Montag 14. November 1804 154. Jahrgang Erstes Blatt 9 yie heutige Yummcr umfaßt IS Seiten. kam in d"n ff la mm en u m. 10070 2lbs>»nenten. Khilippsfeiern. Gießen, 14. Rov. Alis Stadt und Llwd. Gießen, den 14. November 1904. General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen Jusjus sii5 6tn 8tt Steht Sitf.rn. in feierlichster Weise begangen worden. Die StadtPrangt bei Hellem Sonnenschein und prächtigem Herbstwetter rn vollem Festschmuck. Die Feierlichkeiten zerftelen in zwei । Teile eine offizielle, akademisch-geschichtliZe FÄer am Äor- , mittag, die der historisch- Beregn für daS GroßherzogOam > Hessen in Verbindung mit der Technischen Hochschule ver-st anstaltcte, und eine allgemeine Festfeier am Wend, zu der | ein aus 400 Bürgern aus allen Schichten der Bevölkerung gebildeter F-estausschuß die umfassendsten Vorbereitungen . getroffen hatte. Der Ausschuß der hiesigen Studentenschaft und die akademischen Vereine und Korporationen hakten zur Feier des Tages eine glänzende Auffahrt m Wichs veranstaltet und begaben sich in ca. 50 Wagen ww ihren Bannern zu dem Denkmal, um dort erneu mächtigen 1-orvecr- kranz mit Schleife in den hessischen Landes arben nieder- zulegen Dann begab sich der farbenprächtige Aager,, g durch die Straßen.der Stadt zum Festakt des MtSrischen Vereins in den städtischen Saalbau. Hier fand sich alsbald eine groß? Zahl von Festteilnehmern und Ehrengästen em. Bor der großen Sängerbühne und dem Rednerpult hatte Se. Königl. Hoheit der Grohherzog Platz ^nommen, umgeben von den Ministern, den sämtlichen .Mitgliedern des Oberkonsistoriums und vielen anderen Würdenträgern. Die Wirkung des nach dem Text von^Burkhard Wgidis (1500—1556) von dem Hofkomponisten PH'UpPs de-,Groh mütigen, Johann Heugel, in Musik gesetzten Btbeltextes war eine außerordentliche. Ter Präsident des' Htsivris )ien Vereins, Archivdirektor Tr. Frhr. Schenk zu Sch wein S- berg gab darauf ein kurzes gesW"iches Bild über das Leben und Wirken des größten hessischen Fürsten und wies dabei auf das große Geschichtswert hm, das auf Beran- lassung des Vereins unter Mitwirkung der berufensten Autoren über Philipp den Großmütigen geschaffen worden ist. Tie eigentliche Festrede hielt Oberlehrer Lic. theob Herrmann, der in fesselnden Zügen die gewaltrge Persönlichkeit des Gefeierten nnd die hohe Bedeutung fernes heldenmütigen KaMises' für die Freiheit des ch^nstlrchen Glaubens den andachtsvoll lauschenden Zuhörern vor Augen führte. Zum Schluß intonierte der Sängerchor nach dem Schlußsatz einer Kantate „Alleluja" von Dretrrch Buxtehude (1637—1707). Zu der Aberrdferet rm stadtt s ch e n S a a l b a n war der Andrang des, Publikums noch stärker, als am Mittag; auch alle ^benraume waren dich von Rich Weyprecht: „In Treuen fest". Das Spiel schUdert in drei Vorgängen aus der Zeit PiffiPPs des Großmütigen zuerst die bitterste Stunde semes Lebens, du Gefangennahme durchs den Kaiser Karl V. tn Halle un Jahre 1547, dann die treue Gtefimtung bc8 Volkes in Darmstadt 1550 und mt dritten Teil fe^en den Landgrafen nach fünfjähriger Gefangenschaft Wied r in swnrburn eiiuiebcn, wo ihm fern treues .Volk mit punt ^tcnbe ruiauchzt Das Festspiel wurde von 70 Damen und Herren aus der hiesigen Gesellschaft unter der Regi«: des