Erstes Blatt. Donnerstag 13. Oktober 1904 154. Jahrgang Giehener Anzeiger ** Genera!-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ve,ag»pretO, monatttch7b Pf^ viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Mk.2.— viertel* jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» iür dre TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pk^ ärt8 20 Pjg. Verantwortlich füt den polrt. und allgem. Teil P. W,ttko: für .Stadt und Land^ und »Gerichtsjaal^: August Goetz, für den An* zeigen teil: Han« Beck. Nr. 241 Vrlchetnt lügltch anher DonnlagS. Dem siebener Anzeige, werden im Wechjel mit dem Kesfifchen Landwirt die Gießener Familien, dlütter viermal in der Woche beigelegt. Ko tat tonS druck u. Verjag der Brühl 'scheu Un werf.-Buch-u. Dtein* druckertt, St. Lang». Redaktion. fcrpebtlia* und Druckerei: Schtrlstrab- 1« tlbrcfl* Hit Depefchem Anzeiger Gtchew. FnnsprkcbanichlußNr.dl. Iie bcutige Kummer umfaßt 8 Seiten nahm der Kaiser gestern stehenden sei 9. Okt. l e b h c der Einweihung des Kaiser Unterricht an den hiesigen Friedrich-Museums der Schulen aus. — In Hubertus stock den Vortrag deS Chefs des Oyama besagt: Die unserem rechten Flügel gegenüber- stehenden feindlichen Streitkräfte zeigen seit dem 9. Okt. lebhafte Tätigkeit. Eine feindliche Abteilung, die ans einer Jnsanteriebrig'ide und 2000 Mann Kavallerie mit 2 Geschützen bestand, überschritt am 9. Okt. den T a i t s ch o an einem 40 Meilen östlich von Liaujang gele- — Der Oberhofmeister der Kaiserin, Frhr. v. Mirbach, der seit einiger Zeit in Homburg v, d. H. weilte, ist, wie von dort gemeldet wird, gestern nach erfolgreicher Kur wieder abgereist. Wie die.T.R." hört, fühlt sich Frei* Militärkabinetts, Grafen von Hülsen-Häseler entgegen. Heute hörte er die Vorträge des Chefs des ZivilkabinetS von LucanuS und des Chefs deS Marinekabinetts, Freihr. v. Senden-Bibran. 'deutsches Reich. Berlin, 12. Okt. Auf Anordnung deS Kaisers fallt am 16.Oktober anläßlich der Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denkmals und Muster-Wohnhäuser, das von hübschen Gattenanlagen umgebene Eckhaus, in Privatbesitz übergeaangen. Käufer ist Graf von Büdingen, Oberleutnant im hiesigen Leibgarde-Jnfanterie- Regiment Nr. 11.5 Ter Kaufpreis beträgt für das fix und fertige Gebäude in kl. der Gattenanlagen 46 000 Mk. Ter verhältnismäßig billige Preis kommt daher, daß Se. Königs. Hoheit das wertvolle, bisher in seinem Besitz gewesene Gelände für 26 Mk. pro Quadratmeter abgegeben hat; die Kosten für den Grunderiverb betragen daher bei dem nahezu 600 Quadratmeter umfassenden Raum zirka 14 600 Mk., für die Bauausführung 31500 Mk. Tas zweite der drei Musterhäuser, das Blaue Haus, ist bekanntlich schon früher von Frau Kommerzienrat Knöckel erworben worden, daS dritte, sogen. Ohxiue Haus, wurde dem Hofprediger als Dienstwohnung überwiesen. — Gottlieb Biermann. Heute, am 13. Oktober, begeht der in Berlin lebende Historien- und Porträtmaler Gottlieb Biermann seinen 80. Geburtstag. Er ist am 13. Oktober 1824 in Berlin geboren, bekam 1850 den StaatSpreis für Historienmalerei, ging dann auf ein Jahr nach Paris und von da nach Jtälien. 1853 nach Berlin zurückgekehrt, malte er einige bedeutende GesÄichts- und Genrebilder, unter denen Gustav Adolfs Tod und eine Episode auS der Schlacht bei Kunersdorf besonders hervorragen. Tann ßvandte er sich aber mit Vorliebe dem Porträt zu. Er malte unter anderen verschiedene Kaiserbilder und Porträts von Wilhelm JorÄan, Delbrück, Wrangel, Schleinitz, Graf Nedern und anderen. Auch viele Tamenporträts entstammen seiner Künstlerhand. Von idealen Einzelfiguren schuf er 1877 die ,.Zigeunerkönigin" und 1880 „Esther". 1872 bekam er die goldene Medaille und wupde bald darauf zum Professor ernannt. Tie Nationalgalerie in Berlin hat von ihm die Porträts der Professoren Lepsins und Weber angekauft. Er schafft noch heute in voller Rüstigkeit in seinem Atelier. Von seinen Söhnen ist der älteste ordentlicher Professor der Rechte an der Universität zu Gießen. — Adalbert v. Hanstein f. In Hannover ist, wie wir schon gestern meldeten, am 11. Oktober der Dichter und Literarhistoriker, Privatdozent für Literaturgeschichte und Aesthctik an der Technischen Hochschule, Professor Tr. Phil. Lldalbert v. Haustein gestorben. Der Verstorbene Ivar der erste Vertreter der deutschen Literaturgeschichte an einer Technischen Hochschule Preußens, welchem der Professor-Titel zuerkannt wurde. (Geboren 1861 zu Berlin, erhielt v. Hanstein seine erste Ausbildung in Bonn, tvo sein Vater als o. Professor der Botanik an der Universität Bonn wirkte. Tann studierte er in Berlin und Bonn Philosophie und Naturwissenschaften^ 1886 promovierte er in Bonn mit einer botanischen Arbeit. Schon wahrend seiner letzten Studiensemcster aber hatte er sich zum Studium der Geistesgeschichte hingezogen gefühlt. Seine erfte Arbeit auf diesem Gebiete war die Biographie über den Dichter Albert Lindner. Gleichzeitig trat v. Hanstehr mit seinen ersten Dichtungen vor Me Oeffentlichkeit: „Menschenlieber" und „von Kains Geschlecht"'. 1892 brachte er sein geschichtliches Drama „Tie Königsbrüder" im Berliner Theater erfolgreich zur Mfführung. 1890—1895 war er Theaterkritiker und später auch Feuilletonredaktertr des „Berliner Fremdenblatts". 1896—97 war er Dramaturg am Theater bes1 Westens. Seit 1894 gehörte er als Dozent der Berliner Humboldt-Akademie an. 1900 habilitierte er sich an der Hannoverschen Technischen Hochschule für Literaturgeschichte und Aesthettk. 