Nr. 12 Sri Afftet Ugfi» auüet Sonntage. Dem G'etzer,« Anzetger werden tm Wechjel mit dem tzeffitchen tanvwirl btf Llegeaer Zamtsten» Witter viermal tn bei Wach« betgclegt Rotattonftbrud a. Bei- lag der Brühl 'ld>tn UnltKrl.-tiuct)* u Clctn» brude rat (’üutid) Erden) Rtbahlan. LxvedMo« und Druderat: Gchatyratze ?• Itorefic Iüe Deoelchenr Ru,jctfier Etetzea. FrrnlprrchunlchluhNr 6L Erftes 154* Jahrgang Freitag 15. Januar 1904 Giekener Anzeiger *v General-Anzeiger ö '**' Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen yffzugspretAr monaiucfc76Dienet» lährltd) Mk. £.20; durch 9lbbole- u. ^roetgfteßeF monailid) 6o Pt., durch die Post Ml.L— vienel- |äbrL auSlcbl vellellg. Amtahmr von Anzeige» üi die XageGnummex >i» cwxnttUug« 10 Uhr. . eUennrar» lokal 11 tÄ, lutiwirtl K thg. ib«ceel®etlitdb Kh den poltt and aOgern. Deilr P ötilfo tüt , Skadr and Uanö* und JSend)t«1aale. ttteguft Götz. tüi den An- letaentetl t>ani Beet Deutsches Reich. Berlin, 14. Jan. Ter Kaiser als Oberchcrupt des Ordens vmn Schwarten Adler wir-, motgen die feierliche Investitur des Prinzen der Niederlande und des Erbprinzen van Hohenzvllern, sowie des Wirkt. Geh. Rats v. Köller vornehmen und ein Kapitel abhalten. — Prinz .Heinrich traf heute van Kiel aus in Berlin zur Beteiligung am Kapitel des Schwarzen Adler- urdens und ernt Krönungsfest ein. — Am heutigen Todestage des VaterS der Kaiserin, des 1880 verstorbenen Herzogs Friedrich von Eckleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, haben der Kaiser und die Kaiserin einen Kranz auf den Sarg des Herzogs in Primkenau niederlegen lassen. — Ter Kaiser hörte heute die Vorträge des Generalmajors Kehrer, Vorstands der Artillerie-Prüfuneskom- misiioN. des Kriegsministe^s. des Chefs des Generalstabes der Armee und des Cltefs des Militärkabinetts. — Tie Annahme, daß die Ei s<»n b ah n v e rwa lt- ung im laufenden Jahre einen Mehrüberschuß von etwa der .Höhe des auf 7 3 M il l i o n e n Mark normierten Etatsdefizits ergeben werde, trifft zu. (5s ergiebt sich das einfach aus folgenden Taten. Berechnet man sich aus dem Mehrbeträge der Verkehrseinnahmen des laufenden Jahres über den des Vorjahres in den ersten acht Monaten den voraussichtlichen Jahresbetrag dieser Mehreinuahme und stellt man weiter in Rechnung, daß der Etatsansatz für 1903 um rund 27 Millionen Mark gegen die Jsteinnahme des Jal.res 1902 zurückbleibt, so gelangt man zu dem Ergebnis, daß die Verkehrseinnahmen der preußischen Eisenbahnen im lautenden Jahre voraussichtlich den Etatsansatz um ICO biZ 110 Millionen Mark übersteigen werden Geht man ferner von der Ta fache aus, daß, dank der sparsamen Wirtschaft in der Eiseubahuverwaltuna, von dieser Mehr- einnahme nur etwa 27 Proz. durch Mehrausgeben aufgc- zebrt werden, so ergibt sich, daß man nach den vorliegenden Zahlenausweisen in der Tat für 1903 mit einem Mehrüber- )tfuf)e der <'lsenbahnverwaltung Wort 73 bis 80 Millionen Mark über den Etatsamah rechnen kann. — Ter kaufmännisch eBerbandfürweibliche Angestellte zu Berlin, der bereits bei der im vorigen Jahre erfolgten Veröffentlichung eines Entwurfs betr. Ka u fm a n n s g e rich! e an den Bundesrat eine Eingabe gerichtet lytii, worin das Wahlrecht für die Frauen gefordert wurde, teilt mit, daß er jetzt nach dem Bekaynt- werden dM> neuen Entwnris sofort an die Ausarbeitung einer Teul'chrift hr'-ange'r^en ist, die in allernächster Zeit dem Reichstag sowie den einzelnen Abgeordneten zu gehen wird. Tarin wird unter eingehender Widerlegung aller von den Gegnern vorgeführten (Minde die Notwendigkeit betont, auch den berufstätigen Frauen das aktive und passive Wahlrecht für die Kauftnannsgerichte zu gewahren. Nicht nur der 16 500 Mitglieder zahlende Verband für weibliche Angestellte, sondern mich die übrigen Lokalorganisationen in den verschiedensten Städten Deutschlands werden diesem Schritte folgen. — Tas Verlagshaus, bei dem der Roman „Jena und Sedan" von Benerlein erschienen ich erklärt, daß die von ihm angestellte Klage gegen die „.Hamb Nachr." sich nicht auf eine Kritik dieses Blattes über den Roman stütze, sondern deshalb erhoben sei, weil die „Hamb. Nachr." die unwahre Behauptung ausgestellt hatten, der Verlag sei durch Geld aus der sozialdemokratischen Parteikasse in die Lage versetzt, das Buch nunmehr in billigerer Ausgabe erscheinen zu lassen, und der Preis um das Fünffache herabgesetzt worden. — Ter bajuvarische Preußen haß treibt recht häßliche Blüten. Ein partikularistisches .Hetzblättchen „Das Dolksrecht" fd)ämt sich nicht, folgende Warnung zu veröffentlichen: „Bayern, kau ft nur bei Bayern? Ladet keine Preußen in Eure Familien ein, denn sie verführen Eure Frauen und Töchter und haben schon die ganze Welt betrogen." — Auf welchem geistigen und sittlichen Niveau muß wobl ein Lesepublikum stehen, das sich derartige Leistungen gefallen läßt? — Ten „Verl. Pol. Nachr." zufolge beschloß das Direktorium des Zentralverbandes deutscher Industrieller eine Zentralstelle der Arbeitgeber- Verbände zur Bekämpfung unberechtigter Bestrebungen der Arbeiter zu errichten und ferner die Reichstags- nntglieder zu ersuchen, den Gesetzentwurf betr. Kauf- mannsgerichte ab zulehnen. * Ausland. Stockholm, 14. Jan. Ten». B-ericbte der Tabak-Kommission zufolge erwarten die Importeure eine Erhöhung d e r T a b a k.z ö l l e in der bevorstehenden Reichs' cms'ession Von den Zollniederlagen werden große Quantitäten ab 'genommen. Paris, 14. Jan. Ter Senat wählte Falliöres zum Präsidenten wieder. Auch die bisherigen vier Vizepräsidenten wurden wiedergewählt. — Kamme r. Bei Beginn der Si^u.ng hielt Präsident Brisson eine kurze Ansprache. Es sei Aufgabe der Republik, allen Bürgern im friedliebenden, geachteten Frankreich ein immer besseres- und würdigeres Dasein zu verschaffen. Brisson teilte sodann mit, daß die Interpellation über die Ausweisung des deutschen Reichstagsabg. Delsor aus LuneVille und über Vorgänge in der Arbeitsbörse einaegangen sei. Ministerpräsident Combes ersucht das Heus, die Interpellation über die Ausweisung Telsors acht Tage zu vertagen. Ribot spricht seine Ver- wunderune darüber aus, daß die Regierung eine Vertagung verlange. Wolle die Regierung etwa noch sonstwo Errun digungen entliehen? Ministerpräsident Combes verwahrt sich entschieden gegen die Zumutung, daß er Mitteilungen aus dem Ausland« erwarte, um die Interpellation zu beantworten. Tie Kammer beschloß schließlich, die Beratung der Interpellation über die Ausweisung Telsors um acht Tage zu vertagen. Tie Kammer lehnte sodann entsprechend dem Verlangen der Regierung einen Antrag ab, wonach das Gesetz über die Ausweisung von Ausländern vom 3. Dezember 1849 ab geändert und auf Personen für nicht anwendbar erklärt werden sollte, die von französischen Eltern in Ländern geboren sind, die zurzeit ihrer Geburt französisch waren. — Aus Luneville wird berichtet, das Komitee der Liga der Menschenrechte in Luneville hat die Beantwortung der Prvtestadresse Josef Reinachs gegen die Ausweisung Telsors abgelehnt und die Erklärung abgegeben, daß Telwr die Rechte als Bürger Frankreichs verloren habe, weil er im deutschen Reichstage zu Gunsten der Armeekredite gestimmt habe. Außtand und Japan. Gestern meldeten wir, daß der holländische Ministerpräsident Tr. Kuyper nack Petersburg zu reisen gedenke, um dort seine Dienste als Vermittler im russisch-japanischen Konflikt anzutreten. Heute kommt aus Paris die Nach>- rictyt von einer anscheinend unmittelbar bevorstehenden freundschaftlichen Intervention Frankreichs und Englands behufs Herbeiführung einer friedlichen Regelung der zwischen Japan und Rußland schwebenden Schwierigkeiten. 