Erstes Matt Donnerstag 15. September 1804 monatlich Schulftratz- T, ttbreffe lür Depelcheur Anzeiger Vietze«. Femsprechanlchluß Nr. bl. 154. Jahrgang GiehenerAnzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen jährt, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige« für bie TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeUenpretS: lokal 12 Pf. «mSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich tüt ben poltt und allgem. Teil: P. Wtttko; für .Stadt und Land^ und .GerrchtSfaal^: August Goetz, für den An» äetaenteil: Hans Beck. -rr. 5817 •rfOetnt tSglich außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Familien« blühet viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der BrÜhl'fchen Univerf.-Buch-u. Stein- druckeret. 9t Lang* verngspret-, monatlich 75 Pf^ viertel» jährlich DU. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- Are gevlige Kummer umfaßt 8 Keilen. Gießen, den 12. September 1904. B etr.: Die Ableistung deZ Huldigungs- und Verfassungseides. Das Großherwgliche Kreismnt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme der Amtsgerichtsbezirke Grünberg, Homberg, Hungen, Laubach und Nidda. Die Ableistung des Huldigungs- und Verfassilngseides der in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hessischen Untertanen, welche sich, ohne Ortsbürger zu werden, verheiratet haben, soll wie nachstehend angegeben stattfinden: 1. der Orts- und Staatsbürger aus den in den Aints- gerichtsbezirken Lich und Butzbach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen Montag den 3. Oktober 1904, nachmittags 2% Uhr, in dem Rathause zu Lich; 2. der Orts- und Staatsbürger aus den in dem Amtsgerichtsbezirk Gießen gelegenen Gemeinden Dienstag den 4. Oktober 1904, vormittags 11 Uhr, im Regierungsgebäude zu Gießen, Brandplatz Nr. 9. Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, unter Angabe der Namen der Vorgeladenen bis zum 25. September anzuzeigen, oder zu berichten, daß niemand vorzuladen war. Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. I. V.: Tr. W a g n e r. Amtliche Nachrichten über Viehseuchen. Unter dem Rindvieh zu Todenhausen, Kr. Marburg, ist der Bläschenausschlag ausgebrochen. Die Rotlaufseuche unter den Schweinen zu Wehrda, Kreis Marburg, ist erloschen; die Sperrmaßregeln sind aufgehoben. per Aufstand in Aeutsch-Südwestafrika. Berlin, 14. Sept. (Amtlich.) Unteroffizier Martini ist am 12. September im Lazarett von Okahandja, Reiter Loewe am selben Tage im Lazarett von Okosongoho am Typhus gestorben. Außer dem Leutnant Baron Stempel und dem Sergeanten Stolle sind am 30. August gegen Morengo westlich vom Schanzogberg gefallen: Gefreiter Otto Arndt; verwundet: Gefreiter Gründünger, Reiter Stephan Gaezkowski. Neuer Aufstand. Die Zeitschrift „Afrika" des Evangelischen Afrikavereins bringt in Heft 3 einen Artikel „Zum Aufstand in Südwestafrika", der manche neue und merkwürdige Mitteilungen enthält. Ueber die Ursache des Aufstandes wird gesagt: „Wenn die Herero ihn anfangs, dieses Jahres begannen, so glaubten sie diesen ^Zeitpunkt besonders günstig, weil sie den Gouverneur Leutwein tot wähnten. Ueberall erzählte man sich, Hendrik Mitboi habe unser ganzes Heer im Namalande vernichtet und habe Samuel Maharero sagen lassen: „Deinen geliebten Herrn (der Gouverneur) h'abe ich gefangen, vielleicht hast Du Herzweh nach ihm, schicke mir hundert Ochsen und Du kannst ihn zurückbekomtmen. Ich bin jetzt im Begriff, nach Behobok zu gehen." Als dann Anfang MärA der Brief Leutweins an Samnel dies Gerücht als irrig erwies, war das Erschrecken und die Aufregung unter den Herero groß. Rechnet man hinzu, daß die dortigen Briten stets verächtlich von den Deutschen sprachen, so mußten die Herero-Häuptlinge überzeugt sein, daß die Zeit zur Abschüttelung des deutschen Joches gekommen sei." Von dem Verbleiben des Viehes der Herero sagt die Zeitschrift: „Bei den Betschsuanern auf englischem Gebiete suchen sie jetzt eine Heimat. So erklärt sich die Nachricht von dem Abzüge und der Rückkehr des Häuptlings 'Tn;ata. Daß dieser, welchen Samuel stets als großen Führer bezeichnete, sich gegen den Oberhäuptling aufgelehnt haben sollte, war unwahrscheinlich. Samuckl hat vielmehr ihm, dem energischen, kühnen und umsichtigen Krieger, die Eskortierung des abziehenden Gros der Jta- mas bis zur deutschen Landesgrenze übertragen. Nach Ausführung dieses Auftrages ist Kajata nach den Water- bcrgen zurückgekehrt. Dort hat man nur Viehposten mit Schlachtvieh eingerichtet und so unsere Truppen getäuscht." Tiefe Erzählung ist haltlos. Tie „Deutschsüdwestaftikanische vom 15. Juni meldete: Auf dem Wege nach Bet- schuanaland haben sich außer Ttaugott und Kajata auch Zacharias und Mambo befiinden. Sie haben aber dem Befehle Samuels zur Rückkehr Folge geleistet. Slm 29. Juni schreibt dasselbe Blatt: Kajata und Tjetjo waren schon auf dem Wege nach Vetschuanaland, sie kehrten aber um, weil sie überlegten, daß sie dort ihre Stellung nicht aufrecht erhalten könnten. Die Zeitschsrist schätzt 'die focrcro* Herden auf 46 000 Stück Rindvieh und 137 000 Stück Kleinvieh. Wie sollte man solche Mengen Hunderte von Kilometern forttreiben können, ohne daß die große Schutztruppe etwas davon gemerkt hätte. ♦ In dramatisch-bewegter Meise schildert ein sächsischer Offizier, her in Südwestafrika der Abteilung o. d. ^Hevde angehört, in einem Brief an seine Schwester ein nächtliches Patrouillengefecht mit Herero. „Am 6. Juli, !ivch vor Sonnenaufgang, tarnen wir, der Oberleutnant v. Sackow, der Leutnant v. Moßner, ich und 20 Mann, bei Okosonpoho mit den schwarzen Kerls in Berührung. Wir sahen plötzlich kleine Feuer in den Pontoks (Hütten) einer Werst (einer Art Dorf) vor uns. Sackow befahl: Halten, Gewehre heraus! und wir drei Offiziere und sieben Mann, also nur zehn Gewehre, die anderen mußten Pstrde halten, gingen in gebückter Stellung bis auf 100 Meter heran. Wir umstellten den Kraal. Ich mit einem Unteroffizier stand ganz links, wohl am nächsten. Es war eine Situation voller Spannung, hatten wir doch mehrere tausend Herero vor uns! Niemand wußte, ob wir schießen sollten, da wir noch nicht erkundet hatten, wie weit die anderen feindlichen Werften entfernt waren. Da krachiten aber auch schon die Schüsse von mir und meinem Unteroffizier, zwei Schwarze fielen zu Boden. Ueberall stürzten nun die Herero heraus. Es war ein Gewimmel von Schwarzen, teils mit, teils ohne Gewehr» Ein Besinnen für uns gab es nicht mehr, denn ich hatte nun einmal das Zeichen zum Beginn des Feuerns gegeben, und die einzige Rettung für uns lag nun in den Gewehren. Also Schuß, Schuß und so weiter» Es war ein reines Schnellfeuer, aber ohne Uebereilung, denn jeder Schutz war gut gezielt und streckte immer einen der Feinde zu Boden. Einige erhielten Schüsse direkt in die Brust» Sie hielten sich aber mit beiden Händen die Wunde zu und liefen eilig davon, bis sie zusammenbrachen. Also zähe sind die Schiwarzen auch. Nicht ganz eine halbe Stunde dauerte das Feuer. Ihre Kugeln gingen bei uns vorbei, ohne auch nur einen zu treffen. Die Herero waren verschwunden, nachdem sie 