Nr. A68 Drittes Blatt. 154. Jahrgang Erscheint tSglich mit Ausnahme de» Sonntags. Die „Gießener Zamillenblatter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »htsstlch« Landwirt' erscheint monatlich einmal. Gießener AnZetz Montag 14. November! OO-Z tRntattonSbrud und Verlag der Brüh kicher» UnwersuätSdruckerei. UL Lange Gletzen. Redaktion. Expedition u Druckerei Schulstr.?. Tel. Nr. 6L Tetegr^Adr.. Anzeiger Gieper». General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen. Dekanntnmchnnh. Betr.: Feldbereiniqunq in der Gemarkung Berstadt. In der Zeit vom 16. bis einschließlich 29. Novclnber f. Js. liegen auf dem Rathanse zu Berstadt die Arbeiten des II. Abschnittes obiger Feldbereinigung, nämlich: 83 Blatt Vonitirungskarten, 3 Bände Besitzstandsverzeichnisse, 3 Bände Gütergeschosse, 1 Band Zusammenstellung der Gütergeschosse, sowie das Protokollbuch gut Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungrn hiergegen und ev. Wahl eines Schiedsrichters nebst Stellvertreters findet daselbst statt: Mittwoch den 30. November 1904, vormittags 9—10 Uhr, wozu ich die Beteiligten mit dein Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufaffen und zu begründen. Büdingen, den 12. November 1904. Ter Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: Schnittsvahn, Negierungsassessor. Aes Landgrafen 3?ßtCtpp Bedeutung für die Gegenwart. Gießen, 14. Nov. 1904. Ms vor kurzem die Synodalen Deutschlands sich in Worms in der Erkenntnis vereinigten, daß der evangelischen Kirche die rechte Würdigung nicht zuteil würde und sich von neuem der Gedanke Bahn brach, daß unter Hintansetzung alles dessen, was die wissenschaftlichen und kirchenpolitischen Richtungen trennt, die Einigung und Einigkeit aller derer, die das Evangelium allein anerkennen, zu dem Ziele führe, das alle erstrebten, da hätten sie sich auf niemanden anders, als den Landgrafen Philipp den Großmütigen, den größten Fürsten im Reformationszeitalter berufen können. Ganz selbständig und fast gleichzeitig waren in Deutschland zwei Strömungen hervorgetreten, die beide sich lauf die Bibel, als der einzigen Richtschnur im! Glauben und Wandel beriefen. Trotzdem herrschte in einzelnen Punkten der Lehre Verschiedenheit. Aber auch zu einem einigen Vorgehen in äußeren Dingen konnten die Nord- und Süddeutschen sich nicht verständigen und eine solche Vereinigung herbeizuführen, galt Philipps eifrigste Bemühung. Er war der einzige, der durch seinen weiten Blick erkannt hatte, daß nur ein gemeinsames Handeln aller, die auf dem Boden des Evangeliums und der Gewissensfreiheit standen, dem Kaiser und dem Papste den zur Ausbreitung der „neuen Lehre" nötigen Widerstand entgegenzusetzen vermochte. Dem kühnen Landgrafen ist dieses Werk nicht gelungen, wenn er auch durch das von ihm ich Jahre 1529 veranlaßte Neligionsgespräch zu Marburg wenigstens eine Annäherung der leitenden Persönlichkeiten herbeiführte. Wäre Philipps Gedanke damals recht verstanden worden, eine ganz andere Entwickelung hätte die politische itnSD’ Kirchengeschichte genommen. Hätte man im Laufeder Zeiten sich auf das besonnen, was des größten evangelischen Fürsten stärkstes Bemühen war, die evangelische Kirche, die allerdings in erster Linie die Innerlichkeit betonen muß, stände heute anders da. Und wenn geklagt wird über den Mangel an Bedeutung und Einfluß der evangelischen Kirche nach außen hin, so steht das leuchtende Bild Philipps des Großmütigen vor uns, in dem wir die E i n h e i t aller Evangelischen verkörpert sehen. Zu ihm gilt's in unseren Tagen hinaufzuschauen und aus seinem Streben zu erkennen, daß nur Einigkeit stark macht. Daß Landgraf Philipp der Kraft des Evangeliums so ^iel, ja alles zutraute, lag begründet in der Art, wie er zum evangelischen Glauben gekommen ist und ihn aufgefaßt hat. So wenig ihn die Einziehung reicher Stiftungen, ■ Pfründen und Klöster zur Annahme des neuen Glaubens reizte, denn er hat nicht einen Pfennig davon für sich beansprucht, so wenig vermochten die kaiserliche Gewalt, noch seine fünfjährige überaus schmerzensreiche, weil unwürdige Art seiner Gefangenschaft, noch das Versprechen der Nachfolge in Sachsen, dem Lande seines katholischen Schwiegervaters, noch die eröffnete Aussicht auf die Königswürde vom evangelischen Glauben abzubringen. Illi ■■l llllimnMIJi, Zweites Konzert des Konzertvercins. Gießen, 14. November 1904. Haydn — Mozart — Beethoven: Ein Jahrhundert /legt zwischen ihrem Schassen und unserer Zeit, Menschenalter liegen zwischen den Tagen, da man ihre Wunderwerke zum ersten Mal vernahm und die neuen Götter mit schwärmerischer Inbrunst verehrte und unseren Tagen, in denen man vor aller Fülle des Neuen, das uns die moderne Musik bringt, von Zeit zu Zeit wieder einmal zurückschauend sich sammelü halt macht und die uns zu „Klassikern" Gewordenen zu sich reden läßt. Und dann geht immer von neuem ein wunderbarer Zauber von ihnen aus: anders für uns Junge, denen sie von Zeiten singen, die