tzosschauspiclers Vicbeg tn sehr wirkungsvoller Welse zur mnrftHiunn ocbrncbt. Ten Schluß des Abends bildete em Gviloa der Frau En d er s - Kuhlnmnn, der eine Huldigung S & Kniff Hoheit den GroMr.og bildete Ml vom Publikum mit lauter Begeisterung ausgenommen wurde. * hOr h,rznn Dekorierten, die am Samstag am Sr K sy dem Großherzog vorgestellt worden smd, W »uch d« Straßen meister Bommers heim. VezngSpretSr monatlich 7b ottrtel* jährlich Mk 2.20. durch Abhole- u- Zweigstellen monatlich 65 13L; durch die Post Älr.V.- **teitel- jährl ausichl. Bestellq. Annahme von Anzeigen Hit d»e lafleämiinmet bis vormittags 10 Uhr. ßetlenvretö total 12P^ 4u6roart8 20 Big. Verantwortlich fftt den poht und allgem. teil P Witiko für .Stadl und Vantr und „GerrchlSiaat*-. August Goetz, für den vln- teiaentet! HanS Beck. bemerkt wurde. Die Bewohner konnten noch halb nackend mit knapver Not ihre Haustiere aus den brennenden Ställen retten. Das Feuer fand an den großen Heu- und Strohvorräten'reichliche Nahrung und breitete sich mit rasender Geschwindigkeit aus. Obwohl die Feuerwehr rasch zur Stelw war und mit größter Anstrengung arbeitete, brannten doch vier Scheunen nebst Stallungen mit sämtlichen Futtervorräten und landwirtschaftlichen Maschinen weder. Auch die Wehren aus Großen-Linden, Holzheim, Pohlgüns und Kirch-Göns trafen auf der Brandstelle em. Um 11 Uhr wor man des FcucrS Herr geworden. Die Abgebrannten sind die Landwirte Johann Konrad Rompf, Bruder des Bürgermeisters, Johanne? Müller, Jäger und Ludwig Luh ir. Der Brandstifter hatte von einer Höhe hinter dem -^orte aus beobachtet, ob das Feuer zündete. Leute sahen ihn und Der» folgten ihn. Er gab zwei Schüsse gegen stch ab und zog darauf das geschlissene Taschenmesser und schnitt sich dre Halsadern durch. So fand man ihn tot am Göns- bach liegen. Der Brandstifter und Selbstmörder stammt aus einer allgemein geachteten Familie. Brandinspektor^oos- Gießen war auf der Brandstelle eingetroffen. Nackmütags kam die Staatsanwaltschaft aus Gießen und nahm den Tatbestand auf. Das abgebrannte Besitztum ,'t vernmert.^ _ 3t B A armiinoi, *-»■ , und'dessrn'Ä^tzänger Hrof. Richard Barth in Hmnburg Der 400jährige Gedenktag ist heute in der hessischen Abends wurde tm überMten Museumssaale das Festfpwl Nesid z, _ _ ..., ., } < _ J L vS..... aus wurde durch etwa 50 Schusi e durü-ioa>err. Ter Untersuchungsrickter vom 2anba«t»te ^weilte pintae Tage am Tatorte, nnt Recherchen gN vstegen. ^zn Grasse (Frankreich) begoß sich eine 50 rahnge Drau well n einc§ schweren Leidens mit Petroleum und zü nd e^te sich am Sie verstarb unter fürchterlichen Qualen. — Nouen entstand infolge E r pl o si o n einer P e 11 o I eum lampe eine heftige Feuerlbrunst. Ein 12;älMges Mädchen ** Aus dem Bureau des S t a d t t h e a t er s. Ä» Ä«.™ .» S;». . Di, * n.