«r. 168 TrsteS Blatt. IM. Jahrgang Donnerstag 14. JE 1904 «vHdvi lifiM werden im Wechsel mit Mähet viermal in i Woche beigelegt. «baff« für Depeschen? Vw-etger «letzen. Fernsprech aaschluß Nr. 51. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen diePost vierteL- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Xagednumma bis vormittags 10 Uhr ZetlenpretS: lokal l^SL arSwärtS 20 Psg. verantwortlich füt den polit und allgem. TeS: P. Wittko: fth Stadt und Lcrnd^ und Gerichtssaal*: A u a uff Goetz; für den An« -eiqerrteil: Hans Beck. Di< y«rtige Kummer umfaßt 8 Seiten. Hym Krüger f. Kurz vor Schluß der Redaktion erhielten wir folgendes Telegramm: Clärens fKanton Waadt), 14. Juli. Der frühere Prä- ßdeut von Transvaal, Panl Krüger, ist heute hier gestorben. So ist er also beim gegangen, der müde, alte Burenheld. Kern von seiner südafrikanischen Heimat findet er jetzt sein Grab nach einem so glorreichen, als an schwersten Heimsuchungen reichen Leben. Als er sich nach den betrübenden Ereignissen der ersten Hälfte des Jahres 1900 im Herbste jenes Jahres nach Europa auf den Weg gemacht, nm an den Türen der Paläste mächtiger Staatsoberhäupter anzuklopfen und um Hilfe zu bitten für ein dem Untergänge nahes Volk, da bildete sich auch in Deutschland ein-Ausschuß von Männern der verschiedensten Parteirichtungen, um ihm ein sichtbares Zeichen der Sympathie zu widmen. In Frankreich wurde er mit größter Begeisterung empfangen, obwohl man in ihm schon einen gebrochenen kranken Mann sah, desien letzte Hoffnungen auf den endlichen Sieg seines Volkes nur noch gering waren. In Köln traf er in den ersten Dezembertagen 1900 ein, und dort traf ihn das verhängnisvolle Telegramm des deutschen Kaisers, daS ihn wiffen ließ, daß der Kaiser , bedauere, nach seinen getroffenen Dispositionen nicht in der Lage zu sein, ihn zu empfangen*. DaS war der härteste Schlag für den alten Mann. Nun war alle Aussicht auf die Wiederherstellung seiner Republick dahin, und er kehrte, entmutigt und enttäuscht, mit einer der schwersten Lebenserfahrungen belastet, zurück nach dem gastlichen Holland, das chn in seinen mitsorgenden Schoß nahm. Die deutsche Reichsregierung wollte damals ängstlich /eben Konflikt mit England vermeiden, das heute sich nicht genug tut im LickbeSwerben um deutsche Gunst. Wie weite Kreise des deutschen Volkes damals' der Stimme ihres Herzens folgten und wie viele rührende Beweise tiefsten Mitgefühls dem alten beklagenswerten StaatsmMine darg^bracht wurden, steht heute noch in aller Gedächtnis, und so bald wird in Deutschland der wackere Führer seines Volkes, der Schweres litt, gleich den Gotenheiden der Weltgescknckche mcht vergessen werden. Stephanus Johannes Paulus Krüger ward geboren am tO. Oktober 1825 im Distrikt EoleSberg in der englischen Kapkolonie, ist also nahezu 80 Jahre alt geworden. Sem Leben ist allzeit Muhe und Arbeit gewesen. Als er ein 12jähriger Knabe war, verließen seine Eltern die Kapkolonie und wanderten nach Natal imb später nach Transvaal. 16 jährig wurde er Feldkornet. Sein ganzes Leben hindurch diente er seinem neu gewählten Vaterlande. Zur Zeit der englischen Annexion war er Vizepräsident der Republik. In dem 1880 ausbrechenden Kriege gegen die Engländer war er die Seele deS Widerstandes und wurde zirm Oberkommandanten, 1883, 1888, 1893 und 1898 regelmäßig auf fünf Jahre zum Präsidenten der Republik immer wieder gewählt. Unter seiner Regierung und durch seine Vermittlung erhielt TranSvaal die ersten Eisenbahnen. Die Entdeckung und Bearbeitung der Goldfelder am WitrvaterSrand nützte er durch zweckgemäße Gesetze zur Bereicherung deS Staatsschatzes aus. ES gelang ihm nach vielen Bemühungen, Swasiland 1895 unter die Schutzherrschast der Republik zu bringen. Er hielt unbeugsam an der alten Verfaffung von Transvaal fest, trotz des stürmischen Verlangens der Engländer im Lande nach politischer Gleichberechtigung. Den infolge davon auS- brechenden Aufstand 1895 unterdrückte er rasch und energisch und trat mit Umsicht und Kraft dem Jameson'schen Einfall im Januar 1896 entgegen. Politische Klugheit bewies er, als er darauf Jameson und die übrigen englischen Offiziere der englischen Regierung auslieferte und die Rädelsführer begnadigte. Wie dann fein Reich in Trümmer ging, das wird die Welt stets im Gedächtnis behalten. „Ohm Paul", wie ihn sein Volk einst verehrend und liebend nannte, verband mit ungewöhnlicher Charakterfestigkeit und Frömmigkeit auch die Starrköpfigkeit deS echten Birnen und die Gewandheit rmd Sicherheit eines vollendeten Staatsmannes. Er 7var ein Weiser, dessen Geist im Licht des Göttlichen erwuchs und wohnte. Zur Kriegslage in Masten. Unser militärischer Mitarbeiber schreibt: In den letzten Wochen haben sich die Verhältniffe auf dem Kriegsschauplatz insofern wesentlich geändert, als die Japaner nach längerem, durch die Vorbereitungen bedingten Zögern wieder eine unverkennbare Offensive ergriffen und den Russen neue Niederlagen bereitet haben. Neber die Stellung der russischen Truppen ist im einzelnen zur Zeit ntrr bekannt, daß sie in der ungefähren Linie Haiping—Taschikian—Haitscheng—Lian fang mit einer Front gegen S.