mgen. Nr. 163 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Rotationsdruck und Verlag der Brähl'fchen NntverfitätSdruckeret. R. Lange, Gießen. Redaktion, ExpÄlttton «.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 5L Telegr^Adr. r Anzeiger Gießen» Zweites Blatt. 154. Jahrgang Donnerstag 14. Juli 1V04 Erscheint «glich mit «u-nahme de» Sonntags. Die .Gießener FamMenblStter- werden dem K OT ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der wkP ff ® Ä W W W ^heWche Qmdwlrt- erscheint monatlich einmal. V XZ KW M V V ® V W W" unter * und •06h 1 m4 rur M. • »«brat’ licit mrä ledige, 1 aiibe, tüchtige hweizer C oerrrauu'.svoll .-c^rtn dervähae r, »neUing*^ mtcu R AdyiElp, rut> 'Lderireße,^. teu lö ^rdnv. *N«. 18 Ach« 2: bei Ältibtt* n.f .^i ■ einem ,tschüst: morgen- i«afmetfi5e der- ^RuhaamdM fax LEI. (6042 wffta. oder'vätrr iNbanir ir•**TS wurde :r^n. I«* Alzeyer Beobachter^ das Wort. willkürlich und e Diese Emtrillarg stricht >e Bande und wie be- er- 406 67.2 fast nur an-irherl feit in tämtiidjc der Belegschaft um rund 10 Prozent zu verzeichnen, welche indessen keinen Rückgang der Braunkohlenindustrie darstellt, sondern aus einer Veränderung in der statistischen Zählmethode entspringt. Die Schichtdauer schwankt zwischen 6 und 12 Stunden. Die Braunkohlengruben haben im allgemeinen die längsten Schichten. In die Schichtzeiten sind die Pausen eingerechnet. Die wirkliche Arbeitszeit bei den 12 stündigen Schichten beträgt nicht mehr als 10 Stunden. Im Sommer haben mehr als Vs aller Arbeiter eine zwölfstündige Schicht, während im Winter die Schichtdarrer meist bis zu 8 Stunden verkürz: zu werden pflegt. 10 Prozent. Diese Zunahme ist verursacht durch Betriebs. Vergrößerungen in dem Gießener Braunsteinberg, werk und der Grube „Aussicht" bei Waldmichelbach. Bei den Braunkohlengrubeu ist eine Abnahme heiten. In der Regel gelang die Erledigung der vorgebrachten Wünsche oder Beschwerden auf gütlichem Wege. Was die Arbeiterschaft betrifft, so wird u. a. folgendes berichtet: Durchschnittlich wurden in den bergbaulichen Betrieben 91 jugendliche Arbeiter beschäftigt. Kinder unter 14 Jahren und jugendliche Arbeiterinnen waren im Berichtsjahre nicht vorhanden. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Führung von Arbeitsbüchern besteht nicht (Hess. Berggesetz!). Mißstände aus diesem Anlaß sind nicht beobachtet worden. Die äußerst geringe Zahl der Arbeiterinnen rechtfertigte keine besonderen polizeilichen aus Anlaß des § 120 b. Gew.-Ordn^ der für die hessischen Bergwerksbetriebe auch nicht bindend ist. Mädchen über 16 Jahren wurden in einem der größten Eisensteinwaschbetriebe als Ausleserinnen beschäftigt. Es zeigte sich, daß sie sorgfältiger arbeiten als die Jungen und diese Beschäftigungsart sehr beliebt ist. Es wurden aber nur durchschnittlich 8 Mädchen beschäftigt. lieber die Arb eiten im allgemeinen wird berichtet' Gegen das Vorjahr hat sich die Arbeiterzahl auf Bergwerken und Salinen von 1802 auf 1823, d. h. um 1,17 Prozent vermehrt. Ausschlaggebend ist hierfür die Vermehrung der Belegschaft bet den Eisen- und Manganerzgruben um rund , tig- „ — — Zukunft hlkrerse ca. 19000 Einwohner groß Empört darüber schlägt das genannte freisinnige Blatt vor, daß die Liberalen aller Schattierungen eine geschlosseue Protestbewegnng Hervorrufen mögen. Mr haben wiederholt die durchaus verfehlte, an Mißständen, Ungerechtigkeiten und politischen Quertreibereien überreiche WahlkreiSeintellung als verpfuschtes Machwerk gekennzeichnet. ES besteht aber für uns kein Zweifel, daß die Regierung nun und nimmer chr Siegel daruntersetzen wird. Darum hat man es auch gar nicht nötig, sich so zu ereifern, wie das der ^Alzeyer Beobachter^ tut. DaS Werk der Kammer wird unter unserer jetzigen Regierung ganz gewiß nicht Gesetz. Wenn hier und da protestiert wird, so schade es freilich nichts. beträgt und. die Bevölkerung des Kreises in Zukunft gar keine Fühlung zu einander hat. Zur WaMreiseirttettuug durch die Zweite Hessische Kammer ergreift der freisinnige bohrung von 3 Solquellen bei SotterS und Orten berg hervorzuheben. Die beiden Kohlensäurepumpwerke befinden sich im Schutzgebiet der Heilquellen von Bad-Nauhei-nr. Die Produktion der Bergwerke und Sabinen, beträgt nach dem Bericht auf Grund vorläufiger Erhebungen: Bergwerke: 559 107 t ini Werte von 2 645 650 Mk. Aus dem Jahresbericht der Kroßherzoglichen Aergbehörden im Jahre 1903. Gießen, 14. Juli. Die Arberterverhält niss e auf den unter bergbehördlicher Aufsicht stehenden Betrieben des Großherzogtums werden in einem Berichte der Bergbehörden als Anhang zudem GewerbeinspektionSbericht einer eingehenden Erörterung unterzogen. Aus den statistischen Mitteilungen entnehmen wir in aller Kürze folgendes: Der polizeilichen Aufsicht der Bergbehörden unterstehen im ganzen 5-6 Betriebe mit zusammen IZBO Arbeitern; davon sind 11 Braunkohlenbergrverte, 27-Eisen- und Manganerz-Bergwerke, 11 unterirdische Brüche und Gruben, 2 Salinen, 2 Kohlenfäurepmnpwerke und 1 Kupfererzbergwerk. DaS Interesse für die Bva unckoch-len - schätze des Landes war verh älinisnrüßig rege. Einzelne Bergwerke für Erzgewinnung arbeiteten ohne Produktion. An sonstigen bergbaulichen Unternehmungen ist die Er- iDitmme: 574 454 t im Werte von 3 052 522 DaS bedeutet eine Vermehrung gegen daS Vorjahr um etwa 88 (XX) t im Werte von rund 340 000 Mk. Die Beziehungen der Bergbehörden zu den Unter» nehmern waren durchweg erfreuliche. DaS wiederholte Eingreifen der oberen Bergbvl>örde im Interesse deö obe r- hessischen Eisenerzb-ergbauS arls Anlaß der schweben- den Esienbahrckarif-Verhau dl ungon re. sand entsprechende Anerkennung seitens der Beteiligten. Auch Arbeiter und Werk beamte sind mehrfach in direkten Verkehr mit den Bergbehörden, Getreten. meist in knappschaftlichen Angelegcn- reits gesagt, ist eS Ratoerft Herrschaft sowohl zu Lairde als zur See strebt. Die jüngeren unverheirateten Leute dagegen ziehen der Industrie frühzeitig nach, bevorzugen aber hierber die Rahe größerer Städte oder die Jndustrieaeviete mit hohen Löhnen. So wandern sie aus dem Vogelskberg und Odenwald nach den großen chemischen Fabriken am Rhein und Main oder in die Grüben- und Hüttenbezirke in Westfalen oder Lothringen. Auf bjelm Gießener Br aun st e ruber g werke werden 70 auswärtige Arbeiter in Schlafsäleu beherbergt, die monatlich dafür 2 Mk. beZahlen.' Eingehend bespricht der Bericht die Arbeiter- und Beamtenwohnungen, die sich zahlreich auf den großen Werken vorfinden. Die Leistungen der Werksdesitzer lut Ar» bei ter der sicher ung gehen