„ hpfinben sich in bewährten Händen, und bet der BrafaSn Vorbereitung ist auf eine ergötzliche Aufführung loißtamfi _ m.anders daraus hmgewiesen sei, daß die ^TramnüluS"-Aufführung mit Herrn Arthur Bauer als unbedingt setzte des Winters sem muß. Die tt Hnnn findet aiifecr Abannement statt; die Preise sind gegen bei Gastspielen sonst Üblichen nicht unwesentlich ^^Kaufmännischer Verein. Auf den Vortrag des Tx Theo Sommerlad Über Deutschtum und Politik, j/j heute abend um 8% Uhr tm Saale des Cafs ßeib statt- s J. ro:rb fei auch an dieser Stelle hmgewtesen. " Lahntal-Sängerbund. Die vier hiesigen Vereine ^«Bundes hatten gestern. Sonntag, im Neuen Saalbau eine ^meinschaftlickl- Abend-Unterhaltung veranstaltet. Emzel- nnrträae der Vereine und Gesamtchöre wechselten in schöner Xie miteinander ab. In einer Ansprache berührte Hr. Georg Todt den Jweck des Zusammenschlusses im Hinblick auf br 1906 vorgesehene Bundesfest in Gießen. „Im Buseckertal«, gedichtet von Georg Todt, komponiert von Miisiklehrer Gernhardt, wusste der Bauersche Gesangverein wiederholt stnaen wobei Dichter und Komponist stürmisch gerufen wurden. Volle Anerkenuung verdienten auch die Lei tungen der Heiterkeit", „Harmonie" und „Gemiittsthkeit". In die Leitung der Gesamtchöre hatten sich die Herren Kasten, Gör- tgch, Albach und Becker geteilt. D,e Veranstaltung verlief Mitbürger! Unbegreiflich erscheint es, daß bei Aufstellen der Listen für die neu zu wählenden Stadtverordneten die Landwirtschaft nicht bedacht worden ist. Seither war die Landwirtschaft stets im Stadtvorstande vertreten. Dieser Sitz ist erledigt und es ist Ehrenpflicht unserer Bürger, der Landwirtschaft Gießens Rechnung zu tragen und einen Vertreter derselben zur Stadtverordnetenversammlung zu wählen. Der geeignete Mann hierfür ist jkerr Georg Simon dessen Dater lange Zeit die Landwirtschaft zu aller Zufriedenheit im Stadtvorstande vertreten hat. jfcrr ZilNON hat die Landwirtschaft praktisch und theoretisch erlernt und ist deshalb ein sehr geeigneter Vertreter derselben. Wir ersuchen deshalb unsere Mitbürger ant Wahltage für Mähler! Wenn Ihr die Kandidatenliste der vereinigten politischen Vereine durchlest, dann werdet Ihr bcn Namen eines Mannes vermissen, der sich schon früher viel im Politischen Leben verdient gemacht hat, und der wohl auch selbst verdient hätte, auf der Liste der vereinigten politischen Vereine zu stehen. ES ist dies Herr Döri -t / Schlosscrmcistcr. Jeder der im politischen Leben steht, weiß, wie sehr er stets für die liberalen Interessen mit ganzer Kraft eingetreten ist, wir erinnern nur an die letzten Reichstagswahlen. Da er auch aus kommunalem Gebiet mehrfach bewiesen hat, daß er für die großen städtischen Interessen das richtige Verständnis besitzt, und and) der Mann ist, der bei gedeihlicher Fortentwicklung der Stadt für unnütze die Bürgerschaft belastende 'Ausgaben nicht zu haben und auf Sparsamkeit bedacht ist, so laßt Euch durd) die ausgestellte Liste der politischen Vereine md)t beirren, sondern setzt alle beit Namen Martin Döri Schlosscrmcistcr, jtem» Georg Simon Vicle srciß!»ige u. imtionallibcrülc Wähler darauf und beweist dadurch, daß Ihr die Verdienste dieses Mannes besser zu würdigen versteht. 06884 emzutreten. jStadWm.dnttte-Wiil 8384 Khte milckBchk W!smg! 06874 Mitbürger! Wenn von vielen Seiten — vornehmlich auch von den politischen Parteien — die einmütige Wiederwahl der ausscheidenden bisherigen Stadtverordneten ohne Rücksicht auf deren teilweise schon recht hohes Alter empfohlen ivirb, so möge dies im Hm- blick auf deren langjährige ersprießliche Tätigkeit im Interesse unserer Stadt Beachtung finden. Ganz verkehrt und unklug aber wäre es, den notwendigen HCUCll Ersatz nun eben- Der