Nr. 29Ä •fietiet täglich aufeet tzonntagL. Dem (Siebener Anzeiger »erben im Wechsel mit dem Kesflschen Landwirt die Giehener Familien- Hättet viermal ui bet Woche beigelegt. SlotationSdruck u. Verlag bet Brü h l 'ichen Unweri.-Bnch-u. Stein« brudetei. 9L Bange, flebaftitm, Erpeditt« unb Tmrferei: Lchntstratze I. fibrefle für Deveichenr rtu-etge» GtetzeA. ZernsprechawchlutzNr 51 Erstes Blatt. 154. Jahrgang Montag 12. Dezember 1904 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger Amts- «Kd Anzeigeblatt für den Ureis Gießen ve»n g-pretAr mona 111(67 5 viertel- jährlich uRL 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch vtePost Mr.L.- *teicle(- jährl ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bie TageSnunnner bis vormittags 10 Uhr. ßetlenpreifl lokal I2Pf^ LuSwärtS 20 Pfg. verantwortlich ffit den polit und allgem. Teil P. Witiko: für .Stadl und öanb' unb .(Äenchlsfaal'. August Goetz für den Anzeigenteil £>nn§ Beck. Dis LeuLrgs Nummer umfaßt 10 Seiten cmegwE^tgHMM&itaaLBBaj tßxanxsz Gießener HiaMYealer General b. Brockdorff, auf Omike zu auf 30 von Ost sie nach einem Front in den Scharmützeln zwei Mann ge- Port Arthur Der Kriea. Aus der Mandschurei. Petersburg, 11. Dez. Wie Generalleutnant Ssacha- 5ow dem Generalstabe unterm 10. Dezember meldet, rückten am 10. Dezember um zwei Ufa früh mehrere japanische Abteil- Zer Krristand in Acutsch-Südwstiafriiia. Zur Lage. Meister (4. und 5. Komp, und 5. Batterie) die Witbois bis Kaltfontein, das er am 8. Dez. erreichte. Die Abteilung Kleist (2. Komp. Regt. 1 und Gebirgsbatterie) besetzte Nietmpnt und klärt auf Gochas und Roib auf. Tie 7. Komp, soll demnächst zur Abteilung Meister, die Halbbatterie Stuhlmann soll zur Abteilung Kleist treten. Die feindlichen Verluste bei Naris waren verhältnismäßig bedeutend. Henrik-Wi tb oi ließ bei seiner panikartigen Flucht aus Rietmout seine Briefschaften zurück. Wagen, Gewehre und Munition wurden in Riet- mont und in Mariental gefunden. Die ZahldesVeute- viehes wird auf 120Ö0 geschäht. Die Spuren des Feindes gehen von Kalk'ontein in östlicher und südöstlicher Richtung auseinander. Oberst Deimling will Major Meister mit der weiteren Verfolgung der Witbois beauftragen und selbst mit der Abteilung Kleist nalch Süden marschieren, um zusammen mit der Abteilung Lengerke Morens a anzugreifen. Die schlechten Weideverhältnisse des Südens bedingen einen starken H a f e r u a ch s ch u b, der bei den schwierigen Wegeverhältnisseu und dem Wassermangel große Anforderungen an die Kolonnen des Trains stellt und die Verfolgung ungünstig b e i n f l u ß t. Am 5. Dez. im Gefecht bei Naris sind gefallen: Sergeant Karl Litt, geb. 7. Juni 1878 in Obbornhofen, früher Füsilier-Regt. Nr. 80; Sergeant Adolf Voigt, geboren 1878 in Diesdorf; s ch w e r v e r w u n d e t : Unteroffizier Kleeberg; leichtverwundet: Unteroffizier Erdmann, Sergeant Wendler, Gefreiter Kunisch, Reiter Koch. Im Gefecht bei Nietmont am 2. Dez. Gefallen : Kriegsfreiwilliger Jakob Geißler, geb. 5. Dez. 1870 in Neustadt (Odenwald). Am Typhus verstorben: Sanitäts-Unteroffizier Geßmann, Sergeant Schleßmann, Leutnant Gustav Er Hardt, geb. 1877 zu Simmersfeld, Gefreiter Gustav Hauser, geb. 1882 zu Mengen, Reiter Wilhelm Kropp, geb. 28. Juni 1883 zu Darmstadt, Tschen, geb, zu Raubten. sprechend vermehrt, natürlich unter gleichzeitiger Vermehrung des Kapitals und der Gewinne. Für den Ausfall, der in beiden Staaten durch das Eingehen ihrer bisherigen Lotterien erwächst, zahlt die preußische Regierung eine reichlich bemessene jährliche Rente. AusLaud. London, 10. Dez. Premierminister Balfour empfing heute im Auswärtigen Amte eine Abordnung des „Imperial Federation (Defence) Committee". In seiner Ansprache führte der Premierminister aus: Soweit es sich beurteilen lasse, zeige sich die Tendenz dec Zeit, in der wir eine unglückliche Veränderung in der Verteilung der Rüstungen in der ganzen Welt erlebten, nicht weniger bedrohlich für die Sicherheit des Reiches, als es früher der Fall war. Balfour betonte Den verhältnismäßig geringen Anteil an der Verteidigung des Reiches, den Kolonien trügen, und daß es ihre Pflicht sei, einen größeren Anteil an der gemeinsamen Last des Reiches zu übernehmen. Sollte eine Kolonialkonferenz, die er wünsche, einberufen werden, so dürfe sie ihre Besprechungen nicht auf Fragen der engeren kommerziellen Union beschränken. Paris, 11. Dez. Rach der Beisetzung SyvetonS kam es vor dem Kirchhofe zu einem Zwischenfall. Mehrere junge Leute riefen: „Mörder!" Die Polizei intervenierte und nahm mehrere Verhaftungen vor, unter anderen nahm sie auch den Vicomte de Montesquiau fest. Nach einem Verhör wurde er jedoch wieder freigelassen. — Abg. Sternberg ließ den Abg. Wolf wegen eines Zwischenrufs in der gestrigen Sitzung be§ Abgeordnetenhauses fordern und schrieb, er schieße sich mit jedem Schweinehund, also auch mit Wolf und sandte ihm zwei jüdische Dien st männer als Sekundanten. Budapest, 10. Dez. Auf Veranlassung des früheren Ministerpräsidenten Wekerlc wurde hier ein mittel» stellende Entwurf wegen Abänderung der Strasprozeßordnung die Einführung der Berufung enthalten werde. — Die deutsche und die freisinnige Volkspartet haben zum Etat des Reichsjustizamtes folgende Resolution eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen, dafür zu sorgen, 1. daß die Gegenseitigkeit gemäß §§ 102 und 103 des Reichs st ras- gesetzbuchs a) nur nach ordnungsmäßig veröffentlichten und genehmigten Staatsverträgen (Artikel 11 der deutschen Reichsverfassung) und b) nur solchen Staaten gewährt wird, welche nach ihrer eigenen inneren Verfassung und ihren sonstigen Rechtseinrichtungen eine „Verbürgung" der Gegenseitigkeit im Sinne der ermähnten Bestimmungen gewährleisten können, 2. daß über! die Auslieferung fremder Staatsangehöriger nur Staatsoerträge gemäß Artikel 11 der Reichsverfassung zwischen dem Deutschen Reiche und den auswärtigen Regierungen abgeschlossen werden, 3. daß die bisher zwischen einzelnen Bundesstaaten und auswärtigen Regierungen über die Auslieferung abgeschlossenen Verträge alsbald gekündigt werden. — Die freis. Parteien des Reichstages haben mit dec deutschen Volkspartei gemeinsam folgende Interpellation ein* gebracht: „Welche Stellung nimmt der Herr Reichskanzler ein, gegenüber der im preußischen Abgeordnetenhause beantragten und von dem Vertreter der preußischen Staatsregierung gebilligten Einführung von Gebühren aus den natürlichen Binnenschiffahrts st raßen?" — lieber die neuen Lotterieverträge berichtet der „B. L. A.": Die Lübecker und Mecklenburger Lotterie gehen ein; in beiden Staaten