Nr. 214 Grßchetut tüglt- außer SonntagL. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Gießener Familien» Glätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüht 'schen Untveri.-Buch-u. Steindruckerei. 8t öan-O, Redaktion, Expedition und Druckerei: Schotstratze 7. Vdresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Kernsprechanichluß Nr. bl. Erstes Blatt. 154. Jahrgang Montag 12 September 1904 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezugSpreisr moncnlich7bPf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch oiePost Alk.2.—viertel- fährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für tue TageSnummer bis vormtttagS 10 Uhr. ZetlenpreiS: lokal 12Pt, außroärtfl 20 Pfg. Verantwortlich füt den polit und allgem. Teil P. 9B111 f o: für .Stadt und Land^ und „Genchtssaal^. August Goetz, für den Anzeigenteil: Hans Beck. Die heutige Yumwer umfaßt 8 Seiten. Streit Augen Truppen die Die Wertobungsfeier in Schwerin. Schwerin, 14. Sept. Heute vormittag wohnten der Kronprinz, Herzogin (£ e ctlte, der Großherzog und die Großherzogin, sowie die übrigen hier weilenden Fürstlichkeiten dem Gottesdienst in der Schkoßkirche bei. Mittags trafen der Herzog von Sachsen-Koburg-Gotha hier ein, später Prinz Heinrich, Prinz Albrecht, Prinz Friedrich Leopold, Prinz ©itel Friedrich von Preußen, sowie der Großherzog von Oldenburg. Ferner sind hier angekommen der Chef des geheimen Zivilkabinetts v. Lucanus, Generaladjutant Generalleutnant Graf Hülsen-Häseler, die Generale ä la suite Generalmajor Graf Hohenau und Generalmajor v. Moltke, Hausmarschall Frhr. v. Lyncker und Oberstabsarzt Dr. Merg. Heute nachmittag fuhren der Kronprinz, Herzogin Cecilie Und die Großherzogin-Mutter dem Kaiser und der Kaiserin mit einem Sonderzug bis zur Station Kleinen entgegen. Als um 51/2 Uhr der Sonderzug mit den Majestäten, dem Brautpaar und der Großherzogin-Mutter eintraf, spielte die Musik den Präsentiermarsch. Der Kaiser und die Kaiserin wurden zunächst auf das herzlichste von dem Großherzog und der Großherzogin, dann von den übrigen Fürstlichkeiten begrüßt. Der Kaiser schritt die Front der Ehrenkompagnie ab, worauf ein Parademarsch erfolgte. Auf der Fahrt zum Schlosse fuhren der Kaiser mit der Großherzogin, die Kaiserin mit dem Großherzog, der Kronprinz und Herzogin Cecilie mit der Großherzogin-Mutter. Die Majestäten und das hohe Brautpaar wurden überall mit brausendem Jubel begrüßt. Im goldenen Saale des Schlosses fand heute abend Galadiner statt. Die Rede, mit welcher der Großherzog den Kaiser und die Kaiserin begrüßte, lautete: „Eure Kaiserliche Majestät und Ihre Majestät die Kaiserin am heutigen Tage hier begrüßen zu können, gereicht uns zur ganz besonderen Freude, und die Großherzogin und ich sprechen für diesen so freundlichen Besuch . unseren aufrichtigsten Dank 'aus. Eurer Majestät diesmaliger Aufenthalt hier trägt durchaus militärischen Charakter; werden Eure Majestät doch von hier aus die großen Herbstübungen des Gardekorps und des 9. Armeekorps leiten. Meine Truppen sind stolz darauf, in den Reihen dieses schönen Korps zu stehen, und ich hoffe, daß, wie dieselben bei der Altonaer Parade Eurer Majestät Anerkennung gefunden haben, sie nunmehr auch draußen im Manöver die Zufriedenheit ihres obersten Kriegsherren erlangen werden. Wie es den Mecklenburger Truppen vergönnt war, unter meinem in Gott ruhenden Großvater in vergangenen Zeiten tapfer mitzuwirken, so sind wir Mecklenburger allezeit bereit, unser Leben einzusetzen, für unseres Kaisers, für unseres Vaterlandes Wohlfahrt und Ehre. Wir erheben unsere Gläser auf da^ Wohl des Kaisers und Königs und der Kaiserin und Königin. Hurrah!" Eine zweite Rede dess Großherzogs lautete: „Eure Kaiserliche Hoheit kann ich heute zu meiner innigen Freude als teuren