nördlichen Bezirk unserer Stadt war bisher in seiner Entwickelung etwas zurückgeblieben und man ist bestrebt gewesen, bei den seitherigen Stadtverordnetenwahlen den nordöstlichen Stadtteil tunlichst zu berücksichtigen. So ist es gekommen, daß der nördliche Stadtteil fast die Hälfte unserer Stadtverordneten besitzt und zwar die Herren Euler, Haubach, Emmelius, Keller, Leib, Löber, Loos, Schassstaedt, Schmall, Wallenfels, dazu vorgeschlagen die Herren Friedberger und Habertoru. Damit ist aber der Nordost nicht zufrieden, er möchte auch noch Herrn Jörr haben. Wir finden diese Forderung anderen Stadtteilen gegenüber für unberechtigt und möchten den Nordost ersuchen, von dieser Forderung abzusehen und auf die Wahl des Herrn B ö r r ZU verzichten, die mrderen Stadtteile werden dieses schon tun, um bei der Liste der vereinigten bürgerlichen Parteien zu bleiben, die allen Kreisen und Teilen der Stadt Rechnung trägt. ________ _________________________ 8383 3ur ticndjtimni. Wähler auf zur Wahlurne. Wir empfehlen nochmals die Herren: Mlhklm jmdklgelGeorg Hedjlmt und bitten beiden Herren Euere Stimme zu geben. 06891 Viele viele Wünsche aus allen Kreisen der Stadt Gießen. falls den sogenannten höheren Sew.estern zu entnehmen, wenn tatkräftige selbstlose und rechtlich denkende junge genügend vorhanden sind r Wie man überall im Reiche und in jedem Gemeinwesen bestrebt ist, den Bestand der treuen Mitarbeiter fortgesetzt zu verjüngen und wie man hiermit noch stets die deutbar besten Erfahrungen gemacht hat, so muß dies auch im Gießener Stadtparlamente der Fall sein! Darum weg mit jeder übel angebrachten persönlichen Rücksicht in dieser Beziehung! Mitbürger! Den wahren Interessen unserer Stadt dient. Ihr bei der Stadt- verordneten-Wahl nur daun, wenn Ihr in diesem Sinne vorgeht und Streichungen vornehmt, ganz egal ob Ihr im klebrigen für die Vorschläge der politischen Parteien oder der verschiedenen städtischen Wahlbezirke eintretet. Als wahrhaft empfehlenswerte, wiederholt auch bereits genannte jüngere Männer empfehlen wir Euch besonders die einstimmige Wahl der Herren: Mebizinalrat Dr. Haberkorn. August Gabriel. Dr. Ebel. Max Friedberger. Georg Simon, Landwirt. Martin Doerr. Das ist dann eine Wahl, die in gleicher Weise Euch selbst und die Viele Wähler Stadt Gießen ehrt! Kaffee eigener Röstung in hervorragend feinen Qualitäten und sorg- fältigft zusammengestellten Mischungen per Pfund von Mk. 1.— bis Mk. 2.— (Bei Mehrabnahme entsprechend billiger.) Roh-KafTee in allen Preislagen. Thee, Chocolade, SCakao in diversen Sorten empfiehlt Christian Wallenfels 17 Marktplatz 17. Gieße». Telephon 262. Gegründet 1826. Prompter Versandt nach auswärts. a’°/l0 Heinrich Häberlein’s chtc Nürnberger Lebkuchen sind zu allen Preisen soeben irisch emgelroffen bei 8301 L. Weihl vorm. C K.Müller, Llreuzplatz 15. B rilchblltlgir AaiwtU. ^chwämrne Toilette-Seifen Adolf Bieler Viktoria-Drogerie Marktstraße ü. [8143 ! Zur Stadtverordneten-Wahl! Ein Inserat in der letzten Nummer des Gießener Anzeigers und der Gießener Neuesten Nachrichten behauptet, daß zwischen dem Vorstand des Freisinnigen Vereins und dem Vorstand des Nord-Ostvereins geheime Abmachungen stattgesunden hätten. v Hierzu erklären wir hierdurch, daß diese Behauptung