, lobflnn x 'M len. d*i-ch I'*ftss Zr-K öllHllen. n§ erplodiertc >artes SauS. Jbr. »rletzt. Mehre« hrt werden. , r j. Während einer .Vennetrennen Br* ich«--"" *T.S ' Va6$ul* begraben^, rti«“”1» «. Eii, W * „ mtb eS Xä sKttÄ Atz-: sM £ ®Wd 401 .teI0 ,i«t Nr. 112 Erstes Blatt. 154. Jahrgang Samstag 14. Mai 1904 <8rtdictni täglich anbei Sonnlags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dein Hessischen Landwirt die Kiehener Familien- Hättet viermal in bet Woche beigeleql. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Un'vers.-Buch-u.Stein- bruderet. 0t Lange. Redaktion, Lrvedilion und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr 51. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis: monatlich7bPs^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- jährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sur die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pß, auswärts 20 Pfg. VeranZwortlich für den polit und allgem. Dell: P. Wittko: für ,€tabt und 2onb/ und „GerichtSfaal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Der Krieg zwischen Japan und Mußtand. Das Kronstadter Attentat und die Stimmung. Petersburg, 10. Mai. In dem sonst so lebenslustigen Petersburg ist eine recht pessimistische Stimmung eingezogcn; die Kaiserin gab in einem Tenkschreiben an den General-Gouverneur von Moskau, der zum Namensfeste seine Glückwünsche dargebracht, dieser Stimmung in den Worten Ausdruck, „daß die warmen Gefühle ihr zum großen Trost in der Prüfungszeit dienen, die es Gott dem Herrn genehm gewesen, über das vielgeliebte Vaterland zu verhängen". Sehr bittere Klagen werden über den unerhörten Postdienst laut; man möchte von seinen Lieben da draußen im fernen Osten etwas erfahren, aber alle Briefe kommen nicht an. Sehr besprochen wird ein „Eingesandt" an die Petersburger Zeitungen, das ungemein charakteristisch ist. An den Chef eines Truppenteiles wurden acht Briefe abgeschickt, aber nur ein einziger erreichte sein Ziel. „Die Briefe waren freilich", so heißt es bezeichnend, „unversichert, aber der Absender glaubte mit dem in Kulturländern üblichen Modus rechnen zu dürfen, wonach an der Post unversicherte Briefe ebenso sorgfältig wie eingeschriebene befördert werden." Der Adressat wgr, wie gesagt, der Chef eines Truppenteils. Wie mag es unter solchen Umständen mit den Briefen an die Soldaten bestellt sein? Daß diese unerhörten postalischen Zustände deprimierend wirken,, ist klar; am deprimierendsten sind die Nachrichten über das unheimliche Treiben der Nihilisten und Terroristen. Für die Parade auf dem Marsfelde hat man Vorsichtsmaßregeln von einem Umfang getroffen, der selbst hier als sehr weitgehend bezeichnet wird. In aller Munde ist das Wort Kronstadt und der beabsichtigte furchtbare Vernichtungsbrand. Der japanische Agent, der der Brandstifter sein sollte, hat nie existiert; es sind anarchistisch gesinnte Beamte oder Arbeiter gewesen. Vizeadmiral A. Bicilew, der Oberkommandierende des Kronstadter Hafens, hat zugegeben, daß ein furchtbares Zerstörungswerk geplant gewesen sei. Ob Kronstadt in die Lust gegangen wäre, könne er nicht sagen, aber alle Explosivstoffe, der Rußland jetzt so dringend bedürfe, wären vernichtet worden; mit Petroleum begossene Späne waren in der Nähe der Pyroxilin- vorräte in Brand gesteckt und eine entsetzliche Katastrophe stand bevor; es gelang aber noch, des Brandes Herr zu werden. In den Torpedowerkstätten und Artillerielaboratorien hat man alle mietweise angestellten Arbeiter und Beamten entlassen; die strengsten Untersuchungen sind angeordnet, die denkbar weitestgehenden Vorsichtsmaßregeln