1893 erschien die Verstzovelle „Ter Liebesrichter", 1895 der satvrische Zeitroman „Tie Aktien des Glücks"', 1896 daS geschichtliche Trama „Gotzkowsky", 1899 das epische Gedicht ^Achmed der Heiland", 1898 der fryiale .Künstlerrvman „Stoei Welten". Tie an der Humboldt-Akademie über Ibsen gehaltenen Vorträge gab er unter dem Namen. „Ibsen als Idealist' heraus. Von seinem Werke „Tie Frauen in der deutschen Geistesgeschichte deS 18. und 19. Jahrhunderts" erschienen zwei Bände. Tie weiteste Verbreitung hat seine neuzeitliche Literattirgeschichte gefunden: „Tas' längste Deutschland". Aus den neuesten Ver- öfientlichungen v. Hausteins ist herworzuheben seine ^Handlung: „Wie entstand Schillers Geistesforscher?" ^te Löwe. Von der Dresdener Behörde wurde Blumenthals „Der tote Löwe" zur Aufführung für die Dresdener Theater fr ei gegeben. — Ter „Frkf. Ztg." wirb aus Hamburg gedrahtet: Weder die unüberbietbare Plattheit der Auffassung, mit welcher sich der Autor an einen großen geschichtlichen Konflikt herangelvaat hat, noch die Langweiligkeit der Handlung und die Trivialität der Verse vermochten das Hamburger Publikum am Mittwoch abend bei der Uraufführung von Oskar Blumenthals vieraktigem Drama „Ter tote Löwe" int Deutschen Schauspiellnms davon abzuhalten, dem in Berlin verbotenen Sensatioirsstuck einen glänzenden Erfolg zu bereiten. Der Autor wurde viele Male vor die Szene gerufen und mir nach dem letzten 9fFt machte sich das Zischen des kritisch itrteflenbt'n Heineren Teils der Besucher etwas stärker bemerkbar. Herr Nhll in der Rolle deS gestürzten Herzogs von Oliveto, .Herr Wagner als bet junge König Marco, .Herr Biensfeld als Graf Gonzaga und Fräulein Elsinger als Tochter des Kanzlers Oliveto taten ihr möglichstes für die Belebung der Blumentlmlsebert P a p i e r f i g u r e n. —' Der Geh. Komnrerzienrat Theodor B ö n i n g e r in DuiS - burg har der Stadt 200 000 M k. zur Errichtung eines Feuilleton. T®. Darmstadt., IT. Okt. Tie Darmstädter Kunstausstellung ist gestern abend in ckller stille geschlossen worden, nachdem noch am Tage zuvor ein so starker Ausstellungsbesuch sich eingefunden hatte, wie kaum an einem Sonntag zuvor. Es wurden allein an den Tageskasien rund 900 Eintrittskarten verkauft und ferner 750 Vereinskarten zu ermäßigtem Preise. Da man auch die Anwesenheit von zirka 500 Abnonenten annehmen kann, so haben am letzten Sonntag über 2000 Person en die drei Ausstellungshäuser besichtigt. Es darf überhaupt mit Genugtuung konstatiert werden, daß der Besuch namentlich in den letzten Wochen wider alles Erwarten zahlreich gewesen ist, und daß besonders die OrtSgewerbevereine aus allen Teilen des Landes in meist sehr stattlicher Anzahl zur Besichtigung herbeikamen. Tie Ausstellung wird daher neben dem eminenten künstlerischen Erfolg und dem tiefgreifenden Einfluß aus das hessische Kunfthandwerk im allgemeinen auch noch im krassen Gegensatz zu der vom Jahre 1901 als' erfreuliches Ergebnis einen nicht unbedeutenden Ueberschuß zu verzeichnen haben, der natürlich wieder den künstlerischen Zwecken der Kolonie zu- geführt wird. Auch sonst hört man von vielen der gewerblichen Aussteller Worte lebhafter Befriedigung. Sowohl bei den Firmen der Möbelbranche, wie der Textilindustrie, der Bijouterie- und Buch- und Steindruckbranche sind auf Grund ihrer Leistungen auf der Ausstellung schon teilweise sehr bedeutende Aufträge eingegangen. Grund zur Klage hat dagegen der Pächter des Aus- stellungsreftanrants, der trotz seiner eifrigen Bemühungen und anerkannt gutm Leistungen mit einem erheblichen Testzit zu rechnen hat. Es werdm sich indessen auch hier Mittel und Wege finden, den Mann für seine Verluste in anderer Weise schadlos zu halten. Der Arbeitsausschuß und die Mitglieder der Darmstädter Kün'ilerkolonie haben zum Scbluß der Ausstellung allen daran beteiligt gewesenen Gewerbetteibeuden ein künstlerisch ausgestattetes Diplom zugehen lassen, in welchem ihre Beteiligung an der Ausstellung dokumentiert und ihnen dafür der Tank der Künstterkolonie ausgesprochen wird; auch soll den Aussilllern auf Anordnung Sr. König!. Hoheit des GroßherzogS demnächst noch eine besondere Anerkennung, wahrscheinlich in Form einer A u S st e! lu n as - G e de n km ü n z e, zuteil werden. Tas T'iploni ist von dem Mitglied der Künstlerkolonie Paul Haustein eutwnrft.i und bo;t der auch bei der Ausstellung mit hervor- ragen u Leistungen vertreten gewesenen Hofbuch- und etein^ brn *'’ri H. H ohmann in fein künstlerischer Werse angeserttgt 1 Lum Schluß der Kunstausstellung ist auch das dritte der d r e i genen Punkte und schnitt unsere Verbindung zwischen Pen- sihu und Hschojon ab; die Verbindung wurde jedoch später wiederhergestellt. Unsere Abteilung in Pensihu behauptet nach zwölf stündigem Kampfe gegen die überlegenen Streitkräfte deS Feindes alle ihre Stellungen. Mehrere feindliche Brigaden beobachteten das rechte Ufer desTaitscho. Die feindlichen Truppen, die am 9. Okt. unserer Mittelstellung gegenüberstanden, bestehen aus einer Division, die nahe der Bahn auf dem halben Wege zwischen Liaujang und Mukden Stellung nahm. Einige Abteilungen derselben begannen am Nachmittag eine Bewegung nach Süden. Der unserem linken Flügel gegenüberstehende Feind zeigt geringere Tätigkeit. Die Kämpfe sind an der ganzen Front im Gange. Tokio, 12. Okt. (Reuter.) Nach den bis gestern vormittag eingegangenen amtlichen genaueren Berichten hatte sich der rechte Flügel der Japaner bis dahin aus den Stellungen in der Nähe von Pensihu am Taitscho nach einem hartnäckigen Kampfe, der bei Schluß des Berichtes noch sortdauerte, gut behauptet. General Oku,, der auf der linken Flanke steht, berichtet, daß sein rechter Flügel mit dem linken Flügel von Nodzu die Russen bei Wuli- taitsu, 4 Meilen nördlich von den Kohlengruben von Jentai, anariss, sie