durchaus unwahr und völlig aus der Luft ge- | griffen ist. Ebenso unwahr ist die Behauptung, dem Wahlvorschlage des Freisinnigen Vereins liege eine Düpierung | desselben durch ein Mitglied des Nord-Ostvereins zu Grunde. Unser Vorschlag ist iu allen Tellen sachlich wohl über- I legt und nicht von irgend einer Zustimmung der Bezirksvereine abhängig. Wir können angesichts der vielfachen ver- i zweiselten Wahlmanöver der letzten Stunde nur auffordern: Haltet fest | an dem Vorschlag der verewigten liberalen Parteien! I Der Vorstand des freisinnigen Vereins. ’djen itjnc M- lden. eben- uud sland ntbai Fall )imgl üadt- , vor- :r der Stadtverordneten-Wahl 06893 Der Voranschlag-der Gemeinde Utphe pro 1905/06 liegt vom 16. November d. Zs/ ab acht Tage zur Eiilsicht der Interessenten auf Großh. Lürgerineisterei Utphe offen. 8385 Utphe, dell 14. Lltovenlber 1904. Groph. Bnrgerineisterer Utphe. Der Voranschlag der Gemeillde Trohe für 1905 Nj. liegt pom 15. November d. Js. an 8 Tage auf dem Bureau der unterzeichneten Bürgermeisterin zur Eillsicht offell. 8378 Trohe, den 12. November 1904. Großh. Bürgermeisterei Trohe. S» eß m i d t. S ch m i d t. Schile ider. jtandwcrH«! Göthäfbknk! Wen wühlen wir? Männer, die nnter uns leben! Die wissen, wo uns der Schuh drückt, die gerne für uns eintreten, wenn wir sachliche, gerechte Wünsche haben, und die als Gießener Söhne die Verhältnisse der Stadt kennen. Seid alle an der Wahlurne und wählt: August Gabriel Wilhelm Homberger Wilhelm Plank Hermann Eichenauer Viele Handwerker uud Geschäftsleute. Ar beiter, kleine Handwerker, Unterbeamte! Nicht diejenigen, die sich auf ein bestinimtes Parteiprogramm verpflichten^ sind Eure Vertreter, Schlagwörter allein tun es nicht. Männer der Tat sucht Euch auv, die sich nicht hiilter einem Wall von Parteidüntel, Standcsbewußtsein, verschanzen, die miter Euch lebten und wirkten, ehe sie an eine Stadtverordneten-^tandidatur gedacht haben, und durch ihren Veruf und Lebenserfahrung befler wissen, wer den kleinen Leuten fehlt, und keineslveg erst von ihrem Piedeftal heruntersteigen, euch die Hände schütteln, wenn man Euch braucht zum wühlen. Der freie, unbefangene Wähler aus unseren Kreisen wählt 06886 Zur Steuer der Wahrheit! In der Samstagnummer des Gießener Anzeigers und der Gießener Neuesten Nachrichten hat ein Interessent eine mit „viele freisinnige und nationalliberale Wähler" unterzeichnete Annonce erlassen, worin die Behauptungen aufgestellt werden, die Generalversammlung des Nordostvereins habe die geheimen Abmachungen nicht genehmigt, welche für die anderweite Auft stellung des Kandidaten Friedberger bestimmend und ausschlaggebend gewesen seien, uud es sei der freisinnige Verein durch das betreffende Vorstandsmitglied der Nordostler in unglaublicher Weise düpiert worden. Diese beiden Behauptungen sind absolut unwahr. Es haben keinerlei geheime Abmachungen stattgefunden und ebensowenig kann davon die Rede sein, daß ein Vorstandsmitglied der Nordostler den freisinnigen Verein düpiert habe. Der Vorstand des freisinnigen Vereins hat aus rein sachlichen Gründen den Herrn Max Friedberger auf seine Kandidatenliste gesetzt und dem anderen liberalen Verein präsentiert. Allerdings erklärte der Vorstand des Nordostvereins, daß er seiner