wurden preußische Lotteriekollekteure etabliert, die dort den Verkauf von Losen der Preußischen Lotterie nach Bedarf übernehmen. Die Lose der preußischen Lotterie werden ent* Deutsches Merch. Berlin, 11. Dez. Man meldet aus Schwedt: An- 1 läßlich des vierzigjährigen Jubiläums des Prinzen Albrecht von Preußen als Chef der Schwedier Dragoner traf der Kaiser gestern nachmittag hier ein und begab sich zu dem Regiment, dessen Kommandeur ihn und den Chef bewillkommnete. Die Musik intonierte die Nationalhymne respektive den Siegesmarsch, komponiert vom Prinzen Albrecht. Nachdem der Kaiser den Parademarsch der Truppen abgenommen hatte, begab er sich nach dem Offizierskasino des Regiments. Der Kaiser hörte aus der Fahrt hierher den Vortrag des Chefs des Marinekabinetts, von Senden-Bibran. — Reichskanzler Graf Bülow hatte gestern nachmittag eine ausgedehnte Unterredung mit dem österreichisch-ungarischen Botschafter v. Szögy^ny-Marich. Gegen 6 Uhr fuhr der Kaiser bei dem Kanzler vor und verblieb längere Zeit in dessen Palais. — Die „Post" dementiert die in auswärtigen Blättern verbreitete Nachricht, wonach der Kaiser einen Test des Winters an den Gestaden des Adriatischen Meeres verbringen, während die Kaiserin gleichzeitig in Abbazia verweilen werde. — Wie das „B. T." hört, gebt aufs neue das Gerücht, daß der kommandierende General des 1. Armeekorps, General der Infanterie Freiherr v. d. Goltz, seinen Abschied eingereicht habe und nach Genehmigung desselben (im Januar kommenden Jahres) seinen Wohnsitz in Berlin zu nehmen gedenke. — Nach dem bisherigen Verlauf der Beratungen der Neichskommission zur Vorprüfung von Fragen der Revision des Strafprozesses ist mit Sicherheit zu erwarten, daß der nach Abschluß der Sachverständigen-Beratungen aufzu-1 Trotha meldete unter dem 9. d. M.: der Befehl hatte, von Naidaus und Otawi marschieren, stieß unterwegs am 6. Dez. nach West ziehende Hereros und warf kurzen Gefecht zurück. Nach zuverlässigen Nachrichten hat der O v am b a-H üuptslin g Nechale im Odongagebiet zahlreiche Hereros ausgenommen, die von Osten kommend, Vieh, Pferde und Wagen verloren haben. Wie bereits früher aus Kapstadt gemeldet wurde, sollen 400 unbewaffnete Hereros die Betschuana- grenze überschritten haben. Ter Rest der Orlogleute soll noch im ganzen auf deutschem Gebiete, hart an der Grenze sitzen, weil die Betschuanen ihnen den Uebertritt verweigern. Ter mit großer Energie und übermenschlichen Anstrengungen durchgesührte Vorstoß der Abteilung K l e i n von Otjimanangombe, auf Rietfontein, der etwa 130* Kilometer östlich von Jtjimanangombe sein Ende erreichte, hat von neuem gezeigt, daß ein Vordringen bis zur Grenze vor dem Beginv der Regenzeit unmöglich ist. zt „ London, 10. Dez. Reuters Bureau meldet aus Port Dolloth: Baron von Busche, der mit 20 Mann auf dem Wege nach Warmbad war, wurde von den Aufständischen angegriffen und verlor 14 Mann. Wegen des Aufstandes hört der Transport zwischen Romansdrrst und Warmbad auf. Auf beiden Seiten des Oran;eflusses werden große Vorräte von Proviant gesammelt, und man befürchtet einen Hottentotten -Raub zkag. Gefecht bei Naris itnb Erbeutung von Vieh. General u. Trotha meldet ferner aus D-mdhuk vom 10. Tez.: Oberst Deimling verfolgte mit der Abteilung Schillers poetische Bestimmung, und wir können den großen Traniatiter und Tragödiendichter unschwer schon in den „Räubern" erkennen. * , Bewundernswert ist, wie der junge Schiller beisprels- weise die Figur des Franz Moor einzig mit dem Auge des Tragödiendichters ansah. Trotz seiner Untaten, die sich offen vor uns abspielen, sehen wir Franz auf die Höhe des Inhalts der Tragödie erhoben; er ist nicht das Mittel, sondern mit Karl Moor ein Held des Trauerspiels. Daß Schiller schon in so jugendlichem Alter das hohe Gleichmaß der künstlerischen Tragödie innewohnte, ist erstaunlich. Die Selbstgespräche des verbrecherischen Sohnes eines edelmütigen Vaters, geben wie zur Versöhnung die Erklärung seiner Handlungen und seines traurigen Geschickes. Wie die Darstellung zu erfolgen habe, ist kaum zweisel- haft. Herr de Giorgi schloß sich gestern abend ganz der Auffassung an, daß der Schauspieler nicht den Abscheu vor dem entarteten Sohne, sondern das Interesse für desten Seelenzustand und die Teilnahme insbesondere an der stiefmütterlichen Behandlung, von der Franz von der Natur und von seinem Vater sich bedrückt fühlt, zu erwecken habe. Herr de Giorgi war für diese Charakterrolle ganz der geeignete Darsteller. Er hatte eine sehr gute Maske anzulegen verstanden und hatte besonders in den Schlußszenen, in denen Franz von feinem Gewissen und von der Angst gepeinigt wird, großen Erfolg. Ein etwas finstereres Spiel in den ersten Akten hätte seine richtige Auffassung von der Rolle in der Wirkung vielleicht noch etwas unterstützt. Sierr Sandorfs als Karl Moor befriedigte die Er- wartüngen, die man von ihm gehegt halte. Sein umfang- London, 10. Dez. Aus Shanghai wird gemeldet: Die Truppen von Port Arthur hatten sich mit Ausnahme der Besatzungen der Forts auf die Halbinsel Liautischänzu- rückgezogen. Tic japanischen Arbeiten für den Angriff der Fortslinie bei Sungtschuschan gingen sehr schnell vor sicb. Die Forts bei Taiganhan werden vom 203 Meter-Hügel beherrscht. Nach Tokioer Meldungen ist es noch unsicher, ob die „Sewastopol" beschädigt wurde. Torpedobootszerstörer hat man nicht gesehen und man glaubt, daß sie einen Ausfall unternehmen werde. Es verlautet, daß Togos Flotte an dem Bombardement auf die niss'sche Flotte teilnahm. Die baltische Flotte. London, 10. Dez. Ein Petersburger Berichterstatter des „Daily Expreß" will wissen, der Zar sandte dem Admiral Roschd- j e st w e n s k i besondere Weisungen, mit der b a l t i s ch e n Flotte nicht in die chinesischen Gewässer einzulaufen. Tie Flotte werde indes nicht so bald nach Rußland zurückkehren. (Vgl. die hei'ts^e politische Wochenschau.) Ein Eisenbahnunfall. Petersburg, 10. Dez. Am Donnerstag Aeß auf der Baikalringbahn der Sonderzug des kommandierenden Generals der ersten Mandscfaireiarmee Baron Kaulbars mit einem Güter- zug zusammen. Der Sonderzug blieb unbeschädigt, der Maschinisl des Güterzuges erlitt einen Rippenbruch. Japanische Spionage. Mukden, 10. Der. Aus Wladiwostok wird gemeldet: Tie hiesige Polizei hat dieser Tage eine Japanerin verhaftet, die dringend der Spionage verdächtig ist. Bei derselben wurden 22 000 Rubel bares Geld gefunden, die wahrscheinlich Bestechiungs- zwecken dienen sollten. , reiches Organ kam ihm in dieser Rolle sehr zu stattens aber es verleitete ihn auch zu einigen Flüchtigkeiten, und Wofalaut ist nicht immer