9hm wird zwar na er „guter" Pariser Quelle des W. T.-B. dazu bemerkt, die Gerüchte über diese An- gclegenheit seien verfrüht. Sicher sei, daß eine französisch- engnsche Intervention zur Erhaltung des Friedens in diplomatischen Kreisen Frankreichs sehr willkommen wäre. Zwischen den interessierten Kabinetten mögen Erörterungen gesprächsweise angel'nüpst sein, aber, wie man an gutunterrichteter Stelle zu wissen glaubt, haben diese Unterredungen zur Stunde noch keine enb gütige Form gewonnen. — Unser Berliner Korrespondent dagegen hat erfahren, diese Nachricht sei „begründet". In Berliner politischen Kreisen werden aber Zweifel ».ehegt, ob diese „guten Dienste" gerade Japan, das von Tag zu Tag hartnäckiger auf seinen Forderungen besteht, zur Mäßigung veranlassen werden. Rußland ist mit der Vermittlung, die unter allen Umständen der weiteren Festigung seiner Positron in der Mandschurei zu statten kommt, zweifellos einverstanden, denn ohne Rußlands Zustimmung würde Frankreich keinen Schritt in der bezeichneten Richtung getan haben. Im Sinne der russischen Regierung ist aber eine Auslassung des russischen Blattes „Swet" zu betrachten, die von der „9t. A. Ztgch vollinhaltlich wiedergegeben wird: die entschiedene Ablehnung des amerikanischen Vorschlags, den russisch-japanischen Konflikt dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten. Ter japanische Gesandte in Washington teilte dem Staatssekretär Hay mit, Japans Antwort, die der japanische Minister des Aeußern persönlich dem russischen Gesandten in Tokio überreicht haben soll, stelle eine Ablehnung allerwichtigenrussischenVorsch läge bar, während JapansGegenvorschläge einen solchen Charakter trügen, der sie nahezu sicher unannehmbar mache. Daher hege man in Tokio großen Pessimismus bezüglich der Lage. Dem japanischen Gesandter! in London Hayaschi ging der Wortlaut der Antwort Japans an Rußland zu. Hayaschi teilt dem Reuterschen Bureau mit, daß die Antwort durchaus kein Ultimatum enthalte und keine Fristb e- st i in m it n g und in friedlichem, aber durchaus bestimmtem Tone gehalten sei. Japan habe seine Haltung bezüglich der Hauptforderungen nicht geändert. Die Antwort zähle nochmals die ursprünglichen Bedingungen bezüglich der Mandschurei und Korea auf. Einer der wesentlichsten, wenn nicht der wesentlichste Punkt, auf dem die japanische Note bestehe, sei die Souveräne- tät Chinas in der Mandschurei. Aus und Zand. Gießen, den 15. Januar 1904. * * Bahnhofsneubau. Die Vertragsunterlagen betreffend den Neubau des hiesigen Bahnhofs werden, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, bis zum 25. Februar d. I. fertig gestellt. * * Erledigte Stelle. Die Oberförsterei Gießen vom 1. April ds. Js. ab. — Todesfall. Wieder ist ein unermüdlicher und pflichttreuer Beamter unserer Stadt heimgegangen. Nach kurzem Kranksein verschied heute der erste Fleischbeschauer am städtischen Schlachthof Fried risch Stooß. Geboren am 12. November 1821 wurde er am 5. Dezember 1843 Bürger unserer Stadt und trat am 4. November 1873 als Fleischbeschauer in städtische Dienste. Er besaß infolge seines auf die Erfahrungen eines arbeitsreichen Lebens gegründeten Wissens und infolge seines lauteren Charakters die Zuneigung und Verehrung 9(Uer in vollstem Maße, und man wird dem selig Entschlafenen ein ehrenvolles Andenken stets zu wahren wissen. * * Feuer entstand gestern abend gegen 7 Uhr in dem sogenannten „Schlößchen" in der Liebigstraße, worin drei Haushaltungen sich befinden. Aus bis jetzt unaufgeklärter Ursache brach im Keller ! - dem Rentner Wolf gehörigen Villa Feuer aus, das bald bcmc.ii wurde, worauf man sofort die städtische Feuerwehr allarmierte. Der Brand, der aus dem Keller auch ein wenig nach oben sich geschlagen hatte, wurde bald unterdrückt. Das die Villa umstehende zahlreiche Publikum sah keine Flammen und nur die Feuerwehrleute geschäftig an der Arbeit und bisweilen in der Dunkelheit eine kleine Rauchwolke aufsteigen. Die Brandstelle war natürlich von der Polizei bis zu an- gemessener Entfernung abgesperrt. In ca. einer Stunde schon war der kleine Brand vollständig gelöscht. Die Sturmglocken der Stadtkirche, die beim Bekanntwerden des Feuers sogleich geläutet wurden, hatten eine große Menschenmenge auf die Beine gebracht. Einen sonderbaren, unliebsamen Aufzug bildeten eine Schar Kinder, die mit „Prosit-Neujahrrufen" zur Brandstelle eilten. •* DaS Zigeunerkonze rt, das am Mittwoch so großen Erfolg gehabt hat, wird zu dem gleichen wohltätigen Zweck und denselben Eintrittspreisen am nächsten Montag, den 18. d. M., noch einmal im Neuen Saalbau ftattfinben. Das letzte mal mußten Viele, die noch Billets kaufen wollten, wegen Uebersiillung des Lokales abgewiesen werden. Es soll daher noch einmal Gelegenheit geboten werden, die vorzüglichen Leistungen der aus 27 Mann bestehenden, aus Mitgliedern vieler studentischer Korporationen sich zusammensetzenden Kapelle sich anzusehen und anzuhören. An unserer Universität herrscht, was aus der Zusammensetzung der Kapelle besonders heroorgeht, unter Studenten und ihren Korporationen ein schöner Geist der Einmütigkeit, der bei dieser Veranstaltung und ihrem edlen Zweck doppelt rühmlich hervortritt. Die wackeren Musikanten haben, wie wir hören, auch schon Rufe nach auswärts, u. a. Wetzlar und Lauterbach, bekommen. Bei und nach dem Konzert am Mittwoch wurden 11 Hektoliter Bier verzapft. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Am Donnerstag beft 21. Januar gastiert das hier besten- eingeführte Lindemann-Ensemble, das ein neues Stück („Theodora" von Johann Boyer'» unp einen für Gießen neuen, berühmten Gast — Fräulein Luise Dumont vom deutschen Theater in Berlin — bringt. Das Mandat ber Mitglieder der Bezirks- eisenbahnräte in Frankfurt a. M., Hannover, Berlin, Bromberg, Köln, Erfurt und Magdeburg ist mit Ende 1903 abgelaufen. Die Neuwahlen für die Jahre 1904, 1905 und 1906 sollen durch die kaufmännischen, gewerblichen und land- wirtschastlichen Körperschaften und Vereine alsbald bewirkt werden. — Nach vollzogener Neuwahl sollen sämtliche Bezirkseisenbahnräte unverzüglich berufen werden, um ihrerseits die Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder des Landes- eisenbahnrats für die Jahre 1904, 1905 und 1906 neu zu wählen. ** Verein „Canaria für Gießen und Um* gegenb*. Eine recht lebhafte Tätigkeit entwickelt zur Zeit der hiesige Kanarienzuchtoerem. Seine erste große allgemeine Ausstellung steht vor der Tür, und alles wird aufgeboten, daß sie sich den Veranstaltungen in größeren Städten ebenbürtig anreiben kann. Außer einer großen Anzahl von hier und auswärts angemeldeter Konkurrenz-Kanariensänger, 93er» kauss-Kanarien, Käsigen, Zuchtutensilien, Sämereien re. wird die weit bekannte Vogelhandlung von Karl Müller-Frankfurt a. M. einige hundert Exoten, Papageien sowie deutsche Sing- und Zieroögel auSstellen. Es ist soweit den Liebhabern an Wellensittichen, Zwergpapageien, chinesischen Nachtigallen, roten Kardinälen, Lieder singenden Dompfaffen, Distelsinken und wie sie sonst noch alle heißen, Gelegenheft geboten, ihren Bedarf hier am Platze zu decken und dadurch die meist hohen Versandtkosten zu ersparen. Unter diesen Umständen ist ein Besuch der Ausstellung, die vom 22. bis 24. Januar im Restaurant Postkeller hier abgehalten wird, sehr zu empfehlen. Jntereffenten unserer Vogelwelt finden dort die mannigfachste Anregung. Lose sind in der Ausstellung sowie in den durch Plakate erkenntlichen Verkaufsstellen zu haben. ** Eine Versammlun g der ck ristlich-sv- zralen Partei hat hier am Sonntag stat!gefunden. Ein eigener Berichterstatter hat dieser Versammlung nicht bei» gewohnt. Dem uns jetzt, so außerordentlich verspätet zugegangenen längeren Berichte entnehmen wir folgen des: Ter Vorsitzende, Pfarrer i. P. Hofmann, eröffnete^ bie Versammlung. Von sozialbemokratis ck'er Seite wurde zuerst zur Geschäftsordnung der Dunscb nach einer Bureauwahl geäußert, was der Vorsitzende, als der Ein- beruser der- Versammlung, nicht zuließ. Er erteilte zunächst dem Reichstagsabg. Dr. Burkhard das Wort. Dieser legte das bekannte Prograinm der Partei bar unb polemisierte gegen bie Sozialdemokratie. Ter Präses des frankfurter Kongresses christlicher Arbeiter tont Oktober v. I., Herr B ehrens von Berlin, forderte sodann alle Arbeiter mit christlicher Weltanschauung, die treu zu Kaiser und Reich stehen, auf, sich zu organisieren und zusanimenzu- sckließen, um ihre Interessen mirffam vertreten zu können, und zwar innerhalb der christilch-sozialen Partei, m die einzutreteu er sie einlud. — Es kam nun von sotten der Sozialdemokraten zunächst Herr Krumm zum Wort, der sich, in seiner Rede großer Mäßigung befleißigte und auch seine Genossen nuch Möglichkeit in Schranken hielt. Er stellte als beit Grundsatz seiner Partei das Wort hin: „Liebe Deinen Nächsten als Dich selbst", und bedauerte, daß die chrisklich^soziale. Partei von ihnen getrennt die Interessen der Arbeiter zu vertreten suche. Er glaubte, daß die dadurch herboigeführte ZersMtterung diese Interessen schädige. Zwei andere Redner seiner Partei^ die nach ihm zur Aussprache tarnen, hielten sich bei weiten^ nicht so maßvoll in ihren Ausführungen, und einer von ihnen schleuderte den Vertretern der christlich-sozialen Partei sogar das biblische Wort „Ihr Heuchler und Otterngezüchte" entgegen. — Pfarrer Bernb e ck von Okarben antwortete diesen Herren in sehr lebendiger Weise und zeigte an einem Beispiel, das er einem Kasseler Blatte entnahm, wie eine dortige sozialdemokratische Genossenschaft ihren Arbeitern eine weit längere Arbeitszeit zumute, als dies von den Fabrikanten in Crimmitschau geschehe. Die Herren Dr. Burkhard und Behrens erwiderten nun noch den sozialdemokratischen Rednern im Schlußwort und empfahlen nochmals in eindringlicher Wttse den Arbeitern den Eintritt in die christlich-soziale Partei. ** Der Tag von Briare. Das hiesige Regiment hat den 14. Januar als Ehrentag gefeiert. Leutnant Schwendy hielt, wie uns beute mitgeteilt wird, einen wohldurchdachten Vortrag über das Detachement von Randau, dessen Stellung und Aufgabe, sodaß man glauben mochte, er sei Augenzeuge gewesen. Oberst v. Grävenih gedachte in längerer ergreifender Rede der Gefallenen, sowie aller Angehörigen oes früheren 2 Regiments, nachdem der Toast auf Se. Majestät und unseren Landesfürsten ausgebracht war. Ein festes Zusammenhalten aller derjenigen, welche ihr Leben für des Vaterlandes Wohl in die Schäme schlagen mußten, fei in der gegenwärtigen Zeit unerläßlich. ** Tas Verordnungsblatt für die evang. Landeskirche enthält die Mitteilung, daß an christlichen Liebesgaben im Jahr 1902 im ganzen 709 889 Mark eingegangen sind. Davon ergaben allgemein erhobene Kirch en kolle kten 32 283 Mark. * * 2. Kammermusik-Abend. Auf den am Sonntag den 17. Januar in der Univerfttäts-Aula statt findenden Kammermusik-Abend möchten wir hiermit empfehlend Hinweisen. Das im Inseratenteil veröffentlichte Programm birgt mehrere Perlen der Kammermusik, die durch ihre geschickte Zusammensetzung (Bach, Mozart, Saint-Saens) cftnz besonderes Interesse erregen werden. Die Sängerin des Abends, Fraulein Hedwig S ch w e i ck e r - Stuttgart, empfiehlt sich selbst durch die vornehme und geschmackvolle Wahl ihrer Gesänge. An Lieder von Brahms, Wagner und namentlich Hugo Wolf wagen sich denn doch nur Berufene. * * Theater-Verein. In der nächsten (6.) Vorstellung. am Freitag, den 22. d. M. wird Suderma nn's neues Schauspiel „Ter Sturm geselle Sokrates" zur Aufführung kommen. Tie Vorstellung findet mit Rücksicht auf die hohen Unkosten des Triesch Gastspiels ohne Zuziehung eines Gastes statt. Ten alten Achtundvierziger, den Sturmgesellen, spielt Herr Linzen. * * Maschinenbauer-Gesangverein. Die für nächsten Montag abend im Neuen Saall'au angesetzte Sitzung des Ausschusses für den Maschinenbauer Gesangverein wird des zu gleicher Zeit stattfindenden Wohltättgkeits- kvnzerts wegen infolge des freundlichen Entgegenkommens des Vorsitzenden nach dem unteren großen Saal des Caft Ebel verlegt worden. * * Ueberschwemmungen. Infolge des plötzlich eingetretenen Tauwetters und heftigen Regens ist die Lahn, die nun starken Eisgang hat, weit über ihre Ufer getreten und überschwemmt das Lahntal zwischen Wißmar, Heuchel heim, Gießen, Klein-Linden, Dutenhofen, Atzbach, Dorlar, Nieder-Girmes bis Wetzlar. Auch das Wiesecttal bildet zwischen Gießen und Wieseck einen großen See. Scharen von Raben sieht man, die den vor den Fluten flüchtenden Mäusen und anderen Tieren eifrig nachstellen. In den letzten Jahren hat die Lahn nicht