vielfach über das gesetzliche Minimum hinaus. So bezahlt die Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke seit langen Jahren ihren sämtlichen Arbeitern nicht nur die ganzen Beiträge zur Jnvaliditäts- und Altersversicherung, sondern sie ver- ooppelt aus der Werkskässe auch sämtliche statutenmäßigen Invaliden-, Witwen- und Waisen«, gelber der Knappschaftskasse und gewährt den Familienangehörigen der Knappschaftsmitglieder freie Kur und Arznei. Bei dem Knappschaftsverein zu Bad-Nau- Heim, der die staatlich^ Merke umfaßt, ist durch das neue Statut vom L Januar 1903 ab der Werksbeitrag zur Pensionskasse von 50 auf 100 Prozent der Arbeiter beitrüge erhöht worden. Korporatrve Bestrebungen der hessischen Bergleute sind nicht hervorgetreten außer auf der Grube Frieo- richz. Die bergmännische Zusammengehörigkeit fast ausnahmslos mit dem Knapps chafts wesen. H. W. Bemerkt sei besonders, daß die Bergarbeiter allgemein gegenüber der Näs se eine große Gleichgiltigkeit zeigen; M)eilmatismn orrkrankuri gc n sind selten. Die Löhne richjten fick) im allgemeinen nach den orts-- üblichen. Die Löhne der Braunkohlengru.ben sind im Durchschnitt höher als die der anderen Werte. Außer dem baren Lohn werden den Arbeitern auf einer Reihe von Werten auch, andere Bezüge gewährt (so z. B. der Heizbedarf). Für beisouders bedürftige Arbeiter btzste!)«n auf verschte- benen Werken besondere Unkerstütztrngskassen Im 5k* triebc des Gi eßener Br au nste in der g^vor ks erhalten die Arbeiter zur Mttags- und Nachtzeit unentgeft* lich Kaffee. Außerdem bestehen verschüdemlich Kantinen. Das vielfach übliche Essentragen durchs die Frauen und Kinder ist bei den meist weiten Wegen als ein Mißstand anzusehen und die Anregungen zur gemeinsame« Beschaffung von warmem Mittagessen verdienen weitere Verfolg» uqg. sind, so zeigt e» sich da der Kreis Bingen mir 14000 Einwri Ingelheim und Kastel 20000 EinwohM Die Waste der Zukunft. Vou bcs.ondcrer Seite wird u«s gesÄrieben^. Ein Krieg Lägt die Frage allgemein drängend nxrben, ob die B du M jn u-iva deöHeeres undder Floere allen A n- fprückrieu uwd Möglichkeiten genügt. ^Jn .Frankreich ist die Besorgnis in Bezug auf Schlagsiwtigkeit der Marine »peit verbreitet, während mm: hürsichllick der Ärmee Bedenken »licht ijegt unb besonders auf die ^unerreichte Bollkonuneubrit" -der tvvtMorrstrfchen Ben»asfnung sich eilmis zugute tut. Bei Eug- l a u-d liegt die 'Sache umgekehrt, xyier gckt die Mariin als einzig dastehend, . bae- Brvtrauen zum Heer dirgegen ist ziemlich l^ienzt und tänn aua». schn>eriich erwecken werden durck» d> s unsicivre Ver- Atltcii der RegLemug in der Finge der Reovgarusiermtg des Heeres. Jetzt Uerlmrtct nun nach der „Boß. Ztg.", Eilglaud hal»e ein von erneut he^u dänflchen Offizier koustmierN's Gewehr- mvdeil er wursten und lasst ^wehre und .Krtrabiner diesig Systems tu Däuentark unter AufsM ches Erfindew fabrizieren, nachdeut die Waffe bem Küttig Eduard gclegerckfich feines 'JUuil* in Däitemark von einem Husarrnregiment vonteführt nwvdeu fei. Es bandelt ficb aug,'blick um eine mit enormer Ge s chwi u.di.g kei t s u nkt. on i ereti de Selbstiade- Waffe, bei der der Sckstllre also nur das tibfcucrie der einzelnen Schüsse zu l>esorgen bat. Derartige Wuttdcrwcvke der Waften- konstruktiou sind stwu so ost augelürtdigt uvrdoit, daß man zu Stoiifcln berechtigt ist, solange die Beioasfuung der etMlischert Ärnree mit diesem ökUH'bv nicht Tatsache wird. Wahrsch^iulikh bat dir cnnUidK Regieruu z kxrs drückst auf Ihitnx'arn in die Welt gesetzt, um auf ihre Bemtchungeu um die Ansrüftuitg des leeres ein um so sä arsi re - Lickt lallen zn u ffciu UnleimUir t,i dte Selbstlodttvafse b :rr der Zukunft, bre auä) beut]dxrfeil uitau- aricikt m ' »ra. n ud von Bcrinchen gemacht nurd. ES limrtk’ dem Kais e i h itbin ei» Modell uoracnllrri. t^rn ua Di e A rbiei-t c r der hes srfchchn Ber gwer ks * '^triebe setzen sich zum größten Teil aus einem ein* h oi m i sch en ans ä Ü i gen S l a m m und d e s sen Ra ch - io u ch.s zusammen. Bei regerem Betrieb reich 1 d e r s c bb e nicht mehr aus und läßt einen Mangel an gelernten Bergarbeitern hervor treten, zu besten Bcsci- t,ig,u ng das L an d solbst nicht imstande i st. Denn die Seßhaftigkeit der hefstfchen Bergleute, welche großenteils Kloinbauertt und Hausbesitzer fiitb, verhindert einen Ausgleich über gewisse Entfernungen hinaus. Der ältere verheiratete Bergmann wird durch seinen Besitz von tzauS und Acker oder Garten am Ort fest geh alten und verhindert, dem Bergjxtubetrieb auf größere tritt* [(Crniuui tmchLnaelieu. TkOiBii , . n*ntfl fehlt Ader auf das Wenige tomnüJ ei h*T etvafü ?jt, nrie bei den RohrrucfUniKwichützen. unb r^-l jt-mdx t*r bcurütwn HulitiirvenMltung zum ^rrbiatft, bafc sie ui ter mde Xuhvnfn Pofteitben Neulxschastung erst dann sich en*Uu‘t Störenfriedes anjchickcn jofltc, Ynrfp w den Arm. Beta bcn iLteruatioaale« Frauenkougre^ fÜL bic „Genoss«" Klara Zetkin in der „Neuen Zeit fylAkndes Uno!: „San wnibrxrix ist chui von den fraumredXledidKn Fuhre- ryntri öci EheraLer einer Schaustellung ausgeprägt worden, t* onnüxn bcjnxdu, den deutschen Philister >n einen über- öfltv?!-» Stnmrfnabeii >u oexnxntöeln. An stelle rresetndringen- bcScratuiigEii stier ixt Derfdxebeneü Problemc der Frauev- frogr nHiibe ewe Revue von ca. 250 Vortragenden und ossi- »uEcn Diskup»caachrdruumuu angelegt, brr an den sechs »U. Br tim , 13. 3 Mit Itach «n- m Telegramm, haS Gvuv->r- V aw 3. m Apia ausgege^n ^r>t, beftätioen hA » a\*T Xtffaoürrt tzkrher Hnchrichtr», bersammlung des PerbandcS deutscher Beamten vereine, welche im Frühjahre dieses Jahres in Straßburg abgehalten wurde, cvfiattet und in Verbindung hiermit eine Darlegung der Vorteile, die der Verl'anb der KreiSamtSburcaubeaniten durch ferne Mitgliedschaft zu verzeichnen hat, gegeben werden. • • DerEvangelische Kirchengesangverein wird in diesem Monat sein 25jähriges Stiftungsfest begehen. Eß war ein sehr kleiner Kreiß, der sich damals im Ansang deS JahrcS 1879 im Hause deß nun verstorbenen PsarrerS O. Haupt zu den Hebungen cinfanb und feine bescheidene Tätigkeit bei ben PassionSgotteßbiensten in bei alten Hospitalkapcllc begann. AuS ihm gehören nur noch z,vei dem Verein als aktive Mitgliebcr an: Frau Dorette Nassauer, geb. Kurz, unb Pfarrer D. Schlosser. ES lebte aber viel Begeisterung in ber kleinen Schar, und sie durfte sich bald deß Erfolges erfreuen, daß die Räume der Hojpitalkirchc für die Zahl der andächtigen Hörer zu klem wurde unb bic Tore bcr Stabtkirche sich für die PasüonSgotteSbienstc Öffneten. Seit- । dem