getroffen, aber man ist immer noch sehr skeptisch — und sehr skeptisch bleibt man auch den Meldungen gegenüber, daß Port Arthur vorzüglich befestigt und auf alle Zeit verproviantiert sei. Ungeheure Bestellungen auf Weizenmehl waren ja ergangen, aber ob sie auch ausgeführt sind, erscheint sehr Vielen fraglich. Eine Bummelei herrschte überall, die geradezu grenzenlos war. Aus Port Arthur sind keinerlei Nachrichten in den letzten Tagen einge- trosfen; die Einen behaupten, nach den günstigen Versuchen mit Brieftauben in den Kursker Manövern 1902 sei eine Brieftaubenstation in Port Arthur eingerichtet worden, die mit Mulden, Charbin usw. in Verbindung stehe. Die Anderen bestreiten es; es weiß wirklich niemand etwas sicheres — und diese Ungewißheit, dieses Gefühl, daß es nirgends klappt, ruft mit Recht eine Beunruhigung, eine Depression hervor, von der man sich kaum ein richtiges Bild machen * auf 50 Millionen Dollars geschätzt. Deutsches Keich. Berlin, 13. Mai. Ueber den Aufenthalt des Kaiser- vaares in Straßburg wird heute gemeldet: Die Kaiserin besuchte im Laufe des Vormittags das Säuglingsheim und die Peterskirche, ferner die höhere Töchterschule und dann den Münster. Hier wurde die Kaiserin von dem Bischof Dr. Fritzen und dem Weihbischof Dr. Zorn von Bulach empfangen. Nach der Tafel empfing der Kaiser den aus Südwest- afrika zurückgekebrten Obersten Dürr und den Vorstand des Metzer Dombauvereins. Später arbeitete der Kaiser allein und unternahm dann mit der Kaiserin und der Prinzessin eine längere Spazierfahrt durch die Orangerie, Rheinwall und Rupprechtsau nach dem Palais. Zum Abendessen war Staatssekretär v. Köller geladen. — Der Pariser „Matin" schreibt: Als der Kaiser bei seiner Ankunft durch die Stadt fuhr, hatten alle ihrer Erinnerung treuen Altelsässer der Ueberlieferung gemäß ihre Fensterläden geschlossen, keine Fahne angesteckt, ihre ganze Familie zu Hause behalten, den Köchinnen nur eine halbe Stunde Ausgang für den Einkauf gestattet!" — Bischof Benzler von Metz zeigte dem Kaiser schriftlich an, daß er das Interdikt über den Kirchhof in Fa- meck zurückgezogen habe. — Polizeidirektor Baumbach in Metz wurde zum Polizeipräsidenten ernannt. Ferner erhob der Kaiser Baumbach unter dem Namen Baumbach von Kainburg in den erblichen Adelstand. — Wie die „Börs. Ztg." erfährt, soll Prinz Adalbert, der sich bekanntlich nach Peking begeben hat, der Ueber- bringer eines Handschreibens des Kaisers an den Kaiser von China sein. Von Peking aus soll der Prinz ebenfalls mit besonderem Auftrage einen Besuch am japa- ni sch en Hofe absiatten. Ksrche und schule. — Die Höhere Handelsschule Calw, deren letzter Jahresbericht uns vorliegt, wird zurzeit auch aus unserer Gegend viel besucht. Die Anstatt umfaßt eine vollständige sechsklassige Realschule mit methodisch geordnetem Lcbrvlan. Sie ist zusammengesetzt aus 3 Realvorklassen, 2 Handelsklassen und dem Ein- lährigen-Kurs: die 5 ersten Klassen sind Jahreskurse, der Einjäbrigen-Kurs wird in der Regel in 6 Monaten absolviert, d. h. die Schüler machen nach sechsmonatlichem Besuch desselben das Examen. Der Lehrstoff dieser 6 Klassen deckt sich mit dem einer 6- bczw. 7Königen Realschule. Unabhängig von diesen bestehen Separat-Hcmdelskurse und der Ausländerkurs. Der ausführliche Prospekt kann auf der Redaktion des „Gieß. Anz." eingesehen werden. Ausland. Kopenhagen, 13. Mai. Ritzaus Bureau erfährt auK Helsingfors: Der russische Minister des Innern in seiner Eigenschaft als Kanzler der dortigen Universität relegierte 80 bis 90 Studenten auf ein halbes Jahr, weil sie un Jahre 1903 ihrer Gestellungspflicht für die