Dienstag, 16. Februar 1904 154. Jahrg. trKW «-Sch mtf LnSnatzm. M ©enxtaet D' Metze Samtlleubläner* axrt*n bau Anzeiger v rmzx rvöchenUich betgelegt Der Mlßlcke twtoV'- eUdxtm mmtiufe «tanvü. Giehener Anzeiger 8«xmtHwrlRit Bertae te (Vtedd tifwj. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen. des Schluß 6 Uhr. Samts des icherungs- ic des Etats des Rei Kapitel „Reichsver Parlamentarische Perlianvlunqen. Nachdruck ohne Bretndarung nicht gestattet. Deutscher Reichstag. Mark verlangt. Abg. Dr. Spahn (Zentr.): Meine politischen Freunde werden dem Posten zustimmen. , _ „ , Was die in der Kommission gepflogenen Erörterungen über die Vertretung der Kunst in St. Louis betrifft, so muß ich vorweg sagen, es handelt sich nicht allein, wie eS nach den Erklärungen deS Grafen Posadowsky den Anschein hat, um die Frage der Beteili- QUtia der Sezession. Wie ist denn die Sache entstanden? Neben der eigenen Vertretung der deutschen Künstler, der Kunstgerwssen- schaft, hat sich der Kunstlerbund als selbständiger Bund aufgetan und er hat den Anspruch erhoben, ebenso Vertreter der Kunst zu sein, wie der ältere Bund. Es scheint in der Tat, als ob die Künstlergenossenschaft nicht die Vertreter der gesamten Kunst bestellen konnte Auffällig ist das Moment, daß die Mitglieder der Künstlergenossenschaft in Süddeutschland, in München, tn Wenn«, in Karlsruhe nicht die genügende Berücksichtigung gefunden habem Es macht auf mich den Eindruck, daß sie sich verletzt fuhA durch die Art und Weise, wie über ihren Kopf hinweg von dem Vorstände gehandelt wurde. Graf Posadowsky hat dann die Bemerkung gemacht, die Sezession sei nicht als gleichberechtigte,Kunstrichtung aufzufassen. Die Regierimg hat sich auf die Kunstgenosstnschaft verlassen und kann sich unmöglich in die Streitigkeiten der Künstler einmischen. Nun, auch ich glaube, daß der Reichstag sich m die Streitigkeiten nicht einmischen solle. Aber ich meine, wir sollten alle Teile gleichmäßig berücksichtigen. Mir will eS scheinen, als ob in den Worten des Grafen Posadowskv eine Verkennung der ganzen Sezession liegt. Wie ist denn die Sezession entstanden? Der Begründer war Manet, und man mag sich zu seinem Werke stellen wie man will, das eine müsien wir anerkennen, es ist unS wesentlich schon in Fleisch imd Blut übergegangen. Wir haben alle erst gelernt, so zu sehen, wie er das Obzekt sah, nämlich, wie es von Licht und Luft umgeben sich imS wirklich darstellt. DaS ist das Kunstziel ManetS, ist daS Kunstziel der an seinen Namen sich knüpfenden Sezession. Die Tat Manets ist darin zu suchen, daß er eine neue Art der Anschauung der Natur erkunden hat, die er uns dargestellt bat. Und nun kann keiner von unS mehr sich dieser Anschauungsaist entziehen. Deshalb ist eS falsch, wenn man der Sezession die Existenzberechtigung absprechen will. Deshalb ist es beftemdlrch, wenn Graf Posadowsky meinte, der Weg der Secession sei nicht der richtige. Ja, vielleicht der Weg mancher „Sezessionisten . Aber ich denke, auch unter dem Banner der alten Kunstrichtung gibt eS eine Anzahl von Künstlern, von denen auch ein Anhänger der alten Richtung sagen muß, daß sie auf falschem Wege seien. Und daher meine ich: die neue Richtung muß anerkannt werden alS eine, Deren beschäftigt sich mit den Behauptun- as soll das beißen, wenn er immer illa käme. Nehmen Sie das Dings Weg Aufwärts führt. (Beifall linfs.) Wir müssen uns jetzt m unserer Art der Anschauung zunächst an die Objekte halten, die m Licht und Lust stehen. Wir dürfen auch nicht verkennen, daß in d«i Arbeiten der neuen Richtung ein Höchstmaß von Begabung, Fleiß, Kunst und Technik vorhanden ist. (Sehr wahr!) Nehmen Sie z. B. das Gemälde Liebermanns „Die Allee", so muß man doch sagen, daß die Natur da in einer ganz besonderen Weise wiedergegeben ist wie vielleicht noch nie zuvor, daß Licht, Luft und Sonne sich in dem Bilde in einer Art wiederspiegelt, wie man eS ver Bildern der alten Richtung nicht antrifft. Ich bin weit entferm, der alten Richtung das technische Können abzusprechen. Wenn wir aber sagen müssen, wir haben in den verschiedenen Richtungen der Kunst großes technisches Können, so ist es doch auch natürlich, daß wir dann die Richtungen als gleichberechtigt anerkennen und dafür zu sorgen haben, daß die Vertretungen beider zugelassen weroen, wo es sich um die gesamte deutsche Kunst handelt. Für die Weltausstellung in St. Louis ist es nun zu spät, um etwa-- abzuandern, aber