Generalversammlung empfehlen werde, sich lediglich den Vorschlägen der beiden liberalen Parteien anzuschließen. Diesen seinen Beschluß hat der Vorstaud auch ausgeführt. Er ist in der Generalversammlung warm für seinen Antrag eingetreten, ist jedoch mit zweien der von den beiden liberalen Parteien empfohleuen Kandidaten zu seinem Bedauern nicht durchgedrtmgem Wie man hiernach von einer Dupierung oder Irreleitung des freisinnigen Vereins durch ein Mitglied des Nordostvereins sprechen kann, ist absolut unverständlich, und wir weisen den Versuch, in dieser Weise in letzter Stunde den Wahlkampf zu vergiften, um einer anderen Kandidatur aufzuhelfen, mit Entrüstung zurück. Der Vorstand des Bezirksvereins Nordost. Bodenreform und Sfadtverordnetenwahl. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationüarbeiten wird der SelterSweg zwischen Südanlage und Wolkengasse von heute an bis aus weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 14. November 1904. Großherzoglubes Polizeramt Gießen, n 1 i"1 Herberg. " T H^ute morgen gelangt ein Zettel der Bodenreformer zur Verteilung. Er enthält 3 bürgerliche und 2 sozialdemokratische Kandidaten. Unter dem Deckmantel der Bodenreform wird versucht, einen weiteren Sozialdemokraten in den Stadtvorstand in der Person des Herrn Fourier einzuschmuggeln und dessen Wahl zu sichern. Zahler, läßt Errch nicht durch diese sozialdenwkratische Bauernfängerei betören und wählt bürgerliche Kandidaten! Ihr wißt, was Ihr von der Sozialdemokratie zu erwarten habt. 06901 _______Wiele Wähler. W ähle sehr geeigneten Kandidaten schlagen wir Herrn Wilhelm homberger Bekanntmachung, Die unterm 6. Oktober l. IS. angeordnete Sperre der Goethestraße zwischen Südanlage und Wieseckbrücke wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 12. November 1904. GroßberzogUMes uSDitAeiamt Gießen. :T] ; : Herberg. Bekanntmachung. Der Nachtrag des Umiage-Reglsters 1904/05 betreffend Standgeld und Ausrufgeld für die nicht in die Gemeinde eingezogenen Mitglieder liegt zur Einsicht der Beteiligten von heute an acht Tage aus dem Bureau des unterzeichneten ersten Vorstehers offen. b11/11 Gießen, den 13. November 1904. Der Vorstand der israel. Religionsgemeinde Gießen. S. Heichelheim. Staatswissenschaftlicher Fortbildungskurs. Der ungewöhnlich zahlreiche Besuch, der dem ersten Vortrage zu Teil wurde, legt es nahe, das Vortragsprogramm dieses Semesters zu erweitern. Die nächsten beiden Vorträge werden folgende sehr „Bilanzverschleierungen und. Bilanzlälschungen.“ mt. Herr Hemberger hat für städtische Interessen, besonders bei Sänger-, Turner- und Schützenfesten soviel hervorragendes geleistet, daß er es verdient, al-3 Stadtverordneter gewählt zu werden. Wir sind auch der festen Ueber- zeugung, daß die betreffenden Vereine für Herrn Hornberger eintreten und empfehlen allen Wählern das Gleiche. Vortrag des ersten Direktors der Hessischen Landeshypothekenbank in Darmstadt, Herrn Regierui)gerat Bastian. Samstag, den 26. November, abends 6 Uhr. „Das Steuerveranlagungsgeschäft in Hessen.“ Vortrag des Herrn Regiernngsrat Dr. Metzler-Giessen. Samstag, den 17. Dezember, abends 6 Uhr Für Januar und Februar des kommenden Jahres sind vorläufig folgende fünf weitere Vorträge in Aussicht genommen: Viele Wähler 06902 4. 