am 6. Zum b. Z nichts des । 2. Quartal 1901 ■en. > -D N namhasi Wg? ■?* Sei ?'. '°."dern als 'decständigen, ^her dariibcc 96,1 Annahme 1 2'"'e zum . c™ bin jyan!) es ^Nicninq§: ;*n!an" cm g"9 l®PÜnbcn. »&*■ bat miiC mnchts zu £ «reÄSi 1 ™T erwähnten ^kannte Nnitler no® eine Anzahl des Ausführ- W die Polemik rZetponnen tuirb, Wen, an, sicht- 'rdner: \< •t «u vernchm- ™: Wenn ich ach bodj' ver- mer... (@ror0 ierner .. Enc ährt dann fort): *' ■ ■ ■ ja, ich finde 'N von Werner... nen an. Redner er Nenne ,9nton in einem lauten i Reichsamtt rs Mittwoch 1116t atwuch betr. die lost: 1. Zoham6 lein. 2. Semrüt> ch Setting, Vuch •r, Mrgmneisier der auf dem to nbtovet in 'Met' ndeeimchmr m nrt in Ostheim. S nrob. 10. Ausiusi istoph Jakob M Anton Volk HI., hmitt, Landwirt ui nrt in Freiensmr llenhain. 16, W' . Anton hanackM, Wendeberg. W rf) ^ieq, Landwirt Wt* i Gießen. 22. D 93 Loms Haase, ,*TÄ Sen. 28. Georg Mt D, Landwirt fehlte bet dein > L (£en konnten. » ib in der S»ää die 'hnen w rK.5 U« Vorrat M . M [c ein andere starten,q«ar, mr* n Gang..7MNlt,a. 'rEAserE ftfj vonL Preise «■ KK M-! h W »io vA 180v211Uf1j£ EtleE?0ii0 % Kl), A'7 72-?5^0 «Jj Kl, 3. Nr. 111 Erstes Blatt. 154. Jahrgang Freitag 13. Mai 1904 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gietzener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kekfischen Landwirt die Siebener Zamilien. blätter viermal In der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag bet Bcühl'schen Unloer1/®uc6-u. Sicht* d rucke ret. 9u Lange. Redaktion, Expedition z und Druckerei: Lchulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanschlußNr.bl. Gietzener Anzeiger w General-Anzeiger y ** Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezugSpretsr monatlich7bPf., viettel- jährlich Mk. 9J2O; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viettel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die TageSnummer bis vormittag» 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12P^ auswärts 20 Pfg. DeranIwortlich für den poltt und allgem. Teil: P. Witt ko: für »Stadt und Canb* und .DettchtSsaatt: August Goetz; sür den An- zeigentell: HanS Beck. Politische Tagesschau. Krisengerüchte. Man schreM uns aus Berlin, 12. Mai: Die in einem Teil der Presse verbreiteten Gerüchte über eine Kanzlerkrisis werden uns an autoritativer Stelle kurzweg als „Unsinn" bezeichnet. Von einer Erschütterung der Position des Grafen Bülow könne mir ein mit den tatsächlichen Verhältnissen Unvertrauter sprechen. Soweit die uns zuteil gewordene Information. Die agrarische „TagesHtg." schreibt, nur eine einzige „Unstimmigkeit" scheine zwischen dem Kaiser und dem Kanzler obgewaltet zu haben; ihr, der „Tagesztg", werde glaubhaft versichert, daß der Kanzler die Ernennung des Generals v. Trotha zum Ober komm and irrenden in Südwestafrika nicht gewünscht habe. Jedenfalls hat aber doch Graf Bülow mit der vom Kaiser angeregten Entsendung des Herrn v. Trotha sich einverstanden erklärt, und darauf kommt es an. Wenn scharfe Beobachter in letzter Zeit den Grafen Bülow in minder heiterer Laune gesehen haben, so dürften die Sorgen der auswärtigen Politik wohl eine ausreichende und begreifliche Begründung solcher Stimmungsbeeinträchtigung bilden. Ein schwieriger Posten. Man schreibt uns von besonderer Seite: Zu der keineswegs inaktuell gewordenen Frage des Rücktritts des Kolonialdirektors Dr. Stübel verlautet von unterrichteter Seite, daß nach Beendigung der Afrika-Konferenz der die Ernennung des Generals von Trotha folgte, bei Dr. Stübel der Entschluß, sein Amt niederzulegen, feststand. Es sei indessen dem zum Kolonialdirektor entsandten Vertrauten des Kaisers, Admiral Hollmann, gelungen, Dr. Stübel zu überzeugen, daß sein Rücktritt jetzt den ungünstigsten Eindruck machen und die nicht geringen Schwierigkeiten noch vergrößern würde. Dr. Stübel bleibt also bis auf weiteres, aber er hängt an dein undankbaren Amt jetzt weniger denn je. Vielleicht ist die Tätigkeit auf keinem einzigen Verwaltungs- Posten mit solchen Schwierigkeiten verknüpft wie an der Spitze der Kolonialabteilung. Es muß einmal ausgesprochen werden, daß innerhalb dieses Ressorts verschiedene nicht selten sich kreuzende Neigungen und Strömungen vorhanden sind, daß Einflüsse sich geltend machen, bereit Zurückdräng- nng dem Kolonialdirektor auf jeden Fall Verdrießlichkeiten 'bereitet. Dr. Stübel ist ein sehr wohlhabender Herr; wer wollte es ihnt verdenken, wenn er den mit seinem Amt verknüpften Aufregungen und Enttäuschungen Valet zu sagen geneigt ist. ________________________________________ Der Aufstand in Aeutsch-Südrvestafrika. London,. 12. Mai. Nach einer Drahtuny aus Johannesburg verlassen die in den Goldminen am Rand arbeitenden Hereros das Land, um sich dem Aufstande in Deutsch-Südwestafrika anzuschließen. Eine große Menge wurde an der Grenze der Kalahari, welche sie zu überschreiten im Begriffe waren, sestgenommen, aber viele entkamen. Berlin, 12. Mai. Aus Windhuk wird gemeldet: Die Nordabteilung rückte am 9. d. M. mittags von Karibik aus Omaruru ab. Bei Ranas, fünf Kilometer östlich von Ontju, fand ein Patrouillengefecht statt, wobei ein Obermatrose fiel und ein Reiter verwundet wurde, zwei werden vermißt. Als bei einbrechender Dunkelheit Ontju beschossen wurde, gingen die Hereros aus Paresisberg zurück. Samuel Mahahero soll vier Tagemärsche östlich von Omaruru sitzen, andere Haufen Herero sind in nördlicher und nordöstlicher Richtung abgezogen. Einzelne Banden durchstreifen die Gegend. Eine Farm bei Okumbahe wurde von den Hereros übersä llen und mehrere eingeborene Wächter getötet. Der Krieg zwischen Japan und Rußland. Da8 Vorrückeu und Landen der Japaner. Petersburg, 12. Mai. Ein Telegramm des Generals Pflug an den Kriegsminister vom 11. Mai befaßt: Wie unter dem 10. Mai berichtet wird, rückte eine von den japanischen Divisionen, anscheinend eine Gardedivision, aus Föng- w a n g t s ch ö n g auf dem Wege nachHaitscheng vor. Gegen eine Division Infanterie mit 40 Geschützen und 1500 Mann Kavallerie sollten auf dem Wege Föngwangtschöng-Samadsi vorgehen : bis jetzt ist in Kuandiansian die Vorhut dieser Abteilung gesehen worden, bestehend aus einem Bataillon Infanterie und drei Eskadronen, sowie einer Gebirgsbatterie. Meldungen vom 7. Mai zufolge hatten die japanischen