Nr. Ul Freitag, 13. Mai 1904 154. Jahrg. Erscheint tigfidS mit DuSnrchme der Sonntags. Die ^Gießener ZamMenblStter- werdeu berr ,9Inaet1 JHt Mulden, Ch l otten bestreiten e i ihS6 b^e Utl l ^ft mit I ?ttvor, von der Mn. Vielleicht südwestlich von Föngwangtschön entdeckt. Die Japaner überschritten den Unterlauf des Tajangho. Ueber die Zahl der bei Pitzewo gelandeten Japaner fehlen noch genaue Awgaben. Die Bucht vonSitschao istinrussischen Händen. Mutschwang. M u k d e n , 12. Mai. General Pftug telegraphiert: Die Mitteilung auswärtiger Blätter über die Räumung Niu - tschwangs und die Abberufung der Truppen, welche die Eisenbahn bewachen und von Chinesen ersetzt werden sollten, ist vollständig unbegründet. Großfürst Cyrill. Petersburg, 12. Mai. Der amtliche ärztliche Bericht über das Befinden des Großfürsten Cyrill stellt fest, daß das ganze Nervensystem und das Herz, welches zwar in organischer Hinsicht keine wesentlichen Abweichungen in der Funktion, aber eine Reihe schwer und langsam zu beseitigender Erscheinungen aufweise, ernste Aufmerksamkeit und Behandlung erfordern. . . ,V°r ettoa vi '««ft dorhe -'"'nWcta «i6® ««d 2« ^oeltion « D ertuntf)tbai fjalgni1« !»« weiterer uLb? °uf dem M W bie tzL ? über ^l 15 Instr 13- Mi.‘j^en s. . ■ D|)h m '-0 «°-»i> Mi. n V°n 97 «'««lä Miet sqtern ??•>«. Arbeiterbewegung. Berlin, 12. Mai. Bon den in Berlin und den Vororten beschäftigten Bäckergesellen und Konditorgehilfen haben rund 2100, meist jüngere, die Arbeit niedergelegt. Rund 5000, darunter fast sämtliche ältere Gesellen, haben sich nicht beteiligt. Hinzu kommt noch, daß vor dem Streik etwa 3000 Gesellen ohne Beschäftigung waren. In den meisten Bäckereien wird nach wie vor gearbeitet, nur in wenigen, kaum 50, haben sämtliche Gesellen die Arbeit verlassen. Gestern vormittag sind vou auswärts- chon Arbeitswillige hier eingetroffen, und weitere Zuzüge, be- onders von Meisterssöhnen, werden in den nächsten Tagen aus allen Gauen Deutschlands erwartet. 800 Gesellen arbeiten bei Meistern, welche die Forderungen bewilligt haben. Ein Mangel an Backware ist biHer kaum zu verzeichnen. Bilbao, 12. Mai. Die hiesigen B ä ck e r e i a r b e i t e r sind in den Ausstand getreten. Die Arbeit in den Bäckereien wird von Soldaten aus den Militärbäckereien besorgt. Gendarmerie-Pa- troulllen durchziehen die Straßen. parlamentarisches. R. B. Darmstadt, 12. Mai. Der Sonderausschuß für die Vorberatung der Wahlrechtsvorlage hat gestern abermals zwei Sitzungen abgehalten und darin zunächst die noch rückständigen Differenzpunkte erledigt, so daß vom Ausschußpräsiden- ten der Gesetzentwurf als definitiv fertig gestellt bezeichnet werden konnte. Der Ausschuß hatte zuerst beabsichtigt, die infolge der beschlossenen Mandatsvermehrung von 50 auf 60 erforderlich gewordene Veränderung der Wahlkreisein- t e i l u n g in einem besonderen Gesetz festzulegen; gestern entschied er sich jedoch dahin, die neue Kreisfestsetzung gleich dem vorliegenden Wahlgesetzentwurf einzufügen. In der Nachmittagssitzung wurde die 'neue Einteilung der Kreise in der Provinz Rheinhessen und Starkenburg ohne Schwierigkeit vollzogen, die für O b e r h e s s e n aber um 8 Tage verschoben, da hier unter den Ausschußmitgliedern eine, schnelle Einigung nicht zu erzielen war. Man