wir nicht gesehen, nicht gelebt haben, anders für die Alten, deren Tugend wieder auflcbt bei den Tönen der „Adelaide", Tönen, in denen sic selbst geliebt haben und geliebt wurden, bei den Klängm eines Haydnschcn Menuetts, nach denen sie getanzt haben: tber für uns alle ein Zauber, in den wir tief verstrickt werden. Es war eine dankenswerte, bei aller „Altmodischkeit" des Programms so echt moderne, im guten Sinn moderne Idee, uns einen auss Feinste stilgerecht zusammengestcllten Haydn-Mozart- Beethoven-Abend zu bieten. Nicht jeder Haydn paßt zu Beethoven, und noch weniger jeder Beethoven zu,Haydn oder Mozart. Der Beethoven, der aus der V. spricht, ist seinem Jahrhundert, ist einem Haydn so weit voraus, , daß man sie zusamnicn schlechterdings nicht hören kann. Die erste Beethavensche Symvhonie lnüpst unmittelbar an ihn an; sie bildete den rechten Schluß-- [teilt in deut von bewußter Künstlerhand gcschasseuen Bau dc-> Abends. Die Haydnsche G-dur Symphonie mit ihrer goldenen Heiterkeit, bald mit Puderzopf und Reisröckchcn, bald mit rein menschlichem Kinderlachen dahinklingend, offenbart wie kaum --ine andere das Wesen des Meisters, das, was wir au ihm als lein Eigenstes kennen und lieben. Tie Mozarlschc Symphonie, Ans freier Entschließung hat ihn das eifrige Studium der heiligen Schrift selbst und Luthers Schriften zum neuen Glauben geführt, der während der langen Hast Philipps seine Probe bestehen mußte und bestand, denn er hätte die Gefangenschaft nicht zu ertragen vermocht, „wenn er nicht in seinem Herzen den aus Gottes Wort geschöpften Trost gefühlt hätte." Trotzig kühn hat er Feinden gegenüber die lutherische Lehre verteidigt, gemäß seinem Wahlspruch: „Gott hilf verbreiten mir D-einc Ehr, Tas ist mein höchster Wunsch und Gehr; Darnach, daß ich Tein Volk regier, Daß wir all bmd gefallen Dir." Wenn nun überall im Lande Philipps feiern gehalten wurden, wenn man sich darauf besonnen hat, daß ein so bedeutender Fürst der Ahn unseres Herrscherhauses und der Begründer der Darmstädter Dynastie ist, wenn man seiner großen Herrschertugenden gedachte und der Liebe zu seinem Volke, wenn man sich der großen Werke der Bamherzigkeit erinnerte, die er aller Orten im Lande getan hat zum Besten der Armen, Blinden, Siechen, Kranken und Epileptischen, so darf man nicht vergessen, daß Philipp der Großmütige ein treuer evangelischer Ehrist gewesen ist, der durch das Evangelium seiner Pflichten recht bewußt geworden und gewußt hat, daß er nur durch Gott etwas vermochte: „Mein Stärke, Glück und Lob ist mein Herr und Gott." Was gilt heute vielen Glaube, Gottvertrauen! Alte Begriffe ohne Inhalt, mit denen man nichts Rechtes anzufangen weiß. Der große Landgraf lehrt seine Verehrer ein Anderes. Ob auch die Kraft des Evangeliums einen nicht kleinen Rest vom alten Menschen in ihm zurückgelassen hat, Philipp stellt uns das Bild eines Menschen dar, dem der christlich-evangelische Glaube mit seiner Kraft eine wahre Herzenssache geworden war, der sein evangelisches Bekenntnis höher achtet, als Gut und Land. Er getröstet sich im Leben wie im Sterben der göttlichen Gnade in Ehristus und stirbt mit des Erlösers Wort: ,^Vater, ich befehle meinen Geist in Deine Hände." Philipp der Großmütige erkannte die Macht evangelischen Glaubenslebens und darum ist er den Kindern der Reformation jener gewaltige Mann, zu dem sie trotz seiner Fehler als zu einem glänzenden Vorbild evangelischen Glaubens und auserwähltem Rüstzeug Gottes und Förderer und Beschützer des Protestantismus aufschauen. Er ist auch zugleich das Vorbild eines christlichen Fürsten, dem das Wohl seiner Untertanen am Herzen liegt und der für nichts mehr sorgt, als daß allen leiblich und geistlich geholfen werde. Möge Philipps Geist über den evangelischen Landeskirchen schweben und sie durchdringen, dann: Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, Laß fahren dahin. Sie haben's kein'n Gewinn, Tas Reich 'muß uns doch bleiben! Der Ausstand in Deulsch-Südwcstasrika. Der Rücktritt Leutweins. Berlin, 12. Nov. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Ter von Gouverneur Leutwein schon vor längerer Zeit nachgesuchte Urlaub wurde demselben bewilligt, nachdem General v. Trotha den Oberbefehl auch im Süden des Schutzgebietes übernommen hat. Mit Rücksicht auf die im Schutzgebiet zurzeit vorwiegend militärischen Interessen übernimmt General v. Trotha bis auf weiteres die oberste Leitung der Gouvernementsgefchäfte in Vertretung. Da Gouverneur Leut wein in Uebereinstimmung mit seinen eigenen Wünschen nicht z u r ü ck k e h r t, ist als G o u v e r n e u r des Schutzgebietes für später als Nachfolger der Generalkonsul in Kapstadt, v. Lind ea ui st, in Aussicht genommen. Leutwein wird also in die Wüste geschickt. Ter Urlaub ist gleichbedeutend mit der definitiven Abberufung, wie merkwürdigerweise und abweichend von allem sonstigen Gebrauch in der offiziösen Mitteilung offen erklärt wird. Wie anderweitig bekannt wird, hat