Nr. 267 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm Untversttätsdruckerei. R. Lange, Gießm. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.?. Tel, Rr. 6L Telegr^Adr» i Anzeiger Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gietzener KamiNenblütter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hesfifche Landwirf erscheint monaUich einmal. Zweites Blatt. 154. Jahrgang Samstag LZ. NovemLerLS04 Gietzener Anzeiger Z>ie neue Miversttäts-MökiotyeK. Gießen, 12. Nov. Eine der schönsten Aufgaben-für unseren Landesfürsten ist die Unterstützung und Förderung der Wissenschaften. Die ^Bewohnerschaft der hessischen Universitätsstadt hat heute wiederum einmal Gelegenheit gehabt, das warme Interesse unseres Gro ßherzo gs an d-er immer reicheren Ausstattung der einzelnen Institute seiner Laindesuniversität zu beobachten, indem er ein neues großes Werk, das von dem Großh. Bauinspektor Becker geschaffene Universitätsbibliotheksgebäude, feierlich eröffnete. ^24 Jahre lang hat das verstaubte Haus am Brandplatz als Bucherstätte der Großh. Hess. Universität gedient. Tie Bibliothek hat in den nahezu 300 Jahren ihres Bestehens — sie fei-rt mit der gesamten Landesuniversität, deren integrierender Bestandteil sie ist, im Jahre 1907 ihr 300 jähriges Gründungsfest — weehselvolle Schicksale erfahren. Von 1607 bis Ende der 20 er !Jahre des vorigen Jahrhunderts befand sich die Bibliothek mitsamt der ganzen Universität auf dem Platze wie seither, d. h. in dem alten Kollegiengebäude am Brandplatze. Dann, ums Jahr 1828 herum, siedelte sie nach der alten Jnfanteriekaserne über, wo sie mitsamt den „alten" Kliniken Platz fand. Im Jahre 1880 rückte sie dann wieder nach dem Brandplatze aus, um den Kliniken größeren Raum zu gewähren. Das Kollegiengebäude war inzwischen längst abgerissen worden und dem jetzigen öden Bau zwischen Brandplatz und botanischen Garten gewichen. Nun endlich steht der verwitterte, von Wind und Wetter übel gebräunte alte .Kasten am Brandplatze, in dem die auf ungezählten Blättern Papieres verzeichneten mächtigen Schätze des Weltwissens „nahezu ein Vierteliahrhundert lang ihr tristes Heim hatten, öde, und leer da, bis er, hoffentlich neu aufgeputzt und dem gefälligen oberhessischen Fachwerkstile der anderen großen Bauten „am Brandplatze ^angevaßt, anderen, geeigneteren Zwecken eine Stätte bieten darf. Bisher ist nur bestimmt, daß das Botanische Institut dort sein Heim finden wird. Vermutlich wird auch das Landwirtschaftliche und möglicherweise auch das Geographische Institut dort untergebracht werden. Für den reichen Bücherschatz unserer Universität war der engbrüstige alte Bau längst zu klein geworden. Als das neue Jahrhundert seine Schwingen zum Flug in unser altes Erdental breitete, da war es den zuständigen Stellen klar geworden: die Landesuniversität muß ein neues, umfangreicheres Bücherheim haben, das Heranwachsende Geschlecht soll sein bestes Wissen aus würdigerem, Borne schöpfen. Wir haben in Gießen kein eigentliches Quartier latin. Denn das Klinikerviertel im Süden ist nur von Medizinern dicht besetzt, während sich die Anhänger der übrigen Fakultäten so ziem- lich„ über die ganze Stadt verteilen. Für das neue Bibliotheks- gebaude einen geeigneten Platz zu finden, war trotzdem nicht allzu schwer. Die Frage wurde dadurch am besten gelöst, daß es in die an Vauterrain reiche Gegend hinter der Aula verlegt wurde, sodaß es also von dem Stammhaus der Alma mater nicht weit entfernt und sowohl von der Unruhe der inneren