Truppen in der Nähe von Föngwangtschöng in zwei Abteilungen Stellung genommen, die erste einen Tagemarsch nach Südwesten von Föngwangtschöng, die zweite am mittleren Laufe des Tagangho, welche an demselben Tage den Uebergang über diesen Fluß begann. Nördlich vom Kap Ternintel wurden 30 japanische Transportschiffe gesehen. In den übrigen Gebieten keine Veränderungen. Petersburg, 12. .Mar. Em Telegramm des Generalmajors CH ar ko witsch an den Generalstab vom 11. Mai lautet' Am 9. Mai erschien im Tale desSedshho, eines linken Nebenflusses des Tajanpho, die japanische Vorhut. Eine bedeutende feindliche Abteilung fährt fort, Kuanmtao auf dem linken Ufer des Tajanpho, 15 Werst nördlich von Takuschan, zu besetzen • eine andere, ein Bataillon und eine halbe Eskadron starke Abteilung befindet sich etwa 8 Werst nördlich von Takuschan. Nachrichten zufolge stand eine japanische, gegen 10000 Mann Infanterie und 50 Geschütze starke Abteilung am 10 Mat in Salidsaipudsa, auf dem linken Ufer des Tajanpho, 30 Werst nördlich von Takuschan und rückte am 11. Mai nach Siuian vor. t Petersburg, 12. Mai. Em Telegramm des Generals Cb ar ko witsch an den Generalftab vom 11. Mai lautet: „Am 4. Mai erschienen auf der Höhe von P i t ß e w o und Kap T e- minal gegen 60 japanische Transport-- und Krregs- j dj * f r e. Äur Feststellung der feindlichen Strettkrkfte und der Absichten des Gegners wurden freiwillige Abteilungen ausgesandt; diese stellten fest, daß die Japaners üblich derMündung des Flusses Schannehe, 15 Werst von Pitßewo, gelandet waren. Ihre Zahl betrug 10000. Die russische Bevölkerung verließ Pitßewo. Eine russische Abteilung stieß gegen abend auf den Feind, der in Ueberzahl war, und w i ch diesem aus; sie wurde« 8 Werst weit von den Japanern verfolgt und hatte nur geringe Ve r l u st e. Me Japaner sandten am Abend des 5. Mai eine gegen zwei Regimenter starke Abteilung nach Tandsiafan westlich von Pitßewo, sowie zwei Abteilungen in der Richtung nach Süden und Westen vom Landungsplätze. Um 8 Uhr morgens am 6. Mai zeigten sich Streifwachen bei Pulandian. Hierauf rückten Jnfanterieabteilungen vor, die ein ergebnisloses Feuer auf einen nach Norden fahrenden Zug eröffneten. Am 7. Mai räumten die Japaner Pu- l a n p i a n, wahrscheinlich aus Furcht, abgeschnitten zu werden, da em Cy klon zu wüten begonnen hatte. Eine Heine russische Kavallerieabteilung nahm am 8. Mai Rekognoszierungen nach der Station Ssanschiltpa, südlich von Pulaudian, nach Pitßewo und Wafandian vor und legte im Lause des Tages 85 Werst zurück. An der Bahnlinie zeigte sich der Feind nicht. Chinesischen Angaben zufolge wurden im ganzen gegen 20000 Japaner mit Artillerie gelandet. Am 9. Mai griff eine japanische' Abteilung den russischen Vorposten bei einem Dorfe südlich von der Schanchemündung an. 4 Mann von der Grenzwache wurden getötet und 8 verwundet. Am 10. Mai zogen sich die japanischen Abteilungen von der Eisenbahnlinie zurück. Ein Oberstleutnant des 4. Eisenbahnbataillons ließ die Bahnstrecke nach Port Arthur ausbessern. Am 9. und 10. Mai b e s etzte die j a p a n i s ch e V o rh u t das Dorf Mu t fl a tu n und das Dorf S o s d i a t i n. Andere Vorposten des Gegners nahmen 10 Werst westlich von Pitßewo Stellung. Eine feindliche Eskadron näherte sich Wafandian auf 20 Werst, kehrte aber um, da sie einer russischen Streifwache begegnete. Das Dorf T a n s i a t o n wird von dem Feinde besetzt gehalten. Auf eine kleine russische Streifwache, die sich am 10. Mai Pitßawo näherte, wurde Geschützfeuer eröffnet. Vom Moticnpaffe. Paris, 11. Mai. Petersburger Privatmeldungen zeugen übereinstimmend von schweren Besorgnissen, die durch die Berichte über die Situation der Hauptmacht Kuropatkins hervorgerufen worden ist. Man kennt zur Stunde noch Nicht die Stärke der Kolonne, welche zur Verteidigung deS Motien-Passes ausgesandt wurde und aus Infanterie und Kavallerie bestand. Man weiß nur, daß die Infanterie durch die japanische Gebirgs-Artillerie sehr erhebliche Verluste erlitt. Die Russen hatten entweder ungenüaendeGebirgs- Artillerie oder sie kamen nicht in die Lage, sie günftig zu plazieren. Paris, 11. Mai. Das Gerücht, daß General Sassu- l i t s ch in der Nähe des Motien-Passes gefallen sei, ist noch unbestätigt. Zugestanven wird, daß Mangel an Artillerie es unmöglich macht, den Vormarsch Kurokis durch die beiden Pässe zwischen Föngwangtschöng und Langtszeschan aufzuhaltcn. Auch fehlt es im russischen Hauptquartier stark an Kavallerie, um den Japanern in der Liao-Ebene bei ihrer Entwickelung zu der erwarteten Schlacht am Liaoyang Verluste beizubringen. Die Vereinigung des russischen Geschwaders. Petersburg, 11. Mai. Hier geht das Gerücht (!), daß das Wladiwostok-Geschwader sich mit dem Geschwader in Port Arthur vereinigt hat. Hierbei seien drei japanische Kreuzer und ein russiseher Panzer in den Grund geschossen worden. Port Arthur. Paris, 12. Mai. Wie aus Petersburg gemeldet wird, trifft die Garnison von Port Arthur angesichts einer bevorstehenden B e- lagerung große Vorbereitungen. Die Truppen sind damit beschäftigt, durch Minen größere Hindernisse zu sprengen, welche den russischen Geschützen das Zielen erschweren, oder den Japanern als Schlupfwinkel dienen könnten. Dies dürste auch die Erklärung für die Explosionen fein, von denen Admiral Togo berichtet. — Im russischen Generalstabe glaubt man nicht, daß die Japaner darauf verzichtet haben, Port Arthur förmlich zu belagern. London, 11. Mai. „Daily Chronicle" berichtet aus Tokio: Die Japaner beschäftigen sich damit, schwere Geschütze nach Port Arthur zu bringen, um die Stadt zu beschießen. Des Zar verabschiedet sich. Paris, 12. Mai. Nach Meldungen aus Petersburg begibt sich der Zar in den nächsten Tagen nach Charkow, um sich vom zehnten Korps zu verabschieden. Russisches Schuhwerk. Petersburg, 11. Mai. In Irkutsk ist ein großer Skandal entdeckt worden. Es hat sich herausgestellt, daß für 10000 Rubel Militärschuhe, die von Warschau geliefert worden sind, nicht genäht, sondern nur geleimt waren. Die japanische Anleihe. New York, 12. Mai. (Reuter.) Tie Anmeldungen auf die Subskriptton der japanischen Anleihe übersteigen den aufgelegten Betrag. Die Subskription bleibt jedoch bis zum 13. Mai vormittags offen, um den auswärtigen Zeichnern zu ermöglichen, ihre