hofft, nach einer nochmaligen gründlichen Aussprache auch hier zum Ziel zu gelangen. Bemerkenswert ist aber, daß alle Vereinbarungen über die Mandatserhöhung in Abwesenheit der Regierung erfolgt sind und daß die Ausschußmitglieder noch völlig im Unklaren sind, wie sich das Staatsministerium zu den jetzigen Beschlüssen des Ausschusses stellen wird. Berlin, 11. Mai. Der Bundesrat genehmigte heute das Reichsfinanzreform-Gesetz nach den Beschlüssen des Reichstages. — Die Budgetkommission des Reichstages genehmigte deute den Bahnbau in Togo im Wesentlichen nach den Wünschen der Regierung. — Die _ eine bessere Sicherung der Lieferungsgeschäfte bezweckende Bestimmung der B o r s e n g e s e tz n o v e l l e ist von der Kommission mit Stimmengleichheit abgelehnt worden. Port Arthur. Tsch ifu, 11. Mai. (Reuter.) Eine hier eingegangene nicht offizielle japanische Depesche ermähnt das Gerücht, wonach die Russen in Port Arthur ihre Schiffe z e r st ö r e n. Tokio, 11. Mai. (Reutermeldung.) Wmiral Togo berichtet, seit dem 6. Mai höre man von Port Arthur her viele Explosionen : die Ursache derselben sei nicht festgestellt. Hier in Tokio neigt man der Ansicht zu, daß die Russen, an dem Erfolge einer Verteidigung vor: Port Arthur verzweifelnd, ihre Kriegsschiffe zerstören, um dann die Festung zu räumen. Tokio, 12. Mai. (Reuter.) Die amtliche Untersuchung ergab, daß der Bericht Alexejews, die Eisenbahnverbindung mit Port Arthur sei wiederher- g e st e l l t, unrichtig ist. Tokio, 11. Mai. (Amtlich.) Nach einem vom militärischen Oberkommando erhaltenen Bericht bemerkte eine der japanischen Abteilungen bei Annäherung an Pvlantien am 6. Mai einen von Port Arthur nach Norden fahrenden Eisenbahnzug obne die durch die Konvention über das Rote Kreuz vorgeschriebenen Mzeichen. Die Russen im Zug feuerten sofort auf die japanische Mteilung. Das Feuer wurde von derselben erwidert. Der Zug hielt plötzlich an und entfaltete die Flagge des Roten Kreuzes, worauf die Japaner das Feuer einstellten. Sie gingen vor, um die Tatsache festzustellen. Inzwischen fuhr der Zug weiter und entkam unter Volldampf. Eine nene russische Niederlage? Paris, 11. Mai. Der „Marin" meldet aus Petersburg: vier ist das Gerücht verbreitet, am Motien-Paß habe eine Schlacht zwischen den Russen und der Armee des Generals Kuroki stattgefunden. Tie Russen erlitten eine Niederlage und hatten schwere Verl u st e. General Sassulitsch s ei unter den Toten. Die Japaner rucken weiter vor. Petersburg, 12. Mai. Ein Telegramm des Generals Sacharow an den Generalstab vom 10. Mai meldet: Wie General Sassulitsch heute berichtet, rückt anscheinend eine japanische Gardedivision binnen zwei Tagen aus Föngwangtschön nach Westen in der Richtung auf Chai tick en vor. Gerüchtweise verlautet, es sollte am 10. Mai eine japanische Abteilung, bestehend aus einer Division Infanterie, 40 Geschützen und 1500 Mann Kavallerie nach S a i m a d s y vorrücken. Aus den Berichten vöm Tajangho vom 7. Mai kann man schließen, daß die japanischen Truppen in d r e i A b t e i l u n g e n zusammengezogen sind. Zwei südliche Abteilungen befinden sich am Unterlaufe des Tajangho bei Chonduchani und Luanmiao, beides Orte am linken Flußufer, während eine nördliche Abteilung gegenüber Chabalin und Tschibokin, beide am Wege Föngwangtschön-Salidsai- pusa, 20 und 25 Werst von Föngwangtschön steht. Die beiden Südabteilungen hatten am 7. Mai den Uebergong über den Tajangho nicht begonnen. Es ist schwierig, von den Chinesen aus jener Gegend Informationen über die Bewegungen des Gegners zu erhalten. Es kam der Fall vor, daß ein Chinese in der Umgegend von Salidsaipusa eine japanische Streifwache vor einen ihr von Kosaken gelegten Hinterhalt warnte und so rettete Mukden, 11. Mai. (Nuss. Tel.