M. 89 Samstag, 16 April 1904 154. Jahrg Giehener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe». Werden. Aus diesen Tr lie politisch tätig sind. wie desselt Iich«m TWtigkeit einen deutMe Lcvöllerung hat 6 6 men. ... je »anda; I: mit der ■rttes. der . Berlin. u ej ?idi- Jje m ihrer [t> Stn.lF in tiMr. $7iriergnmb gedr Setttse 'c. Staates wieder wägDM;m! heraus ist die Ansied Die Weiterberatung lvird auf Sonnabend 1 Uhr vertagt. Schluß 7\ Uhr. 9 tetrtit tlglld) mti ®u5nofrmt be8 Sonntags. * h .«Zieheuer ZamiliendläNer" werden den otennc wöchentlich betgelegt D» w Ms Land tr ' erschein monatlich einmal Rotation sds-nkt «mb Verlag bet Vrit hl lchem UntverMLtSdruckeret. 8L Sang«. Dietzen. Redaktion. Expedition «.Druckerei: «chulstr.7. Lei. Nr. 6L Lelrgr^Adr.: Anzeiger Gieße» Be-! -bd,cArt, l .-o- e jicjen :räc*ea".„ 2 ’I Wayer (deutsch. SoUpi) begründet den Antrag Müller- Mcini Al?. Nicht nur viele Professoren stehen auf dem Standpunkt sondern auch sehr viele Politiker. (Reichskanzler Graf Abg. Blumenthal (elsäff. 23p.) besteigt uni 6 Uhr mit einem großen Mtcnbündcl unter dem Arm die Rednertribüne. Ter neben der Rednertribüne sitzende Staatssekretär v. K o e l l e r be- । '’i- •csge$chicht! tr- Bejinn dis ji k-. Meis er u it:a n*ninc?sere.fQ| bewandern kiü. Lentjcher NeichsLag. ot. Sitzung vom 16. April. 1 Uhr. Das Haus ist mäßig besetzt. Jü Bundesratstisch: Graf v. P o s a d o w S k y, Dr. Nieder- «til?.-Zrhr. v. Stengel, v. Köller, Frhr. v. Richt- iuji i u. a. en. . . I Wei. SOn- •adSiKen. h alle Bi* • • Verla!** Parlamentarische Perhaiivlungen. Ntttchdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet. ?' Clara Fie* hebe den ju=f= h Berlin ie Perrich- r. B'-rnan-HijJjteEtx il. ich. de: 'M iM D^v I .Ein Kozue, da K ) sondern auch Gwi En-ea kN | Der seaöne Idoi 1Eigentum des coei in Ihnen v.eda® Sssj»» tünchen. n". . ' r“* . • . Jn kdea -:t >:.-.V2fc 1 ' BeßhNntSÄr.;' ,... „Der Spulte» end :eo>'.^-e< '-nca - (Kl'mw? •der U-en ’ »‘a tri-. ission hervorgegangen, die cinermramm deutscher Bauern in den Ostmarken begründen soll, icss« Kregel war ein Akt gerechter Notwehr im Kampfe der 8lass i« (n^ebhaftcr Widerspruch bei den Polen.) Eine Beruhigung Wall ü Allerdings dem Grafen Mielczynski geben: Dieser große K Nassen wird nicht entschieden werden durch Gesetze oder durct^h Polizei, sondern die Rasse, der Stamm wird schließlich den Sieg? Einträgen, der der geschiÄestc, der intelligenteste, der spar- fcmf-Mt 'n: wirtschaftlich fähigste ist. Zuruf von den Polen: Also die % Mü Lachen rechts.) Für die deutsche Sache wird diese Sache nr-r : i schieden, wenn ganz Deutschland daran teilnimmt, wenn man drillen Teilen Deutschlands bereit ist, Opfer zu bringen, wenn Man : ebia gefährdeten Landesteile geht und dort Seite an Seite « !'!.) Rutschen Brüdern kämpft. (Beifall.) 'iiraf Bernstorff-Uelzen (Welfe): Es ist uns von national» lilier^sc: Seite der Vorwurf gemacht worden, daß wir im Grunde F rnmllXi: evangelischen Kirche sind, und daß wir daher mit dem Zenttiac! ciuch Waftenbrüderschaft geschlossen hätten. Gegen diese U i iie-2rt jrig erhebe ich den nachdrücklichsten Protest, und ich ver- wahrMr ckl dagegen, daß sich die Männer um den Hannoverschen Courüä^iffpielen wollen als die Hüter der evangelischen Landeskirchen.. S;t sind mit dem Zentrum lediglich Hand in Hand ge- gangae r-.iil dieses wie wir als das Prinzip seines politischen -’n Satz aufgestellt hat: die öffentliche Gerechtigkeit muß die @ i’i -.Vläge des öffentlichen Lebens sein. Niemals hat es sich bei d Zusammengehen um konfessionelle Dinge gehandelt. Wir find " Sk Meinung, daß die kirchlichen Interessen überhaupt nur geförlütl nrerden können in der organisierten Kirche, nicht in einer b'-üti Ä- Zartei. Wir find die treuesten Hüter des Protestantis- mns, - .' gerade aus diesem Grunde Gegner des Zusammen- fcbüif fi|. :c: evangelischen Landeskirche. (Lachen bei den National- Liver ol-.| Lachen Sie nur, dieses Lachen kommt Ihnen doch nicht ::: Herzen. Der Minister von Hammerstein hat mit seinen Angriff? ' egen unsere Partei stark borbeigeschossen. Er hat sich forf-foefcj» auf Aeußerungen bezogen, die niemals gefallen sind. OeM 38 er gegen uns gesagt hat, war vollkommen unberechtigt. c S^s-sekretar Graf Posadowtzky: Ich achte die pietätvolle Er- tim errat. Doch bitte ich die Herren, soweit sie politisch tätig sind, zu verniftarn, daß derartige Erinnerungen Einfluß gewinnen auf die af Wtl: Politik. Geschichtliche Vorgänge, wie die Einverleibung bet’. K L-eiüchs Hannover, sind nicht zu beurteilen nach dem Standpunkt :. p.aicer Gerechtigkeit, sondern lediglich aus der Staatsnot- wendi >ix!i kteraus. Wenn man in solchen Dingen auf dem Stand- pmiktewig ungesühnten Unrechts steht, dann hätten sich die nwber^nr Staaten überhaupt nicht bilden können. Ich bitte die ^errei^aü) daran zu denken, daß auch das ehemalige Königreich Hannooif diesem Standpunkte gestanden