gleichbedeutend mit verständnisvoller, schlichter Sprache. Die leidenschaftlichen und. kraftvollen Stellen wirkten bei ihm am besten, obgleich üti solchen Augenblicken seine Haltung nicht nifag und straff genug war. Der alte Graf von Moor erfuhr von Herrn Lippert eine recht gute Wiedergabe, sowohl was die Maske als die zitternde Sprache und Haltung des Alters anlangt. Frl. Treuer als LUnalie trat mit zu scharfer Betonung der Energie und des Llbscheus Franz gegenüber auf, wodurch die stille Weiblichkeit, die eigentlich doch in diesem Mädchen lebt, zu kurz kam. In den leidenschaftlichen Momenten schuf Frl. Treuer, die noch nicht sehr lange der Bühnenkunst sich widmet, indessen eine durchaus achtungswerte Leistling. Man überreichte ihr übrigens aus denk Publikum einen Blumenkorb. Die übrigen Mitwirkenden haben im allgemeinen ihre Aufgabe gut gelöst. Herr Eckhardt lvar ein lebhaft bramarbasierender Spiegelberg, Heer Linzen ein treuer und biederer Schweizer, Herr Andreas ein guter Roller. Auch Herr Lüttjlvha n n^als Kosinsch und .Herr Kn a b e als Hermann brachten sehr anerkennenswerle Leistungen. Nur Herr Conradi ließ sich durch sein sonst willkommenes humoristisches Talent ui einigen Uebertteibungen verleiten, die nicht am Platze waren. , Das sehr gut bejndite Haus kargte nicht mit Beifall für die im ganzen recht erfolgreiche Ausführung. Ä» G. Die Rärr-er. _ __ r Trauerspiel in 5 Akten von Frredr. In diesen Tagen, da die Persönlichkeit Schrllers irrt Vordergrunoe des Interesses steht und zu seinem.10 . Todestag zahlreiche biographische Schriften neu^ erscheinen, ist die Ausführung der „Räuber" em d^ukenswertes Unternehmen. In diesem Erstlingswerk haben wir die Geisteswelt des jungen Dichters vor uns liegen, die außergewöhnliche Schöpfung eines Neunzehnjährigen, dessen gefeierte Lebensarbeit in ihrer innersten Anlage alles das de tätigt, was dieses erste Trauerspiel über das Geisteschaffen des großen deutschen Dichters uns zu sagen vermag. Schiller beschäftigte sich nicht mit dem Selbsterlebten, aus dessen dichterischer Verklärung und Nmgestaltung andere Poeten uns so manches Meisterwerk hintertasjen haben; seine JünglingSträume zeigten ihm ideale, große Gestalten, nach denen er im ungestümen Drang seiner Phantasie jagte und die seinem Erstlingswerk jene Mischung von Reife der Anschauung und Nngebändigtheit des Lebensaußdruckes verleihen die uns in eine gedachte und fabulierte, in Wahrheit unmögliche Welt. einsührt. Mwia lyrische und warm empfundene Tine werden da angeschlagen; nur dw Wucht der Ereignisse, das ungestüme Vorwärtsdrängen macht sich fühlbar ' Fast möchten wir an Michelangelo denken; der ist auch ruhelos seinen Gestalten nachgejagt und hat ihnen die körperliche Form in seiner Bildhauerkunst so meisterhaft ausgeprägt, wie Schiller seine Menschen mit fam Werk- Aa der dramatischen Kunst VW Tenn das Drama war ungen vor, von denen jede etwa 30 Mann stark war. Bei Linschinpu wurde der Feind mit Gewefafeuer empfangen. Er zog sich unter Verlusten zurück. — Am 8. Dezember wurden auf der ganzen russischen ' tötet, zehn verwundet. der Großherzog den Kommerzienrat europLncher Wirtschaftsverein gebildet, dessen Zweck! sein soll, im Anschluß an den ähnlichen Verein in Deutschland durch Annäherung der maßgebenden wirtschaftlichen Faktoren der mitteleuropäischen Staaten zur Kräftigung der gegenseitigen wirtschaftlichen Verhältnisie beizutragen. — Der Stadthauptinann läßt mittels Mauerschlags be- /anntmachen, daß er das Publikum davor warne, sich an den | Straßendemonstrationen zu beteiligen. Die Polizei habe Be-> fehl erhalten, rücksichtslos vorzugehen. Der Zar hat eine beabsichtigte InspektionS-Reise aufgegeben, angeblich soll er Drohbriefe erhalten haben, daß gegen ihn ein Attentat geplant sei. — Beharrlich verlautet hier, der Justizminister Murajem habe sein Abschiedsgesuch eingereicht und dieses damit begründet, daß daS Prinzip der Selbstherrschaft während seiner ganzen Dienstzeit seine leitende Basis gewesen sei. Er könne keinen Dienst mehr tun, weil sogar die Justizbeamten von anderen Ideen durchdrungen seien, avclche in vollen! Widerspruch zu den seinen ständen. „ Als getreuer Untertan könne er daher seine Tätigkeit nicht länger fortsetzen. „Für treue Dienste Keer und Alotte. Petersburg, 10. Dez. Der Regierungsbote veröffentlicht einen Ukas des Zaren, demzufolge die B e st r a f u n g der tool- beten durch Ruten schlage abgeschafft ivird. gemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: verliehen. *• Empfang. Se. Kgl. Hoheit empfingen am 10. Dezember u. a. Schirmer von Gießen. *• Se. König!. Hoheit der Mniversttäls-Wachrichten. — In B r e S l a u ist Dr. Jakob Karo, o. Professor für mittlere und neue Geschichte gestorben. Karo war 1836 in Gnesen geboren. Er hat zahlreiche Schriften zur polnischen Geschichte veröffentlicht. Aus Stadt ur:d Land. Gießen, 12. Dezember 1904. Bnele und Mitteilungen, welche für die Redaktion bestimmt stnd^ versehe mau, um Verzögerungen zu vermeiden, lediglich mit der Auffchrn't „Redaktion" (ohne Namen eines Redaktionsmitgliedes), Anzeigen u. dql. bitten mir dagegen ausschließlich an die ^Geschäftsstelle" zu senden. — Sprechstunden der Redaktion: 12—1 Uhr mittags, J/?7—1/38 Uhr abends. •• Personalien. (Org.-Tel. des Gieß. Anz.) Der evangel. Pfarrer Friedrich August Röschen zu Winnerod (Dekanat Grünberg) hat vom Großherzog den Charakter eines Kirchenrats erhalten. ** Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben den durch die Dekanatssynode des Dekanats Offenbach für den Rest der iin Jahre 1908 ablaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahlen des evangelischen Pfarrers W e h s a r g zu Egelsbach zum Dekan und des evangelischen Pfarrers Schuster zu Dudenhofen zuin Stellvertreter des Dekans des Dekanats Offenbach die Bestätigung erteilt. — Der Lokomotivführer in der Heff.