indessen bis zum Anbruch der Nacht auf Montag nicht aus ihrer Stellung zu verdrängen vermochte. Die mittlere Abteilung der Truppen des Generals Oku vertrieb die Russen auS der am Sonntag von ihnen besetzten Stellung in Tatungschau. General Okus linker Flügel ariff den Feind in der Stellung zu Hsiliauschatun an und rückte dann weiter nach Hotschiatun vor. Tokio, 12. Okt., 8 Uhr abends. Die Schlacht bei Jentai dauerte gestern den ganzen Tag ununterbrochen bis tief in die Nacht und ging heute weiter. Bis jetzt ist das Ergebnis unentschieden. Die Russen haben gegenüber dem rechten japanischen Flügel nach Taitseho bin starke Streitkräfte, doch wird angenommen, daß die Japaner, die von den Russen geplante Upr- gehungsbewegung aufhielten. Petersburg, 12. Okt. Gegen das japanische Zenttum sinden seit Samstag eine Reihe von Kämpfen statt. Tie russische Avantgarde drang am Sonntag mit starker Artillerie und großer Reserve bi- auf vier Kilometer von Jentai vor. Tie Schlacht dauerte einen ganzen Tag und eine ganze Nacht. Am nächsten Tag gingen die Japaner zum Gegenangriff über. Nachdem sie ihre Stellungen zu behaupten vermocht batten, zwangen sie die Russen zur Nacht über den Schilihofluß zurück- zugehen. Am Dienstag überschritten die Russen abermals den Schiliho und gingen zum Angriff über. Eine heiße, blutige Schlacht tobt vier Kilometer von Jentai, auf beiden Seiten wird mit großer Erbitterung gekämpft. Tie starken Reserven der Russen waren bis zum Nachmittag noch unberührt. Weiteres aus der Mandschurei. London, 12. Okt. Nach einer Depesche aus Petersburg sandte der Zar an Kuropakkin ein ermutigendes Telegramm, worin er die Wichtigkeit der Besiegung des FeindeS hervorhebt und mit dem Befehl schließt, bis auf den letzten Mann zu kämpfen. Tie Zarin sandte ebenfalls ein tellnehmendes und ermutigendes Telegramm. London, 12. Okt. Nach einer Tepesche aus Petersburg ist der SanitätSzug des Obersten Spiridonow in Schahopu, 30 Km. südlich von Mulden, zur Aufnahme der bei Jentai Verwundeten bereitgestellt. Ter Oberst selbst benmglücfte bei einem Bahnunfall und wurde verwundet nach Chardin gebracht. Petersburg, 12. Okt. Nach einer amtlichen Meldung wurde der Stab der zweiten Mandschureiarmee nunmehr formiert. Generalleutnant Ru ßki nmrde zum Stabschef, Generalmajor Schwank zum Generalauartiermeister und GenerÄ- leutnant K a ch a n o w zum Artillerieinspekteur ernannt. Der Kommandeur des 19. Armeekorps, T o p o r i n, wurde an Stelle Naßgonows zum Kommandanten des 16. Armeekorps ernannt. Paris, 12. Okt. Dieijen" Um gekommenen 19 7. Die neue japanische Anleihe. Tokio, 12. Okt. Heute wurde der Beschluß der Regierung, eine neue innere Anleihe in der Höhe von achtzig M illionen V e n anszugeben, amtlich bekannt gemacht. Voütische Tagesschau. Bier- und Dranntwelnstener. Don kundigerSeite wird uns heute unter Bezug auf unfern gestrigen Artikel geschrieben: Die Verbrauchsabgaben sind unbeliebt, mag eS sich nun um die Erhöhung bestehender oder die Einführung neuer handeln. Das wird sich wieder bei der von Ihnen gestern erwähnten zu erwartenden Vrausteuervorlage zeigen. Da aber die Reichsregierung der Einführung direkter Reichssteuern, wie sie von den Parteien der Linken gefordert werden, grundsätzlich widerstrebt, bleibt nur die Ausgestaltung der indirekten Besteuerung übrig. Soweit die Verbrauchsabgabe aus geistige Gettänke in Frage kommt, muß die Berliner Negierung ohnehin mit Minderertragen rechnen. Es ist das eine Folge der auf Bekämpfung des Alkoholgenusses gerichteten Bestrebungen, denen jeder Volksfreund besonders da Erfolg wünschen wird, wo sie auf Einschränkung des Branntweinkonsumes abzielen. Dieser Konsum geht erfreulicherweise zurück, gleichzeitig aber auch die Einn ahme des Reiches aus derVerbrauchsabgabe auf Branntwein. Hierfür muß Ersatz geschafft werden, und Sie irren sich wohl, wenn Sie meinen, die Mehrheit des Reichstags dürste für eine .Höherbesteuerung des Bieres nicht zu haben sein. Wie die Dinge nun einmal liegen, wird sie vielmehr wahrfcheinlich der Negierung folaen in der Erschließung neuer Einnahnren, trotz der Nnpopularität einer Bierverteuerung, die kaum auSbleiben wird. Fcr Krieg zwiscken Hapan und Außland. Eine Schlacht bei Jentai. L o n d o n, 12. Okt. Dem Reuterschen Bureau wird ohne Datum von einem Korrespondenten bei der Armee deS Generals Oku über Fusan vom 10. Oktober gemeldet: Der Vormarsch aus Mukden hat heute morgen begonnen. Als Marschall Oyama erfuhr, daß die Russen ihren linken Flügel, der fünf Meilen nördlich von Jentai stand, verstärkten, gab er Vormarschbefehl auf der ganzenjapanischenLinie. Die Infanterie des Generals Oku eröffnete den Marsch und rückte zwei bis drei Meilen nordwärts vor, die Artillerie folgte. Die Russen, welche diefe Bewegung beobachteten, eröffneten mit ihrer Artillerie oaS F-euer, das von den Japanern erwidert wurde. Das Feuer dauerte den ganzen Tag ohne eigentliches Ergebnis. Die Infanterie wird abends ihren Vormarsch fort- setzen. London, 12. Okt. (Reuter.) Aus dem Hauptquartier General Kurokis wird von gestern berichtet: DerÄngrifs der Russen vom 9. d. Mts. auf den japanischen rechten Flügel erfolgte durch 3 bis 4 Bataillone, 1500 Mann Kavallerie und acht Geschütze. Weitere imssische Verstärkungen rückten östlich und nördlich von Penbsihu heran uttb verschanzten sich 8 Kilometer vor den japanischen Stellungen. Tokio, 12. Okt. Ein Bericht des Marschalls l>err v. Mrbach so gestärkt, daß er schon in nächster Zeit sein Amt wieder anzutreten gedenkt. __ Ahlwardt bat wieder einmal etwas von sich hören taffen. Am Montag hat er in Berlin gesprochen über ,25 Jahr? meines politischen LebenS*. Das Entree betrug 25 Pfg. — Zwischen dem Magistrat und den maßgebenden Re- gierungSkreisen haben vertrauliche Besprechungen stattgefunden, um die Sch ul-Affäre in einer für beide Teile befriedigenden Weise beizulegen. BreStau, 12. Ott. Die „BreSl. Ztg." meldet: Alle Vertreter deS Schlesisch-Posener Vieh Händler verbandet und deßFleischergewerbes in der amtlichen Notierungskommission des Breslauer Schlachthofes beschlossen, wegen einer schwer beleidigenden und die wahren Tatsachen ent-' stellenden Kritik der schlesischen LandwirtschaftSkarnmer an ihrer Tätigkeit ihre Aemter niederzulegen. Leipzig, 12. Okt. Dem ,Leipz. Tagebl.