Ausl- hebung zum Militärdienst nicht nachgekommen waren. Paris, 13. Mai. Aus Bernay wird gemeldet, der neu gewählte Gemeinderatsvorstand Dolivet erhielt anscheinend von seinen Gegnern ein Paket zugesandt,, das eine B ombe enthielt, diese explodierte glücklicherweise nicht, sodaß eine entsetzliche Katastrophe vermieden wurde. Eine strenge Untersuchung ist eingeleitet. — Heutss fand ein Ministerrat statt. Deleassä teilte mit, daß Rußland seine Zustimmung zu dem franco-eng* lischen Vertrage bett. Aegypten und Marokko gegeben habe. Rußland sei mithin die erste Macht, welche Frankreich in dieser Angelegenheit unterstütze. Es ist dies ein neuer Freundschaftsbeweis der russischen Regierung. Ter Ministerrat beauftragte Delcasse, der russischen Regierung den Dank Frankreichs zu übermitteln. — Aus Rom wird gemeldet: Botschafter Nisard überreichte Staatssekretär Merry de Val die Note, worin die französische Regierung den p ä p st l i ch e n P r o t e st gegen die Reise Lou- bets für nichtig und nicht erfolgt erklärt. Die @nt- gegennahme dieser Note habe zu keinerleiZwischenfällen Anlaß gegeben, die Angelegenheit sei damit wohl vorläufig erledigt. Sofia, 13. Mai. .In Regierungskreisen werden die auS Konstantinopel gemeldeten Dhnamitattentate als das Werk des fogennnnten türkischen patriotischen Komitees bezeichnet, um auf diese Weise den in Mazedonien lebenden Bulgaren Unannehm- lichkciten zu bereiten. Aus Stadt und Sand. Gießen, 14. Mai. LU. Von der Universität. Die Zahl der bis hertte neu eingeschriebenen Studierenden beträgt 264, darunter 24 Theologen, 49 Juristen, 42 Mediziner, 25 Veterinärmediziner, 124 Angehörige der philosophischen Fakultät. * • Im Universitätsgebäude fand man heute mittag den stvä. weä. P. H. als Leiche vor. Offenbar ist er einer inneren Erkrankung plötzlich erlegen. • • Zur Schutztruppe in Südwestafrika. S. M. der Kaiser hat die Einstellung des Assistenzarztes Dr. Schaaf vom hiesigen Infanterie-Regiment in die Schutztruppe für Südwestafrika befohlen. ” Der Jahres bericht des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege für daS Vereinsjahr 1903 liegt der Stadtauflage der heuttgen Nummer bei. • * Die Henkelsche Schwälmer Kapelle, die gestern abend im Neuen Saalbau ein Konzert in der schmucken Schwälmer Volkstracht gab, hat zwar viel Anklang gefunden, allein der Besuch war verhältnismäßig schwach. Die Kapelle verfügt über recht gute Kräfte, und das Programm gestern abend war auch recht gut gewählt. • • Führer durch Vogelsberg, Wetterau, Rhön. (Unter Mitwirkung des Vogelsberger Höhenklubs herausgegeben von Professor Dr. A. Roeschen in Gießen. Mit üb« 100 Illustrationen, 4 Plänen und 3 Karten. 4. gänzl. um- gearb. Auflage. Preis in Leinenband Mk. 2.—) Der in jeder Beziehung geschmackvoll ausgestattete, soeben in neuer Auflage erschienene Führer soll den Touristen und Reisenden den Vogelsberg, die Wetterau und die romantische Rhön mehr auffchließen nnd Propaganda für dieselben machen. Auf Grund jahrelanger Studien schildert der Verfaffer, der die beschriebene Gegend in landschaftlicher und geschichtlicher Beziehung genau kennt, in eingehender Weise diese Gegenden, in denen viel mehr Naturschönheiten und wettvolle Baudenkmäler vereinigt sind, als die meisten vermuten. Kurz und prägnant, dabei doch allgemeinverständlich, werden die einzelnen Touren beschrieben, alles irgendwie Jntereffante wird besonders hervorgehoben; wettvoll find die auf gründlichen Studien und jahrelangen Forschungen beruhenden geschichtlichen Mitteilungen und die ausgezeichneten Spezial- katten. Wir kommen im Einzelnen noch auf dieses hübsche Büchelchen zurück. 