Stadt, als vor der völligen Abgeschiedenheit des eigentlich doch nur durch Gäßchen zu erreichenden öden Brandplatzes bewahrt ist. Platz zu etwa späterhin nötiget Erweiterung ist genügend vorhanden. Ein Bauwerk, wie es heute geweiht wurde und wie es unter unseren Augen entstanden ist, gleicht in manchem Belang einem Menschen, den man nur von weitem kannte, den, man gewissermaßen aufwachsen sah und von dessen anziehender Erscheinung wir den Wunsch übernehmen, ihn endlich auch persönlich kennen zu lernen. Denn wie auch das Aeußere eines Menschen und eines Kunstwerks bestechen und wie genau nwn es betrachten und sich verdeutlichen mag, — was an ihnen Seele ist, faßt erst, wer zu vertrautem Zwiegespräch mit ihnen gelangt. Das neue Bibliotheksgebäude ist in seinem modernisierten Barockgewande eine der wuchtigsten Monumentalbauten unserer Stadt. Mit seinen Seitenfronten steht es im Begriffe, zwei ganz neue Straßenpartien im Ostbilde unserer Stadt zu schäften. „Tas rUteil über ein Bauwerk von bedeutendem Umfange erhält erst dann einen festen Grund, wenn mau die Uebersicht der Bedingungen hat, aus denen die inneren und äußeren Formen hervorgegangen sind." Diese Worte schickte einst Schinckel einer ausführlichen Baubeschreibung voraus, mit der er die Pläne des von ihm 1818 bis 1820 erbauten Berliner Schauspielhauses ber Oejfentlichkeit übergab. Mit Recht, denn auch damals war das Bauprogramm eines den Künsten oder der Wissenschaft gewidmeten Palastes voll von schwierigen und verwickelten Bedingungen, die das größere Publikum vor dem fertigen Bauwerke gar leicht übersieht, um mi den zunächst in die Augen fallenden, äußeren Formen eine rasche Kritik zu üben. An dem neuen Gießener Universitätsbibliotheksgebäude sind es auch zwei Bauteile, die eine bei neueren Bibliothekbauten ziemlich allgemein angewandte Ausbildung erfahren haben, nämlich das zweigeschossige Vordergebäude mit dem großen Lesesaal, den Verwaltungs- Zimmern ic., und das durch einen Lichthof und , Mer Zwischenslügel von ihm getrennte siebenstöckige,, Hintergebäude, das den eigentlichen Bücherraum enthält. Die Grundidee, die der gesamten Bauanlage innewohnt, ergab sich aus der Eigenart des übrigens vom Staate für 60 000 Mt. erworbenen Baugeländes. An der an dieser Stelle erheblich verbreiterten Stephanstraße bot sich nur ein schmales Stück für die Front. Von dieser fur&ew Basis aus breiten sich nord- uno südöstlich die beiden Flügel des Vordergebüudes aus. Damit der eigentliche Bücherraum möglichst isoliert dastehe, möglichst vor Feuersgesahr geschützt und möglichst lichtreich, schiebt sich zwischen da_> Vordergebäude und den hochragenden Bücherraum der von den Seitenflügeln und einem fenersicheren Turm flankierte Lichthof. Diese die breite Ausflucht der beiden Vorderflügel aufgevend-en, nach innen zu, sich ab rundenden und zusammenziehenden Seitenflügel bilder: den möglichst un- gezwungeneii Uebergang zu dem Bücherraum, der gewlsser- niaßen eine Einheit für sich bedeutet imd architektonisch werlig Gemeinschaft mit dem Vorderbau hat und haben soll. Der Schöpfer des Bauwerks hat sich auf den Widerstreit zwischen praktischem und rein künstlerischem' Erfordernis, der eigentlich bei der Gestaltung jedes Bauwerks dem Architekten teils hemmend, teils fördernd entgegentritt und der um sio leichter zu überwinden ist, je mehr der Architekt der sogen, malerischen Behandlimg des Bauwerks sich hingibt, nicht eingelassen. Ihm widerstand es, eine das ganze Innere des Gebäudes verschleiernde