60 Mann verloren hatten. Wir trieben die dem Oberhäuptling' Samuel gehörigen 30 Kühe heraus und gelangten am 8. Juli wieder zu unserer Abteilung; die Freude war groß; seit zehn Tagen hatten wir nur Konserven, jetzt gab es für alle wieder Fleisch" Daß die Brust des rauhen deutschen Kriegers auch eines tiefen menschliche Empfindens fähig ist, beweisen die Schlußsätze seines in den „Dresdener Nachr." veröffentlichen Brstefes: „Unser Sieg wjar ein bedeutender. Es war kühn und schön und doch etwas traurig, da ich das erste Mal auf Menschen schoß. Ich drehte mich beim Fort- schreiten nochmals um, da sah ich die jammernden Weiber und die weinenden Kinder, diese kleinen nackten Balge. Da ergriff es mich und es tat mir leid, daß ich ihnen den Mann, den Vater geraubt hatte. Diesen Eindruck werde ich nie vergessen!" Aus Aeullch-Acugrrinea. Die Niedermetzelung der deutschenMifsionare auf der Gazellen-Halbinsel ist, wie der Daily-Korrespondent in Melbourne wiederholt, tatsächlich einem Verschulden der Missionare zuzuschreiben, trotzdem das von beteiligter Seite in Abrede gestellt wird. Von vertrauenswürdigen Seiten wird versichert, daß unvorsichtige Einmischung der Missionare in Stammesbräuche der Eingeborenen die Veranlassung der Metzelei war. — Es wird abzuwarten bleiben, ob sich diese Angabe bestätigt. Genauere schriftliche Berichte dürften spätestens zu Anfang nächsten Monats eintreffen. Gleichzeitig mit den Berichten über die Untaten der Eingeborenen kommen andere Nachrichten aus Neuguinea, die von sehr bedauerlichen Exzessen der weißen Ansiedler zu erzählen wissen. Aus Ma tu Pi (Neupommern) erhält der „Münst. Anz." einen vom 15. Juli d. I. datierten Brief, in welchem berichtet wird: Mitte Juni brachte ein aus Singapore eingetroffener Dampfer u. a. einen Japaner und drei japanische Frauenzimmer mit. Diese wurden in Matupi ausgenommen und vorläufig in einem Zimmer untergcbrackit, wo sich dann bald die heikelsten Szenen abspielten. „Was sich in den ersten Tagen unter den Augen der Eingeborenen, selbst der Schulkinder, die, 20 bis 30 an Zahl, an Fenstern und Spalten des Zimmers standen, und unmittelbare Zeugen aller Vorgänge waren, ereignete, das sträubt sich die Feder zu beschreiben. Männer, welche zivilisiert sein wollen, und die Kolonie zivilisieren sollen, brachten selbst die Eingeborenen in Erstaunen." Mehrere Tage lang war bei den Eingeborenen nur davon die Rede. „Wenn das Gouvernement, so fährt der Schreiber des Briefes fort, „die Konzession zu solchen Einrichtungen nicht verweigern zu brauchen glaubt, so wird doch wohl ein Gesetz bestehen, welches solch öffentlicher Nnsittlichkeit vor Kindern entgegentritt und sie bestraft. Hier ist eine solche Einrichtung verfrüht und an einer Stelle, wo vier Fünftel der 950 auf Matupi wohnenden Eingeborenen täglich Vorbeigehen, nicht am Platze." Daß solche Vorgänge nicht dazu beitragen können, den Respekt der Papua vor den weißen Kolonisatoren zu erhöhen, liegt allerdings auf der Hand. Deutsches Deich. Berkin, 13. Sept. Die Wiener „Zeit" hat ihnen Lesern verschiedene Aeußerungen Kaisen Wilhelms zur Angelegenheit der Prinzessin Lnise»von Coburg anf- getischt. Es soll mit dieser Erzählung n. a. eine Bereitwilligkeit des Kaisers, der Prinzessin seinen besonderen Schutz anzubieten, wie überhaupt eine Neigung, sich in ihre Sache eiuzumiscben, wahrscheinlich gemacht haben. Solche Msichten bestehen aber, wie offiziös erklärt wird, nicht; man beobachtet maßgebenden Orts völlige Zurückhaltung. Richtig ist nur, daß, als Nachrichten über ein Aufbieteu deutscher Behörden gegen die Bewegungsfreiheit der Prinzesisn laut wurden, von sehr hoher Seite eine Aeusierung in dem Sinne erging, daß ohne zwingenden gesetzlichen Anlaß inländische amtliche Stellen sich mit der Angelegenheit der Prinzessin Luise überhaupt nicht befassen möchten. — Die Ankunft des Ka i s erp a a r e s iu Gr o ß -R o - minten (Ostpreußen) erfolgt am 21. d. M. Der Kaiser wird, aus Paweluingten kommeud, in Insterburg mit seiner Gemahlin und der Prinzessin Viktoria Luise zu- saiüiueuireffeu. Der Aufenthalt iu Romiuten ist auf zwei Wochen bemessen. Das Jagdschloß ist im Laufe dieses, Sommers durch einen Neubau, der die Gemacher der Kaiserin und ihres Gefolges enthält, erheblich erweitert worben. — Frchr. v. Mirbach, der Oberl fmeister der Kaiserin, hat kurz vor seiner Mreise nach Schierke im Harz in Potsdam den Besuch zweier Herren erhalten, die wichtige Akten und Papiere von ihm abholen wollten. Diese Akten stehen mit den von Mirbach seither verwalteten Aemtern, von denen er jetzt entbunden ifh in Zusammenhang. Wie das ,M. T." hört, hat Freiherr von Mirbach vorläufig die Schriftstücke noch nicht ausgeh an digt und darüber soll es zu lebhaften AuK- ei nandersetzungen gekommen sein. — Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat, wie die „Neue pol. Korr." mitteilt, die Eisenbahndirektionen der durch die anhaltende Dürre betroffenen Landesgebiete veranlaßt, von den Standesvertretungen gutachtliche Aeußerungen darüber einzuholen, ob es angebracht erscheint/ für Brotgetreide und Mehl Frachtermäßigungen eintreten zu lassen. Es sollen hierbei besonders die Fragen beantwortet werden, ob eine Frachtermäßigung eine Erweiterung der Msahgebiete zur Folge haben würden ferner ob für die Landwirtschaft und die Mühlen- Industrie durch Herabsetzung der Frachten auf Getreide und Mehl Vorteile zu erwarten seien, und welche Erwartungen die gedachte Maßnahme in allgemeiner volkswirffchaftlicher Hinsicht, insbesondere auch in der Richtung eine Verbilligung der Brotpreise haben könnte. h— Der „Nattionallib. Korr." zufolge wurden die Vorschläge des Reichsschatzamtes wegen Abänderung deS Brausteuergesetzes den Ernzelregierungen zur Begutachtung zugesandt. Die bis jetzt eingelaufenen, zum Teil sehr umfangreichen Antworten werden zurzeit einer eingehenden PÄfung unterworfen. — Die „Nationalztg." berichtet: Ein allgemeiner Delegiertentag dernationalliberalen Partei wird sofort nach dem bevorstehenden Erscheinen des auf Kompromiß aufgebauten Entwurfes des preußischen Schul- unterhaltungsgesetzes einberufen werden. — Ein agitatorisches Universalgenie ist — so lesen wir in der ^Berl. Ztg." — der Mg. Raab. In der Einladung zu einer Versammlung gegen die Warenhäuser, die am Donnerstag in Kassel stattfand, wird bie- hauptet, Raab sei selbst Heiner Geschäftsmann. Auf dem Fuldaer Handwerkertag trat der Abg. Raab als Han d- werker auf. Bei dem Bekanntwerden seiner Kandidatur für Schmalkalden-Eschwege feierte das ihm nahestehende Stöckersche „Volk" ihn seinerzeit als „christlich-nationalen Arbeite r". Während der Wahlbewegung ließ er sich auch als Vauernfreund feiern und genoß die Unterstützung des Bundes der Landwirte. In Hamburg, wo er zu gleicher Zeit zur Dürgerschgftswahl kandidierte, ließ er dagegen erklären, daß er nie für höhere Zölle int Reichstage gesprochen haby. Man wird zugeben müssen, daß eine solche Vielseitigkeit nicht leicht zu übertreffen ist. Hamburg, 14. Sept. Der Kaiser ersuchte Prof. Schwenninger, wie der „Hamb. Korr." erfährt, telegraphische ihm fortlaufend