernst Aulber, Pfarrer, Eppelsheim. Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl LooS, Kirchenplatz. Bremen, 13. Juli. Chinesen .... 90.10 Electric. 8ehackert . . . 104.40 Nordd. Lloyd . . . . 100 90 Kreditaktien . . . « . 201.90 EHskonto-Kommandit . . 187.40 Darmstädter Bank . . 137.55 Dresdener Bank .... 149.00 Berliner Handele«?ee. . . 153.80 Oesterr. Staats bahn . . • 136.90 Lombarden .... 17.50 Gotthard bahn 187.50 Laurahütie . ..... 242.50 Bochum ...... 186.40 Harpener 199.00 Tendenz: fest. WL7MM » • I M W V 1 I A V I I V II V V I --------------------1 Brechdurchfall Diarrhoe Darmkatarrh | Vorrätig in Apotheken, Drogerien, Colonialw.