-Preuß. Eiscnbahngemeinschast Lorenz zu Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung treu geleisteter Dienste in den Ruhestand versetzt. — Dem Bahnwärter Henkel zu Großen-Buseck wurde aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem CtaatSeisenbahndienst das All- darauf die Sache weiterführen zu können, bis Carnegie gestorben sei, um dann den Gesamtbetrag der gefälschten Noten von der Erbmasse zu verlangen. Außer der Clevelander und anderen kleineren Banken ist auch ein Pittsburger und wie verlautet, ein Newyorker Institut geschädigt. Die Frau trieb einen wahnsinnigen Luxus, machte den Dienstboten Geschenke im Werte von Tausenden und belegte in New-Port in vier oder fünf Hotels eine ganze Reihe hocheleganter Zinuner, wofür sie stets volle Raten zahlte, wenngleich sie nur in einem Hotel gewohnt hatte. Infolge dieses riesigen Auf-- waudes hatte sie unbeschränkten Kredit. In Läden kaufte sie beispielsiveise für 50 000 Dollars Schmuck und erhielt die Rechnung erst drei Monate später. Frau Chadwick hatte stets 40 bis 50 000 Dollars in Tausend - Dollarsnoten bei sich, lüomit sie gelegentlich den kleineren Geschäftsleuten die Rechnungen bezahlte, sodaß sich namentlich in ihrem Heimatsort Clcvcland niärchenhaste Geschichten über ihren Reichtum Herumsprachen. * Kleine Ta geschronik. Ein außereheliches Kind des F ü r st e n M o n t e n u o v o , des Sohnes der Kaiserin Maria Luise, eine etwa 50jährige Frau, die seit etwa 10 Jahren im Burgtheatcr zu Wien als Kehr fr au angestellt war, bat nach dein „N. Wien. Journ." plötzlich aus Ersparnisrücksichten ihre Entlassung erhalten. Tie Frau, die von der Familie Montenuovo nie einen Heller erhalten hat, hat sich seit ihrem 6. Lebensjahre durch eigene Kraft ssorthelfen müssen. Sie ist eine Halbschwester des Fürsten Alfred Montenuovo, des zweiten Ob-rhofmeisters des Kaisers Franz Josef, der die Oberleitung der kaiserlichen Theater bat. — Bor der Bahnstation Przeworsk (Oesterreich) karambolierten zwei Pcrsonenzüge. Fünf Passagiere wurden leicht, Heizer und Zugführer tödlich verletzt. — Die seit sechs Monaten ge- suchten Mörder des Mechanikers Lengefeld zu Birkenbringhauscn Kurhessen) sind gefaßt. Es sind die Gebrüder Johannes und Daniel Arnold aus Al lend orf, welche bisher in Wäldern ein Räuberleben führten. — Der 63jährige Mühlenbesitzer Metzke aus Stützkow (Bommern) wurde, nachdem man ihn seit einigen Tagen verinißt hatte, als Leiche mit dem Kopf int Wasser liegend aufgefunden. Es scheint ein Mord aus Rache vorzüliegen, nach meld)er Richtung fick) auch die gerichtliche Untersuchung bewegt. — Ter in den 70er Jahren stehende Privatmann Backhasar Beck in Oberotterbach (Pfalz) wurde mit einer Axt erschlagen. Ta und) Geld gejucht wurde, dari Raubmord angenommen werden. Tas Mordwerkzeug wurde im Zimmer vorgesunden. Vom Täter fehlt noch jede Spur. — In Düsseldorf wollte in einer Kaiu-naarnipinnerei ein Spinner eine Arbeiterin, die sich auf sein Geheiß nickst entfeinte, mit einem Gegenstand werfen. Tabei traf er eine andere Arbeiterin hinter das linke Ohr. Tie Getroffene arbeitete noch einige Zeit, brach dann aber plötzlich zusammen. Ta sie anscheinend innere Verletzungen erlitten hat, wurde sie dem evangelisckstn Krankenhaus zugeführt, von wo aus sie und) der Irrenanstalt gebracht werden mußte. Gegen den Arbeiter ist das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung.ein- i.efeitet worden. — In Bentheim erzählt man sich von einem originellen Fall von V u t t c r f ä l s ch un g ,bie in .Holland verübt wurde. Ein Gastwirt in einem dicht an der Grenze liegenden deutschen Ort bezog schon längst seine Butter aus Holland, weil er glaubte, dort billiger und reeller bedient zu werden. Und was stellte sich heraus? Ter Butter waren gekochte Kartoffeln in, ziemlick) bedeutender Menge bejgemncht. gezündet habe. * Die amerikanische Madame Humbert. Die amerikanische Erzschwindlerin Mr§. Chadwik aus Cleveland, über deren Millionen - Betrügereien wir schon kurz berichtet haben, ist, wie wir am SamStag gemeldet haben, in einem New-Porker Hotel verhaftet worden. Ueber die Affäre der Hochstaplerin wird berichtet: Als MrS. Chadwik am Sonntag die Waldstreet Trust Company aufsuchte, mußte sie wegen der Menschenmengen, die sich vor dem Gebäude angcsammelt hatten, über die Dächer der angrenzenden Gebäude flüchten. Eine Zeitung in Cleveland behauptet, daß Mrs. Chadwik scheinbar vollgültige Beweise über Aktien im Werte von zwei Millionen Dollars beibrachte, die angeblich von Mr. Carnegie für sie verwaltet wurden. Die angeblichen Aktien befanden sich in einem gewaltigen versiegelten Couvert bei der Wade Park Banking Company, und der Sekretär dieser Gesellschaft stellte der Mrs. Chadwick eine Quittung über fünf Millionen Dollars aus. Im Besitz dieser Quittung hatte Mrs. Chadwick leichtes Spiel. Man weiß, daß viele Banken ihre Verluste, die sie durch MrS. Chadwik hatten, verheimlichten, auS Furcht vor einem „Run". Die Banken von Cleveland sind besonders stark beteiligt. Einer der Gläubiger, ein Herr aus Boston, der MrS. Chadwick 38 000 Pfund Sterling lieh, laßt sich nicht auSreden, daß MrS. Chadwick wirklich so reich ist, I njie man glaubte. Tie Schneiderin der MrS. Chadwick hat dagegen geklagt. Mrs. Chadwick selbst stellt sich als Opfer einer Verschwörung ihrer Feinde in der Gesellschaft hin. Die Nationalbank von Oberlin ist durch die Schwindeleien der MrS. Cadwick bereits bankerott. Die Gesamtsunnnen der Schwindeleien erreichen 21 Millionen. Davon entfallen auf die Fälschungen auf Carnegies Namen Iß’/, Millionen. Die Schwindlerin baute augenblicklich Herichtssaal. R. S. Leipzig, 10. Tez. Weaen Urkundenfälschung wurde der Kandidat Adolf G. von Laubach am 28. Juni d. I. vom Landgericht Gießen zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen verurteilt, ein Mitangeklagter Techniker E. wurde frei- gesprochen. G. hatte Theologie studiert uni), sein Staatsexamen zwar bestanden, konnte aber infolge unliebsamer Vorkommnisie von der hessischen Landeskirche nicht angestellt werden. Er sand später Beschäftigung in einer Privatschule zu Ilmenau in Thür., wurde aber auch dort plötzlich und ohne Zeugnis entlassen, worauf er zu seiner Mutter zurückkehrte. Eines Abends, als er mit einigen Freunden zusammen zechte, erklärte er, er müsse doch seiner alten Mutter ein Zeugnis vorlegen und setzte dem E. solange zu, bis dieser ihm ein solches auSstellte. G. erklärte ausdrücklich, davon nur seiner Mutter gegenüber Gebrauch machen zu wollen und es nach drei Tagen zurückzuschicken. Mittlerweile aber fand er im „Thcol. Vakanzenanz." eine Stelle von der Herrmans- burger Mission ausgeschrieben. Er ließ deshalb, da er das.Original zurückgeben wollte, von einem Schreiber zwei Mschnften unfertigen, ging damit zum Bürgermeister von Laubach und ließ sich von diesem die. Richtigkeit der Mschiriften bestätigen. Alsdann schickte er sein Bewerbungsgesuch mit einer solchen Zeugnisabschrift an den Tirektor Haccius nach Derrmannsburg. Bieter ging jedoch sicher und erkundigte sich zuvor in Ilmenau, wo er eine wenig befriedigende Auskunft erhielt. Dadurch kam die Sache auf. In seiner Revision gegen das Urteil führte der Angeklagte zur Rechtfertigung aus, er habe sich durch die erschlichene öffentliche Beglaubigung der gefälschten Urkunde bie Mittel zu seinem besseren Fortkommen verschaffen wollen. ^>er Reichs- nnwalt hielt die Beschwerde für unbegründet, indem er ausführte: Ter Angeklagte will den § 363 St.