über das Befinden des Fürsten Bismarck Nachricht zu geben. — Die „Hamb. Nachr." melden aus FriedrichKruh: Auf Grund authentischer Informationen können, entgegen anders lautenden Mitteilungen, wir auf das bestimmteste versichern, daß das Leiden des Fürsten Bismarch nicht Krebs ist. Die Schwäche des Fürsten ist allerdings besorgniserregend, im übrigen ist sein Zustand unverändert. Es sei nochmals betont, daß oie Hoffnung auf Besserung nicht ausgeschlossen ist. Die Familie des Fürsten ist seit einigen Tagen hier anwesend. Lübeck, 14. Sept. Beim heutigen Manöver stießen die feindlichen Parteien auf einer Linie zwischen dem! Grevesmühler- und dem Schweriner-See zusammen. Der Kaiser führte die blaue Partei. Nach langem ArtiNerie- kampf entwickelte sich ein heftiges Gefechit. Das Gardekorps drängte das neunte Korps, besonders seinen linken! Flügel, in nordwestlicher NickMng auf Wismar zurück. Schwerin, 14. Sept. Der Kaiser traf hier um ein Uhr mittels Sonderzuges aus dem Manövergelända ein. Die Kaiserin begab sich mittags vom Manövergelände nach Schloß Wiligrad zum Besuche der Herzogin Johann Albrecht. Keer uns Klotte. — Die fdjou erwähnte kaiserliche Ordre an den Tldmi- ral v. K o e st e r aus Anlaß dcr vom Kaiser persönlich geleiteten Manöver der a k t i v e n S ch l a ch t f l o t t e lautet wörtlich: Nachdem die von mir geleiteten Flottenmanöver ihren ?lb- schluß gefunden haben, nehme ich gerne Anlaß. Ihnen auszusprechen, daß die Vorfül-rung der aktiven Schlachtflotte meine vollste' Zufriedenheit gefunden hat. Tie Scksiffe und ihre Besatzungen ließen bei der Parade erkennen, daß auf ihre äußere Erscheinung diejenige Sorgfalt verwendet ist, welche einem gesunden, inneren Schiffsdienst entspricht. Bei den taftileiten Exerzitien trat die Exaktheit besonders vorteilhaft hervor, mit der die Posten von den einzelnen Sanffen eingenommen und gehalten, die Nebergänge anSgesülrrt wurden. ES ist mir dies ein erfreulicher Beweis dafür, daß die Führung der Schiffe überall fest in der Hand der Befehlshaber liegt. Im, Aufklärungsdienst haben die Manöver gezeigt, daß auch auf diesem Gebiete ein weiterer wesentlicher Schritt vorwärts gemacht ist. Wie ich schon ans Anlaß der Parade bei Altona sagen konnte, daß das Land- ungskorpö sein Examen gut bestanden habe, so kann ich dies heute mit Bezug aus die Gesamtleistung meiner Flotte nur wiederholen. Ich effuche £v' den Admiralen, Kommandanten vollste Anerkennung, sowie die auS der > b1' ise bekannt zu geben, und den e Zusriedenhü mit ihrem Eifer, ihrer o ........ istungen auSzusprechen. Der vorteilhafte Eindruck, den dav Aeußcre und daS tadellose anbei Kirche unb Schult. unb vier BataillonSführcr hintereinander auf Nr. 5451 100216 100441 100572 104634 105802 107240 Der Angriff 6 26430 46651 82708 regens von neuem einen Versuch, unsere Stellungen auf dem linken Flügel, fonne ein Fort unb d i e 80439 47825 69430 83726 90291 12098 35769 48715 76631 88178 24077 42717 56083 81484 98499 19618 12363 38869 49017 78021 28084 54788 Gewinne von a n In um 24980 59591 82528 99431 roinne von 100 Mk. 58735 61941 65255 20 M. aus Nr. 681 19922 38955 52044 79105 97413 von dem belgischen Senator Grasen von Alviela in Vorschlag gebracht wurde. In demselben beifot eS, die Vereinigung fei sehr aufgebracht über daS massenhafte Blutvergiessen im fernen Orient. Der Kongress bedauere, daß die Signatarmächte sich nicht aus den Artikel der Haager Konferenz gestützt baben, um die Initiative zu ergreifen. AlS dieser Antrag gestellt wurde, erklärte der Gras, der Präsident der Vereinigten Staaten sei berufen, die selben Berichterstatter soll Marsckxill Ovama in Ltaujcmg erklärt haben, Ä uropa t kin müsse trotz seiner Hart- näckigkeit in der sclJvierigen Lage fein, einzusehen, dass er das Spiel verloren habe Schliesslich meldet er, dass im Lager General Cfu-S der fcfyver erkrankte Bericht- »rstatter eines ^an FrauciScoer Mattes die japanisclien .lerzte beschuldigte, sie hätten ihn, unt den Fremden los zu tnerben, schtver vernachlässigt. Petersburg, 11 Sept. Die fltuff Dlegr -Agent." meldet vorn 13 Sept.' Privat Nachricht en zufolge stellten verloren Tn Korrespondent fügt hinzu, für die Behauptung der Venveudnng von Tumdum-Okschossen seitens der Russen fei keinerlei Beweis erbracht worden. Nach benv Udjantsch an berge anzugreifen Vermittelung ein zu leiten. Der Kongress beschloss alsdann, Roosevelt zu ersuchen, eine zweite Session der Haager Konferenz zu beantragen. Schliesslich sandle der Kongress an Roosevelt ein Telegramm, worin eö heisst, der Kongress beglückwünsche sich, in einem Lande zu tagen, dessen erster Beamter als Champion der mternationalen Justiz betrachtet wird. Madrid, 14. Sept. Bei dem Direktor deS Anarchist enblatteS .El Rtbtlde* wurde heute ein gewisser Amantriste Claar FloreS, gebürtig aus Cuba, verhaftet, der von Paris hierher gekommen unb verdächtig ist, dass er einen Anschlag gegen eine hohe politische PersSn- lichkeit beabsichtigt habe. Bei dem Verhafteten wurden 9 Dynamitpatronen in seinem Gepäck unb anarchistische Schriften gefunden. 71861 33525 47958 72853 88150 •• Personalien. Sc. Kgl. Hoheit der Grossherzo, haben ben Direktor des Realgymnasiums und der Oberreal schule und der höheren Handelsschule zu Mainz, Geheimen meld' t fein Morrefpotibcnt, der bisher im japanischen Hauvi- unartier tveifte, aus Tientsin: Tie Japaner hätten iyre Verluste bei Liaujang offenbar zu niedrig angegeben. Sie hätten eher 30 600 al- 17 000 Mann Vvftreteii der Bcsatzunwn der aktiven Sck>lachtffotte über-fNamc deS Generals Marzon, der daS WollinSky-ReMinent a l l i m A n »l an d e rvnerfl unb Innterlnffcn bat, erfüllte rommanbiert. In C Harb in erreicht bie Zahl der V e r tv u n b c* mich mit bcfonNrrr i^nugtuuna Tie OrdenSdekorationen für t c n unb Kranken 30 000. In allen Kirckxen, Theatern, Sing» b.' älawtflotte unb der derselben vorübergehenb ballen und Amt-Häusern ist Sintaldienst organisiert. Tie Zahl «i geteilt en M *it nb bie Dekorationen ben Bet ressenden ber in Cl^nchin gepflegten Japaner beträgt etwa 200. General nhbt bervt'< felbn l-elxinbint bade, folgen zur Aushändigung Rennenkamp ist mlcbedyerncfleUt und meldete sich in Mulden VnmSbüttel, an Bord meiner Iackt „Hobenzollern", den l>ei XViiropntFin zur Nebernalmic deS Kommandos feiner Kosaken- Division. Per Krieg swisSen Japan und Auhsand AuS der Mandschurei. Petersburg, 14. Sept. General Stöffel meldet ben Kaiser unter dem 28. August neuen StilS: ber Nach! zum 27. August machten bie Japaner drei Uhr früh roährenb eines sehr heftigen Gewitter- Aus Stadt und Land. Giessen, den 15. September 1904. wären. Port Arthur. St. Louis, 14. Sept. Der interparlamentarische Petersburg, 14. -evt. Laut N- richt'n aus Bort Ar- fiticbeneronartf; hot einen Slntraq angenommen, her "wr Dom 10. 