für die Zukunft wird ein Weg gefunden werden, der es ermöglicht, daß beide Richtungen in gleicher Weise mit gleichen Rechten die Vertretung der deutschen Kunst darstellen. (Lebhafter Beifall auf den verschiedensten Bänken des Hauses.j Die Weiterberatung wird hierauf auf Dienstag 1 Uhr ott* tagt. (Hierauf Postetat.j Innern wird beim amt" fortgesetzt. Abg. Fräßdorf (Sozialdem.): Was nützen alle schonen Bestimmungen der Versicherungsgesetze, wenn sie auf dem Papiere stehen bleiben und nicht durchgeführt werden? Daß die Unfallverhütungs- Vorschriften allzu oft unberücksichtigt bleiben, hat Graf Posadowsky selber zugegeben. Und dabei handeln die Unternehmer gegen ihr eigenes Interesse. Würden sie strikte die Vorschriften beachten, so würden sie ganz außerordentlich gute Geschäfte machen, und mancher Arbeiter würde seine gefunden Knochen behalten. Daß die Arbeiter ost selber sich um die Vorschriften nicht kümmern, soll ohne weiteres zugegeben werden. Am wirksamsten würde da Abhilfe geschaffen werden, wenn man Arbeiterkontrolleure anstellt. Redner tritt nun den neulichen Ausführungen der Herren Dr. Becker und Dr. Mugdan entgegen. Herr Dr. Becker will die Bremse an die Sozialpolitik anlegen. Damit hat er seinem Stande einen schlechten Dienst erwiesen. Mein Freund Stadthagen geht manchmal vielleicht etwas zu weit (Abg. Stadthagen ruft: Niemals! Große Heiterkeit.), doch sind mir die, die vorauseilen, immer lieber, als die, die auf Krücken hinterherhumpeln. Nicht nur Sozialdemokraten sind gegen die freie Aerztewahl, auch Minister Budde ist dagegen. Abg. Frhr. Heyl zu Herrnsheim (natl., sehr schwer verständlich, da er der Journalistentribüne den Rücken zudreht) geht auf die neulichen Ausführungen deS Abg. Stadtbagen ein.. Derselbe habe in Sachen des Wuchergesetzes einen Indizienbeweis geführt, der für ihn nicht 'schlüssig sei. ließet die Haltung der Sozialdemokraten in der dritten Lesung des Wuchergesetzes ließe sich Genaues nicht mehr feststellen. Was die Illrichschen Vorschläge anlange, so habe Dr. David ihn nicht ganz richtig verstanden. Die Behauptung Dr. Davids, er (Heyl) habe Millerand nicht richtig zitiert, müße er auf das entschiedenste zurückweisen. Redner sucht durch Verlesung eines Zitats ßu beweisen, daß Millerand sich in Widerspruch mit den Prinzipien des Erfurter Programms gesetzt habe. (Abg. Bernstein, der den stanzösisch zitierten Stellen aufmerksam folgt, protestiert lebhaft.) Redner bedauert, damit die kostbare Feit des Reichstags in Anspruch nehmen zu müssen. Aber er Dürfe derartige Behauptungen nickst unwidersprochen lassen. Nunmehr verbreitet er sich etwas aus- führlicher noch über den Fall Ulrich. Es läßt sich keinesfalls leugnen, daß der Ulrichsche Vorschlag einen Raubzug gegen die hohen Vermögen darstellte. Freilich haben die Sozialdemokraten gewußt, daß er auf jeden Fall abgelehnt werden wurde. Nun hat mich der Abg. Ulrich in der hessischen Kammer aufs heftigste angegriffen, wie mich hier am Sonnabend Herr Stadthagen angegriffen haben soll, ich war leider verhindert, anwesend zu sein. Darauf hat dann der hessische Finanzminister, der ein geborener Württemberger ist, sich einen Heinen Schwabenskelch geleiftd. Er hat zwar gesagt, daß dem Abg. Ulrich im Reichstag Unrecht geschehen sei und ihn m Schutz genommen. Im NachsiA aber hat er hinzugefügt, daß ihm nur gewissermaßen das Dessin des Steuerprojektes übergeben sei, daß dieses aber, so wie es ihm über- geben sei, in der höchsten Progression aff die 118 Proz. tjerauS* kommen müßte. So machen es die Herren eben immer. Hat doch der Abg. v. Elm in einem Artikel „Der Parteitag des Sieges" in den „Sozialistischen Monatsheften folgendermaßen sich geäußert: „Bebel und Auer haben gesagt: Das Ausarbeiten von Gesetzentwürfen müssen wir den Geheimräten überlassen, wir selbst können es nicht." 