blendende Prunketikette herzustellen; er wollte im Gegenteil mit ehrlichen Mitteln offen zeigen, was das Gebäude in seinen Teilen birgt, er wollte die aus ihrem Zwecke notwendig sich ergebende Verschieden artigkeit der einzelnen Teile 'jedem Vorüberwandelnden zeigen und nicht, ohne genügenden Grund, dem kompakten, massigen Bücherraum eine irreführende oder nichtssagende effektvolle Maske geben. Es hätten sich ja leicht die zwei Borderflügel einfach verlängern und in ihnen die Bücherei unterbringen lassen. Dadurch aber wäre diese ohne Not in zwei, unbequem mit einander zu verbindende Stücke gerissen worden; zudem wäre das einer Ranmvergeudung gleichgekommen, denn dadurch hätte sich der jetzt nur kleine Lichthof um ein sehr Erhebliches vergrößert und das Ganze wäre zersplittert ins Weite gegangen, statt, wie es jetzt zweifellos pequemer ist, in Zusammenhang und Höhe. Aeußere Harmonie konnte freilich dadurch nickt erzielt werden, aber die war wohl ttuch kaum beabsichtigt. Die Hauptsache war eben Zweckmäßigkeit, und die dürste in vollkommenstem Maße erreicht worden sein. Was den Grundriß des großen Gebäudes anbelangt, so ist das Ehaos Doit Räumen, die hier von den Studierenden, den Dozenten und. der Verrnaltnng, von der Heizung, Beleuchtung und Feuersicherheit gefordert werden, mit kundiger Hand gesichtet und alles bequem und praktisch gegliedert worden. In den Kellergewölben findet man ein Buchbinderzimmer, eine photographische Dunkelkammer, eine Werkstatt, einen Kesselraum, einen Kohlenraum usw. Tas Erdgeschoß enthält: ein für die hiesigen gelehrten Gesellschaften reserviertes Zimmer; ein ,Ausstellungszimmer, in dem die wertvollsten Stücke der Bibliothek, darunter Handschriften von Philipp dem Großmütigen, Unterkunft finden sollen; einen Saal für die Handschriften' und Inkunabeln (im linken, Flügel): — ein Zimmer für paläo- graphische Uebungen; ein für die Dozenten reserviertes Zimmer mit gemütlicher Sofaecke; ein Zimmer für die Schriften der fremden Universitäten, mit denen Gießen im Tauschverhältnis steht; einen Saal für Karten und Kupferwerke (rechter Flügel). Im Obergeschoß, nimmt den ganzen vorderen, über dem Portas liegenden Teil der große Lesesaal ein. An ihn stoßen rechts: das Tirektorzimmer und zwei Beamtenzimmer (für die drei Bibliothekare); links: das große Zeitschristenzimmer und die Garderobe. Uebrigens ist auch eine Damengarderobe vorgesehen, ' vom 1. Januar 1905 ab eine adlige junge Dame, die Tochter des russischen Popen in Darmstadt, als Volontärin an der Bibliothek tätig sein Tie Garderobe für die Beamten befindet sich in einer rn Fach wer kausgeführten niedlichen Galerie, die an der westlichen Wand des Bücherraumes sich hinziehend die beiden Seitenflügel miteinander verbindet. Diese Seitenflügel enthalten einerfeits das Archiv und andererseits einen großen Packraum, sowie darüber das Katalogzimmer und die Ausleihe.. Nach diesem Ueberblick über die Verteilung der Baumaffen und die Grundzüge der inneren Einteilung dürfen wir uns der näheren Betrachtung des äußeren und inneren Organismus zuwenden. Das ganze Haus ist modern. Die moderne Architektur, blättert mit Vorliebe in dem Musterbuche der ältesten Vergangenheit. Sie gestaltet für unsere Tage die assyrische und egyptische Kunst um. Der Baumeister des Hauses hat offenbar dem Studium der Barockarchitektur obgelegen. Eine sklavische Nachahmung oder Verwertung alltäglicher Formen zeigt sich nirgends. Alles ist von neuzeitlichem Geiste durchdrungen, unter Anlehnung