Verlobten meiner vielgeliebten Schwester begrüßen. Ich heiße Eure Kaiser!. Hoheit im Namen meines Hauses und Landes von ganzem Herzen willkommen. Ich brauche Eurer Kaiserl. Hoheit nickt zu versichern, daß wir das so freudige Ereignis dieser Verlobung mit desto größerer Freude begrüßt haben, als dadurch die bestehenden verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen dem erhabenen Hause der Hohenzollern und dem meinigen aufs neue eng geknüpft werden. In solchem freudigen Momente werden unsere Gedanken vor allem zurückgelenkt zu teuren Familienmitgliedern, die nicht mehr unter uns weilen, und wir müssen heute bewegten Herzens daran denken, mit welcker innigen Freude der hochselige Kaiser Wilhelm Eurer Kaiserl. Hoheit erhabener Herr Urgroßvater, es begrüßt haben würde, daß sein Urenkel die gemeinschaftliche Urenkelin seiner beiden geliebten Schwestern der Kaiserin Alexandra Feodorowna und der Großherzoginmutter Alexandrine zum Lebensbunde führen soll. Wenn ich mick dessen glücklich schätzen darf, daß wir seit Jahren in treuer Freundschaft verbunden sind, so begrüßt nunmehr auch mein ganzes Haus hocherfreut Eure Kaiserl. Hoheit als nahen Verwandten, und wir hoffen zu Gott, daß es nur glückliche und schöne Zeiten sein werden, die Emre Kaiserliche Hoheit, wenn Sie bei uns in Mecklenburg sein werden, verleben werden. Ich erhebe mein Glas auf das Wohl des hohen Bräutigams, Sr. Kaiserl. Hoheit des Kronprinzen, und der Herzogin Cecilie. Hurrah!" Die Kaiserrede. Hieraus erwiderte der Kaiser in einer Rede wie folgt: . m „Gestatten Eure Königliche Hoheit, daß ich in mernem Namen, wiNamen d-?r Kaiserin und im Namen meines 'Lohnes für die gnädigen Worte aus tiefstem Herzen innigsten Dank ausspreche. Mit b'cher Freude haben wir die Kunde vernommen von der Verlobung unseres Sohnes mit Ihrer Hoheit der Herzogiii Cecilie. Es sind alte liebe und werte Traditionen und Erinnenmgen, die Eure Königl Hoheit mifgefrisch-t haben. Eure Kömgl. Hoheit baden ' selber schon unserer hohen Verwandten gedacht, und. leder Blick in W Umgebung diese» Schlosses erweckt mir die Erinnerung an scköne vergangene Zeiten. Ich darf von ganzem Herzen meinerseits und im Namen meines Hauses Ihre ^Mester will- kommeu heißen und versichein, daß wir sie Mit offenen Armen empfangen und hoch ehren werben. Der Charakter Ihrer Schwester ™Xt mir bestimmt bes Mlück meins So h n e s und da. mit m-'nes Hauses und Vaterlandes. Zu kriegerischem Dun sind wir hierher gekommen. aD darf ick wohl die Erinnerung darauf zurücklenken, daß es wiederholt eine Aus- »eicknung meiner Garde gewesen ist, unter den Augen des hocl)- Lio,u s rs von Ihrem lwckseligen Großvater geführt z« X chck hoffe, daß die Garde auch vor Ihren Augen rv.nnb sind'N werden, und das Hiersein dieser Truppen die innigen Beziehungen zwischen unseren Völkern fr.'isllgen und erhalten werde. Die Beziehungen int- rrr,r tviiff-r und üäntxr sind so innig fest und althergebracht, hn" i-s nick' anders kann, als mein Glas auf die Fortdauer zu (.rfrr1r-n '-l' bitte, daß Gottes Segen ruhen möge auf Eurer königlichen Hoheit und auf der Großherzogin und auf ihrem Haust und Londe. Das großher-ogliche HauS Hurra!" Kail-" verlieh zahlreiche Orden. per Krieg zwischen Japan und Außland. Liaujang. London, 11. Sept. Dem Reuterschen Bureau werden von sieinem Korrespondenten aus dem russischen Hauptquartier über die Kämpfe um Liaujang folgende Einzelheiten gemeldet: Am 31. August war das russische Gewehrfeuer unbeschreiblich heftig, aber da meist ohne zielen geschossen wurde, nicht sehr wirksam. Bei den wiederholten, verzweifelten Angriffen auf die russischen Stellungen, zwangen die japanischen Offiziere dre Leute, die versa-gten, mit dem Säbel vorwärts, wenn sie die Gräben erreicht hatten; an einer Stelle lagen die