-G.-B. angewendet wissen: das ist jedoch ausgeschlossen, da er das Zeugnis nicht ganz allgemein zum Zwecke des besseren Fortkommens hatte ansertigen lassen, vielmehr seine Absicht ganz konkret darauf gerichtet war, Haeeius zu täuschen Ter erste Strafsenat erkannte in Uebereinstimmung mit diesen Ausführungen und im Einklang mit dem Anträge des Reichsanwalts auf kostenpflichtige Verwerfung der Re- Hamburg, 11. Dez. Der Tapeziergehilfe Sievers, der am 18. Oktober die Senator switwe D u e r f e l d beraubt und t ö d l i cb verletzt halle, wurde in der gestrigen Schwur- qerichtsverhandlunq zu 1 5 I a h r e u Z u ch t h a u s verurteilt. Kiel, 11. Dez. Wegen Gotteslästerung erhielt der Heizer Copp des Kreuzers „Ariadne" eine zweimonatige Gefängnisstrafe. _ Märkte. ko. Frankfurt a. M., 12. Dez. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche. Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizeu Mk. 17.00—18.00, Kurhessischer Mk. 18.00—00.00, La Plata Mk. 18.50—19.50, Kansas Mk. 18.50—19.50, Roggen (hiesiger) Mark 14.25—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.25—17.75, Frauken- selderMk.18,00—18,75,HaferMk. 14.50—15.50, MaisMk. 12.25—12.50, Weizenmehl 0 Mk. 26.75—27.25, 2. Qualität Mk. 23.75 bis Alk. 24.25, 3. Qualität Mk. 22.75—23.25, Roggenmehl 0 Mk. 22.00—23.75,1. Qualität Mk. 19.25—20.75, Weizeukleie Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Roggenkleie Mk. 11.00—11.50, Maiskeime Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. so. Frankfurt a. M., 5. Dez. (Telear. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe ftnnbcn: 449 Ochsen, 157 aus Oestreich, 40 Bullen, 0 auS Oestreich, 808 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oestreich, 869 Kälber, 317 Schafe und Hämmel, 1777 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pumd Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 72—74Mk., 2. Qual. 66-68 Mk., 3. Qiial. 60-62Mk.; Bullen l.Qual. 61 bis 63 Mk., 2. Qual. 57-59 All.; Kühe 1. Qual. 66—68 All., 2.Qual. 60-62 Mk., 3. Qual. 51-53 Mk, 4. Qual. 41—43 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälbei: l.Qual. 81—83Pfg., Lebendgewicht 48—50 Pf., 2. Qual. 70—73 Pfg., Lebendgewicht 41—43 Pfg., 3. Qual. 00-00 Pfg., Schlachtgeivicht 57—61 Pfg., Schale: 1. Qual. 66—67 2. Qual. —56 Vsg., 3- Qual- 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. Idee zu Grunde: Auf der Strecke zwischen Gießen und Rödgen hat ein Zusammenstoß zweier Personenzüge stattgefunden, wobei eine größere Anzahl von Personen Verletzungen erlitten hat. Die Bahnbehörde hat alsbald den hier stationierten Hilfszug bereitgestetlt und die Freiwillige Sanitätskolonne zur Unterstützung herangezogen. Der Hilfszug verließ 2,42 Uhr den Bahnhof und erreichte bei Kilometerstein 5 die Unfallstelle. Schon während der Zug auseindergezogen wurde, begann das Ausladen der Krankentragen und des Verbandsmaterials. Beide Kolonnen arbeiteten getrennt. Der Freiwilligen Sanitätskolonne war der schwierige Geländeteil zugesallen, da sie die Verwundeten eine recht steile Böschung von etwa 5 Meter Höhe hinunterzubringen hatte. Die Verwundungen waren durch Zettel angedeutet. Die Sanitätsmannschaften begannen sofort mit der Bergung der Verwundeten. An Ort und Stelle wurden zunächst die nach Art der Verwundung erforderlichen Verbände angelegt und die Verletzten sodann auf den Krankentragen in die dazu bestimmten. Wagen deS Hilfszugs verbracht. In 25 Minuten waren 2fr Verwundete verbunden und in die Eisenbahnwagen verladen. Die Freiwillige Sanitätskolonne hatte 16, die Eisenbahn- mannschaft 12 Verletzte geborgen. Beide Kolonnen arbeiteten! mit je sechs Krankentragen. Nachdem der Hilfszug miede'- zusammengestellt war, wurde die Rückfahrt angetreten und im Bahnhof das Ausladen der Kranken vorgenommen, was 10 Minuten m Anspruch nahm. Als Zuschauer hatten sich außer den Beamten der Eisenbahnbehörde und den Vorstandsmit- ^liedcrn hiesigen ZweigsveremS vom ,Roten Kreuz« die vercen Provinz,aldircktor Geheimrat Dc. Breidert, Oberstabs' arzt Tr. Wendel urh Polizeiamtmann Herberg eingefunden, die sich sehr lobend über die Leistungen beider Kolonnen auS- spracLen. G-heimrat Dr. Breidert nahm Veranlassung, der Freiwilligen Sanitätskolonne und dem ausbildenden Arzt, Stabsarzt Dr. Ehrlich, seine Anerkennung für die Leistungen zum Ausdruck zu bringen, die die Kolonne nach einjährigem Bestehen aufgewiesen hat. ** Zum Raubm orde auS Heldenbergen ivird auS Braunschweig geiueldet: Wie erst jetzt hier bekannt wird, ist am 15. November ein Maim, nnf den die Beschreibung deS Hudde bis in alle Einzelheiten paßt, in lnehreren Wirtschaften der Döringstraße beobachtet worden, bei dein Versuche, eine goldene Remontoiruhr mit Sprnngdeckel und eine einfache silberne Renivntoiruhr unter der Hand z,i verkansen. Nach den Schilderungen von Leuten, denen der , Unbekannte die Objekte 511m Kaufe angeboten hat, unterliegt e§ keinem Zweifel, daß eS sich um Hudde handelt, da einige besondere Kennzeichen des steckbriestich Verfolgten von verschiedenen Personen beobachtet wurden. c. Lich, 11. Dez. Tie Grundsteinlegung des Denkmals für den ehemaligen Fürsten Ludwig von SolniS-HohensolmS-Lich findet am hundertsten Geburtstag des Fürsten, am 23. Januar, statt. DaS Standbild fonnnt aus den Schloßplatz, ivelcher noch durch ein Stück des Schloß- gartenS vergrößert und mit gärtnerischen Anlagen versehen werden soll. —y. Lich, 12. Dezember. Am 11. Dezember feierte der Rechner der Spar- und Leihkasse Schlossermeist^r Wilhelm Schnabel unb Marie Schnabel, geb. Lo^', hier das Fest ld er silbernen Hoch z e i t. Friedberg, 12. Dez. (Original-Telegrainin des „Gieß. Anz."). Die Trauerfeier des Predigerseininars z,i Friedberg für beit Geh. Kirchenrat D. Diegel findet bestimmt Mittwoch, den 14. d. Mts., vormittags statt. -ft Schotten, 10. Dez. Zwischen den Puffern erdrückt wurde heute nachmittag auf Station Oberfchmitten der Schaffner Holzhauer. Er stand seit 1. Oktober ds. Is. auf der hiesigen Nebenbahn im Dienst. Niemand war direkter ftAngenzeuge deS Unfalles; der Verunglückte befand sich in, Packwagen bei anderen Personen, und nachdem er sich kaum aus dem Wagen entfernt hatte, war auch schon das Unglück geschehen. Jedenfalls wollte er einen eben von der Maschine abgestoßenen Wagen ankuppeln, wobei ihn die Puffer erfaßten und die Brnst eindrückten. Der Tod trat auf der Stelle ein. Die junge Frau des Verstorbenen befindet sich in ihrer Heimat in der Gegend von Bebra, wo sie ihrer Entbindung entgegensieht. Sie mundete ihren Mann zu Besuch. □ AuS dem Vogelsberg, 11. Tez. Am Samstag ivurde dem Landtagsabg. Weidner in Horchen ha in vom Kreisausschuß in Schotten die Konzession zum Betriebe einer Gastwirtschaft erteilt. Vor mehreren Jahren schon betrieb Weidner neben seinem KaufmannSgeschäst eine Wirtschaft; die damaligen Lokalitäten sind jetzt durch Umbau bedeutend erweitert. — Weidner hat seine gegen die Bürgermeisterwahl gerichtete Reklamation vor der Verhandlung durch den KreiSauSschuß zurückgezogen. w. Mainz, 10. Dcz. Bei einem hiesigen -Oekonomcn wurden seinen Arbeitern gehörende Gegenstä),de ge- Großherzog istI stöhlen. Als vermutlicher Dieb luurbe ein Arbeiter ein- mittels Sonderzuges heute vormittag gegen 10 Uhr in gezogen Er wurde in die Arrestzelle gebracht und dort «*■ •'•«**» - !