den Befehl über die Operationen im Süden bereits Oberst Deimling in die Hand genommen. Leutwcin ist den militärischen Aufgaben entrückt und hat als Gouverneur nur mit den Bemühungen zu tun, die noch nicht aufständischen Stämme in Ruhe zu halten. Auch 'diese Aufgabe wird ihm jetzt abgenommen. General v. Trotha ist einstweilen Oberbefehls- haber der Truppen und Gouverneur zugleich, in letzterer Funktion wird ihn Herr v. Lindequist wohl bald ablösen. Was die Nachfolger Leutweins leisten werden, bleibt abzuwarten. Ob die völlige Ausschaltung des bisherigen Gouverneurs im gegenwärtigen Augenblicke zweckmäßig ist, darüber werden die Meinungen wohl auscinandergebcn. Leutwein ist doch immer ein guter Kenner von Land und Leuten, und er erfreute sich bei den Eingeborenen eines Vertrauens, das auch bei Be- vielleicht von den drei Symphonien des Abends am wenigsten ein Erzeugnis und Bild gerade ihrer Zeit, ist eins der vollendetsten Werke, die uns Mozart geschenkt hat: man kann sie stets wieder hören und wird immer neue Schönheiten aus ihr hervorbeben. Zu diesen drei großen Werken die schönsten der alten lieben Beethovenlieder, die man heute fast nur noch da hören kann, wo gute Hausmusik getrieben und alte Ueberlieserung gepflegt wird, und die doch so wundersam tief sind und zu Herzen gehen. So mußte der Wend wohl das werden, was man mit „stimmungsvoll" am besten bezeichnet; er war es. Tie heitere, festliche Stimmung, die die flott, freudig und sicher gespielte Haydnsche Symphonie ausgelöst hatte, blieb bis zum Ende des Konzerts bestehen: ja merkwürdigerweise sah ich heute — nicht einmal ein Dutzend der Zuhörer vor dem letzten Ton der Beethoven-Symphonie den Saal verlassen. Uebrigens, da ich gerade bei dem p. t. Vublikum bin: wäre es nicht möglich, daß das, in Gießen ja so ganz besonders beifallsfreudige Publikum wenigstens nach den einzelnen Teilen der Symphonie, die doch einheitliche Kompositionen darstcllen sollen, das Beifallklatschen unterließe und nur noch am Ende des ganzen Werkes seinem Herzen Lust und seinen Händen Bewegung machte? Ich finde es ja schön — fit venia verbo — geschmacklos, wenn man nach dem Vortrag des „Büßlieds" die ganze Stimmung durch das minutenlange Klatschen wieder zerstört; daß man aber die einheitlich gedachte Symphonie durch Klatschen auSeinanderreißt und so die Pausen, die der Komponist gemacht, damit man sich sammle und Mnf das Kommende vordereite, zu allem andern benutzt, als wozu sie da sind, ja dafür gibt es eigentlich nur die Entschuldigung, daß „es nun mal des Landes so Brauch ist". Ein auswärtiger moderner Dirigent, ich glaube Hausegger, hat es unternommen, Svrttphonien oder überhaupt mehrsätzige Werke in der Weise „durch" zuspielen, daß er die Pausen mit dem Taktstack aushält und verkürzt; vielleicht ließe sich der Ver- mühungm zu friedlicher Beileaung des A'-fstandeS gute Dienste hätte leisten können. Sämtliche Herero und Hottmtotten bis auf den letzten Mann totz'ffchlagen, ist doch nicht möglich, und es wird der Moment kommen wo man ihnen unterhandeln muß. Ta hwr» Leutweins Mitwirkung vielleicht wertvoll gewesen. lieber die Amtst'-tigkeit des Gouverneurs Leutwein ein Ge- samra''sn^'lli'b beendet sein. vevnAtscvtes. * Denkmal eines französischen Feld Herrn am königlicken Schloß zu Berlin. Für die Errichtung des Eoligny-Denkmals in Berlin werden jetzt Vorbereitungen getroffen. Das Werk erhält seinen Platz vor der ehemaligen Schloßapotheke. Der Standort ist bereits auf dem von zwei Baumreihen eingefaßten Rasen markiert. Tie Aufstellung und Enthüllung wird dem Vernehmen nach im Laufe des Dezembers erfolgen. Der Kaiser hat die Ausführung des Denkmals dem Grafen Görtz- Schlitz übertragen, von dem in der Siegesallee die Statue des Wittclsbacher Markgrafen Ludwig II. herrührt. Die 2.30 Meter große Figur zeigt Eoligny im spanischen Zeitkostüm, das Haupt mit dem Barett geschmückt. Er hält in einer Hand den Marschallstab, mit der anderen stützt er sich auf den Degen. Das Kostüm, das er trägt, ist ähnlich demjenigen Joachim Friedrichs in der Siegesallee. Die Statue wird von Martin und Piltzing gegossen. Sie ist zum großen Teil fertig, nur Kopf und Hände werden vom Grafen Görtz noch einmal im Wachsmodell durchgearbeitet. Die Figur kommt auf ein Postament aus FichtÄg-ebirgsgranit, das mit einer bronzenen Jnschrifttafel versehen lvird. Die Aufstellung des Denkmals eines französischen Feldherrst am Berliner Schlosse ist jedenfalls etwas Eigenartiges.