5epteinb-r imb dort ^'UI- BerändeT- 1 ' ' - > ungen ber Lage zu verzeichnen Tic dort erscheinende „V/onn Kran" vom 8. September berichtet von einem günstig ver- 110653 113504 115928 116341 117019 120891 124834. Ohne Gewähr. — Schlussziehimg Donnerstag. rm. Jriebb erg, 14. Sept. Heute fand hier in ber Biirgkirche die feierliche Entlassung der fünf vom Predige rsem i n ar abgehenden Ka u d i da tcn statt. Die Haupt- predigt hielt Professor Lic. Eger, während das Abschiedswort für die Kandidaten der Kandidat Sattler sprach. Als Vertreter des Oberkonsistoriums ivar Konsistorialrat D. Flöring auS Darmstadt anwesend. Die eigentliche Entlassung der Kandidaten erfolgte durch den Direktor deS Seminars Pro- essor D. Wurster. Ein gemeinsames Mittagessen im „Hotel Trappt vereinigte etwa 60 Personen, unter denen sich auch die meisten derjenigen Geistlichen befanden, welche vor zehn Jahren daS Seminar besucht hatten. r. ErbeS - Büdeßhei m, 14. Sept. Zu der gestern gemeldeten blutigen Tat ivird noch folgendes berichtet: Der A lt bür g er meister Lebert und dessen Schwieger- 'ohn, der Weinhändler Baron vonLengerke, lebten schon längere Zeit wegen Vermögensauseinandersetzungen aus heftigem Kriegsfuss. Cie gerieten, wie schon sehr häufig, wieder in Streit, wobei ber erstere einen Revolver ergriff und drei Schüsse aus feinen Schwiegersohn abgab. Dieser entriss ihm den Revolver und schoß seinem Schwiegervater in ben Kopf. Lebert war sofort tot, während Lengerke am Arm schwer verivundet ist. Lengerke, der angibt in Notwehr gehandelt zu haben, wurde noch am Abend verhaftet und an bie Staatsanwaltschaft nach Mainz abgeliesert. Anlass zu bem so ein büseS Ende genommenen Streit soll zunächst die Tatsache gewesen sein, dass Lebert am Nachmittag sein ganzes Vermögen unter Uebergehung seines Schwiegersohnes seinen Enkelkindern testamentarisch vermacht hat. -rm- Groß-Karben, 14. Sept. Gestern, während bc5 starken, in der Gegend niedergegangenen Gewitters, befand sich der Beigeordnete unseres Dorfes, namens Iser, mit seinem Juhrwerk unterwegs. Aus der Höhe bei Ilbenstadt wurden bie Pferde infolge deS Unwetters scheu, sie sprangen vom Wege ab, wobei Iser vom Wagen geschleudert wurde, und rannten den etwa 300 Meter langen, steil abfallenden "Abhang nach dem Nonnenhos hinunter; der Wagen schlug um und sing sich in einer Dornenhecke, wodurch die Pferde zum Stehen gebracht lourbcn. Arbeiter vom Nonnenhose lösten dann mit vieler Mühe die Pferde vom Wagen und reinigten sie; sie waren arg zerschiinden. Heute nacht ist dao eine der Pferde, die beide in noch ganz gutem Zustande hier- her gebracht worden waren, doch cingegangen. ^er hat offenbar keinen nennenswerten Schaden davongetragen, wenn er auch über Schmerzen am Halö klagt. ES war ein Gluck für ihn, daß er seitwärts flog und daß dadiirch der Wagen - .0 j unb gingen auf Jentat zurück Tie! vnnptfräfte der Japaner lagern bei Liau - X a n : ( i wird angenommen, dass die Japaner burch bie Hn weiterer Bormarsch vorläufig schnsterig er|d)diit k a r i 4 , H in einer russischen omllichen Lifte bes bri Ziaaieng fallen cn Offiziere findet sich brr nicht über ihn ging. sä. Darmstadt, 14. Sept. Die erste Abiturientin, welche an. hiesigen Ludwig-Gcorg-Gymnasinm dieser Tage daö Matur itätöexciiu en mit „gilt" bestand, hatte nach entsprechenden Vorstlidien bie Oberprima deS Gymnasiums kurze Zeit besticht. Bei bem am SarnStag stattgehabten Abschiedökon,nierö der Abiturienten ,m Kaisersaal, an welchem auch die Professoren teilnahmen, kneipte die Abiturientin, die übrigens scho.i große Reisen gemacht hat unb über 30 Jahre ifthlt statt nut, zeigte sich auch beim Salanianderreiben scd' qcmanbt und sang a»,ch die fröhlichen Studentenlieder lebhaft viit. Sie stammt an« Norddeiitschland unb beabsichtigt schichte, inSbesonbere Geriiianistik, zii ftubieren. Mainz, 14. Sept. Ein verheirateter AuSlaiifer, bcc in einem grossen Geschäft auf ber Lnbivigstrasse seit vielen Jtihren beschäftigt ist unb daS größte Vertraue n genoss, hat eS in schmählichster Weise missbraucht. Schon feit einiger Zeit waren unerklärliche Warenabgänge bemerkt worben, die schließlich einen Betrag von m ehre r en hun bev 9)1 a rf auSmachten. Die nuf6 geheimste durchgesährte Hütet- siichung liess keinen Zweifel mehr, dass ber Ausläufer ict Dieb war. Eine barailfhin gestern abend in seiner Wohnung in ber Ertalstrasse vorgenoimiiene HanSsuchimg hatte einen überraschenden Erfolg. Man fand nicht nur die gestohlenen Sachen, sondern noch für einige himbert Mark mehr Wann, die ebenfalls anS dem Geschäft entwendet worben. Verauber hat der Dieb anscheinend gar nichts, wahrscheinlich weil ihn hieran die Delcg-nheit gcs.hlt hat. Sin Wancn, der M) l^eladen werden mußte, war nötig, um bie Sachen o 3 schaffen. — In der Boppstrasse wtirde der 17 Jahre mr OTnumltbvlinß Marschall durch etflene Schuld von eurem Wagen der elektrischen Stra Heu bahn uar dem - vorbeispringen wollte, ersaßt und ze rin al irrt. ü itiufencn Ausfall ber rufsischcn Schützen, n>ef(f)e btc Japaner au - ihren Verschanzungen bei der Wasser leitung tvarsen und die B^rschainimten nrrfprrrtcn. Japanische Freiwilligen Flotte. Tokio . 14 Tie Sä»afsuna einer japanischen Urei willigenslottc mit Dils' einer ösfentli '-m Subskription ul jetzt endgiltig beschlossen. CS werden Tarn vier in Japan erbaut unb wenn nötig, aucl bereits ""^hind ne Schiffe angekoust werben. Gefangene. Tic japanisckx Regierung ftellt C rb*’iinq-’n b'rüb'r nn, wie die ruüisctwn KriegSg.mngcnen beschäftigt iverben sollen. sind jetzt deren säst 30'30 öovb üben, die müßig geh. n und dem Staate auf ein Jahr berechnet etwa 1 Million Mk. Kosten verurfarfwn. Kni japanische Truppen. London. 14. Sept Tic Abcn'dblöttcr melden aus Tokio, ber Krieg-Minister habe aus eine An'rage des Mars-l aUS Lyama erflärt, dass 100000 Mann frischer T r n vven und 252 Kanonen zur Verstärkung b r japanisch n Mands.imrci- arm ee vor Ende Sentember bereit sein iwrben. Russische Nekrntiernng. Odessa. 14 Sept Von den einberufenen Rekruten baden fid> 8000 Ma n n nicht gestellt, eS sind dicS meist Israeliten, die anSgewandert find. China. London, 14. Sept. TaS Reutersck>e Bureau meldet aus Veking »China brauche nirgend Geld zur Turchfül^rung seiner DeereSresorm. Tic Gründe zu dieser lägen erstens in dein Besrnden, eine ausreichende Streitmacht zu haben, um die Mandschurei mit einer Besatzung zu üerfeben, unb dieses Gebiet zu verteidigen, trenn Japan eS an Edina zurückgcbe, ztvcitenS in dem Wunsche, dem Vorschläge ber Teilung Chinas Widerstand leisten zu können, der möflli.bmvcif* nach Beendigung deS Krieges gemacht werden könne, wovor Clnna grosse Jnrcht Unter bem Titel „Tie anfgefchobenen Prinzeuretsen 10. September 1904 . gez. Wilhelm. AnS gleichem Anlass bat ber Kaiser dem vkbmiral o fine9er I NobznS Armee bei Liauiang. eine besonders ausuichnend^' KabinettSordrc zugelnn lassen, worin Tokio, 14. Sept. Getterol Aodzu berichtet, dass der dessen gross- perfönlnl" Verdienste um die Ausbildung der Jlotte heftigste Kampf, an welchem seine Annee bei Liau- dSchstr Anerkennung fmben 11 rtn n beteiligt war, am 3. September ftattfaub. TaS 20. Regiment, welches zttvvr zwei R e g imen t S fü h r e v — 3unt Wormser Synodaltage richtet Dekan Wahl perlorett hatte, machte einen fast hoffnungslosen Sturm m Langen eine Zuschrift an den Reicl^lwten Tic ?mschrist Ibit ouf bie russische Stellung bei JuSfangmiao und eS gelang den Ayetf, den Ki rä>e nbnndansschnss de> Cvangelissi>en "Zundes beit J-eind anS seinen Verschanzungen frit vertreiben, von feiner ablehnenden Haltung nfacnflb« ' .