an den althergebrachten oberhessischen Baustil. Daher die beiden niedrigen stumpfen Ecktürme. Von der so verschiedenartigen Naumerfordernis int Innern bleiben, wie bereits angedeutet, die Fanden durchaus abhängig. Die Hauptsatz ade nach der Stephanstraße ist nicht ohne lebhafte dekorative Wirkung. Sie wird außen von dem Portal, das die Ueberschrift „Universitätsbibliothek^ trägt, von drei mächtigen Fenstern des LesesaaleS durchbrochen und ist gekrönt von einem abgerundeten Giebel, in dessen Felde ein symbolisierendes Relief von Professor A. Varnesi sich befindet, der auch an dem plastischen Schmucke des Frankfurter Schatlspielhauses tnitgewirkt hat. Darüber leuchtet die Sonne der Wissenschaft. Die Spitze nimmt eine Eule ein, das Symbol des tiefen, unermüdlichen Studiums. An den Seiten des Giebels halten zwei steinerne beflügelte Sphynxe Wacht. Die Ornamentik wirkt eher schlicht, als massig- imposant. Reich und prunkvoll ist das Gebäude im Innern aus- gestattet. Dem Treppenhause geben eine Reihe mächtiger weißer Marmorsäulen, sowie die Säulenreliefs der Wände mit dem großzügigen figuralen Schmuck einen imposanten Eindruck. Ueberhaupt leuchtet allenthalben Weiß entgegen, nur die Türen sind dunkel, aber sämtlich doch verschiedenfarbig gehalten, und mannigfaltig und reizvoll in durchaus neuzeitlichen Formen ornamentierten. Der erste Eindruck in den Gemächern: aus dem Gefühl der einstigen Enge heraus; Säte, Luft, Bewegung; Alles hoch und hell und schmuck und blank, und Licht im letzten Winkel. Und die Ausstattung einfach und geschmackvoll. Wir sehen Schränke und Schränkchen aus dunkel gebeiztem Eichenholz, zum Teil mit lebhaft wirkenden Füllungen, Stühle von schönster Eigenart und bester Handlichkeit, Tische bequem und gediegen, Beleuchtungskörper, namentlich den großen Kronleuchter im schönsenstrigen und mit würdig schöner Gediegenheit' ausgestatteten Lesesaal, von so schlichten als feinen modernen Formen. Fast allenthalben übrigens, in dem Gestühl, den Türverkleidungen re. re. kehrt ein in modernem Barock gehaltenes Schmuckornament wieder. — Die Tapeten in allen Räumen, selbst die kostbaren blauen Damasttapeten im Direktorzimmer, sind sämtlich waschbar. Die plastische Bekrönung des großen prachtvoll wirkenden Mittelfensters im Lesesaal, in dem dad sparsam angewandte Blau vornehm und zugleich ein wenig heiter wirkt, ist ein Werk des Professors Habich in Darmstadt. Der schöne geistvolle Frauenkopf zeigt die Züge der jungen Gattin des l Künstlers, einer geborenen Freiin v. Löw-Steinfurth. RingS um die schimmernden weißen Wände des Saales ziehen sich, in schwarz gehaltene schwere Bücherschränke, die dem Ganzen einen überaus ernsten, gewichtigen, fast feierlichen, zugleich: aber auch sehr gediegenen Charakter aufprägen. Die beiden Schränke zu Seiten des Mittelfensters verdankt die Bibliothek' der Munifizenz des KontmerzienratS Heichelheim, die eine Reihe von wichtigen und kostbaren, zum Teil seltenen Nachschlagewerken int Werte von 10 000 Mk. enthalten. Eins der Zimmer im unteren Stocke enthält zurzeit eine sehr sehenswerte Ausstellung von Jnkuna- beltr und wertvollen alten, zum Teil mit bewunderns-, werter Meisterschaft und Geduld auÄgeführten Handschriften, selbst solche aus dem 10. Jahrhundert, von auf Philippi den Großmütigen bezüglichen Schriftstücken seiner Zeit, vow' uralten kostbaren Exlibris und Einbänden, von Handschristent! in den verschiedensten orientalischen Sprachen, darunter;! auch eine finghalis- > Handschrift auf