- Eoligny, der tapfere Glaubensheld, steht dann rn nächste^ Nähe des neuen Domes. Foulard ° Seide 95 ?r. -m — Zollfrei! — Muster an Jedermann! —'' D10/10 Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich. such hier auch einmal machen; denn dem Tirigenten ist doch, glaube ich, mit dem Klatschen sicherlich kein Gefallen geschehen; ob der Eindruck auf die Zuhörer dagewesen ist oder nicht, merkt er auf andere Weise. Doch das ist nur Mschweifung. Eine eingehende Krittk der Leistungen würde zu weit führen; warum auch durch Bemerken von Einzelheiten, meist Kleinigkeiten, z. T. a^ch wohl auf verschiedenen Auffassungen beruhend, den Gcsamteindnlck des Mends schwächen, der zweifellos ein freudig gehobener war! _ DaS Vereinsorchester hat in den letzten Jahren wiederholt bewiesen, daß und was es gelernt bat, daß eS strebt und arbeitet, um seinem Tirigenten Ehre zu machen. Tas Konzert heute kann er als einen Erfolg buchen. Namentlich bei Wiedergabe der Haydnschcn und der Beethovrnscden Swnpho- nie war vorzüglich; die Mozartsche Es-dur habe ich, das sei bei aller Anerkennung gesagt, schon besser in ihrer einzigen Feinheit und Subtilität herausgebracht gehört. Die Streichinstrumente entwickelten einen starken glanzvollen Ton und waren andererseits im Piano von entzückender Weichheit: so geriet auch die Ucberrasckmng im Haydnschcn Andante aufs beste. Die Holziustrumente dürsten immer noch mehr an ihrer Vervollkommnung arbeiten; es ging manche schöne Wirkung durch ihr Versagen verloren. Eine gan ^besondere Freude bereitete wohl allen Hörern Herr L e i nt e r aus Frankfurt a. M. durch ben Vortrag der Beethoven scheu Lieder. Ich wüßte nicht zu sagen, welchem ich den Preis zuerkcunm sollte: in allen kamen sein nicht sehr großer, aber klanglicher, gut geschulter Bariton, sein durch und durch edel und vornehm gehaltener Vorcrag fein; tiefe Empfindung gleich wirkungsvoll zum Ausdruck. Er fand für jedes der Lieder den rechten Ton, und schlug in den Herzen der Hörer die rechte Saite an. —n— ........ ......- ,7 A-- • . a ,- alal yuuicoiunqsnti leiuji nanm nur roemac ausberoahrtcr Betrag Bon' ctrott IOC)" Mark, d"n'der'Pfarrer 'sür I ^C%”bSn m '>»svruch. Da die Angehörigen der Hingerichteten 2(1) 1 1 (1) Kl) 1 über lautes „Gurgeln" des Pfarrers wach geworden war: sie hatte aber angenommen, er räuspere sich wegen eine Er- kältung. Sicherlich hatte sie das Todesröcheln des sterbenden Pfarrers gehört, sonst aber keinen verdächtigen Ton vernommen, so das? sie sorglos wieder einschlief. Nach der ganzen Sachlage kann der Grund zu dem Morde nur Geldgier gewesen sein, denn der Geistliche galt als sehr vermögend. Da in letzter Zeit in der diesigen Gegend mehrfach Einbrüche verübt oder versucht worden sind, so liegt es nicht gan) fern, bezüglich der Täter auf einen u'r sä chli chen Zu sam m en ha n g mit diesen Einbrüchen zu schliessen. Man muß abwarten, ob bic Untersuchung nähere Verdachtsmomente ergeben wird. Hoffentlich gelingt es der Staatsanwaltschaft, Licht in das jetzige Dunkel zu bringen. _ 1 / crnem sicheren Schlage trennte dann der Scharfrichter Engelhardt von Magdeburg mit | ein Sekretär als Protokollführer. Punkt 7 3/4 Uhr nahm der Hinrichtungsakt, der vom ersten Staatsanwalt geleitet ivurbe seinen Anfang. Auf Befehl v. Redens wurde Stafforst hereingeführt. Er erschien vor dem Tische inmitten von Gefängnisbeamten, ohne alle Fesseln. Das Armesünder-Glöcklein ertönte. Stafforst war etwas erregt, aber dabei doch auf alles gefasst. Noch am Abend vorher hatte er das Abendmahl genommen und wiederholt dem Geistlichen und dem Staatsanwalt sein Geständnis wiederholt, wie er es s. Z. in der Verhandlung abgegeben hatte. Der erste Staatsanwalt las! ihm den Wortlaut des Schwurgerichtsurteils vor, wobei Stafforst bestätigend nickte. Dann wurde der Erlas; des Kaisers vorgetragen, in dem es u. a. hecht: „Nachdem uns der Sachverhalt vorgetragen worden ist, haben wir uns entschlossen, von der Begnadigung keinen Gebrauch zu machen, vielmehr der Gerechtigkeit freien Lnuf zu lassen. Wilhelm." Der Erlas;, mitsamt der Unterschrift, wurde Stafforst gezeigt, der indessen kaum hinblickte. Der Staatsanwalt übergab hierauf den Delinquenten dem Scharfrichter zur Vollstreckung des Urteils mit den Worten: „Walten Sie Ihres Amtes!" Stafforst ging ruhig zum Nichtbloek hin. Hier wurde ihm von den Henkersknechten der Nock ausgezogen. Einer hielt den Kopf des Stafforst, die beiden anderen den Körper. Ob Stafforst angeschnnllt wurde, ließ sich nicht erkennen. Zur Scktadtralswalil in Hieße. Sie geschtatte doch, Herr Nedakteer Un lvcr'n nett aus mich lache. Das; zu de Schtadtratswahl ne Fraa Vorschlag' emool tut mache. Da schtehe Leut' uff, die kaa Mensch Nett in der Schtadt tut kenne. Die aber doch der Ansicht fei’, Das; sich die Sach' müßt' wen ne. E jeder, den e Hihneraag Tut in sei Schticwel pätze. Der schiltt usfs Pflaster wie e Schnatz, Uff Schtraße un uff Plätze. Ter Omnibus geniegt ent nett. Er mecht im nächste Jahre Von Dicseck ab bis nach Lang-Göns Mit der Elektrisch' fahre. Un für die Schiffahrt uff der Lahn Müßt' ebbes bald geschehe, ES müßt aach Gieße in der Reih’ Ter große Seeschtüdt schtehe. Aach für Theater un Konzert Müßt' viel mehr Geld noch fließe: E Opern- und e Schauschpielhaus Tun netig sehr in Gieße. Un aach c Viehhof, wo mcr Säu Un Ochse kann sich kaase. Mit Bahnaaschluß, damit des Vieh Nett mehr weit braucht ze laafe. E Markthall' müßt' aach noch ebei. Daß