Toten einer am anderen bis auf 1000 Fuß an das Fort heran. Am Morgen oes 1. September wurde allen N i ch t ko m - battanten befohlen, Liaujang zu verlassen. Tie fremden Kaufleute verkauften ihre Waren in Eile auf den Straßen oder versuchten sie auf Lowrys zu verladen, aber durch das Platzen der japanischen Granaten über der Station wurden sie zur Flucht getrieben. Die fremden Militärattachecs wurden unter Bedeckung nach Norden geführt; sie beobachteten, wie ein ununterbrochener Strom von Transportmaterial und Soldaten die Eisenbahnbrücke passierte. Als die erste Granate in dre Fremdenniederlassung siel, waren in 15 Minuten Truppen- und Lazarettzüge, sowie auch andere Züge, angefüllt mit Einwohnern, zur Abfahrt bereit, nur die Chinesen blieben zurück. Ein Haufen Menschen, die im Pagodaparkrestaurant frühstückten, flohen, von Furcht ergriffen, Hals über Kopf, die Kellner voran, Offiziere und Ordonnanzen, ein allgemeines Durcheinander, suchten Schuh unter dem nördlichen Wall der Stadt. Die Chinesen fingen sofort an, zu plündern, aber wenn man sie abfaßte, wurde kurzer Prozeß gemacht. Inzwischen füllten sich die Ver- teidigungs- und Schützengräben im Westen und Süden der Stadt mit neuen russischen Truppen, während man das Gros der Armee tatsächlich sich zurückziehen sah. Man konnte die Japaner in vorzüglicher Haltung herankommen und dem tödlichen Shrapnell- und Gewehrfeuer die Stirn bieten sehen. lieber .die Hügel im Süden, wo die Russen die lHttferuungen abgesteckt hatten, und ihre Geschütze eine schreckliche Verwüstung anrichteten, kamen die Japaner glänzend über die Schutz wehren. Ein Bataillon verlor alle Offiziere; ein Unteroffizier ergriff das Kommando. Um 8 Uhr morgens, am 2. September, ging Kuropatkins Zug nach Norden ab bis auf zwei Drittel des Weges nach Jentai; fünf Meilen von dort hatte mit Tagesanbruch eine Schlacht angefangen; ein ununterbrochener Regen von Ge- jchossenfielaufdieEisenbahnli nie; die Russen verloren hier einen Hügel, gewannen und verloren ihn wieder, wobei Kuropatkin selbst die Leute anfeuerte. Unmittelbar darauf erfolgte ein überstürzter Rückzug der gesamten Liaujan g-Armee und wurde durch Wiürereroberung eines Hügels östlich von Jentai verhindert, dieser ging bald wieder verloren, aber der Zweck war erreicht. Bei Tagesanbruch war Kurokis Ziel noch nicht erreicht, doch hatten die Japaner unverkennbar einen Sieg errungen. Nachdem in der Nacht des 2. Sept, heftiges Gewehrfeuer geherrscht hatte, begann am 3. Sept, bei Tagesanbruch Geschützfeuer. Am Nachmittag erreichte das Gewehrfeuer der Japaner die Stadt vom jenseitigen Ufer des Taitse-Flusses aus. In der Stadt stand alles Holzwerk, die hölzernen Brücken usw. in Flammen. 220 Chinesen waren verwundet. Bei Einbruch der Nacht wurden alle russischen Posten eingezogen, die Porttonbrücken wurden in aller Hast abgebrochen und die Japaner nahmen Besitz von der Stadt. Ich selbst wurde gefangen genommen. Die russischen Streitkräfte waren an Zahl den japanischen gleich und betrugen ungefähr 180 000 Mann, aber die Russen verloren mehr Leute hinter ihren Schutzwehren als die Angreifer infolge der großen Schußweite und Feuergeschwindigkett der japanischen Artillerie. Tokcko, 11. Sept. (Amtliche Meldung.) Die Ge- samtverluste der japanischen Armee in den Kämpfen um Liaujang seit dem 26. August werden auf 17 539 Mann beziffert einschließlich 136 Offiziere, die tot und 464, die verwundet sind. Auf den rechten Flügel der Armee entfallen 4866, auf das Zentrum 4992 und auf den linken Flügel 7681 Mann. Landon, 10. Sept. Das Reutersche Bureau meldet aus Liaujang vom 7. Äpt.: Die hier eingerückten japanischen Soldaten sind zügellos. In der vergangenen Nacht begingen sie offen Plünderungen. Ein hervorragender schottischer Missionar wurde in der allgemeinen