<*«> -Ich -11«. S gefahren. . m mals ein Arrestant in die Zelle gebracht und auch er Die gestrige GeflugelanSste llung un legte sich aus die Pritsche. 9Us der Morgen graute, faßen Saalbau hat den besten Anklang gesunden, und sehr zahl- jie pd) einander an und zwei Brüder hatten in der reiche Interessenten durchschritten die Reihen der zahllosen Nacht die Zelle miteinander geteilt. Der andere war wegen aufgestellten Käfige, in denen auch der Laie wahre Pracht- eines Diebstahls in Höchst verhaftet worden. exemplare von Hühnern oder anderem Geflügel bewundern Kleine Mitte lun gen n n 3 .Hessen iinb den konnte. Tie vielen Tiere machten natürlich viel Spektakel, so Nachbarstaaten. In Hanau wurde der Bahuschaffner daß bie Musikkapelle, bie auf bei’ Tribüne konzedierte, keine Linbenberger au§ Beerfelben von einer Lokomotive erfaßt sehr bankbare Aufgabe hatte. lieber bie Preisverteilung unb getötet. — Im RochuShospitat in Mainz fonb, kürzlich werben wir morgen ausführlich Mitteilung machen. I bie Trauung eines kürzlich tötlich uedeljten Eisenbahn- ** DieGernäld e-Aus ste llun gamBrand hatte arbeiters statt. In Gegenwad der Schwestern ber Anstalt sich gestern Sonntag eines außergewöhnlich regen Besuches unb ber Kranken würbe ber Sterbenbe mit seiner Braut ehelich zu'erfreuen, was als ein Beweis gelten darf, daß dagegen- j verbunben. Die kirchliche Trauung schloß sich sofort an. wartige Ausstellung großes Interesse findet. Morgen, ——— Dienstag, sind noch /neu ausgestellt zwei Gemälde von R. Kaiser-München und sechs Aquarelle von G. Caspari- . Leipzig, ld.. Dez. Dem ,.L:'lpz. Tagebl." zufolge Tresden. brannte in der gestrigen Nacht in Wiedersteina bei P^ils- •* Französische Vorträg e. Einem vielfach ge- nitz das Bauerngut des Besitzers Freudenberg nieder, üußeden Wunsche entsprechend, wird Lektor Goetschy seine Dabei sanden sieben Personen den Tod, ber Besitzer zwci letzten Vortrag nicht nn den anqeknndigtcn Tagen, Freudenberg, seine Frau zwer erwachsene Tochter, cm sondern den einen (Donnay’s Retour de Jerusalem) Dien?- 3°hr° ailter eufjn unb »mci ffinteftyber Mnnn taB, den 13. Dezember und den anderen (^^Imclc's he" /ausReq°iM°n desdmtSg-rtch's Pulsnitz uEr Monna Vanna) Dienstag, ben 20. Dezember abhalten. dem Verdachte des Mordes und der Brandstifung v erh af- ** Eine interessante Hebung führten am gestrigen (5*3 verlautet, daß Dom sch ke die ganze Familie Sonntag die hiesige Freiwillige Sanitätskolonne und meiner Rodhacke ermordet und daraus das Gut die Effenbahnsanitätskollonne ans. Der Hebung lag folgende seines Schwiegervaters um die Spuren zu v:rwisck)en, an- D8—59 Pffl., Lebendflew. 46 Pfq., 2. Qual. 57-00 Pffl., Lebendgewicht jb--OO Pffl., 3. Qual. 50-52 Pfq., Lebendflewicht 00-00 Pfq. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßifl, Ueberstand bedeutend; bei ^lemvieh mittelmäßig, kein Ueberstand. Arbeiterbewegung. Perpignan, 11. Dez. Der Landarbeiter--Alts- r 0 11 m Rivesaltes ist beendet, nachdem die Großgrungbesitzer den Mmimallohn von 3 Francs bewilligt haben. In Pallestres dauert der Ausstand fort. Die Streikenden zwangen die Maurer, die Arbeit einzustellen, wobei ein Maurer schwer mißhandelt wurde. Die Streikenden ziehen anf die umlieflenden Ortschaften, um für den Streik zu agitieren. Der Bürgermeister und die Gemeinderäte von Perpignan haben ihre Demission gegeben als Zeichen des Protestes gegen den Ausstand. Spielplarc der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 13. Dezember, abends 7 Uhr: „Jphigenia in Schauspielhaus. Dienstag den 13. Dezember, abens 7 Uhr: Zum ersten Male : „D i e Biederleu t e." Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 13. Dezember 1904: Wolkig, starkwindig, auf den Höhen auch stürmisch, Niederschläge (Regenschauer), milder, besonders nachts. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kirchlich? Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 12. Dezember, abends 8 Uhr: B i b e l st u n d e nn Konfirmandensaale der L n k a s g e m e i n d e, Liebigfiraße 56. Text: Offenbar. Johannes 3, 1—6. Plärrer Euler. SriefKallen der Krbnhtrnn. (Anonpme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Prof. A. in W. Plutarch erzählt in seinen „Vitae parallelae“: Cato habe in seinem ganzen Leben drei Tinge bereut, einmal, daß er^seiner Fran ein Geheiinnis anvertraut habe, zweitens, das; er zu Schiff nach einem Orte gefahren sei, wohin er zu Land hätte kommen können, drittens, daß er einen Tag ohne Testament ge- blieben sei. Neueste Berlin, 12. Dez. Der frühere nationalliberale Reichstags- und Landtagsabgeordnete Friedrich Hammacher ist gestorben. Neiße, 12. Dez. Vor dem Kriegsgericht der 12. Division hatten sich zwei Offiziere vom Artillerie-Depot wegen Diebstahls, Verleitung zum Meineide und Beleidigung eines Untergebenen zu verantworten. Nach 13 stündiger, unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführter Verhandlung wurden die Angeklagten freigesprochen. Paris, 12. Dez. In der Großen Oper wurde zum Besten des Opernpersonals eine Aufführung von Wagners „Tristan und Isolde" veranstaltet. Das dicht besetzte HauS bereitete dem Stücke eine begeisterte Aufnahme. —Der „Matin" will wissen, daß der mit der Nachforschung über den Tod Syv etons betraute Untersuchungsrichter Bouquard nach den bisherigen Feststellungen immer mehr und mehr zu der Annahme neige, daß ein Selbstmord vorliege. Kiew, 12. Dez. Hier wurden mehrere Offiziere verhaftet, weil sie bedeutende Summen unterschlagen haben sollen, die zur Anschaffung von Wollhemden für die einberufenen Reservisten bestimmt waren. Algier, 12. Dez. Der seit einiger Zeit in dem hiesigen Hafen vor Anker liegende Dampfer „Carmen und Charles" ist plötzlich untergegangen. Man glaubt, daß ein Racheakt vorliegt und daß in dem Schiffe von