nett bis uff die Socke Mit ihrer Butter, un ihr'm Käs' Wer'n tretschmaß die Hocke. E großer Bahnhof derste noch Des Gießer Nordend ziere. Damit mer in der Schwarzbach kennt Mit Bauplatz' schpekuliere. Des Oktroa, de Landwirtschaft Un wenn eischtellt sich 'Hitze: Woll'n mit Verschtand berate sei Tas Gießfaßfahr'n un Schpritzc. Vielleicht läßt Gas- un Wasserpreis Sich rückwärts revidiere, Aach die elektrisch Enerschie Im Preis sich reduziere. Daß. die Finanze sich sanier’n — Uff Deutsch haaßt des gesunde — Js aach e Ausgab' für Schtadträt, Tie Scharfsinn woll'n bekunde. Ihr Berger, überlegt's genau. Wenn ihr enusf geht wehte, Un sorgt desier, daß bei der Wahl Kaa Wehler nett tut fehle. Schickt in de Schtadtrat alte Schtänd' — T i e Bottedick taßt Hippe — Damit an dem, was er beschließt, Aach kaaner nett kann tippe. Bleibt aanig laßt entflamme net .Hell uff der Zwietracht Fackel, Behalt' im Aag' des Wohl der Schtadt Wie ich —- F r a a H anne !vacke l. Deutsches Reich. Berlin, 12. Nov. Gelegentlich der Vereidigung 6er Rekruten der Potsdamer Garnison wies, wie nachträglich bekannt wird, der Kaiser in seiner Ansprache ii. a. darauf hin, daß des deutschen Soldaten höchste Pflicht sei, in Fällen der Not und Gefahr freudig das Leben für den Land es Herrn zu lasten und für die Interesten des Vaterlandes in die Schanze zu schlagen. Die jungen Soldaten sollten sich an ihren Brüdern auf blutiger'Wahlstatt in Südwestafrika ein Beispiel nehmen, welche, obgleich schon längst nicht mehr aktiv unter der Fahne dienend, sich freiwillig zu der Expedition gemeldet hätten, um dem Könige und dem Vaterlande erneut treu zu dienen. Daneben ermahnte der Kaiser die Soldaten zur Gottesfurcht, denn nur im Besitze dieser Eigenschaft könne der Soldat seinem schweren aber doch so schönen Berufe gerecht werden. Die Rekruten sollten ferner auf ihren Rock stolz sein und ihn nicht beschimpfen lassen, denn er sei der Rock des Königs und der dürfe nicht angetastet werden. — Gestern hat auf dem Platze zwischen dem Königs. Schlöffe und dem Lustgarten die Vereidigung der Rekruten der Garnisonen Berlin, Spandau, Eharlotten- burg und Groß-Lichterfelde stattgefunden. Um 10 Uhr erschien ber Kaiser zu Pferde auf dem Platze. Er trug über der Uniform den grauen Paletot mit dcm Orangeband des Schwarzen Adler-Ordens. Nach Begrüßung der Prinzen und Generale ritt er die Front der Aufstellung entlang, jeder Brigade sein „Guten Morgen!" wünschend. Der Kaiser hielt nach der Vereidigung eine Ansprache an die Rekruten und frühstückte dann bei dem 9(fernnberregimcnt — Der Kaiser hatte sich gestern abend beim Reichskanzler Graf Bülow zum Diner angesagt. Eingeladen Lungentuberkulose Gehirnentzündung Nierenentzündung Verunglückung unbekannter Ursache Aiiü ’ 'M uni) £ Gießen, den 14. November 1904. In dem Bibliotheksneubau wurde gestern die Ausstellung wertvoller alter Handschriften von dazu geladenen Besuchern viel bewundert. Das Wertvollste davon wird demnächst in einem dazu ausersehenen Saal in wissenschaftlicher Anordnung zu einer permanenten Ausstellung hergerichtet werden. ** Zur Stadtverordneten wähl wird uns zu der Notiz in Nr. 263 vom 8. d. Mts. geschrieben: Nicht etwa 70 Mk. Steuerkapital sind erforderlich, um zum höchstbesteuerten Drittel der Wählbaren zu gehören, sondern die der Gemcindesteuerberechnung zugrunde liegenden doppelten Grundzahlen zusammen mit der staatlichen Ein-! kommensteuer müssen ungefähr 70 Mk. betragen. Unter doppelten Grundzahlen sind zu verstehen 30 pEt. der gesetzlich festgelegten Reinerträge (d. i. Steuerkapitalien) aus Grundbesitz, Gewerbebetrieb und Kapitalrente. Ein Einkommen Sind Sie nervös? An Nervosität Leidende dürfen keinen Bohnenkaffee trinken, denn er eignet steh nach einer Veröffentlichung des Kaiserlichen (Gesundheitsamtes nicht zum Genuß für Kinder, nervöse und Herzkranke Personen, weil er die Anfänge der Vergiftungs- Wirkungen des Koffeeins in sich trägt. — Trinken Sie Kathrecuers Malzkaffee, das ist der allerbeste und wohlbe- könnnlichste Ersatz dafür. p * Von anderer Seite wird noch folgendes berichtet: Dem Mörder des Pfarrers Thöbes ist keine große Summa: 6~(3) 4~(3) 1 i ~ . T klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der -rodesialle m der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach «ließen gebrachte Kraule kommen. 2!ttsknnd. Paris, 12. Nov. Tie Marinestudien deS französischen Finanzministers Lockroy, namentlich seine Darstellung der deutschen Werft, fanden auch in Petersburg die größte Beachtung. So erließ der Zar einen Ukas, wonach 2 V, Millionen Francs für Anlage einer russischen Musterwerft bewilligt wurden. Wien, 13. 