* zufolge isl 6er bekannte ZentrumSabg. ReichSgericht § ratDr. Spa hn als Nachfolger deS am 1. April 1905 in den Ruhestand tretenden Kölner Oberlandesgerichtspräsidenten Hamm in Aussicht genommen. Ausland. Budapest, 12. Okt. Abgeordnetenhaus. Auf die Anfrage des Grafen BlasiuS Betdlen (liberal) über die Futter- not erklärte der Ackerbauminister, dtvö im August erlassene Futterauöfubrverbot müsse nicht nur aus wirtschaftlichen, fonbcnt Mich aus strategischen und hygienischen Gründen bis zum nächsten Frühling aufrecht erhalten werden. Von einem allgemeinen Notstände trime keine Rede sein. Nur in einzelnen Gegenden herrsche Mangel, zu dessen Mhilfe die Regierung geeignete Maßnahmen beschlossen habe. Er sei vom Ministerratc zum Ankauf von Futterstoffen, Mais, Kartoffeln usw. ermächtigt. An den Hauptorten des Notstandes würden Lebens- mittelmagazine errichtet werden, wo Lebensmittel, Leu. Stroh und Futterstoffe zu normalen Marktpreisen an die Bevölkerung verkauft werden sollten. Saloniki, 12. Ott. Kvmitadschis übersielen am Sonntag ein Torf bei Monastir, ermordeten den Priester der Kirche während der Messe, sowie zwei Kirchenväter und verbrannten das Daus des Priesters samt dessen Frau. Washington, 12. Ott. Nach dem Programm für die Enthüllung der von Kaiser Wilhelm gestifteten Statue Friedrich des Großen wird die Feier am 19. November durch ein Gebet des ^krmeekaplans eröffnet werden. Es werden die Mitglieder des Kabinetts und des diplomatischen Korps, der Oberbundesrichtcr, der kommandierende ^ldmiral, der Chef des Generalstabes, sowie Offiziere des Leeres und der Flotte, welche deutscher Abstammung sind, der Feier beiwohnen. Tie Gemahlin des deutschen Botschafters, Freifrau Speck von Sternburg vollzieht die Enthüllung. Ter Botschafter übergibt das Standbild mit einer kurzen Dnlvrache der Obhut des Präsidenten Roosevelt. Ter Präsident erwidert in längerer Festrede. Nach ihm spricht noch der Kriegsminister Taft im Namen des Leeres. Unter den Klängen der amerikanischen und der deutschen Nationalhymne wird die Feier ihren Abschluß finden. — Tie Statue ist in Baltimore ein getroffen. 3>er Lippesche Ivgentschaftsstrcit. Der Grafregent zur Lippe hat einem Jntervierwer auf die Frage, rote er das kaiserliche Telegramm empfunden habe, als Antroort eine kleine Geschichte erzählt. Als derzeit das erste Kaisertelegramm den Grafregenten Ernst ereilte, habe ein dem Grasen Ernst Nahestehender ihm ge- raten, daS Telegramm sofort derOeffentlichkeit zu übergeben, daS sicher sofort Front gegen die kaiserliche Aeußenmg Hervorrufen roerde. Graf Ernst habe auf den Vorschlag erwidert, er wolle eS sich eine Nacht lang überlegen. Als der Mahner am nächsten Tage nach dem Resultat des Nachdenkens forschte, habe der alte Grafregent die folgenden Worte gesprochen: »Ich bin der Erste eines kleinen Landes — der kann einen Schlag von oben ertragen; dieKaiser- krone aber darf nie einen bekommen! Wie damals das Telegramm doch noch nach außen drang, ist heute noch ein Rätsel, auf diesen Standpunkt seines Vaters hat sich Graf Leopold auch dem letzten Kaisertelegramm gegenüber stellen wollen. Der Gedanke, das Telegramm für seine Person verletzend zu halten, wäre ihm nie gekommen. Hätte er es als eine Kränkung ausgenommen, so wäre das Telegramm sofort und ohne daß es zu irgend jemanden Kenntnis gekommen wäre, von ihm vernichtet worden. Er habe aber in der Aeußerung eine Stellungnahme des Kaisers bem Lipper Lande gegenüber erblickt; das sei eine Staatsangelegenheit, und er habe es für seine Pflicht, die er seinem Gewissen und seinem Lande schulde, erachtet, das Telegramm seiner Negierung zur weiteren Behandlung zu übergeben. Auf die weitere Frage, wie sich der Grafregent zu dem erneut an zu rufenden Richters pruche stelle, erklärte Graf Leopold, daß er niemals vorher geglaubt habe, sich noch einmal einem Richterspruch unterwerfen zu müssen, so fest überzeugt sei er von seinem Recht auf den Thron gewesen. Ebenso durchdrungen davon sei er auch noch. Trotzdem habe er in die erneute Prüfung gewilligt. Aber das eine wolle er für sich beanspruchen, was jeder Bürger seines Landes, und fei es der geringste, als sein gutes Recht fordern dürfe: daß ein ordentlicher Gerichtshof über sein Anrecht auf ben lippeschen Thron entscheibe. Wohl wäre ihm das Reichsgericht als höchster Gerichtshof das liebste Forum, allein auch hierin lasse er dem Bundesrat gern freie Hand. Bis zur Fällung des llrteilspruches aber, das erfordere die Gerechtigkeit, müßte die gegenwärtige Rechtslage unangetastet bleiben. Die hingebende '-treue für das Reich in den lippeschen Landen fortzuerhalten, so schloß der Grafregent, halte er für die höchste Aufgabe seines Fürstenberufes. Es täte ihm wehe, wenn im weiteren Fortgang der lippeschen Thronfrage, wäre es aus Liebe zu ihm selber, ein scharfes Wort fallen könnte gegen die höchste Pflicht aller Deutschen: gegen die Treue 'zum Deutschen Reich. Ter lippesche Staatsminister Gevekot gewähnte zinem Berichterstatter der „Franks. Ztg." in Tetmold eine Unterredung und erklärte dabei, er müsse die Verhandlungen der heutigen Sitzung des Landtages abwarten und könne über deren Verlauf nichts Vorhersagen. Die Staatsregierung stehe vor einem Rätsel gegenüber dem Verhalten des Landtages. Die Negierung habe nur den Staatswagen in dem Geleise vorgeschoben, das der Landtag selbst durch die Landesgesetzgebung vorgezeichnet habe. Der Landtag verlange aber mehr als sein Recht, wenn er in dem Kamvromißantrag, der das Ergebnis der letzten Sitzung war, sich auf das Regcntschaftsgesetz von 1895 berief, denn dieses Gesetz gelte nur bis zum Ableben des wegen seiner geistigen Erkrankung regierungs- unsLhiLeu Fürsten Karl Alexander. Nun sei zwar der 72tährige Fürst Karl Mexander leiblich gesund und lebenskräftig, aber für den Fall seines Todes müsse Vorsorge getroffen werden, daß daS Land nicht in erneute innere Wirren verfalle. Deshalb könne auch die Negierung nicht zu geben, daß die gegenwärtige Regentschaft nur aus ein Jahr anerkannt werde. Das ganze Bestreben der gegenwärtigen Regierung richte sich ja überhaupt auf die dauernde Ordnung und Herstellung der Verhältnisse im Fürstentum Lippe. Daher and) daS Angebot des jetzigen Grafregenten Leopold, seine gute Sache nochmals einem Elerichtshofe zu unterbreiten. DaS sei nicht nur ein Ausfluß der Friedensliebe, sondern and) zürn Teil ein Dokument für daS Bewußtsein seines guten Rechtes, das der Grafregent in vollem Maße besitzt. Man hätte es ja ruhig verstehen können, und im lippischen Lande habe mau es sogar vielfad) verlangt, daß der neue' Grafregent sich ein fad) auf den Standpunkt stelle, er sei als der unbestrittene Sohn seines >Vater? der nächste Erbe am Thron und ihm stehe nicht nur von vornherein das Recht auf die Regentschaft, sondern auch beim Tode des Fürsten Karl Alexander selbstverständlich die Besitzergreifung des Thrones zu. Die fürstlich lippesche Regierung habe diesen Stand" punkt nicht eingenommen, sondern sid) einem nochmaligen gerichtlichen Urteil zu unterwerfen bereit erklärt, weil sie wünsche, daß nun ein für alle M al die Frage der Nachfolgerschaft im Fürstentum Lippe f e st g e st e l l t werde und daß die sonstigen Magnaten nicht wieder bei der ersten besten Gelegenheit Anspruch zu erheben versuchen können. Auf eine Frage erklärte der Staatsminister, es sei ein Irrtum, wenn die Ansicht verbreitet werde, als ob die Anhänger der Lmie Schaumburg-Lippe von politischen oder religiös-politischen Motiven geleitet werden. Ueber die Frage, ab fidi die Neuwahlen im Fürstentum' Lstipe um den Angelfmnkt des Thronstreites drehen werden, erklärte der Minister, sid; nicht prophezeiend äußern zu wollen. Wahlen könnten unter Umständen Ueberraschungen bringen, indessen sei die Regierung sicher, daß die Mehrheit des lippeschen Volkes auf dem Boden des Rechts der Linie B i e ste r fe l d stehe, besonders nad)bcm die Biester- selber Linie der jetzigen Regierung ihre Bereitwilligkeit und ihr.Entgegenkommen in so vornehmer Weise bargetan hat. Der Minister sagte ferner, er werbe im Lanbtage den Wortlaut der telegraphischen Anzeige, die der Grasregent Leopold beim Tode des Grasregenten Ernst an den Kaiser gerichtet hat, vorlegen, um dar- zutun, daß keineswegs die Annahme berechtigt sei, als ob die Form dieser Depesche aus die Form der kaiserlichen Antwort ungünstig bestimmend wirken könne. Sodann erklärte der Minister ausdrücklich, daß die wieder ausgewärmte Behauptung, als sei der letzte Erlaß deS Fürsten Waldemar von Lippe-Detmold niemand bekannt geworden und als habe sich der damalige Minister von Wolsram das Leben genommen, weil er daS Dokument, dessen Vorlage der Landtag von ihm verlangte, nicht zur Stelle schassen konnte, vollständig unbegründet sei. Tas Toku- ment sei in der Gesetzessammlung des Fürstentums Lippe verössentlicht und ein Ausschuß des Landtages habe sid) mit eigenen Augen von dem Vorhanden sein und von der Authentizität des Schriftstücks überzeugt und im Landtag sich darüber geäußert. Aus Detmold kommt heute ferner folgende Meldung: Tie Kommission des Landtages tagte gestern nachmittag, ohne daß ein Resultat bekannt wurde. Die Plenarsitzung des Landtages zur Verabschiedung der Regierungsvorlage betr. die Regentschaft des Grafen Leopold findet heute lDonnerstag) statt. Aus daS Begrüßungstelegramm, bas von ber VolkS- oerfam m(ung in Lage Sonntag an ben ®ra fr egen t en Leovolb gerichtet wurde, hat dieser mit folgender Depesch e geantwortet: .Tief beroegt durch den mir von so vielen treuen Lippem be- qeiftert zuqenüenen HuldigungSgmß baute ich aus vollstem Sterten. TaS Bewußtsein, aus die treue Unterstützung des liupc- fcficn Volkes rechnen zu können, wenn es gilt, unserem geliebten lippeschen Lande den Weg zu bahnen, auf bem es in geordneten, friedlichen Verhältnissen zur endlichen, lang ersehnten Rübe gelangen wird, erleichtert mir meine verantwortungsvolle, schwere Ausgabe. Ich sage nochmals meinen herzlichsten, innigsten Dank. Leopold/ DaS Gerücht, Grafregent Leopold sei auf einer Reise in Kassel erkrankt, klärt sich jetzt dahin auf, baß es sich um den Grasen Erich zur Lippe-Weißenfeld handelt. Auf direkte Anordnung deS Reichskanzlers sollen z. Z. unter den beteiligten Reich s-Ressort.S Besprechungen stattfinden, die zum Zweck haben, alle Ge- sichtspunkte zu prüfen und das nötige Material zu sammeln, damit der Bundesrat so rasch wie möglich in die Beratung der Lippe'schen Angelegenhett eintreten kann. * Durch die Vorgänge in Lipve werden die Blicke auch auf den regieren ben Fürsten bieses Landes, Karl Alexander zur Lippe, gelenkt, der in der Heilanstalt St. Gilgenberg bei Bayreuth lebt. Ob sich der Fürst selbst unglücklich fühlt, das ist eine Frage, die nicht ohne weiteres zu bejahen sein wird. Wo er sich zeigt, macht er den Eindruck eines mit seinem Lose auSgesöhnten ManneS; wenn er überhaupt etwas vermißt, so dürste es der Umgang mit Personen fein, mit denen er sich über Fragen, die ihn interessieren, aussprechen könnte. Denn der Fürst ist sehr mitteilsam und hat das lebhafte Bedürfnis, sich auszusprechen. ES ist nicht jedem möglich, ihm ztt folgen, da das saft gänzliche Fehlen der Zähne seine Aussprack)e ziemlich unverständlick) nm d)t. Die Geistesschwäche des Fürsten ist, rote ben „Münch. Reuest. Rachr.