die jetzige Höhe erreicht. Die Hebers chwemmung nimmt stündlich zu, und die Landwirte befürchten für Wiesen und Ackerland bedeutenden Schaden. -o- Rod heim a. d. Bieber, 14. Jan. Der hiesigen Ortsgruppe des Vaterländischen Frauenvercins ist vom Kreis- verein ein sog. Sanitätsschrank überwiesen worden, welcher im Pfarrhaus zur allgemeinen Benutzung im Bedarfsfall ausgestellt ist. Er enthält die notwendigsten Artikel zur Krankenpflege sowie zur ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen und bietet Raum zu weiteren Ergänzungen. Möge diese praktische Einrichtung segensreich wirken und unseren Kranken die erwünschte Erleichterung verschaffen. Im ganzen Kreis Biedenkopf sind etwa 20 solcher Schränke aufgestellt worden: ein nachahmend wertes Vorbild für andere Kreise. — Gestern abend fand hier im Saale des Gastwittes Karl Schlierbach IV. eine gut besuchte Versammlung der christlich-sozialen Partei statt, in welcher Arbeitersekretär Franz BehrenS aus Berlin sprach. Dieser Führer der christlich-nationalen Arbeiterbewegung behandelte nach einem Hoch aus den Kaiser in seinem Vortrag die soziale Bewegung im Jahre 1903 und ihre Bedeutung. Die Versammlung, deren Vorsitz Lehrer Höhn übertragen war, folgte mit sichtlicher Spannung den Ausführungen Gießener Sozialdemokraten, welche sich in Stärke von etwa 10 Mann eingefunden hatten und welchen fürs erste volle Redefreiheit zu gesichert war, verließen gleich zu Beginn wieder die Versammlung, vermutlich da ihr Wortführer nicht erschienen war. i. Friedberg, 13. Jan. Tie Anlage eines gemeinsamen Elektrizitätswerks mit Bad-Nauheim wird z. Z. viel erörtert. Beide Städte würden dadurch einander näher gebracht, und die Herstellung einer elektrischen Bahnverbindung und eines gemeinsamen Schlachthauses würden mehr Aussicht auf Verivirklichung haben. )( Stockhausen, 14. Jan. Die vom hiesigen und dem Lehnheimer Gemeinderat vor einiger Zeit ergangene Eingabe an das Gr. Kreisamt um Erbauung einer Straße an der oberen Ziegelhütte bei Grünberg nach Stockhausen ist nun gestern dahin erledigt worden, daß nach Einsichtnahme der betreffenden Strecke durch Vertreter des Gr. Kreisamts die Zusage erteilt wurde, den alten Weg vom „Kreuz" nach Stockhausen in eine Kreisstraße umzubauen. R. Z. Darmstadt, 14. Jan. In der heutigen Sitzung des Finanzausschußes wurde von den RegierungSoer- iretem die erfreuliche Mitteilung gemacht, daß auch der gegenwärtig lausende HauShaltsetat ebenso wie der für 1902/3 wesentlich günstiger abschließen wird, alS nach dem Voranschlag anzunehmen war. Die Ursache dieser Besserstellung liegt vor allem in dem bedeutenden Mehrüberschuß an5 den Erträgnissen der hessisch - preußischen Eisenbahngemeinschast, der sich für Hesien auf rund eine halbe Million stellen dürfte. Wester werden vermutlich auch die Erträge auS den Holzverkäufen, sowie einigen anderen Einnahmequellen des Staates eine Steigerung erfahren. — Der Finanzausschuß hat heute mittag die gemeinsame Vorberatung des Etats für 1904 mit den Regierungsvertretern beendet. Morgen folgt noch eine Gesamtlesung des Etats und dann beginnt in der nächsten Woche die gemeinsame Beratung der Finanzausschüsse beider Kammern, um etwa hervortretende Dissense zum Ausgleich zu bringen. Da die bereits begonnene Drucklegung des Etats in der Beschlußfassung der Ausschüße alsdann noch immerhin acht Tage in Anspruch nimmt, so dürfte, wie schon 'rüher bemerkt wurde, die Etatsberatung im Kammerplenum erst anfangs Februar beginnen können. r. Mainz, 14. Jan. Durch Vermächtnis eines jüngst verstorbenen Rentners sind der Stadt Mainz neuerdings 7 00 000 Mark zu wohltätigen Zwecken zugefallen. Obwohl der Testator mehrere nicht allzu bemittelte Verwandte zurückgelassen hat, sind sie sämtlich leer ausgegangen, was zur Folge hatte, daß Ue nichtbedachten Angehörigen Schritte getan haben, daß dem betreffenden Testamente die landesherrliche Genehmigung versagt werde. Diese Schritte sind erfolglos geblieben, denn die Stiftung hat heute die Genehmigung erhalten. fc. Mainz, 14. Jan. Hier wird das Gerücht kolportiert, das 1. kurhessische Husarenregiment Nr. 13 solle nach Hofgeismar und das dort garnisonierende 5. Rheinische Dragoner-Regiment hierher verlegt werden. In der Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts fand die umgekehrte Verlegung statt. () Marburg, 14. Jan. Ein alter heffischer Jurist, der Rechtsanwalt und Notar Justizrat Carl Uckermann, ist heute im Alter von 80 Jahren gestorben. Der Verblichene war bis vor etwa 14 Tagen noch in feinem Berufe tätig. () Kirchhain, 14. Jan. Die Ohm und die Wohra sind aus ihren Ufern getreten und haben das weite Wiesental in einen See verwandelt. Auch die Lahn führt Hochwasser. Weilburg, 14. Jan. Um die Gefahr ffir das Gordon-Bennett-Rennen zu verringern, werden an gefährlichen Stellen der Strecke Aenderungen der Chaussee vorgenommen. So auch direkt hinter Allendorf. Hier macht die Chauffee nach Heckholzhausen, kurz nachdem sie Allendorf verlassen hat, einen sehr scharfen Winkel, der schon für Radfahrer erhebliche Schwierigkeiten in sich birgt, für ein schnellfahrendes Automobil aber unpassierbar ist. Die Chauffee wird daher eine größere Umänderung erfahren. Ferner geht das Gerücht, daß in unserer Stadt dasLandtor abgebrochen würde. Hierüber liegt indes noch kein Beschluß vor. Da die Stadt für die Teilnehmer am Wettrennen neutrales Gebiet ist, können die Fahrzeuge diese Strecke in aller Gemächlichkeit und Vorsicht durchfahren. Immerhin ist die Möglichkeit groß, daß Automobile, welche die steile Höhe der Frankfurter Chaussee herabkommen, die enge Passage des Landtores nicht gewinnen können und so ein Unglück entsteht. Vermischtes. • Essen a. d. Ruhr, 14. Jan. Aus Rache setzte ein 20jähriges Dienstmädchen die Arseysche Besitzung in Unter-Bredeney in Brand, die vollständig niederbrannte. Die Täterin wurde verhaftet. * Pirna, 14. Jan. Ende voriger Woche fanden mehrere Pistolenduelle zwischen einigen Pirnaer Offizieren statt. Es handelt sich um die Angelegenheit eines Herrn, der in Wahrung seiner Familienehre vorging. (In Pirna soll sich bekanntlich die Handlung des Beyerlein- schen Romans „Jena oder Sedan" abgespielt haben! (D. Red. d. Gieß. Anz.) * Belfort, 14. Jan. Eine von Weißenburg nach Frankreich verzogene Familie, Vater, Mutter und zwei Töchter, ist hier infolge Einatmens von ausgeströmtem Leuchtgas u m g e f o m m c n. * Sonina, 14. Jan. Außer dein holländischen Baggerschiff „Rosario" ist auch der englische Dampfer „Kenmor", mit einer Erzladung an Bord, in heftigem Sturm gescheitert. Neun Matrosen sind ertrunken. * Rom, 14. Jan. In Sizilien sind furchtbare Ueberschwemmungen eingetreten. Drei Gebirgsflüsse sind aus den Ufern getreten und haben