Palmenblatterst;! ferner von Briesen bedeutender Männer, hervorragendes Professoren und Schriftstellern, wie Moritz Haupt, Hoffmann- v. Fallersleben, Gutzkow, Hamerling, Karl Pogt 2c. k. Im Bücherraum hinten, durch dessen sämtliche Etagen, ein elektrischer Fahrstuhl führt, bewundern wir die äußere ordentlich praktische, in Gießen zum erstenmale eingeführte Abstaubvorrichtung. In anderen Bibliotheksräumen habens bisher Balkons für diesen Zweck gedient. Hier sind bor' den Fenstern Tischplatten angebracht, die sich nicht nur in^ den Raum hinein, sondern auch durchs Fenster hinauf klappen lassen. Die von Lipman in Straßburg stamwen-E den Büchergestelle haben in der ganzen Bibliothek Verwendung gesunden. Die einzelnen Bücherbretter können zu jeder Zeit mit Leichtigkeit zu beliebiger Höhe gebracht werden.! Im Katalogzimmer überrascht uns des Herrn Biblio-z thekdircktors Prof. Dr. Haupt patentierter praktisches Zettelkatalogkasten, durch den es ermöglicht wird, daß nttat in den aufrecht bleibenden Zetteln bequem blättern kann. Die nach Süden liegenden Fenster dieses Riesenraumes sind aus Kathedralglas, das äußerlich grün, innen weiß, also äußerst hell schimtnert. Die Heizung geschieht durch je zwei und zwei Sto>ckwerke. ‘ ; Es scheint unS angemessen, eine vollständige Liste ctHet. der an dem Bau beschäftigt gewesenen Handwerker zu-/ sammenzustellen. Hier ist sie: Maurerarbeiten: Abcrmann u. Kling, Gießen. — Hausteinlieferungen, Lungstein: Preußisch-Hessische Basaltwerke, Kesselbach. — Kalkstein: Simon Eckart, Ansbach; Josef Gasteiger. München. — Granit: I. Atzback, Gießen. — Kunststeinarbeiten: Steinfabrik Ulm. — Marmorarbeiteu: Dvckerhoff u. Neumann,^ Wetzlar. — Bildhauerarbciten: Bildhauer Winkler und Ludäscher zu Gießen. — Herstellung der Zwischendecken: Abermann und Kling, Güßen; Frankfurter Vetonbaugefellschaft zu Frankfurt am Main; Rudolf Wolle, Leipzig; L. Seuling, Nachf., Gießen. — Zimmerarbeiten: Sondermann u. Bücking, Msfeld. — Dach-, deckerarbeiten' H. Carlö und E. Noll, Gießen. — Blitzableiteranlage: H. Sckön, Gießen. — Spenglerarbeit: H. F. A. Schmidt/ Frankfurt a. M. — Eisenkonstruktion des Bücherbaues: G. Tonges, Darmstadt. — Lieferung der Aufzüge: Wiesche unl>! Scharffe, Frankfurt a. M. — Schlosser arbeiten: C. Wigandt,! C. Krailing, C. Hohmeier zu Gießen: A. Simon, Lollar. — Kunstschmiedearbeiten: C. Wigandt, A. Gräfe, C. Krailing zu, Gießen. — Bronzetreibarbeiten: A. Gräfe, Gießen. — Glaserarbeiten : H. Anwld, Ph. Jacobi, G. Schmitt, I. Hirz, Gießenä — Eiserne Fenster: Josef Sang, Mannheim. — Kunst - Verglasungen: Fr. Eudner, Tarmstadt, Lesesaalfenster nach Ent-! würfen von Bernhard Wenig, Hanau: A. Lüthi, Frankfurt a. M.,j Treppenhausfenster. — Putz- und Anstreicherarbeiten: K. Niko-, laus, PH. Hohmeier Wwe., PH. Horn, L. Petri II., Klippel und! Laucht, Gießen. — Stuck- und Nabitzarbeiten: H. Reinhardtj Söhne, Heldenbergen; H. Launsbach, Gießen. — Tapezierung n H. Hochstätter,Gießen. — Zement- und Terrazzoarbeiten: K. Rüb-^ Tarnen, Gießen; F. de Marco, Bad-Nauheim; I. Odorico, Frankfurt a. M.; Jean Dern u. Eo., Gießen (außerdem Plattenbeläge)/ — Linoleumbeläge: C. Stückrath und Th. Brück, Gießen. —, Heizungsanlage: H. Schasfstädt, Gießen. — Gas- und Wasser-! installation: I. Stohr und I. Thörner, Gießen. — Kanali-i fierung: G. Becker, Gießen. — Elektrische Beleuchtungsanlage: Siemens-Schuckert-Werke, vertreten durch H. Baumann, Gießen. — Klingel- und Haustelevhonanlage: H. Baumann, Gießen. — Schreinerarbeiten: L. Sperb, Tarmstadt, (Türen): A. Bern- hart, Mainz (Lesesaal); I. Lenz, Gießen (Zeitschristenzimmer); Ä. Weigel, Gießen; Oberhessisck>e Holzindustrie, Mücke (einfache Arbeiten). — Möbel im Lesesaal und Zeitschriften zimmer ititbv Ausstellungsraum: L. Schäfer, Mainz. — Möbel der übrigen Räume: C. Ringshausen, Nidda: W. Reiber, Th. Brück, Ch.