^ aus Beyreuth geschrieben wird, nicht so hochgradig, daß er sich nicht seines hohen Standes und der ihm zustehenden Ehren bewußt wäre. Er sieht sehr auf Beobachtung ber höfischen Etikette, und es mißfällt ihm, wenn im geringsten darin gefehlt wird. Sehr erfreut tst er, wenn ihn einfache Leute vom Lande respektvoll grüßen. Weiß er, daß er noch eine höfliche Begrüßung von Vorübergehenden zu erwarten hat, so verläßt er seinen Standort erst, wenn er die Reverenz entgegermenommen hat. Der Fürst besd)äfiigt sich viel mit Zeichnen. Er reproduzirt Bilder ans illustrierten Zeitschriften und hat eL in dieser Tätigkeit zu einer ziemlichen Fertigkeit gebracht. And) sit er ein großer Freund ber Musik. Zu abendlichen musikalischen Unterhaltungen wird der Kantor von dem benachbarten Eckersdorf beigezogen, der den Fürsten auch beim Singen zu begleiten hat. Alle mög- Arten von Unterhaltungsspielen, and) Schach, kultiviert oer Fürst und weiß sich so die langen Winterabende möglichst klirzweilig zu gestalten. Zeitungen sind i()in zugänglich, und r ift wohl and) über die jüngsten Vorkommnisse in seinem Lande unterrichtet; inwieweit ihn diese beschäftigen, ist indeß nicht bekannt; auf jeden Fall vermeidet er eS, über diese Angelegenheit zu sprechen. In seinen Ansprüchen ist der greife Herr äußerst bescheiden.______________________________________ Ans Stadt und Fand. Gießen, 13. Oktober 1904. ** Das Großh. Hess. Regierungsblatt, Beilage Nr. 26, enthält Bekanntmachungen über genehmigte Scheu- Fimgcn im 2. und 3. Quartal, über Vorarbeiten für eine Nebenbahn Bad-Nau hei m—G riedel (Wettertalbahn), über Erhebung der Armenpflegekosten in Schiffenberg und über bereits wiedergegebene Ordens-, Charakter- usw. Verleihungen, Dienstnachrichten und Dienstentlassungen. Darmstadt, 12. Okt. Am Dienstag vormittag beehrte Ihre Großh. Hoh. Prinzessin Ludwig von Battenberg in Begleitung I. Exz. der Frau Staatsminister Rothe und der Präsidentin des Vereins hessischer Lehrerinnen, Frau Lilly Wolfs kehl, daS neue Lehrer- innenbeim, Gervinnsstraße 68, mit ihrem Besuche. Der Besuch sprach sid) nad) eingehender Besichtigung des Hauses ungemein befriedigt über die Schönheit des Baues, die zweckdienliche Einrichtung aller Räume und die wohnliche Behaglichkeit der einzelnen Zimmer aus. Kleine Mitteilungen au§ Hessen und den Nachbarstaaten. Dem Bauunternehmer Winn au§ Gießen wurde die Konzession zur Erbauung einer besseren Wirtschaft in Mücke erteilt, wodurch ein wirkliches Bedürfnis befriedigt wird. — Die Stadt Grün berg hat die Anlage einer größeren Obsibaumpflanzung beschlossen. — In Frank- furt a. M. verunglückten in einem Porzellanwarenhause in der Brönnerstraße an einem Auszug zwei Arbeiter. Der Aufzug setzte sid) plötzlich in Bewegung und riß die beiden Arbeiter mit. Der eine wurde schwer, der andere leichter verletzt. — Das Preisgericht für einen Synagogen-Neubau in Frankfurt, an dem sich 129 Bewerber beteiligt hatten, erteilte den 1. Preis von 4000 Mk. an die Architekten Josef Renters in Berlin-WilmerSdors und Karl Frieden- thal-Charlottenburg. Der 3. Preis von 1500 Mk. kam an Jürgensen und Bachmann in Charlottenbiirg. — In Wiesbaden wurde in der Mozartstraße ein Offizier- Genesungsheim eröffnet, daS zunächst russische Rekon- valeszenten au§ dem oftasia tischen Kriege und Deutsche aus Südwestafrika aufnehmen soll. — Wie aus Ober-Jn gelheim berichtet wird, ist die feierliche Eröffnung der Selztalbahn nun enbgiltig ans Sonntag den 23. ds. festgesetzt. Vcrinifd>tc»< * Geschieden muß fein. Wie aus Petersburg ge*, meldet wird, spielte sich dieser Tage folgende Szene auf dem Bahnhof in Samara ab. Ein junger Offizier nahm Abschied von seiner Frau, um in den Krieg zu ziehen. Die junge Frau hing an seinem Halse und schluchzte herzzerreißend, dabei hielt sie ihn so fest umschlungen, als wollte sie ihn nimmer lassen. Der Offizier kämpfte sichtbar mit Tränen, doch bewahrte er gewaltsam die Fassung. Da tönte der grelle Pfiff der Lokomotive . . . geschieden mußte sein. . . . Das Herz des jungen Offiziers war dieser Aufregung nicht gewachsen, er brach zusammen und fiel zu Boden. Tie hinzueilenden Aerzte konnten nur seinen Tod konstatieren. Die junge Frau wurde ohnmächtig fortgebracht und kam erst in ihrer Wohnung zur Besinnung, doch war ihr Geist um na chtet. * Massen Vergiftung durch Branntwein. Ein Kabeltelegramm au8 Newyork meldet, daß zahlreiche Personen nach dem Genuß von Branntwein starben, andere schwer erkrankten und mit dem Tode ringen. Cs stellte sich heraus, daß der Branntwein vergiftet war. 40 Todesfälle nach dem Genuß des Branntweins sind bereits ermittelt. Man befürchtet, daß bei Weiterführung der Untersuchung sich an 100 Todesfälle ergeben werden. Bis jetzt wurde in der Sache eine Verhaftung vorgenommen, weitere Verhaftung wird erwartet. Die Untersuchung des Branntweins ergab das Vorhandensein mehrerer erregender Gifte, von denen eines bestimmt schmerzvollen Tod verursacht. Die Ge- sundheitsinspektoren stellten fest, daß ein ganzer Stadtbezirk