große Verwüstungen angerichtet. In Catania sind mehrere Häuser eingestürzt, die Straßen sind überschivemmt; die Bevölkerung flüchtet auf die Dächer. Eine große Anzahl Personen sind in den Fluten umgekommen. In Lentini wurden durch den Einsturz eines Hauses sechs Personen getötet. Die Weinpflanzungen sind zum größten Test vernichtet. • Mailand, 14. Jan. Die angeblich um 1 Million Lire von einem Bilchhalter betrogenen drei Inhaber der Firma No oli in Turin sind verhaftet worden. * Budapest, 14. Jan. In einem öffentlichen Hause wurde die 22jährige Tochter des in Moabit wohnenden Tischlermeisters Seidel wieder anfgefimben, deren vor etwa fünf Monaten erfolgtes Verschwiiiden die hiesige Kriminal- polizei längere Zeit beschäftigte. * Chicago, 14. Jan. Der Theaterbranv veranlaßte, abgesehen von dem Strafverfahren, endlose Prozesse. Bisher sind schon 3 5 0 0 0 0 Mk. von Angehörigen der Toten eingeklagt worden, die Direktoren der übrigen geschlossenen Theater veriangen von der Stadtverwaltung Schadenersatz. • St. Louis, 14. Jan. In einer Schuhfabrik sind, a(§ die Angestellten den Fahrstiibl im 6. Stock umdrängten und daS Schutzgitter vorzeitig geöffnet wiirde, 11 Personen in die Tiefe gestürzt, wovon 8 getötet wurden. • Gouvernanten-Theater. Ter königlichen Freistadt Zombor in Ungarn ward es Vorbehalten, in einer Theaterfrage, die die ganze zivillsurte Welt febon seit längerer Zeit beschäftigt, endlich einmal Abhilfe zu schaffen. Besagte Freistadt bat ihrem Theaterdirektor den Auftrag erteilt, von nun an auf irgenb eine ihm beliebige, jedoch leicht verständliche Weise einem theaterbesuchenden Pub 1 i- fum schon auf dem Theaterzettel kundzutun, welcher Art das a u f z u f ü h r e n d e Theaterstück ist. Kann man, wenn dieses Stück gegeben wird, mit Frau und Tochter ins Theater gehen, oder nur mit Frau, oder nur ganz allein? Das „N. P. I." schlägt der Stadt Zombor in dieser Sache vor, Stücke frivolen Inhalts seien auf dem Theaterzettel mit dein Warmmgszeichen „P" == pikant, zu versehen. P. hieße somit einfach: pikant, zweideutig, aber verschämt; pp sihr pikant, zweideutig, aber unverschämt; ppp — höchst pikant, eindeutig und unverschämt, und so weiter fort eine ganze Skala bis zu einem Zeichen für hypermodern. Dabei könnte es freilich passieren, daß irgend ein moralsaurer Direktor, zumal unter dem sanften Drucke einer tugendhaften Ehehälfte, etwa auch Shakespeares „Romeo und Julia" mit entrüstungsvollem ppp versieht; aber auch, daß schlaue Theaterspekr.lanten ganz lammfrommen und langweiligen Tugenddramen das lockende Stigma an die Stirn drücken. Weitere Vorschläge sind direkt an die Theaterkommission in Zombor zu richten. Gerichtssaat. Eine Prügelei in einem vornehmen Hotel gelangt am Donnerstag vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts Köln zur Verhandlung. Das Hotel „Mmopott", das mit einem Restaurant und Eass verbunden ist, bildet den Sammelplatz der b-ortben höheren Gesellschaftskreise. Am Sonntag, dem 22. März 1903, saßen in dem Weinrestaurant des Hotels mehrere Offiziere in Zivil. Auch einige E njäbrig-Freiwillige in Uniform befanden sich unter den Gästen. Geaen 12iUhr nachts wollte der Einjährig- Freiwillige Hans Kretzer vom Feldarttllerieregi- ment Rr. 59 sich nach .Hause begeben. Beim Hinausgehen erblickte er den Einjährig-Freiwilligen Peter Cader von demselben Regiment. Er begrüßte diesen und nahm an dessen Tisch, mit der Mütze aus dem Kopfe, noch einen Augenblick Platz. Ties gab den Offizieren Veranlassung, ihrem Unmut Ausdruck zu geben. Leutnant Alexander Bruns vom Bergischen Feldartillerieregiment Nr. 59, der sich im Zivilanzug befand, trat an den Tisch der Einjährigen heran und bedeutete Kretzer, daß es nicht schicklich sei, in einem vornehmen öffentlichen Lokal die Mütze auf dem Kops zu behalten. Leutnant Bruns soll dies mit sehr lauter Stimme gejagt und dabei „unverschämter Lümmel", nach anderer Behauptung „unverschämter Flegel" gerufen haben. Dies erregte den Unwillen der Gäste, die an den Einjährig-Freiwilligen die Frage richteten: Weshalb er sich das gefallen lasse? Ein Bruder des letzteren trat an Leutnant Bruns heran mit dem Ersuchen, zwecks einer Besprechung mit ihm in den Vorraum zu kommen. Dort stellte Heinrich Kretzer den Offizier zur Rede. Noch ehe letzterer Zeit fand, zu antworten, erhielt er von verschiedenen Seiten heftige Schläge, Stoße und Fußtritte. Tie Kameraden des Offiziers und der Einjährig-Freiwillige Cader eilten dem Leutnant zu .Hilfe, und es gelang ihnen auch schließlich mit Unterstützung des Hotelpersonals, der Prüoelei ein Ende zu machen. Ta Leutnant Bruns sich noch nach längerer Zeit nicht beruhigen konnte, wurde er v o n d e m H o t e l p o r t i e r g e w a l t s a m auf die Straße gesetzt. Tas Vorkommnis wurde sofort der Militärbehörde' gemeldet. Tie Folge war, daß das Gouvernement den Befehl erließ: es dürfe kein Offizier mehr die Raume des Monopolhotels betreten. Außerdem wurde die Cache der Staatsanwaltschaft anaezeigt. Diese hat nun gegen die angeblichen .Hauptschläger, die Kaufleute Theodor Steiner, ?llfons Tahlhausen und Rhedereibesitzer Theodor Hans Trescher, wegen gemeinschaftlich begangener vorsätzlicher Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeugs die Anklage erhoben. — Tie Verhandlung mußte auf den 22 Februar vertagt werden, da Drescher nicht erschienen war. Es wurde beschloßen, denselben wegen uuentschu.ldigten Ausbleibens zu verhaften. Magdeburg, 14. Jan. Ter Kaufmann Conrad und der Arbeiter Z e r m hatten in Erfahrung gebracht, daß ein Kaufmann Schmidt Verbrechen gegen § 175 Str.-G.-B. begangen hatte, worauf sie nach und nach über 3000 Mark von ihm erpreßten. Als Schmidt wegen der Erpressungen nach London geflohen mar, suchten sft von dessen T-ruder Geld zu erhalten. Tiefer erstattete jedoch Anzeige, worauf Conrad heute wegen Erpressung -u sechs Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust, Zerm zu iy2 Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt wurden. Hamburg, 14. Jan. Der „Fall Dr e i t e n b a chft hat hier ein gerichtliches Nachspiel gehabt. In einer O'tober- uummer des sozialdemokratischen „Hamb. Ecko" 'w md sich eine auf den Fall Breiteubach bezugnehmende Wochen- plaudere:, in der ein Unteroffizier eine „An- spräche" an die Rekruten hält. In dieser Ansprache stellt der Unteroffizier Betrachtungen über seine schlagfertige Hand und seine dickbesohlten, benagelten Stiefel an und erörtert bann die „Eindrücke" auf Rücken und Bauch, wenn von solchen Händen und Füßen im Interesse der Soldatenerziehung Gebrauch gemacht werde. Ter Kriegsminister hatte hierauf wegen T -e l e i b i g u u g des deutschen Unteroffizier st andes Strafantrag gestellt. Ter Staatsanwalt beantragte