9?oo. Die Reise des Grafen Posadowski) nach Budapest hat am Stande der Ausgleichs-Verhandlungen nichts geändert. Tie Referenten arbeiten unausgesetzt an der Ausgleichung der Differenzen, die indessen nur langsam von statten geht. In der Veterinärfrage bestehen die alten Gegensätze. Trotzdem hofft man schließlich zu einer Einigung. zu gelangen. — TaS ,V. W. Tagebt." meldet auf Grund direkter Mitteilungen aus Petersburg, daß eine Begegn un g zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren verabredet sei und demnächst stattfinden werde. a i o n i f i, 13. Nov. Bei der Landungsbrücke des Bahnhofes der orientalischen Eisenbahn wurden gestern 26 Kisten mit Gewehrmunition, Revolvern und Patron en gürte ln entdeckt. Tie Polizei beschlagnahmte den Fund, von dem schon ein Teil in Sicherheit gebracht war. Tie Munition soll für griechische Banden in Mazedonien bestimmt gewesen sein. Aer Aauömold in Kelbenbergln. . . Uebcr bi- schreckliche MoMa^an dem "Ueit/ge Meten und geehrten katholischen Ortsgeistlichen seien noch solo"nde Einzelheiten berichtet: AIS die Leut- heute irlih die Kirche besuchten, warteten sie w ihrem Erstaunen vergebens aus den KeiAichen. Schlienltch begab lick' brr Kirchendiener in beMan. baus, um den Piarrer zu rufen. Erst fanranfhin klovkte die Haushälterin, bte den Geistlichen noch schlafend wähnte an dess-n Schlafzimmer an, ohne eine Antwort zu bekommen' Dadurch stutzig gemacht, wagte es der Kirchendiener und di.' Haushälterin das Schlasz-mner zu betreten und nun bot sich ihnen ein schreck- Iifbrr Anblick "n seinem Bette lag entseelt mit durchschnittenem t f n ihm ein der eigenen Küche t nt no mm c n p ck großes, blutiges Messer, mit welchem pt- Morütat offenbar vollbracht worden war, Im übrigen war erst ii [ cs der LU shälter in ein, daß sie in der Nacht dem Handbeil das Haupt vom Rumpfe. In einen bereitstehenden Sarg wurde sodann die Leiche des Stafforst hineingelegt und die Spuren der Hinrichtung soviel als möglich beseitigt. Dann wurde Groß hereingesiihrt. Er sah blaß und angegriffen auS. Festen Schrittes, ohne zu zittern, ging er an den Tisch heran, wo die Staatsanwälte und der Protokollführer sich befanden. Er hörte das Urteil und sah die Unterschrift des Kaisers ganz genau an. Dabei erklärte er: „Stafforst bat den Mann erschlagen." Ohne irgendwelches sichtliche Sträuben ließ er sich an den Block führen, das Beil sauste hernieder und der Scharfrichter konnte dem Staatsanwalt melden: „Der Gerechtigkeit ist genüge geschehen." Der Hinrichtungsakt selbst nahm nur wenige MjrniMUlkbttücht for Todesfälle inderZtadt Gieße« 41. Woche. Vom 2. bis 8. Oktober 1904. (Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 iinkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 11,34 ~ 7 nach Abzug von 3 Ortsfremden: 5,67 0/0P. Kinder Es ft arbeit an: Zusammen: Erwachsene: im vom waren die Minister v. Einem, Budde, v. Tirpitz, Staatssekretär v. Richthofcn, Unterstaatssekretär Mühlberg, Wirkt. Geh. Rat Holstein, Kolonialdirektor Stübel, Wirkt. Legationsrat Professor Helffrich, Generalmajor ä la suite v. Moltke, Flügeladjutant Kapitän Müller, Geheimrat Löbell und Ober-, Leutnant Schwartzkoppen. — Ter frühere freisinnige Abgeordnete, Gutsbesitzer Dau-Hohenstein ist gestorben. — Der Präsident des Reichsta ges, Graf v. Ballestrem, hat nunmehr für die erste Sitzung nach der Vertagung am 2 9. November als Tagesordnung bestimmt: Beratung von Petitionen. Osnabrück, 13 .Nov. Eine Versammlung Hannover-' scher und westfälischer Landwirte gestattete sich zu einer Kundgebung gegen die Kanalvorlage. Der Ausbau des Dortmund-NheinkanalS bedeute eine schwere Schädigung für die Landwirtschaft, die aber zu Opfern für die Industrie bereit nes Ehrenpostens verzichtet Vereine vereinnahmt hatte, fehlen, außerdem zwei goldene Herren- die Leichname nicht reklamiert hatten, wurden sie ohne Ver- i'sw'n, die auf dem Tiscbe lagen. Zwei weniger wertvolle'tlliren zng der Erde übergeben. Mörder unberührt, ebenso alle Wertpapiere. Der Mord Limburg, 13. Nov. Die beute hier ftattaebabte »SV>!»» Ä »,-ih.n« .N-ss-»-- brüten Sckirei vernommen, da sie dann aber weiter nichts mcbrPcr uowirte nahm nach dem Vortrag des Freiherrn hörte, glaubte sie, sich getäuscht zu haben, und ging wieder zu von Bodelschwingh eine Resolution an, nach welcher die Bett.. Bevor der Mörder zur Tat schritt, wählte er sich aus Bedenken gegen die neue Kanalvorlaae nur be- dem nt der .«gliche ausbewahrten Messerbestande des Pfarrers eini s r r--r ni‘r ü , Tranchiermesser und ein sogenanntes Brotmesser ai^. W L • ? JUYC^CU fonncu Einführung des staat- terem. das sehr spitz und scharf ist. Haler die Tat ausgeführt. llchen S ch l epp m o n op o ls auf sämtlichen Wasser- Er versetzte dem Pfarrer einen Stich in die rechte Backenseite straßen, also auch auf die öffentlichen Ström e und einen ziveiten in den Hals, der die Schlagader traf und ----------------------- uuch den Tod des Pfarrers berbeiführte. Der unglückliche Mann konnte sich nicht wehren, weil er die Hände verbunden trug. Er hatte nämlich eine Wunde int Gesicht, und sollte diese mit den fanden nicht berühren. N ach der Tat wusch sich d e r Mörder im Waschbecken des Schlafzimmers die blutigen Hände und trocknete sie an dem daneben hängenden Handtuch. Ein