3^ das ist auch der Oaudpimkt des Herrn Ulrich. Das Ausarbeiten überlaßt er den Geheimräten, mid als ich mir die Mühe nahm, seine Vo^chlage wrrHich auszuarbeiten, da wurde ich ßii($e bezichtigt. Es ist von sozialdemokratischer Seite hier auch> mehrfack> auf meine Privatverhältnisse angespielt worden Jch soll Heine Leu e expropriiert haben. Ä meine, da kann doch von Erpropriat on in dem Sinne, wie die Sozialdemokraten sich nn ,,Kmnmunisti- schen Manifest" die Expropriation denken, nicht die Rede sein. <^ese denfen doch nicht daran, die früheren Ei^ntumer zu en- Miähiaen Ach aber habe alles, was ich beiitze, bezahlt, Mit BK R-cht- tonnte ich H-rtn B-b-I v°r«nf°n. er Joie ferne Villa bei Zürich durch Expropriation erworben, ^as ist oocy fterr Bebel hat sie sicher doch auch bezahlt. ^Ehaupt w7nn wi? nach dem gehen wollten, was die NWÄ-MM fretjeit Standpunkt stellen, dann würden wir auch die £r&rtt rs te 'L ft“® aÄ'bUK tWi für liefen ein Ehrenzeichen, das »r auf der Brust tragen kann. $ w ^"LSchLÄ-nNs CI,aTei8n™ SÄ aeschmälert wird. Wenn ich etwas auszustellen Ä ßba§ baR das Reichsversicherungsamt hier und batte, so Ware , Berufsgenossenschaften nnnmt Ich da zu. viel Rücksichten aui glaube, die Verhältnisse gestehe leit Jahren m der Pra^^o8 gän'en dem Re chs- "au SU kennen und Die Spruchpraxis deSReichs- versicherungsamt zu wn unserer Gesetze nicht anzu- versicherungSamts ist ^^ute zu mir und be chweren sich, fechten Jeden Tag kommen lieber Freund, wie die Ge- aber ich muß ihnen feto., I* 10 Fiele Klagen wurden LErswmmL"'Ln ?!n Verleg die MöglichSst gegeben würde, auch ein Gutachten zu bekommen Abg. Stadthagen (Soz^) I gen des Frhrn. v. Hehl. W wieder nvrt der Bebelschen Villa----- sprochene Gut? Heiterkeit.) Abg. Molkenbuhr (Soz.) polemisiert gegen Dr. Mugdan. Abg. Dr. Mugdan (frei). Vp.) remitiert. Er spielt ferner auf die Kölner Vorgänge an und erzählt, daß die Kölner Krankenkassen einen Arzt angestellt hätten, der mit Zuchthaus (Hört!), vier, die mit Gefängnis bestraft seien (Hört, hört!) und ferner emen ,,Spezialisten", der vormittags in Köln eine andere „Spezialität hatte, als nachmittags in Mülheim. (Hört, hört, hört!) Nach einer kurzen Erwiderung des Abg. Molkenbuhr wird das Kapitel bewilligt. Beim Kapttel „Kan al amt" beHagt sich Abg. Hoeck sfteis. Verga.), daß Albersdorf am Kaiser Wilhelm- Kanal keinen Lösch- und Ladeplatz habe. Abg. Dr. Leonhardt sfteis. Vp.) ist der Ansicht, daß der Kaiser Wilhelm-Kanal bisher von der Sonne der parlamentarischen Kritik sehr wenig bestrahlt worden sei. Er beHagt die niedrige Rangstellung der beiden Hafenkapitäne, die aus der Marine hervorgegangen seien, im Vergleich zu den Baubeamten. Sie hätten so wenig zu sagen; alles würde den Bauinspektoren überlassen. Ferner habe der Kanal eine eigene Schiffswerft, die aber wenig beschäftig: sei; wenn man die Werft aufhöbe, würde man viel Geld sparen. Unter den Arbeitern und Heinen Beamten des Kanals nehme ine Zahl der Sozialdemokraten ständig zu. Dies gebe doch zu denken. Vielfach würden die Leute viel zu sehr angestrengt, ine Lotsen müßten vierundzwanzig Stunden Dienst tun, nur damit man ihnen nicht eine Mark Verpflegungsgelder mehr bezahlen müsse. Er beantrage, um all die Fragen prüfen zu können, das Kapitel Kanalamt an die Kommission zurück zu verweisen . Staatssekretär Graf Posadowsky erwidert, daß er zetzt nicht auf ave Einzelheiten eingehen könne, doch werde er die Beschwerden deS Vorredners prüfen. Daß das Kanalamt tn Kiel sei, bedauere auch er, doch habe er seit langem vor, das Amt nach Holtenau zu ver- leaen, bisher habe dies noch nicht geschehen können, weil die Verbindung zwischen Kiel und Holtenau noch nicht günsttg genug Jer Bei dem Schleppverkehr setze das Reich nicht unbedeutend zu, doch sei er gegen eine Erhöhung der Schleppgebühr im Interesse der kleinen Schiffer. Wenn man diese Gebühren so erhöhe, daß sie die Selbsttosten deckten, würden zahllose Heine Schiffer ruiniert werden. Es sei auch bemängelt worden, daß das Kanalamt schlechte Kohlen gekauft habe. Das Amt habe die Kohlen im Wege der Submission erworben und die billigste Offerte angenommen. Daß ine Kohlen schlecht seien, höre er letzt zum ersten Mal. Er werde bte Sache unteffuchen. . , ... _ „ , _ Hiermit schließt die Diskussion. Der Antrag Leonhardt auf Rückverweisung an die Kommission wird ab gelehnt. Das Kapitel wird bewilligt. Beim Kapitel „Aufsichtsamt für Privatversicherungen ftittnerl Abg Werner sAntis.) die Geschäftsführung derGesellschaft „Victoria". Die Prämien bei der Volksversicherung derselben seien zu hoch; die Gesellschaft verdiene $u viel; das AufsichtSamt möge dafür sorgen, daß diese Art der Versicherung auf eine andere Grundlage gestellt werde. Ferner wünscht er, daß solche Vorgänge tote bei der bankerotten Gesellschaft „Prometheus" für die Zukunft unmöglich gemacht würden. Abg. Dr. Potthoff sfteis. Vg.) wünscht, daß zum Versiche- rungsbeirat geeignete Vertreter aus bestimmten Kreisen der Versicherungsnehmer hinzugezogen werden sollen und bte Zahl der