sechs Monate Gefängnis. Tas Urteil lautete auf eine Geldstrafe von 6 00 Mark. Leipzig, 14. Jan. Tas Reichsgericht verwarf die Revision des Bankiers Hermann Wulff aus Dortmund, der vom Schwurgericht am 14. Oft. 1903 wegen Meineids und Vergehens gegen den § 313 des Handelsgesetzbuches und die Strafbestimmungen wegen wissentlich falscher Angaben von Mitgliedern des Aufsichtsrats einer EeseilsclM zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus, 3000 Mk. Geldstrafe, sowie fünf Jahren Ehrverlust verurteilt wurde. Plauen, 14. Jan. Tas Landgericht verurteilte den Stickmeister Bu cho 11 in Vlauen wegen Diebstahls von tarnen im Wert von 5000 Mk. zu drei Jahren und einem Monat, des'en Schwager, den Stickmcschinenbesitzer Müller wegen Hehlerei zu einem Jahr Gefängnis. Beu then,^4. Jan. Tie Stro 'f.immer verurteilte den Gefängnisinspektor Oberleutnant Victor v. Puttkammer weg'n Betruges an Gefäugnisouf- sehern und Lieferanten des Gefängnisses zu neun Mo- naten Gefängnis. Jiunft und Wiffenschast. — Der verstorbene Geh. Sanitätsrat Dr. Peter Tett- meiler in Cronbera, der langjährige Leiter der H ilanstalt Falken st ein, geboren 1837 in Wintersheim Rheinh.) hatte in Gießen studiert, w.ir spä er Arzt in verschiedenen Orten Hessens, bis er 1*76 die Leitung der Heilanstalt Falkensteiu übernahm. Hier entfaltete Tr. Det Wetter eine Tättgkeit, die der Tteiigegrünbcfen An'alt und hm selbst einen europäischen Namen machte. Er hatte in Cö b^rsdorf, wo Breitner 1855 die erste Lungenheilstätte errichtete, eine gute Schule genossen. Die Methode Brehmers, die Dett- roeiler im großen ganzen auch in Falk nstein zur Anwend- ung brachte, beruhte auf der Heilkr ft eines staubfreien Klimas und einer systematischen Kräftigung des Körpers Neben ärztlich geregelter Lebensweise und indiv duali- sierender Bchandiung unterflü1;ton häu'ige und reichliche Mahlzeiten, reichlicher Genuß von Milch, Kaltwasserkuren inr Herbeiführung einer normalen Hauttätigkeit und Lrmgengymnasli? den Heilprozeß. In eiriem Punkt wich Tetrweiler jedoch von der älteren Methode ab: er warnte entschieden vor anstrengenden Spaziergängen und führte eine heute in vielen Sanatorien nachgeahmte methodische Liegekur in freien Liegehallen auf bequemen Liegestühlen durch. Lettweilers großes Verdienst ist es ganz besonders, gezeigt zu haben, daß, entgegen der Meinung Brehmers nicht nur besttmmte klimatische Zonen, fonbeni jedes Klima die Aush.ilung der Schwindsucht gestattet. Ta mit wurde Tettweiler zum Vater der Heil,iärtenbewegung. — Im Deutschen Theater zu London hat ein junger deutscher Autor, Fred Lckirokauer, mit dem drei- aktigen Schauspiel „P astör Lor m" einen Erfolg errungen. Die Londoner Kritiken nennen es eui vielversprechendes Werk. Schirokauer, ein junger Jurist aus Breslau, war in Teutschland bisher nur mit einem Roman „Ilse Isen- fee" hervorgetteten. — Ter hundertste Todestag Immanuel Kants, der 12. Februar, wird in seiner Vaterstadt Königsberg und an der Stätte seines Wirkens, der Königsberger Universität, seinem Charak.er entsprechend, nicht mit lauten Festen und nicht mit großem Prunk, wohl^aber würdig und feierlich begangen irtoben. Die Stabt Königsberg wird sich, dem Vernehmen nach, auf die Enthüllung der neuen Kant-Gedächtnistafel am Anfang der Kantsttaße (.Tanziger Keller") beschränken, die am Vormittag mit einem kurzen Redeakt vor sich gehen soll. Im übrigen liegt naturgeinäß das Arrangement der Feier bei der Universität. MverMls-Uachrich trn. — Professor Morton in Newyork kündigt drei Krebs- kuren mittels Radium an. , m „ — Die Chicagoer Universität ernannte den Professor Ehrlich in F r a n k f u r t zum Ehrendoktor. — Aus Heidelberg wird geschrieben: Ter neu erwählte Prorektor der Ruperlo Carola ist Hofrat Prof. Dr. W. Braune Cr bekleidet seit 1888 das Ordinariat für deutsche Srache und 2iieraUir. Von 1880—88 war Braune Ordinarius an der llniverlii.ü «ließen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 2. Sonntag nach Epiphanias, den 17. I an u ar. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9*/g Uhr: Repetent Lic. Fuchs. Vormittags 11 Uhr: Kinderklrche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. _ Abends 8 Uhr: Bereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Donnerstag den 21. Januar, abends 8 Uhr, im oberen Kon- ^rmandenjaale, Kirchstraße 9: B i b e l st li n d e. Psalni 92. Pfarrer D. Schlosser. Nachstkünftigen Sonntag, ben 24. Janilar, wird Beichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Martusgenieinde gemeinsam im Abendgottesdienst gehalten. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johauneskirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Jobannesgememde. Pfarrer Dr. 91 a u m a n n.. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Montag den 18. Januar, Abends 8 Uhr, Bibel stunde im Konftruiandeusaal der JohanneSklrche Galaterbrief, Kap. 3, 14—29. Pfarrer Dr. Nauman». Katholische Gemeinde. Samstag, den 16. Januar. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 17. Januar. N a ni e n - I e s u - F e st. Vormittag? von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. e um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und m derselben Austeilung der heil. Kommunion. w um 8 Uhr: Tie zweite heilige Miesse. Militärgottes-- dienst mit Predigt. , um 9 */, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 6 7, Uhr: Christeiilehre; darauf sakramentalische Bruderschailsandacht. Kchiffsnachrichlen. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplah. Bremen, 12. Jan. 1904. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Toppelschratiben - Postdampser .Rhein", Kapitän von Letten- Petersen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 7 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 13. Jan. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelschrauben-Postdainpser ,Breslau*, Kapitän H Feyen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 9 Uhr vormittags wohlbehalten in New-York angekommen. Hamburg-Amerika Linie. Vertreter in Gießen S. Elsoffer, Marktstraße. Hamburg, 13. Januar. Der Hambiirger Schnell-Post- Tampfer .Teutschland", Kapitän Kaempff, ist am 12. Januar 12 Uhr nachmittags, wohlbehalten von Hamburg via Southampton und Cherbourg m Newyork angekommen. Neueste Utelöungeli. Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers. Berlin, 15. Jan. Das Kleine Journal will angeblich von gut unterrichteter Seite erfahren haben, daß der Ches des Militärkabinets General Hülsen - Hasel er in den nächsten Tagen von seiner Stellung zurücktreten werde. Wie es heißt, sollen Meinungs-Verschiedenheiten in der in letzter Zeit so viel erörterten Uniformfrage die Veranlassung zu diesem überraschenden Rücktritt gegeben haben. Als sein Nachfolger werde Generalmajor von Mackensen genannt. * Breslau, 14. Jan. In Glogau sind beim Schlittschuhlaufen ein Inspektor und ein Kammermädchen auf dem Eise eingebrochen und ertrunken. London, 15. Jan. Wie dem .Standard" aus Odesia gemeldet wird, lehnte die Pforte das dringende Er- suchen Rußlands, daß die Schwarzmeerflotte durch den Bosporus und die Dardanellen laufe, ab. London, 15. Jan. Die St. James Gazette erfähtt bezüglich der Antwort Japans auf die russische Rote, es könne eine Pause von etwa einer Woche in ben Verhandlungen erwartet werden. Die Antwort enthalte das letzte Wort Japans, soweit damit gemeint ist, daß es seine darin aufgestellten Forderungen nicht mehr abändern werde. Falls Rußland erklätt, daß es wettere Konzessionen nicht machen könne, werde der Kriegszustand eintreten. London, 15. Jan. TaS KriegSamt erhielt auSführ- iche Meldtmgen über das letzte Gefecht im Sornali- lande. Darnach sind die vermißten 2 Offiziere und 3 Soldaten tot aufgefunöcn worden. Petersburg, 15. Jan. Das Besin den der Zarin ist fortgesetzt derart, daß die gestern zum russischen Neujahr übliche Uebersiedelung nach dem Winter-PalaiS unterblieb. Die Hofbälle werden ftattfinden, doch wird die Zarm ihnen fern bleiben. 9tewyork, 14. Jan. Ein Telegramm aus PeterS^ bürg besagt, der Kaiser habe beim Empfange im Winterpalais aus Anlaß des Neujahrsfestes erklärt, er wünsche und wolle seinen ganzen Einsluß dahin geltend machen, daß der Friede im fernen Osten erhalten bleibe. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt u. II.. 15. Januar 1UC4 BVe’Vo Reichsanleihe . . 102 45 8% do. ... 91.95 3*/,% Konsuls .... 102.45 3u/0 do......91.65 3*/«% Hessen .... 101 45 3*/,-6 Oberbessen . . . 99.50 4-6 Oesterr. Goldrente . . 102.75 4‘ s% Oesterr. Silberrente 101.00 4-6 Ungar. Goldrente . . 100.50 4°/c Italien. Rente . . . 103.70 4’/,% Portugieser » . . 63.15 i0/ Portugiesen.....82.50 1% C. Türken .... 37.00 Türken lose ...... 138 00 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 43.70 4=1I1% äussere Argentiner —.— i 3% Mexikaner .... 27.20 4*/2 7o Chinesen .... 90.15 Electric, bohuckert . . . 105.30 Nordd Lloyd . . . . 105 50 Kreditaktien .... 214.50 Diskonto-Kommandit. . . 194.30 Darmstädter Bank . . . 144.00 Dresdener Bank .... 155.70 Beniner Handelsges. . . 160.40 Oesterr. Staatobabn . . . 144.50 Lombarden ..... 16.50 Gottbardbahn.....191.00 Laurabütte...... 238.00 Bochum ....... 192.50 Harpener......204.00 Tendenz: ruhig. Die ZZuüelins der letzten Hage. Vorgestern : Hans starker Katarrh. Bronchien belegt. Magen nicht in Ordnung. Brechreiz vorhanden. Fay s ächte Sodener Mincralpastillen verordnet. Wj Gestern: Husten sehr erleichtert. Bronchien frei. WM Brechreiz verschwunden. Allgemeinbefinden besser. Sode- WM ner ausgezeichnet. Sind weiter zu nehmen. «8 Heute: Hans wieder wohlauf. Erkaltungserschei- M nungen völlig geschwunden. Hals, Luiige, Magen und W Tarm durchaus in Ordnung. Sodener wieder einmal I brillant bewährt. Angeordnet, daß sie stets im Hause sein O sollen. (Fah'S ächte Sodener Mincralpastillen kaust man zu 85 Psg. per Schachtel in allen Apotheken, Drogen- und Mineralwasjerhandlungen). 580 Nur noch wenige Tage find es bis zur Ziehung der Karlsruher Lotterie, die nächste Woche bereits am Samstag den 23. Jaliuar cr. garaulirt stattsindet. Ter Gesamt-Gewinn-Betrag dieser Lotterie ist Alk. 26 000, wovon der Hauptgewinn Mk. 8000 beträgt und dieser sowohl, wie weitere 951 Gewinne werden auf Wunsch mit 90 Proz. in barem Gelde ausbezahlt. E§ wird daraus hingewiesen,.daß diese Lotterie 40 000 Lose weniger hat, als die koloniale Jagd und 60 000 Lose weniger als die B.-Bad. Hamilton und Bad. Invaliden Lotterie, sowie 15 000 Lose weniger als die B.»Bad. Pf. Lotterie. Dos Los kostet nur 1 Mk., 11 Lose 10Mk., Porto und Liste 20 Psg. und ist baldigster Eüikauf zu empfehlen, da sich kurz vor Ziehung die Bestellungen so anhäufen daß eine sofortige Erledigung derselben unmöglich wird. Für Gkschfftslkutk m (jrofinii Wert! Adveszbnch der Stadt rind des Ureise» Gießen 1904 enthält die Adressen der über 80000 Einwohner zählenden Kreijes mit Stadt Giessen, praktisch und geschmackvoll ausgestattet! Sehr zuverlässig! Zum ersten Male erschienen! tuw W. 2.50 597 H o r n. 282 66 1520 1950 54 71 Die Zusammenkunft ist am Eingang desWaldcsKreuzungs. punkt des Müllerweg und Oppenröderwcg. Annerod, den 13. Jan. 1904. Gr. Bürgermeisterei Annerod. 11,6 62 Absolut wasserdichte Ltiefelschmiere, Tose, 50 Pfg., empfiehlt 1494 Adler-Drogerie Seltersweg 39. Otto Schaaf. Hohversteigerung Donnerstag den 21. Januar 1904, von vormittags 9 3 Uhr an, soll im Anne- röhrt Gemeindewald in den Abt. 6 Krähenholz und 7 Neu- wteß nachverzeichnetes Holz ersteigert werden: Brennholz: rm Eichen-Scheitholz „ Eichen-Knüppel, dabei 2 m lange zu Gartenpfählen rm Nadelknüppel Elchen-Wellen Nadel-Wellen rm Elchen-Stockholz , 9ladel-Stockholz. Zum neuen Saalbau früher Steins Garten Besitzer Herm. Schrödel empfiehlt seine Tages - Restauration, Vorzüglichen Mittagstisch zu Mk. 1.20, rm Abonnement Mk. 1.—. Ferner werden gut eingerichtete Zimmer, mit und ohne Pension vermietet. 316 Kognak ) h deu,ch.p^iterfl. /fl M 1.7vu.l.90ALNi.^ /wL; franz, p. h, Fl. V D. 2.50 Mk. ab einpf. ' C. Retter, Blcichstr.8p Rübenschneider Brockel- il Scheibenmühlen IHEM Häckselmaschinen Viehsutterkessel Biehfutterdämpser Schrotmühlen, Putzmühlen Buttermaschinen, Centrifugen Kartoffelquetschen Äartosselwaschmaschiuen ' .Kartoffelsortiermaschinen Jauchefäfser, Jauchepumpen Waschmaschinen re. empfiehlt billigst Kreppeln täglich frisch. Karl Euler, LudwigSplatz 3. ÄWWkil jät Vögel emp^chlt 0214 Heinrich Eller, -Lchreinermelster, Muschenheim. Schellsische lebendfrisch in Eispackung, treffen heiile ein bei ^582 Georg Wallenfels Marktplatz 21. Telephon 46. ML ^©sentoal, ^.rbrgstraße^l3.^^ Reparaturen an Maschinen jeder Art werden in meiner Werkstättc 'uchgemäß und billigst ausgeführt. Todesanzeige Anna Moos nach kurzem, aber schwerem Leiden im Alter von 20 Jahren zu sich zu rufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen Lollar, den 14. Januar 1904. Die Beerdigung1 findet Sonntag den 17. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, in Lollar statt. 601 nach Furrern, schwerem Leide«. mi Ti Klein-Linden, den 14. Januar 1904. gebeten. 0224 0219 598 Aera-' '• ■/;>......>jj HaFer-MeW" 870 538 Ludwig Georgi. Arbeiter ■ ■U-, besonders geeignet für Gleichstrom 220 Volt. । für leichte Beschäftigung sofort | gesucht. Näheres in der Exped. Die Beerdigung findet Sonntag den 17. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, in Klein-Linden statt. Heinrich M©OS V., Metzger und Wirt, und Familie. Sparsamste elektrische Glühlampe. 