^rmy opno- Tff Japaner hatten keine höheren Offiziere mehr als solche Mt-’.r- nbnibnnni-n unb motimcrt uon brin Ranqr eineB ^auptumnnrS. (Sin Ofsh;irr Namc,iS TnüS'hmb Vnifcn ‘ ifin. bi'- TÄtinfcit bri Vuiibr» ilDfntnhni bn« STonimniibo bc« 20. MkflimentS unb n«6 rinrr €*itr hin in rrnilnum. bir bicf.-r nncb feinrr OVfcfrirfnr Hdintt an brr Spipr ber Leute mit Hurrarufen xum Au> unb seinem fen t)cntn*iäfiiflt fxit. remnd’löfüaen muffte, ber nrifi Tie Reserven füllten ohne Zaubern bie Lücken in er aber auS leicht begreifliclieu inneren wie äufwren Ohrüntwu her Angriffslinie: die Leute beachteten weder Drahtgitter auch jetzt und künftig niemals die erforderliche Ausmerksamkeit noch andere .Hindernisse, alS sie unter Ban.zairufen die unwnN’n kann ohne sich selbst aus'.ngcbcn: wir meinen die BefestignngSwerke erstürmten. Ein Bataillon Dkeinslusinng deS öffentlidxm, deS politischen Lebens. Dem hiCrror sämtliche Offiziere; ein O^frcitcr über, ijpaim. Bund,- ist 'n nahm daS Kvmmando. Eine Kompagnie war auf 14 oder ber S3ea roianeuhuct. ben er geben, bu-S Selb umschrieben, bas Lr> Manu ,usa,umen„rsck>mol,eu. Tie Verluste beS N -. ________ m"l: ____________________________________ .11 >n en t e - be t rügen 1 300 bi t 1300 M a nn. — । der Ermüdung der Truppen wurde die Verfolgung der ^USlflnu» Russen am 4. Sept, bei Sonnenaufgang fortgesetzt. Der nr .. . -. i As- • * ~___vi, Mangel an Brücken jedoch zwang die Japaner, 9lmfterbnm l^Sepl. Tic -nternflhonnlc Sc ereil) L a bc8 i t sc f lu s sev zu bleiben. Konferenz wurde beute mit einer Rede deS Staats- Tokio, 14. Sept. In einer TcvefdK aus Liaujang gibt Ministers Beernaert-Belgien eröffnet. Zu Vizepräsidenten Kuroki zu, bafo eS .fiuropatkin gelungen ist, ohne wurden gewählt: Sieveking-Deutschland, Bramsen-Danemark Verluste an Mannsllxiiten und t^esützen sich a u S L i a u j a n g unb Kolomuu.Oestcrrcich.Uiiqgrn. Tic Konferenz trat in bie hurüen Erörtenmg der prägen deS RealrechtS zu See und deS km Schlachtselde dauere fort. Zahlreiche Tote liegen noch vcktfiSbnpothekenrechtS em, die durch die Anwendung einer jn hoben Mas^eld.-ni. An der Seite eines Hügels Miubai einheitlichen Gesetzgebung ober deS JlaggengeseheS zu regeln sich 300 Gräber. bringt die „Rheiniscl^Westf Ztg " Nachrichten, für h ren Richtig- tigkeit wir dem genannten Blatt die Verantwortung überlassen . । ..i ’i ivirb bestätigt dass bi1 Reise des Prinzen ' Ü c * n Ü c p- Unsere I r, r r j p f 0 n «erTuftc sind unbedeutend: 3 Mann wurden getötet, Atvei finp Qfu^ttung von 50 000 Mark Wert [yefrfxifft irorben war, Offiziere und 98 Mann verwundet. Tic Verwundeten sind au f Wunsch deS Zaren „a u sg e scho be n" worden sei. alle geborgen unb geniesten eine sorgfältige Pflege. Tie I Der eifrntlifa Widerstand gegen die Vrinzenrcise soll vom Leichen der Japaner wurden von UNS fortgeschafft. Ter russischen VerkehrSminister au-gegangen sein. Tic Gegner hinderte unS aber daran und feuerte aufAuSrüstung deSVrinzen soll nämlich so nvnig altprcussi- bie unter der Jlagge desRoten fireuzeSauS-scher Einsaächeit entsprochen haben dass zu ihrem Transport aesandt"n Sanitätssoldaten drei Eisenbahnwagen notwendig geweten wären. Tamil Petersburg 11 S l<^neral Stössel an nxiT obcr rufiiidx Ministerium deS PerkehiSwescns nicht n 1 . . • Mimst ..um h.0 - C \U” V ' e r ferner meldet, Auswärtigen und dessen Leiter in feiner „Verzweiflung" striff d/r J^ind in der Nacht zum 2. September den Hohenan bcn oflrfn Nun entsvann sich zwischen Petersburg und und den Langen Berg, sowie die benachbarten Be- Berlin ein reger Notmau-tausch. feindlich ; n tillerie sowohl diese Berge, wie die genannten Befestigungen recht, dass demVrinzeu Karl von Hohenzollern beim Die vordersten feindlichen ^ftipenretten wurden durch Eintreffen auf b?r „Sachsen" in Colombo amtliche Telegramme i- merkt und auf bie Sl-n-. nfetten tvie übergeben wurden mit der Aufforderung dem llufluchen deS auf die Datteri.n bei (Vcmierd Jener erösfnet. Die den jopmiischen Hauptauartierä '''nächst weitere Meldungen abzu- 3Mt.cnrettcn foMcnbc feinbliche Kolonne q c r i e t «r^aten nnt> ,.b.r c < fr n ö «11* ft ' auf fcfßtiitin. Trlattermiiien; viele fToficn Tic «tnclnncn rumsen Tarnen nnb bet »ncfl. in bie Luft. Nach einer Stunbe war ber -ln griff ,Tie ichmcrc 1-rinuua. he RutzlanbWer "»«aehenlassen brr i(ihnn#r .v„c ntuf), hat ben Patriotismus der vornehmen nusischen i amen ber Japaner abgeschlagen. Auf russischer Settc, ' bic Pinanbcr burrf Stiftungen und Dienste für das sind ein 5n.z.er und sieben Mann vcNm.ndet Vaterland zu Überbieten furfvn. Ter „Gaulois" zählt einige Petersburg, 14 Sept Dem „Tatst) Telegraph" Leistungen auf Die Jürstin Jussupow, die vielleicht das rösste Vermögen m Rußland besitzt, hat für die im Kriege Venmindeten schon riesig.' Summen gespendet^ Ausserdem verdankt man Hyr die Schaffung eine- ganzen -^anitätszugeS für die Verwundeten, b*r ein Muster an technischer Vollsiminienlieit und Beaucmlichkeit ist, ein wirklicl>es salwendes Lazarett. Dieser SanitätSnig ist nach den Aufträgen der Jürstin Jussupow und ganz auf ihre Kasten erbaut worden. Auch die Gräfin Bobrinski auS Moskau bat einen ganzen ßug zur Verproviantierung ber Truppen unb zur Hilfe für bie Verwundeten nur den Kriegsschauplatz geschickt. Eine andere Gräfin V->brinNi ist Vorsitzende einer plnlanthropischen Gesellschaft, die fiel) l>esondcrS jnft ben Cpfern deS Ürieg?S. die Krüppel bleiben, beschäftigt Die Fürstin Vieloffel'ki Biclozcr fi hat eine Gesellschaft begründet, die zur Unterstützung ber Witwen und Waisen der im Kriege gefallenen Soldaten beiträgt Die Gräfin Schuwalow, geb. Jürsiin «uma» tinßki, bat eine E) vdition ans ihre fiosten in den fernen Osten geschickt und eilt selbst balrin. nm den Verwundeten snlfe »u zu bringen, und auch die Gräfin DperanSki b.gibt sich scwst au den fire^sch an platz. ?ie will alS l-a'-m herzige -'chwester die beiden b.r V.