unbekannten Uebeltätern die Ventile geöffnet worden seien. Vom Kriege. Tokio 11. Dez., vormittags. Tie Beschießung der Flotte in Port Arthur dauert immer noch an. Tie „Sewastopol" bleibt außerhalb des Hafens vor Anfi'r, kehrt aber möglicherweise in den Hasen zurück hinter die äußere Sverre, durch welche sie durch Torpedoangriffe geschäht wird. Das stürmische Wetter verhindert übrigens die Verwendung von Torpedobooten. Fachmänner schließen daraus, daß die Schiffe vor dem Sinken starke Neigung zeigten und daß man versucht, die „Sewastopol" zu retten, daß die Schiffe nicht durch die Russen selbst vcrstnkt wurden. Tie meisten der gesunkenen Schiffe liegen mit der Spitze nach Norden. Sie wurden auf der Port-Seite getroffen. Man schließt daraus, das; die Schiffe fick- nach Star-Bord neigten, daß die japanischen Granaten im Innern krepierten. Um sicher zu sein, daß die Schiffe unbrauchbar lind, werden weitere Granaten hineingeworsen lieber den Verbleib der russischen Zerstörer ist man im Zweifel. Tie japanische Artillerie bes tießt j'den Winkes des Hafens. Möglicherweise liegen die Zerstörer außerhalb des Hafens. Bcobachtunasposten der Flotte melden, daß viele Schlepper und kleine Schiffe sich dicht an die Hospitalschiffe drängen, als wenn sie dadurch den Schutz des Roten Kreuzes erlangen wollten Cs wurde in Vorschlag gebracht, General Stössel aus die Folgen eines derartigen Verfahrens aufmerksam zu machen. Tie Japaner sind bemüht, die Hospitalschisfe zu schonen. Lo ndon, 12. Dez. „Daily Telegraph" meldet aus Tiensin vom 10. d. M.: Nach amtliäwu japanischen Angaben betrugen die Verluste bei den Angriffen aus Bort Arthur im letzten Teile des Oktober 3000 Tote und 10 000 Verwundete, während die Verluste bei den letzten Angri'i n bedeutend arößer gewesen seien. — Dasselbe Blatt meldet weiter: Tic russische Armee bei Mukden ioll jetst 400 000 Mann, darunter 10 000 Mann Kavallerie, stark sein. Tie Japaner kaufen auf neutralem Gebiete Kamele auf. S(P0 Japaner land'teu bei Km schau M^n glaubt daß dies darauf hindeutet, daß die Japaner eine flicg'-nee Ko lonnc gegen die rückwärtigen russischen Verbindungen nördlic! von Tieling senden wollen. London, 12. Dez. „Tailv Mail" meldet aus Petersburg: Admeral Siloti bom Marine stab erklärte, die von der „Nowoje Wremja" geforderte Entsendung einer dritten Flotte sei längst beschlossen'e Sache. Tie Regierung habe nicht die geringste Ansicht, die Schwarze M e e r - Fso t 1 ie dazu zu benutzen. Der Berichterstatters, bemerkt, die dritte Motte würde wahrscheinlich mit beri Ausfahrt bis zur Fertigstellung von Schiffen, die auf der Werft von Burmester und Wehn in Kopenhagen und auf französischen Wersten im Bau seien, warten; außerdem seien neben drei Linienschiffen und 20 Torpedobooten noch Schiffe auf den Werften von Petersburg und Riga im Bau, welche. rm Mcu fertiggestellt sein sollen. — „Daily Mail" meldet aus Tokio vom 11. Dez.: Nichtamtlichen Berichten zufolge sollen japanische Torpedoboote das Panzerschiff „S e w a st v p o l" in der Nacht zum 9. Dez. in der Hafenmündung angegriffen haben. Das Ergebnis sei unbekannt. Die russischen Zerstörer so-llen außerhalb des Hafens liegen und mehrere Kanonenboote schwer beschädigt sein. L o nd o n , 12 Dez -Ter „Standard" meldet aus Tokio: Zwischen den Mmistern und den Parteiführern finden Besprechungen statt, wobei letztere die finanziellen Pläne der Regierung für den Krieg mit geringer Abweichung guthießen. Tie Parteiführer wünschten, daß die Steuererhöbung um eine Million Pfund St-rling verringert, würde. Tie Münster willigten ein und wollen diese Summe durch Crsparn'ssc an lw-fenden Ausgaben beschaffen. Alle Teile d-'s Parlamentes arbeiten in völliger Harmonie. — Ter „Standard" meldet ans Konstantinopel: Ter Amerikaner Flint habe dem ersten Sekretär des Sultans einen großen Teil der argentinischen Flotte zum Kauf angeboten, wahrscheinlich zum Weiterverkauf an Rußland. Der Sekretär lehnte jedoch das Ainrbi^ten ab. Tekphoiaiscfeer Kursbericht r i»» 6*ii3rt a Ti». 12. Dezember. •’i'/'/Vo IbieWuleihe . . 101 45 3 ’/j do. . . . 89.75 zi,0' Konvois , . . . 101.60 3°, o do ... 89.75 H'/gO; liessen .... 100.10 3' ,% OborhosRPn . . . —.— 4% Oßterr. Ooldrevte . 101.80 4* l',,/o Oester r. Silberrente 100 10 4% Unrar. Gohlrente . . 99.85 4<‘' Italien. Rente . . 104.40 4V2 % Portugieser . . . 64 00 Portugiesen 62.85 1 % C. Türken .... —.— l'ürkenlose 108 20 4% Griech Monopol.-AnL 48.00 4* , % äussere Argentiner 45.20 Tenden: 3% Mexikaner ... 32.95 ‘tVo'Vr. Chinesen . . . 91.70 Elcctrb-. Sol ackert . . . 124.70 Nordd Lloyd . . . . 104 30 Kreditaktien . ... 21250 Diskonto-Kommandit. . . 192.20 Darmstädter Bank . . 143.10 Dresdener Bank .... 157.90 Ber iner Handelsges. . . 164*30 Gestern Staatsbahn . . . 139.20 Lombarden 17.70 Gottbardbahn 192.00 Laurabütte ..... 259.00 Bochum ...... 232.40 Hnrpener 216.20 Schatzscheine —*— : fest. tr, Kranke. Warme, geschützte Lage bK \>A te i llir am Südabhang des Taunus. Behag- fsÄ® lieh eingerichtete, kleine Anstalt (bis 80 Patienten). Centrale Heizung [■ und Beleuchtung, geheizte Liege- | halle und Corridore. Sorgsame 1 Verpflegung. (Dependance. für Minderbemittelte). Prospecte franco. vr. M. Schulze-Kahleyss. Nervenarzt. Sanatorium Hofheim im Taunus. Submission. Die Füllung des Eiskellers in den neuen Kliniken zu Gießen soll auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen können auf dem Verwaltungsbureau genannter Anstalt nachmittags von 3—5 Uhr eingesehen werden. Offerten sind mit entsprechender Aufschrift versehen, verschlossen, bis zum Eröffnungstermin Freitag den 10. Dezember 1904, mittags 12 Uhr einzureichen. Zuschlag erfolgt bis zum 19. Dezember 1904. Gießen, 9. Dezember 1904. Bl%2 Großh. Verwaltungsdirektion der Neuen Kliniken. Ortsstatut für das Kaufmannsgericht Giehen. Auf Grund des Gesetzes, betreffend die Kaufmannsgerichte, vom 6. Juli 1904 wird nach Anhörung von Kaufleuten und Handlungsgehilfen auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 20. Oktober und 24. November 1904 und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 5. Dezember 1904 bestimmt, was folgt: § I. . 