hat, denn auch diesem gehört et Je:die ehemalig preußischen Gebietes an. (Abg. Graf B e r i miirif f ruft mehr: 1" ar*" trag rinL ni-cht durch Gewalt I) den g< _ _ - . Insofern konnte" dec Unterstaatssekretär Dr. Petri sein Verhalten als ungesetzlich bezeichnen. Das formelle Recht, das Interdikt zu erlassen, hat der Bischof ja, ob er aber auch in diesem speziellen Falle nach dem Kirchenrecht dazu berechtigt war, das ist eine andere Frage. Jedenfalls war der gesetzliche richtige Weg der, daß der Protestant dort auf dem Kirchhof begraben wurde. Der Bischof ist ein Württemberger und kennt die elsässischen Gesetze noch nicht so genau. Ich hoffe aber, daß, wenn man ihm die Sache ordentlich darlegt, er die Sache wieder gut machen wird. Denn schließlich: die einzig Geschädigten sind ja jetzt dort nut die Katholiken, die Wert darauf legen, im Falle ihres Ablebens von einem Geistlichen zu Grabe geleitet zu werden. Die weiter dort verswrbenen Protestanten können ja jetzt schalten und walten, sie wollen (Heiterkeit). im allgemeinen möchte ich den polnischen und auch den ^-clj'^yhen. Klagen das eine entgegenhalten: Nur. keine Sentimen- ialtriUc in liefen Dingen I Für einen Staat, der sich entwickelt, gibt . s iMse Staatsnotwendigkeiten, und diese führen dazu, daß man gew-Äsi Landesteile erwerben muß. Wollte man alles stets vom Stafflntyintft des privaten Rechtes behandeln, so wäre fett Cäsars Dc»'. Verxik.i ’ ores-W* die neueste » _ Bülow betritt den Saal.) Der Bundesrat soll nicht mit zwei Reichstagen zu arbeiten haben, einem lebendigen und einem toten. Tas ist keine Ausrede, daß der neue Reichstag ebenso beschließen würde, wie der alte. Man Darf an die Stelle einer Zahl feine Vermutung setzen. Zudem können wir ja durch die Macht unserer Rede auf den Reichstag, den Bundesrat und die ganze Well einwirken. (Während dieser Rede hat sich der Saal fast völlig geleert.) Durch eine neue Verhandlung kann eine ganz neue Stimmung kommen. Es entspricht nicht dem Geiste der Verfassung, daß Der Reichstag eine Masse Beschlüsse auf Lager legt und sie der Bundes- ratffich aussucht, wann es ihm paßt. Tie Bedürfnisse Der Staats- raison und Der Gerechtigkeit find so wechselnde, daß man sich auf undefinierbare Zeiträume nicht einlassen kann. Tas klare, geschriebene Wort muß hier Den RechlsboDen abgeben. Abg. Dr. Stockmann (Rp.) beantragt, den Antrag Müller- Meiningen dahin abzuändern, daß dem Bundesrat bis zum Tage vor dem Zusammentritt des neuen Reichstags das Recht zustehen solle, Beschlüssen des früheren Reichstages zuzustimmen. Abg. Graf von Kanitz (kons.): Ich gebe zu, daß ich die polnischen Arbeiter nicht nur für nützlich sondern für unbedingt nötig halte. Wenn wir diese Arbeiter abschaffen wollten, so würde die Regierung deutlich sehen, wohin wir mit ihrer Handelspolitik gekommen sind. Der Osten ist fast entvölkert, iveil alle Arbeiter zur Industrie gehen. Auf Die Frage, ob Die Handelsverträge gekündigt werden, hat man uns wieder eine ausweichende Antwort gegeben; wieder sind wir enttäuscht worden. Ich halte an und für sich Handelsverträge nicht für nötig, meine aber, daß wir eher zu neuen Verträgen kommen, wenn die alten vorher gekündigt sind. Sind denn die neuen Verträge so wichtig, daß ihretwegen die Landwirtschaft fortgesetzt Not leiden mußV Ich meine, die neuen Verträge sollten nur wegen der Landwirtschaft ins Leben gerufen werden. Seit Caprivis Zeiten hat sich Der Reichstag gründlich geändert. Auch Graf Bülow redet ganz anders, als seiner Zeit Graf Caprivi. Möge er nur endlich die Konsequenzen aus seinen Anschauungen ziehen und der Landwirtschaft das geben, was ihr gebührt und wessen sie so dringend bedarf. Statt dessen läßt man bie gegenwärtigen Zustänbe immer noch fortbaiicrn! Warum? Einfach zu Gunsten der Jnbustriel Bedarf die Industrie dieser Forderung? Sie ist ja jetzt schon in einer wahren Hypertrophie. Man sehe sich nur die neuesten Vorgänge im Ruhrkohlenrevier an i Hoffentlich wird die Regierung sich endlich aufraffen und den heillosen Zuständen ein Ende machen I Täuscht sie das Vertrauen der Landwirtschaft, so kann sie sich auf unliebsame lieberraschungen gefaßt machen. (Unruhe. Zuruf links: Auf welche?) Wir wollen nicht länger warten. Graf Bülow hat sich als Meister des Wortes erwiesen. Möge er mich ein Mann der Rat sein. Worte sind nichts. Taten sind allesI (Beifall rechts.) Abg. v. Grrlach (freis. Vergg.): Mit dem Grafen Kanitz werden wir uns in wirtschaftlicher Beziehung nie verständigen. Wenn der Osten sich allmählich entvölkert, so liegt das nicht an den Handelsverträgen, sondern an den allgemeinen politischen Verhält- niffen im Osten. Ich bewundere jeden Arbeiter, der dort noch aus- hält, und kann es keinem verdenken, wenn er sein Bündel schnürt und nach dem Westen zieht. An den Ausweisungen russischer Studenten ist formell nichts auszusetzen; aber die jungen Leute waren doch schwer provoziert und