-> .....ri -d ' i' ''V' Gräfin Ignatjew. Schulrat Dr. Friedrich Schön zu Mainz, auf fein Nach- ucheu, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, nit Wirkung vom 1. Oktober 1904, in ben Ruhestand vereist. — Der Direktor ber Realschule zu Wimpfen, Dr. Karl Kemmer, wurde zum Direktor des Realgymnasiums und der Oberrealschule und der höheren Handelsschule zu Mainz, der Oberlehrer an dem Realgymnasium zmd der Oberreal* chule zu Mainz, Dr. Philipp Friedrich, zum Oberlehrer an bem Realgymnasium zu Darmstadt und ber Lehramtsassessor Dr. Heinrich Wagner zu Oppenheim zum Oberlehrer an ber Realschule zu Oppenheim ernannt. Schu hwarenhänbler- Verein. Gestern abend tagte im »Hotel Einhorn" eine Versammlung von Schuhhändlern von Giessen und Umgegend, die nach einstimmigem Beschlüsse einen Verein der Schuhwarenhändler für Giessen, Wetzlar und Umgegend ins Leben rief. Zweck des Vereins ist Wahrung gegenseitiger Interessen und Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes. Der Verein schloss sich gleichzeitig dem Deutschen Schnhhändler-Verband (Sitz in Berlin) an. ** 4 2. Gothaer Geldlotterie. Bei der gestern im ZiehungLsaale der Landeslotterie in Darmstadt vor den Hess. Notaren gezogenen 42. Gothaer Geldlotterie sielen aus folgende Nummern Gewinne: 1 Hauptgewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 65077, 1000 Mk. auf Nr. 12286 58439, Gewinne von 500 Mk. auf Nr. 19968 107520 66699, Gewinne voi; 200 Mk. auf Nr. 2349 6096 32572 81298 110992, Ge- 'S b. Als tD. U *frn Qbcnb urlSik^, ^rcin§ ^Prunq d»° bitt in der i Dom Pre- • Äe Haupt« ‘ ac'tcm im ,or.ben Heß. mir ^lqendc 00 M. auf ,l'rvinne von Cri1inne von 10992, lZ-, ^84 54188 ^’nne von 24077 42717 W83 !S105 81484 •U13 98439 •308 107240 691 124834. Ä btiuzMt, M? °'r- «an ■ T"* /'cb®S. ^kfcer ^bramttz. ^^rlehrxx Blutlache bezeichnete die Unglücksstätte, an der sich viele Hunderte rasch angesammelt hatten. (M. Tgbl.) kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Wetzlar wurde ein Zögling der Präparandenanstalt, welcher sich eine ganze Reihe Diebstähle zu Schulden hat kommen lassen, aus dem Klassenzimmer heraus verhaftet. Aer KreßKongreß. Wien, 14 Sept. Die deutschen Delegierten zum Pre sse- k o n gr e h wurden heute mittag von dem deutschen Botschafter Grafen Wedel in der Botschaft empfangen. Während des Rayl es hielt der Botschafter eine Ansprache, in welcher er darauf hinwres, daß die.Presse als Vertreterin der öffentlichen Mein- ung in erster Linie dazu berufen imb verpflichtet sei, erzieherisch auf Gern und Stimmung der Nationen zu wirken; sie sei ferner berufen, die höchsten Ideale derselben, echte Vaterlandsliebe, treue Liebe und Gehorsam für den Herrscher und die Obrigkeiten zu pflegen und zu fördern, und damit eine wahrhaft patriotische Pflicht zu erfüllen. Zum Schluß brachte der Botschafter ein Hoch auf Kaiser Wilhelm, die deutschen Fürsten und die freien Städte aus. Im Namen der deutschen Delegierten dankte alsdann Chefredakteur Stolz dem Gastgeber und seiner Gemahlin für die liebenswürdige Aufnahme. An dem Festmahl, das die Stadt Wien den Teilnehmern des Preßkrongresses gab, nahmen der Ministerpräsident, der Eisenbahnminister, der Untcrrichtsminister, Vertreter der Zivil- und Militärbehörden usw. teil. Bürgermeister Lueger brachte einen Trinkspruch aus Kaiser Franz Josef aus, sodann auf alle bei dem Kongreß vertretenen Lander intb auf die Festgäste. Präsident Singer trank auf die Stadt Wien und deren Bürgermeister. Der Berliner Delegierte Schweizer brachte ein Hoch auf den Ministerpräsidenten aus. Ministerpräsident Dr. v. Ko erb er hielt eine Rede, in welcher er aus das gute Verhältnis zwischen der Presse und den ^Regierungen hinwies und betonte, daß der Tag ihnen näher rücke, an welchem die Erkenntnis allgemein sein werde, daß die Presse nicht terroristisch die öffentliche Meinung mache, sondern nur ein Manometer sei, der die Spannung in dem großen Kessel der.Volksseele anzeige. Kein Wille sei imstande, die Presse zu völligem Stillschweigen zu zwingen. Für die Presse gelten, ftlhr er fort, rot Leben keine räumlichen Grenzen, sie sei international, nicht nur auf diesem Kongreß, sondern in ihrem gesamten Wirken; auch ihr verleihe die Solidarität eine weitere Kraft. Auch sie genüge sich selbst und ihrem Zwecke am besten durch einträcht- liches Handeln. Wie vom fernen Osten ein Bureau dem andern, eine Zeitung der andern die empfangenen Nachrichten reiche, daß sie sofort zur selben Stunde überall gelesen werden, wie die Organe der Presse miteinander ihre Anschauungen über wichtige Ereignisse austauschen, und wie sie im schönsten Sinne des Wortes international sei, wenn es die Würdigung hervorragender Menschen gelte, so habe die Presse auch ihre internationale Herr- sch-aft angetreten, an der zu rütteln vergebliches Bemühen wäre. Die ungeheure Entwicklung des öffentlichen Lebens bedürfe einer umfassenden Kontrolle. Diese könne nur durch die Presse erfolgen. Jeder, der auf die Höhe seines, des Redners, Amtes steige, habe die Pflicht, aufmerksam dem Wirken der Presse auch im Äuslande zu folgen: dem Staat, der sich zu taub stelle, um nicht zu hören, wie sein Nachbar über ihn spricht, und blind, um nicht zu sehen, wie dieser für die Zukunft sorgt, der sündige an seinem eigenen Geschicke. ,Wir wollen die Wahrheit über uns hören und vertrauen, daß einem Verläumder kein Raum gewährt wird. In dem Zeichen der Wahrheit wird die Presse überall siegen. Die Wahrheit , ist der Schlüssel zu allen redlichen Herzen. Der Minister trank schließlich auf Wohl der Presse in allen Reichen und auf den Erfolg des neunten internationalen Pressekongresies. Dcrmifdjtw. * Köln, 14. Sept. In dem Vorort Kalk entstand heute vormittag in den Räunten der Fabrik K. I. Schleuter Groß feuer. Dasselbe fand in den großen Lagervorräten reichliche Nahrung. Das Feuer konnte bis nachmittags 3 Uhr nicht gelöscht werden, 4 Feuerwehren waren an Ort und Stelle. 2 Feuerwehrleute wurden schwer, mehrere andere leicht verwundet; auch mehrere andere an den Löscharbeiten beteiligte Versonen wurden verletzt. * Düren, 14. Sept. Gestern abend wurde der Fabrikarbeiter Rankers von seinem Schwager Libeck infolge Streites um einen geringfügigen Gegenstand durch einen Messerstich ins Herz getötet. • Berlin, 14. Sept. Gegen den durch seinen eigenartigen Ehescheidungsprozeß bekannt gewordenen Georg Steffen, alias Grafen Salviac, leitete die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Hochverrats ein. Steffen soll militärische Pläne und Zeichnungen sich zur Weitergabe an Ausländer zu verschaffen gesucht haben. * Wernigerode, 14. Sept. In Darlingerode ertränk te sich eine Arbeiterfrau mit ihren 3 Kindern. * Prag, 14. Sept. Professor Sallaba, Lehrer an der tschechischen Handelsakademie und Herausgeber der „Caska Revue", flüchtete mit 200 0 00 Kronen Wechselschulden nach Amerika. Er hatte bekannte Persönlichkeiten, die für ihn gebürgt hatten, ruiniert. * Unfälle. Beim Kaisermanöver schoß ein Füsilier des 90. Regiments bei Mühleneichsen mit einer Platzpatrone einem Füsilier des Gardekorps versehentlich ein Auge aus. — In Eppantale (Tirol) stürzte Baron Walter Lichtenturn in eine Felsschlucht ab und ertrank. Der Prager Tourist To der wurde auf dent Hoch- feiler von einem Unwetter überrascht und stürzte in eine Gletscherspalte. Er wurde mehrfach verletzt. — In Ren- Daberstädt bei Erfurt brachen die beiden 4 und 6 Jahre alten Söhne des Lokomotivführers Jahreit beim Spielen durch eine Holzbohle in die Ab ort grübe ein und konnten nur als Leichen hervorgezogen werden. * Seine eigene Frau zum Fenster hinausgeworfen hat der Arbeiter Zachraun zu Königsberg i. Pr. Die beiden Eheleute sollen sich schon immer nicht gut vertragen haben; als der Mann nun nach Hause kam, geriet er wieder mit der Frau in Streit, in deffen Verlauf er plötzlich über seine Frau herfiel, sie ergriff und, obwohl sie laut um Hilfe rief und sich verzweifelt wehrte, zum offenen Fenster schleppte und auf die Straße hinabwarf. Die Unglückliche erlitt bei dem Sturze, zwei Stockwerke hoch, neben äußeren auch schwere innere