Aufträge zu erteilen. Deutsches Reich. Berlin, 12. Mai. Man meldet aus Straßburg: Das Kaiserpaar traf gestern in Begleitung der Prinzessin Viktoria Luise zu viertägigem Aufenthalt hier ein. Der Kaiser hörte heute vormittag den Vortrag oes Gesandten v. Tschirschky-Bögenborff. Um 10 Uhr begab sich das Kaiser- vaar mit der Prinzessin Viktoria Luise uito Gefolge nach oer evangelischen Garnisonkirche zum Gottesdienst. Mili- täroberpfarerr Richter hielt die Predigt. Der Kaiser nahm nach der Kirche militärische Meldungen entgegen und nahm sodann vor dem «panptportal der Oberpostdirektion in der Kaiser Wilhelmstraße den Vorbeimarsch sämtlicher Truppen der hiesigen Garnison ab. W zogen zuerst die Fußtruppen, dann die berittenen Mannschaften vorbei. Letztere waren Ebenfalls zu Fuß. Die Kaiserin sah mit der Prinzessin vom ersten Stock der Oberpostdirektion dem militärischen Schauspiele zu. Nach der Kritik hatte der Kaiser eine längere Besprechung mit dem Generalleutnant v. Trotha. Inzwischen fuhr die Kaiserin mit der Prin- zessin nach dem Kaiserpalast, wohin der Kaiser bald darauf folgte. Um 1 Uhr begab sich der Kaiser zum kommandierenden General Ritter Hentschel v. Gilgenheimb und nahm dort das Frühstück ein. Heute nachmittag unternahmen der Kaiser unh die Kaiserin bei schönstem Wetter eine Spazierfahrt. Sie wohnten abends der Familientafel beim Statthalter bei. Ter Kaiser verlieh dem Schwiegersohn des Statt? Halters, Fürsten zu Leiningen, den Kronenorden 1. Kl., dem Professor der hiesigen evangelisch-theologischen Fakultät N o w a ck den Kronenorden 3. Klasse. — Der Kaiser erhob den Präsidenten des LandeSauS- schusses für Elsaß-Lothringen Staatsrat Jaunez in den erblichen Ade Ist and. — Im Reichsschatzamte schweben Erwägungen darüber, in welcher Weise ein einheitliches Verfahren bei der Gewährung von Veteranenbeihilfen seitens der Einizelregieruntzen zu erreichen sein könnte. — Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags setzte eine Kommission ein, die Maßnahmen zur Abwehr des behördlichen Einschreitens gegen die Verwaltung der Krankenkassen, wie in Köln, Solingen und Leipzig, beraten soll. Die Fraktion beschloß ferner eine Interpellation wegen des preußischen Gesetzentwurfes betr. K o n t r a k t b r u ch ländlicher Arbeiter. — Das Abgeordnetenhaus hat gestern' die erste Lesung des Ansiedelungsgesetzes beendet und die Vorlage einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Es folgt dann die erste Beratung des Gesetzentwurfes betr. die Dienstbezüge der Kreistierarzte. Die Vorlage sieht eine Erhöhung der Bezüge der Kreistierärzte: vor. Dieselbe wurde nach längerer Debatte an eine Kommission von 14 Mitgli^rern verwiesen, desgleichen nach kurzer Debatte die Vorlage betteffend die Gebühren der Medizinal-Beamten ebenfalls an eine isgliedrige Kommission. Kiel, 11. Mai. Tie vier Schiffe der Kreuzer-Division in Ostasien gehen statt nach Nervport News' zunächst nach den haitianischen Gewässern, um dort die deutsche Flagge zu zeigen, da Unruhen' erwartet werden. Als Rerrdezvous dient Port au Prince. Sodann erfolgt die. Weiterreise nach Newport News. Der Kreuzep „Ga'zelle" bleibt, wenn nötig, dort. Mülheim, 11. Mai. Zum Aerztestreik berichtet die „Mülh. Ztg." folgendes: Ein Arzt des städtischen Krankenhauses legte einem Knaben, der den Arm gebrochen^ hatte, einen Verband an: er nahm aber den fertiagestellten> Verband wieder ab, als er erfuhr, daß der Vater des Knaben auf dem Kabelwerk Kckrlswerk arbeitete, auf demjenigen Werke, welches in dem Streite zwischen dem Aerzten und den Krankenkassen zu Ungunsten der Aerzte! den Ausschlag gab. Der Begleiter des Knaben wollte bas^ Arzthonorar und die Kosten für den Verband erlegen. Die zuständige Behörde hat eine Untersuchung eingeleitet. Ulm, 12. Mai. Heute tagte hier die erste Hauptver-. sammlung des Württembergischen Journalisten- und. Schriftstellervereins unter Leitung deS Redakteurs! Adolf Heller (Schwäb. Merkutt'). Das Justtzministerium, war vertreten durch Ministerialrat Schwab', das Ministerium^ des Innern durch Ministerialrat Scheurlen. Die Versammlung beschloß den Anschluß an den Deutschen Journalisten- und Schriftstellerverband, und die Absendung von Eingaben an den Reichstag und den württembergischen Landtag für Aushebung des Zeugniszwangs der Redakteure. Aüslanö. Stockholm, 11. Mai. Die Verfassungskommission erstattete Bericht über den Regierungsentwurf betr. Erweiterung des, Stimmrechtes bei den Wahlen zur zweiten Stammet des Reichstages. Die Kommission schlägt die Einführung des all-^ gemeinen ©timmred)teä bei Proportionalwahlen vor. Bedingung für die Ausübung des Wahlrechtes ist ein Alter von 25 Jahren und die Bezahlung von Staats- und Kommunal-, steuern. Die Anzahl der Mgeordneten der zweiten Kammer wurde auf 170 vom Lande und 60 von den Städten festgesetzt. London, 12. Mai. Das Unterhaus lehnte den Beschluß- antrag, dahingehend, den Parlamentsmitgliedern eine' Geldentschädigung zu zahlen, mit 221 gegen 155 Stimmen a b. Birmingham, 12. Mai. Chamberlain hielt heute abend hier eine Rede. Er gab einen Rückblick über das Ergebnis seiner Zolleampagne während des ersten Jahres und führte aus, diese bewirkte bereits große Veränderungen im Auslande. Während feiner Auslandsreise sei er mit Persönlichkeiten zusam- mengefommen, die freimütig den Wert der neuen Politik Angaben Einige erkannten sogar an, wenn diese zur Geltung käme, müßten sie ihre Farbiken nach England verlegen. Er könne nicht widersprechen, daß die nächsten Wahlen sich einzig nach der fiskalischen Frage hin vollziehen werden. Es sei möglich, daß die Volkstümlichkeit der Regierung erschöpft sei. Eine Niederlage der Unionisten bei den Wahlen sei möglich. Aber die Unionisten brauchten nichts zu verlieren, wenn ein Wechsel in der Dekoration und in den Akteuren einträte und ein Stück auf der Bühne erscheine, das infolge deS Zischens bald von derselben verschwinden müsse. Wien, 11. Mai. Die parlamentarische Kommission des Tschechenklubs beschloß in ihrer heutigen Sitzung eine Kundgebung. Ohne Rücksicht aus die Verhandlungen über Versöhnung müßten sie die böhmische als Amtssprache und eine Universität in Mähren fordern. Die Alldeutsche. Vereinigung beschloß ebenfalls ein Kundgebung, worin auf die schädliche Wirkung der tschechischen Obstruktion und