haben sich nur zur Wehr gesetzt. Sollte das das Deutsche Reich nicht berrragen können? In England hätten sie selbst Majestätsbeleibigunaen schwerster Art begehen können, ohne daß em Mensch sich darum gekümmert hätte. Man hätte nicht nur Den § 2, sondern das ganze Jesuitengesetz auf» beben sollen. Von der ganzen Kulturkampfgesetzgebung muß es heißen: fort mit Schaden I Je eher wir sie los werden, desto besier. Dre deuffch-hannoversche Partei stützt sich jetzt nur auf Traditionen. Da gibt es nichts Verkehrteres, als daß man diese Traditionen fortwährend durch allerlei polizeiliche Schikanen wieder auffrischt. Bei der Wahlbewegung haben wir gesehen, daß das Wahlgeheimnis durch ganz ungeignete Wahlurnen illusorisch gemacht wurde, kleine Kisten, Suppenterrinen hat man genommen, in die die Zettel nach der Reihe sorgfältig hineingelegt wurden. So konnte man an der Hand der Liste deutlich sehen, wie jeder gewählt hatte. Es muß daher gesetzlich ein Wahlgefäß vorgeschrieben werden. Abg. Graf v. Oriola (natl.): Der Abg. Dr. Bachem hat gestern gesagt, die Minorität der National-Liberalen, die für die Aufhebung des § 2 war, sei mundtot gemacht worden. Das ist nicht richtig. Ich bin eins dieser Mitglieder. Wir haben cs aber nicht für nötig gehalten, in der letzten Abstimmung nochmals unsere schon lange bekannten Gründe für unsere Stellungnahme darzulegen. Abg. Dr. Arendt (Rp.) polemisiert gegen den Abg. Dr. 2)achem. Der evangelische Bund ist gerne bereit, sich auszulösen, wenn das Zentrum das auch tut. Angst vor Den Jesuiten haben wir nicht. Dagegen glauben wir wohl, daß durch die Rückkehr der Jesuiten das gute Einvernehmen zwischen beiden Konfessionen gestört wird. Darin hat der Reichskanzler recht: ohne ein gutes Einvernehmen mit der stärksten Partei des Reichstags kann er mcht regieren! Das Volk muß sich also sagen: mea culpa, mea maxima culpa! Hätten foir eine Linke, die nicht in allen großen wirtschaftlichen und nationalen Fragen versagt, so brauchte das Zentrum nicht das Zünglein an der Wage zu bilden. Unsere Linke sollte sich ein Beispiel nehmen an den Demokratien anderer Länder, die durchaus regierungsfähige Parteien bilden! Redner verbreitet sich sodann in ausführlicher Weise über auswärtige Politik und kommt schließlich auf die Interessen der Landwirtschaft. Er meint, wenn Herr Bebel die Notlage der Landwirtschaft und die Nützlichkeit der Zolle nicht anerkennen wolle, so solle er sich nur bei seinen Parteifteunden Schippei ober Calwer erkundigen. Diese würden ihm schon die richtige Auskunft geben, falls sie nicht inzwischen par ordre de Mufti revoziert hätten. Er wünscht, daß dem Zustand der Caprivischen Handelsverträge so bald wie möglich ein Ende gemacht werden solle! Der Worte seien genug gewechselt, er wolle endlich Taten sehen! Redner berührt nock, eine Reihe von Fragen, z. B. die Frage der Diäten, um deren Gewährung er Den Reichskanzler ersucht. Auch die schon so oft einstimmig vom Reichstage geforderten freien Eisenbahnkarten seien noch immer nicht bewilligt. Sodann dankt Redner dem Prinzen Friedrich Leopold für die Schenkung des Kleist-Denkmals und bittet den Reichskanzler, daß die Grabstätte in einer des Reiches würdigen Weise ausgestattet werden möge. Den Tatbestand hat Herr Blumenthal richtig dargestellt (Widerspruch im Zentrum). Die Folgen des Interdikts find, daß kein Gefft» licher auf dem Kirchhofe mehr amtieren kann. Die rechtliche Stellung des Reichslandes ist in dieser Frage anders als im übrigen Deutschland. Die Kirchhofe sind Eigentum der politischen Gemeinden. Wo verschiedene „Kulte" sind, sollen die Kirchhöfe m Zwei Teile geteilt werden. Von der Geistlichkeit fft aber kern Antrag gestellt worden, den Kirchhof zu teilen. Der Antrag würde auch nicht gestattet sein, denn Fameck ist bis auf drei Arbeiter ganz katholisch. Einen Anspruch auf einen Teil des Kirchhofs haben also die Protestanten nicht. Die Aeußerung, der Bischof habe dort den gesetzlichen Weg verlasien, ist nicht zutreffend. Der Bischof hat vielmehr den gesetzlich vorgeschriebenen Weg nicht betreten (Heiterkeit). ~ z , Prim Enüli [»«WB. lc!b> Haseldorf. cnie.ua.ej |1.,;e-Js;ürrae,Ei uedmea, ■ • • • I ein ehrliches WN lerün fn Bernhard!« Du u: Breinen. ... > r.rrj and 0(t nieder leset/ Friedrich 1, ««tu [, bi: «fr>|tLekr.W^* Dü zweite Beratung des Etats des Reichskanzlers tointo denn Titel „Gehalt des Reichskanzlers" fortgesetzt. Hierzu lie bei Antrag Dr. Müller-Meiningen (freif. Vp.) vor, fe Wschrrn, daß der Bundesrat nur den Beschlüssen des Rcichstags ar m-bcff lben Legislaturperiode in gültiger Weise zustimmen könnte. 9£><.. Graf Mielczynski (Pole) sucht die Polenpolitik der 9tes flilptanfl inls eine Ausnahmegesetzgebung schlimmster Art zu charak- teismvreu. Das neue Ansiedlungsgesetz — über das jetzt im H i^Mhemse verhandelt wird — verstoßt trotz aller juristischen Ti! itie.a i gegen den Geist der Reichsverfassung. Es bedeutet einen brirmhn Eingriff in das Privatrecht, ein mit Füßen treten der per- fö rr.im Freiheit. Ganz verkehrt ist es, wenn man die „große poxlilrfd »• Agitation" als eine Gefahr für das Reist darstellt. Nicht di. t-, td System der Vexationcn und Polizeichikancn gegen die T.’tt irJbet die Quelle der Gefahr. Im speziellen für die Lcnrd- toitnre -f bildet die Polenp ilitik eine große Gefahr! Was wollen -1 • i- :-r Graf Kanitz, ar fangen ohne polnische Arbeiter? Sie ' öl n-r< :i sie doch bei der Leutenot gar nicht entbehren. Also gilt e§ t.. bitfe Elemente auch anders zu behandeln. Es ist audj nicht iix nti:, bciy die Gefahr einer großpolnischen Bewegung besteht. Das beirrt tJoß glaubt nicht an diese Legende. kia ckssckretär Graf Posadowsky: Es ist nicht meine Aufgabe, liicrttme; preußische Vorlage, das Ansiedlungsgesetz, zu rechtfertigen. D< f-IIt mir die Möglichkeit. Desgleichen kann ich auch nicht die Prs.-qtz trr preußischen Verwaltung in den gemischtsprachigen Pro- vir 'n«, rechtfertigen. Das mag in einem Der preußischen Häuser geftrtin wofür Graf Mielczynski vielleicht Sorge tragen wird. JddyxI. jju, daß in früheren Jahren Fehler gemacht sind insofern, al§:Sandte, die sich in den anderen Provinzen unmöglich gemacht Gatnbn, ted) den polnischen Provinzen versetzt wurden. Das waren Icht-üN L.ißgriffe, denn gerade in den gemischtsprachigen Bezirken ?rs et besonders tüchtiger, tatvoller Beamter. Indessen ist, folLtrjd nti inc Kenntnis reicht, man seit Jahr und Tag von dieser ffü ckMit/ fehlerhaften Praxis abgekommen. Auch dem tüchtigsten t ccinnn :rmrb cS sehr schwer in den gemischtsprackiigen Provinzen, 'enarE sytze überall Genüge zu leisten, ohne den Polen irgendwie die । Üjul11 zu geben. Aber Engel (zu den Polen) sind Sie ja auch irid int, unt manchmal wird die Rrche und Selbstbeherrschung des ein» •,cIt dm keimten von Ihnen auf eine sehr harte Probe gestellt. Hebet» irif^fi b?i Beamten müssen freilich die nötige Zurückweisung er- fahitir, icmn die Bevölkerung muß das Gefühl haben, daß sie gerecht imt>y afiaiibig behandelt wird. trachtet zunächst das Lßtcnbündel mit bedenßichen Blicken, dann den Redner und zeigt mit dem Finger auf die an Der gegenüberliegenden Wand befindliche große Hhr. (Heiterkeit.) Der Abg. Blumenthal sicht Die Hhr und den Staatssekretär v. Koeller an und beginnt mit einem großen Aufwand von feierlichem Pathos gegen die neuliche Rede des Abg. Dr. Ricklin zu polemisieren. Er führt aus, daß Dr. Ricklin vier Dkonate Zeit gehabt habe, um sich auf diese Rede vorzubereiten, da sei Der Inhalt doch allzudürftig ausgefallen. Wenn ich wirklich so unbcdeuterch bin, wie Herr Ricklin und feine Freunde meinen, weshalb bekämpfen sie mich denn so? Ich habe nie die Religion bekämpft, sondern nur das, was ich als Zerrbild der Religion ansehe. Das Ideal, daS Dr. Bachem von einem modernen Mann aufgestellt hat, ist nicht das Ideal eines modernen ManneS, sondern nur das eines modernen Klerikalen. Es fft nicht richtig, daß die meisten Katholiken dem Zentrum angehören, es gibt viele Taufende von Katholiken, die Sozialdemokraten sind. Wie modern und tolerant die heutigen Klerikalen sind, zeigt der Fall in Fameck, wo der Bischof Benzler von Metz über einen Kirchhof das Interdikt ausgesprochen hat, weil ein Protestant dort beerdigt worden fft. Natürlich hat dieser Fall eine große Erregung hervorgerufen. Jn einigen andern Orten hat man die Ärabsteine von Protestanten beschädigt. Im Landesausschuß hat darauf der Hntcrstaatssckretär Petri erklärt, daß der Bischof sich außerhalb des Gesetzes gestellt habe. Daraufhin haben die Geistlichen der Diözese Metz sich versammelt und dem Bischof ihre Sympathien ausgedrückt. Ferner haben sie gesagt: Der HnterstaatSsekretär Petri ist zu weit gegangen, da fft Herr von Köller doch ein anderer Mann (Stürmische Heiterkeit, in die auch Herr von Köller cinftimmti. Von klerikaler Seite hat man bann geradezu den Schritt des Bischofs als eine rettende Tat bezeichnet. So etwas muß doch die evangelische Bevölkerung verletzen. Die Sache habe ich nur deshalb hier zur Sprache gebracht, weil die Regierung angekündigt hat, sie werde in Erwägungen cintreten, in welcher Weise man gegen das ungesetzliche Vorgehen des Bischof einschreiten könne. Angesichts solcher Vorkommnisse können Sie sich Darüber nicht wundern, daß in Elsaß-Lothringen sich alle linksstehenden Parteien, die Liberalen und die Sozialdemokraten, eng zusammenschließen. Es ist der Zusammenschluß aller konfessionell nicht engherzigen Menschen 1 Wenn daS Zentrum von „Rechten" spricht, die es erlangen will, so meint es nur Vorrechte nur für sich, so wie mancher, der von „Freiheit" spricht, darunter nur bie Freiheit meint, anderen ihre Freiheit z» nehmen. (Heiterkeit.) Sonderbar ist cs, daß das Zentrum sich von so unb so viel Eideshelfern hat bescheinigeu lassen, daß es stets national gewesen fei. Eigentlich sollte das doch felbstverständlich sein. Aber bei allen Abstimmungen des Zentrums muß man den Satz hinzufügen „vorbehaltlich einer Reihe unaufgeklärter Zufälligkeiten." Natürlich mußte da der Verdacht enfftehen, es sei irgend etwas eingehandell worden. (Heiterketi.) Auch ich bin der Ansicht, daß der 8 2 mit Recht beseitigt ist. Man stellt sich zu Hnrecht unter den Jesuiten mächtige Zauberer vor, die, wenn fie den Geist eines Kindes oder eines Erwachseneu, wieder kindisch Gewordenen, (Heiterkeit) unter ihre Macht bekommen, ihn willenlos beherrschen und nicht wieder loslassen. Die Jesuiten find nicht gefährlich, gefährlich fft ran Der jesuitische Geist, und den haben wir mit ober ohne § 2. Heberhaupt find die Jesuiten nicht gerade nur unter den Katholiken zu suchen (Heiterkeit). O nein, die gibt eS Überall, sogar unter überzeugten Atheisten I (Heiterkeit.) Das Zentrum will stets eine „staatserhaltende" Parckei fein; trotzdem verschmäht es nicht, mit der Sozialdemokratie zusammenzugehcn, wo es ihm Vorteil verschafft, wie in Bayern. Uno uns will man es zum Vorwurf machen, daß wir uns nicht gegen die Sozialdemokratie mit den anderen bürgerlichen Parteien zusammentun? Das Zentrum fleht oft mit einem Bein bei der Sozialdemokratie, aber das Sein ist nur ein hölzernes, das rot bekleidet ist und ein Bein markieren soll und — das jederzeit zurückgezogen werden kann. (Heiterkeit.) Staatssekretär von Köller: Herr Ricklin hat den Wunsch ausgesprochen, daß die in Frankreich ausgewieseneu Ordensbrüder in Elsaß-Lothringen freudig ausgenommen würden. Wenn er damit alle Ordensbrüder meinte, so bedauere ich, diesen Wunsch nicht erfüllen zu können. Anders steht es, wenn er die in Elsaß-Lothringen Geborenen meinte. Diese werden wir aufnehmen, allerdings toerben wir ihnen sagen, daß von einer Ausübung der Ordenstätig- keit keine Rede fein kann. Herr Blumenthal ist nur tn der Stichwahl mit sozialdemokratischer Hilfe gewählt worden, da hatte ich doch ganz recht, als ich im Dezember ihm vorwarf, er siehe mit einem Beine im sozialdemokratischen Lager. Das ist doch keine Beleidigung. Herr Blumenthal hat es angedeutet/daß ich ein ganz besonders scharfer Klerikaler wäre. Was hat man mir nicht alles schon nachgesagt! Es fehlt bloß noch, daß man mir vorwürfe, ich wäre ein Demokrat. Ich bitte die Presse, das wenigstens nicht zu tun. (Heiterkeit.) Anten Fnür ■in Schliersee. V. eh unserer in ein ehlenrii.: lcsL" ■ • • . idu, Budelf ht* ;efühiu ge- Frankfurter Gerab ! liegt Eraiehensaai: ■Riviera. !!' e,a tci y. Ö -rch dis Gumk h? Heid in ' iliutnlde s l Julias Bil» Wien. efden. Bet „lChti Gesuch ■iiebach, w ..ii’dir^f ••• -Ll= Vn.Sdrr Feuer. Geis: « । • ucn* . f i , । _ ...... ... _ „ M _____ _ _ '"L ' beim hsi Zc^wr eini! Staatenbildung unmöglich gewesen. 2a» c.]3olentum hat sich in dem seit der Erwerbung der polni- scherir-i?rin!'eSteile abgelauftnen Jahrhunderte sehr entwickelt. Es l at titog!' feiner Intelligenz, feiner Sparsamkeit, seiner wirtschaft- großen Auffchwung genommen. Für die die e Entwicklung aber auch eine politische KehNePe. Die Deuffchen werden jetzt von den Polen wirtschaftlich Diese Gleichheit muß nun von Staatssekretär Dr. Nicbcrding rechffertigt rwchmals aus juristischen Gründen die Aufhebung des § 2. Seit dreißig Jahren hätte der Bundesrat stets loyal verfahren, niemals hätte man ihm einen Vorwurf gemacht. Werm allerdings der jetzige Reichstag eine andere Stellung in dieser Frage einnehmen würde als der frühere, und Der Bundesrat doch dem früheren Beschluffe zugestimmt hätte, o-,—«/«i so würde auch er das nicht für verfasfurigsgcmäß und ehrlich halten. B c ri m-.irif f ruft mehrmals erregt: Aber durch friedlichen Ver- Aber der jetzige Reichstag denke ebenso wie Der frühere und es sei x "" nicht wahr, daß er durch den Bundesratsbeschlotz überrascht sei. gesamte hes öfenfafa, m nasiast en: Die Griechen verloren einen festen na; Kasseler Deutsch. Fremder am Vorjahr) Dividende. beliebigen Schriftart «0JSS ff cf o m m en. Air pW-»- Kansfrau kauft i die i die baB tyirtt trat Wie rannten 6it, dem andern. — Dem neuen Papste fiel der €tuM &tn r. die Hände. — Als im Harz die Bergwerke kein ffq mec: lieferten, klammerten sich die Bewohner desselben an Ne Kanarienvögel und gebrauchten diese als Hebel jur 3c.'; > erhaltung. — Die Bewohner dieses Landstriche nfen ’li von Holzschnitzereien, daß sie davon nicht fett rucM ;'t selbstverständlich. Nach in Tientsin eingegangenen Berichten ist unter den japanischen Truppen auf So reo eine Krankheit ausgetreten, die mit Beriberi große Aehnlichkeit hat. In Paris fand int Sarah Bernhard-Theater eine Galavorstellung zu gunsten des Komitees statt, tvelchcs unter dem Vorsitz de? Großfürsten Wladimir Sammlungen für einen nach dem Kriegsschauplatz zu entsendenden Ambulanzwagen veranstaltet. Wärme!" — Kasseler (verwundert) Wärme? (Würmer.)" — Fremder: , Gefangenaufseher an dieser Anstalt. — Der Stationsassistenf in der Hess. Preuß. Eisenbahngemeinschaft Philipp Lorenz zu Darmstadt, wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt, und ihm au8 diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großinütigen verliehen. — Der Staiions- assistent in der Hess. Preuß. Eisenbahngemeinschaft Balthasar Schmidt zu Darmstadt, wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen Dienste in den Ruhestand versetzt. ** Das Großh. RegierungSb latt Beilage Nr. 8 enthält: 1. Bekanntmachung, die Besetzung des Schiedsgerichts für Arbeiterversicherung in der Provinz Oberhessen betreffend. — 2. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1904 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedurfniffe in den Gemeinden des Kreises Alzey Alzey im SteuerkommissariatSbczirk Alzey. — 3. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1904 genehmigten Unilagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse in den Gemeinden des KreiseS Heppenheim. — 4. Uebersicht der von Großherzog- lichcm Ministerium des Innern für das Etatsjahr 1904 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse in den zu den Steuerkommiffariatsbezirken Langen und Seligenstadt gehörenden Gemeinden des Kreises Offenbach. — 5. Konkurrenzeröffnungen. •• Schiedsgericht für Arbeitcrversicherung in der Provinz Oberhessen. Das Großh. Ministerium macht im Regierungsblatt bekannt, daß an Stelle des unter Ernennung zum Rat bei der Großh. Provinzialdirektion Rheinhessen nach Mainz versetzten Regierungsrats Dr. Heinrichs der Großh. Kreisamtmann Hechler in Gießen mit Wirkung vom 1. April d. Js. zum Vorsitzenden des Schiedsgerichts für Arbcitervcrsicherung in der Provinz Oberheffen ernannt worden ist. Mit Wirkung vom gleichen Tage ist der Großh. Polizeiamt Herberg in Gießen zunt stellvertretenden Vorsitzenden des genannten Schiedsgerichts bestellt worden. ** Einen teueren Spaß hat sich einer unserer Sarglieferanten gestattet, er bestellte nämlich schriftlich bei zwei seiner KoÜegen unter falschent Namen per Postkarte je einen Sarg, von denen der eine auch wirklich angefertigt wurde, um abgeliefert zu werden. Die Angelegenheit, welche die Empfänger der Bestellkarten nicht als Ulk auffaßten, wurde von diesen der Kriminalpolizei unterbreitet, welche den sonderbaren Spaßmacher auch ermittelte und durch Hand- Karlamerrtarisches. Berlin, 15. April. Die Abgg. Graf Oriola und Tr. P a a s ch c haben mit Unl erstützung der Nationalliberalen den früher gestellten Initiativantrag auf Revision der Novelle betreffend die Gründung und Verwaltung des Reichs- Jnvalidenfonds in eine Resolution umgcwandelt. „Ich sagte, eS \t\ bi :■ Kerichtssaat. () Marburg, 15. April. Wegen MajestäiSbill'^' g u n g , Bettelns und Land st reichen? stand heut* dn Jahre alte Kriegsvetcran Bellerscheid ans lUm mRw:t Wetzlar vor der Strafkammer. Der mit Hille eine? '!- in den Gerichtssaal hinfenbe Mann gab an, daß er v?dia erre^ unfähig sei, aber trotzdem nicht die geringste Unterftüfiuna en: Aus diesem Grunde habe er in Atedereisenhausen und ' wo man ihn beim Betteln abgefaßt habe, die beleidigenden n.? drücke gebraucht. AuS dem Vorstrafenregister ging hervor, m - Mann an seiner Lage doch viel Schuld trug, denn er - heute die 50. Strafe. Tas Gericht machte dem alten nneaer- daß man mit solchen Empfehlungen selbstredend nicht viel könne und verurteilte ihn zu 6 Monaten Vesängms Weisung an die Landespolizei. — Der «fahrende Uhrmacher stein ans HeßlingShausen bei Hanau sammelte nm ,n burger Gegend Uhren und Brache zum Reparieren mio o , sie dann. Nebenbei verüble er noch 2 Zechprellereien, ra - schickte den schon vielfach vorbestraften Mann am a , Gefängnis. — Ter ehemalige Gerichtsdiener Walil merkte im vorigen Jahre unter den amtlichen Wi“' Zahlungsbefehle, die seine Person betrafen. Weil er oie e stücke nicht abgeliefert, sondern für sich behalten halte, n 6 Monaten Gefängnis verurteilt. • «SpS I Keer und Ilotte. Berlin, 15. April. General der Infanterie z. D. v. Grolmann, der Gouverneur des Juvalidenhauses, ist heute vormittag im Jnvalidenhause, 72 Jahre alt, ge- st o r b e n. — Soeben erschien die Neueste Armee-Einteilung, vollständige Uebersicht und Unterkunftsliste des gesamten deutschen Reichsheeres, der kaiserlichen Marine und oer ostasiatischen Besatzungsb> igade mit Angabe der Chefs (Inhaber), Koops-, Divisivns-, Brigade- nnd Regiments- Kommandeure, der Bezirks-Kommandos, der Truppenübungsplätze, Schießplätze usw. Mit einem Anhang „Die Kriegsartikel für das .Heer" und 3 Bnntdrucktafeln, enthaltend die Namenszüge der Regimenter und besondere Schulter abzeichen. Bearbeitet nach amtlichen Quellen. 151. Ausgabe nach dem Stande vom 1. April 1904. Berlin, Richard Schröder (vorm. 'Sb. Dörings Erben). Preis 40 Pfg. sehr heiß." — Kasseler: „Ach so, Sie meinen die I?" (Wärme)." (,3ugcnt.'i Aus Stadt und Land. Gießen, ltt. April 1904. " Personalien. Ernannt wurde der Gefangenwärter Provinzialarresthaus in Darmstadt Karl Beith zum MAGGB’s Würze in großen Originchllschen mh (Inhalt ca. 1125 Gramm) und füllt die Würze dmm selbst n kleines, mit Würzesvarer versehenes Maggl'6"ü0)^ 18. ^'Jfioht ■ frnibi, fcs fi hnt ’ Li, Pcrmiid?tes# * Euskirchen, 15. April. In Weilerswist ist flefu nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr die 74 jährige a((cm;tehe^ Gustwirtin Gottlob ermordet und beraubt worb^ Die mutmaßlichen Mörder sind zwei fremde junge Leute v sich in verdächtiger Weise bemerkbar machten. Tie Mö'^. erstickten ihr Opfer durch einen in den Mund gefleckten ' Die Leiche wurde in den Keller gebracht, wo sie gleich 6 Uhr von Nachbarn gefunden wurde. Die Polizei ist i Tätern auf der Spur. * Straßburg, 15. April. Der Verfasser des Rom^ „Aus einer kleinen Garnison", Leutnant Bilse, ist n-' Verbüßung seiner sechsmonatlichen Strafe aus dem bieii» Bezirksgcfängnis entlassen worden. Petersburg, 15. April. Die gesamte Ausl^e de „PetersburgLh Listok" wurde wegen eines darin enthalt ausführlichen Berichtes über das Attentat im Hoteld Nord polizeilich beschlagnahmt. Ueber die Perlons Attentäters kursieren hier die unwahrscheinlichsten Es heißt, er sei im Besitz einer ganzen Anzahl SBombr gewesen, welche am Tage der Einweihung des Tenfmai; Alexanders III. sowie bei der Ankunft der bei d?- Untergang des War jag Geretteten 93enrenb;.- finden sollten. Ebenso heißt es, daß viele Nihilisten« Mitschuldige des Attentats verhaftet worden seien. Bevölkerung verleiht ihrem Unwillen über das Attenw scharfen Ausdruck. * Aus den Aufsatzheften verschiedener Kur- Sport. , - Ter Start des am 17. Juni stattfmdenden rennens um den G o r d o n - B e n n ett - pr e t an der hillorischen S a a l b u r g. Das ffienne dort aus seinen Weg über Weilburg, Limburg. * • yijti Homburg und zurück nach der Saalburg, un 1 < . Jedes Land unternimmt zuerst von seinen Netmung reime», da nur je 3 Wagen Beteiligung tilgen. -- _ . , . die Absperrungs- nnd EtcherheitSinaßregeln. ",irot^ einer sorgfältigen Prüfung und Ausbesserung " , räcbes und werden an verschiedenen Stellen, wo cö ’!!.- . . Mprt* mit einer neuen Staub niederhaltenden ütugrg Tribünen werden an günstig aeleaenen Punkten __~ Mer Aufstand der Kereros. Nach einem Telegramm aus Windhuk vom 15. April sind am 13. April in einem Gefecht bei Okatumba, worüber ein Gefechtsbericht noch nicht eingegan- ffen ist, gefallen: Hauptmann v. Bagenski, OVerleutnant Reis, Sergeant Heinrich, die Reiter Schwarz, Nicolai. .Hamer ttnd Krause vom Transport Puder, und Kriegsfreiwilliger Bönsch aus Reppersdorf bei Jauer; schwer verwundet: Leutnant Findeis, Gefreiter Bartels, Gefreiter Bunge, Reiter Rütters vom Transport Bagenski, Reiter Fritschka, Reiter Bagend, Reiter Stahl- b'erg, vom Trcnrsport Puder, und Reiter Steffen: leicht verwundet: Gefreiter Schober, Gefreiter Kaiser vom Transport Bagenski, Unteroffizier Bock, Reiter Rösch, vom Transport Puder, und Reiter Thierfelder. Okatumbü liegt zirka neun Kilometer südwestlich von Katjapia, wohin der feindliche rechte Flügel nach dem Gefecht bei Onganjira am 9. April seine» Rückzug genommen hatte. Hauptmann Bagenski war früher beim Dragoner-Regt. Nr. 22 zugeteilt dem Stabe des Oberst Dürr. Leutnant Findeis war früher Geint Feldartillerie-Negt. Nr. 57. Ueber ein Vorspiel zum Hereroaufstand berichtet ein Brüef des inzwischen gefallenen Vi'efeldlvebels der Reserve Bernhard Wellsteiu, Farmer bei Gobabis, den der „Wetzlarer Anz." abdruckt. In diesem Brief heißt es: „Seit dem 15. Januar bin ich zu den Waffen eingezogen. Schon um die Mitte Dezember 1903 hörte man gerüchtweise von dem beabsichtigten Aufstand der Hereros! Mein Nachbar erschoß um diese Zeit auf seiner Farm zwei rebellische Hereros." Das Koloninlamt, auf dessen Veranlassung in den Spandauer Militärwerkstätten Umfrage gehalten wurde nach Handwerkern, die auf mehrere Jahre nach Südwestafrika zit gehen gewillt sind, hat jetzt endgiltig auf diesen Plan verzichtet, weil dadurch allzu große Kosten verursacht würdet:. Der Dampfer „Feldmarschall" mit Verstärkungen für Südwestasrika ist in Swakopmund eingetroffen. Der Krieg zwischen Japan und Rußland. Die letzten Seekämpfe bei Port Arthur. Der offiziösen „Nuss. Telegr -Agentur" wird aus Port Arthur über den am 13. stattgehabten Seekamps noch folgendes gemeldet: Um 6 Uhr morgens fand zwischen sieben Torpedobooten und japanischen Schiffen ein Kampf statt, der bis um 7 Uhr morgens dauerte. Der „Stratschny" wurde von drei Torpedobooten umringt und ging unter; vorher war der Kreuzer „Bnjan" M Hilfe herausgekommen. Die feindlichen Torpedoboote zogen sich an fdie Vorhut ihres Geschwaders zurück. Um 8 Uhr ungefähr verließen die Linienschiffe „Petropawlowsk", ..Pobseda" und „Pere^ sojet", der Kreuzer „Baian", fünf Torpedoboote und der Minenkreuzer „Gaidamak" die Reede und nahmen Kurs auf das feindliche Geschwader. Dieses zog sich auf das Gros zurück, das bald in Stärke von 16 großen Schiffen in Sicht kam. Darauf ging unser Geschwader auf die Reede zurück und nahm Sck)lachtstellnng ein. Um 9V2 Uhr erfolgte die Explosion, dtirch die der „Petropawlowsk" innerhalb zwei Minuten versank. Ueber die ZahlderGeretteten schwanken die Angaben zwischen 50 und 90. Auch der „Pobjeda" wurde am Mittelteil beschädigt, worauf er im inneren Bassin vor Anker ging. Das japanische Geschwader blieb bis 3 Uhr nachmittags in Sicht, dann teilte es sich in zwei Abteilungen und verschwand am Horizonte. ES wehte während der ganzen Zeit eine starke Brise, die abends zu einem heftigen Sturme anwuchs . Eine vollständige Totenliste von der Kata- kkrovhe des „Petropawlowsk" fehlt in Petersburg noch, oa der Panzer in den letzten Tagen mehrere Offiziere und Mannschaften mit anderen Kriegsschiffen tauschte. Es bestätigt sich leider, daß auch der berühmte Ma l e r Wassili Weretschagin bei dem Untergang des „Petro- pawlowsk" den Tod gefunden hat. Der Zar hat, als er die Nachricht von dem Untergänge des „Petropawlowsk" erhielt, längere Zeit geweint. Beileidstelegramme sind von fast sämtlick)en Staatsoberhäuptern der ganzen Welt eingelaufen. Da8 Befinden des Großfürsten Eyrill. Ein Telegramm des Statthalters Alexejew an den Zaren lautet: Alleruntertänigst melde ich Ew. Majestät: Am 14. April bombardierte die japanische Flotte in Stärke von 14 Schlachtschiffen, die in zwei Abteilungen geteilt waren, von 91/4 Uhr bis mittags abwechselnd von Liaoteschan aus Festung und Stadt Port Arthur. Der Feind gab 185 Schuß ab. Die Strandbatterien, sowie unser Geschwader, darunter das Panzerschiff „Pobjeda", erwiderten das Bombardement von ihren Ankerplätzen aus mit indirekten Schüssen. Verwundet wurden fünf Manu der Garuison. Die Schiffe hatten weder Verluste noch Beschädigungen. Von den Chinesen am Ufer wurden sieben getötet und drei verwundet. Ein offizielles Telegramm vom 14. April des Generals Kuropatkin aus Liaujang an den Großfürsten Wladimir lautet: Soeben habe ich mich dem Großfürsten Cyrill, welcher durch Giottes Vorsehung gerettet ist, vorgestellt. Ich habe mich lange mit ihm unterhalten. Ihr Sohn erholt sich schnell von der überstandenen Erschütterung. GHniae Spuren von Brandwunden werden im Laufe einer Woche schnnTldeu. Er ist munterer Stimmung. Obwohl an den Füßen berletzt, empfing er mich stehend. Er kann sich ohne Hilfe fortbewegen. Nach einigen Tagen werden auch diese Verletzungen beseitigt sein. Großfürst Cyrill sollte, wenn es nach seinem Wunsche gegangen wäre, vor kurzem das Kommando des ebenfalls gesunwneu Torpedobootes „Beßtraschnij" übernehmen, aber Makarow bestand darauf, ihn in seiner unmittelbaren Nähe zu haben. Großfürst Boris drahtet seinem Vater aus Liaojaug: Jckj höre, daß Cyrill im Moment der Explosion auf dem Panzerschiff „Petropawlowsk" zur linken Seite der Kommandobrücke stürzte, auf den Händen auf Deck kroch, wo ihn eine Welle fortriß. Dann wurde er durch den Strudel tief ins Wasser gezogen, arbeitete sich durch eigene Kräfte empor und klammerte sich an den Kiel eines um geschlagenen Kutters, bis er nach 10 Minuten von einem Torpedoboote gerettet wurde. Adjutant und Diener sind um» . Das unablässige r nahmen, die ringern dürste b Haupt ziemlich vr : mannigfache M ltz ■ eine anständsi sichere Summ« abhangigkeit bei S i Stotterte- mtb Mei 1 »u gute timt. Dr -! öer Stotterte ganz t iiiLtiimma eine» weil mttu fitz weite -chdditzung bed ' imtnS hinweafetz >' -«er bernssnchig, t gelassen Zukunft 1 chau nicht nur ei 1 ondern auch, wie '• kpung der Kölle ll.^und Offizieren im lVL..(L. empfind "f'nrNche Trucke Muftrie; für eh- :SJW< kinrichti Mttette gcr-dezu °b Sein «ujKe Mejenigen bl , H tobt niet :Ulrt aeger darf ober a io ba® Hrtnarf) bereits übet senden, Borsorge ^mrt'chaftlicher schrrstenvergleich zum Geständnis brachte. Dem nun demnächst vor Gericht klar gemacht Urkundenfälschung ist. - Es ist das Gttchi^L' m- ähnlrcher sonderbarer Spaßmacher, daß man ihre T Scherze entdeckt und sie selbst den Schaden tränen w. Wieseck, 1.5. April. Infolge be« ’ Großh. Ministeriums, daß in Hessen auch Stz tische Religiousle hrer für die Folge riftisch vorgebildete Lehrer tätig sein dürfen, fiabpn lsraelttrschen Gemeinden von Wieseck, Eroßen-Lind^ n '' gestern, Langgöns, Holzheim, Grüningen und 9Böt,pVe‘l Steinbach zusammengeschlossen, um für sich : einen Wander-Religionslehrer, mit dem Sitze in <3“ probeweise anzustellen. Bewährt sich diese Cinrichwn ist eine feste Anstellung des Lehrers gevlant ä' andern oberhessischen Bezirken sind bereits solche G-m.- u Vereinigungen zum Zwecke der Regelung der lehrerfrage entstanden und noch in der Entstehung^ )( Gonterskirchen 15 April. Bürqerme s, Jochem, der wegen Krankheit gegenwärtig durch geordneten Lind verttetcn wird, geoenkt fein Ann dem-,'' niederzulegen. Lehrer Blank, welcher eb niallS erfran t: wird durch zwei KoUegen aus Laubach vor treten n