5. Giessen, den 14. November 1904. 06876 Professor Dr. M. Biermer. Wähler Kapital: 132 Millionen Mark An- und Verkauf von Wertpapieren — Einlösung von Coupons, Geldsorten etc. — Conio-Corrent-, Check- und Wechsel-Verkehr — Aufbewahrung und Verwaltung Wo die Vorträge stattfinden, wird später rechtzeitig durch Inserat mitgeteilt werden. „Die soziale Gliederung des Deutschen. Reichs nach den letzten statistischen Aufnahmen.“ 1. „Der Kurszettel der Effektenbörsen.“ 2. „Das Erbbaurecht und seine Bedeutung für die Wohnungsfrage.“ 3. „Das Problem der Hypothekenentschuldnnn und die gemeinnützigen Hypothekenbanken.“ Die hessische Wohnungs-Inspektion.“ Die Verhandlungen mit Fachleuten in Frankfurt, Darmstadt und Marburg, > >o als, Spezialisten auf den genannten Gebieten bekannt sind, sind im Gange. Nach Abschluss derselben wird Näheres an dieser Stelle bekannt gegeben werden. Alle Vertrüge mit anschliessender freier Diskussion sind öffentlich, unentgeltlich und für .Jedermann zugänglich. Die Erfüllung irgendwelcher Formalitäten (Anmeldungen Einschreibungen) ist nicht erforderlich. Bank für Handel und Industrie Depositenkasse Giessen (DARMSTÄDTER BANK) .Telephon No. 120 Giessen Telephon No. 120 Bankgebäude: Johannesstrasse I MittwoWn Ilj.M.l.J., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: Möbel aller Arten, 1 Flaschenbierwaaen, 1 vollständ. Bett, 1 Ladentheke mit Marmor- platte, 18 Paar Herrenschnürstiefel, Flaschenweine, Aoonecamp, Sekt, ord. Branntwein u. a. 8380| Geißler, Gerichtsvollzieher. Cervelatwurst feinste Gothaer, Leberwurst Zungenwurst bei Emil Fischbach. von Wertpapieren — Vermietbare Schrankfächer (safes). Unsere Abteilung für Bei Abgabe Eurer Stimmen für die neuen Kandidaten schreibt die Spareinlagen nimmt Barbeträge zur Verzinsung gegen Ausstellung von Einlagebüchern an und zwar vormittags von 8 bis 12 und nachmittags von 2 bis 51/, Uhr, Samstags nur bis 4 Uhr. (Jnser Institut ist zur Anlage von Mündelgeldern geeignet erklärt worden. ’Vu Bank für Handel und Industrie Depositenkasse Giessen G. Müller. C. Dietz. ^Vornamett^ ganz aus, damit keine ungültigen Stimmen-Abgaben verursacht werden.8389 ZIMmmlaetea-Ml! Nicht Freisinn: Nicht Nationalliberal! Cafe Ebel. Dienstag den 15. und Donnerstag den 17. November: ET nn der italienischen Kapelle Bailland IxUlluvl U Savoir, Direktion Antonio Crolla. Für feinstes vtebäck empfehle ich mein bekanntes 8370 Blütenmehl 10 Pfund 1.60 Mk. Anfang 8 Uhr. 8379 > - - --- ■ Itlihlhtfun »er Bürgerpartei im 06892 Gasthot zum Löwen L. Steinhäuser Neuen Baue 17. Frische ger. Kieler Bücklinge ä 6 Pfg., per Kiste 1,60 Mk., neue Rollmöpse L 6 Pfg., 100 Stück 5,75 Mk., Sardine», BiSmarckheriuge, marin. Heringe, Bratheringe, Aal in Gelee, empfiehlt billigst 83A5 Eb, Dort* Nicht um einseitige Programmpunkte der großen Politik handelt es sich, sondern allein nur um rein städtische Angelegenheiten k Unter anderen Gesichtspunkten dürfen die Komunalwahlen durchaus nicht stattfinden. Wählet Männer, die nur das Wohl der gesamten Stadt im Auge haben! — Sondervolitik gehört nicht in das Stadtparlament!!! Bereinigt Eure Stimmen auf die Herren: August Gabriel Georg Illebstreit Wilhelm Hornberger Georg Simon. | Viele Wähler ans Nord, Süd, Ost u.West.