die hierdurch verursachte Willkürherrschaft des § 14 verwiesen und das Festhalten an dem bekannten Linzer und alldeutschen Grundprogramm betont wird. Tie Kundgebung protestiert gegen alle Versuche, durch sogenannte Verständigungen die Rechte der deutschen Bevölkerung preiszugeben. Belgrad, 12. Mai. Hiesige, Blätter melden, daß die Krönung deshalb verschoben fei, weil die Krone bis zum Juni nicht fertiggefteUt werden kann. Die Krone wird aus der B r o n z e des ersten Geschützes Karageorgs hergestellt. Petersburg, 11. Mai. Der Kaiser und die K a i f e r i n wohnten heute der Ätaiparade bei. Newyork, 11. Mai. Wie aus Manila gemeldet wird, haben mehrere hundert Moros Leutnant Harper und 39 Mann des 17. Infanterie-Regiments am 8. Mai bei Simaptenu auj Mindanao aus ein^m Hinterhalt überfallen. Zwei Offiziere und 15 Mann wurden getötet, fünf verwundet. _____ Aus Stadt und Land. Gießen, den 13. Mai 1904. Der Nachdruck unserer durch Korrespondenzzeichen gekennzeichneten Originalartikel ist nur unter Zitat des „Gieß. Anz." gestattet. "'Von derLandes-Universität. Nächsten Sonntag wird mit dem Jahresfeste derSenckenbergischenNatur- Forschenden Gesellschaft in Frankfurt a. M. die Feier der Grundsteinlegung zu dem Neubau des natur- historischen Museums stattfinden. Als Vertreter unserer Universität wird Se. Magnifizenz der Rektor, Prof. Dr. Brauns, an der Feier teilnehmen. * * Auf eine 25jährige Tätigkeit als ordentlicher Professor und Direktor der medizinischen Klinik an der Universität Gießen kann mit Beginn des Sommersemesters 1904 Geh. Medizinalrat Professor Tr. Franz Riegel zurückblicken. Die Kliniker veranstalten aus diesem Anlaß nächsten Dienstag einen Festkommers. Am 15. Mai 1879 trat er hier seine Stelle als ordentl. Professor an. Gr' war vordem, seit 1874, dirigierender Arzt der mediz. Abteilung der städtischen Krankenhäuser in Köln gewesen. • • Der Kreisausschuß des deutschen Flottenvereins hielt am Mittwoch abend unter dem Vorsitz von Geheimrat Prof. Dr. Oncken in der kleinen Aulo der hiesigen Universität seine diesjährige Hauptversammlung ab. Herr Schad erstattete den Rechenschaftsbericht. Danach betragen die Gesamteinnahmen 893.20 Mk., wovon 630 Mk. an den Landesausschuß zu Darmstadt abgesandt wurden. Das Ergebnis der kine matographischen Vorführungen, die im Lause des Winters in der großen Aula der Universität stattfanden, war ein sehr günstiges. Die Vorführungen wurden von 2940 Personen besucht. Nach Abzug aller Unkosten konnten 398.39 Mk. an die Zentralstelle zu Berlin abgeliesert werden. Auf Vorschlag des Geheimrats Prof. Dr. Oncken werden die Herren Helm und Kreisamtmann Dr. Kranzbühler in den engeren Vorstand gewält. Kreisamtmann Dr. Kranzbühler erstattete darauf Bericht über die Hauptversammlung des deutschen Flottenvereins zu Dresden. * • Der Wohltätigkeitsverein „Contentia" hält, weil sein Sommerfest am Sonntag vom Wetter nicht begünstigt war, kommenden Sonntag auf der „Schönen Aussicht" noch eine Nachfeier ab. * • W ald brand. Im Wiesecker Gemeindewald, an der Straße zwischen der Wellersburg und dem Hangelstein entstanden gestern mehrere Waldbrände, die glücklicherweise durch rechtzeitig hinzugekommene Spaziergänger unterdrückt werden konnten. r. Groß en-Linden, 12. Mai. Das alljährlich auf Holzburg stattfindende Himmelfahrtfest war heute äußerst stark besucht aus der gesamten Umgegend. Die Festpredigt hielt Pfarrer Vowink-Frankfurt. Zur Verschönerung der Feier trugen die Kirchengesangverein aus Lützellinden und Klein-Linden und die Posaunenchöre aus Dutenhofen, Klein- Linden und Gießen wesentlich bei. n. Staufenberg, 11. Mai. Heute fand zu Mainzlar militärische Pferdemusterung statt. Dahin müssen auch die Pferde des Gutshofes Friedclhausen gebracht werden. Auf dem Heimwege, zwischen Staufenberg und Friedelhausen, erhielt ein Knecht von seinem Pferde einen Schlag an den Kopf, welcher nach kurzer Zeit, ehe ärztliche Hilfe möglich wurde, den Tod herbeiführte. Ein Verschulden des Knechtes liegt nicht vor. 2 Lich, 13. Mai. Am 12. ds. Mts. verschied nach kurzem Krankenlager infolge Herzschwäche zu Hohensolms die Witwe Sr. Durchl. des Fürsten Hermann zu Solms- Hohensolms-Lich, Fürstin Agnes, geb. Gräfin zu Stolberg-Wernigerode. § Münzenberg, 12. Mai. Ein 28jähriger Knecht oon dem Rockenberger Hof erhängte sich gestern abend in unserer Gemarkung an dem Oekonomiewagen seines Dienstherrn, als er Arbeiten auf dem Felde verrichtet hatte. Die Behörde hat den Tatbestand noch in der Nacht ausgenommen. § Griedel, 12. Mai. Gestern abend geriet unweit des Orts ein mächtiger Stroh Haufen in der Nähe des Bahnhofes ein Brand; Feuerfunken ans einem vorbeigefahrenen Eisenbahnzuge sollen den Brand verursacht haben. hd. Friedberg, 12. Mai. Rechtsanwalt Windecker, oer Kandidat der Nationalliberalen des Wahlkreises, ist ein entschiedener Anhänger des direkten Landtags-Wahlrechts. Dagegen hält man hier die beiden anderen Kandidaten nicht für Freunde einer volksfreundlichen Wahlreform, und eß heißt, daß aus Abgeordnetenkreisen Bemühungen im Gange sind, um die Zurückgehung der beiden anderen Kandidaturen zu erwirken. s. Gonterskirche n, 11. Mai. Heute fand hier die Neuwahl des Bürgermeisters statt. Der seitherige Bürgermeister Jochem hatte seine Wiederwahl aus Gesundheitsrücksichten abgelehnt. Als Kandidaten standen sich der Wagner Wilhelm Lindt I und der Polizeidiener Ludwig Lindt gegenüber, von welchen der erstere 53, der letztere 51 Stimmen erhielt. W. L. I ist somit gewählt. R. B. Darmstadt, 12. Mai. Der Evangelische Kirchenbauverein Darmstadt-Bessungen, der sich die Aufgabe gestellt hat, für den neu angeschlossenen Stadtteil Besiungen eine eigene evangelische Kirche zu errichten, hielt gestern abend unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Frhrn. v. Senarclans- Grancy seine ordentliche Hauptversammlung ab. In dem von Pfarrer Rückert erstatteten Jahresbericht wurde ausgeführt, daß die Kirchenbaufrage als gelöst betrachtet werden könne; der früher erworbene Bauplatz Haardweg 58 wurde als zu klein aufgegeben und ein günstiger gelegener Platz an der Ohlystraße erworben, auf welchem bereits im kommenden Herbst der Grundstein zu dem neuen Gotteshause gelegt werden soll. Die Kosten für den Bau sollen die Summe von 250 000 Mk. nicht überschreiten. Die Mitgliederzahldes