Unordnung verwundet. P e t ersbu r g , 11. Sept. Die^V erl u ste der beiden feindlichen Armeen bei den letzten zehn Sehlackttagen werden nunmehr auf 70 000 Mann veranschlagt. Von 300 Grenzsoldaten, welche einen exponierten Posten zu verteidigen litten, und die von den Japanern umzingelt wurden, sind nur 90 mit dem Leben davon gekommen, tut Id) c sich mit dein Bajonett einen Durchgang er- focksten. .Viele Leichen befinden fick) noch im holvm Grase die erst a u f g e f u n d e n werden können, wenn das GraS gemäht wird. Es fehlt anck an Leuten, die nach Leichen suche« Tokio, 11. Sept. G c n er a l M a t su n aa a gibt an. daß während brr Schlackten in der Umgebung von Liauiang von den Russen sclmmrz angestrickene Balken auf chinesisckte Balm- loivricß aufgestellt ivordeu wären, die die Japaner glaube machet, sollten, eS lvören Geschütze. Bei einer anderen Gelegenheit legten sie auf bvn Rändern der Hügelketten Strohpuppen bin, die SMtzenlinien darstcNen füllten. Ihre Gefechts weise war durchweg veraltet, öfters sogar kind lickt zu nennen. Weiteres aus der Mandschurei. Petersburg, 11. Sept. Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser meldet: Am 10. September sind außer einigen unbedeutenden Zusammenstößen zwischen Streiswachen, die für uns verlustlos waren, keine kriegerischen Aktionen vorgekommen. London, 11. Sept. Aus Mukden wird telegraphiett, daß auf der ganzen immensen Front vollkommene Ruhe und normales Lagerleben herrsche. Von den Japanern sei nichts zu sehen. Es sind angeblich keineGeschütze an dieJapaner verloren gegangen. Donnerstag nacht ging ein furchtbar schweres Gewitter nieder. Die im Freien biwakierenden Truppen befanden sich am Morgen in bedauernswertem ^Zustand. Tie Unbeweglichkeit der Japaner wird dem Mangel an Sttaßen in bett Bergen zugZckricben. Der japanische Vormarsch hat im Süden ebenso wie im Osten aufgehört und die russischen Trainzüge fahren seit Mittwoche ganz ungehindett. Obwohl Tausende von Verwundeten nach Norden geschickt sind, arbeitet der Stab des „Roten Kreuzes" bei Mukden noch Tag und Nacht. — Die Russen brannten alle Dörfer in der U gebung von Liaujang nieder und ließen kein Stü^ Vieh oder Geflügel zurück. London, 10. Sept. Russischen amtlichen Depeschen, Äe am 9. ds. von der Front in Petersburg eingegangen sind,, entnimmt der „Dailv Expreß", daß die Lage der russischen Armee nicht so schlimm sei, als man geglaubt habe. Die Hauv^irsache dieses günstigeren Zustandes sei der Erfolg Mehendorsfs, der 42 000 Mann 12 Meilen südlich von Mukden konzentriert bat und damit Kuroki in Schach hält. Kurokis erster Angriff auf Meyendorffs Streitkräfte erfolge am Mittwoch, wurde aber mit schweren Verlusten für die Japaner zu- rückge schlagen. Seitdem haben noch weitere erfolglose Angriffe stattgefunden. Inzwischen sei über die Hälfte der ruffi- schen Nachhut mit aller Bagage sicher nach Mukden gelangt. Immerhin befänden sich noch 12 000 Russen südlich von Mukden in größter Gefahr. Ta sie durchs die unaufhörlichen Kätnpfe bei Tag und Nackt während der letzten fünf Tage erschöpft seien, sei es zweifelhaft, ob sie zur Hauptarmee werden gelangen können. Wenn Meyendorffs Korps fortfahre, Kuroki in Schach zu halten, werde bei Tieling keine Schlacht angeboten, sonderm der Rückzug der Ruffen nach Charbin fortgesetzt werden. Port Atthur. London, 10. Sept. Depescken aus Tschifu berichten tret* teres über die letzten Kämpfe bei Pott Arthur. In der Nacht des 31. August entdeckten die russischen Scheinwerfer die japanische Torpedobootsflottille, die ein Minen legendes Schiff eskottierte. Das letztere wurde vion den Küstenbatterien in den Grund gebohrt. Am 1. September sah man ein japanisches Geschwader von vier Schlachtschiffen nnd 12 Torpedobooten bei Kap Chinyen. London, 11. Sept. