154. Jahrgang Dienstag 16. Februar 1904 Erstes Blatt nehmen. Vom AuSlaude. der Kaiser sprach beim zum Haupt- Genugtuung über die russische Niederlage a u s z u d r ü ck e n. bo^üerrat Me k gegen ben Ne* ,tin eijdptenben tote" luWijty Änch hen Kaisers w- ^linarhos ertaimtt , der Oberforst- ^ifferenzen zu einem , auf Dienstent- Deutsches Reich. Berlin, 15. Febr. Heute unterrrahm den gewohnten Spaziergang im Tiergarten, Reichskanzler vor, nahm die Meldung des Nr. 39 «rsch-tnt täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Gießener Zamilien- blätler viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'ichen Univers^Buch-u. Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Ervedition und Druckerei: Schrrlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprrchanschluß Nr. 51. ’$,6n,°r iäot Bezugspreis: monatlich7b Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZetlenpreiS: lokal 12 Pf, ausivärtS 20 Pfg. -n u J 8u Ri,/. 'Ä* richt Qi* SrH M. »ZT ^>M" er. Wen, eX ibn e™f$?etb™ auf den Ge- .wurde, das ab- * °»g-h°bn>- SM bah der iÄ1 e’ tork »ich! lo„. ' [affen » oube »och [eine ^riQt wurde vei- unmöglich, daß bes Lchluchs laut *3en -ohnen selbst 6 notige Loch- lnhall in Fäulnis luhtc. messen und den ' seinerzeit flüchtig mrechners Schertet t von 109163 Mk. st beendet, es kom- ie Stadt Wetzlar aukosten sind alles 20 000 Mk. davon feit zur Verfügung idt Worms, Tr. isschulinspeltor in Leilburg ist der i|jen dahin erledigt 1 aus ein Jahr - Jlt hatten sie bean- 3.60 Mk. Ausland. Brüssel, 15. Febr. Der unabhängige K o n g o st aat veröffentlicht eine Note, in der es heißt: Der Bericht des britischen Konsuls Casement über seinen Besuch int Innern des Kongogebietes bedarf der formellsten Vorbehalte. Er ist in sehr wenig wohlwollendem Geiste abgefaßt und seine Daten beruhen zum größten Teil auf Angaben von Eingeborenen, deren Richtigkeit nicht dargetan ist. Was die angeblichen Akte von Grausamkeiten an* geht, so ist bereits jetzt festgestellt, daß in dem einzigen Fall, der zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht ist, Casement zu einem Irrtum verleitet wurde und mit zu großer Leichtgläubigkeit Behauptungen von Eingeborenen entgegen» nahm, welche der Wahrheit zuwiderliefen. Man toirb übrigens feststellen, inwieweit die Berichte Casements der Bestätigung bedürfen. Die Regierung des Kongostaates ordnet eine Prüfung des Berichts des Konsuls an. Me Ergebnisse dieser sjttüfung werden veröffentlicht werden. Paris, 15. Febr. Nach einer Privatdepesche aus Toulon ^hielten die Garnisonen in Ton g kin g und Tochinchina eine Verstärkung von 600 Mann, die von ben Kolonialregimeutern Öir. 4, 8, 22 und 24 gestellt werde«. Madrid, 15. Febr. Die Kortes haben sich bis zum 22. d. M. vertagt. Zuletzt kam es noch zu einem furcht* ba rcn Skandal. Die republikanischen Abgeordnete^ Auf Seiten der Japaner wurde nicht ein Mann verletzt. Me amtlichen Meldungen ans Tschemulpo besagen, ,daß die russischen Verluste bei dem Seegefecht vor diesem Hafen waren: ein Offizier und 46 Mann tot, vier Offiziere und 48 Mann schwer verwundet, viele andere leicht verwundet. Russische Sappiner fingen bei Juku im Lackflusse ein im Eise steckendes japanisches Kriegsschiff ab. „Lloyds" meldet aus Nagasaki, daß das Kohlenschiff „Hermes" eingetroffen und ge ka p ert sei. Ferner wurden vier Norweger, alles Schiffe mit russischen Kontrakten gekapert. Tie „Mandschuria" liegt in Reparatur im Hafen und wird am 15. Februar beschlagnahmt, da sie bis dahin nicht repariert werden kann. Der Statthalter Alexejew meldet, er habe von dem Kommandeur des Kreuzergeschwaders „Reitzenstein", die Nachricht erhalten, daß derselbe in der Nähe der Tsunga- russtraße einen Dampfer in den Grund gebohrt habe. Er hatte drei Tage lang einen schweren Schneesturm auszuhalten. „Petit Parisien" berichtet aus Tokio, daß ein russisches Fahrzeug unweit der Insel Tsou-Dhima von einem japanischen Torpedoboot gekapert worden sei. In Tokio herrscht große Entrüstung darüber, daß vier russische Kreuzer in der Straße von Suruga japanische Kauffahrteischiffe zum Sinken gebracht haben. Me japanische Admiralität hält sich für berechtigt, jetzt in gleicher Weise gegen die russischen Kauffahrteischifse vorzugehen. Nach weiteren Meldungen auS Tokio ist die W l a d i w o - stoker Flotte den Japanern entronnen. Ihr augenblicklicher Aufenthalt ist unbekannt. „Daily Telegraph" meldet auS Tientsin vom 11. Febr.: Me Telegraphenlinie östlich von Vinkow-Haitscheng wurde von chinesischen Deserteuren aus der russischen Armee abgeschnitten. Auf ihrem Vormarsch gegen den Yalu sollen die Russen allerhand Greuel gegen Chinesen begangen haben. Stimmungen und Unternehmungen. Me Pariser Ausgabe des Newvork Herald meldet aus Petersburg, der Zar habe sämtliche Offiziere aufgefordert, im Kriege gegen Japan ihre P f l i ch t zu tun. Der Zar soll beschlossen haben, nur Einzelheiten über große Gefechte publizieren zu lassen. Aus diesem Grunde sei auch das Telegramm des Statthalters Alexejew über die Beschießung japanischer Schiffe bei Port Arthur nicht amtlich mitgeteilt worden. Am 14. d. M. fanden vor dem Hause des deutschen Konsulats in Moskau Sympathiekundgeb ungen statt. Der Konsul trat heraus und erklärte der Menge, Japan habe das Völkerrecht durch seinen plötzlichen Ueber- fall verletzt. Bei der Beerdigung des russischen Literarhistorikers Nikolai Michailowitsch der Tausende von Gebildeten und viele Studenten beiwohnten, haben scharfe Reden gegen die Regierung, die durch ihr Vorgehen das Land in einen furchtbaren Krieg hin ein gezogen und entsetzliches Glend und Not über viele Tausende heraufbeschworen habe, stattgefunden. Einer Meldung des „Berl. Tagebl." aus Tokio zufolge veröffentlicht Pas amtliche Blatt eine Verordnung über Ausgabe einer fünfprozentigen Kriegsanleihe von 100 Millionen Mark. Sie soll in fünf Jahren getilgt werden. Wie es heißt, ist die transsibirische Bahn an sechs Stellen von aufrührerischen Banden z e r st ö r t worden. Die Linie soll auf eine Gesamtlänge von 60 Meilen unbrauchbar fein. Am 14. d. M. wurden in Schaug-Wan-Tao 100 Tonnen Munition für die chinesische Armee gelandet. Diplomatisches. Rußland und J apan lehnten eS ab, den amerikanischen Militär- und Marineattachees zu gestatten, ihre Streitkräfte zu begleiten. Beide Mächte geben an, sie erwarteten schnelle, entscheidende Siege und wünschten die Anwesenheit von Ausländern nicht. Ch in a hat den Mächten notifiziert, es könne keine Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Neutralität in einer von einer fremden Macht besetzten Provinz überquartier der russischen Marine kommandierten Kvrvetten- tabitän Hoppmann entgegen und hörte die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts und des Staatssekretärs Kraetke. Tie Kommission zur Vorbereitung des Entwurfs eines Wildschadengesetzes, die von dem preußischen Herrenhause eingesetzt worden ist, ist wohl die erlauch- teste, die je tagte. Tie 18 Mitglieder zählende Kommission besteht aus zwei Herzögen, 4 Fürstien, 7 Grafen und andern Adligen, und nur 2 bürgerlichen Mitgliedern. — Tis dem Reichstage und dem preußischen Landtage angehörigen ehemaligenMilitärs schlossen sich zu einer kameradschaftlichen Vereinigung zusammen. — Gegenüber anderweitigen Behauptungen, die wasser- wirtschaftlichen Vorlagen gelangen erst im April an das Abgeordnetenhaus, vernimmt die „Nat. Korr.", daß dies voraussichtlich Ende Februar der Fall sein wird. — Ter,„Hann. Cour." macht darauf aufmerksam, daß es jetzt in Berlin und wohl auch an anderen Orten Deutschlands weibliche Assessoren und Referendare gibt. Ter Kaiser hat den Handelsminister ermächtigt, die bisherigen Amtsbezeichnungen Gewerbe-Jnspek- tionsaspirant und Gewerbe-Jnspektiousassistent durch den Titel Gewerberefendar und Gewerbeassessor zu ersetzen. In einer neuen Uebersicht des Polizeipräsidenten über das Personal der Berliner Gewerbe-Inspektion werden jetzt drei Damen, Frl. Kümmert, Conradt und Reichert, als Assistenten bei den königlichen Gewerbe-Inspektionen in Berlin auf- geführt. Sämtliche drei Damen sind somit Gewerbe-- assessoren oder Assessorinnen geworden. Sie halten Sprechstunden für Arbeiterinnen in den Räumen ihrer Inspektionen ab. Tie Zusammenstellung des Polizeipräsidenten berücksichtigt allerdings die neuen Titel noch nicht. In späteren Zusammenstellungen weroeu aber wohl das Al. Assessor und das Frl. Referendar eine Rolle spielen. — Ter Zustimmung des Bundesrats zum neuen Militärpensionsgesetz darf in kurzer Zeit entgegengesehen werden. Es wird dem Reichstage noch vor Beginn der Beratung des Militäretats zugehen Leipzig, 15. Febr. Nachdem die von der Regierung eingeleiteten Friedensverhandlungen zwischen den A e r z t e n und der Ortskrankenkasse enögiltig gescheitert find, stellen sämtliche Kassenärzte mit Quartalschluß ihre Tätigkeit ein. Insgesamt 132 000 Kassenmitglieder kommen in Betracht. Eschwege, 16. Febr. Bei der Reichstagsersatzwahl erhielt Christen (Rp.) 3522, Hugo (Soz.) 5812, Merten (Vp.) 4074 und Raab (Ant.) 4555' Stimmen. Weniae Ortschaften stehen noch aus. Voraussichtlich gibt es Stichwahl zwischen Hugo Und Raab. Karlsruhe, 15. Febr. Eine Vergleichung des Aufwandes für das Notariats- und Grundbuchwesen in den Jahren 1899 und 1904 ergibt: Im Jahre 1899 betrugen die Einnahmen aus den Notarsgebühren 1267 342 Mark, aus den Gebühren für Kauf- und Tauschbriefe usw. 688 226 Mk., zusammen 1955 568 Mk. Tie Ausgaben erreichten eine Höhe von 1265 242 Mk., somit verblieb ein Ueberschuß von 690 326 Mk. Ter Voranschlag für 1904 setzt fest an Annahmen aus den Notariatsgebühren 1650 000 Mark, aus den GruudbuMkosten 1200 000 Mark, zusammen 2 850000 Mark. Tie Ausgaben sind angenommen mit 2 388 500 ML, somit verbliebe ein lleberschuß von 461600 Mark. Stuttgart, 15. Febr. Zum morgigen 50jährigen Geburtstage der Herzogin Wera ist eine Abordnung des 22. russischen Infanterieregiments Nischnij-Now- gorod eingetragen, um der Herzogin, die Chef des Regimentes ist, dre G-lückwünsckie desselben zu Überbringern, Tie Herzogin machte den Offizieren für ihr Kasino ihr Porträt zum Geschenk. Tas Ulmer Ulanenregiment Nr. 19, dessen zweiter Chef die Herzogin ist, hat die russischen Kameraden zu einem Besuche nach Ulm eingeladen. GiehenerAnzeiger ,'“7 General-Anzeiger w 4a^ Verantwortlich für w den polit und allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW U zeigenteil: Hans Beck. Aer Krieg zwischen Japan uvd Nußland. Die Norddeutsche Allgemeine. Die „Nordd. Allg. Ztg^" fährt fort, die beruhigende , und vertrauensvolle Haltung zu rechtfertigen, die das offi- : ziüse Blatt vor dem Ausbruch des russischl-japanischen Kriegs ■ eingenommen hatte. Wir vermögen in "solchen Erörterungen Post festum keinen Wert zu erkennen. Wenn statt der langen Auslassung, mit der am Sonntag die „Nordd. Allg. Ztg." sich gegen die in einem Teil der Presse erhobenen scharfen Angriffe verwahrte, unmittelbar nach dem Abbruch der diplomatischen Verhandlungen ein paar Zeilen erschienen wären, die sofort das Publikum vor kopfloser Verschleuderung von Werten warnten und mit Besonnenheit die Lage der Dinge kennzeichneten, so würde dies um vieles verdienstlicher und zweckmäßiger gewesen sein. Da aber schwieg die Norddeutsche in allen Tonarten. Ein Wachtkommando für Soeul ist seitens der deutschen Marineverwaltung gestellt worden, das Kanonenboot „Tiger" ist mit den vom Gouvernement Kiau- tschvu hergegebenen Mannschaften Freitag von Tsingtau ab gegangen und ant Samstag in Tschemulpo eingetroffen. Bor Port Arthur. Von Admiral Togo, dem Oberkommandeur der japanischen Flotte, ist über Tschemulpo vom 11. d. M. ein Bericht über den. Kampf bei Port Arthur eingelaufen, worin es heißt: „Unsere Flotte zog sicki wieder zurück, ohne auch nur die geringste Beschädigung erlitten zu haben. Vier von unseren Matrosen sind t o t, 54 verwundet. Die Offiziere sowohl wie die Mannschaft blieben kaltblütig, als ob es sich um ein Manöver handelte. Jetzt herrscht stürmische See". — In Tokio herrscht freudige Stimmung über die günstigen Nachrichten. In allen Sttaßen sammeln sich gewaltige Aufzüge mit brennenden Papierlaternen zur Feier der bisher errungenen Erfolge. „Newyork Herald" berichtet über ein verspätet ein* getroffenes Telegramm aus Tschifu vom 12. d. Mts. Über oie Niedermachung von zwei japanischen Regimentern bei Port Arthur, welches besagt: „Während der Zeit der Beschießung von Port Arthur am vergangenen Dienstag landeten 2500 Japaner, welche auf vier Transportschiffen untergebracht waren, bei Bldrnro. Tie Russen ließen die Japaner landen und drangen dann in geschlossener Kolonne, bestehend au8 Infanterie, Kavallerie und Artillerie, auf sie ein. Die Japaner wurden überrascht und sämtlich niedergemetzelt, resp. ae- fangen genommen. Dies sand unter den Augen der Satzung der Transportschiffe statt. Londoner Blättern zufolge ist bei dem ersten Angriff bei Port Arthur ein japanischer Kreuzer in den Grund gebohrt worden, nachdem derselbe mit einem russischen Panzer zusammengestoßen war. Beim zweiten Angriff soll ein russischer Kreuzer in den Grund gebohrt worden sein, während ein zweiter außer Gefecht gesetzt wurde. , c m Wie der Korrespondent des „Journal de Paris aus Port Arthur berichtet, ist es ihm nichtge stattet worden, dort ein Telegramm aufzugeben. Er muhte sich vielmehr auf chinesisches Gebiet begeben, um an sein Blatt telegraphisch berichten zu können. Diesem Bericht zufolge sind die drei russischen Kriegsschiffe, welche in Port Arthur beschädigt wurden, reparatur» fähig. Beim zweiten Angriff der Japaner auf Port Arthur, welcher 25 Minuten währte, hätten sich die Japaner mit ernsten Verlusten zurückziehen müssen. In der Schlacht bei Port Arthur am 11. Febm« erhielten zwei japanische Kriegsschiffe je einen Sch uß, die aber nur geringe Beschädigungen anrichieten. Der britische Dampfer Foxtonhall erlitt nach einer Meldung aus Shanghai bei dem Bombardement vor Port Arthur so schweren Schaden, daß er im Stich gelassen werden mußte. Ein Ingenieur wurde verwundet, die Bejahung rettete sich nach Tschifu. — „Daily Mer Russen darbrachten. — Nach dem Eintreffen der Meldung, daß der französische Kreuzer „Pascal" eine Anzahl russische Mattosen im Hafen von Tschemulpo an Bord genommen habe, telegraphierte Prinz Calitzin, der Ober- tallrneister des Zaren und Kurgast in Nizza, an den Pra- elten von Nizza, daß er mit ber Bevölkerung Moskaus in >en Ruf ausbreche: „ES lebe die heroische ftanzösische Flotte, es lebe Frankreich", worauf der Präfekt ebenfalls telegraphisch dankte. , Einem Lemberger Blatte zufolge haben 300 russische Studenten vor dem dortigen russischen Konsulat russen- feindlicheDemonstrationen veranstaltet und Hochrufe auf die Japaner ausgebracht. Die berittene Polizeiwache trieb die Demonsttanten auseinander und nahm einige Verhaftungen vor. Wie bortige Blätter auS PodwolozySko melden, haben sich dort wie in Lusiatyn zahlreiche *rm Diensteintritt einberufene russische Reservisten über die Grenze nach Galizien geslüchtet. Infolge einer Audienz des rutschen Bot)chasters Sinowjew beim Sultan am Freitag wurde em Jiade veröffentlicht, das den Muselmanen verbietet, ihre ga ßener Anzeige^ londoner Sonntags- hricht, daß % be§ eschwaders zum - hiesigen japanischem ägungvor- einem dem amtWn Telegramm jlt, b»ß i® Tw«60"1 M M 9'1“*' , bie 6“ it®'wd)#”1“’ . f»11/“ leint >ie VM&M» ttd3''<,unbW roortüit * ®il| # 1Jeid> I” ' et^ ^et'Sit®“1’ ibetW^' ,atten l>ei i oN protestierten gegen die Maßnahme der Regierung, welche die revolutionäre Propaganda einschränken sollen und riefen unzählige Male in den Saal hinein: „Hoch die Republik!" Die Majorität entgegnete mit Schmährufen und Drohungen. Der Präsident zerschlug 5 Glocken, ehe die Ruhe wieder eintrat. Die Regierung droht jetzt, diejenigen Repiiblikaner, welche revolutionäre Rufe ausstoßen, aus der Kammer zu entfernen. Die Republikaner erklären, sie würden nicht nachgeben, da die Regierung die Verfassung übertrete. Lettin je, 15. Febr. Unter dem Verdacht der Verschwörung gegen den Für st en Ferdinand wurden neuerdings 60 angesehene Montenegriner verhaftet und hierher eskortiert. Dazu gehört auch der kürzlich vom König von Serbien empfangene Lakitsch. Petersburg, 15. Febr. Die russische Staatsbankemittiert unter völliger Deckung 50Millionen Rubel Kreditbillets. Als Grund wird Mangel an handlichen Geldzeichen angegeben. Newvork, 15. Febr. Senator Hanna ist heute abend gestorben. Hanna war der einflußreichste Führer der Republikaner. Aus Stadt und Kand. Gießen, den 16. Februar 1904. ** Fastnacht. Heute springen und gaukeln die Karne- d als geister, denn es ist der letzte der Torkeltage, wie man in einigen deutschen Gegenden bezeichnenderweise fagt.' Vielleicht wäre es sprachlich richtiger, von einer Fase- oder Faselnacht zu reden, und das würde auch einen ganz guten Sinn abgeben. Run, wie dem auch sein möge, jedenfalls geht dieser vergnügte Tag auf ein altgermanisches Frühjahrsfeuerfest zurück und ist erst unter kirchlichem Einflüsse zur Fastnacht geworden, d. h. zum letzten Tage frohen und freien Lebensgenusses vor dem dann folgenden vierzigtägigen Fasten. Kein Wunder, daß Fastnacht gerade in katholischen Gegenden eine große und überaus volkstümliche Rolle spielt. Der feiste oder fette Dienstag, die Narrenkirchweih oder das Narrenfest mit den Fastnachts-Kceppeln, ist so recht ein Tag urwüchsigen, oft recht derben deutschen Humors geworden. Das schon im 15. Jahrhundert geübte Nürnberger Schön- bartlaufen, eine von der Fleischerzunft unter häufiger Beteiligung der Patrizier veranstaltete groteske Mummerei, ferner der Schäfflertanz der Münchener Böttcher und andere Zunftbelustigungen gehören hierher. Sogar die Klostergeistlichkeit mochte sich! nicht ganz dem Volksbrauche entziehen. Sie legte früher gern einmal am Fastenäbend die Kutte beiseite und amüsierte sich innerhalb der Klostermauern mit allerlei Spiel und Verkleidung. Die oft von einem geradezu grausigen Humor durchzogenen Fastnachtsschwänke des Mittelalters und der Reformationszeit, wo Hölle, Tod und Teufel vorkommen mußten, und wo es dann ohne die brutalsten Prügelszenen nicht abging, wären heutzutage wenig nach unserem Geschmack. Damals nahm niemand daran Anstoß, und kein Geringerer als Hans Sachs war auch ein eifriger Schwänkeersinner in dieser Art. Einer der eigentümlichsten Fastnachtsbräuche — es gibt deren eine Legion — ist das Fastnachtsbegraben. Am Fastelabend wird eine aufgeputzte Strohpuppe ins Wasser geworfen oder im Schnee vergraben, oder der Strohmann wird erst verbrannt, und oann kommt die Asche in ein Erdloch oder endlich ein wirklicher Mensch wird als Fastnachtsnarr mit Stroh überschüttet und darauf statt seiner ein Glas mit Branntwein in die Erde gesteckt — alles Gebräuche, die lebhaft an das Tod- und Winteraustreiben erinnern und übrigens an dem Kirmesbegraben ein Gegenstück haben. Fastnacht! Es Hingt wie die fröhlich-leichtsinnige Aufforderung des alten Horaz: Nütze den Tag und traue möglichst wenig dem folgenden! Und die Heinen Vergnügungssprühteufelchen, sie locken und winken, rumoren und kichern, flüstern und nicken — in geschlossenen Räumen bei uns zwar nur, aber trotz alledem ihr luftig Spiel unermüdlich treibend! Und so wollen auch wir uns heute den Fastnachtsfreuden dahingeben, heute nur, denn schon morgen bricht er an.......der graue Aschermittwoch. — Der Vormittag hat uns schon ein bewegteres Straßenbild als sonst gezeigt. Studenten in den schmucken Farben ihrer Verbindungen zögen zu Fuß und zu Wagen in zwei. Zügen, jedesmal mit Musik voran, durch die Straßen der Stadt. Im Seltersweg wurde es besonders lebhaft, es kostete dort auch, durch Apfelsinenwerfen, einige Fensterscheiben. Andere UeberraschMgcn sollen, soviel wir hören, im Laufe des Nachmittags noch folgen. ** Kindcsleiche. Im Anschluß an die gestern gebrachte Notiz betr. Auffindung einer Kindesleiche hat das Polizeiamt nachstehendes Ausschreiben erlaffen: „Am 13. l. Mts. wurde hier hinter den Gärten am Rodberg in einem Graben die Leiche eines neugeborenen Kindes männlichen Geschlechts aufgefunden, die etwa 14 Tage daselbst gelegen haben mag. Höchst wahrscheinlich hat das Kind noch nach der Geburt gelebt. Die Leiche war in braunes Packpapier eingeschlagen und dabeiliegend fanden sich eine rot und weiß getupfte, schon geflickte Flanell-Nachtjacke mit einem Porzellanknopf und einem weißen Perlmutterknopf, sowie zwei Lappen von einem Frauenhemd aus weißem Baumwollstoff. In der Nähe der Leiche fand sich außerdem ein Frauenrock von schwarzem Küperstoff, der zu einem Unterrock umgearbeitet und mit schwarzem Band eingefaßt ist. In letzterem dürfte die Leiche beim Transport eingewickelt gewesen sein Wir ersuchen um Anstellung geeigneter Nachforschungen und Mitteilung aller Anhaltspunkte, die etwa zur Feststellung der Kindesmutter führen könnten." •* Höhere und Erweiterte Mädchenschule. Die Anmeldungen neu eintretender Schülerinnen sollen, wie im heutigen Anzeigenteil bekannt gemacht wird, künftig vor Ablauf des alten Schuljahres erfolgen. Die diesjährigen Anmeldungen haben bis spätestens 20. März zu erfolgen. ♦* Die Lahn beginnt wieder in ihre Ufer zurückzutreten. Die letzte Ueberschwemmung des Lahntals erinnert an eine Episode aus dem Jahre 1876. Gegen Frühjahr dieses Jahres war auch das Lahntal überflutet und das Wasser, welches eine seltene Höhe erreichte, führte viel Eis mit. Nun standen damals an der Lahn bei Klein-Linden die Gebäude der Fernie'schen Braunsteinwäsche, welche von dem Steiger Gilbert bewohnt wurden. An jenem denkwürdigen Tage stießen die Eisschollen mit solcher Gewalt gegen da§ Wohngebäude, daß dieses in seinen Grundfesten erbebte und die Bewohner in Lebensgefahr schwebten. Schon am Abend gab Gilbert Notsignale und Notschüsse ab. Am nächsten Morgen wurde die Familie mittels zweier Nachen aus ihrer gefährlichen Situation befreit Jetzt sind sämtliche Gebäude — nachdem die Wäsche einging — abgerissen. — Wir bemerken noch, daß unmütelbor hinter dem Gerichtsgebäude der Fußweg nach dem Philosophenwalde z. Zt. nicht passierbar ist Dort haben die Waffermaffen einen großen Teich gebildet, der auch den Fußpfad zum Teil einnimmt. • • Die 4 5. ordentliehe Generalversammlung der Gew erbe bank, e. G. m. u. H., fand am Montag abend im Restaurant Feidel statt. Der Vorsitzende des Auf- ichtsratS, Stadto. Petri, gedachte nach Eröffnung der Versammlung mit warmen Worten des im vergangenen Jahre verstorbenen Direktors Heinrich Wagner, dessen Andenken die Versammlung durch Erheben von den Sitzen ehrt. Der Vor- itzende erwähnt dann, daß auch im abgelaufenen Jahre der Geschäftsgang der Bank ein in jeder Hinsicht befriedigender gewesen fei; dies sei vor allem der regen Tätigkeit der Vorstandsmitglieder zu danken; er statte deshalb den Vorstandsmitgliedern im Namen des Aufsichtsrats den verdienten Dank ab. Unvermutete Revisionen der Bank und ihrer Bestände an Effekten, Wertpapieren und Bargeld hätten die beste Ordnung in der Geschäftsführung ergeben. Regere Teilnahme der Genossenschafter an dem vorjährigen Verbandstag der hessischen Kreditvereine wäre deshalb erwünscht gewesen, weil dieser wertvolle Anregungen in Bezug auf das Genoffen- chaftswesen geboten habe. Direktor Loos erstattet hierauf den Geschäftsbericht. Nach Hinweis auf einzelne Punkte des den Mitgliedern zugegangenen gedruckten Berichts verbreitete ich der Redner ausführlich über den Geschäftskreis der Gewerbebank, die Gewährung von Vorschüffen gegen Personal- bürgschaft, die Beleihung von Wertpapieren, den Ankauf von Wechseln und Schecks auch auf das Ausland, den Scheck- Verkehr, die Geldüberweisungen nach dem Ausland, den Conto-Corrent-Verkehr, den kommissivnsweisen An- und Verkauf von Wertpapieren, die Annahme von Spareinlagen. Diese Ausführungen waren geeignet, über vieles Aufschluß zu geben, was den Mitgliedern bisher unbekannt war, sie zeigten aber auch, wie sich der Geschäftskreis der Bank in den letzten Jahren erweitert, wie die Bank bestrebt ist, den geschäftlichen Jntereffen der Mitglieder zu dienen. Der Vorsitzende nahm Veranlaffung, dem Direktor für diese lehrreichen Darlegungen zu danken. Jahresrechnung und Bilanz wurden genehmigt und dem Vorstände und Aufsichtsrat Entlastung erteilt Zu dem Vorschlag des Aufsichtsrates, dem Gewerbeverein zum VaufondS einer Gewerbeschule 1000 Mk. zu überweisen, beantragt Stadtv. Sch mall Ueberwcisung der gleichen Summe an den Kaufmännischen Verein zur Dotierung seiner Fachschule, und Bauunternehmer Winn Erhöhung des vor- geschlagenen Betrages für den Gewerbeoerein auf 2000 Mk. Die Versammlung beschloß nach kurzer Debatte und nachdem Stadtv. Schmall die beantragte Zuwendung auf den Betrag ermäßigt, um den die Sparkaffe ihre Zuwendung ermäßigt, dem Gewerbeoerein, wie vom Aufsichtsrat vorgeschlagen, 1000 Mk., dem Kaufmännischen Verein 400 Mk. für die Zwecke der Fachschule zu überweisen und dafür die Zuweisung zum Reservefonds II um 400 Mk. zu kürzen. Die Herren Petri (für den Gewerbeverein) und Eichenauer (für den Kaufmännischen Verein) nahmen Veranlassung, der Versammlung für die bewilligten Zuweisungen zu danken. — Die Wahl der satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats ergab die Wiederwahl der Herren Ernst Balser, Karl Aug. Faber, Louis Fuhr, Dr. Gutfleisch und G. E. Möhl. rm. Von der Jagd. Mit dem 15. d. Mts. hat die Schonzeit für den Dachs begonnen. Sie dauert bis zum 15. Mai. Mit dem Ablaufe dieses Monats beginnt dann auch die Schonzeit für Rehböcke (bis 1. Mai) und für Enten (bis 1. Juli). Die Enten beginnen jetzt bald zu legen. Ferner werfen in diesem Monat (Hornung) die starken Hirsche das Geweih ab, während dies bei den schwächeren Hirschen meistens erst im März, oft auch noch später, geschieht. Bei der milden Witterung sind die Hasen eifrig mit Erfüllung ihrer .familiären" Pflichten beschäftigt, so das es bald die ersten Junghasen geben wird, allein bei der großen Nässe dürften sie kaum aufkommen. "Die verhexte Geis. Eine äußerst spaffige Geschichte, so wird uns aus unserem Leserkreise berichtet, passierte vor einiger Zeit einem biederen Bäuerlein Oberheffens. Es war von seiner Ehehälfte ausgesandt worden, um in dem etwa zwei Stunden entfernten Dorfe 36. eine schöne Geis zu „handeln", er sollte sie auch gleich mitbringen. Der Handel wickelte sich glatt ab und vergnügt — in dem Bewußtsein, die Befehle der „Alten" genau befolgt zu haben — zog das Bäuerlein „durch Gebirg und Tal, samt der GeiS am Sahl (Seil)". Allein, mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten. Während daß tapfere Bäuerlein im Wegwirtshaus zur kurzen Rast einkehrte, „spannte ihm" der immer zu Spässen angelegte Wirt die Geis „aus" und band statt ihrer einen gleichfarbigen Geisbock an die Stelle. „Ohne von dunkler Ahnung erfüllt zu fein", brachte das Bäuerlein mit zufrieden strahlendem Gesichte feiner Alten den Bock in den Stall, aber da kam er schön an. So viel Grobheiten wie dieses mal hatte er sein Leben lang noch nicht von seiner besseren Hälfte zu hören bekommen. Das Ende vom Liede war, daß er nach schlaflos verbrachter Nacht — dank der unerschöflichen Stimmbegabtheit seiner Frau — mit seinem Böcklein zurück nach 36. wandern mußte. Um fein Gemüt etwas zu erheitern, kehrte er wieder im WegwirtshauS ein. Er mußte sich ja auch für den Akt der Rückgabe noch etwas Mut antrinken. Natürlich rourbe während dieser Beschäftigung auch der Bock wieder in die Geis verwandelt und völlig arglos zog das Bäuerlein mit ihr nach 36. Als er aber nun dort daS von seiner Frau gut einstudierte Donnerwetter los- lassen wollte, hätte ihn bald der Schlag gerührt, als man ihm sehr kurzer Hand nachwies, daß der fragliche Bock eine Geis fei. Nun war es mit den Kenntnissen des gutgläubigen Bäuerleins am Ende. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, zerrte der ganz aus dem Häuschen geratene Bauer seine Geis mit sich fort und stürmte eilenden Fußes, sich auch keine Sefunbc aufhaltenb, nach Hause. Es war ihm nicht mehr recht geheuer mit dieser Geis, denn diese Metamorphose überflieg feinen Horizont sehr gewaltig. Er traute indeffen feinen Ohren kaum, als er aus dem Munde seiner Frau wegen der schönen Geis höchstes Lob vernahm. Er hatte alles andere, nur das nicht, erwartet. Die Geis erschien ihm so rätselhaft, daß er sogar noch am anderen Morgen ganz vorsichtig nach- sah, ob fi? nicht doch wieder zum Bock geworden sei. Erst allmählich glaubte er an die „Beständigkeit" dieser „verhexten" Geis. Vielleicht hat ihm inzwischen der spassige „Hexenmeister" erzählt: „Wie es gemacht wird". ** Bienenzüchterverein für Gießen und Umgegend. Am Sonntag nachmittag sand hier im Restaurant Bauer die erste diesjährige Versammlung des Bienenzüchtervereins für Gießen und Umgegend statt. Die Versammlung war trotz der schlechten Witterung gut besucht. Ter Verein zählt in diesem Jahre 135 Mitglieder. Nachdem mancherlei . Vereinsgeschäfte ihre Erledigung gesunden hatten, wurde Herrn Echternacht-Lützellinden das Wort erteilt zu seinem Vortrag: „Frühjahrsarbeiten am Bienen- stande". In sehr geschickter Weise entledigte sich der Referent seiner Aufgabe, die Anregung zu einer recht lebhaften Diskussion gab. Von Herrn Kumpf Gießen angeregt, wurde noch über die Beschaffenheit des Rähmchens debattiert und hierauf durch den Vorsitzenden die Versammlung mit dem Wunsche, daß unseren Immen bald ein sonniger, warmer Tag beschert sein möge, geschlossen. Die nächste Versammlung ist voraussichtlich am 17. April. * * In ber gestrigen Ziehung ber 5. Klaffe ber Hess. Thür. Staatslotterie fiel ber Gewinn von Mk. 25 000 auf Nr. 1179 in bie Kollektur des Joseph Stern hier. § Klein-Linben, 15. Febr. Die beabsichtigte Erbauung einer Kleinkinberfchule ist jetzt ihrer Verwirklichung näher gerückt, nachdem durch Gemeinberatsbeschluß ein Bauplatz kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Es soll noch im Laufe dieses Jahres mit dem Bau begonnen werden. sd. Darmstadt, 15. Febr. Die Feier des 70. Geburtstages beging gestern in würdiger Weise der Vorsteher des Steuer-Kommiffariats Darmstadt I, der auch in weiteren Kreisen beliebte und bekannte Geh. Finanzrat L. Kritzler. Die Zahl der persönlich erschienenen Gratulanten, unter denen auch die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden vertreten waren, war groß. Insbesondere erfreut war der Jubilar auch über die große Anhänglichkeit, die man ihm in seinem alten, vor länger als 14 Jahren verlassenen Wirkungskreise Gießen bewahrt hatte. Die letzte Amtstätigkeit des Herrn K. vor feiner im Jahre 1890 hierher erfolgten Berufung war in Gießen. Sein Schwiegersohn ist der dortige Polizeiamtmann Hechler. Mainz, 15. Febr. Tie regnerische und stürmische Witterung, die schon seit acht Tagen ununterbrochen herrsch t, hat das diesmalige Karnevals treiben ziemlich bedeutend beeinflußt und insbesondere bei dem heutigen „Ro sen m o n t a g s zu g" nach mancher Richtung hin störend gewirkt. Hauptsächlich war der Fremdenbesuch durch das schlechte Wetter bedeutend geringer, als in den früheren Jahren, was sich in den großen Gasthöfen am meisten bemerkbar machte, wenngleich aus der näheren Umgebung der Besuch immer noch beträchtlich war. Auch die allgemeine Stimmung litt unter der fortwährend drohenden Regengefahr. Ter Zug selbst umfaßte 68 Nummern, worunter 18 bis 20 Wagengrup^en waren. Tie meisten der Zuggruppen verrieten viel Witz und .Humor, und charakterisierten sehr gelungen „den Fremdenverkehr am Rhein einst und jetzt." Von den einzelnen Gruppen seien erwähnt: Was Mainz die projektierten Eingemeindungen bringt: Landleute mit Kartoffeln, Zwiebeln, Gänse, Schweine usw. Tie Hebung des Fremdenverkehrs wurde durch eine große Mausefalle dargestellt, in welcher Engländer und Engländerinnen und sonstige Fremde gefangen, welche von einer Kellnerschar mittels Schläuchen ausgesaugt werden. Eine wirkungsvolle Gruppe war das Loreley-Denkmal: Vornher das Hochweise Denkmals-Komitee, dem das Loreley-Denkmal in schauderhafter Gestaltung und mit einem mächtigen Kamme folgte. Nicht minder b^eichnend war eine große MetzgergruvPe, durch welche die Wormser Metzger dargestellt wurden, wie sie aus Fasselhäuten die feinen Wurstsorten bereiten. Erwähnenswert ist noch die Gruppe, wie die Schloßkaserne hier von den Soldaten geräumt und sich der Umzug nach der neuen Kaserne betätigt. Tie verschiedenen Garden, die zu Fuß und zu Pferd den Zug begleiteten, hielten sich trotz des unfreundlichen Wetters sehr wacker; ebenso das Komitee der „Narrhalla", welches in einem großen Prunkwagen an dem Zug teilnahm. Frankfurt, 15. Febr. Die in einem Hause der Rofengaffe wohnende Ehefrau beS Weißbinbers Möller wollte am Samstag auf bem Stanbesamte ben Tob ihres vier Jahre alten Söhnchens anzeigen. Nachbarn erklärte sie, bas Kind sei verhungert. Sie hätte ihm keine Nahrung geben können, weil ihr Mann stark dem Trünke ergeben unb sich nicht um bie Familie kümmere. Vom Armenamte fei sie abgewiesen worben, weil ber Mann arbeitsfähig fei. Auf Grund dieser Aeußerung war der Standesbeamte nicht in der Lage, die Anzeige entgegenzunehmen, bevor nicht die Staatsanwaltschaft ben Tatbestanb festgestellt hat. Die Frau würbe an bie Polizei verwiesen. Zu ber Angelegenheit melbet bie „Kl. Pr." folgenbe Einzelheiten: Der 38 Jahre alle Weißbinber Möller bewohnt mit seiner 36jährigen Frau und drei Kinbern ein Zimmer in Aftermiete bei bem verwitweten Schneidermeister Hellmann, Rosengasse 11. Die Kinder sind ein Mädchen von sechs Jahren, bas infolge ber schlechten Ernährung noch nicht laufen kann, und zwei Knaben von acht unb vier Jahren. DaS Mobiliar beS ZimmerS, in bem diese fünf Personen Tag unb Nacht zubrachten, besteht, abgesehen von einem schlechten alten Bett, auS einigen Kisten unb Kästen unb ein paar zerbrochenen Stühlen. Wäsche unb Kleider sind außer denen, bie die Leute auf dem Leibe tragen, uicht vorhanden. Die Nahrung besteht lediglich in Kaffee- brühe und trockenem Brot; ein anderes Ernährungsmittel kennen die Kinder nicht. Der Vater wird als Trinker bezeichnet, ber nichts arbeitet unb sich Tag unb Nacht in ben Kneipen unb Straßen ber Altstabt herumtreibt. Wenn bie Frau durch ihrer Hände Arbeit ein paar Pfennige erworben, soll sie der Mann mißhandeln, bis sie daS Geld herausgibt, das er dann schleunigst in Schnaps umsetzt. Da bie Frau dem Schneidermeister Heilmann bie Wirtschaft versieht, setzte bieser ben Mietpreis von zwölf Mark pro Monat auf bie Hälfte herab. Aber aiich biete sechs Mark konnte sie nicht bezahlen. Vom Armenamt erhielt bie Familie wöchentlich zwei Brote unb eine Mark. Die Kinber finb infolge ungenügenber Ernährung fortwährenb krank. 9((§ bie Mutter am Samstag nach bem kleinen vierjährigen Knaben sah, schrie er nach Brot unb weinte. Die Mutter hob ihn auf, da ließ er seine dürren Händen kraftlos hängen, fern Kopf fiel zurück — der Knabe war tot. Er war an Tuberkulose erkrankt, ist nun aber buchstäblich verhungert. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Klein-Linden feierten am Samstag der Gesangverein Harmonie fein diesjähriges Winterfest, wobei die Gießener Feuerwehrkapelle musizierte, und der Gesangverein Eintracht fein, 39. Stiftungsfest. — wd ^ieti'Vnb ,b ^ng J7 >. Ä L.-K 'gte sich Ä- ner rM Resern Sw ens beÄ>?Utbe 7mrun9 mi kb sonniger ’* *55 gpiL von b-S J°Iqh !i?*’We 6t. " * Ur« S"*"*#* “äonnen n>^n . ManM Q '"Enen Gratulanten. L7b Mischen ^sbesondere erfreut honglichkeit, die man Jahren verlassenen Die letzte Amts. Zahre 1890 hierher ,n Schwiegersohn ist che und stürmische ;en ununterbrochen Reiben ziemlich bebet dem heutigen ber Richtung hin ftemdenbesuch durch als in den früheren sthöfen am meisten näheren Umgebung it. Auch die allge. während drohenden 68 Rummern, wor- n. Tie meisten der mor, und charakteri- rverkehr am Rhein uppen seien erwähnt: neindungen bringt: änse, Schweine usw. :de durch eine große -lanber unb Englän- n, Helft Don einer ugt roerben. &ne Tenkmal: Vornher is LMeiMntmat X einem mWym end war eine große erMvger dargestrllt e seinen Dmstsorten ne Gruppe, wie die iciäumt und sich der rt Tie verschiedenen den Zug begleiteten, Vetters sehr wacker; welches in einem lnahm. n einem Hause bet chinders Möller wollte n Tod ihres vier Nachbam erklatte Satte ihm keine W t dem Trünke ergeben e Vom Amenamte tonn arbeitsfähig Standesbeamte mch .men, bevor nicht die Stt. ?u her Slnsefcgenfiert 17®« $8 9* b«8* Äi«r »M#, # s*3ss •’bi*? anderes * . t S«l(IrxMunb ann f, to HW1 ,se W ' • Fam't> t erh'k" »inbct finb U D!' k Äls d'l Än‘'M * f , Ec n>«r *1 ütt^'b de" nie GOLD Oer KreiStumtag des Mittelrheinkreises tagt am 28. Febr. gerabe auf den auf dem Bahnkörper stehenden Merwaga. 'm Bad Nauheim, der Gauturntag des Gaues Hessen der Aktienbrauerei Gießen richtete, aus dem er Bier abladi Blättermeldungen zufolge wurde des Angeklagten. Telephonischer Kursbericht« . 26.40 on >en 101.70 59.60 59.30 121*00 3VÜ% S»/i 8V,% 3°/o SVoO/q Reicheanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Oberhessen Paprikas erfolgt sein. 4% Unklar. Goldrente 40/ Italien. Rente . 41/,$o Portugieser » 30/ Portugiesen. . . 1% C. Türken . . Türkenlose . . . . 3% Mexikaner 4V//, Chinesen . Electric. 8obackert Nordd Lloyd . . Kreditaktien Diskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges. Ocsterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurabütte . . . Bochum .... upu n uuycuumvit, um die dortigen Häfen zu bombardieren. Die Verteidigung von Port Arthur fei der Festungsartillerie überlassen. Zwei der beschädigten Kriegsschiffe seien bereits repariert und hätten sich der Motte angeschlossen, das dritte werde in einer Woche ausgebenert sein. Die Eisenbahnzüge aus der Mandschurei, laufen reget* am 13. März in Gießen. — Zwischen zwei Parteien, die in Frankfurt im Hause Rotekreuzgasse 18 wohnen, bestehen seit längerer Zeit Zwistigkeiten, die am Samstag zu einer Bluttat führten. Der Trödler Meißner drang in die Wohnräume der Familie Gießler ein und gab auf ein im Bett liegendes Kind von anderthalb Jahren vier Schüsse ab. Zwei Möbelträger, die zum Schutz der Familie Gießler anwesend waren — Meißner hatte schon den ganzen Tag Drohungen ausgestoßen — sprangen dazwischen. Der eine wurde in den Schenkel getroffen, der andere erhielt eine Schrotladung ins Gesicht: das Kind wurde nicht verletzt. Der Täter wurde sofort sofort verhaftet. — In dem Befinden der drei noch an den Folgen des Vergiftungsfalles im Elisabethenstift zu Darmstadt darniederliegenden Gemeinoescywegern macht sich langsam eine Besserung geltend, dwch wird die völlige Wiedergenesung immerhin eine längere Zeit in Anspruch nehmen. — In Osthofen wurde in einer Versammlung die Gründung eines gemein» müßigen Bauvereins beschlossen. — Die Mainzer Handelskammer protestiert gegen die Erklärung des Regierungsvertreters in der Dudgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses, daß eine Gebührenerh ebung auf den Flüssen mit künstlich erweiterter Fahrtiefe b-erechtigt sei. Eine solche Auffassung, so führt die Kammer aus,,stehe mit den internationalen Verträgen, der Reichsverfassung und der Erklärung des Reichskanzlers im Widerspruch Kandel und Merkehr. Volkswirtschaft. — Zur Börseulage. Wir haben schon darauf aufmerksam | gemacht, daß kein Grund zu einem solchen Pessimismus vorhanden war, wie er sich anfangs vergangener Woche geltend machte, aber auch nicht zu einem Optimismus, wie er in der zweiten Hälfte dieser Periode vom Privatkapital gehegt wurde und starke Kaufe veranlaßte. In die neue Woche ist man nun wieder nut weit weniger Zuversicht eingetreten. In Berlin wurde ein größerer Posten Reichsanleihe an den Markt gebracht und dieselbe wurde um 0.30 pLt. geworfen. Auch auf den meisten übrigen Gebieten gab es Kursverluste von mehreren Prozent. Hingegen haben einige chemische Aktien ansehnliche Avancen erzielt. Die russische Währung- Die kritische Wochenschrift „Plntus meint: „ftür Rußland und seine bangenden Staatsgläubiger hängt jetzt alles von der Dauer des Krieges ab. Wird Rußland durch die Länge des Feldzugs gezwungen, seinen Getreideexport zu verbieten, dann muß über Nacht das gesamte ruftzsche Wahrungsystem zusammenbrechen. Denn dieses System ist ine Achillesferse des russischen Riesen". Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) P. R. Die Adresie der Zentral-Auskunftsstelle für 2Iu§= wanderer ist Berlin W. 9, Schellingstraße 4. . 102.50 . 90.05 . 102.20 . 90.05 . 100.25 . 99.50 Vermischtes. • Köln, 15. Febr. Der Rhein ist auf nahezu sechs Meter gestiegen. Vom Oberrhein wird weiteres Steigen gemeldet, sodaß nunmehr auch im Mittelrheingebiet die Hoch- wasiergefahr nahegerückt ist. • Essen, 15. Febr. Der Vater des von dem früheren Fähnrich z. S. Hüssener erstochenen Einjährig-Freiwilligen Hartmann, Hotelbesitzer Emil Hartmann, ist einem Herzleiden erlegen, das ihn nach dem Tode seines Sohnes befallen hatte. • Bochum, 15. Febr. Die Zeche „(SeneraP brennt infolge Entzündung eines KohlenflötzeS seit Sonnabend. Fünf Vferde verbrannten, die Belegschaft feiert. * Halle a. d. S., 15. Febr. Die Frau des Eisenbahnbeamten Wollenberger versuchte ihren Mann im Schlafe durch einen 'Revolverschuß zu töten, um Beziehungen zu einem anderen Manne anzuknüpfen. Der Mann wurde schwer verletzt. Die Frau ist verhaftet. • Kiel, 15. Febr. Der Arbeiter Stapelfeldt versuchte, seine Geliebte Beth in deren Wohnung zu erschießen. Er tat einen Fehlschuß und traf infolgedesien seinen eigenen vierjährigen Sohn, der schwer verletzt wurde. Der Attentäter flüchtete, wurde jedoch festgenommen. • Dresden, 15. Februar. Diebe brachen in em Juweliergeschäft ein und raubten Brillanten und Goldsachen im Werte von 4600 Mk. • Straßburg i. Els., 15. Febr. Auf der Rückreise von Straßburg nach Kolmar wurde der dortige Rechtsanwalt Diebels bei einer Geleisüberschreitung vom Zuge getötet. • Aalesund, 15. Febr. Jetzt, drei Wochen nach dem Brande, sind bereits 140 neue Gebäude aufgeführt oder im Bau begriffen. * Rom, 15. Febr. Gestern abend 11 Uhr 15 Mm. wurde eine starke Erderschütterung in Reggio, Calabrien . 86.60 . 99.00 . 104 45 . 200.30 . 184.70 . 137.95 . 148.50 . 15160 . 136.10 . 1490 . 190.00 . 224.60 . 184.40 193.25 und Messina verspürt. • Mattarella, 15. Febr. Gestern stürzte das neu erbaute Konsumvereins-Gebäude ein, wobei eine Frau getötet und 3 Personen schwer verletzt wurden. Der Einsturz erfolgte durch die Erschütterung, die das in dem Hause befindliche elektrische Werk hervorrief, welches gestern zum ersten Mal in Betrieb gesetzt wurde. • Budapest, 15. Febr. Auf die seit 30 Jahren be* stehende Bezirkssparkasse in Monor wurde infolge einer maßlosen Agitation ein Run veranstaltet. Von den auf eine Million Gulden sich belaufenden Einlagen wurden 250,000 Gulden anstandslos ausbezahlt. Die Sparkasse besitzt ein Stammkapital von 160,000 Gulden und einen Reservefonds von 250,000 Gulden. Infolge schlechten Geschäftsganges, großen Dubiosen und Entstehung einer Konkurrenzsparkasse sollen die Dividenden für das abgelaufene Geschäftsjahr um l1/, pCt. geringer sein als im Voriahr, was Anlaß zu der Agitation gab. Die Sparkasse erklärt, daß alle Einlagen sofort auSgezahlt werden. • Warschau, 14. Febr. Gelegentlich einer Kundgeb- ung, an der sich zahlreiche Studenten und eine große Volksmenge beteiligten, schoß der irrsinnig gewordene Graf Dembsky, der sich in feiner Wohnung emgeschlosien hatte, vom Balkon herab auf die Menge, wobei drei Personen getötet und zwanzig verwundet wurden. Der Graf konnte erst festgenommen werden, nachdem es gelungen war, ihn selbst durch einen Schuß zu verw^dem__________ Gerichtssaal. RS. Leipzig, 15. Februar. -Ser Fuhrmann August G. wurde am 21. August v. I. öon "der Ferienstrafkammer des Landgerichts Gießen tnPAPrr fahrlässiger Torung IM Sinne des 8 222 ©t9© D zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verübt Der Angeklagte ist ein gelernter Fuhrmann und Süftiate sich damit, für die Aktienbrauerm Gwßen Mer das mit der Bahn bis Bahnhof Londorf gebracht daselbst abzuholen und an die Abnehmer abzu- fafiren Er bediente sich dazu eines gewöhnlichen Kasten- waaens Eines Tages fuhr er nun auch mit dem leeren Waaeu nach dem Bahnhof Londorf, um dort Mer zu l<^>en. 1 9hTfc butcS "ne §intttgaffe in Londorf, bie Mr rech °n mit Mäulern eingefaßt war, wahrend links sich Gärten 6ia ^um Bahndamm erstreckten. Ter Angeklagte *auf dem Wagen, auf dem umgeklappten Imken Seiten- SÄ Z s1 sä'vsä? sä jed/ten Seite her \ ) 1 ber Straße, das aus einem gs; -ä SÄ wSäIS Es elä? SWS WSÄ fläche verschwinden wird, um einem großen königlichen Opernhause Platz zu machen. Für die Anfertigung von Entwürfen wird schon in nächster Zeit ein Preisausschreiben erfolgen, in welchem die deutschen Architekten und Künstler zum Wettbewerb eingeladen werden. Tas neue Opernhaus wird nicht genau denselben Platz einnehmen, wie heute das Krollsche Etablissement, sondern nach dem Königsplatz soweit vorgerückt werden, daß es von allen Seiten frei liegt. Turin, 16. Febr. Der nach Lanza fahrende Postwagen stürzte in den Stnra-Fluß, wobei eine Person getötet, vier lebensgefährlich verletzt wurden. Die übrigen konnten sich durch Abspringen retten. • Wien, 16. Febr. Dem „R. W. Journ." zufolge fängt in hiesigen maßgebenden politischen Kreisen die Lage aus dem Balkan an, ernstlich zu beunruhigen. Alles deute darauf hin, daß das ostasiatische Engagement Rußlands die Durchführung der Reformen vereiteln wird. Es sei daher mit Sicherheit anzunehmen, daß die nächste Zeit ernste Maß- nahmen gegen die Türkei bringen werde. Budapest, 16. Febr. In Tolna und Umgegend sind zahlreiche Personen unter akuter Bleivergiftung er- krankt. Die Vergiftung soll durch den Genuß gefälschten Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Hannover, 16. Febr. (Eigener Drahtbericht.) Sigrid Arnoldsons Abschiedsvorstellung im Hos- theater in Hannover war ein unbeschreiblicher Triumph. Die Künstlerin hatte in „Carmen" 35 Hervorrufe. Erst nachdem der eiserne Vorhang herabgelassen wurde, verließ das Publikum das Theater. Ueber 800 Billet- bestellungen mußten unberücksichtigt bleiben. Berlin, 16. Febr. Eine Protestversammlung gegen die Steuerungen des Reichstagsabg. Mugdan über die Krankenkassen - Verwaltuung war zu gestern abend einberufen worden. Ueber 500 Verwaltungsbeamte und Vorstandsmitglieder von 118 Krankenkassen Berlins und der Vororte waren anwesend. Insbesondere richtete sich der Protest gegen die Behauptung, daß die Kassen Verwaltungen bet her Anstellung von Beamten sich von pateipoliti- schen Grünte leiten ließen, daß die Kassenvorstände einen niedrigen Bildungsgrad hätten usw. — Die Wreder-Er- öffnung des königlichen Opernhauses, die für! den 21. dieses Monats geplant war, mußte abermals verschoben werden und dürfte kaum vor Ende die.es Monats erfolgen. Wenn auch ine Rot-Ausgange und eisernen (Mienen nahezu vollendet sind, so hat stch doch jetzt NAck herausgestellt, daß die vorhandenen Rauchs Abzugs klappen nicht genügen. Es ist nunmehr besastofien worden, diesem Fehler durch eine Anlage in großem Stil, die auf dem Dache des Bühnenhauses angebracht wird, abzuhelfen. - Es steht nunmehr fest, daß das Grolls tye Etablissement noch in diesem Jahre von der Blld- Harpener Tendenz : schwach. 37,% 4% Oesterr. Goldrente . . 101.45 wollte. Eine Zeugin sah die Gefahr, in der das Kind schwebte und rief dem Angeklagten zu; er härte es jedoch erst, als es bereits zu spät und das Unglück schon geschehen war. Tas Hinterrad des Wagens war dem Kinde über den Leib gegangen, das bald darauf wahrscheinlich an einer durch die schwere Verletzung herbeigeführten inneren Blutung verstarb. Wenn auch nicht festgestellt werden konnte, daß der Angeklagte von seinem Sitze aus bei pflichtgemäßem Beobachten der Straße, das von der rechten Seite herankommende Kind hätte sehen müssen, so wurde doch andererseits konstatiert, daß er zur fraglichen Zeit sich gar nicht um die Straße vor seinem Fuhrwerk gekümmert hatte, vielmehr nach dem links seitwärts gelegenen Bahnkörper geschaut hatte. Er legte gegen das Urteil Revision ein und rügte zur Rechtfertigung des Rechtsmittels, die getroffenen Feststellungen reichten nicht aus zur Begründung seiner Verurteilung. Ter Reichsanwalt hielt dem entgegen, der Angeklagte hätte die Verpflickstung gehabt, sich so zu setzen, daß er die ganze Straße, soweit sie vor ihm tag, hätte übersehen können. Wenn es sich auch nicht um einen oft vorkommenden Unfall handelt, daß Kinder sich direkt vor ein Fuhrwerk hinlegen, so hätte er sich als erfahrener Fuhrmann doch sagen müssen, daß Kinder einmal auf der Dorfstraße, unberechenbar sind; infolgedessen hätte er umso schärfer Obacht geben müssen. Ter erste Strafsenat erkannte in Uebercinftimmnng mit diesen Ausführungen und dem Anträge des Reichs- anwalts auf kostenpflichtige Verwerfung der Revision !na^Soiibon, 16. Febr. Der „St. James-Gazette" wird aus Shanghai gemeldet, der dortige japanische Gesandte erklärte, daß auf der Liaotung-Halbinsel keine japanischen Truppen gelandet seien. Die in Shanghai eintreffenden Russen erklären dagegen und behaupten, die Russen hätten einen großen Sieg erfochten. In Shanghai ist auch das englische Schiff „Puping" Mit zahlreichen Flüchtlingen eingetroffen, das in Port Arthur von Russen beschossen wurde, wobei fünf Passagiere schwere Verletzungen erlitten. Der Kapitän des SchifM hat einen energischen Protest gegen die Beschießung abgesandt. Tokio, 16. Febr. Baron von Rosen hat unter großem Zeremoniell Tokioverlassen. Truppen bildeten Spalier und zahlreiche hohe Beamte statteten ihm Besuche ablu nd wünschten ihm eine glückliche Reise. London, 16. Febr. Das Kabel zwischen Nagasaki, Wladiwostok und Europa ist, wie die Kabel-GeseNschaft mit* 47,96 Oesterr. Silberrento 100.50 ~ •' ’ . 99.35 4°/q Griech. Monopol.-Anl. 41.70 41% üuSRero Ar^Antin^r 43 60 ! teilt, unterbrochen. _ „ , ,, „ London, 16. Febr. Sämtliche Machte Mit Aus- .uahmevonRußland haben die Note des Staats- Gietze«, 16. Febr. Marktbericht. Aus heutigem Wochenmarkt f e kr et ar s Ha y an gen o mm en.^ Uni- SlSÄBÄSMfi«. «äfe öexjität unb bei lanbwirtschaftlichen Mademte in TEmg vr Stck. 6—8 Ps., Kasematte2 Stck. 5—6Psg., Erbsen pr.Liter 21 Psg., richteten an den englischen Gesandten m Tokio em Tele- Linsen pr. Liter 32Psq., Tauben vr.Paar0,80—l,00Mk., Hühner pr. St. gramm, das für die dortige japanische Univsrsitatsiugend. 1 30—1 40 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Mk., Enten pr. Stück bestimmt ist und den japanischen Kommilitonen Gluck- 1'70—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00—70 Psg., Ochsenfleisch vr. Pfund und die Hoffnung auf neue Siege ausdrückt. Das 68-78 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62-66 Pfg., Schweine- ^elearamm enthält auch die Bitte, der in der russischen fleisch pr. Pfund 60-70 Pfg., Schweinefleisch, gesalze^ pr. P und dienenden Polen zu gedenken, die alle mit den Ä MkkÄLZ'vtt Japanern sympathisierten, aber gezwungen seien, gegen bie. Stück 9—12 Pfg., per Zentner 1.30—1.60 Mk., Zwiebeln pr. Zentner selben zu kampsen. _----- 1'00^^00Mk., Milch v^Liter l8 M^ Aepfel per Zentner 20 -- ^d. Autoritäten ist geregelter Teegenuß sogar Kindern bis 25 Mk., m Korben 00-00 Pfg. Nu^e 100 St. 35 40 Tig._ empfehlen; Tee wird selbst vom empfindlichsten Magen gut ver- tragen und wirkt anregend und erfrischend auf Geist und Körper. Meßmer's Tee 1903er Ernte L 60, 80 Pfg., Mk. 1.— und Mk. L25. ‘ - Lemberg, 16. Febr. ein russischer Gendarmerie-Oberst auf der Bahn Jarislau—Sokal verhaftet, da er längere Zeit Spionag- getrieben hatte. Er wurde nach Wien transportiert. Belgrad, 16. Febr. Im Gebiete von Djakowa wird heftig gekämpft Seit gestern früh ist der Telegraphen. & a nf* I verkehr'mit Djakowa unterbrochen. Die Albanesen zündeten KUNll unv das Haus des Steuererhebers an, wurden dann von — In der „Kasbgr. Hart. Ztg." wurden neulich Aeusierungen regulären Truppen von Djakova vertrieben, bereiteten aber bedeutender Persönlichkeiten unserer Zeit überK a n t ver-öffentllcht. - erfolgenden Schensi Pascha eine schreckliche Des Grasen Bülow Ausführungen haben wir bereits abgcdruckt. I ' , ■ . a D»,- Bali non Ueskueb Heute sei erwähnt, daß der Historiker unserer Universität, Geheim- Niederlage bet dem Dorfe Batuscha. Der Bali von Uestuev rat Prof. Dr. W i l h e l m O n ck e n, über Kant sagt: „Die führenden ist mit bedeutenden Truppen auf dem Wege nach ^jarova. Geister der Menschheit reichen einander über die Jahrhunderte hin- Warschau, 16. Febr. Eine große Anzahl Frauen weg die Hand. Aristoteles nannte sein echisches Lebensideal & Gesellschaft wurde unter dem Verdacht politi- ueYalod-uYia. Von ihr kann man sagen, m Kants kategorischem " . ' ' * ' , ,, , „■ . frinnr m.c ^mv^rativ ist sie als „Pflicht derSeelengrofte" wieder aufgewacht, scher Umtriebe verhaftet, eine der Samen sogar auf — - ----——1---— einem Ball der aristokratischen Damen im Rathaussaal. UnrnprlitätiiiHfldTridltEn. Okahandja, 16. Febr. Die Kompagnie Lieber Darm start'16. Febr^ Aus Antrag brr Ab- °°n der deutschenSchutzs- teilung für Chemie und durch Beschluß von Rektor und Großem Hereros von Okahandja nach den Komasbergen begeben. Senat der Technischen Hochschule zu Darmstadt wurde dem Hofrat , 'T" Dr. Heinrich Caro in Mannheim „wegen seiner großen Ver- «0M kriege. ... bienfte um die chemische Wissenschast und Industrie, insbesondere Paris, 16. Febr. Newyork Herald meldet, die russi» die Industrie der Tcerfarbstosie, deren Entwickelung er durch glück- Ische Flotte sei nach Korea und dem Süden von liebe Verwertung streng wissenschaftlicher Methoden m hervor- c. apan ab g e bam b f t. r“ ragendstem Maße gefördert hat" die Wurde eines „Doktor-I>> v ..... < Ingenieurs Ehrenhalber"^ verliehen. Königsberg, 15. Febr. Ter Kant-Forscher Emil Arnold hat den ihm anläßlich der Kant-Feier verliehenen Profefsortitel abgelehnt. Der 76jährige Gelehrte war in den siebziger Jahren von der hiesigen Universität, wo er habilitiert war, mehrfach für eine Professur vorgeschlagen, vom Ministerium aber zurückgewiesen worden. ichmband GjeßkilK-jl. Wohlthatigkeils-Vereiu. Mittwoch den 24. Februar, abends 9 Uhr: Kenerak-Icrsammkung bei Mitglied R* HfletlSer, im Rappen. Der sehr wichtigen Tagesordnung halber wird um allgemeines Erscheinen höflichst gebeten. 1611 Der Vorstand. I. Saathafer, Juwel von Erfurt. reift mittelfrüh, wächst kurz aber stark in Stroh, verträgt die stärkste Düngung ohne zu lagern, liefert infolgedessen die höchsten Körnererträge. Bei der letzten Enste wurden auf einem Plane trotz der großen Trockenheit im Vorsommer 25,25 Ztr. Körner pro Morgen geerntet. II. Ligowo. .Frühhafer, reist bei rechtzeitiger Bestellung im $nli, verträgt infolge seiner Schnellwüchsigkeit starke Düngung. Bei der letzten Ernte waren 58 Morgen angebaut, hat ber 40 Pfund Aussaat 20 Ztr. Körner geliefert. Bei der letzten Landesausstellung in Gießen, wo beide Hafer- {orten ausgestellt waren, ist mir ein Ehrenprets und die silberne Staatsmedaille zuerkannt worden. Beide Hafersorten werden doppelt gereinigt abgegeben ä 100 Kilo Mk. 16.— ab Hof oder gegen Nachnahme zur Bahn bei J. Schuch 4?of Schleifet- bei Nidda. Lücke werden mit Mk. 0.40 pro Stück berechnet zugegeben, aber _____________________nicht zurückgenommen._________________1885 Obftbäuine per 100 Stück Aepfel-Hochstämme je nach Stärke Mk. 100.— bis 150.— Birnen-Hochslämme , , „ „ 100.— „ 140.— Mirabellen und Reineclauden „ , , „ 120.— „ 140.— Zwetschcn-Hochstämme v „ 80.— „ 120.— wwie alle anderen Obstsorten in Hochstämmen und Formbäumen, Coniseren, Alleebäume, Ziersträucher, Rosen rc. offerieren Preis-Verzeichnisse S" & J« SÜHZ kostenfrei. Baumschule in Oberursel a. T. 1128 Büreau: Markt 25, Frankfurt a. M. Wirklich ausgezeichnet schmecken für 2 gute Teller Suppe. Ich empfehle dieselben jedermann aus das angelegentlichste. 1127 Carl Schwaab, Inh. Aug. u. Louis Datz, Hofl., SelterSweg 28. Prima eingemachte Bohnen per Pfd. 14 Pfg. empfiehlt (0676 W. Ullrich, Schloßgasse 7. ■ । ■ kaufm. u. sonst. Zttuck- 1 11 gi lachen, Broschüren u. 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