Vereins betrug am 1. April 1903 622, am 1. April 1904 704. Die Einnahmen und Ausgaben des Vereins balanzieren mit nahezu 4000 Mk., das Vermögen beträgt 14 879 Mk. Nach der von Regierungsrat Fuchs gegebenen Rechnungsüberficht erfolgte die Neuwahl des Vorstandes, wobei außer der Neuwahl des Geh. Hofrats Prof. Dr. S tä del sämlliche übrigen Vorstandsmitglieder wiedergewählt wurden. R. B. Darmstadt, 13. Mai. (Drahtmeldung.) Se. König!. Hoheit derGroßherzoa vegab sich gestern mittag 1 unter Benutzung des Bensheimer Schnellzuges nach Schonberg zum Besuche der fürstlich Erbach scheu Herrschaften, blieb dort bis zum Abend, übernachtete im Fürstenlager iiith machte heute früh einen Jagdausflug nach dem Jägersburger Walde. Heute mittag kehrte er hierher zurück. Morgen wird Se. Königl. Hoheit nach dem alten Residenzschlosie aus längere Zeit übersiedeln, da im Neuen Palais große bauliche Veränderungen vorgenommen werden sollen. Später begibt sich der Großherzog zum Sommeraufenthalt nach Jagdschloß Wolfsgarten. Worms, 13. Mai. Die hiesige Handelskammer beschloß, an das hessische Ministerium, sowie an das Kais. Reichsamt des Innern folgende Erklärung zu richten: „Nachdem die Handelskammer schon früher ihren Stand- mnkt zur Monopolfrage gekennzeichnet hat, erachtet ie es als ihre Pflicht, gegen die mißbräuchliche Mono- )olisierung der wichtigsten Nahrungs- und Verbrauchsmittel wie Kohle und Petroleum hiermit wiederholt ihre Bedenken zum Ausdruck zu bringen. Das Kohllensyndikat hat dieselbe monopolisierende Wirtschaftsform zu finden gewußt, welche bei der Behandlung des Petroleumgeschäfts chon lange beklagt wurde. Die Gewerbetreibenden, die Konsumenten aller Art und insbesondere auch die Arbeiter werden durch diese Maßnahmen auf das schwerste geschädigt, und unsere Industrie gegenüber dem Auslande konkurrenzunfähig gemacht. Nachdem Herr Graf Posadowsky ein Petroleumgesetz im Reichstag in Aussicht gestellt hat, sprechen wir die Hoffnung aus, daß auch für die Kohlenfrage eine entsprechende Regelung gefunden wird." 8. Ruppertsburg, 11. Mai. Der 72 Jahre alte Witwer Joh. Bott beging gestern nachmittag S e l b st m o r d, indem er sich an einem an der Decke seines Zimmers angebrachten Haken aufhängte. Das Motiv zur Tat soll die Furcht vor einer dreimonatigen Gefängnisstrafe gewesen sein, welche der Genannte wegen Körperverletzung zu verbüßen hatte. Frankfurt a. M., 11. Mai. Die Ueberführung der beiden Raubmörder Groß und Stafforst aus ihrem derzeitigen Aufenthaltsorte, dem sicheren Polizeigesängnis, in den Schwurgerichtssaal am kommendenMon- tag wird rpnter besonderen Vorsichtsmaßregeln erfolgen, die aber auch die Schaulust der Menge enttäuschen wird. Soviel bis jetzt aus sicherer Quelle verlautet — so schreibt der F. G.-A. — werden Groß und Stafforst schon am frühen Morgen im Gefüngnishof in den Zellenwagen gebracht und den kurzen Weg über die Gerichts straße zum nördlichen Einfahrttore des Justizpalastes geführt. Im abgeschlossenen Hofe über eine dem Publikum unzugängliche Wendeltreppe kommen sie dann direkt in die Zelle, die wieder einen direkten Zugang ntr Anklagebank hat. — Tie Kartenverteilung (grüne für vie Presse, gelbe Färbung für das Publikum) hat begonnen. Da nicht nur für die nicht ausgelosten Geschworenen Plätze reserviert werden mußten, sondern auch für die hiesige und auswärtige Presse in der Zahl von ungefähr zwanzig Vertretern, weiter die verfügbaren Plätze im Zuhörerraum von den etwa 70 Zeugen zum großen Teil in Anspruch genommen werden, dürsten nur noch sehr wenige Plätze an das interessierte Publikum verteilt werden. Leute ohne Karten kommen nicht in den Zuhörerraum, nicht einmal auf die dahin führenden Treppen und Gänge. Das körperliche Befinden der Raubmörder Groß und Stafforst ist fortgesetzt gut. Die strenge Hast, in der sie gehalten werden, hat ihren Kräfte^ustand absolut nicht ungünstig beeinflußt; ihr Körpergewicht ist sogar seit der Haft gestiegen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Bei der am 10. ds. in Kastel erfolgten Eröffnung der Submissionsofferten für die Niederlegung der Festungswälle (Los Nr. 1) verlangte eine Kölner Firma 99 900 Mk. und eine Firma in Wiesbaden nur 46 620 Mk. Der Voranschlag betrug über 100 000 Mk. Vernaschtes. • Köln, 11. Mai. Ein Berliner Reisender fand bei der Rückkehr in seiner Kölner Wohnung, daß seine Gattin ein unerlaubtes Verhältnis unterhalten habe, worauf er sich durch zwei Schaffe tötete. * Düsseldorf, 11. Mai. Die hiesige Polizei verhaftete eine Hochstaplerin, die sich Ella v. Wolff- Metternich, Tochter deS deutschen Botschafters in London, nannte. Sie hatte in größeren deutschen Städten zahlreiche Schwindeleien verübt. * Essen, 12. Mai. Auf Zeche „Minister Achenbach" wurden durch einen Steinfall eine Anzahl Bergleute verschüttet; einer war sofort tot, mehrere sind schwer verletzt. * Danzig, 11. Mai. Auf 5er Fabrt von Elbing nach Schönbaum kenterte bei starkem Süvwest der Kanalkahn des Schiffers Jakob Reese aus Elbing; drei Kinder von zwei' bis sechs Jahren ertranken. * Mannheim, 11. Mai. Der wegen Ermordung seiner Geliebten zum Tode verurteilte Landwirt Johann Knapp aus Heddernheim ist vom Großherzog von Baden zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. * Speyer a. Rh., 11. Mai. Die hiesige Eisenbahnbrücke wurde nach dem F. G.-A gestern auseinander- ge rissen und teilweise demoliert. Das Räderboot „Straßburg II" mit drei anhängenden, schwer beladenen eisernen Schiffen wollte die Brücke passieren und fuhr infolge unrichtiger Steuerung gegen ein Brückenjoch. Das äußere Joch, auf welchem sich der Benzinmotor zum Ein- und ALfahren befindet, riß los und trieb 300 Meter stromabwärts, wo es infolge erlittener Beschädigungen sank. Das zweite Joch versank ebenfalls im Rhein. Zwei auf dem zweiten Joch stehende Brückenwärter fielen in das Wasser, wo sie mit großer Anstrengung gerettet wurden. Der übrige größte Teil der Brücke ist demoliert. Aber auch das eiserne Schiff erlitt eine so schwere Beschädigung, daß es anlegen mußte. Balken uns abgerissene Belage trieben in großer Anzahl rheinabwärts. Der Personen- und Bahnverkehr zwischen hier und dem badischen Lande ist unterbrochen. Der Materialschaden beträgt über 30 000 Mark. Der Personenverkehr wird durch Boote vermittelt. Der badische