Kamps zwischen dem Mörder und seinem Opfer hat nicht statt gesund en. Der Tod des Pfarrers erregte in der 1300 Emwohn r zählenden Gemeinde allgemein' Teilnahme, schon deshalb, weil der ziemlich vermögend^ Gci'liche ein Wohltäter der Armen war und auch für die Gemeinde manche Opfer brachte. Er amtierte seit fünf Jahren in Heldenbergen. Heute vormittag wurde der Tatbcßaud gerichtlich festgestellt. Bon dem -rater fehlt bis jetzt noch jegliche Spur. Man glaubt nicht, daß der Mord von einem Einheimischen begangen worden ist, ver- I mutet vielmehr, daß ihn ein Fremder auSgesührt hat. Ein Vorfall in Hanau, den die „Fr. Ztg." zu berichten weiß, könnte eventuell mit dem Mord in Heldenbergen z u s a m m e n h ä n g e n und auf die Spur des Verbrechers führen. Am Sonntag vormittag erschien auf dem dortigen Ostbahuhof em Mann und richtete nn den diensthabenden Sperrbeamten und fVäter auch an den Stationsvorsteher die Frage, ob nicht ein At/"'u und eine Frau mit zwei Hund n durchgekommen seien. ■M .e hätten bei ihm in Heldenbergen gewohnt und ihm 50 Mk Bargeld und eine Anzahl Kleidungsstück.' gestolüen. ?lls er Horts, lolcbc Leute feien in der Tot kurz nach 7 Uhr mit dem Zuge m der Richtung narb Aschasfenburg gefahren, sagte er: „Da Mul ich gleich nach." Er suhr bann um 10 Uhr ebenfalls m per Ricktimg nach Aschafsenburg weiter. Der Stationsvorsteher machte der Staatsanwaltschaft Mitteilung. • Ein -Lrahtbcridit aus Friedberg meldet uns noch, I paß bort b?r.5,.riminc(fomminar Düring von Braunschweig in Begleitung eines anderen Kriminalbeamten mit z we i Polizeihunde u eingetrofsen ist. Bei dem Raubmord sind, wie uns in letzter Stunde noch gemeldet wird, eine goldene und eine silberne Uhr, zwei Ketten und ein Revolver und etwa 2—300 Mark an bar geraubt worden -ne Recherchen nach dem Täter iverden eifrig geführt. Die elegante Welt nimtin‘f,‘sfs iuiv wte r . . . u. so fehlt auch auf bereit -rockettitisch nie bte zur Haut- 1Bzx11 u. Schönheitspflege unübevtroff, 1 llOIlMSOliC. MtmOllkten-Mch! ’ Als besonders geeignete unabhängige Männer- empfehlen wir zur Wahl: , Justizrat Dr. Gutfleisch KommerzienratHeichelheim August Gabriel Jean Kirch Wilhelm Wallenfels L. Petri II. | Wilhelm Homberger Eduard Krumm Med.-Nat Dr. Haberkorn Friedrich Habenicht Viele Wähler Denen -as Jnttteffe Der AM m Serzea liegt. Ein IHnImroort in letzter Die Festsetzung der Kandidaten zu den Stadtverordneten-Wahlen durch die politischen Bereine zeigt, wie groß das Partei-Interesse hierbei vertreten war. Viele Wähler werden sich diesen Vorschlägen nicht anschließen können. Wir erlauben uns, einen Mann zur Wahl vorzuschlagcn, dessen biederer Charakter und gründlichen Kenntnisse uns die Gewähr für eine die Interessen der Stadt fördernde Tätigkeit bietet. Wir meinen den Universitäts-Quästor, Kreiskassenrechner 0G866 Herrn A. Kanss der sich der allgemeinsten Sympathien bei Hoch und Niedrig erfreut und von dem man weiß, daß er sich nicht scheut, seine Ansichten offen und rücksichtslos zu ver- treten. Solche praktisch erfahrene Männer wirken zum Segen der Stadt und es wäre recht bedauerlich, wenu die Wahl dieses als tüchtig und umsichtig erprobten Mannes unterbleiben würde. Eine ßrch AxM Wähler alltt Sföiik Ztadtverordnetenwahl Wähler! Tie Generalversammlung des Bestrksvereins „Nord-Ost" hat die geheimen Abmachungen nicht genehmigt, welche für die anderweite Aufstellung des Kandidaten Friedberger bestimmend und ausschlaggebend waren. Der freisinnige Verein ift durch das betr. Vorstandsmitglied der Nord-Ostler in unglaublicher Weise düpiert worden. Hieraus ergiebt sich aber als natürliche Folge, daß kein wahrhaft liberaler Mann die nnter irrtümlichen Voraussetzungen zu Stande gekommene Liste der politischen Parteien sich ohne entsprechende Abänderung zu eigen machen kann. 06872 Wir empfehlen daher dringend, diese in der Weise vorzunehmen, daß alle Wähler ihre Stimme vereinigen auf unseren Kandidaten Kam MM iioiiilicrotr. Viele stchmißt Mil natimllibttck Wähler. Ur Pseriieheßtzer. Ein Waggon 8326 Pfeederüben eingetroffen, per Ztr. 2.20 Mk. Bei größerer Abnahme billiger J. Weisel, Sonnenstraße 6 _________Telephon 235._____ Stadtverordnetenwahl. Mitbürger! Ohne Vorurteil aus allen Ständen und Berufsarten schlägt Euch nach eingehender, gewissenhafter Prüfung eine Anzahl Bürger, Männer zur Wahl vor, die wohl allen Wünschen gerecht werden dürften. Die Handwerker und Gewerbetreibende, der Kaufmann, der Landwirt, der Fabrikant, die Universität, Jeder findet seinen Vertreter. Insbesondere die Universität, die so eng mit der Stadt verbtinden und so bedeutungsvoll für das Gemeinwesen ist, daß sie wohl gerechten Ansprtlch auf eine Vertretung im Stadtvorstand erheben darf. Wem daher die Gesamtinteressenvertretung der Stadt über jedes Sonderinteresse geht, der wähle außer den bewährten bisherigen Stadtverordneten noch die Herren: Martin Mörr, Schlossermeister, 06842 Hermann Eiehenaiier, Fabrikant, llax Friedberger, Kaufmann, Jled. Mat Mr. M aber körn, Kreisarzt, Geor^ Simon, Landwirt, Br. Wlmmenaiier, Univ.