1. Friedberg, 14. Mai. (Eigener Drahtbericht.) DaS etwa 5 jährige Kind des Arbeiters Beier wurde von einem Radfahrer überfahren und so schwer verletzt, daß man an seinem Aufkommen zweifelt. sd. Darmsta dt, 14. Mai. (Drahtbericht.) Bei der heute begonnenen ersten Ziehung der Staatslotterie, die im neuerbauten Ziehungssaale an der Bismarckstraße stattfand, wurden folgende Gewinne gezogen: Ein Hauptgewinn von 25 000 Mk. auf 9lr. 46648 (nach Mainz), ferner 5000 Mk. auf Nr. 35982, 2000 Mk. auf Nr. 82538, 1000 Mk. auf Nr. 28651, 48983, 79267, 400 Mk. auf Nr. 20674, 40622 und 76025. (Ohne Gewähr.) Darmstadt, 13. Mai. Dem Geheimen Oberschulrat Greim wurden, schreibt die „D. Ztg.", zu seinem gestrigen 8 0. Geburtstage sehr zahlreiche briefliche und telegraphische Gratulationen, Blumenspenden und andere Beweise der Verehrung und Hochachtung zu teil. Unter den Gratulanten befanden sich Justizminister Dr. Dittmar, die Schulabteilung des Großh. Ministeriums des Innern, die Leitungen der Schullehrer-Seminare, der Landeslehrerverein, der eine künstlerisch ausgefühtte Adresse überreichte, und viele hiesige und London, 14. Mai. Die von den Tibetanern gefangenen Diener des Kapitäns Par sind einer Timesmeldung zufolge mit großer Grausamkeit^umgebracht worden. Sie wurden langsam in kleine Stücke zerschnitten. Tie Tibetaner gebrauchen jetzt (Gewehre von bestem europäisetzem Muster und ihre Geschosse erreichen mit Leichtigkeit das englische Lager. Sie bombardieren dasselbe außerdem mit 7 Geschützen. London, 14. Mai. Eine den ganzen Transvaal umfassende politische Organisation der Buren nach dem Vorbild des Kap-Afrikanderbundes soll demnächst gegründet werden. Alle Vorbereitungen dazu sind bereits getroffen. L e m b e r g , 14. Mai. Durch Blitzschlag wurde in Zhw- mierze ein Haus in Brand gesteckt, wobei der Besitzer sowie seine beiden erwachsenen Töchter in den Flammen ums Leben kamen. Söul, 14. Mai. Der Kaiser von Korea hat alle Zauberer und Beschwörer von Hofe verbannt, weil sie die alleinige Ursache alles Unglücks seien, das die Koreaner bisher betroffen. Der Kaiser hat diesen Schritt wahrscheinlich auf Betreiben seiner japanischen Berater getan. Telephonischer Kursbericht, Fr 3*/v% Reiohaanleihe . . 101.75 3"/- do. ... 89.56 3i/,o/u Konsole .... 101.70 3% do.....89.70 i*/eo/n Hessen .... 100.05 3Vt % Oberhessen . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . 100.90 4*$ % Gestern. Riiberrente 100 20 4% Unear. Goldrente . . 99.20 40/ Italien Rente . . . 102.60 4%% Portugieser . . . 59.50 °l Portugiesen.....58.25 1 % C. Türken .... —.— Türkenlose .....127.50 4% Grieoh. Monopol -Anl 46.00 41 . % äussere Arcrentiner 42 60 auktiirt a. O„ 14. Mai. 3°/n Mexikaner . . 26 50 A'ls'h- Chinesen . . . 85 30 Electric. Sch ackert . . . 104.21) Nordd Lloyd . . . . 103 36 Kreditaktien . ... 199 40 Diakonto-Kommandit. . 183 75 Darmstadter Bank . 136.10 Dresdener Bank .... 151.20 Ber iner Handelndes. . . 152 20 Oesterr. Staatsbahn . . . 136 60 Lombarden ..... 13.70 Gotthard bahn .... 191.— Lanrahütte...... 237.50 Bochum ....... 189.50 Harpener ... 195.00 Tendenz: schwach. auswärtige Freunde des Jubilars, der den Tag fern von Darmstadt in aller Stille verbrachte. Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Hungen ist der Wunsch laut geworden, daß hier ein Ziegenzuchtverein gegriindet werden möge. Vom landw. Verein der Provinz Oberhessen ist die Unterstützung dazu sicher. vermischte». * Berlin, 13. Mai. Auf der Militärbahn Marien- felde—Zossen wurde der Unteroffizier Höppner beim Rangieren eines Güterzuges überfahren und sofort getötet. • Dortmund, 13. Mai. Nach dem Genüsse von Heringssalat erkrankte eine Jngenieurfamilie. Die Frau ist nach kurzer Zeit qualvoll gestorben, der Mann schwebt in Lebensgefahr. * Ess en, 13. Mai. Nach Revision durch den Vorstand betragen die Unterschla gungcn des Direktors Hollmann in der Borbecker Kreditbank über 4 00 000 Mark. Die Fälschungen der Bücher reichen bis 1901 zurück. Hollmann ist wahrscheinlich schon im Auslande. Hamburg, 13. Mai. In Barmbeck ereignete sich in einem Wohnhause eine Benzinexplosion. Eine Frau, sowie deren Vater wurden schwer verletzt. Ein Kind von 14 Monaten wurde getötet. • Ein Eisenbahnun glück. Aus Newyork wird berichtet, daß der Federal Gjepreßzug, welcher 1 Million Dollars in Postwerten und eine halbe Million in Bar transportierte, auf einer Brücke entgleiste, als er mit einer Geschwindigkeitvon lOOKilometer fuhr. Mehrere Wagen stürzten in den Fluß, der Führer und der Heizer wurden schwer verletzt und starben beide. Die Wagen mit den Geldsummen werden durch Beamte überwacht. Die Ursache der Entgleisung ist noch nicht bekannt, jedoch glaubt man, daß sie herbeigeführt worden ist, um den Zug zu plündern. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Neue japanische Anleihe. Londoner Meldungen zufolge ist der dort aufgelegte Teilbetrag der neuen Anleihe von 5 Mill. Lstr. nicht weniger als 20 fach gezeichnet worden. Auch die für Newpork bestimmte zweite Hälfte der Anleihe ist mehr als gedeckt worden. Die japanische Regierung l'eß ctHören, daß der Erlös dieser Anleihe nicht für Kriegszwecke, sondern zur Stützung der Währung bestimmt ist. Für Kriegsbedürfnisse wird in Japan eine 5 proz., nach 5 Jahren rückzahlbare innere Anleihe von 5 Mill. Den zu 95 Prozent ausgegeben. Weiter wird aus Bokobama gemeldet, daß eine zweite Ausgabe von Schatzbonds für die Bedürfnisse der inneren Verwaltung wahrscheinlich bis Ende Mai in London erfolgen werde. Gießen, 14. Mai. Marktberi cht. Auf heutigem Wockenmarkt kostete»,: Butter pr. Pid. 1.00—1.15 Mk., Hühnereier 1 St. b—6 Vfg^ 2 Stck. 00—00 Psg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Psg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf.,‘ Käsematte 2 Stck. 5-6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Psg., Linsenpr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.Paar0,80-1,00Mk., Hühner pr.St. 1,30—1,40 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Mk., Enten pr. Stück 77j—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00—70 Pfg., Ochsenfleisch vr. Pfund 00—80 Psg., Kuh- »lud Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 60—72 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 62—74 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Psg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—7,00 Mk., Weißkraut per Stück 9—12 Psg., per Zentner 0.00—0.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 7,00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 00-00 Pfg. Marktzeit 7—1 Uhr. AröeiLerötwegunq. e. .Gießen, 13. Mai. In den Kreisen der Maurer herrscht Unzufriedenheit, und es wird davon gesprochen, nächstens die Arbeit niederzulegen, falls der Stundenlohn nicht erhöht würde. Gegenwärtig beträgt dieser 34—35 Psg.; die Maurer fordern 40 Pfg. pro Stunde. Ter letzte Maurerstreik fand Pfingsten 1900 statt. Gingesandt. (Für Form und Inhalt nnci um.r dreier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber 'keinclei Verantwortung. > Dem Einsender ..alkoholfreie Getränke in der Fest- Halle zum Nationalen Gesangwett st reit Gießen 1904" teilt der Wirtschaftsausschuß zur gefl Kenntnisnahme mit, daß es in der Festhalle außer den berühmten Bieren der hiesigen Brauereien, Weine in den verschiedenen Preislagen auch Kaffee nebst dem nötigen Zubehör und alkoholfreie Limonade gibt. Für Mitteilung der Rezepte zur Bereitung alkoholfreier Limonade besten Tank. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 15. Mai 1904 : Windig, meist trüb, bei milder Nacht tagsüber kühler, geringer Regen, besonders im Nordwesten. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Evangelische Gemeinde. Am 1. Psingstkeiertag wird in der Stadtkirche Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam gefeiert. Diejenigen, welche daran teilnehmen wollen, werden gebeten, sich vorher bei dem Pfarrer ihrer Gemeinde anzumelden. Venelle Moldlingen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 14. Mai. Die Meldung von der Ernennung des Oberst Deimling zum Chef des Stabes des Generals von Trotha beruht nicht auf Richtigkeit. Wie von vertrauenswürdiger Seite verlautet, wird Oberst Dürr, der als einer der kenntnisreichsten und energischsten Generalstabs- Offiziere gilt, zum Chef eines südwestafrikanischen Regiments ernannt werden. Zum Chef des Stabes des Generals v. Trotha soll dem Vernehmen nach der Obersileutnant im großen Generalstabe, Chales de Beaulieu designiert sein. Berlin, 14. Mai. Zu den Frankfurter Theater- Projekten Otto Neumann-Hofers wird mitgeteilt, daß der jetzige Direktor des Lessingtheaters die Errichtung einer neuen und die Ueberuahme einer bereits bestehenden Bühne in Frankfurt plant. Er will außer dem Lessing-Theater, das neu er baut wird, auch das Orpheum-Theater übernehmen. Tie Verhandlungen werden voraussichtlich schon in den nächsten Tagen zum Abschluß kommen. Straßburg, 14. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin traten mit der Prinzesiin Viktoria Luise und dem Gefolge heute vormittag unter dem Geläute der Glocken die Fahrt nach Metz an. Zur Verabschiedung waren auf dein Bahnhof erschienen der Fürst und die Fürstin zu Leiningen, der kommandierende General Hensel v. Gilgen- heimb und der Polizeipräsident Dalle. Der kaiserl. Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg war gestern nach Metz vorausgefahren. Stuttgart, 14. Mai. Dem „Schwab. Merkur" zufolge ist die Gattin des Philosophen Eduard Zeller infolge Schlaganfalles gestorben. Restaurant Felsenkeller, Weilburg a. Lahn, in der Nähe des Bahnhofs. Schönster Ausflugsort für Gesellschaften und Vereine. Schöner, schattiger Garten, gedeckte Halle, Saal mit Klavier. Zu gefl. 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Die trauernden Hinterbliebenen: 4345 Christian Steinberger, Justizrat. Carl Steinberger, Amtsrichter. Emma Steinberger, geb. Buchner. Laura Steinberger, geb. Scriba. Die Beerdigung findet statt in Giessen Sonntag den 15. Mai, nachmittags 31 /2 Uhr, von der Leichenhalle des alten Friedhofs aus. Statt besonderer Anzeige. Todes-Anzeige. Heute morgen ist unsere liebe Jlse im Alter von 10 Monaten infolge einer Lungenentzündung sanft entschlafen. Professor P. Kretschmar und Fran Charlotte geb. Lüdicke. Giessen (Blockstrasse 11), den 13. Mai 1904. 4344 Schleenbecker. 4369 Bekanntmachung. Der Credit-Berein Heuchelheim hält nächsten Mitt^ woch, den 18. d. M., abends 9 Uhr bei Wirt Ludwig Bottmann Hl. dahier eine Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Rechnungsablage. 