ist der Verein äußerlich und innerlich gewachsen, iind । bat sich einen festen Platz im Gemeindeleben errungen. Zur Feier feines Stiftungsfestes wird er am Sonntag, den 24. Juli I eine geistliche Musikausführung m der Stadtkirche, unb am Montag, ben 25. Juli eine Abenbunterhaltung in SteinS Garten veranstalten. Zirr letzteren werden btc Mitglieder direkt nach Äste emgeladen werben. Da dem Verein jederzeit viele Studierende angehörten, so darf er auf Teilnahme auß dem ganzen Lande rechnen. Ern Ausflug nach Ridda am 31. Juli, wo der Derem auch cm Konzert geben wird, wird das Fest beschließen. * • Kirchensteuern. Wie die Hess. Zentralstelle für ßanbeßfiatiftif mitteilt, würben un Rechnungsjahre 1902/03 in Hessen an evangelischen Kirchcnsteüern 841 494 Mk. auSgcschlagen, an katholischen 158887 Mk. Da bie Evangelischen 12 pEt., die Katholiken 6 pEt. der Einkommensteuer entrichten, so ergibt sich eine Gesamteinkommen- fteucr der Evangelischen von 7 012 450 Mk., der Katholiken von 2618125 Mk., oder auf den Kopf der 746 201 Evangelischen Mk. 9.39, auf den Kopf bcr 341 460 Katholiken Mk. 7.75. Diese Tatsache ist um so merkwürbiger, als bie Katholiken bei uns in Hessen zumeist bie für Jn- buflric, Handel, Acker- und Weinbau günstigsten LanbeStcile । inne haben, währenb bie weniger günstigen Landesteile, wie ber Vogelsberg unb ber Obemvald, durchweg eine evangelische Bevölkerung aufioeijen. Beachtenswert aber dabei ist, daß sich m Hessen für daß Jahr 1898 bie Schenkungen an die evangelische Kirche auf 18 Pfg. für den Kopf bcr Evangelischen, die Schenkungen an bie katholische Kirche ba- gegen auf 97 Psg. für ben Kops der katholischen Bevölkerung berechnen. . • • Ein Straße nunfall. Gestern nachmittag passiene ein Fuhrwerk ben Hohlweg zwischen ber Schönen Aussicht |unb ber Wilhelmstraße. Die Labung kam ins Rutschen unb bie Pferbe rannten geängstigt an eine Ecke bcr Wilhelmstraße. Sie verletzten sich unb baß (Sebäube. Den Fuhrmann fanb man bewußtlos im Hohlwege. In einem Krankenwagen würbe ber am Kopse schwer Verletzte nach ber Klinik gebracht. Der Verunglückte stammt aus Grünberg. * * Gesundheitsschäbliches Pergaincnt- papier. In einem Prozeß wegen Vergehens gegen baß Rahrungsmittelgesetz wurden vor ber Straskanirner zu Göttingen über bie jetzige Beschaffenheit des Pergarnent- papiers, das bei ber nun bald beginnenden EinmacheLert wieder ein viel gebrauchter Artikel wirb, interessante Mitteilungen gemacht. Ter Molkerennspektor Mavers aus Uslar war our«ch schöfserrgerichtliches Urteil in eine Gelb- strafe von 10 Mk. genommen worden, weil er fahrlässigerweise verdorbene Butter an einen Hänbler in Darmstadt verkauft haben sollte. Tas Unnter- suchungsamt in Darmstadt hatte die Butter zwar «als von fremden Zusätzen frei erachtet, jedoch in derselben eine Dlenge von Pihsäden (Schimmelpilze) gefunden. Der Angeklagte bestritt jebc Schuld und behauptete, durchaus gute Butter in Pergamentpapier verschickt zu haben; es sei aber möglich, daß die Pilzbilonng lvährend des Transportes cbigetreten fei. Diese Behauptung bestä- I tigte der Sachverständige, Molkercikvnsulent unb Vorsteher ber lanowirtschastlichen Berujsgeiwssenschaft Dr. Krüger- Darmstadt, inbem er ausführte, daß die Pilzbildung von der Verpackung mit Pergamentpapier I () erinif) r c n Eöintc, indem letzteres mit Rücksicht aus bic Ledige Art seiner Fabrikation der beste Nährboden If ii r Schimmelpilze sei. Anstelle einer Glyzerm- Ischicht, töonrit früher das Pergamenlpapicr überzogen wurde, sei jetzt infolge der hohen Glyzerinpreise eine Schicht von rohem Starker yrup geiteten und dadurch die P ilz- Ibildung begun/tigt Die Butter könne daher sehr 1 YoeNfL in roenigen Tags« bepilzt worden fein, weil j*c ur Pcrgamentpapicr gewickelt war. In der Literatur, fo ber Saclwerstänbige auS, sei bisher über bie jetzige Fabrira- tionßnn?ijc bcs Pergamentpapiers noch nid>tß bekannt ge- morben; man bcabfidxtigc aber bei den gesetzgebenden Körperschaften zu dieser Di Gelegenheit Stellung zu nehmen. Untt'r diesen llinftäiibcn hob das Gericht das erftinftan^- lid)c Urteil auf und sprad) beit Digellagten frei, weil die Beschasseaihcit bcs Pergamentpapiers und ihre sd)ablrchss SBirhing ihm nicht betamit sein konnte. (Frkf. Ztg.) hc. Darmstabt, 14. Juli. Zum Direktor ber Groß- herzogl. Hofbibliothek ist, wie wir schon mitteilten, an Stelle von Gustav Rick bcr bisherige Bibliothekar, Dr. phil. Aböls Schmibt, ernannt worben. Schmibt ist 1857 geboren, unb tubiede von Herbst 1876 in Gießen alß Schüler von Lcmckc, Weigand, Schiller und Onckcn. 1877 ging er nach Straßburg, um dort weiter germanische und romanische Sprachen, sowie Geschichte zu studieren. 1880 promovierte er an der reichßlandischcn Hochschule. 1881 bestand er dort baß Staatsexamen unb trat als Accessist in bie Großh. Hof- bibliothet hier em. 1885 würbe er Accessist am Gymnasium, 1886 erfolgte seine Ernennung zum Hosbibliothckö-Sekretär unb 1895 zum Hosbibliothekar. K. B. Darmstabt, 13. Juli. Eine bekannte Persönlichkeit, beten Name auch in Oberhessen einen guten Klang hat, Herr Paul Die hm auß Lauterbach, ist gestern im Alter von 73 Jahren hier gestorben. DerDahmgcschiebene kam vor langen Jahren, nachbem er weite Resten unternommen unb Lanb und Leute grünblich kennen gelernt hatte, nach Darmstadt und wurde wsitbegründer der großen, weitbekannten Tuchfabrik von Schuchard, deren alleiniger Besitzer er später wat. Hier gewann fid) Diehm schnell daß Vertrauen seiner ^Mitbürger, bie ihn auch zum Mitglieb ber Stabtverordnctenverjammlung wählte, welcher er lange Zeit hmburch angehörte. Seine letzten Lebensjahre waren infolge unglücklicher Fannlienunfälle keine ungetrübten; er starb an ben Folgen emc5 Schlagan'allS. Königstein, 13. Juli. Auf dem benachbarten RetterShof traf heute nachmittag ber König von Dänemark von WieSbaben per Automobil zum Besuch bcs Frci- herrn Vincke unb besten Gattin, ber Prinzessin Sibylle von Hessen, cm. Am Abenb begab sich ber König nach Wicßdabcn zurück. Acr Königsberger Kochverrats-Urojeß. n. Königsberg, 13. Juli. Heute erfolgte zunEt bic Vernebuiung des angeklagten UbrniaäxrS Hermann T t e p t a u - Memel, die mehrere Stunben dauerte. Ter Angeklagte gab zu, mit einem Russen namens Stabil, der fid) ihm als Vanngenosse vorgestellt habe, einen sehr regen Verkehr unterhalten und auf desjen Veranlassung auch zahlreiche riysische Truclschriftcn aus bcr Sd-lvci; uno London empfangen zu haben, von denen er angenommen habe, daß sie fo-ialbemviritislieii Inhaltes feien. Diese seien von dem Russen unter dem