^ Weiß, Fr. Bcnzler, Gießen. — Verschiedene Einrichtungsstücke: H. Sack, R. Hahn. H. Haas, W. Müller, Gießen. — Büchergestelle im Bücherbau: R. Lipmann, Straßburg. — Einlagebretter dazu:, I. Lenz, Gießen. — Vorhänge usw.: W. Reiber, E. Bloedner, F. Nenustiel, Gießen. — Maurerarbeiten der Einfriedigung: Gg. Becker, Gießen. — Hausteinarbeiten: Hessische Steinbrüche, Londorf. — Einfriedigungsgitter: H. Effelberger, Limburg. Pflasterarbeit: I. Nickel- Gießen. Die Vciusumme beträgt rund 550000 Mk. Es gibt nicht nur Schmeichler für Personen, sondern glich für Sachen. Doch sachliche, fachgenmße Kritik wird und muß geübt werden auch an diesem Werk der Architektur. Dem alten Spruch: Wer bauen will an Straßen und Gaffen, der muß die Leute reden lassen, steht indessen ein noch älterer zur Seite, des Horaz: Principibus placuisse viris, non ultima laus est. (Was den vorzüglichsten Männern gefiel, deß Ruhm ist nicht gering.) Glit Ding will Weile haben. Drei volle Jahre bedurfte das Werk zu seiner Vollendlmg. Im Juli 1899 wurde das Gebäude für den Bau erworben, im August 1901 geschah der erske Spatenstich. Heute, am Tage seiner Weihe durch unseren Landesherrn, darf u. E. die heffische Universität in allen ihren Gliedern, darf auch Gießens Bürgerschaft voller Stolz und freudiger Genugtulmg ob eines solchen gediegenen Besitzes die Blicke auf dem neuen Bücherheim ruhen laffen. Als einer der wertvollsten Teile der aufblühenden hessischen Universitätsstadt, als ein würdiger Tempel der hehren Wissen- schäft stellt sich der Neubau dem Beschauer dar; möge er seiner bedeutungsvollen Bestimmung, als Stätte geistigen Strebens, reinsten Wissens und edler Erbauung, allezeit zum Heile des Landes gerecht werden. Introite, nam et hic dii sunt. W. Emil Fischbach. Garanrirf neiner, omq häufen Sie bei: 'MUH mrae samtstadt voll und ganz vertreten und zwar die Herren: 06752 8308 (uu 8206 2C. C Bahnhosstrastc 23 Mar Fricdbcrgtr Med.-Mi Dr. Habcrkorn Georg Hrbstrcit Otto Schaaf Ad. Zurbuch August Gabriel Jean Kirch Wilhelm Wallenfels L. Petri II. Wilhelm Hornberger Eduard Krumm 8247 Bahnhosstrasre 23 ZMnt Dr. Gulstcisch Theodor Haubach ümierjicint Heichelheim H. Iughardt Iran Kirch Ed. Krumm Carl I'oos Wich. Wallenfels____ Biskuits und Kakes in stets frischer Ware. 0. F. Rflfiißler Machf Martin Dörr Or. 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Anmeldungen bei Fräulein Nenner. v11 n Ztadtoerordnetenwahl Mitbürger! Von dem lebhaften Wunsche beseelt, an die Wähler nur mit solchen Vorschlägen jeranzutreten, welche die Billigung aller Unparteiischen finden können, hat der unterzeichnete Bezirk eine Versammlung einberufen, die überaus zahlreich besucht war. Nach eingehender, durchaus sachlicher Aussprache hat man alle Sonderwünsche zurück- gestellt und die folgenden Herren, welche den verschiedensten Berufszweigen angchören und deren Aufstellung allen Stadtteilen Rechnung trägt, einstimmig nominiert. Indem wir nunmehr diesen Vorschlag der Oeffcntlichkcit unterbreiten, bitten wir die verehr!iche Wählerschaft, allseitig die Stimmen vereinigen zu wollen auf die Herren: Hermau» Eichenauer 'August Gabriel Dr. Gntfleisch, £l*nrhtkr MedijiiM