2 Millionen Lampen und Brenner abgesetzt. lAWistcat nungen, Veroi^- I sältigungen u. s. w. werden gut und billlg besorgt [0156 Wolkengafse 21, HL Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere innigst geliebte, unvergessliche Tochter und Schwester Famiiäe Fink Rödgen, den 15. Januar 1904. Im Name« der trauernden Hinterbliebenen. Ludwig Pss*r( Wieseck, Gießen, Großen-Linden, Hausen, den 14. Januar 1904. Die Beerdigung findet Sonntag den 17. d. Mts., nachmittags 8 Uhr, in Wieseck statt. Zn beziehen durch alle elektrotechnischen Firmen und Installateure. Acker, UM [JSIltr., rechts am Aulweg, nahe der Schönen Aussicht, zu verpachten Näheres bei 530 Jacob Ron st a dt, German io. Allgemeine Elektrizitäts-GessHschaft Berlin. Fräulein sucht Stellung im Geschäft. Off. unter 0197 an die Exped. d. Bl. (Offene Stellen Hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren imiigst geliebten Sohn und Bruder I-EZLZMZV Fessel nach kurzem, schwerem Leiden zu sich zu rufen. Die tieftranerudeu Hinterbliebenen. teilte LtjtMMW für meine Gießener Fabrik auf dauernde Arbeit gesucht. Todes-Anzeige Heute nachmittag 2*/a Uhr verschied unsere liebe Mutter und Schwester Km Ohrätin© Killer geb. Pirr ülüHitt! Im Stricken u.Anstricken von Strümpfen empfehle ich mich angelegen ltchst. StrickgarnefbrstrGkglltatenl habe ich stets vorräng. gfiT Preis- billigst. -QB Ernestine Höptnei Grüvbergerstraffi 17 iüsias altes, gutes Instrument, 'äKHJl, schöner, voller Ton, billig zu verkaufen. [0182 Näheres bei Julius Buch. WM Meiler Fr. Habeuicht, Brennersabrik. Sohn ordentlicher Eltern als Friseur-LehM sucht [0218 H. Fischer, Friseur, Schwelm. 541) Zu Ostern wird ein junger Mann mit guter Schulbildung °lsLehriingg-,uch, Carl Gervode. O-aufmauu, 26 Jahre, sucht per L Febr. Stellung als Buch.- halter, Registrator od. Expedient. (Stenogr., Aiaschinenschr., franz. Sprache.) Off, u. 0210 an d. Exp. 24 alt, engl. , «. iranz., sucht sofort Stelle. Offerten unter 0213 an die Expedition ds. Blattes. 1 Karte erhalten. Er- *»*611 Ißlul warteDichsehnfüch» tig am „alten Schloff". [0216 Verloren schwarze Regcudccke auf der Straffe Gießen—Krofdorf. Um Rückgabe gegen Belohnung wird 59»| 2. et 4-Zim.--Wohn. per L Apiäl zu verm. Liebigslr. 55. 138] 3-Zimmerwohnung, 3. St. iin Lorderhause, mit Zubehör und 2 Mansardenräumen, Bleichplatz, per 1. April zu vermieten. L. Äohlermanu IV., Bleichstr. 12. 0217] Schöne Wohn, an ruhige Fam. bckl. z. o. Kornblumengasse6. 34) In meinem Hause Alice- straffe 17 ist die 3. Etage, völlig neu hergernchtet, an ruhige Alle- ter per gleich oder später abzu- geben.____________2l. Wehn. 246] Schöne Manf.-Wohnung, 5 Zinn!'., nahe der Anlage, und zwei 3-Zimmerwohn. im Nebenh., ganz neu, zu v. Afterweg 44, LL 251] Ecke Nordanlage—Weje» straße 3 6->Zimmerw. (Bet-Elagc oder Parterre-Wohn.) zu verm. 373] Zweiter Stock, 4 Zimmer nebst Zubehör zum 1. April zu verm. Näh. 8. Stock Alicestr. 28. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste, besonders für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hellwig sagen innigen Dank Die trauernden Hinterbliebenen: _____TribuS & Sundheitu. Kurzhaariger, vraungetigerter Jagdhund, auf den Namen „Tell" hörend, entlaufen. Bor Ankauf wird gewarnt. Wiederbringer Belohnung. G. A. Mueller, 605]Marburgerstraffe 35. 0211] Weiße Decke gefunden. Abzuholen gegen Jnseralengebühr Steinstraffe 78, Mansarde. 295] 4-Zimmer-Wohnung mit Lüche und großem Keller sofort zu vermieten Schottstrabe 19. Süd-Anlage 20 ist der mittlere Stock per Mitte April zu vermieten. 315 Näheres im Hause.__________ 379] Bleichstraße 11 ist die mittlere Fünf-Zimmer>Wohnung, Bleichplatz, Trockenspeicher und Gartenanieil zu vermieten. ______Näheres Neu en weg 28. 380] 3-Zunmerwohnung im 2. Stock per 1. April zu verm. Rodheimerstr. 50. Fr. Coft. 0215] Schön mobl. Zimmer billig zu verm. Grabenstr. 8, 11 0209] Ennach niDbl. Zmuner zu verm. Frantsurterstraße 89. 0178] Schone, möbl.Zim. mitod. ohne Pension z. v. Bismarckstr. 17. 0157) Möbl. Znnmer zu verm. Näheres Bahnhofftr. 43, Laden. 0151) Leeres Parterrezimmer ztl vermieten. Dlezstrayc 4. ÄephLüslr. 42 mit allem Zubehör per 1. Aprll 1904 zu oemi. Chr. Arnold. 107] Schöne Mansardenwohnung per sofort zu vermieten. Näheres Bahnhofstraße 62. Wue i-ZiviAkr-WühllHüz 2. Stock, per 1. April zu vermieten. |193 ____________Liebigstraffe 37. _ Blcichstraffe 82 |225 Schöne geräumige 6—7 Zimmerwohnung, freie Lage, Bleichpl., Gartenanieil und sonst. Zubehör. 1. Etage, per 1. April Daselbst schöne Marrsardeu-Wohuurrg. (3. Etage.) 4 bis 5 Zimnier, an ruhige Familie zu vermieten. 01521 3-flamm. (Saölüster mit Majolika, komplett, sowie ein GaSofeu billig zu verkaufen ____________Ludmigslraffe 6, I. Ameritauer-Ofen, Nießner Vulkan, zu verkaufen. 217] Näh. Süd-Anlage 3, II. Halbjahr^ kurzhaariger, deutscher ZazöhMö ui gute Hände abzugeveu. Zu erfrag, in der Exp. d. Bll [0208 Eia fMngfthiztt Bulle, 16 Monate alt, Simmentaler Kreuzung, angekört, zu verk. bei Wilhelm Wagenbach IV., __________Alten-Buseck._______587 0212] Gebraucht. Bäcker-Haud° wagen billig zu verk. Ederstr. 6. ötaffetaubeu 599 Elstertümmler, Pfauen, Perncken billig abzugeben Frankstirterstr. 13. Verkäuferin für Kolonialwaren- und Delikatessen-Geschäft gesucht. Offerten unter 555 an die Exped. d. Bl. Suche für mein Kolomalwaren- Geschäft für sofort eine tüchttze Acrkllufcck und einen jung. Hausburfchcu. Off, erb, u. 517 a. d. Exp. d. Bl. Nliößell siic SaMrbcit zum 1. Februar oder später gesucht 351]Garden straffe 15. 0222] Lanffrau-- od. Mädchen gesucht Kirchenplatz II, III. 0140] Aelteres Lanfmädchcn oder jüngere Lauffran für zwei Stimoen des Vormittags u. evtl. 1 Std. nachm. sofort gesucht. Näh. zwischen 5—6 Uhr nachmittags _____________Ederstraße 7, IL Lehrmädchen Ä» Fritz EccariuS, Aiarktplatz 7. 578] Lauffrau oder-Mädchen für kl. Haush. ges. Steinslr. 15, p. -Ein Dienstmädchen per 1. März gesucht. |563 öläheres Ludwlgstraße 47. 0193] Zum 1. März oder früher suche ich eine Köchin mit guten Zeugnissen, die gut bürgerlich kochen kann. Angebote bis 11 Uhr vormittags erbeten. __Frau Heff, Stephanstraffe 7. ->ür zwei Knaben von 13 und U 14 Jahren, welche zu Ostern eine höhere Lehranstalt in Gießen besuchen sollen, wird geeignete lürdie'Wochen- rage gesucht. Gest. Off. m. Angabe d. Pensions- preises u. 532 an d. Exp. d. Bl. erb. Maschillciischrlstlilht Arbeitkü werden diskret und gewissenhaft erledigt. 0153 G. E. Seng, Ludwiqstr. 6, I. im müu'iftrct'tö PMs mit Laden in guter Geschäftslage zu kaufen oder zu mieten gesucht. Anzahlung 5—6000 Mk. Öfferte.i unter 0167 an die Expedition d. Al. erbeten.__________________ in ein Friseur ist Gelegenheit geboten, sich selbständig zu amd)€n in eiiiem a