Jeiazn S. abgeholt wordem Aus ben zur Verleiung gekommenen Briefen geht licrvor, daß TtSpwu auch Truckschristen verfault uub dus Gew nicht abgelieiert hat, was er vorher ausdrücklich in 'Jlbrcoe gestelU batte. Infolgedessen schrieb ihm Redakteur Bvrcvardt-Köiugsberg, daß er au- der Partei ausgescküossen würde, wenn er die Angctegeubcit nidvt bald regele. Treptau gibt ;u, auch auß Ll^rlortenhurg und Leipzig Lrnckjchrisien erhalten zu haben, btc ui derselben Weste abgeyoit ivoroen seien. Als Abseiiber war der Mitangeklagte Ehrenpsoil llharlottcnburg angegeben. Dieser behauptet jebodk daß er ber ganzen Sache fernste he. Sern Name müsse mißbraudu sein. Im weiteren Verlauf der Verhandlung werben die Ange- naoicu MertinS, Ehrenpfort Paetzel und Koegel vernommen, die fäintlid) erklären, daß sie in keiner Weise schuldig seien. Mcrtins gibt zu, daß in bcr beutfehen sozial- bemvkratriclen Presse der K a i s e r v o n R u ß 1 a n d vielfach angegriffen werde, unb daß auch die Redakteure deurichcr ’03ial£>cuu)tratifd)ei Zeüniigen vielfach nxgen M a j e stä t s - B e - teibigungen bestraft worden seien. Der Peneidiger Lieb- k n e d) t roiberipridrt im Namen seiner Klienten diesem Gestäiidnis, er wäre eventuell genötigt, in jedem einzelnen Falle ben Wachr^ iKitßbeiveiö zu verlangen. Die Vernehmung der Angeklagten ist bamit beendet. Hieraus werden Frau 8! o^w a g r o tz k i, Frau Braun, Cheftebakteur Borchardt unb Stadtv. Linde als Zeugen vernommen. Lebtcrcr erklärte, er habe den Angeklagten itlem und Nowagratzki geraten, bei der Polizei möglichst wenig zu sagen, haimt sie sich nicht etwa wider Sillen selbst belasten. Der GcrichtShos bcfdilicüi, tnc beiden Frauen des nahen ver- wandtschastlici-en Verhättnisscs wegen unb auch ben Zeugen Linbc nid t zu vereibigen, da dieser der Begünitigung der Angeklagten Klein unb Woivagrobn bringenb verdächtig ist. Um 3’ k Uhr wird die Verhandlung auf morgen vertagt. vermischtes. * Hannover, 13. Juli. Hinter der Station Unter- lues auf der Strecke Ha liuov er -Hamburg e.ttstunb heute morgen ein tzeidebrand, ber sich im Lause bes Tages mehrere tausenb Morgen weit ausbehnte. Nad>mittags mußte aus Edle das Ti. Infanterieregiment mittels Extra- zuges zur Hilfeleistuitg hcrbeigeholt werben. * Berlin, 13. Juli. In der Nacht erkrankte plötzlich der Fabrikbesitzer Dr. phil. Paul Meyer unb starb unter deu Händen der Aerzte, ohne das Bewußtsein wieder -erlangt zu haben. Dr. M., bcr sich einer durchaus gesunden Konstitution ersireutc, hatte am Abend vor seinem Tode in einem hiesigen WeinresiLurant in Genteinjcchast mit seinem Bruder gespeist unb babei aud> nrcbfe gegessen. Da nun der Bruder der Vermutung Raum gewährte, daß ber K'rebsgcuuß cm dem Todesfall bic Schuld trage, hat die Staatsanwaltschaft die Leick;e bcfdjlagiuiijmt, um die Lodesurfachc scststellen zu^ lassen. * Krossen a. b. Ober, In Tschansborf brach eine groß< Feuersbrunst aus. 6 Wohnhäuser unb etwa 30 Scheunen tumb Stallungen sinb niedergebrannt. Eine M^iige Vieh ist umgekvmmen. * Stralsund, 13. Juli. Außerhalb des Hafens kenterte ein Segelboot, in welchem sich drei junge Leute befatiben. Einer derselben ist ertrunken. * Gö rlitz, 13. Juli. Das am Fuße der Laiidskronc gelegene Gast- und Logierhaus „Zum Reichs- j ch nr i e d" ist nadfts total niebergcbmuitt. * Vres lau, 13. Juli. Unerhörte Ausschreitungen verübten kroatisd)c Arbeiter, bic beim Bahnbau Schnnedeberg-Lairbeshut bejchästigt sind, im Neu rnannschen Gasthausc zu Haselbad) bei Landeshnt. Ihren eigenen S ch a.ch t m e i st c r verletzten sie b u r d) einen Schuß in die Milz lebensgefährlich. Der W irt Neumann erlitt drei sdjftvere nn b mehrere leidjtc Schußverletzungen, das Lokal wurde demoliert, das Mobiliar unb bie Gefäße zertrümmert. Als bic Arbeiter ihr Zerstörungswert bceiwt hatte«, tarnen ihnen aus der Ehausjee zwei Radfahrer in bc»r Weg. Der eine wurde vom Rabe gerissen, mit Schlagringen schwer verletzt Mrd ihm Uhr uttd Portemonnaie ge- raubt. Einige der Exzedenten sind verhaftet. * Landau (Pfatz), 13. Juli. Eine Feuersbrunst ^r st orte in Herxheim 2 Wohnhäuser, 5 Schssuneu und große Futtervorrate. * Straßburg, 13. Juli. Em blutiges Drama Sielte sich gestern in Linthal bei Geb Weiler ab. Em wegen iMandlung von Verwandten verurteilter und kürzlich aus dem Gefängnis entlassener Manu namens Debenath schoß mit einem Revolver auf 'seir^e Frau. Der Schuß ging fehl. Auf die Hilferufe der Frau eilten der Schwiegervater und dessen Knecht herbei. Debo- nath gab auf sie mehrere Schstsse ab. Tödlich getroffen stürzten beide nieder. Der Mörder ist entkommen. * Paris, 13. Juli. Wie aus Darbtzs, Pau, Agen und Bordeaux gemeldet wird, wurden dort Erderschütterungen wahrgenommen. * Wien, 13. Juli. In Lemberg wurde der Philosoph Lozinski unter dew Verdacht des Hochverrates verhaftet Wien, 13. Juli. Gestern erschoß sich hier aus Furcht vor Wahnsinn der Journalist Dr. Boris Minz es. In Rußland geboren, wirkte er dort als politischer Agitator, weshalb er das Reich verlassen mußte und sich Bulgarien zuwandte, wo er eine umfangreiche politische ynd publizistische Tätigkeit errtwickelte. Minzeß galt als einer der besten Kenner des Balkans. * Meran, 13. Juli Ein furchtbares Unwetter tobte am Jsingerberg; der Blitz tötete einen Hirten und mehrere Kühe. Die Felder von Häsling sind vom Hagel völlig verwüstei * Budapest, 12. Juli Die Gattin des Malers Arpad Feszthy, geb. Rosa Jokai, reichte beim Gericht einen Protest gegen die Giltigkeit des Testaments chres Vaters, des vor kurzem verstorbenen imgarischen Dichters Maurus Jokai ein. Motiviert wird der Protest damit, daß Jokai bei der Abfassung des Testaments nicht Herr seines eigenen Willens war. Frau Feszthy protestiert auch gegen das Verfahren bei der Ausnahme der Verlassenschaft, die sie eine Komödie nennt, da der Dichter im Gegensatz zur Behauptung seiner Witwe ein Vermögen in Bargeld und in Liegenschaften hinterlassen Hai * Ertrunken. In Erfurt stürzten auf dem Ablagerungsplatz der städtischen Müllabfuhr beim Müll- abladen zwei Arbeiter in eine Kloake und ertranken. Ern dritter Arbeiter wurde durch Gase betäubt Er befindet sich im Lwnkwhause. — In Düsseldorf stürzte bei Schwimm üb uugen im Rhein, die von der 5. Es- kadron des Ulanen.-Regiments Rr. 5 vorgenommen wurden, ein Kahn um. Sechs Ulanen fielen ins Wasser; zwei ertranken ♦ Brände. Die große Gemeinde Bodony in Rord- ungam ist ein Raub der Flammen geworden. 