1 Tas Kaufmannsgericht umfaßt als Gerichtsbezirk den Ge- meindebezirk der Stadt Gießen und führt die amtliche Bezeichnung Kaufmannsgericht Gießen. § 2. Tas Kaufmannsgericht besteht aus einem Vorsitzenden, einem Stellvertreter und acht Beisitzern. Tie Zahl der Stellvertreter des Vorsitzenden und der Beisitzer kann durch 'Beschluß der Stadtverordnetenversammlung erhöht werden. § 3. Von den Beisitzern ist die eine Halste von den wahlberechtigten Kaufleuten aus der Zahl der wählbaren Kaufleute, die andere Hälfte von den wahlberechtigten Handlungsgehilfen aus der Zahl der wählbaren Handlungsgehilfen auf drei Jahre zu wählen. Die ausscheidcnden Beisitzer haben solange im Amte zu verbleiben, bis eine gütige Neuwahl stattgefunden hat. So oft die Zahl der Besitzer weniger als insgesamt vier beträgt, kann die Bürgermeisterei eine Ergänzungswahl für den Rest der Wahlzeit anordnen. § 4. Die Wahl der Beisitzer findet statt unter sinngemäßer Anwendung der §§ 6—16 des Ortsstatuts für das Gewerbegericht Gießen vom 11. Februar 1903. Tie Vorschlagslisten (§ 61 Ms. 3 des Gewerbegerichtsstatutsmüssen je vier Namen enthalten. x . ' Tie Wahlzeit (§ 6 'Abs. 3 des Gewerbegerrchtsstatuts) wird auf die Stunden von 6—9 Uhr nachmittags festgesetzt. § 5. Auf die Tätigkeit des Kaufinannsgerichts finden die §§ 18 bis 24 des Ortsstatuts, betreffend das Gewerbegericht Gießen vom 11. Februar 1903 sinngemäß Anwendung. Das Gericht kann beschließen, in geeigneten Fällen von der Erhebung von Gebühren und Auslagen ganz oder teilwepe ab- Tie Bestimmung der Beisitzer 18 des Gewerbegerichtsstatutserfolgt in der Weise, daß von jeder Seite der zuerst Jusgeloste iw. April, August. Dezember, der zweite im Mai, September, Januar, der dritte im Juni, Oktober, Februar und der vierte im Juli, November, März zuzuziehen ist. Tie Gerichtsschreiberei des Gewerbegerichts Gießen dient gleichzeitig als solche für das Kanfinannsgericht. § 6. Diese Bestimmungen treten mit ihrer Veröffentlichung in ^Tie Tätigkeit des .Kaufmannsgerichts beginnt nach der endgültigen Erledigung des erstmaligen Wahlverfahrens. Der Eröffnungstag ist in ortsüblicher Weise bekannt zu machen. Gießen, den 12. Dezember 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Curschmann. B*7„ Die Beerdigung findet Mittwoch den 14. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. 8796 Gießen, den 12. Dezember 1904. Danksagung Teilnahme bei dem uns betroffenen Familie Schmal! Familie Herbert Gießen, den 12. Dezember 1904. 8795 Für die vielen Beweise herzlicher herben Verluste sagen innigsten Dank Aie liestrauernd n Kinkerbliebtnen: Jakob Fischer und Kinder. Elisabeth Kaiser Wwe., geb. Funk. Eugenie Heck, geb. Funk. Hugo Funk, Lehrer. ; Robert Heck, Postassistent. Louise Schröder Wwe., geb. Schwall. Puppen- MM Perücken sowie imruhrketikn XM ,.1/ fertigt grü u. billigst, an 18667 X JL Emil Koch jSES Perückenmacher © M Bahnhofftr. 62. Bitte auf Firma u. HauSnumnter zu achten! Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Südanlage, zwischen Bismarck- und Goethestraße, von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 10. Dezember 1904. Großherzogin'' > ' olizeiantt Gießen. Herberg. Todes-Au,zeige. Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir tiefbetrübt die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meine teure Frau, unsere gute, fürsorgende Mutter, liebevolle Schwester, Schwägerin, Schwiegertochter und Tante gm Mathilde Fischer, zur im Alter von 36 Jahren nach kurzem, aber schwerem Leiden zu sich zu rufen. BetanuLmuchunft. Der Voranschlag der üwineinde Lltmda für d.n> ■hVdmiiiuy jahr 1905/06 ist vom 14. Dezember d. Js. ab acht Tage lang aus hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht offengelegt. Luntda, den 11. Dezember 1904. Großherzogliche Bürgermeisterei Lumda. Schultheiß. 8793 Bekanntmachung In das Handelsregister, Abt. A, wurde heute bezüglich der Firma „Heller u. Plitt" zu Lollar eingetragen: Die Firma ist am 7. Dezember 1904 auf den Former Georg Plitt zu Frankfurt a. M.-Bockenheim übergegangen. Aktiva und Passiva sind nicht übergegangen. Dem Georg Plitt, Kaufmann in Lollar, ist Prokllra erteilt. Gießen, am 9. Dezbr. 1904. Großh. Amtsgericht. [B12/13 Versteigerung. Dienstag den 13. Dezbr. l. IS. nachmittags 3 Uhr sollen im städtischen Pfaildlokal Seltersweg 11 dahier die wegen rückständigerOrtskrankenkasie- Beiträge für Monat Juli 1904 gepfändeten Gegenstände als: Schreibtische, Schränke, Vertikovs, 1 Sekretär, 1 Klavier, 2 Kaffenschränke, 1 Nähmaschine, 2 Pferde und dergleichen mehr, versteigert roerbe». 8708 Gcmmecker, Pfandmeister. Versteigerung. Dienötag den 13. Dez. d. I., nachm. 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1) 3% Mille Zigarren, 2) 2 Drehbänke, 1 Gaskocher, 50 Regenschirme für Herren 'und Damen, 50 Spazierstöcke, 100 Sack Zement, 10 Mille Zigarren, Plüsch» und andere Möbel. Versteigerung zu 1 sicher. 8773] Born, Gerichtsvollzieher. Dank. 07898 Familie Georg Dahmer. Danksagung Für die unS anläßlich des Ablebens unseres Söhnchens bewiesene Teilnahme sagen wir innigsten Bekanntmachung. Geschäftsordnung des Großh. Amtsgerichts Lallbach. Bei dem unterzeichneten Amtsgericht sind die Sitzungen, AmtStage und GeschästSstunden wie folgt festgesetzt: A. In Schüffensachen: 5. und 19. Januar, 16. Februar, 16. März, 13. April, 11. und 25. Mai, 15. Juni, 18. Juli, 10. August, 7. und 21. September, 19. Oktober, 16. November, 14. Dezember. B. In Feld- und Forstsachen: 28. Februar, 27. April, 29. Juni, 31. August, 26. Oktober, 31. Dezember. C. In Sachen der streitigen Gerichtsbarkeit jeden Donnerstag mit Ausnahme der Schöffen-, Feld- und Forst- gerichtstage. D. Amtstage in der freiwilligen Gerichtsbarkeit jeden Mittwoch von 8 bis 12 Uhr vormittags nnd 3 bis 5 Uhr nachmittags. E. In Grundbuchssachen Montag von 8 bis 12 Uhr vormittags und in der Zeit voln 15. Juli bis 15. September Mittwoch von 8 bis 12 Uhr vormittags. F. GeschästSstunden der GcrichtSschreiberei: an allen Werktagen von 10 bis 12 Uhr vormittags, am Mittwoch außerdem von 8 bis 12 Uhr vorlllittags und 2 bis 6 Uhr nachmittags. Laubach, den 8. Dezember 1904. D13/la Grobherzogliches Amtsgericht. Statt besonderer Anzeige. 07405 Offenbach a. M. Biebercrstr. 32. Sophie Heilbrunn Jacob Strauss Veterinärarzt Verlobte Giessen Wilhelmstras36 6. F I I > «» * ,v. 3nm Tallllhavser, Ftanksmtnstr. Morgen (Dienstag) aVIetzelsuppe. Morgens Wellfleisch mit ttraut. Es ladet ergebenst ein >7408_________Johann Gg. Kraft. Weisse Damaste I Farbige Kattune für Bettwäsche in 180 und 160 cm Breite Fertige Bett- und Kissenbezüge und Betttücher I in grosser Auswahl vorrätig. a1*/1’ I C. Röhr durch D1/, > Wild. Rudolph < ► Pi&nohandlg. u. Keparatur- C > werks t&tte, Sei Cers wog 91. • Parfümerien u. Toilettesachen in grob. Auswahl bei August Holl Drogerie, Bahnhofstrabe 51. ____________[87911_______________ SS Schöne SS C'iirlstbäume in großer Auswahl frisch eingc- troffen bet 07391 Ferber, Dienstmann am Brandpl., Ecke Senckenbergstr. Achtung! Lesen! 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