Mitglieder dieses Beirats von 40 auf 60 erhöht werde. Staatssekretär Graf PosadowSH: Das AuffichtSamt hat sich gesagt...... Vizepräsident Dr. Paasche: In der Bezeichnung „Frattions- genosse" liegt eine Jnsinuatton, als ob ich einem Fraktionsgenossen zu liebe parteiisch verfahren hätte. Diese Jnsinuatton muß tch zurückwetsen. (Beifall.) . Abg. Stadthagen bleibt dabei, daß Freiherr von Heyl wieder- hott Unwahrheiten gesagt habe, und wird im weiteren Verlauf seiner Ausführungen noch einmal vom Vizepräsidenten Dr. Paasche ermahnt, sich mehr an die Sache zu halten. Staatssekretär Graf Posadowsky wiederholt seine neuliche Aeußerung, daß die Rentenansprüche in der örtlichen Instanz aenauer geprüft werden müßten. lieber die Anerkennung des Reichsversicherungsamts seitens des Abg. Schmidt ist er sehr erfreut, zumal, da sie im Gegensatz zu den Angriffen von dessen Frakttons- fteunden stehe. Wenn eine Behörde so überlastet ist, daß sie mehr als 40 0Q0 Recurse pro Jahr hat, so ist es allerdings ftaglich, ob sie noch sachgemäß stets verfahren kann. Die Recurse werden noch Wetter wachsen, und in einigen Jahren werden wir vor einer dira necessitas stehen, einen Ausweg zu schaffen. Schließlich mochte ich noch auf einen Punkt kommen, der hier mehrfach behandelt worden ist: auf die Villa des Herrn Bebel. (Heiterkeit.) Ich bin der Ansicht, die bürgerlichen Parteien sollten sich freuen, trenn Mitglieder der sozialdemokratischen Partei Villen besitzen. Ich wunscpte sogar, Herr Bebel und seine Freunde wären Rittergutsbesitzer. (Heiterkeit.) Dann würden sie vielleicht auch die landwirtschaftlichen Verhältnisse ander? beurteilen, als sie es ietzt tun! (Heiterkeit. Abg. G a m p : Habe ick ja immer gesagt! Zuruf von den Sozial- demokraten: Warum geben Sie uns denn nicht endlich daS ver- ihm doch ab. Sie wissen ja, wie gern er es verkaufen tritt. (Abg. Frhr. v. Heyl: Ist mir zu teuer!) Ist Ihnen zu teuer? So? Schade! Allerdings glaube ich: Sie würden es auch zuruck- weisen, in der Dachstube zu wohnen, in der Bebel tatsächlich in seiner „Villa", einem bescheidenen Häuschen, wohnt. WaS Frhr. v. Heyl über den Fall Ulrich gesagt hat, will nicht? besagen gegenüber der Haren und deutlichen Erklärung des hessischen Finanzministers Gnauth, daß Ulrich Unrecht geschehen se,. Auch über Mitterand hat Frhr. v. Heyl nichts Beweisftästiges vorgebracht, die seine seltsame Zttierung stützen könnte. Es ist ganz vergeblich, wenn Frhr. v. Heyl einen Widerspruch zwischen Mitte- rand und dem Erfurter Programm nachweisen tritt. Vizepräsident Dr. Paasche: Herr Abg. Stadthagen, wir stehen beim Titel Reichsversicherungsamt. Sie haben zum soundsovielten Male jetzt behauptet, daß der Herr Frhr. v. Heyl zwischen Wahrheit und Unwahrheit nicht unterscheiden könne. Das gehört nicht zur Sache. Ich muß Sie bitten, sich kürzer zu fassen. Abg. Stadthagen (fortfahrend): Bei jeder unwahren Behauptung des Frhrn. v. Heyl muß ich sagen, daß er die Unwahrheit gesagt hat. Wenn das Jo häufig vorkommt, so liegt das nicht an mir, sondern daran, daß Irhr. v. Hehl eben häufig bte Unwahrheit gesagt hat. (Heiterkeit.) Vizepräsident Dr. Paasche: Ich muß auf dem bestehen, was ich gesagt habe, und rufe Sie jetzt z u r S a ch e, ersuche Sie, sich kurzer zu fassen, und mache Sie auf die geschäftsordnungsmäßigen Folgen aufmerksam, wenn ick Sie noch einmal zur Sache rufen muß Abo. Stadthagen: Ich wußte nicht, daß nach der Geschäfts otbnung irgendwie der Präsident das Recht hat, über Kürze oder Länge von Reden zu entscheiden. Vizepräsident Dr. Paasche: Sie haben gar keine Krittt an meiner Geschäftsführung zu üben. .... M>g. Stadthagen: Also der FrattionSgenosse des Vizepran- denten Dr. Paasche, der Freiherr von Heyl hat die Unwahrheit nicht für befugt gehalten, seine Zuständigkeit auf bte Angelegenheit des „Prometheus" auSzudehnen; diese fei eine preußische An. gelegenßeit Was die Victoria betrifft, so werde ich die Wunsche des Abg. Werner dem Aufsichtsamt übermitteln. Hervorheben will ich aber, daß der Volksversicherung der Victoria eine sozialpolitische Bedeutung zukommt. Daß in dem Versicherungsbeirat Vertreter der verschiedensten Interessentenkreise vorhanden sein sollen, halte auch ich für erwünscht. Ich bin bereits damit beschäftigt, eine Aenderung bet Verfassung dieses Beirats vorzunehmen; bei die,er Gelegenheit dürften auch die Wünsche des Vorredners ihre Erledigung ftnden. Ter Rest der dauernden Ausgaben wird