-Ag.) Nack' den vorliegenden Meldungen rückte eine japanische Division aus Föngwangtschön auf der Straße nach Haitcheng vor. Eine andere Abteilung marschiert nach Samatei. Außerdem wurde eine kleine Abteilung Aer Krieg zwischen Japan und Rußland. Em Angriff der Ruffen auf Andschu mit Verlusten abgeschlagen. Söul, 11. Mai. (Reuter.) Russen, deren Zahl auf 200 geschätzt wird, greifen Andschu an. Die japanische Garnison verteidigt die Stadt hartnäckig. Tokio, 12. Mai. (Reuter.) Ueber den vorgestrigen Angriff der Russen auf Andschu wird amtlich gemeldet: Am Morgen des 10. Mai griff russische Kavallerie Andschu an. Die japanische Besatzung leistete hartnäckigen Widerstand. Eine Kompagnie Verstärkung traf nachmittags von Pingjang ein. Am Morgen des 11. Mai, als weitere japanische Verstärkungen von Norden'und Süden eintrafen, floh bi er Feind. Die Verluste der Japaner betragen vier Tote und sechs Verwundete, die Ver- luste der Russen über 50 Ma nn. Ein gefangen genommener Unteroffizier sagte aus, daß die Kosa^enabteil- ung, welche angriff, 500 Mann stark gewesen sei. Söul, 12. Mai. (Reuter.) Den letzten amtlichen Berichten zufolge gehört die Truppenabteilung, die Andschu angriff, der Kolonne an, die unter Befehl des Generals Mandaritoff steht. Die Kolonne setzt sich aus 600 Transbaikalkosaken und 100 Ussurikosaken zusammen und kommt von Liaujang. Sie ist täglich 25 Meilen marschiert. Gefangene versichern, daß sie nur Lebensmittel für 12 Tage habe. Uebersichl über Die Arbeiterverhälttriffe in V: ^rtrincberfoaThmg verlangt. Tie Resolution wird angenommen. Der Rest des Marineelctts wird bewilligt. Tie Beratung des I u st i z e t a t s , bei dem eine größere Debatte zu erwarten steht, wird vorläufig verschoben. Der Etat des Reichsschatzamts wird ohne Debatte erledigt. Es folgt der Etat des Reichseisenbahnamts. Auf längere Ausführungen des Abg. Stolle (S03.) über die Betriebssicherheit auf deutschen Bahnen erwidert Präsident des Reichseisenbahnamts Dr. v. Schultz, die Bettiebs- sicherheit nehme stettg in erfreulicher Weise zu. Während in früheren Jahren auf 1 Million Zugkilometer 33 ^Betriebsunfälle gekommen seien, sei die Zahl dieser Unfälle im letzten Jahre herab - gegangen auf 12. (Hört! hört!) Das sei doch ein Beweis für die Sorgfalt der einzelnen Eisenbahnverwaltungen. Des weiteren teilt Redner mit, daß die deutschen Bahnen planmäßig damit beschäftigt seien, die Niveauübergänge zu beseittgen. Natürlich gehe das nicht auf einmal durchzuführen, sondern nur allmählich. Der Etat wird bewilligt. Beim Etat der R e i ch s p 0 ft bringt Abg. v. Gcrlach (frs. Vgg.) zur Sprache, daß durch Verfügung der Oberpostdirektion Magdeburg den Postbeamten der Eintritt ;n einen Konsumverein untersagt worden sei, weil dieser unter sozialdemokratischer Leitung