Zug läuft bis zur Brücke und nimmt hier die Reisenden auf. Untersuchung ist eingeleitet. • Borislaw, 12. Mai. Der 830 Meter tiefe Natan- Schacht wurde gestern durch einen Brand völlig zerstört. Menschenopfer sind nicht zu beklagen. Paris, 12. Mai. Nach weiteren Meldungen find infolge der Explosion des Ballons in der Nähe des Place de la Bastille 19 Personen verwundet. (Bgl. die Nachricht im he»,Ligen Morgenblatt.) Wien, 11. Mai. Die hiesige Polizei verhaftete den Handlungsreisenden Friedrich Müller aus Lambsborn in der Rheinprovinz, welcher von Zweibrücken aus Wege« Unterschlagung steckbrieflich verfolgt wird. • Genua, 12. Mai. In einem geheimen chemischen Laboratorium, in welchem Dynamit-Patronen angefertigt wurden, fand eine Explosion statt. Das Gebäude stürzte ein. Hierbei wurde eine Person getötet, während drei Schwerverletzte aus den Trümmern hervorgezogen wurden. • Athen, 11. Mai. Bei Theben erfolgte ein Zu- am men stoß zweier Güterzüge, wobei der Zugführer und der Heizer getötet und acht Arbeiter schwer verwundet wurden. * Alexandria, 11. Mai. Neuerdings sind mehrere Pest fälle mit tätlichem Ausgange vorgekommen. * St. Louis, 12. Mai. Hier wurde eine Mädchenhändlerin Namens Weinzierl verhaftet; sie hatte acht deutsche Mädchen mitgebracht. * Selb st mord eines Offiziers. In Fürstenwalde tötete sich der Oberleutnant Freiherr von Entres-Fürsteneck vom 3. Ulanenregiment Kaiser Alexander von Rußland in einem Anfall von Schwermut durch einen Schuß in den Kopf. • Die ersten Alpen-Touri st enunfälle dieses JahreS sind in Steiermark vorgekommen. Aus Leoben wird gemeldet: Vom Jägersteig am Gruntensee bei Tro- faiach stürzte der 20jährige Kontorist Franz Hammer vor den Augen seines Bruders, mit dem er die Partie machte, 20 Meter tief ab und wurde sterbend nach Trofaiach gebracht. — Von der Friesingerwand bei Freyenstein stürzte die 13jährige Ursula Waisnix beim Blumenpflücken ab und blieb tot. * Die Pocken. In Weeze und mehreren Ortschaften der holländischen Provinz Limburg, auch in einigen Dörfern unweit der holländisch-deutschen Grenze, namentlich in solchen im Lause der Maas, sind die Pocken ausgebrochen. Die deutschen Grenzbehörden ergriffen energische Maß- regeln, um eine Einschleppung der Seuche zu verhindern. Kunst und Wissenschaft. — Das Lessing-Theater in Frankfurt a. M., daS schon vor längerer Zeit projektiert war, soll nun doch seine Verwirklichung finden. Direktor Otto Neumann-Hofer hat das Unternehmen finanziert und in der Nähe des Bahnhofs dort ein großes Terrain erworben. Als sein Sozius wird Herr Plöcker-Eckhardt aus Wiesbaden genannt. Die Pläne zum Bau, die vollendet sind, hat ein bekannter Berliner Theater-Architekt entworfen. Schon in allernächster Zeit hofft man, mit dem Bau beginnen zu können. Herichtssaal. Mainz, 11. Mai. Im Prozeß des Schuhhändlervereins gegen die Firma Willstädt wurde gestern vor der hiesigen Kammer für Handelssachen bis gegen 88/* Uhr abends verhandelt und dann die Plaidoyers der Rechtsanwälte und das Urteil auf heute abend um 6 Uhr vertagt. Neben anderen Zeugen gaben auch zwei Sachverständige ihr Gutachten ab, widersprachen sich jedoch fast in allen Punkten. Der erste Sachverständige, Herr Wilh. Leinberger aus Frankfurt a. M., Vorsitzender der Schuhwarenhändler für Frankfurt und Umgebung, hielt Nachschiebungen von ausgegangenen Nummern am Ende eines Ausverkaufs an sich für erlaubt. Jedenfalls müsse man aber einen Unterschied zwischen einem regulären Geschäft und einem Ausverkauf sehen. Wenn deshalb im Willstädt'schen Geschäft ein Lager im Werte von Mk. 150 000 vorhanden war, so durften Nachschiebungen zunächst überhaupt nicht, höchstens gegen Ende des Ausverkaufs vorkommen, keinesfalls aber in dem Maße, wie es geschah, weil dies mit einem reellen Ausverkauf Nicht vereinbar ist. Bei einem so großen Lager müsse man überhaupt annehmen, daß jede Nummer in mindestens 30 verschiedenen Sorten vorhanden sei, so daß man, wenn wirklich in einer Sorte eine Nummer ausgegangen war, den Kunden mit der gleichen Nummer einer anderen Sorte bedienen mußte. Wollte der Kunde das nicht, so mußte man ihn eben ohne Kauf gehen lassen, dafür handele es sich um einen Ausverkauf, der sonst nie beendigt werden könnte. Erst in den letzten Tagen sind von der Firma Willstädt Inserate veröffentlicht worden, in denen „die reichste Auswahl in allen Sorten SÄuhwaren" angekündigt war; beruhte diese Ankündigung auf Wahrheit, so war bei einem reellen Ausverkauf kein Grund zu Nachschiebungen; war das Gegenteil aber der Fall, dann durfte die Ankündigung nicht erfolgen. Auf einem ganz anderen Standpunkt stand Schuhfabrikont Jourdan von hier, der zunächst betonte, daß ihm das Willstädtsche Geschäft, das schon 50 Jahre bestehe, als streng reell bekannt sei, weshalb er auch das Vorgehen der Schuhhändler gegen die Firma höchst sonderbar finde, noch dabei zu einem Zeitpunkt, wo das Geschäft unter dem Drange der Verhältnisse aufgelöst werden muß. Bei dem großen Willstädtschen Lager befinde sich naturgemäß ein bedeutender Rest schwer verkäuflicher unkurant gewordener Sachen, die seinerzeit zu hohen Preisen gekauft wurden. Jedenfalls war das Lager viel zu groß für Mainzer Verhältnisse, daß aber Nachschiebungen hierbei stattfinden mußten, ist selbstverständlich, und auch der Wert der Nachschiebungen von etwa 6000 Mark sei in diesem Falle erlaubt. Auf besonderes Befragen erklärte Herr Jourdan noch, daß er mit der Firma Willstädt in keiner Geschäftsverbindung stehe; bekannt sei es ihm, daß Willstädt, wie ledes andere Geschäft, in letzter Zeit wiederholt Saisonausverkäufe von zurückgesetzten Waren zu ermäßigten Preisen angekündigt habe. Der llägerische Vertreter, Rechtsanwalt Dr., Guthmann, stellte hierauf den Antrag auf Entfernung der Schilder „Totalausverkauf" von dem Willstädt'schen Geschäft und wollte ferner der Firma bei Strafe verboten sehen, Nachschiebungen vorzunehmen und in den Inseraten von „reichster Auswahl in allen Sorten" zu sprechen^ _________________ Sport. Fußball. Da zu Pfingsten zu Kassel nunmehr zum zweiten Male die Fußballmeisterschaft von Deutschland ausgetragen wird, so dürfte es angebracht sein, der Oesfentlickkeit einige Aufklärung über Ausbreitung und Verbreitung des Fußballsportes in Deutschs 1 land zu geben. Vorbemerkt sei, daß der Vorwurf, das