Verletzungen. * Um vom Schulbesuch befreit zu werden, hat, wie die „Franks. Ztg." mitteilt, in Kallstadt bei Frankental ein sechsjähriges Bübchen das elterliche Anwesen in Brand gesteckt. Der schulfeindliche Kleine hat mit Streichhölzern, die er sich zu verschaffen gewußt hat, einen an das Wohnhaus anstoßenden Schuppen in der Absicht angezündet, Schuppen und Haus in Asche zu legen. Befragt, uaruin er das Feuer angelegt habe, gab er an, daß er das ?au§ habe niederbrenncn wollen, damit seine Schulbücher )on den Flammen vernichtet würden und er nicht mehr in sie Schule müsse. . * Ein Zweikampf „auf Automobile". lieber eine ganz neue Berwendungsart von Automobilen beachtet ein Mitarbeiter der Pariser Ausgabe des „Rew^- hork Herclld", welcher selbst im Automobil einen Ausflua von Paris nach Versailles unternahm. Unterwegs, ans emer Stelle, wo sich zwei Landstraßen kreuzen, mußte er Halt machen, da zwei Automobile ziemlich, großen Kaubers, welche direkt gegeneinander angefahren waren, die Passage versperrten. Trotz seiner höflichen Bitte, Platz zu machen, rührten sich die Inhaber beider Gefährte nicht von der Stelle, da sie in einer heftigen Debatte begriffen warien, die sie in englischer Sprache führten. Es waren, wre man der erregten Unterhaltung entnehmen konnte, zwei Amerikaner, von denen der eßne ein Anhänger Roosevelts, der andere ein enthusiastischer Verehrer Parkers war und die über die Präsidentenwahl stritten. Schließlich kam es zu persönlichen Beleidigungen. „Sie sind ein Lügner!" rief der Parteigänger Roosevelts. „Sie haben es gewagt, mich einen Lügner zu nennen?" schäumte der Parkerianer, „dann sind Sie ein elender Hund wie alle Ihre Gesinnungsgenossen!" „Sie müssen mir Genugtuung! geben!" brüllte der Beleidigte. „Sie sollen sie sofort haben!" hohnlachte der -zweite, „ich! zertrümmere Sie!" Und mit diesen Morten bewegte er sein Automobil eine Strecke rückwärts, um dann Mit voller Kraft aus den Gegner loszufahren. Dem ersten Zusammenstoß widerstand das Ge- fitge der Magen. Das Manöver wurde jedoch mehrmals mit steigender Wlut wiederholt, bis schließlich beide Automobile zertrümmert in den Graben sielen und die Chaüffeure in die Luft flogen. Stöhnend fawd dann der Mitarbeiter des „Newyork Herald" die verwundeten Kämpfer auf der Landstraße. Mit großer Mühe lud er sie auf fein Automobil und brachte sie in das nächste Pariser Spital, wo ihnen Verbände angelegt wurden. Ob das Automobil- Turnier Nachahmung finden wird? Kunst und Wissenschaft. R. B. Darmstadt, 14. Sept. Das Hoftheater eröffnete die neue Spielsaison heute abend mit einer Festvorstellung im sog. .Jnterimsthetaer, das während des Umbaus des Hoftheaters als Musenstätte hcrgerichtet worden ist. Es stammt noch aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts, und hat schon in den siebziger Jahren lange Zeit nach dem Brand des Hoftheaters als Aushilfe dienen müssen. Der heutigen Aufführung von Mozart's „Entführung ans dem Serail" wohnten der Großherzog, Prinz und Prinzessin Ludwig von Battenberg und Prinz Andreas von Griechenland mit Gemahlin bei. Der Aufführung ging Weber's Jubelouverture mit nachfolgender Nationalhymne voraus, an der am Schluß Herr Bürgermeister Dr. Glässing ein dreimaliges Hoch auf den Großherzog ausbrachte. .Den Dirigentenstab führte zum ersten Mal der neue Kapellmeister Kittel, der die Oper sicher und feinsinnig leitete. Tie Besetzung tour mit Ausnahme des früheren Mainzer Tenorbuffos Salcher die alte. Das ausverkauftc Haus spendete der Hauptdarstellerin reichen Beifall. Berlin, 15. Sept. Das Festmahl zu Ehren des Der- rnatolvgen-Kongresses vereinigte über 300 Vertreter der Wissenschaft. Das Hoch auf den Kaiser brachte Geh. Regierungs- rat Bumm aus. Geh Regierungsrat Kirchner toastete auf die Regenten und.Präsidenten der Länder, die Vertreter entsandt haben. Prof. Besser ehrte alle, die ihm bei den Vorbereitungen zum Kongresse geholfen haben, namentlich Sanitätsrat Rosenthals und Pros. Crvcker und trank auf das Wohl der deutschen Regierungsvertreter. Geh. Rai Lesser feierte den Ehrenpräsidenten des Kongreffes, Prof. Besnier. Kcrichtssaak. (h.) Frankfurt, 15. Sept. (Eigener Drahtbericht.) Vor dem Oberkriegsgericht des 18. .Armeekorps begann heute vormittag 8- Uhr die Verhandlung über die Berufung des Oberleutnants z. D. Witte, fricher im Train-Bat. in Forbach, zuletzt Bezirksoffizier in Siegen wegen des Urteils des Kriegsgerichts der 21. Division vom 30. Juli, das Witte wegen Meineids und Soldatenmißhandlung zu. 1 tJahrl utnd' 3 Tage Zuchthaus verurteilt hatte. Zu der heutigen Verhandlung sind 27 Zeugen geladen gegen 35 im ersten Verfahren. Unter den nicht wieder geladenen Zeugen befindet sich Bilse. Witte erschien heute in Waffenrock, Helm und Säbel; das letzte Mal trug er nur Waffenrock und Mütze. Dtc Oeffentlichkeit wurde ausgeschlossen. Frankfurt, 14. Sept. Wegen Heiratsschwindels verurteilte die Strafkammer jn Franffurt den 53 jährigen Schriftsteller Salo Werner, der während des Burenkrieges im englischen Lager für Zeitungen berichtete, zu drei Jahren Gefängnis. Werner hatte sich, obwohl verheiratet, hier verlobt und seiner Braut 6000 Mark abgeschwindelt. Dann war er nach Nauheim gegangen und hatte sich dort mit der Schwester seiner Braut verlobt, der er 4000 Mark ab zu schwindeln verstand. — Mathilde Serao freigesprvchen. Die bedeutendste italienische Schriftstellerin der Gegenwart, Mathilde Serao, die Gemahlin Edoardo Scarfoglios, des Herausgebers des verbreiteten Blattes Jl Mattino, wurde von den gegen sie aus Anlaß der administrattven Skandale Neapels.erhobenen Anklagen freigesprochcn. .Bekanntlich war der kürzlich verstorbene Senator Saredo der erste gewesen, der bei seiner Veröffentlichung über die Korruption in Neapel Woerc Anklagen gegen die Schriftstellerin erhoben hatte. Sie ist beschuldigt, lleine Leute unter Versprechungen von Stellen um Geld angegangen und das Versprechen dann nicht gehalten zu haben. Es wurde ihr u. a. vorgeworfen, den Stadtpvlizisten Foti zu einem Darlehen an sie unter der Vorspiegelung veranlaßt zu haben, daß sie seine Beförderung znm Gefreiten durchsetzen werde. Tas Darlehen bezifferte sich auf 200 Lire. Jn demselben Jahre soll sic ein Darlehen von 2000 Lire von einem gewissen Giuseppe de Simone erlangt haben. Sie hatte ihm die Ernennung zum Museumsdiener versprochen. .Die Hauptentlastungszengcn für Mathilde Serao waren der ftüherc Bürgermeister Marquis 'Campolettari und Magistratsmitglied Contreras; sie beide traten in erster Linie für die Angeklagte ein, und so erfolgte ihre Freisprechung. W? ^b-ndgew 46 Psff., 2. Dual 57-00 Psg., L-b-ndaemicht 3- Qual. 52—54 Psg., Lebendgewicht 00—00 Psg. — Geschäft gut, Ueberpand unbedeutend. * Kiserrvahn-Zeilung. <- - 77, d Etrisch beleuchtete 0 - ZügeBerli n-K ö ln Das seit kurzem zwischen Berlin und Köln verkehrende v-Zugpaar fuhrt nur neue v-Zugwagen mit elektrischem Licht. Der elekttische Strom wird durch eine Dynamomaschine erzeugt, die auf einer nnndhrneh?;o bei? .beibc!