-Professor. licht Zentrum! Nicht Hord-Ost! Nicht Seltersberg! Wähler d. MM-WMztrsne nid angrenzenden Stadtteile! Laßt uns ruhig den Zettel der politischen Parteien wählen, nur setzt an die Stelle des Herrn Max Friedberger einen Interessenten aus unserem Bezirk und zwar Herrn ÄeorZx Siiwwa, Landwirt Grabenstraße Neven den seitherigen Stadtverordneten wählt also die Herren: Herrn. Eichenauer, Fabrikant Med.-RattzMaberhorn,Kreisarzt Friede. Habenicht, Kaufmann West-Anlage Friedrich Helm, Weinhändler Georg- Simon, Landwirt Dr.Wimnienaiaer,Unit)crfität§= Ztadtverordnetenwahl Lrhtcr Mahnruf! Mitbürger! Kurz vor Torschluß, aber gerade noch zur rechten Zeit, find' die geheimen Versprechungen bekannt geworden, die keine Erstellung fanden, aber die Wahlvorschläge der liberalen Parteien sehr erheblich beeinflußten. Noch ist es möglich, hier Wandel zu schaffen, und das soll und muß geschehen! Wähler! Laßt Euch daher nicht beirren durch etwaige Versuche, die Vorkommnisse in einem milderen Lichte hinzustellen. Man will angeblich die heutigen letzten Zeitungen vor der Wahl in diesem Sinne benutzen. In Wirklichkeit ist das Vorgekommene überhaupt nicht zu entschuldigen! 06873^ Darum, Ihr Wähler der ganzen Stadt, vereinigt Euere Stimmen auf bic ausscheidenden zehn bisherigen Stadtverordneten und die sechs neuen Herren: ^erinamt Eichenauer Friedrich Habenicht wilbelnr Hornberger Medizinalrat Haberkorn prosestor Winrmenauer Professor August Gabriel. M88Z Viele Wähler. Dick Wiler m nlkn Münirn. Zur Ztaötveror-neten-wahl! Mitbürger.' Der Wahlaustuf der vereinigten liberalen Parteien hat bei der überwiegenden Mehrheit der WSHler durchaus keinen Anklang gefunden. Er hat Gegenteil in den weitesten Kreisen das denkbar größte Befremden hervorgerufen und überall herrscht das Gefühl vor, daß viel zu wenig auf die allgemeine Stimmung der Bewohner unserer Stadt Rücksicht genommen worden tft, die in den vielen nichtpolitischen Versammlungen schon genügend zum Ausdruck gekommen ist. Wir empfthlen die ausscheidcnden bisherigen zehn Stadtverordneten zur Wiederwahl, aber hinsichtlich der weiter zu bestimmenden sechs neuen Herren empfehlen wir allen Wählern ganz eindringlich lt1W lUlfCi?!? Liste, die wir heute unseren Mitbürgern vertrauensvoll vorlegen. Wir wollen nur solche Männer gewühlt wissen, die bisher schon im Interesse unserer Stadt Wirklich tätig gewesen sind und öffeirtlich bewiesen haben, daß sie unserem Gemeinwesen nach außen und innen zu nützen verstehen; nur unabhängigen, selbstständigen Männem geben wir unsere Stimmen, solchen, die reiche Erfahrungen besitzen und befähigt sind, sich in allen vorckommenden Fragen eine eigene Meinung nicht nur zu bilden, sondern diese auch wirksam zu begründen und zu vertreten. Das ist in kurzen Worten unser Programm für die Ausstellung der neuen Kandidaten gewesen, und in allen unseren Beratungen ist dieses Prinzip stets hoch gehalten worden. Nktkklürgrr! Wenn wir, die wir mü unserer Wahlbewegung gleichzeitig die Gründung eines die ganze Stadt umfassenden allgemeinen Bürgcrvereinö ernstlich anstrebcn, heute nun nach reiflicher Ucberlegung und mehrmaliger Sichtung in überaus zahlreich besuchten Versammlungen vor die Wählerschaft hintreteu, so sind wir uns bewußt, daß unsere Kandidaten in allererster Linie geeignet sind, die Billigung aller Wähler aus allen Teilen der Stadt finden zu können, d10/1* Darum, Mitbürger, vereinigt Euch mit und; — bekennt Euch Alle zu unserer Kandidatenliste und wählet allseitig die Herren: Carl Aug. Pabor, AMimrimin Mizral Dr. Entfleisch, WtienrNckr Theodor Hambach, Etototnrtntttt üomerzitmi Heichelheim, Mkkmdiktcr H. E. Jughardt, Wtomriwttr Jean Kirch, Liadtimrdiiritt Eduard Krumm, LtckmMcitt Carl Loos, WtonorNkt« Louis Petri, LtBtimrhetn Wilhelm Wallenfels, EWtwrorhtfet. Bürgerverein Centrum. Hermann Eichenauer Wilhelm Hornberger Wilhelm Plank August Gabriel Rtdijiickat Or. Haberkorn Friedrich Helm. i?: ?7* *4 A Bei unserer gestern Abend stattgefundenen Generalversammlung wurden nachstehende Herren als Kandidaten Aug. Gabriel, Fabrikant n ft ff ff ff ff ff Mrdhinairat Dr. Haberkorn Friedrich Helm, Mrinhandler. zur Stadtverordneten-Wahl in Vorschlag gebracht: Carl Aug. Faber, Stadtverordneter Wir bitten unsere Mitglieder und Mitbürger, nicht allein den obigen, seitherigen, altbewährten Stadtverordneten ihre Stimmen zu geben, sondern auch für unsere neu aufgestellten Kandidaten mit Energie einzutreten, da wir Männer aufgesteb-. haben, die uns Gewähr dafür bieten, daß unsere städtischen Interessen nach jeder Richtung hin durch diese gefördert werden. Wirst Dr. Gutsieisch, Theodor Haubach, äoittiitirit Heichelheim, & E. Jughardt, Jean Kirch, Ed. Krumm, Carl Loos, VT Louis Petri II., Stadtvrrordncter Wilh. Wallenfels, Martin Dörr, Schlosermeijlcr Hermann Eichenauer, Fabrikant Max Friedberger, Kaufmann Der Vorstand.