-O. stehen. Die bis in das Gebirge vorgeschobenen Vortrnppen haben in der letzten Zeit nneber(>olt Zusammenstöße mit den von Fänghwangtschöng und Hsiu-jen vor- rücfenben Japanern gehabt. Von Wichtigkeit für die Russen ist unbedingt die neuerdings offensive Tätigkeit ihrer Flotte, denn die meisten bisher beschädigten Schlachtschiffe und Kreuzer sind wieder gefecht-fähig und werden sich an den neuen iolaendev Unternehmungen des russischen Geschwaders beteiligen. Auch das wieder gefechtsfähige Wladiwostok- Geschwader Tütrb den Japanern demnächst störend werden. ES dürste von Jntereffe sein, festzustellen, daß das Geschwader in Port Arthur unter dem Kontreadmiral Witthöst jeden Augenblick bereit ist, in der Stärke von 6 Schlachtschiffen, 5 Kreuzern und 10 Torpedobooten in See zu gehen*). Daß die Hafeneinfahrt nicht gesperrt ist, geht deutlich aus der Meldung hervor, daß der von den Japanern für untergegangen erklärte große Kreuzer „Nowik* mit einer Torpedoflottille plötzlich erschien. Wa§ die Japaner betrifft, so strebt General Kuroki eine nördliche Umgebung der Russen an; eine südliche Kolonne genannten Generals, die sich Tanchi, südwestlich von dem Kreuzpunkt Datschitschao nähert, versucht die russische I Linie nördlich von Kaiping zu durchbrechen. Die Japaner hatten überhaupt einen Vormarsch gegen Kaiping längst geplant und General Oku begann mit Teilen seiner 2. Armee bereits am 6. d. MtS. in der Front von der Küste bis zum TschinStaufluffe gleichzeitig vorzurücken. Am 7. begannen auch die weiter östlich und nordöstlich stehenden japanischen Kolonnen die gemeinsame Vorwärtsbewegung. Die Depeschen vom 9. d. M. also, daß General Oku Kaiping besetzt hat, haben sich diesmal bewahrheitet. Die Japaner haben erreicht, waS feit langem als ihr erstes großes Kriegsziet bezeichnet worden war. Die Einnahme von Kaiping bildet den erfolgreichen Abschluß der ganzen japanischen Offensive in der Mandschurei. Nachdem eS den Japanern am 25. Juni gelungen war, sichdeS Momotienling-, deS Jeunchouiling- and des südwestlich von demselben liegenden Dalin-PasseS zu bemächtigen, konnten sie in 3 Kolonnen mit überlegenen Kräften vorrücken und die russischen Vorrruppen zurückwerfen. Zur Stunde fehlt ihnen vielleicht noch der Motien-Paß für ihre eventuelle Defensivstellung, vielleicht ist auch dieser schon in ihren Händen. Sie stehen jetzt aber vor der schweren Aufgabe, in einzelnen Kolonnen, welche unter sich keine Verbindung haben, auß den Defileen des Gebirges herauszutreten. WaS den gegenwärtigen Bestand beider „Feldarmeerck anbetrifft, so schicken wir zur Erklärung voraus, daß zu diesen Truppen nur diejenigen gerechnet werden können, welche für operative Zwecke auf dem HauptkriegSfchauplatze bestimmt und verwendbar sind. Auf russischer Seite würden dem- zufolge die Besatzungstruppen der Fesfimgen Wladiwostok und Port Arthur und die zur Bewachung der Sibirischen Bahn bestimmten Truppen auSscheiden. Nicht mit einzurechnen sind daS nn Mai formierte 10. und 17. Armeekorps, von denen im günstigsten Falle eins im Laufe deS Juli, da§ andere im August operationsfähig auf dem Kriegsschauplätze eintreffen kann. Demnach stehen Kuropatkin für die nächsten Operationen die 4 Armeekorps der Mandschurei-Armee zur Verfügung. Es sind dieS: das 1. Sibirische Armeekorps unter Gew-Lt. Baron Stackelberg , 2. , , , , , Ssafulitsch ,3. w , www Stößel ,4. , , , Wi Sarubajew. An rückwärtigen Verbindungen: Transbaikalische Elsenbahn-Brigade Ussiri Grenzwachenformation. An Festungstruppen: Festung 2. Kl. W la di wo stock: Gen.-Major Woronez. 8. Ostsibirische Schützen-Division, bestehend aus 4 Regimenter Festungs-Artillerie, zwei Abteilungen. 1 Torpedo- ] 1 Minen- | Kompagnie 1 Telegraphen-Abteilung 1 Sappeur-) 1 Luftschiffer- , Freiwilliges KorpS. Festung 1. Kl. P o rt Arthur. Komdt.: Gen.-Lt. Ssmirnow. 7. Ostsibirische Schützen-Division, bestehend auß 4 Regtr. 2 Abteilungen Festungs-Artillerie Jngen.-Depot Sapp.-Kompagnie. Fre itv r'M i g e5 Korps. Fest-ung Ri'kola j ewSk. Küsten-Festung Poßste^t. 1 FestungS-Jnf.-Bataillon 1 FestungS-Art.-Komp. 1 , -Art.