b e w l I l t g t, ebenso ein Teil der außerordentlichen Ausgaben. Zur Untersttitzung der Gesellschaft für detstsche ErziehungS- und Schulgeschichte werden 80 000 Mk. verlangt. Abg. Schrader sfteis. Vgg.) macht auf die Bedeuttina der Veröffentlichungen dieser Gesellschaft aufmerksam und bringt einige Wünsche in Bezug auf den Arbeitsplan vor. Staatssekretär Graf Posadowsky erwidert, eS sei ein Gut- achten von der Akademie der Wissenschasicn über die ganze L^gam- sation der Gesellschaft verlangt worden. Auf Grund desselben würden Aenderiinaen im Arbeitsplan eventuell vorgenommen werden; bei dieser Gelegenheit dürften auch bte Anregungen des Vorredners ihre Erledigung finden. _ Als 4. Rate deS Beitrags des Reichs zu den Kosten deS Ausbaues der HohkönigSburg Ivcrbcn 150 000 Mk. verlangt. Abg. Tr. Siideknm (Soz.) charakterisiert den Dau als „Phantasiebau" und bemänaelt die unnütze Ausgabe Staatssekretär Graf Posadowsky erwidert, von einem Phantasiebau könne keine Rede sein. Ter ganze^Grundriß fei tadellos vorhanden. Uebrigens seien von ähnlichen Burgen so viele erhalten, daß die sichersten Grundlagen für einen einigermaßen richtigen Wiederaufbau gegeben Wien. Der ganze Dau seiso m der Geschichte des Elsaß verknüpft, daß ein wesentliches historisches Interesse mit dem Wiederaufbau verknüpft sei. w Hmnlg fionfj: Sein gtofes SuWanb tfl m bet Bet« gangenheit so devastiert worden wie daS Deutsche Re'ch» etwas wieder aufbauen zu wollen, ist brrett ein nationaler Gedanke — "Ab^Dr^SüdeÄin ^(Soz.) erwidert, gerade der „Wiederaufbau" bedeute in Wahrheit die Devastterung einer sehr interessanten Ruine. Die Herren auf der Rechten wagten eS einfach nicht. Dem Willen Seiner Majestät zu widersprechen. Abg. v. Kardorff (Rp.) legt gegen letztere,Aeußerung Protest ein. Lediglich künstlerische Rücksichten seien für ferne Freunde matz- ßc6ct£ie (r a f c wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Freisinnigen bewilligt. __ Als zweite Rate zu den Kosten der Beteiligung deS Re'cks an der Weitaus st ellung in St. Louis werden 2 Millionen 88. Sitzung vom 15. Februar, 1 Uhr. DaS Haus ist sehr schwach besetzt. Am Bundesratstisch: Graf Posadowsky u. a. Eingegangen ist das Gesetz betteffend die Garantie Reiches für di e ostafrikanifche Bahn. Zum Mitgliede der Reichsschuldenkom Mission wird Abg. Crzberger (Zentr.) gewählt. Die zweite Beratung des Etats des ! Ser Krieg zwischen Japan uvd Außland. Vom Kriegsschauplatz. Ter japanische Konsul in Tschifu meldet, daß der Kapitän des amerikanischen Dampfschiffes „Pleiades", das von Port Arthur eingelaufen ist, berichtet, daß der durch japanische Granaten beschädigte russische Kreuzer „Äskald", der im inneren Hafen lag, am Vormittag des 13. Februar gesunken sei. Tie r u s s i s ch e n .Verluste sollen sich, soweit bekannt, auf 29 Tote und 60 Verwundete aus den Schiffen, zwei Tote in den Befestigungen von „Golden Hill" belaufen. Bei dem Nachtangriffe aus Port Arthur am 12. d. M. sind drei japanische Torpedoboote untergegangen. Tas Reutersche Bureau meldet aus Jingkau vom 11. d- Mts.: Infolge des Angriffes der Japaner aus Port Arthur ordnete Admiral Alexejew an, daß alle Zivilpersonen und Ausländer Port Arthur zu verlassen haben. Tie Zivilpersonen ließen chr ganzes Eigentum im Stich In der Slncyt werden die Plätze Port Arthur, Talny und die ganze Kwantungtüsle mir Rücksicht au, mögliche Torpedoangrrffe und Angriffe durch Truppen in völliger Finsternis gehalten. In der letzten beacht ist ein Teil der russischen Flotte aus dem Hasen von Port Arthur herausgekommen. Ter japanische Gesandte inSoeut en eilte oem Kaiser von Korea den Rat, Aiy 0 nyik, der tatsächlich Tittalor des Landes und eine großer Russensreund sei, verhaften zu lassen. — Zn Kapsan am -Oberlaufe des Ialu sind 2000 Mann russischer Truppen emgetrosfen. Tie russische Posrornoaltung sperrte nunmehr jeden Transit nach Ostasren über die sibirische Bahn. Künftighin sind infolgedessen auch Bnefsenoungen nach Peking, Tientsin und Tongtu über Suez zu befördern. Die japanischen Flüchtlinge. Der japanische Ge,andte Tcu.atlora tu Washington gedenkt sich an den Staatsserretär Hay mit dem Erfuchssn zu 'wenden, er möge von der russischen Regierung die Freilassung von etwa 100 in Po r t Ä.r r h ur befindlichen j apa- n r s ch e n F l ü ch t l i n g e n erwirren, uno darum nach suchen, daß dieselben an Bord eines nach Tschisu bestimmten britischen Dampfers weggebracht