stehe. «Zuruf rechts : sehr gut!) Hier liege ein absolut ungerechtfertigter Eingriff in die Rechte der Beamten und Arbeiter vor. Staatssekretär Krätke: Die Verfügung der Magdeburger Oberpostdirektion findet unsere volle Billigung. Die Mitglieder des be- tteffenden Konsumvereins gehören in der Mehrzahl der Sozialdemokratie an. Es läßt sich mit der Stellung der Beamten nicht vereinigen, einem solchen Verein anzugehören «Zuruf: Arbeiter!), auch mit der Stellung der Arbeiter im Staatsdienste nicht. (Zustimmung rechts.) Abg. von Gerstorff bedauert die Ablehnung der Ostmarkenzulage für die Postbeamten. Abg. Graf Revenllow iWirtsch. Vgg.) wünscht eine praktischere Kopfbedeckung für die Postboten. Er legt ein Exemplar einer Mütze, wie er sie für die Postboten wünscht, auf den Tisch des Hauses Ferner bringt er das Verhältnis des Deutschen rrcgr m Der großen ’SOjWRrfgTeTr, jetjen zu rönnen? In biefern pr^lem arischen Punkte ist die Entwicklung außerordentlich langsam vor sich gegangen, und ich persönlich glaube, daß jeder, der unsere Nordsee und unsere Nordseeküste kennt, sagen tmrd, daß die Einrichtungen zum «Sehenkönnen, die wir, wie ich hinzufngen will, untersucht haben, die Unterseeboote in unserer Nordsee zur Zeit nicht sehr befähigen, Hervorargendes zu leisten. Ich will mit diesen Ausführungen keineswegs ablehnen, daß man nicht Versuche machen soll. Man kann diese machen in dem Sinne, festzustellen, was an der Frage ist. Ich möchte auch sagen, daß die Frage gar nicht im Zusammenhang steht mit der Frage des Flottengesetzes überhaupt. Die Marineverwaltung hat nach ausdrücklicher und sorgsamer Ueberlegung die Torpedoboote — zu denen die Unterseeboote auch gehören — aus dem Flottengesetz 5 c.ruse Liften. Hier wäre also kein Grund vorhanden, weshalb die Marineverwaltung keine Unterfeeübungen machen sollte. Das wird schon länger erwogen und wird auch jetzt noch erwogen. Wie immer aber die Prüfung der Unterseebootsftage ausfallen wird, immer werden die Unterseeboote für die Gestaltung einer Marine sekundäre Bedeutung haben, große Umwälzungen werden sie nicht Hervorrufen, wenn nicht noch andere technische Mankos gelöst werden und speziell die Frage des Sehenkönnens in sehr viel höherem Maße weiter gelöst wird, als es bisher der Fall ist. Abg. Molkcnbuhr (Soz.) kommt auf die neuliche Auseinandersetzung zwischen dem Abg. Legien und dem Staatssekretär über die auf kaiserlichen Werften gezahlten Löhne zurück. Die Abgg. v. K a r d 0 r , f (Rp.), v. Normann skons.j, Graf O r i 0 l a (nari), Dr. «Spahn (Zentt.) bringen einen — bereits in der 2. Lesung gestellten, damals aber abgelehnten — Kompromißantrag ein, der die von der Negierung geforderten, von der Kommission aber gesttichenen Stellen der Seeoffiziere zum größten Teil wiederherstellen will. (6 Fregattenkapitäne, 6 Kapitänleutnants, 50 Leutnants zur «See mehr, aber 140 Leutnants nur für ein halbes Jahr, ferner Umwandlung einer Vizeadmiralsstelle in eine Admiralstelle.) Die Abgg. Dr. Spahn (Ztt.), Graf Oriola (nat.-lib.), v. Normann (tonf.) und Staatssekretär Graf Tirpitz befürworten den Antrag, der gegen die Stimmen der Freisinnigen und Sozialdemokraten angenommen wird. Abg. Gröber (Ztt.) befürwortet eine Resolution, die eine Ä‘ Wcht ÜC ” gj lag A öang bTud‘ ' Lrpebiki. •J’Ä Ä