-Komp. 1 Torpedo- , 1 Torpedo- , Die übrige Verteilung der Russen wird in hohen mili- tarifd)cn Kreisen wie folgt geschützt: Die Hcmptstellung von Haitschön-Liaujallg-Mlckden uni* faßte einen Truppenkörper von rund 160 000 Marm. Es waren dieS die Formationen vom 2., 3. und 4. sibirischen Armeekorps, sowie eine europäische Division. Diese Zahl ist durch Kurop erscheint die Besetzung dieser beiden übrigens nicht näher bezeichneten Punkte von proble- matifehern Wert, denn die Belagerer würden nunmehr ihren Go- neralplan notipenbig ändern müssen, um die Wiederbvlung unverhältnismäßig großer Verluste infolge der umfassenden rafft- scheu Minen lager zu vermeiden. Tschifu, 13. Juli. Ein Franzose, welcher aus Port K?lrtbur hier aukam, erklärte, daß die Japaner am 7. Juli da» Fort 14 e ingenomm e n haben. Petersburg, 13. Juli. Der Korrespondent der „Virsde- .whja Wjcdomosti" telegraphiert aus Taschitschiao vom 11. Juli: Am 10. Jnli mvrgenL begann unser linker Flügel sich von Kaiping zurückzuziehen, mit der M'sick4, den Feind in die Ebene zu locken. Die Japaner ließen lange Zeit die Artillerie nicht in Tätigkeit treten. Am Abend begann hrs Artilleriefeuer. Die Ja p a n er s cho-s s en , wie auS vorgefiindenen (^esckwstteilcn festgestellt wurde, mit G e s cbüize n kleinen Kalibers und altenSpstemS. Auf dem Marsche nack Kaiping erlitten die Japaner ungeheure Verluste, namentlich beim nclHTfd)rcitfn des Flusses. Als die Japaner Halt machten, zogen sich die Russen auf die vorlicr gewählten Stellungen zurück. LVritere? vom Kriegsfchanplahe. London, 13. Juli. Eine Drahtung au > Tientsin reichet, die Russen räumen Ingkau, dcv Hafen von Niu- t schwang, mit ilrrer ganzen Artillerie, da Besebl eingezangen ist, alle th'riüflbarcii Streitkräfte für die Verteidigung des lyffen- bahnkuotinpunktes bei Taschitschiao sn konzentrieren. Berlin, 13. Juli Der Spe-ialberichterstaittr des Verl. Tam'dl." telegi-aplstert aus Inka» vom 8. Juli: Das Gerücht erhalt fitf), daß die Japanr r si di (ve^en den Jalu zurück >i eben. Nach den kbterrn siegreichen O^cfcdncn soll in de» ia^niifdirn Vagi'ni die Dussenterie aufgetreßeu fern imd wie die (Ühinesen sagen, autt' die ck bol e ra Äugeblich bitten ein-riue Teile bisher bis M 10 Prozent Abgang infolge der Seuck^on gehalck. Petersburg, 13 Juli Swifdwn Mukden und 9iauf,ing versnckwm l100 von ja panilch en Offijiftew ange - führte C b u ngu 5 c n die B» n bin : Melinit zu sprengt» Sie nntnVn non der Grrnzwach mnz naelt und n,e berge mach. 2Ui| bet wbtroni W dei R ü ck zn g an. Im Zentrum ist aDrt rudch. Ausland an* man Der Großherzog von Vaden ober ViSmarck. Ent- Minute T*e R dänischen Rexer- und dos englischen Halle-Gewehres fest- zustellen. Die Prüfungen werden eine Woche dauern. In Schnellfcuerurig und Genauigkeit erwicS sich gestern das Hallcxtewebr überlegen. Es wurden 20 Schüsse in der 9Iirf der Linie Da-I dem ualionaleu Gedanken in den Gemütern der Bewohner unserer •----r। ••• Das ist die Derben Arrlrag D'a^uer inKb Dr. v. Da-tzter geschritten, jetzt namcntlkh darüber ab-uMmmen, ab üter den Wahla-ntvag ltrmrerrllich abzusümmem sei. Da zu dieser .tf’onftatieruiw 78 Stimmen notwendig sind, aber nur ;>9 auf Ja, i>6 jedoch auf Nein lauteten, so sind die Anträge Dr. Hammcrschmidt und Andrvae bezüglich der Einführung bcv proportionalen Walflsystems u«d b^K* Beratung troch, in dieser Session gefallen. , r" waren der beut- — Der Landtagsabg. Commerz i en rat Herders ist heute in Iserlohn einem Schlaganfall erlegen. —- Bei der heute in Aurich stattgehabten Ersatzwahl zum preuß. Abgeordnetenhanse wurde Konfistorialpäsibertt I d e r h o s f (grff.) mit 184 von 293 abgegebenen Stimmen mit' voller Wucht äußert. ___Jjfrrtx? te große ' bar auf legen, b* x*w chru «abhängige Presse im Reiche aus- ocx flew verlolqe n pMrt eine vor- »Iw gwuiri iyitn*erfir, ter an tkr^f mi> sachkichkS eAfi5 tzlaM NN- Land. Gießen, den 14. Juli 1904. - Personalien. S. K. H. der Großhcrzog haben den GerichtSasieffor Dr. Ernst Mayer in Mainz zum Staatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen ernannt. — Entlassen wurde am 13. Juli d. IS. der Registrator bei dem Amtsgericht Darmstadt I Ludwig Rühl aus seinem Amte. - Polizeibericht. Gestern nachmittag 4 Uhr ging in der oberen Franksurterstraße ein Pferd mit dem Wagen durch, wurde aber an der Wilhelmstraße von einem Herrn angehaltcn. Beschädigt wurde nur der Wagen. •• gener in Wieseck. Heute nacht um ’/< nach 3 Uhr entstand im Wohnhause deß Martin Dörr in der sogen. ,Ecte' am Ende deS Dorfes auß nicht näher aufgeklärter Ursache Feuer. Als die ersten Feuerrufe ertönten und sofort gestürmt wurde, stand das HauS schon in hellen Flamnnm. Bald griff das Feuer auch über auf das Wohnhaus und die Scheune der Phil. Düringer III. Wwe. und ferner auf daß HauS der Phil. Rau Wwe. mit Scheune und Stallung. Um 5 Uhr standen