werden. Ter amerikanische Gesandte üt Petersburg sott, wie es heißt, angewiesen werden, eine Anfrage über diese Angelegeriheit an die russische Regierung zu richten. Amerikanisch>e Marinekreise sind der Ansicht, daß die Zurückbehaltung der Japaner ui Port Arthur eine militärische Notwendigkeit sei, damit den japanischen Befehlshabern nicht durch sie Nachrichten über die Befestigungen von Port Arthur zugehen können. Aus Niutschchang meldet Reuter: Etwa 50 Japaner, die sich auf dem Wege nach Tientsin befanden, wurden in Taschitschav au der mandschurischen Bahn angehalten und nach Port Arthur gebracht. Ihre Frauen sind unter militärischer Bewachung hier eingetroffen. Der hiesige amerikanische Konsul Miller erwirkte die Freilassung der letzteren. Admiral Alexejew ordnete aber ihre Wieder- in Haftnahme an. Sie sind sodann mit allen in der Mandschurei befindlichen Japanern ebenfalls nach Port Arthur geschasst worden. Kon,ul Müler gründete sein Verhalten aus frühere Zusicherungen, die oie russischen Behörden dem japanischen Konsul ericilt harten, das; nämlich alle Japaner geschützt und ihnen gestattet werde, das Land zu verlassen, wenn sie es wünschten. Der Konsul erhob ferner gegen die grausame Behandlung Einspruch, der die japani,chpn Flüchtlinge angeblich von russischen Soldaten ausgesetzt gewesen sind. Auch gegen ungarische Reisende erlaubten sich russische Soldaten grobe Ausschreitungen. Aus Intervention des Konsuls Miller, an den sie sich gewandt hatten, drückte der kommandierende Offizier den Beieiligten sein Bedauern über den Vorfall aus. Was die Flüchtlinge anbelangt, so hat nunmehr der rus,ischragte Gibson Bvwles die Regierung, ob die russische Regierung sich mit dem Ersuchen an die brllischarenweise in den Straßen: die landwirtschaftliche Woche ist gekommen. Die Pforten des Zirkus Busch stehen offen zum Emp,ang der Truppen des Bundes der Landwirte, dessen diesjährige Generalversammlung zu einer ganz befonderenDemonstration ausgestallet werden soll. Güt es doch, zu zeigen, daß der, trotz der in Gestatt doppetter Jahresbeiträge gezahlten „Kriegszulage"', für die Bündler aus gebliebene Erfolg bei den Reicystagswahlen der inneren Krafft der Organisation nicht Abbruch getan hat. Dr. Wertet, der ebenfalls aus der Wahlstreue geblieben ist, gibt in einem schwungvollen Artikel der „Dtscy. Tagesztg." den Ton an, der die General- versammlungsmusil machen soll. Graf Bülow kann daraus entnehmen, daß der richtige agrarische Geist noch immer nic^jt über iy n gekommen ist, daß der Sieg, die Zukunft aber nicht ihm, dem Kanzler, gehören, sondern dem Bund der Landwirte. Um solche Zuver- icht ist es eine schöne Sache, sie erscheint als dichterischer Ueberschwang grabe bei Dr. Oertel, diesem phantafievollen Lyriker, nicht einmal verwunderlich 3Jian wird aber vertrauen dürfen, daß unter den Landbündlern selbst nicht Wenige sind, die das Bestreben der Regierung, der Landwirtschaft im Bereichs des Möglichen zu helfen, anerkennen. Erklärte doch der Führer der preußischen Kon- eruatiben,. Gras Limburg, im vorigen Jahre im Zirkus Busch die'Landwirtschaft könne sich reinen besseren Reichskanzler wünschen, als den Grafen Bülow. Nun gehört Graf Limburg allerdings zur „junrerlichen Clique", von der der Bundesvorsitzende Fryr. v. Wangenyelln auf der Provinzialversammlung in Schlesien ragte, ihr Einfluß müsse znrück- gedrnägt werden, eure Bemerkung, die trotz, aller Beschönigungsoer suche von bündlerischer Selle feftstehk. Im übrigen aber dürste die landwirtschaftliche Woche erkennen las,en, daß der Bund der Landwttte trotz der Wahlmißerfolge eine festgefügte und beachtenswerte Organisation bleibt, deren Miiglieoerzahl die Viertelmillion erreicht hat und in steigendem Maße sich rekrutiert aus den weftlich der Elbe gelegenen Landestellen. Im Reichstag, den die Manner der Scholle in dieser Woche stets beinanen, steht ein die Landwirtschaft speziell angehendes Thema nicht zur Debatte. * Ein anderer Berliner Mitarbeiter schreibt uns: Tem Grasen Bülow müssen heute die Ohren gelungen haben. Tie Hanptversammlung des „Bundes Der Landwirte" beschäftigre sich in eingehender Weise mit der Agrarpolitik des Reichs tanzlers. Graf Re- v e n 11 o ro von der wirtscyaftlicnen Vereinigung des Reichstags machte es noch Milde- er begnügte sich mit etlichen mehr ober minoer guten anyen uoer ,,'jjc a jtrttreit mti Versprechunge n", über die Börse usw. Umso entschiedener und bitterer