242 Wohnhäuser und 7900 Nebengebäude sind zerstört Fünf Personen sind in den Flammen umgekommen, 150 verletzt. Der Schaden beträgt über eine Million Kronen. — Der Jndustrieort Przysuch in Russisch-Polen wurde durch eine Feuersbrunst vollständig eingeäschert 400 Wohnhäuser und Fabriken sind abgebrannt, 5000 Menschen obdachlos. * Entziehung der Kammerherrnwürde. Das Fürst!. Geh. Kabinett in Greiz (Reuß ä. L.) gibt bekannt, daß der Fürstregent sich veranlaßt gefunden hat, dem vom verstorbnen Fürsten Heinrich XX1L unter dem Namen eines Marquis von Montglat, Freiherrn Benz von Benzen Hofen mittelst Dekrets vom 2. Juli 1900 zum Kammerherrn ernannten hiesigen Staatsangehörigen die Kammerhermwürde zu entziehen. (Der „Herr Marquis" ist pn Schwindler, der obendrein von Ravensburg wegen UrTundenfälschtms und Beleidigung steckbrieflich verfolgt wird.) * Im Badem an te l im P ar lament Unter dieser Spitzmarke berichten Londoner Blätter: Als im Unterhause am Dienstag abend die Glocke das Zeichen zur Abstimmung gab, stürzte plötzlich eine merkwürdig gekleidete Gestalt in den Saal. Es war der Abgeordnete Sir F. A Permrose-Fitzgerald, der in einen langen, wallenden gelben Bademantel gxhüllt, herbeigestürzt mar, um seine Stimme für die Regierung abzugeben. Das Glockensignal hatte ihn im Bade überrascht. Das Erscheinen des Abgeordneten in diesem Kostüm rief natürlich^ unbändige Heiterkeit hervor. Kunst und Wissenschaft. Karlsruhe, 12. Juli .Zu der Sammlung für die Kuno Fischer-Stiftung haben der Großherzog und die Großherzogin 700 Mark, der Erbgroßherzog 300 Mark gespendet — Der Kunstgewerbeverein des Pfalzgau erlaßt einen Aufruf zur Erhaltung .der Heidelberger Schloßruine in ihrem gegenwärtigen Zustande. Universitäts-Nachrichten. — Das 85. Lebensjahr vollendet am 12. Juli der Senior der Juristenfakultät der Universität Jena, Geh. Justizrat Dr. jur. et phil. Burkhard Wilh. Leist. — Die durch ixm Rücktritt des Hofrats Ptwf. Dr. Vogl vmr Fencheim erled-rgte ordentliche Professur für Pharmakologie und Pharmakognosie an der Wiener Universität wird in zwei Professuren geteilt werden: Für Pharmakologie ist unico loco der o. Professor Geh. Medrzmalraf Dr. Hans Meyer von der Marburger Universität, für Pharmakognosie gleichfalls unico loco der o. Professor Dr. Josef älter in Graz vorgeschlagen worden. Arbeiterbewegung. Frank-surt a. M., 12. Juli. Nach den Vorgängen der letzten Tage ist es fast zweifellos, daß die Masfenans- ffperrung im Baugewerbe am nächsten Montag zur Tatsache wird. , Marseille, 13. Juli. Der Ausstand der Dock ar beiter dauert fort Die Ausständigen durchzogen gestern^ die Straßen, gaben Revolverschüsse ab und warfen die Fenfttr mit Steinen ein. Die Reeder haben sich an den Präfekten mit der Bitte um Schutz gewandt. . , ,rt . Ein großer Petroleumarbeiterstreik ist ml dem galizistt)cn Orte B orh slaw ausgebrochen. Der Ort sieht, wie man berichtet, aus wie ein Kriegslager. Die dort zusanunen- ge-ogeneN Truppen werden von Generalmajor Keiler komuwndiert. Am Dienstag hat Leutnant K w i e ch vor der Front mit seuiem Revolver einen rebellischen Jnfantcr iften des 11. giments erschossen. Pioniere umschanzen die Ansbruchschachte, um den Abfluß des Oels -u verhindern. Alles T r i n k w a s s e r ist mitPetroleumgeinischt undganz ungenießbar. Ter Abg. Daszyuski traf in BorhSlaw ein und konferierte mit dem Streikkomitee. .Die bisherigen Geldfammlungeu zugunstrn der Streikenden ergaben 6000 Kronen. Eine Waffen l)«nvlung verkaufte seit bcrr Vludbriul) des Streiks 200 Revolver. Die Verhandlungen jiui|d;en den Naphtha-Unteruthmern und den Aus- stärttägen sinv ergebnislos geblieben. Nach Ablaui der für Die Wiederausmchme >cr Arbeit gestellten Frist wurde daher mit oct Auszahlung des Lohnes und der Zurückgabe der Dienstbücher begonnen. 1500 Ausständige sind abgereist. — Die Erdwachsarbeiter der Galizischen 'Kreditbank, welche die Arbeit bereits wieder ausgenommen hatten, sind neuerdings wiederum in den Ausstand getreten. Sämtliche Gruben werden militärisch bewacht. — In R o v n o und R o g i in Galizien ist teilweise Ausstand, in Potok allgemeiner Ausstand der Petroleumgrubenarbeiter ausgebrochen. .Infolgedessen wurde Militär dorthin entsandt. — In Boryslaw entstand ein Brand, wobei die^Grube der Kar- pachengesellschast ganz abbrannte. Das herbeichnufene Militär verhinderte eine Katastrophe. Kerichtssaaft Neuwied, 13. Juli. Vom Landgericht wurde der ehemalige Direkwr der Fabrik feuerfester und säurefester Produkte in Vallendar, Leo Otto Boeing, zum Ersätze des Schadens verurteilt, welcher verschiedenen klagenden Aktionären dadurch entstanden ist, daß sie sich durch die gefälschten günstigen Bilanzen und die künstlich hochgeschraubten Dividenden zum Ankauf von Aktten bestimmen ließen. Soweit die Klage gegen den Aufsichtsrat und das Vorstandsmitglied Emil Boeing gerichtet ist, wurde sie abgewiesen. Die Verhandlung gegen das Vorftandsmitgliied Arthur Boeing wurde auf den 14. Oktober vertagt. Braunschweig, 13. Juli. Major v. Sydow legte im Namen seiner Ehefrau gegen das Urteil der Strafkammer Revision beim Reichsgericht ein. Landwirtschaft. (d.) Breungeshain, 12. Juli. Die H euernte geht mit dieser Woche zu Ende. Sie fällt so reichlich aus, daß die Scheuern kaum reichem Auch die Getreide- und Kartoffelfelder stehen in reichem Sogen. Bleibt die Witterung günstig, so steht eine vorzügliche Ernte in Aussicht. —- In der neuesten Nummer der „Bufujtft" entwirft Dr. Franz Oppenheimer am Schluffe eines längeren Arttkels ein Bild, wie er sich die Zukunft der deutschen Landwirtschaft ausmatt. Er wünscht und hofft, daß der Großgrundbesitz in wenigen Jahrzehnten verschwinde und an seine Stelle überall der kleine und mittlere Bauer trete. Dr. Oppenheimer meint, die Bewegung der Getreidepreise würde ihnen wenig Sorge machen, da sie alles (Setreibe, das sie produzierten, selbst verzehren würden. Sie würden sich hauptsächlich auf die Viehzucht legen, in der ihnen von fremden Ländern her keine wirksame und gefährliche Konkurrenz bereitet werden konnte. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 13. Juli 1904. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Prioat-Diskont 31/* Prozent. Anfangs- u. Schlußkurfe. Oest. Kredit .... —20L30 Deutsche Bank . . . 219.25 219J0 Darmstädter Bank . . 137.80 137.75 Bochumer Guß . . . 187.— 186.75 Harpener Bergbau . . 197.— 197J0 Tendenz: Still. Mannheim, 13. Juli. In der beute stattgehabten ordentlichen Generalversammlung der Mannheim-Rheinauer Transportgesellschaft in Liquidation waren von dem Aktientapttal von Äck. 4 600 000, Mk. 3 898 000 Aktien vertreten. Die beiden ersten Punkte der Tagesordwung, Bilanz, Gewinn- und Verlustreämung per ‘31. Dezember 1903 wurden einstimmig genehmigt und dem Auffichtsrat und Vorstände Entlastung erteilt Eine mehrstündige Debatte entspann sich bezüglich des Liquidationsmodus, zu welchen mehrere Anträge von Bankgruppen Vorlagen. 