diese drei Wohnhäuser mit Scheunen und Stallungen', ein großes Gebiet, vollständig in Flammen. Auch Scheune und Stall der Witwe Balth. Seiler wurden eingeäschert. Die Wiesecker Feuerwehr, die zuerst auf der Brandstelle tätig war, konnte nur mit Regenwasser Löschversuche machen und die Folge war, daß die beiden Feuerspritzen sich bald mit Sand verstopften. Zunächst wurde da« Stallgebäude der Wwe. Balth. Seiler ab* gerissen, um die Weiterverbreitung des Feuers nach dieser Richtung zu verhindern. Um 4 Uhr war die Gießener Feuerwehr alarmiert, indessen auf Veranlassung eines Feuermelder aus Wicseck wieder abbestellt worden. Später, als der Brand gefährliche Dimensionen annahm, wurde sie wieder veranlaßt, bei den Löschungen zu helfen. Auch die Feuerwehren aus Alten-Buseck, Trohe und Rödgen wurden alarmiert, wieder abbestellt und dann doch zu Hilfe gerufen. Daraus wurde dann das Feuer auf seinen Herd beschränkt, wobei Kreisfeuerwehrinspektor LooS au6 Gießen die Leitung übernahm. Die Entstehungsursache ist nicht bekannt; man vermutet jedoch Brandstiftung. Die Familie Dörr lag im Schlafe, als die Fvau zuerst wach wurde und daß Geräusch des Feuers hörte. AIS man nachsah, brannte cS im oberen Stockwerk, wo in einer Stube 3 Kinder schlafen. Die Kammer, in der das Feuer entstand, war mit der Schlafstube der Kinder nicht durch eine Türe verbunden. Die Kinder wurden gerettet, und Menschen nahmen keinen Sck;aden. Dagegen brannten die .Häuser und die mit Heu gefüllten Scheunen unheimlich schnell. DerSchaden wird etwa IbOOOMk. betragen. Die Geschädigten sind alle versichert. Der Andrang der Zuschauer war nicht sehr groß, und die Absperrung durch Gendarmerie war leicht durchzuführen. Von Gießen waren nur wenige Herren anwesend. Eigentümlich war eS anzusehen, ate znnjchen ieKtrititäter zu Schulden kommen lassen, und man enäbttl Der gestrigen Abend täfel auf der ^Hohcnz über ihn zahl »eiche S ka nb a l ge schr chte «. I ter norwegische Komp onist Gr ie g xrrib F I sehe Konsul Mohr und Frau ufto. gclabm. Bei prachtvollem g ball Wetter umgab die Bevölkerung der Stadt in hunderten itär- von Booten die ^Hoherizollern" unb ergötzte sich an den , 13 Juli. In der Abgeordnetenkammer wurde heute nachmittag die Entscheidung üb'er das Wahlgesetz getroffen Es wurde zur Abstimmung über Hafen bereitet worden sei. Vlissingen, 13. Juli. Zur Bewillkommnung es deutschen Geschwaders traf heute abend der iSSe der rassische Generalleutnant Ssacimrow dem General- fiate v-n. wie Rekocmoszierungen in der Nacht auf den 11 Juli ergaben, von Maolingou bis Sangoischi, acht Werst von Kaitscho«. und dis zur Esienbahu. Als eine russische Ausklär- ungsadtrilung bei Tagesanbruch bei SairschiUpu erfebint, nhint; ijch Ne ämidl'chen Borvosten von Maolingou nach Schrmulinsv »rück. Die Erterrbriten auf den beniuhbartnx Hoven wurden nngestellt Am Ttargen des 11. Juli unternahmen zwei iapaniscte Essadrons eine Rekognoszierung im Westen von der Eisenbalm- ItHie. «Segnt 9 Uhr eröffnete eine iapanische Komvaome im Norden von Iaolindsa ba5 Feuer auf die rMsche Feldwache, die doS Dori beseht dielt. Als die Rusien Verstürknmien er- hjelLrn. zogen sich die Japaner zurück. Auf russischer Seite wnr- den zwei Schützen verwundet. Eine feindliche Abteilung in Stärke oou einem Bataillon und drei Eskadrons wurde bei Saodsiatun (12 Werst nordöstlich von Kaitsckou^ gesehen. Aus tan unb auf den Höven bet Eheju auhparf. In der Nmgrgend t?cnj5 s e mag i n , acht Werst vor dem Pebunlinvaß, auf der großen Straße efimnt- ■" Nische Streiswache ein Urteil fällen unb geeignet sind, über die Stimmung der Bevölkerung eines arösirren Bezirks die fcttvnben Stellen in Berlin ^utTcffenv zu unterrichten. Das wird ost sehr risttzlich fein, äu erfahren, wie fern von Berlin die Dinge angesehen werden. Auf Reisen erblicken Minister und andere hohe Beamte die Welt im Festsckrmuck, alles vranat in eitel Mücksoligkeit, Leute mit Klagen oder Wünschen auf bem Herzen kommen sck)wer In*ran an den gefeierten Gast. Also, dies „Ätittcl zur Information" darf lricht besonders hoch eingesckzätzt werden. ES ist wichtiger, baß sich die Herren von ber Regierung sell>st Kenntnis verschaffen von her Wirkung chrer Politik. Der einfachste .Weg ist daS Zeituirgssttrdium. Rur sollten aber einmal andere Stimmen gehört werden^ als diejenigen, die aus alter Ue.berlieferung zu hören gewohirt ist. Lovdv«. U. Helt Cfiitr LloodSdopeschr aus Riutschwang Jbrr Hdxhi vorn 13. Juli meidet i Japanisch Aufklärtmgs- truppeA wurden heute ewunttkag sews Meilen von hier gesehen, flenerul C f i rückt mit 50 000 Mann in Wlmürschn zwischen Riutschwang und Tast kiebiao vor. die Bericht Sacharows. Vizeadmiral van Roes hier ein. Rom, 