äußerte sich der Bundesdirektor Dr. Tietrich Hahn. Der Leitstern der agrarischen Politik des Kanzlers sei nicht zu erkennen, Bedenken errege die im Ausland gerühmte Liebenswürdigkeit unserer Zollunter- handlungen, am Widerstand des Grasen Bulow, des „Freundes der Landwirtschaft", seien beim Zolltarif die Bestrebungen des Bundes gescheitert. Dr. Hahn wiederholte die Mahnung, die seinerzeit Abg. v. Kröcher im Reichstag aussprach: die großen Kürassier stiefel anziehen! Ja, Herr Hahn erweiterte den Rat noch dahin: dem Ausland aus die Hühneraugen treten! Es ist ein Segen, daß eine so impulsive, tatenfrohe Persönlichkeit, wie Herr Hahn, nichts mit der Leitung unserer auswärtigen Angelegenheiten zu tun hat. Sonst würde Teutschland bei solchem Gebrauch der Kürassierstiesel aus den Konflikten überhaupt nicht herauskommen. Turm die Reden zog sich wie ein roter Faden der Gedanke hindurch, daß für Handel und Industrie aufs beste gesorgt werde, daß ihnen alle Wege geebnet würden, während die Landwirtschaft stiefmütterlich bedaclll sei. Ter Bundesvorsitzende Dr. R ö s i ct e tadelte außerdem die „fast wohlwollende Behandlung der Sozialdemokratie durcy die Regierung". Graf Bülow habe zwar im Reichstag sich gegen die Sozialdemokratie gewendet. „Aber wir sind aus der Entwicklung der letzten Zell leider daran gewöhnt, daß nicht jedes Wort eine £at bedeutet". Auch bei dieser Gelegenheit fehlte jede greifbare Andeutung darüber, mit welchen Mitteln die Regierung einen Felozug gegen die Sozialdemokratie führen und auf^ welche Parteien im Reichstag sie sich dabei stützen soll. SBenn man durchaus auf kon,ervativer und agrarischer Selle die „Tat" verlangt, warum macht man sich nicht selbst einmal an die Arbeit und unterbreitet positive Vorschläge? Dies beständige Monieren der Untätigkeit und Unentschlossenheit der Regierung wird nachgerade eintönig. Die Handelsverträge sollen, nach der Forderung des „Bundes der Landwirte", unverzüglich zur Kündigung gelangen. Gras Bülow hat also in den Wino gesprochen, als er kürzlich ausführlich darlegke, aus welchen Gründen der Zeitpunkt zur Kündigung der Handelsverträge nicht gekommen ist. Die „Nationalztg." bezeichnet heute abend die Versammlung des Bundes der Landwirte als den „a n t i - konservativen Parteita g", aus dem die Agrarführer die Kraft schöpfen, sich als Herren über die Atttonservativen aufzuspielen. So werde auch diesmal der antikonservatioe Parteitag die wettere Poltttt der konservativen Fraktion diktieren. Karlameutarisches. Berlin, 15. Febr. Im preuß. Abgeordneten- hause wurde heute zunächst die Wahl des Präsidiums für die Dauer der Session definitiv bestätigt und dann die Beratung des Etats der Berg-Hütten- und Salmen-Verwaltung fortgesetzt, jedoch nicht zu Ende geführt, sondern die Weiter beratung auf Dienstag vertagt. Aus Stadt und Kaud. Gießen, den 15. Februar 1904. ** Provinzial-Ansschliß. Mittwoch den 24 Februar, vormittags 9 Uhr findet im Sitzungssaaie des Regierungsgebäudes hier, Brandplatz 9a:. 9, eine öffentliche Sitzung des Provllizial-Ausschufses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des Heinrich Sack IL zu Heuchelheim um -Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. 2. Die Kreisstraßenunteryattung ün Streife Büdingen pro 1902/03; hier Beitragsleistung der Betriebs- unterneymer der Brettenbrunner Stellibrüche „Bereinigte Roussellofche Basaltwerke zu Klein-Steinheim. 3. Unterhaltung der Kreisstraßen im Kreise Büdingen; hier: Bei- tragspslicht der Betriürsunternehmer der Zoptz und Zoologe ist der bedeutendste Vertteter oes Darwinismus tn Deutschland. Ein größerer Artikel üi den morgen (Mittwoch/ erscheinenden „Gieß. Farnilienbl." wird sich eingehend mit dem Leben und Wirken des Gelehrten beschäftigen. Die Deutsche Zootogi,che Gesellschaft, dtten erster Vorsitzender der Geh. yoirtu Pros. Dr. Spenge! in Gießen i,l, überreicht iljm zum heutigen <,age eine Gcatw- lationsadresie, Die foigenoen Wortlaut hat: Hochvenyrter ^err Prosessor! Ein jugcnDliuxr Jiivüar, bum, beispiellose Arbeit nicht gebeugt, vollenden Eie heute oas |ieboig|Le Iaht Ihres an Erfolgen überreichen Lebens. An diesem Tage, vet in allen -teilen der Erde von Ihren zayllo,en Verehrern, Freunden und Schülern gefeiert lvird, tanii dil Xeui^u Zoologische Gesellschaft nicht fehlen, Mid |O nahen jlu/ Ihnen beten Vet> tretet nut den herzttchsteu Glüllwunichin und dem Ausdrucke des tiefsten buntes für alles, was v^e in