diesen vergifteten Branntwein erhalten hat. In der Destillation, die diesen Branntwein verkaufte, war niemals eine Flasche echter Whisky vorhanden. * Kleine Tageschronik. In M a r l c n b e i m (Elsaß) erschoß ein gewisser Rnloff, der bei einer Frau Tausch wohnte, und mit ihr ein unterhielt, deren 16;ahngen -L>ohn mit fünf Rcvolvenschüjsen. Der Täter wurde verhaftet. ^W^en ben Stationen Zawierczie und Mvszkow der Warsawu- Wiener Bahn überfiel eine Bande Räuber den Güterzug im Walde. Durch das bewaffnete Zugperfon al wurde eme Entgleisung verhindert und die Räuber tn die Flucht geschlagen. D-abei wurden mehrere Zugbeamte schwer verleßt. — Tw Polizei in Lemberg nahm in einem eleganten Lause rahlreicl>e Verhaftungen vor. Es handelt sich um eine peinliche Affäre, deren Aufdeckung große Sensation erregt Damen ^und Herren ber besten Gesellschaft gaben sich in dem Hause em Ltelldichmn,.wobei wüste Orgien abgehalten wurden. Tas Haus wurde ponzeilich geschlossen: weitere Verhaftungen stehen bevor. — bei. Wie b't Kolonie Koznica erschoß an der russisch-östteichischen Grenze ein 6'renirwicbtrr zwei russische Deserteure, die nach Oesterreich ffi'ch'ten wollten. lÄerichislaal. Mannheim, 12. Okt. Vor dem hiesigen Schöffengericht stand am Dienstag eine Aicheitersfrau unter der Anklage, mit Hilfe ihres Sohnes ihre Tochter aus der Zwangserzieh ungöan st alt in Walldürn gewaltsam entführt zu haben. Die ft-rau gab an, ihre Tachter habe ihr geklagt, sie könne es vor Läusen nicht mehr aushalten. Tatsächlich sei auch das Mädchen mit Läusen bedeut gewesen, es habe die ganze Familie angesteckt. Eine Zeugin bestätigte diese Angabe. In Anbetracht dieser Sachlage erkannte das Gericht nur auf eine Geldstrafe von drei Mark. lDas ist ja eine schöne Zwanaserziehunasanstalt!) 9JlärTtc.- fc. Frankfurt a. M., 13. Okt. (Telegr. Orig.-Bericht de? ,,Gieß. Aiiz.".) Amtliche 91otierungeu der heutigen Viebma r k t- preise. Zum Verkailie ftanben: 43 Ochsen, 10 aus Oesterreich, 0 Bullen, 00 aus Oesterreich, 47 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 auL Oesterreich, 796 Kälber, 272 Schale und Hammel. Vezahst wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 70 bis 72 Mk., 2. Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 59—63 Mk.; Bullen J. Qual. 00 -00, 2. Qual. 00-00; Kühe 1. Qualität 67 69 Mk., 2. Qual. 64-66 Mk., 3. Qual. 54—56 Mk., 4. Qual. 45-47 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 81—85 Pfg., Lebendgewicht 48—51 Pig., 2. Qualität 73-77 Pfg., Lebendgewicht 43 - 46 Pfg-, Schlachtgew. 57—61 Pfg.; Schale: 1. Qual. 63—70 Pig., 2. Qual. 62—00 Pfg. Geschäft bei Rindvieh mittelmäßig; Ucberftaub unbedeutend. Geschäft bei Kälbern und-fterseu gut, kein Ueberstand. Limbnrg a. *. L., 12. Ott. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen, treuer, 14.80 Mk., weißer Weizen 14.70 Mk., Korn, altes, Mk. 10.50, neues 10.50 Mk., Gerste 0.00 Mk., Kaier 7.13 Mk., Erbsen O.0O Mk., Kartoffeln O.OO Mk. Gieszener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 14. Oktober 1904: Meist beiter, nach kälterer Nacht und Nachtfrost tagsüber Temperatur nicht verändert, trocken. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. - , ..'.LJ----------"■? ----------- 1 'JL1—JÜ-Lj-LUJ. .. . ---- "-■■SS Israelitische Religionsgesellschast. Sabbathfeier am 15. Oktober 1904. Freitag abend: 5.00 Uhr. Samstag vormittags: 8.30 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbathausgang 6.20 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00, abends 5.00. Israelitische Religionsgemeinde. Hottesdtenll in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 15. Oktober 1904: Vorabend 5.15 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärung. Sabbathausgang 6.20 Uhr. i__■l.™ .....-■211- - " - - ______... - 1 — Landwirtschast. -—Von der Obst- und Gartenbau-Aus'stellung in Düsseldorf wird uns noch berichtet, daß bei dem am vergangenen Sonntag, stattgehabten Kongreß des deutschen Prc mologenvereins Direktor Tr. v. Peter-Friedberg einen Vortrag hielt über die Entwicklung des Banmwärterausbildnngswesens, wobei er den Gemeinden empfahl, die Baumwärter in Verbind- ung mit dem Flurschützendienst anzustellen und von jedem Baum- Wärter den erfolgten Besuch eines zehnwöchigen Kursus auf einer Obstbauschule zu verlangen. Prof. R ei ch elt-Friedberg sprach über die Lehren der internationalen Obstbauausstellung und führte ans, daß Deutschland der größte Obstkonsument des Kontinents sei, daß aber damit sein Obstbau noch nicht im Verhältnis stehe. In der Diskussion wurde von verschiedenen Seiten bemängelt, daß man überhaupt internationale Obstausstellungen veranstalte, da man damit selbst die Konkurrenz großziehe. Tie Erörterungen waren zum Teil sehr lebhaft. Neueste Meldungen. Berlin, 13. Okt. Die Präsidenten der Eisenbahndirektionen traten heute bei dem Minister von Budde zusammen. Wien, 13. Okt. Mattachich erklärt in einem Telegramm an die „R. Fr. Pr/, es sei wohl richtig, daß die Prinzessin Luise beim Wiener Landgericht zweimal als Zeugin erschienen sei, aber nach der Verurteilung Mattachichs wegen Wechselfälschung habe die Agramer obergerichtliche Kommission zur Revision dieses Urteils nochmalige Vernehmung der Prinzessin als notwendig erachtet und verlangt. Diese sei aber abgelehnt worden auf Grund der Erklärung eines Wiener Juristen, daß die Prinzessin schwachsinnig sei. Daraus muffe im weiteren Verfahren auch Rücksicht genommen werden. Athen, 12. Okt. (Agence Havas). Das geheime mazedonische Komitee teilt mit, daß eine Griechenbande unter Zeza ,in Mazedonien eingedrungen sei und bei der Stadt Prefoptia zwei Bulgaren, die mehrerer Morde