9tach Ablehnung des Vertagungsauttages wurde die von der Berwallung und einer Gruppe von Aktionären (W. H. Ladenburg u. ^>öhne, Rhein, ttreintbant) beantragte Naturalverteilung des Besitzers der Gesellschaft von Mk. 2 262 000 Mannheimer Lagerhansaktten und Nil. 660 000 Mannheimer Dampfsch1eppschi.fi ahrtsaktten unter die Aktionäre pro rata chres Besitzers angenommen. Gegen die 9taturalDerteüung wurde aus juristischen Gründen von mehreren Setten Protest eingelegt Leipzig, 13. Juli. Zwischen derEommerz - und Diskontobank ui Hamburg und Berlin, sowie der C r e d i t- und Sparbank in Leipzig wurden intime geschäftliche Beziehungen zwecks Interessengemeinschaft hergestellt. In der am 21. August einzuberufenden Generaloersamnrlung soll die Wahl eines Vorstandmitgliedes der Commerz- und Diskontobank in den Aufsichtsrat der Eredit- und Sparbaru erfolgen. Akt-Ges. für Lederfabrikation de Hefselle u-Co. inAachew Der Zusammenbruch dieser Gesellschaft durch das unbegreifliche Gebühren des Direktors macht sehr viel von sich redern Die Börse ist auf das äußerste verstftimtt, da auch dieser Puin wie ein Blitz aus heiterm Himmel kam. Ganz besondere unangenehmen Eindruck macht die Tatsache, daß das Unternehmen noch im vorigen Jahr 600 000 Mark junge Aktien an den l'Jtartt brachte und trotzdem die erheblichen Fälschungen nicht aufgedeckt wurden, obwohl bei der Kapitalvermehruug ein Abschluß und ern-gehende Darlegung der VerhiUtniffe in der diesbezüglickftm Kundmachung notwendig war. Die Aktien, die zuletzt mit 107 Prozent notiert, vorgestern gestrichen waren, dann bis 75 ymufgingen, schlossen an der gestrigen Börse zu 65y2 Prozent Dazu kommt nocl), daß gleich wie bei der Bedburger Wollindustrie Akt-Ges. schon einige Zeit vor dem Bekanntwerden des Skandals Verläufe von Aktien erfolgt sind. Besonders die Verkäufe vom 6. und 8. d. M, die den Kurs von vorher 116 Prozent bereits vorübergehend auf 104 Prozent gedrückt hatten, müssen aus Kreisen gekommen fein, ixte besser unter» rickstet waren, als das große Publikum. Aus alle Fälle sollte die Vettvaltmig .baldigst die Generalversammlung berufen und schon vorher ohne Verzug offiziellen Auffchlnß geben, da bis jetzt noch immer nicht seststeht, wie groß eigentlich der Verlust ist. Der technisck^ Direktor der Akttengesellschaft, Heinrich de Hessel, ist flückstig. Dian vermutet, daß er sich nach Frankreich gewandt hat £in Steckbrief wurde hinter dem Flüchttgen erlassen. Der Staatsanwalt bat gegen de Hesselle wegen Betrugs in H ö h e von etwa ft/s M i l l io n e n M a r k und Berbreck)ens gegen das Handelsgesetz die Anklage erhoben. Vom Geldmarkt schreibt niawunS aus Ber lin: Während tägliches Geld weiter mit 27,% erhältlich ist, hat der Prwatdiskont weiter auf 2%% angezogen. Es hat dies seinen Grund hauptsäck-lich darin, daß in der letzten Zeit viel Wecksiel zum Dis- tont hierher kommen und zwar sowohl aus dem Jnlande wie aus dem Auslande, wobei namentlich Amerika und Rußland in Betracht kommen. Die stärkere gesck-äftliche Bewegung aid dem Wechfel- martt ist ohne Zweifel eine Folge der lebhaften Tätigkeit in Handel und Snbuftrie und dementsprechend handelt es sich auch bei den hier zum Diskont gelangerrderr Wechseln durchweg um Handelswechsel, die auf Grund solcher Transaktionen entftanbe« find. Mit Rücksicht aus das starke zürn Diskont vorliegende Material bestehen die DiskorUeure auf ettvaS höheren Sätzen. Doch ist nicht anzunehmen, daß der Privatdiskout noch eine stärkere Steigerung erfahren wird. Von Eiifflusi auf die GesUrllung der Geldmarttverbaltirisse ivor in den leisten Tagen auch der Umftaub, daß jetzt dje Rückzahlung der von der Reiehsbank zum UUüno genommenen Lombarddarlehen bevorsteht. _ Rus fisch-Deutscher Handelöv ertrag. Der Abschluß des russisch-derrtschen HandelsverttagS ist für unser wirtschaftliches Leben von größter Bedeutung imb es ist datier die Wiedermlfnahme der Verhandlmrgen von sehr weitgehendem Interesse. Urspningllch hieß es, daß es sich bei der Zusammenkunft zwischen dem deutschen Reichskanzler und dem russsichen "Mlmster Witte nur um eine Besprechung allgemeiner Art handle. Run ist jedoch die Tatsache zu verzeickmen, daß Herr Witte mit drei boberen Beamten m Berlin eiligem n ist, Konferenzen NÜ1 der russischen Botschaft balle und nun mit seinen Begleitern in Rordernen eilige troffen ist. Dori werden auch die Hauptleiter unserer Bertragsver'- handlungen, Graf Posadorvsty und Ministerialdirektor v. Körner, anwesend sein. Es wird also nicht nur beratet, Umbern xoerax irgend mög lrch, ein Abschluß her bei geführt werden. Kommerzienrat Bi er mann, der Ches der großen Bremer Tabakfabrikerr Engelhardt u. Biermann, hat verschiedene beträchtliche gemeinnützige Stiftungen hinterlaffen Er vermachte seinen Arbettern 300 000 Mark, seinen Angestellten und Meistern 200 000 Mark, zu allgemeinen Zwecken 100 000 Mark. Reichsbank. Am 8. August wird in! L ö tz e n tu Ostpreußm eine von der Reichsbankstelle in Allenstein abhängige Reichsbanknebenstelle mtt Kaffeneinrichttrna unb beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Vom 15. d. M. ab kauft die Reichsbank WeKl auf "Stadt Kehl" an. Diefelbeu sind an die Reichsbankhauptstelle in Straßburg ft E. zu indoffieren. Gegen das Petroleummonopol. Auch die Chemnitzer Handelskammer ist der lleberzeugung, daß die Dentsch- Amerikanifche Petroleum-Gesellschaft auf das Eitt- Medenste zu bekämpfen sei und daß eure wettere Ausde^l- ung .ihres Geschäftsbetriebes in Sachsen möglichst verhindett werden müsse. Man dürfe ihr vor allem nicht gestatten, auf Stationen der Staatsbahnen eigene Tanks und Lager anzulegen. Es ernpschle sich, die deutsche Konkurrenz insofern zu stärken, als die Einfuhr von russischem und rumänischem Petroleum durch Einführung von Spezialtarifen erleichtert weiche. Die Gesellschaft sei nach Ausschaltung der binuenländischen Firmen durch Errichtung eigener Bureaus jetzt schon an die Detaillisten Herangekommen, deren Unterdrückung chr nächstes Ziel sei. Habe sie erst einmal den Verkauf an die Konsumenten selbst in die Hand genommen, so sei sicher zu erwarten, daß sie die Preise steigern werde. Markte. Limburg cu d. L., 13. Juli. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen 14.38 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 9.81 Mll, Gerste 0.00 Mll, Hafer 6.76 Mll, Erbsen 0.00 Mk^ Kartoffeln OXM) Mk.z' Gmgesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttket übernimmt die Redaktton dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Bernss ekd, 12. Juli. Tie hiesige Lehrerwohnnng ist schon seit Jahren in einem derartig verfallenen Zustand, daß man nicht meinen sollte, mir lebten im Großherzogtum Hessen. Dabei beschießt der Gemeinderat fortwährend, .eine Reparatur vornehmen zu laffen. Nun ist es schon so wett gekommen, daß der Kuchenbodeu einzustürzen droht und die Kellerwände nach und nach einfallen. A- Meleorologische Beodachluuge« der Station Gießen. Juü 1904. Äarometer auf 0° reduziert Temperattir der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 13. 2* 750,8 27^ 12,1 44 8. 2 Sonnenschein 13. 9" 751^ 21,4 14^ 78 NW. 2 Bed. Hinnnel 14. T»6 Tol^ 194 15 3 96 W. 1 r e Höchste Nieoriq Temp< ratur rm 12 .—13. Juli - - 4- 27,46 C. fte „ 12.—13. w — = 4- 13,3 • C. WötzrMHk Nkdklkchl der TsdksMk in der Stolt Hjkßky. 20. Woche. Vom 8.—14. Mai 1904. (Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 (inkll 1600 Mann Militärs Sterb lichkeitSziffer: 34^ nach Abzug von 10 Otts fremden: 15^2 ö/oo» Rinber ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom L Lebenssichrr L.—15. Jahk Tuberkulose der Lungen 3(1) 8(1) — — Lungenentzündung 4 ■— 3 1 Gehi rneittzündung 2(1) 1(1) 1 1 Enrpyem KD KD — — JleuS KD KD — — Gallenstein KD KD — — Lrebs 3(3) 3(3) *■ — Altersschwäche KD 1(1) — — Totschlag 1(1) KD — — Atrophie 1 — 1 — Summe 18 (10) 12 (10) 4 2 An nm Tie m Klammern gesetzten Ziffern geben cm, wie viel ber Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Ztranke tommen. Alle Diejenigen, welche bisher aus irgend einem Gründe sich mit Essig znbereiteteu Speisen enthalten mußten, können solche ohne Bedenken für ihre» Organismus mit Lemon-Cssig genießen^ Die Speisen schmecken nicht fad, wie bei Verwendnug von Citroueu- säure. Mit Leurou-Essig zubereitete Speise» sind nicht nur köstlich und würzig im Geschmack, sonder» auch durchaus wohlbekömmlich, da der sonst etwaige nachteilige Effekt der Essigsäure durch den hohen Gehalt au Eitron en säure aus ein Minimum reduzirt wird. Das Uebermätzige an Essigsäure, das sonst etwa schadet, ist hier durch die gesündeste und bekömmlichste Fruchtsäure^ die Citroueusäure, ersetzt. Eine Lücke in der Nahruugsmittelhygieue ist ausgefüllt und mutz Lemon-Essig von gesundheitlichem Standpunkte als das Boükommeufte bezeichnet werden. Lemon-Essig beeinstutzt bei seinem Geuuffe die Ber- daunng äutzerft günstig, indem er zur Auflösung der Eiweitzstoffe beiträgt. Aus diesem Grunde werden mit grotzem Borteil für den Magen zu gewiffe» Fleisch-, Eier- und Mehlspeisen mit Lemon-Essig bereitete saure Beilagen gegeben. SSic Brot und Kartoffeln verdaulicher sind, wenn sie mit Butter genossen werden, so ist das Fett selbst verdaulicher^ wen» es mit Leurou-Essig versetzt wird. Lemon-Essig hat somit eine grosse Bedeutung für die Ernährung. Lemon-Essig kostet kaum mehr als gewöhnlicher Essig, damit Arrn wie Sieich in der Lage ist, seine Speise« auf gesuudheitsgcmütze Art zu bereiten. Lemon- Speiseessig stellt sich aus 40 Pfg. per Liter. — Gleiche Teile Lemon-Essig und Wasser ergeben Lemon- Einmachessig ä Liter 60 Pfg. Lemon-Essig ist in allen Geschäften der -rahruugsmittelbranche in Literstascheu zu habeu; auf den Etiketten ist genau deffen Ber- wetlduug augegevem 6040 .Alleinige Fabrikanten: Frilz Meller Söliiie. Hemdrirr r. i Höhe. Tlichtiyo Vertreter, wo nicht vorhanden, gesucht. Solvente Firmen können nodi für einzelne Bezirke Ukb- verkant erhalten. ess Komplette Schlafzimmer C. Röhr & Co 44 Bahnhofstrasse 44 5289 L. In Steinbach bei: H. 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Mat feine fcn. bn ttoht m torf -*r 'n la are 7 AufgebotSternun zu melden, andernfalls bie Todeserklärung erfolgen wrrd; alle, welche Auskunft über Leben oder Tod der Verschollenen geben können, spätestens im Aufgebotstermin dem Gericht Anzeige zu machen; alle, welche Erbanspräche an den etwaigen Nachlaß obiger Personen bilden zu können glauben, solche bis zum AusgebotLternnn anzumelden und zu begründen, widrigenfalls sie, soweit gesetzlich zulässig, bei der Erbverteilung unberücksichtigt bleiben und den bekannten Erben auf Großh. Bürgermeisterei. W e t t n e r. I a Wetterauer Ware, gelbe Perle von Erfurt, a Z< Mk. 3,25, Arührosa a ..... , Alk. 3,00 versendet ab Station (Lchzcll unter Nachn. mit Sack Platten, FiUnß, Papiere. Kartons etc. Chemikalien in grösster Reinheit. 10. { Alchen, den 6. Juli 1904. Der Großh. Oberbibliothekar: Professor Dr. Haupt. *-«*£*<* in jeder beUebüjcn Schrtstan uno Kanon. 1J1 IlTTfl II r n forte, leone mit ölrkelu aller ftüden tischen 4VI4 oeretityingett. liefert zu mäßigen preise, vnchl'sche Unloerfitätt-Vruckerei, Sd)uljtraße 7 Ludwig Erb, Hchzcil i. d. Wetterau. 5763 Antrag Erbschein erteilt wird. Aufgebotstermm wird anberaumt auf Mittwoch, den 22. Februar 1905 Vormittags 10 Uhr im Gebäude deL unterzeichneten Gerichts. Greßen, den 28. Juni 1904. Großher^ogliches Amtsgericht. Obligatrous-VerLosung. In der heutlgen GemcinderatSsitzung wurde von dem Nockenberger Anlehen zur Rückzahlung auf 1. Oktober l. I. Lit. B Nr. 50 mit 500 Mk. auSgclost. Inhaber dieser Obligation kann den Betrag hierfür biß zu dieser Zett bei der Äcmeindekassc in Empfang nehmen, da vom 1. Oktober 1904 cm die Verzinsung aujyört. Rockenberg, am 9. Juli 1904. Sroßh. iluin rfiläis-Kibliith k. Sämtliche vor dem 7. Juli entliehenen Bücher find spätesten- am 15. Juli abzuliefern ober zur Revision vorzulegen. Während beß Umzuges m den BtbliothekS-Neubau (Anfang August biß etwa 15. September) kann die Ausgabe von Büchern nicht in Aussicht gestellt werden. Näheres über die Benutzung der Bibliothek m der UmzugSzeit wird durch An- ''lag am BibliothetSgebaude am Bcand bekamtt gemacht. Basto Wttwe, Llifabethe geb. Rollen in 7. Johann Georg Hofmann von Heuchel h 22. August 1781 in Kinzenbach, ft re iß - Amerika auLgewandert und fett dem jab-i schollen. Das von dem Amtsgericht Wetzlar gerichtlich bestellten Pfleger verwallete Vermögen 1147,01 Mk. Antragsteller ist der Pfleger Ferber m Lmzenbach. ES werden aufgefordert: Phllipp Lepper von Reiskirchen, Sohn der verstorbenen Phllipp Lepper IL Eheleute von da, geboren am 9. 