13. Juli. Bei einer öffentlichen Festlichkeit in Luciano ereignete sich etn höchst l>ezeichnender Vorfall. Die Stadtmusik war eben im Begriffe, die Marseillaise anzu- stimmen, als P r o f e s s o r G o r d e l l i sich vordrängte und mit lauter Stimme rief: „Es wäre eine Schmach, die Ma rfeillaife zu spielen in einem Augenblick, wo die Franzosen die italienischen Offiziere zu bestechen suchen". Die Menge übertönte die Marseillaise daraus mit Zischen und Psisfen, und die Musik mußte jählings abbrechem Belgrad, 13. Juli. Aach amtlichen Angaben kam e5 gestern in Kragujewad zwischen Offizieren und sozialdemokratischen Arbeitern zu einer Schlägerei, dn, da die Stabt infolge deS Oleburtstaaes deS Königs sehr belebt war, durch die Beteiligung deS Publikums größeren Umfang an* nahm: auf beiden Seiten wurde von Waffen Gebrauch gemacht Gegenüber den Gerüchten, daß bei der Schlägerei gegen 100 Personen getötet und verwundet worben seien, wird amt- lid) mitgeteilt, baß bisher nur feftgestellt wurde, daß ein Arbeiter verwundet worden ist. „ Konstantinopel, 18 Juli. Die richtige Darstellung ist folgende: Nachdem die türfifdxn Belwrden erfahren hatten, daß in einem bulgarischen S?aufc in Guemendscl»e der U n t e r s ü hrer Bosin deS BarchensührerS Dpostol mit scchS Mann sich verborgen halte, wurde das Haus umringt. Der Kampf dauerte von 2 Uhr nachmitatgs biS zum Eintritt der Dunkelheit. Nachdem bis 5 Uhr nachmittags die Ueberwültigung der Bande nicht aehmgen, wurde das £»au« in Brand gesteckt .Der Zweck dieser Maßregel tpurb? nicht erreicht, indem eine große Feuersbrunir entbind, in der 33 Häuser ejngeäschert wurden. 110 Familien sind obdachlos geworden. Der Schaden wird auf 30 000 bis 50 000 Pfund geschaht Während deS durch) das Feuer entlaube nen Wirrwarrs entkam die Bande. Ein Koniitadschi ergab ich. Drei Personen nnirben auf türkischer Seite verwundet Da ein großer Teil bet burch baS Feuer und bie Plünberung Geschädigten Griechen sind, hat da- ökumenische Patriarchal be* chlossen, bei der Pforte Vorstellungen zu erheben. Die Zivilagenten haben in den Dörfern Rahova, Bus und Armenisko im Bezirke Florina ^Wilajet Monastir) die bei der vorjähriaen Bewegung am meisten gelitten haben, 400 zerstörte Hauser v arge runden. Die eapärtt Schweiz. Rußland bat an bie OftDerierifd* ^t^ch b°?r t n Das' hn in^B^n sehr I Klängen ber SchisiSkapelle. DaS Buchlikirm brachte bent vemlich berührt Die gesamte bärtige Presse zeigt sich aufgebracht. Kaiser wiederholt mit Hochrusen ihre Huldigung dar, so Audeoud wird von Rußland beschult'.gt, rm Kre^c fremder Ofn. besonders, als mit einem Schlage die .^Hohen^ollern", ber ziere für die russische Arm« verle^enbe^ Ausdrücke gebraucht! Kreuzer ^HaTnEmrg^' unb das Torpedoboot „Sleipner" im zu haben. Tie Schweizer Zeittmgen öweneln stark daran, und elektrischer Illumination erftral)lten. Im Laufe Tthgm der DrsikA daß Rußlaich rüj ba9 attenit ot a«H lreutigen Bormittag^Z liefen die Passagierdampfer den russischen Gesandten in Bern hätte 9la®f|SiTtoTic unb „Mekevr" der Hambiirg.Amerika- nehmen wollen. r-___— Linie ein. Wie gewöhnlich gestattete der Kaiser, daß die --— — I Passagiere der Dampfer die ^Hohenzollern" besichtigten. Dfllltirihf (Tflnr^rrtltnL — Der Kaiser hat den tz-aupkmann Mautz von B ’ 1^. Gcwehrprüsungskonrmission in Spandau nach Bis- Stimmeu a»S bee Reiche. Iley (Englandl entsandt, wo gegenwärtig Preis- Man schreibt uns aus Berlin: schießen fbattfinben. Es handelt sich namentlich danmi In Berlin wird viel ^rasowriert". Die spottsüchtige, den „Der t^ zweier a u^to m at r^ Gewehre, deS Kritik deß ^verwogenen Metischenschlaas", bei dem man nach Goethes '2btfufit mit der Delckatessc nicht weit reicht, ist altbekannt Daher kommt es berm wohl, daß die öffentliche Meunrng in ber Reichshauptstadt, im Zentrum der Politik, tnrf geringeren Einfluß hat, als in anderen Großstädten. Die Regierung nimmt sich den Tadel, der ihr in Berlin zuteil wird, nicht allzusehr zu Herzen. Gemäkelt wird muner, so lautet das Trosdvvrt in den amtlichen Bvreans: ^ben Berlinern ist überhaupt nichts recht zu xoadyn". Ganz anders, trenn sich oppositionelle Stimmen aus I dem Reiche, beispielsweise aus dem Süden, erheben. Hier liegt der Verdacht ^gewöhn hei tS mäßiger Nörgelei" nicht vor, unb in biefent Falle ist man geneigt, zu untersuchen, ob etwa ein Fehler gemacht worden ist. Rur bringen solche Stimmen aus dem Reiche nicht hau ftp, an das Ohr ber SRegterenbcn in Berlin. Die Berliner ^ethntgen werben sehr sorgfältig in den Ministerien unb Reichsämtern gelesen: mindestens erhält ixerl Ehef AuSkckmitte des polikisch Bemercken'Ävertesteu,^ der! Leitartikel ufto. Außerdem dienen ein paar der größten - außerhalb