Dr. Haberkorn Th. Haubuch, Mirortiitta Georg Hebstreit Fritz Helm tawrjitnrot S. Heichelheim, otÄlicmimtn Wilhelm Hombergcr Jean Kirch, ZtaUhtroriintkr Ed. Krumm, ShMitroriintttr Kaufmännischer Verein i und örtsgewerbeVerein Giessen. Montag den \4. November 19 befriedigen, so bitten wir doch solche vielleicht wohlberechtigtc Einzelwünsche zurncktreten zu lassen und mit aller Entschiedenheit für die Wahl der genannten Herren einzutreten, damit eine das Gemeinwohl schädigende Stimmenzcrsplittcrung vermieden wird. ve/u Arrsmsunigr öcrrin. A r MtionnUilrnür Ami« Tapisserie! 'Tapisserie! Sonnenstraße X H. 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Wir empfehlen die ausscheidenden bisherigen zehn Stadtverordneten zur Wiederwahl, aber hinsichtlich der weiter zu bestimmenden sechs ttCtteti Herren empfehlen wir allen Wählern ganz eindringlich mit Misere Liste, die wir heute unseren Mitbürgern vertrauensvoll vorlegen. Wir wollen nur solche Männer gewählt wisien, die bisher schon im Interesse unserer Stadt Wirklich tätig gewesen sind und öffentlich bewiesen haben, daß sie unserem Gemeinwesen nach außen und innen zu nützen verstehen; nur unabhängigen, selbstständigen Männern geben wir unsere Stimmen, solchen, di« reiche Erfahrungen besitzen und befähigt sind, sich in allen vorkommenden Fragen eine eigene Meinung nicht nur zu bilden, sondern diese auch wirksam zu begründen und zu vertreten. Das ist in kurzen Worten unser Programm für die Aufftellung der neuen Kandidaten gewesen, und in allen unseren Beratungen ist dieses Prinzip stets hoch gehalten worden. 3)lit(lÜtßCr! Wenn wir, die wir mit unserer Wahlbewegung gleichzeitig die Gründung eines die ganze Stadt umfaffenden allgemeinen Bürgervereins ernstlich anstreben, heute nun nach reiflicher Ucberlegung und mehrmaliger Sichtung in überaus zahlreich besuchten Versammlungen vor die Wählerschaft hintreten, so sind wir uns bewußt, daß unsere Kandidaten in allererster Linie geeignet sind, die Billigung aller Wähler aus allen Teilen der ©tobt finden zu können. di0/u Darum, Mitbürger, vereinigt Euch mit uns; — bekennt Euch Alle zu unserer Kandidatenliste und »wählet allseitig die Herren: Carl Aug*. Faber, Wtvemdueter Isßizrat Br. öutüeisch, AMvemiMter Theodor Haubach, AMmMeter Amwziemt Heichelheim, AMvemiMter H. E. Jughardt, AMvemtMtcr Jean Kirch, AMvmMettt Eduard Krumm, LtMomrdllckr Carl Loos, AMvmMeter Louis Petri, AMmordueter Wilhelm Wallenfels, ZtÄvMketer. Hermann Eichenauer Wilhelm Hornberger Wilhelm Piank ugust Gabriel Mijiitlril Er. Haberkorn Friedrich Helm. Bürgerverein Centrui». veMverein Nord-Ost Bei unserer gestern Abend stattgefundenen Generalversammlung wurden nachstehende Herren als Kandidaten zur Stadtverordneten-Wahl in Vorschlag gebracht: Carl Aug. Faber, Stadtverordneter Louis Petri DL, Stadtverordneter Wzrat Dr. Gutfleisch, Wilh. Wallenfels, Theodor Haubach, Kmimziemt Heichelheim, H. E. Jughardt, Jean Kirch, Ed. Krumm, Carl Loos, Martin Dörr, Schloffermeiflcr Hermann Eichenauer, Fabrikant Max Friedberger, Kaufmann Aug. Gabriel, Fabrikant Medisinalrat Dr. Haberkorn Friedrich Helm, Weinhändler. D16/11 Wir bitten unsere Mitglieder und Mitbürger, nicht allein den obigen, seitherigen, altbewährten Stadtverordneten ihre (Stimmen zu geben, sondern auch für unsere neu ausgestellten Kandidaten mit Energie einzutreten, da wir Männer ausgestellt haben, die uns Gewähr dafür bieten, daß unsere städtischen Interessen nach jeder Richtung hin durch diese gefördert werden. Der Vorstand