} Drehgestelle am Packwagen angebracht ist. Ctrom rotrb zunächst nach dem Cchaltbrett im Packwagen geleitet und geht dann in die einzelnen Batterien, die sich unter jedem Wagen befinden, und von wo cni§ die Lampen im Zuge gespeist werden. Jeder Wagen erster und zweiter Klaffe bat vier Stromkreise und zwar einen für die Seitenqanq- und Abortlampen, einen für die mittlere, einen für die seitliche Decken- lainpe und einen für die vier Leselainpen. Die einzelnen Stromkreise können icder fiir sich aus- uiid wieder eingeschaltet werden, ebenso kann ;ede Leselampe für sich ausgeschaltet werden Der Aektrisckw Strom wir^ wie wir in der Elekirotech. und polytechn. Rdsch. Fraiiksurt a. M. lesen, wahrend der Fahrt durch die erwähnte Dynaniomaschine erzeugt imb durch eine und die elektrische Haiiptleitung in die einzelnen Wagen geleitet Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voranssichtttche Witterrrng in Heffen für Freitag, den 16. September: Meist heiter und trocken, bei kühlerer Nacht tagsüber Temperatur wenig verändert. Für die kommenden Nachte besteht Nachtfrostgefahr. Näheres durch die Gießener Wetterkatte. Familien-Nachrichten. Gestorben. Herr Isidor Lekisch in Mainz. Kirchliche Hlachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbathfeier am 17. September 1904. Freitag abend: 6.00 Uhr. Samstag vormittags: 8M Uhr. Predigt. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 7.20 Uhr. Sonntag morgen 5.00. Nachmittags 3.00. Montag, den 19. September 1904. Versöhnungsfest. Vorabend: 6.35 Uhr. Predigt morgens 6.00 Uhr. Festesausgang: 7.10 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.30, abends 6.00. """H" " ' 1 Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. Koblenz, 15. Sept. Eine hier abgehaltene Versammlung von Interessenten des Mosel-, Saar--' und Lahngebietes, an welcher auch Abgeordnete teil* nähmen, jwar einmütig der Ansichh, daß esire Resolution des Landtages W Gunsten der Kanalisierung der Mosel, Saar und Lahn nicht genüge, sondern daß die AufncchinL der Kanalisierung der drei Flüsse in die gegenwärtige wasserwirtschaftliche Vorlage erforderlich ist. Angesichts eines lebhaften Angriffes auf die Mvsel- und! Saar-Kanalisierung von niederrheinischer Seite ersuchte die Versanttnlung die Mgeordneten des Mosel-, Saar- und Lahngebietes, der gegenwärtigen Vorlage nur zuzustinrmen, falls Mosel, Saar und Lahn in die Vorlage aufgenomimen werden. New-Pork, 13. Sept. Die New-Vorker Presse will erfahren haben, daß zwei Verschwörer aus Barcelona nach Vera Cruz übergesiedelt seien, um nach den Vereinigten Staaten zu gehen und den Präsidenten Roosevelt zu ermorden. Die Leute seien bei ihrer Ankunft verhaftet morden. Da ihr jetziger Aufenthalt unbekannt sei, so glaubt man, die mexikanische Regierung hätte sie summarisch hingerichtet. vom Kriege. Paris, 15. Sept. Der Petersburger Korrespondem ves „Echo de Paris" berichtet seinem Blatte, er habe in Peterhof Kenntnis von einem Bericht des Statthallers A l e x e j e w an den Zaren erhallen. .Alexejew hat tatsächlich den Zaren gebeten, ihn seines ^kmtes als Befehlshaber der mandschurischen. Truppen zu entheben, nicht aber seines Pvstens als Statthalter. Er werde in Zukunft beauftragt bleiben, die polittsche mti> diplomatische Vertretung auszuüben. Er werde seine Residenz in Charbin auffchlagen. Kuropatkin werde also nunmehr die einzige Verantwortlichkeit für alle Truppenbewegungen haben. — General Kuropa t kin berichtet in einem Briefe an einen Freund, daß die Lage sich wesentlich gebessert habe und daß er demnächst einen Zusammenstoß mit japanischen Truppen erwarte. Er hoffe, kräftig die Offensive zu ergreifen. London, 15. Sept. Aufregung erregt hier eine Depesche aus Gibraltar. Der Dampfer der Orientlinie Ortona meldet, er habe gestern nachmittag gesehen, wie ein russischer Kr eu zer dabei war, den britischen Da mpfer Derwcn aus Kardiff zu untersuchen. Der Derwen gehört dem Reeder JoneS in Kardiff und ging am 7. ds. mit 6000 To. Kohle nach Port Said ab. Tie Ladung gehört der Firma Worms u. Co. Der von der Ortona la-ngegebene Platz der Untersüchirog liegt zwischen 'Lt. Vincent und der Straße von Gibraltar. Paris, 15. Sept. Der russische Kreuzer 2. Klaffe Korea wird voraussichtlich morgen einen Hafen der Vereinigten Staaten im Stillen Ozean anlaufcn. DaS Scküff erchielt Befehl, sich den Weisungen der amerikanischen Behörden streng zu ftigen und nach Kohlcn-Einnahme in der Richttlng nach WladiNwstok abzudampfcn, um untettvcgs nach Schiffen mit Kontrebande zu spähen. Handel Md Uerkehr. Uolkswittschast. Berliner Börse vom 14. September 1904. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 3hg Prozent. Alüangs- u. Schlußknrfe. Oest. Kredit.... 204.00 205.75 Deutsche Bank . . . 224.25 224.37 Darmstädter Bank . . 142.00 142.00 Bochumer Guß . . . 207.70 207.40 Harpener Bergbau . . 217.50 217,60 Tendenz: Befestigt. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 15. Sept. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Arntliche Notienmgen der heutigen Vieh Marktpreise. Zrnn Verkaufe standen: 17 Ochserr, 6 aus Oestreich, 3 Bullen, 0 aus Oestreich, 52 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 3 aus Oestreich, 270 Kälber, 241 Schafe und Hämmel, 1654 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochsen l.Oualität70—71 Mk., 2. Qual. 67 69 Mk., 3. Qllal. 61-- 65Mk.; Bullen l.Qual. 61 biö 63 Mk., 2. Qugl. 58-60 Mk.; Kühe 1. Qual. 68—70Btt., 2.Qual. 64—66 Mk., 3. Qual. 56—58 Ml, 4. Qual. 47—49 Mk., 5. Qual. 00-00M. Kälber: l.Qual. 83 87Psg., Lebendgeivicht 49-58Vf., 2. Qual. 75—78 Pfg., Lebendgewicht 45—48 Psg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 59—61 Psg., Schafe: l.Qual. 68 70 2. Qual. 60—62 Pfg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Qual. K o pen Hagen, 15. Sept. Blätterrneldimgen zufolge wurde em hier per Dampfer aus Schlrcden augekomniener Japaner am Landungsplätze von Geheimpolizisten emvnrtct und überwacht. Als er einige Stunden später mit der Balm nach Korsor ab- reiste, folgten ihm die Polizisten. .Hiesige Blätter meinen, die Mission ^des Japaners bestehe barin, die europäische Flotte während ihrer Durchfahrt durch den großen Belt au s zn spionieren. Telephonischer Kursbericht. SV8% Reiohsanleihe 8»A do. . . Konsola . . . 3 o/n do .... R*/8% Hessen . . . 3’/, % Oborhosaon . . 4% Oostorr. Goldronfe . 4‘/ft% OcRtorr. 8ilborrento 4% Ungar. Goldrento . 4°/o Italien. Rente . . 4V, 96 Portugieser » . R°/ Portugiesen. . l"«l C. Türken Türkonloae ...» 4°/q Orieoh. Monopol.-AnI. 4l]t% Äussere Argontiner F nnkfnrt a W., 15. . 102.15 8°/o Mexikaner . 89.50 Chinesen . 101.95 Electric. Schlickert September.r . . . 28.10 . . . 90.25 . . . 116.50 . 89.80 . 100.15 . 98.70 . 101.60 100.40 . 100.20 . 104.20 . 62.30 . 61.40 I Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit Dannstildtor Rank Dresdener Bank . Berliner Handelsgea. Oostorr. Staatabahn Lombarden , . Ootthardhahn . . Laurahntte . . . Bochum .... Ilarponer . . . Tendern: fest. . 106 40 . 206 10 . 91.80 . 142.20 . 154.60 . 161.00 . 138.00 . 18.65 . 189,50 . 250.50 . 208.50 . 215.90 Fritz ^ccarius Harkt 7. Willi. 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