Berlins erscheinenden Tagesblätter zur Infor- < mattem Aber das sind eben fast durchweg Organe — wie die „Köln. Ztg.", d« Münchener „AÄg. Ztg." —, die London, 13. Juli. Unterhaus. Montag fra(ch> ob die Aufmerksam beit der Regierung auf die Tatsache gelenkt sei, daß deutsche Marineoffiziere bid Festun gSwe r ke und Schis f swe r f t e hon Devon- iort photog r aph ier te n , ferner, ob, wenn daS der Fall sei, ein Einschreiten int Interesse der nationalen Verteidigilngstverke beabsichtigt sei, unb ob schließlich den englifchcnOffizierenindendeutschcnK'riegs- häsen gleiche Zugeständnisse Zivtllord der Admiralität Lee erwi_ , geregten Vorfall sei nichts bekannt; wäre aber etwas lln* ehörigeS vor gekommen, so würde es von den verantwort- : chen Behörden gemeldet worden fein. Plymouth, 14. Juli. 9ldmiral Seymour erließ einen Tagesbefehl, in welchem er allen unter seinem Befehle stehenden Offizieren und bett Vorständen der Ver» waltungöbehörden für die loyale Unterstützung dankt, die ie ihm während deS Besuches des deutschen Ge- ch wa d er s geleistet hätten. — Der deutsche Konsul gab iekannt, daß er von dem Admiral v. Köster brieflich er* ücht worden sei, den Militär- unb Marmebehörben, ber Stabtverwaltun^t unb den Bürgern ber Stabt den wärmsten Dank auszusprechen für die liebenswürdige unb gastfrenndlickie Aufnahme, welche den deutschen Osflzieten und Mannsck)aften während ihres Aufenthaltes im hiesigen gewählt. — Der 8 Uhr-Labenschluß für Berlin ist gesichert. Die Bewegung zu gunftcit bes 8 Uhr -Ladieufchlusses für Berlin hat in den letzten Wochen ganz bedeutende Fortschritte gemacht. Im Polizeibezirk Berlin kommen etwa 8—9000 Geschäftsinhaber in Frage, die erforderliche ^Zweidrittelmehrheit für den früheren Ladem'ck>iuß ist also vorhanden. Ein Anttag der GefchäftsinHaber sämtlicher Branchen mit Ausnahme der Lebensmittel- und Zigarrenhändler liegt dem Pollzeipräsibenten bereits vor. Norderney, 13. Juli. Gras v. Bülow unb io. Witte hatten heute vormittag eine ztveistündige Zu- sammenttmst. Am Nachmittag treten bie beiberseiligen Delegierten zu einer Konferenz zusaminen. — Witte, eine hohe, imposante Persönlichkeit, ist sehr ergraut; leicht auf einen Stock gestützt, bie unvermeidlich? Zigarette im j Munde, blickt er ernst und sorgenschwer drein, und irgend ' en Raucy der Zigarette weisend, Der Grvßherzog von Baben hat alsbald nach ber bünmtg bcS BiSmarck-DenkmalS dem Festredner, O^cli Hofrat Pros, rr v. Ocebelbänser. folgendes Telegramm zu geben lassen: Racti>em ick Ihre Rede bei Enthüllung des BiSmarck-Denk mals gelesen habe, drängt eS mich, meine warme Anerkennung auSzuspreävn sirr den so edlen Ausdruck Ihrer Gesüble und für bie nationale Gesinnung, mit ter Sie bie ganze biftorndx Ent- nhcflintg deS Leidens unb bet hervorragenden unb erfolgreichen Wirksamkeit dieses großen StaatsmmmcS gefdntbert haben. ES ist ern Lebensbild, b<^ besonders für einen Zeitgenossen die Icb- tefttfien Errnnerungen roachruft, die um so berzbewegender sind, alS sie die größten Ereignisse ter neueren deutschen (teschichte umfahen. Möge die KenntmS Ihrer Rede in weite Kreise sich verbreiten und tee erwünschte belehrende Wirkung auf die lüngetc Generation üben. Friedrich Ostoßterzog. ichen*Föngw 4V29/q Chinesen .... 90.00 Electrie. Schlickert . . , 103.10 Nordd. Lloyd . . . . 10085 379% Reichsanleihe . . 102.10 8®/,) do. ... 90.25 8V,o/o Konsole .... 102.00 3% do......90.20 «Vs% Hessen .... 100.65 SV, 96 Olierheeeen . . . —.— 496 Oesterr. Goldrente . .101.10 4V6 96 Oeeterr. Silberrente 100.30 496 Unffar. Goldrente . . 100.15 4®/' Italien. Rente , . . 108.50 4Vt % Portugieser . . . 61.40 8°/ Portugiesen. . . . . 60.55 196 C. Türken .... —— Türken lose......128.20 4% Grieth. Monopol.-Anl. 48.40 4*\96 äussere Arp-enfinor 44 20 I Kredrtektien . . . , . 200.90 Diskonto-Konimandit. . . 187.40 Darmstädter Bank . , . 137.80 Dresdener Rank .... 149.20 Berliner Handels^es. . . 153.20 Oesterr. Staatabahn . . . 137.00 Lombarden ..... 17.50 Gottharilbahn ..... 187.50 LanrahtHte...... 242.10 Bochum ....... 186.40 H arpener......197.80 Tendenz: still. kann, als die in dem Trier in Rede stehenden Andustriegebiete. Man wird auch niemals wieder zu einer erträglichen Reinlichkeit zurückkehren, man müßte denn gerade alle Bergwerksbett lebe still stehen lassen. ^Es treten noch hinzu die verunreinigenden Einflüsse der Spüljauche und namentlich die vielen heißen Kondensationswässer. .Diese letzteren beschleunigen lebhaft die vor sich gehenden Gährungsprozesse, die durch die fortwährende Blasenbildung in Erscheinung treten. Vielfach macht das W a ss er deshalb 'einen' fast seifenartigen Eindruck. Was die Abflnßverhältnisse besonders bedenklich macht imb stört, das sind die durch die Zechen geschaffenen Vodenverhältnisst. Bei der Zeche Hibemia nächst Gelsenkirchen ist z. B. der Boden um volle sieben Meter gesunken. Es entstehen auf diese Weist gefährliche lokale Sümpfe. Die Behörden müssen dähalb die Zechen anhalten, solchen Nebelständen bei Zeiten vorzubeugen. Zur Selbstreinigung besitzt infolge größeren Gefälles die Ruhr noch mehr Kraft, als die Emscher. Geheimrat Koch: In Witten soll ein großer Teil der Fäkalien in die Ruhr geleitet sein? — Zeuge: Das ist richttg. 