beschuldigt werden, getötet habe. Als die Bande auf eine Abteilung Türken gestoßen fei, habe sich Zeza, ohne zu feuern, zurückgezogen. Eine andere Griechenbande unter Caarodis habe gegenBnl- garen, die unter dem Befehle Mitrachavos standen, eine wahre Schlacht geliefert, wobei 22 Bulgaren getötet und verwundet wurden und ein junges griechisches Mädchen getötet worden ist. Vom Kriege. T o t i o, 13. Okt. Im javanischen Generalgnartier beobachtet man strengstes Stillschweigen über die Ereignisse zwischen Liaujang und Mukden. Der öffentlichen Meinung nach zu urteilen, sind die Japaner sehr erfreut über den russischen Vormarsch und man glaubt, daß, nachdem die Japaner sehr schwere Verluste bei Erstürmung der Verschanzungen hatten, bei den jetzigen Angriffen die Reihe an die Russen kommen werde. Petersburg, 13. Okt. Aus Tschisu wird berichtet, General Kuroki befinde sich in einer sehr gefährlichen Lage. Petersburg, 13. Okt. Die russischen Streitkräfte bei Ientai sind 230 000 Mann starr unv verfugen über 850 Geschütze. Die japanischen Streitkräfte sollen den russischen, nicht überlegen sein, obwohl das Gegenteil behauptet wird. Man glaubt, daß eine große Schwäche derJapanep darin besteht, daß ihre Truppen alle Anzeichen großer Erschöpfung tragen. London, 13. Okt. lieber das Treffen bei Fen- tai veröffentlichen die Blätter aus Petersburg nichtamtliche Berichte: Bei Tagesanbruch am Montag entspann sich auf her linken russischen Flanke ein Artillerie kampf, der im Verlauf des Tages immer heißer wurde und schließlich das Zenrtum engagierte. Um 10 Uhr vormittags war die ganze russische Front am Kampf beteiligt. Vor d^m Angrifs der Russen zogen sich die Japanerlangsam südwärts zurück, stets hartnäckig Widerstand leistend. Nach fünfstündiger heftiger Kanonade rückten ' die Russen mittags in dichten Kolonnen vor, aber die befestigten Stellungen der Japaner unweit der Kohlengruben von Fentai befähigten sie, dem Angriff der Puffen heftigen Widerstand zu leisten. Die Schlacht wütete bis zum Eintritt der Dunkelheit. Am Dienstag wurde der Kampf mit einer fürchterlichen Kanonade ausgenommen. Telephonischer Kursbericht. F 11 3'/2n/o Keichsanleihe . . 101.70 8V- do. ... 89.40 .M/,% Konsole .... 101.55 39/n do 89.45 a1/»0//) Hessen .... 100.10 3’/2 % Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrenfe . . 101.50 4X!,O% Oesterr. Silberrento 100.20 4% Ungar. Goldrentoo , . 100.20 4°/n Italien. Rente . . . 103.50 4i,,% Portugieser , . . 63.25 80/ Portugiesen 62.80 1% C. Türken .... —.— Türkenlose 128.80 4°/o Griech. Monopol.-Anl. 47.50 4l/j% äussere Argentiner 43.20 Tendenz: »kfnrt a. 13. Oktober. 3%) Mexikaner . . 29.25 4Vo% Chinesen . . . 89.90 Electric. Sch ackert . . . 120.75 Nordd Lloyd . . . . 104 50 Kreditaktien . . , . 209 80 Diskonto-Kommandit. , . 191.50 Darmstädter Bank . . 141.00 Dresdener Bank .... 152.70 Berliner Handolsges. . . 160.30 Oesterr. Staatsbahn . . . 138.75 Lombarden 17.70 Gotthardbahn .... 189.00 Laurahütte 249.00 Bochum . .... 212.00 Harpener 215.00 Schatzscheine —.— ruhig. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Friedhöfe vom 16. Oktober d. I. bis 15. März 1905 von morgens 8 Uhr bis abends 5 Uhr geöffnet sind. Die Schließung des Friedhofs wird durch Läuten der Fricd- hofsglocke angezeigt. Bei Beginn des Läutens muß der Friedhof sofort verlassen werden. Eine Viertelstunde nach dem Läuten werden die Friedhofstore geschloffen. Gießen, den 10. Oktober 1904. B1*/« Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Betr.: Vertilgung des FrostnachtspaunerS. Unter Hinweis auf das Ausschreiben Großh. Kreisamts Gießen in Nr. 136 des Kreisblattes fordern wir hierdurch die Baumbesitzer der hiesigen Gemarkung zur Vertilgung des Frostnacht- spannerS durch Anlegung von Kleoringen unter dem Anfügen auf, daß der Stadtgärtner und die Feldschützen zur Erteilung von Auskunft und die Geschäftsstelle des Oberhessischen Obstbauvereins in Friedberg zur Vermittelung des Bezugs der erforderlichen Materialien bereit sind. Gießen, den 12. Oktober 1904. Bl9/ro Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Versteigerung. Freitag den 14. d. MtS., nachmittags 2 Nhr, sollen dahier Marktplatz 20 (im Adler) 12 Mistbeetfenster, l TranSport- karren, 3 Lorbeerbäume, drei Kasten mit Epheu, 40 Stück Epheu in Töpfen, 12 Stämmchen Zwergobst, 11 hochstämmige Rosenstöcke, 320 Stück verschiedene Zier- u. Dekorationspflanzen sowie 4 Palmen (in Kübel) gegen bar versteigett werden. Die Versteigerung findet ganz bestimmt statt. Gießen, den 12. Oktober 1904. 7901| Seipel, Gerichtsvollzieher. 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Giessen, den 13. Oktober 1904. 7913 Stubent sucht per sofort W Be- i flc- 06044 Konnte nicht kommen; bitte heute. U6045 K. ■ L... gegeben werden. 7914 «sofortige Offerten nimmt entgegen I. Aoeck, Steinstraße 15. für einen Primaner in einem Prwalhause gesucht. QJefl. Anerbieten u. 06032 a. d. Erp. d. Bl. mit guter, Off, u. 00<-31 0Ö908] 1—2 j. Mädchen, welche d. Aliceschule besuchen, find, in gut. Farn, ireuudl. Aufn. Steinstr. 13. Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige Pflicht, ihre lieben E. M. E. M., A. H. A. H., E. Ph. E. Ph. und A. M. A. M. von dem am 5. Oktober 1904 in Todtmoos im Schwarzwald erfolgten Ableben ihres unvergesslichen A. H, Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir hiermit auf diesem Wege aufrichtigen Dank. werden iu4geftopst. 06299 3. Geltenleuchter, Schulstr. 11. LiedMwm. Lustspiel in 3 Akten von Curt Kraatz ».Freiherr v. Schlicht Preise der Plätze: Loge 2,00, Cperrs. 1,50, I. Platz 1,— Alk., II. 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