Spiel , sei englischen Ursprungs, nach neueren Forschungen nicht mehr: stich- haltig ist. Von etwa 500 bis 600 deutschen Fußballklubs (außerhalb der Schulen) umfaßt der deutsche Fußballbund ungefähr 200, die aber an sportlichen Leistungen und Mitgliederzahl die stärksten sind. Der Bund zählt etwa 12 000 Mitglieder. Er zerfällt in 12 Verbände und hat außerdem noch 8 Einzclvereine (darunter der Gießener Klub). Die Verbände sind zum Teil wieder in Gaue geetilt. Tie Meisterschaft wird derartig ausgetragen, daß zuerst im Gau der Meister ermittelt wird, dann spielen die Gaumeister um die Verbandsmeisterschast und schließlich die Verbandsmeister 1 um die Bundesmeisterschaft. Es fanden bisher folgende Vor- und Zwischenrundespiele um die Meisterschaft des D. F. B. statt: Karlsruher F. V. gegen Vritannia, Berlin 1 :6, Verein für Bewegungsspiele, Leipzig (der vorjährige Meister) gegen Viktoria öon 1896, Magdeburg 1 :0, Germania, Hamburg gegen Akadem Rud - u. Ballspv., Hannover 11 :0, Duisburger Spielverein gegen Kasseler 1 F. V. von 1895 5 : 2, Britannia, Berlin gegen Germanra, Hamburg 3:1. Es fehlt nun noch das Spiel: V. f. B., Leipzig gegen Duis- , burger Sp. V., das am Himmclfahrtstagc in Leipzig zum Austrog , kommt, und zu Pfingsten fällt, wie oben schon gesagt, die Enl- Leibung in Kassel. | Arbeiterbewegung. Mainz, 11. Mai. Die Maurer beschlossen in einer Ver^ i sammlung mit 614 gegen 22 Stimmen, am Freitag in den Streik Nn Ortschaften einigen Dörfern namentlich in -n ausgebrochen, bergische Maß. Uu verhindern kfurta-M., daun doch seine Per- « hat das Unter» w dort ein großes rr PlöckerMhardt sau, die vollendet Architekt entivorsen. \ Bau beginnen zu Schuhhändler- wurde gestern vor en bis gegen 8% >ohers der Rechts« m 6 Uhr vertagt, erständige ihr Gut« ilkn Punkten. Der as Frankfurt a. M., furt und Umgebung, Ammern am Ente üls müsse man aber Geschäft und einem Aschen Geschäft ein n roat, so dursten chstmS flfflflt Gute in dem Maße, löte tauf nicht vereinbar bnbauvt amchmen, denen Torten vor« m einer Torte eine -er gleichen Rümmer der Kunde das nicht, :ieWVÄ"l SSSf* Teil zuerst S usdettEMNiq^ L LL fc3"»S' M L di- ® . Auswahl in allen Mr diese Ankündig« len Ausverkauf kein nteil aber der Fall, t Auf einem ganz urdan von hier, der Geschäft, das sch n (ei, wesbalb n auch Nrma höchst > ander» KsGeschZtuntt »en m«6. S" b” rgmi6 mi-dwim 3®t 6*. W Wenfalls war das aß aber M selbstverständlich- »atfsA ^/Äsonausverkause * ®*s5 hiit?8 to. T« 7' CJ’n aetstet” *,n> Sen,,*: - sle hatte ,n. ^stenwalde Fürsteneck Rußland in in di-s-s t ’ ( $UJ -«oben iE"see bei ko. : r««« vor ♦iort'e m* '°ch Stofaiii “9«Wn iUtiit umenpflücken ab Hrttn n>ch'., „rttbaib Freitag >nv einzutreten. Die Streikenden verlangen einen Mindeststundenlohn von 50 Pfennig, für Gesellen unter 20 Jahren einen Stundenlohn von 40 bis 50 Pfennig. Die Bauunternehmer haben die Forderu- lungen abgelehnt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Exaudi, Sonntag, den 1b. Mai. (Softes bi en ff. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Ubr: Pfarrer D. Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde. (Neues Testament mttzubringen.) Vormittags 9'/, Uhr: Repetent Lic. Fuchs. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. I« der JohanueSktrche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der JohanneSgemeinde. Vormittag? 9'/, Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas- gemeinde. Pfarrer Euler. Nach allen Gottesdiensten Kollekte für die kirchliche Ver- lorgung der evangelischen Glaubensgenossen im Ausland. Sonntag abend 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konfirmandensaale der Johanneskirche. Am 1. Pfingstieiertag Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde im Hauptgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Am 1. Pfingstfeiertage nach allen Gottesdiensten Kollekte für die Hessische Luther-Stiftung. Am 2. Pfingstfeiertage besondere Kollekte für die Armen. Katholische Gemeinde. Samstag, den 14. Mai 1904. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 15. Mai 1904. 6. Sonntag nach Ostern. LormittagS von 61/t Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. „ um 91L Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 tL Uhr: Christenlehre: darauf Andacht. Dienstag und Freitag abend um 6'/, Uhr ist Mai-Andacht. Israelitische Religionsgesellschaft. Hottesdienff. Sabbathseier am 14. Mai 1904. Freitagabend 7.30 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 8.55 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.80 Uhr, abends 8.55 Uhr. Israelitische Religionsgemeinde. Hottesdienff in der Synagoge (Südankage). Samstag, den 14. Mat 1904. Vorabend: 7.30 Uhr. Morgen?: 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. SchrifterNärung. SabbathauSganq 8.55 Uhr. Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft. Besitzrecht auf private Petroleum-Terrains. Angesichts der großen Entwicklung, welche die Petroleumindustrie in Rumänien nimmt, wurde das Besitzrecht auf private Petroleumterrains von den gesetzgebenden Körperschaften Rumäniens geregelt. Dieses Gesetz, bas allen seitherigen unsicheren Zuständen ein Ende macht, kann bei der Notwendigkeit, zur Ent- ivicklung der Petroleumindustrie fremde Kapitalien heranzuziehen, nur willkommen geheißen werden, da dasselbe vollständige Klarheit schalst. R u s s i s ch e S ch a tz s ch e i n e. An der Börse in Paris notieren die neuen Schahscheine bereits ca. 1 Prozent unter dem Ausgabekurs. Damit zeigt sich, daß selbst in Frankreich die russischen Anleihen, auch wenn sie unter so außergewöhnlich günstigen Bedingungen ausgegeben sind, nicht mehr den früheren Anllang finden. Nach allem, was man darüber vernommen hat, wurde es Rußland recht schwer, mit der vermittelnden Bankengruppe einig zu werden und noch schwerer wird es dieser werden, die übernommene „Ware" auch unterzubringen. Diese Tatsachen aber enthalten beherzigenswerte Lehren, sowohl für die deutschen Banken, wie auch für die Kapitalisten für den Fall, daß Rußland gezwungen sein wird, sich auch an den deutschen Markt zu wenden. Märkte. Limburg a. d. S., 11. Mai. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen 14.45 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 10.00 Mk., Gerste 8.50 Mk., Hafer 6.68 Mk Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 00.0 Mk. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Mai 1904. 12. 12. 13. 753,2 14,8 754,9 8,6 751,2 7,7 g 3 Q- o JQ W Q 's 3 W e e ° »> ® * Höchste Temperatur Niedrigste „ Wetter z> 3 Z 6,8 6,3 5,9 54 WSW. 76 NE. 75 NNE. am 11. bis 12. Mai - 11. „ 12. „ 2 Sonnenschein 4 Bew. Himmel 2 Sonnenschein -- + 15,10 C. --- + 1,2° 6. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Heffen für Samstag, den 14. Mai 1904: Meist schwachwindig, nur zeitweise wolkig (nachmittags), bei milder Nacht tagsüber wärmer, stellenweise Gewitter. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Nenelte Mellninaen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 13. Mai. Nach den Nachrichten des Verbands- Bureaus nimmt die Bewegung der Bäcker für die Streikenden einen günstigen Verlauf. Während bis Mittwoch abend 9 Uhr 220 Bäcker mit etwas über 800 Gesellen die Forderungen bewilligt hatten, sind im Laufe des gestrigen Tages 300 neue Bewilligungen zu verzeichnen gewesen, sodaß heute in mehr als 500 Bäckereibetrieben zu den neuen Bedingungen gearbeitet wird. Etwa 15 Verhaftungen Flugblatt verteilender Gesellen sollen in der Nacht auf Donnerstag vorgenommen worden sein, die erst auf Intervention des Rechtsanwalts Liebknecht frei gegeben worden sind. Zu den neuen Bedingungen arbeiten heute gegen 1800 Gesellen. In Gesellenkreisen herrscht die Meinung vor, daß der Streik am nächsten Montag zu ihren Gunsten beendet sein wird. Lima, 12. Mai. In Callao erklärten die niederen Arbeiterklassen den allgemeinen Ausstand. Be- teillgt sind , die Pacific Steam Navigation Company, die Limabahn, die Central Nailway, sowie Mühlen und Gießereien, sämtlich in britischen Händen. Der Ausstand wurde erklärt wegen der besonderen Abgaben auf Zucker, Streichhölzer, Num und Zigarren. Die Ausständigen, die über 1000 Mann betragen, versuchen die Züge Callao- Lima aufzuhalten. Militär verhindert die Unterbrechung bcS, Eisenbahnverkehrs. Die Lage ist kritisch. Vom Kriege. London, 13. Mai. (Reutermcldung.) Ein Privatkorrcspon- dent meldet aus Petersburg: Hier gehl das Gerücht, Statthalter Alexejew habe an den Kaiser telegraphiert, die Russen hätten die Docks und die Quais von Dalnij in die Luft gesprengt, vermutlich, um den Japanern die Landung zu Erschweren. Spätere Telegramme berichten, die ganzen Hafenanlagen von Dalnij seien zerftört. Pete rsburg, 13. Mai. Der Korrespondent der russischen Telegraphen-Agentur in Mukden berichtet vom 12. Mai, nach .Meldungen vom 9. Mai näherte sich eine 4 bis 5 Kompagnien starke japanische Truppenabteilung von neuem der Eisenbahnlinie im Norden von P u l a n d i a n. Es kam zu einem Zusammenftoße mit der Grenzwache, wobei auf r u s s i s ch e r Seite 4 Soldaten fielen und 8 verwundet wurden. . Washington, 12. Mai. Die Negierung ordnet auf Ersuchen Rußlands an, daß die russische Post statt über Sibirien über Europa befördert werde. Petersburg, 13. Mai. Der Verkehrsminister Fürst Chilkow hat nunmehr sein Projekt, auf der sibirischen Bahn ein zweites Geleise herzustellen, dem Zaren zur Genehmig- ung vorgelegt. Die Arbeiten sollen sofort in Angriff genommen werden und dürsten in H/a Jahren beendet sein. London, 13. Mai. „Daily Chronicle" meldet aus Shang- haikwan: Man hat hier gestern fortgesetzt Gewehrfeuer bei Niut schwang gehört. Dies scheint auf ein Gefecht hirv zudeuten und beweist, daß die Japaner heranrücken. — Dasselbe Blatt berichtet weiter, daß 300 Russen in der Stadt geblieben sind, um den Bahnhof in die Luft zu sprengen, sobald die Japaner herankommen. Gerüchtweise verlautet, daß südlich von Niutschwang ein Gefecht im Gange sei. Petersburg, 13. Mai. Nachdem bekannt geworden, daß vier sibirische Schützen-Regimenter in Port Arthur garniso- nieren, wird die Zahl der dort stehenden Truppen auf 36 000 Mann angegeben. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. 31.. 13. Mai. 3Vt% Reichaanleihe . . 101.90 8% do. ... 89.50 3V,0/g Konsole .... 101.65 3% do......89.80 8x/a°/o Hessen .... 99.90 3l/t% Oberhessen . , . —.— 496 Oesterr. Goldrente . . 101.35 4V69t> Oesterr. Silberrente 100 10 4% Unpar. Goldrente . . 99.35 40/ Italien. Rente , . . 102.80 4,/29f> Portugieser , . . 59.60 30/ Portugiesen. .... 58.50 196 0. Türken .... — Türkenlose .....127.80 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 46.00 41/, % äussere Argentiner 42.60 30/o Mexikaner .... 26.55 41/,0/n Chinesen .... 85.25 Electric. Sehuckert . . . 103.90 Nordd. Lloyd . . . . 103 30 Kreditaktien . ... 200.50 Diskonto-Kommandit . . 18410 Darmstädter Bank . < . 136.80 Dresdener Bank .... 152.75 Berliner Handelsges. . . 153 40 Oesterr. Staatsbahn . . . 136.70 Lombarden ..... 13.60 Gotthardbahn.....191.— Laurahütte ...... 239.50 Bochum ....... 190.30 Harpener......195.50 Tendenz: ruhig. Der Verein Frennknnen junger Mädchen ladet Stützen, Laden- und Kinderfräulein zu einem Thee-Abend auf Sonntag den 15. Mai freundlichst ein. Anfang 7,8 Uhr. Ende 10 Uhr. Vereinszimmer: Katserhof, Sonnenstraße, L Stock, Eingang durch den Hof. 4239 Bezirks-Generalagenten für Aerhejseil nnii ötn Reg.-Bez. Wiesbaden sucht alte, deutsche Lebensverficherungs - Gesellschaft gegen hohe, feste Bezüge. 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Die Instandsetzung des äußeren Verputzes und Anstrichs der Lehrerwohnung zu Allertshausen: als Weißbinderarbeiten im Gesamtbeträge von rd. 100.— Mk. soll Freitag den 20. Mai 1904, vormittags 10 Uhr, öffentlich in Accord vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen bis zum Termin auf Gr. Bürgermeisterei Allertshausen zur Einsicht der Interessenten offen. 4289 Allertshausen, 10.Mail904. Großherzogl. Bürgermeisterei Allertshausen. I. A.: Förster, Kreisstraßenmeister. Hämatogen x „Adlers-Marke, Flasche 2 Mark, 3Fl.5 Mk.25Psg. Adler-Trogerie Seltersweg 39. Otto Schaaf. Romme Samstag auf den Brand mit einer Sendung Kopfsalat u. verschied. Gemüse; auch stets zu haben Markthalle 13, Oswalds- garten u. Walltorstr. 63. [02758 Ludwig Hinterlang. stets Ein heller verwendet (Backpulver "F. IVanlllln-Zuoker 0 6tk©r’slPüdding-Puker Fructin 1 Pfd. ftir 45 Pfg. giebt 600 gramm feinsten Tafel-Honig. Millionenfach bewährte Rezepte fratis von den besten Geschäften. 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