2. Beschlußfassung über Verwendung des Überschusses. Heuchelheim, den 14. Mai 1904. Für den Aufsichtsrath: Grasmähmaschinen „Adriance“ Siderosthen ■ Lubrose in allen Farbennüancen, bester Anstrich für Eisen, Zement, Beton, Mauerwerk gegen Anrostungen und chemische Einwirkungen, Isolationsmittel gegen Feuchtigkeit, Fa^adenaustrich,Fabrikantin Aktiengesellschaft Jeserich, Hamburg. ö94° General-Depot: Hugo Reimer, Frankfurt a. M. Submission. Die in der Gemeinde Grosten- Buseck vorkommenden Arbeiten; und Lieferungen sollen in öffentlicher Submission vergeben werden und sind Angebote bis zum 21. Mai mittags 1 Uhr auf Großherz. Bürgermeisterei Großen- Buseck einzureichen, woselbst Voranschlag und Bedingungen eingesehen werden können. Pflasterarbeiten veranschlagt zu 3959,13 Mk. Maurerarbeiten veranschlagt zu 99,95 Mk. Liefern von Zementröhren veranschlagt zu 40,— Mk. Liefern von Einfallröste veranschlagt zu 75,— Mk. Gießen, den 14. Mai 1904. Senßfelder, 4379 Kreisstraßenmeister. Fleischverdingung. Am 1. Juni 1904, vormittags 10 Uhr, wird im diesseitigen Ge- chäslszinuner, Kaserne I, der Bedarf an Fleisch- und Wurstwaren für die Garnison Gießen auf die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1904 verdungen. DieLieierungsbedingungen liegen im Geschäftszimmer aus; die- etben können auch gegen Zahlung der Selbstkosten bezogen werden. Schriftliche und versiegelte Airgebote sind im Geschäftszimmer vor Beginn des Termins mit der Aufschrift: „Angebot auf Lieferung von Fleisch- und Wurstwaren" versehen abzugeben. 4346 Garnifouverwaltung. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstratze 2 (SBÜrgermetfleretgebfiube) Zimmer Rr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Ausgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeiter« jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Wecktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bi8 6 Uhr geöffnet. Es könne« eingestellt werden: 4376 1 landwirtschaftl. Knecht, 1 jüngerer Wagner, 2 Bauschreiner, 1 Köchin, 10 Dienstmädchen gegen hohen Lohn hier und auswärts, 3 Lausfrauen, mehrere Arbeiter gegen guten Lohn nach auswärts. Lehrlinge: 1 Installateur, 2 Schreiner, 1 Lackierer, 1 Bäcker, 2 Friseure, 1 Schneider, 2 Kaufleute, 2 Kellner. Es suchen Arbeit: 1 Steinhauer, 1 Installateur, 1 Bauschlosser, 1 Bureaudiener, 3 Bureaugehilsen. v mit elastischer Zugfedervorrichtung (Schonung von Zugvieh und Maschine), - -■ Wä Rollen- und Kugellager für ein und ' ‘ zwei Zugtiere (auch 2 Kühe) sind WMPnnerreicht^J ' - 1 in sauberer, guter Arbeitsleistung, , rr/'VS Leichtzügigkeit und solider Bauart. öGetreidemähmaschinen und Selbstbinder, 'i'Wy Schleifapparate, Deichselsttttzen, Pferde- und Handrechen, ' Süa.itV -E" Heuwender in verschiedener Konstruktion; sowie alle anderen Erntegeräte empfiehlt billigst WZ. Stosenthal, Ijiebigstrasse 13. Fernsprecher 218. Liebigstrasse 13. Reparaturen an Maschinen jeder Art werden in meiner Werkstätte fach- [4382 gemäss und billigst ausgeführt. Stiidtischer WohllMgs«lilliiveis Giktze«. Garteuftraße 2, Zimmer Nr. 14. (Geschäftsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Es sind zu vermieten: 30 Wohnungen von 2—7 Zimmern, 1 Zimmer zur Lagerung von Möbeln oder Bibliotheksgegenständen, 2 möblierte Zimmer. Zu mieten gesucht: 40 Wohnungen von 2—11 Zimmern. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und -war für eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwert bis 300 Alk. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Alk. einschließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1 00 Mk.; außerdem ist für jede Wohnungsanmeldung 1,00 Alk. zu hinterlegen. Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung un- mtgsMich.4375 Bekanntmachung. Die Heberolle über die Beiträge zur laud- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für daö Jahr 1903 liegt von heute an wahrend 14 Dagen auf der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Innerhalb einer weiteren Frist von zwei Wochen, nach Ablauf der Offenlegungsfrist, kann der in der Heberolle als beitragspflichtig in Anspruch Genommene gegen die Beilragsberechnung bei dem Vorstande der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschast Einspruch erheben (s. § 15 der Verordnung vom 31. Mai 1902). Gießen, den 10. Mai 1904. 4363 GrvlZherzvgiiim Bürgermeisterei Gießen. Mecum. WiesenmMlhtW. Die Grasernte 'folg. Wiesen der Hch. Aubel III. Erben in Wieseck ist für ein oder mehrere Jahre zu verpachten: Wiese in der Hohl 3463 qm „ aufderStockwies2200 „ „ am Langenzaun 894 „ Näheres zu erfragen Gießen, Bleichstr. 27, 2. St. 4357 Versteigerung. Montag, den 10. ds. Mts., nachmittags 31/, Uhr, sollen dahier, Marktplatz 20, int Adler: 1. 17 Bände Mayers Konoer- sations Lexikon, 2. Haus- und Küchengeräte aller Art, 4368 3. drei schwere Wagen, 4. eine Ladeneinrichtung, 5. eine goldene Damenuhr, 6. zwei Pferde u. v. A. gegen bar versteigert werden. Die Versteigerung findet teilweise bestimmt statt. Gießen, den 14. Mai 1904. Seipel, Gerichtsvollzieher. N-lßNMH. Dienstag den 17. Mat l. Is., nachmittags 2 Uhr, ollen im städl.Pfandlokal Selters- veg 11 dahier eine Anzahl Kleider- chränke, Koinnioden, Verttkows, Sofas, Uhren, sowie 1 Schreibpult, 1 Spiegel, 1 Tisch, 1 Hobelbank, 1 Koffer, 1 Partie Bücher, 1 Partie Holz, mehrere kompl. Betten, 3 Nähmaschinen, lPianmo, 1 Leiter, 1 Rolle mit Seil, */, Faß Harz, 1 Posten Pfeifen, 1 Posten Waschpulver, eine Kuh, ein Schwei,i, ein Wagen und mehrere Pferde versteigert werden. 4159] Gemmecker, Pfandmeister. WsklMttMchtllNg. Donnerstag, den 19. Mai 1. I., vorm. 10V2 Uhr soll die Grasnutzung an der Lahn in den Gemarkungen Gießen und Heuchelheim für das laufende Jahr an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden. Zusammenkunft am rechten Lahnufer unterhalb der Wieseck- mündung. Mainz, den 13. Mai 1904. Großh. Wasserbauamt Mainz. Schmitt. 4360 SM. Modewarenhaus A. Bahnhofstraße *$U ( s 3® 2,f» ?it YZ t?B(ä c * j* ® Ä 15: n” 2 ' *! n N5 *«£} :?2 2 S.n 5 ö« E2 Ar. 1,9114 m äff—- Mer P°r>°« ^'^gingwie f06e Haus, als P :s«;b Ü'Sfe r-Ä MW "UT aieninflivorlag n £ ju b-sch-^'!, Sltatiueiw ’S» 8* (’* Etat d-s $=‘d lontbe, ließ k”3 eines nst°ltuW°n. Kinder Wen unterWeitunfl Erwachl-n-r freien Eintritt Söhne über 17 Jahre haben besondere Karte zu lösen. — Einzel-Dauerkarte für alle Veranstaltungen All. 2.—, tm Vorverkauf Aik. 1.80. — Tageskarte Dif. 1.—. UnmQltgec (Lintril? am 21. Mai 26 Psg., am 22., 23. und 24. Mai 50 Pfg. — Saal-Karte zum Klassen- und zum Ehrenprels-Smgen je Mk. 1.—. Hierzu haben Kinder keinen Zutritt. r», ^7 Frankfurterstrabe: Adolf Lenhard, Kolonialwarenhandlung; H. Heltler, Konditorei. — Seltersweg: in den Zigarrenhandlungen H. Aubel, Wilh. Semnüer.--MäuSburg: Ernst nfltllmfliir Balser/ Buchhandlung. - Marktplatz: Chr. Wallenfels, Kolonialwarenhandlung. - Kirchenplatz: PH. Weiler, Zigarrenhandlung. - Lindeuplatz: Daniel Heil Nachf. - Walltor. /OvlVvllUUS ♦ q. Althoff. — Neustadt: PH. Mootz, Zigarrenhandlung, Ehr. Bieker, Kolonialwarenhandlung. — oahnhofstratze: C. G. Klemhe^ni, Delikatessenhandlung, Gebr. Berdux, kolomal- ivarenbandluna. — Neuenweg: Ernst Challier, Arusikalienhandlung. — Schulstraße: Gustav Sonntag, Zigarrenhandlung. — Ludwigsplatz: I. Seibel, Kolomalwarenhandlung. Ludwtgstratze. f ’ Fr. Kühnhold, Wirt und Kolonialwarenhandlung. \ ________________________________________________2_ T S der Sänger an der «ahn. Volksbelustigungen, Tnnz. Turnerische Ausführungen in d Großes Brillant-Feuerwerk auf dem Festplatze. 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