begeiferter goi)uieitatiguu |ut d.e giunze.ii-e Nei-gepull- ung unserer Wissenschaft wuhteno Der letzten jun^ig Jayre gelei|tet haben. sieben den umfassenden, mit kunstgeübier Hc-.iw illustrierten Monographien über Die diaooliaricu, itali; jjioamme, SiphonDp^oren und Medusen, die allein genügen wurden, die Atbell eines Menschenlebens als seyr cisölgreich erscheinen zu lassen, haben ^te ui ^hre.. t.asfüschen „Generellen ti-iorpyologie' uchLvoll die allgeui.uien Probleme der Tieriunoi. enttoiaelt u.w fe,'-geregt und dem Systeme Der ^eov.uvjui einen geistigen ^nyall geg en, indem Sie es in folgerichtigcm Ausbau ot. . .. ji ■ win's auf die Staminesgi schichte grünt - en. Welch reiche Frucht Ihren genialen Konzeptionen entsproßte — es fei hier nur die auf der Lehre von der Homologie der Keimblätter aufgebaute Gasträatheorie erwähnt —, das ist auf jedem Blatte der Geschichte jener Periode unserer Wissenschaft verzeichnet, welche von Charles Tarwin uno von Ihnen ihren Stempel empfangen hat. Indem Sie endlich aus Ihrer wissenschafttichen Arbeit eine groß angelegte einheitliche Weltanschauung ab Leiteten, sind Sie em Zehrer und durch mutiges Be- tennen sowie unermüdliches Verb retten Ihrer lieber» zeugung ein Vorbild geworben nicht bloß oem deutschen Volte, sondern der ganzen freiheitlich Denieuuen Wett. Möchte Ihnen Geistesfrische uno Arbellsfreudigteit noch recht lange erhalten bleiben und der Lebens- abeno verschont sein Durch ben timablüt auf Jyre un- vi.rgangllchiii Verdienste um Wissenschaft und Menschheit, juioie durch Ihre nie versiegende Freuoe an den Schönheiten uno „Knnsisormeu", wetcye Natur und Leben barbieren l ^n Verehrung und Tankbarleit Ter Borstalib oer Deutschen Zoologischen Gesellschaft. I. W. Spengel. C. Chun. L. v. Gras,. R. .v^uoig, E. Korschelf. Diese Adresse ist von der Aiühlfcheii Ui.io.-Druckerei in Gießen in Kunstdruck bergen i.t uno mit einer vornehm ausgesratteten :bt.appe versehen worden. , i h . m h ntigen Tage eine e „ . Du.cn Umschlag eine iorzuglic.)e bieproduktion ucy Ten- uad) scheu Porträts Häckels trägt. , 13 r§ S j | 1 c I „T e r e infame We g' fand bet seiner Eisiaus,uhrung im t u t y n .. h ' atcr eine laue Aufnahmr, Die auco nicht ohne Widerspruch blleb. Es fehlt dem Drama bei vielen stimmungsvollen Szenen an der rechten Klarhell; die Handlung i,t nicht fchlicbt genug aufgebaut, es überwuchert die Reflexion. Ter einsame A>eg t,t der Weg derer, die nie Opfer zu bringen fähig find. Ter Sohn erfährt, daß der Mann, der dec Gatte seiner Mutter ist und der ihn auferzogen, nicht fein Vater ist; er wendet sich trotzdem im entscheidenven Augenblick ihm zu und von seinem leiblichen Vater ab. Dazu eine Parallelhandlung, die Die Schwester einem anderen Einfameti in die Arme und dann in den Tod führt. Ausgezeichnete Leitungen boten Frl. Triefch und Herr Bas,ermann. (Frkf. Zlg.) — Das Spieljahr 19 0 2/03 der Franks urter Theater. Ter RechenjchaflLbericht der v9leuen Lhealer-Aklien- gejettjchaft bezeichnet die Eumahmen iür 1902 03 im neuen Schauspielhaus mit 793 672,07 Ml., benen an Ausgaben inkl. Billelsleuer gegenäberslehen 705 944,ö2 'JJtt. Tie Emuahinen der Oper ergaben bö2 318,06 Alk.; die Ausgaben 112d 246,68 Atk. Tie Stadl ge- ivährt einen Zuschug von 268 000 1)11., der mit 239 8ul,06 Mk. m Anipruch genonunen wurde, jo dag 2819 ,94 Dil. dein Reserve- souds, beziv. der otabt zuruckgegeben werden tonnten. Tas Schauspiel erzielte bei großen Ausgaben >ur zahlreiche Uasiijche und moderne tlteuinszenierungen einen Ueberschug von nagezu 93 000 Mart. Tie in den Besitz der Stadt übergehenden, von der Lheaier- AtiiengeieÜjchau angescyafsten Telorationen, Requisuen, 0>aderoben njiv. repräsentieren die siauliche cunune von 99 000 Ml., wovon zwei Triltel aui die Oper entiaüen. Intendant Elaar betont m leuiem Bericht die Bedeulimg des abgelauienen Jahres jur das Schauspiel als des ersten Betriebsjahres in dem neuen Hause; es brachte 24 yiooüätcn, darunter ö Uraufjührungen, unb 28 Dleu- einltuöiciungen heraus, von denen sich besonders die glänzenden Neuinszenierungen des tlassischen Dramas großen Interesses des utiims erneute. Jntendaili Jensen luhrte zum ersten male in Deutschland aus: Humperdincks , Dornröschen", Narl Weiß' „Zwillinge", Goldmaris „Gotz" und Bloxs' „MeereLbraut", von ivelchen bekanntlich nur der „Götz" den erwarielen grohen Eriolg hatte. Jicu aujgejuhrt wurden un ganzen neun Opern; neu- einftubicU sechs.