2lpril 1852, im Jahre 1878 nach Amerika auLge- wanderl, fett etwa 20 Jahren verschöllerr. DaS Vermögen betragt etwa 800 Mk. Antragsteller ist der Bruder Johannes Lepper zu Gießen. Heinrich KormhalS von Mendorf a. d. Lda., Sohn der verstorbenen Balthasar KormhalS Eheleute daselbst, geboren am 17. Juli 1833, in 1854 nach Amerika auS- geivandert und sett 1857 verschollen. Vermögen 245 Mk. Antragsteller Georg Baum Witwe m Gießen. Heinrich Heller von Gardentnch, Sohn der verstorbenen ftonrad Heller Eheleute von da, geboren am 9. 'Jlo* öanber 1850, un Jahre 1869 nach Amerika auSgc- waudert und fett etwa 25 bi» 30 Jahren verschollen. DaS Vermögen beträgt 145,04 Mk. Antragsteller ist Franz Stumpf in Garbeurteich. Nlargarete Pfeiffer von Großen-Buseck, Tochter der verstorbenen Schuhmacher Balrl-aser Pfeiffer Eheleute von da, geboren am 27. Februar 1815, vor mehr als 50 Jahren angeblich nach Amerika auSgewandert und feit länger als 10 Jahren verschollen. Das Vermögen beträgt 208,01 Mk. Anwagsteller ist Heinrich PfeifferVIII. m Lroßen-Baseck. Adam Hohler von Gießen, Sohn der verstorbenen Loko- motwführer Johann Köhler Eheleute von da, geboren am 18. April 1849, tn 1870/71 nach Amerika ausgewandert und fett dem Jahre 1880 verschollen. Das verwaltete Vermögen betrügt 555,48 Mk. Antragsteller ist Karl L00S m Gießen. LomS Rolleri von Reiskirchen, Sohn der ventorbenen LazaruS Rollen Eheleute von da, geboren am 10. März 1843, anfangs der Sechzigeriahre aus Darmstadt befer» zrartoffeln. Prima neue, Weiße Lpeife- kartoffeln billiger ala jebe fton- kurrenz empfiehli dieftartoffelhdlg. J. Weisel 1 | Telephon 235. Sonnenilraße 6. mästet Ächwctrre koloffal! Sämtliche Schweinezüchter,welche „Snl“ verwenden, bestäuben die vorzügliche Wirkung. Packet 60 Dlg. Philipp Schwager Wwp.,f)icfieu ^fkiiinitmudjuiig. DZe nntemi 16. Mai L IS. angeordnete Sperre der Llicestraße zwischen Jrankfurtcc- mrd Bahnhofstraße wird beermu aufgehoben. Gießen, den 13. Juli 1904. Großhcrzog.n vo^eiamt Gtesieu. Herberg. In Lich bei: -l. Ving. In Lollar bei: A. Zimmermann; Honjum-Anstalt der Main-Wcfer-Hüttc; A. Schmidt B-we. In Krofdorf bei: H. Ninn. hat, seit 1884 verschollen. DaS Vermögen elwaS über 300 Mk. Antrag sie Uci.a ist die jetzt zu bedevtknli hmbircsetzteil Preisen. IsilUckUö.Ll.JntilM, nachmittag» 3 Uhr, wird am hiesigem Orisgericht das zur ftookursmaffe dos Wilhelm oebomber in Gießen gehörige Grundstück 2/140 = »27 qm Hofraite links der 3 3 Dunkelkammer zur Verfügung. Üebemahme photographischer Arbeiten. — Spezial-Preisliste gratis und franko. 6049 Adolf Bieler, Victoria-Drogerie, Marktsirasse 5. [fttt 32 liünk M*rrr Mi M -r bit $trtire- a ' Aonmrstag den 4. August 1904, nachmittag» 3 Uhr, ftnf Großh. Ortsgericht_ Gießen lassen die Witwe und Kinder deS Ludwig Chriftoph «übsameu in (Bienen ihre nachstehend näher verzeichneten ^tegenschaiien, in der Stcwi und Gemarluna Gießen gelegen, öffentlich meiftbieienü auseinanderjetzungshalber ueiroiUig Shtfßclixit Da- AufgrbotSvcrfahren zum Zwecke der Todeserklärung ist bezüglich der nachstehend verzeichncren, angeblich ver- sthollrnen Personen beantragt: Am Montag dem 18. 3itli eröffne ich im Restaurant zum ,,Lchtpkapab" Hierselbst für Herren und Damen aller Stände Tag- und Abendkurse in Bnchführuug, Schöttfchnell- schrcibcu nach eigener weltbekannter Methode, Korrespondenz, Rechnen, Koutorprarld, Dlajchinenschreiben, Wechscl- lehre, Stenographie rc. Die Änrfe verfolgen den Zweck, strebjame Personen jeden Gtan- ded in ihren freien Stunden, also ohne jede Bcrnfostörung, au tüchtigen Bureanbearnteu, Vnchhalterinnen,Buchhaltern, ftafsicreru, ftassierertnncn, Verwaltern, ?Raschinenschrei- bern u. -Schreiberinnen schnellsten» heranzudilden. Selbst mnrdcrbcgabte und beschränkte LeiUe. die sich wegen mangelhafter Schulbildung einer untergeordneten Tätigkeit gewidmet haben, werden auf Grund einer leicht- faßlichen und durchschlagenden Unterrichtsmechode in kürzester Zeit zu dem gehechelt Ziele gelangen. Jede, felbü die fchlechteftc und uuleferltchfte Schrift wird durch meine in ganz Deutschland sowie im Auslande eingeiührte Methode dauernd schön und geläufig. Tanfeudc der von mir ausdemBeamtcu-.-aufmauuS^ Handwerker- iind sogar aus dem Arbeiterstande herangedildcten Personen befinden sich heute in gut dotierten Lebensstellungen, worüberzaRreicheAnertennunqen vorliegen. Auf Wunsch ist die Anstalt zur (Erlangung einer Stellung gern behilflich. Am Schluß Zengnid. Anmeldungeu nehme ich von heute ab täglich bis abends 8 Uhr persönlich entgegen. Dir. Schreibers Spez.-Juftitut für Kalligraphie und Haudelöw'ssenschaftcu Gietzen Neftaurant zum „Schipkapaß" Bahnhofstraße. 5877 allm-üs 3^ % ft bmfedn ifi rielk* ' irr Mi J* - >. ? di- J 5 Nr. 27 = 774 qm Hofraite am untersten Riegelpfad, auf oie Wieseck. 5 , 37 = 282 qm (^rabgarten daselbst. Diese beiden Parzellen sind identisch nut Alicestraße 18. 24 , 92- = 2021 qm Acker am grünen Weg. 2ß 1 __ ontio__at -»_____t.. . .. 0 —, 27 Haltung der Gebäude Realgymnasiums und Realschule sollen & t Ä5.B ’jWtr, -J. yr» ... Lwtf k ^ 7 .--Vergebung! Aufforderung, saurer-, Schreiner-,, lüec^en hiermit alle die sw«. Jr vJ. "0 ->“11 — Wei. qm am grünen Weg. 7 — 2268 qm Acker rechts am grünen Weg. 29 = 4732 qm Acker an der Steinkaule, gegen die Hohl. J. M. Schulhof Telephon 119. Promoter versandt nach auLrv. geflugelall.Naffen.Vrnt. j[1|h5 cier,sämtl^uchtaerate, fertige trag!. Geflügel- Häuser rc. PreiSbnch gratis. [385 GeftLgetpark t. Auerbach, Hess. uh* und Seefische Cchler Sdjimfiilirili Sellersweg 9. Gießen. Seltersweg 9. La*. "T * • loflnf. * *1 .ÄS (Firr J* periöukä welche hr w1 jenigen, welche an den Nach» laß deS verswrbenen Philipp Jünger IV zu Reiskirchen irgend welche Forderungen zil bilden haben oder 'schuldig find, aufgefordert, dreselben bis längstens 1. August 1904 bei dem unterzeichneten Testamentsvollstrecker anzumelden. Gießen, den 30. Juni 1904. Heinrich Tamm II, "" Bauunternehmer, Ederstr. 14. 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ArbeitSbeschreibimg und Bedingungen liegen bei unä zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. [6066 Gießen, den 13. Juli 1904. Städtisches Hochbauamt. I. V.: Altvater. Donnerstag d. LL August 1904 nachmittag- 3 Uhr, werden auf hiestgem Lrtsgericht die der Georg Haust Witwe zustehenden Anteile an 1/730* — 177 qm Hofraite aus dem Seltersweg, 1/731 = 5 qm Stall daselbst, 1/730,! = 36 qm Hofraum in der Löwengaffe öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 30. Juni 1904. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 38 , 32„ — 1257 qm Grabgarten öaieibtt. 38 , 32«, = 491 qm Grabgarten daielbst. 38 , 35n — 393 qm Hofraue daselbst. Diese beiden Parzellen stnd identisch mit Hammstraße 12. Gießen, den 13. Jull 1904. 6059 Großh. Ortsgerucht Gießen.