3>te Neuregelung Ves hessischen Aeld- und Aorst- strafrechts. Gießen, 28. Juni. Die Regierungsvorlage über die Neu-Redaktion des hessischen Wald- und Forststraftechts hat bereits beiden Kammern vorgelegen. Schon die zweite Kammer war in manchen wesentlichen Puntten von dem Standpunkt der Regierung abgewichen. Wir haben früher darüber berichtet. Nun hat die erste Kammer nicht in allen Fällen die Beschlü^ der zweiten Kammer gut geheißen. Der Bericht des zweiten Ausschusses der zwecken Kammer über die Rückäußerung der ersten Kammer liegt im Druck vor. Es ist anzunehmen, daß sich die zwecke Kammer im großen und ganzen den abweichenden Beschlüssen der ersten Kammer anschließen wird, wie es auch der Ausschuß fast durchweg beantragt hat. Einige Divergenz wird immerhin bestehen bleiben, doch dürste die schließliche Beseckigung nicht allzu schwer stin. Beachtenswert sind in erster Linie die widersprechenden Ansichten beider Kammern über Art. 4, welcher sowohl im Forst- wie im Feldsttafrecht die auch jetzt geltende subjektive Haftung dritter Personen int Falle des Unvermögens der zu ihnen in einem AbhängigkecksverhältniS stehenden Personen behandelt. Der Standpunkt der Regierung ging im Entwürfe am weitesten, indem in allen Fällen der andere, d. h. der Dienstherr rc. hasten solle, für den Fall, daß der verurteilte Täter in der Gewalt, der Aufsicht oder im Dienst dieses Dritten stünde und zu seiner Hausgenoffenschast gehöre.^ Die Mehrheck des Ausschusses der Zweiten Kammer wollte die Haftbarkeit dann nicht eintreten lassen, „roenn festgestellt würde, daß die Tat nicht mck seinem (des Dritten, bezw. Dienstherrn) Wissen verübt sei oder daß er sie nicht verhindern formte/ Die Zweite Kammer war indessen dem Minderheitsantrage gefolgt, wonach der „Andere" nur für Personen hasten solle, die unter seiner Gewalt stünden und zu seiner HauSgenossenschast gehörten. Danach würde also nur der Gewalthaber, nicht der Dienstherr haften. Auf diesen Standpunkt stellte sich auch die Erste Kammer, hielt aber ttotzdem eine Weiterung für erforderlich durch den Zusatz: „Die in Absatz 1 bezeichnete Haftbarkeit tritt für den dienst berechtigten in Ansehung der sttafbaren Handlung eines ihm zur Dienstleistung Verpflichteten insoweit ein, als die Handttmg in Ausführung einer Dienstverrichtung begangen worden ist/ Damck würde man sich wieder der nn Mehrhecksanttage zum Ausdruck gebrachten Ansicht nähern. Der im Entwurf niedergelegte Standpunkt der Regierung führt zu der Schluß- folgerrmg: Weil die strafbare Handlung z. B. des Knechtes aus der Wirtschaft des Dienstherrn kommt, muß auch der Dienstherr haften. Damck wäre der Dienstherr für jede strafbare Handlung seines Knechtes verantwortlich. Nach dem von der Ersten Kammer beschlossenen Zusätze, der auch der Zweiten Kammer von dem berichtenden Ausschüsse zur Annahme empfohlen worden ist, würde indessen nur eine mittelbare Haftung des Dienstberechtigten bestehen, insofern die Haftung nur begründet sein soll, wenn das Delikt in Ausübung einer Dienstverrichtung begangen worden ist. Damit wäre der Dienstberechttgte nicht jeder Willkür des Dienstverpflichteten preisgegeben. Zu besonderer Kontroverse hat des Weiteren der Art. 10 geführt, der sowohl im Feld- wie im Forststrafrecht wesentlich gleichlautend ist und die Einziehung der corpora delicti, d. h. der bei einer strafbaren Handlung gebrauchten Werkzeuge rc. behandelt. Die Regierung wollte unbedingte Einziehung, die zweite Kammer wollte vermeiden, daß z. B. wegen eines gestohlenen 9lpfel§ eine wertvolle Sense eingezogen werden könne. Der Ausschuß beanttagt, die zweite Kammer möge auf ihrem Standpunkte beharren. Die erste Kammer ist im Wesentlichen für Beibehaltung dieses Art. 10 und zwar in der Weise, daß die Möglichkeck der Einziehung der corpora delicti dann gegeben sein solle, „fofem diese Werkzeuge nach ihrer Beschaffenheit ausschließlich oder vorwiegend zur Ausführung von Freveln bestimmt sind". In dem gleichen Artikel sollte auch die Berechtigung zur Einziehung von Waffen, die ein Täter bei sich geführt hat, geschaffen werden. Eine solche Bestimnmng ließe sich eher rechtfertigen und verstehen, ohne daß man darin eine besondere Härte finden müßte. Allein, hier führen bereits die Bestimmungen des Sttafgesetzbuches zum Ziel, so daß eine Sonder- bestunmnng nicht mehr erforderlich ist. Mithin kann u. E. der Arttkel 10 in Wegfall kommen. Im Uebrigen hat der Ausschuß beanttagt, den Beschlüssen der Ersten Kammer zuzustimmen. Zum Teil find außerdem die Aendernngen späterer Artikel nur eine Konsequenz aus der Aendernng ftüherer Arttkel, so bei Art. 30 des Feld- Beschlüsse der ersten Kammer nicht beizutteten, eben ans den bereits erwähnten Motiven. Bei den Beschlüssen über den Gesetzentwurf bett, das Verfahren in Forst- und Feldrügesachen haben sich keine bemerkenswerten Differenzen zwischen den beiden Kammern ergeben, so daß man diesen Gesetzentwurf für erledigt ansehen darf, weil jedenfalls die zwecke Kammer den Beschlüssen der ersten Kammer zustimmen wird. Vevm!schtes. * Znm Tode des Generalmajors v. Zöch', Ar- tlllerie-Depottnspettors, und seines Burschen, die beide,' wie ton mitteilten, bei Berlinchcn ertrunken sind, wird bekannt, daß das Unglück auf der Entenjagd sieb ereignete. Der General, der mit seiner Familie bei seinem Bruder, dem Forstmeister v. Zoch, .sich zu Besuch befand, hatte sich vom Forsthause Rabenhütte mit seinem Burschen nach -dem Buckotosee begeben, und einen Kahn bestiegen, um auf Enten zu pürschen. Bei Abgabe eines Schusses auf eine Kette von Enten verlor er das Gleichgewicht und stürzte rücklings ins Wasser. Der Bursche sprang ihm nach, um ihn zu retten, aber betbe ertranken.. Die Leichen formten geborgen werden. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hesieir für Freitag, den 15. Juli 1904: Zunächst wieder beiter, später zunehmende Bewölkung (Gewitterregen mir in Westdeutschland), Hessen andauernd trocken, sehr schwül. Näheres durch die Gietzener Wetterkarte. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschaft. Hottesdienü. Sabbathieier am 16. Juli 1904. Freitag abend: 8.00 Uhr. Samstag vormittags: 8.00 Uhr. Predigt. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausganq 9.25 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 8.00 Ubr. Tleuelte Mel du na en. Originaldrahtmeldungen des Gießener «nzelger». Leipzig, 14. Juli. Die von Fran Dr. Rosa Luxemburg gegen Hrteil des Landgerichts Zwi-ckcm^ wonach sie wegen Majestätsbeteidigung, begangen durch eine Kritik der Breslauer Kaiserrede am 16. Januar- zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht verworfene Berlin, 14. Juli. Die Ernennung des Generals' Lykiphorow zum bulgarischen Agenten in Berlin erfolgte auf speziellen Wunsch Kaiser Wilhelms, der auf einen Milttär als Vertreter Bulgariens Wert l^gt. — Außer dem 11/4jährigen Söhnchen beä Schlossers Spalleck werden jetzt in der Charite noch Pvei weitere Personen behandelt, bei denen die Erkrankung an schwarzen Blattern zweifellos festgestellt ist. Es sind trieS die 41jährige Aufwärterin Antonie Drucküed und der 46jährige obdachlose Arbeiter Bürger. Beide haben sich ans eigenem Antrieb in die Charit6 zur Anfnahrne begeben, wo sie in den Quarantäne-Pavillon überführt wurden. — Einen Mordversuch und Selbstmord ans unglücklicher Liebe beging in einem Restaurant der 52 Jahre alte verheiratete Tischlermeister Julins Buchholz. Er schoß dreimal auf die unverehelichte Wirtin! Walpurga Ziegler und verletzte sie leicht. Darauf tötete er sich durch einen Schuß in die Brust. München, 14. Juli. Der Kaufmann Karl SeST ans Berlin fuhr gestern mit seinem Motor-Zweirad gegen ein Fuhrwerk. Durch den Anprall wurde der Motor znruck- geschleudert und Lesk stürzte auf das Pflaster. Beim Transport nach dem Spital starb er an Schadelbruch. London, 14. Juli Wie der „Daily Mail" ans Petersburg telegraphiert ttrirb, zirkulieren dort Gerüchte, daß Port Arthur gefallen sei Die offizielle Meldung, daß dtt Japaner beim Sturme auf Port Arthur 30 000 Mann verloren habe, hätte nur den Zweck gehabt, zu zeigen, wie teuer die Eroberung den Japanern zu stehen gekommen sei Rom , 14. Juli Der neue Handelsvertrag zwischen Italien und der Schweiz ist unterzeichnet worden. In Anbettacht der mit den anderen Mächten schweberrden S?ronfhin pL nebft ltiartencmt. p. 1. Ott. zu venn. Stemslrahe 38. che und LxruS mit guten $cn gesuchL 5994 Frau Mathilde Möhl, Bal)nhosttrabe 1. vermieten. A. Kramer, 54701 Konduorei, Neuen Baue. Wir Eta wiri) äkdtr ß eil frtUi’s Stleiik- telfrth ge- TDüjcbene Swff jeb. GervedeS, vorrät. m Batt zu 40 Pia. bei ÜbU. Walter. biiisbffri U. ffd.386 (Mut möbl. Schlafzimmer iu der 9cähe der alten Stlinit1 von Ende Juli ab für 1—2 Monate zu mieten g€|ud)t (tieft Offerten mit Preisangabe unter 6061 an ■ Möblierte» Zimmer von jft. 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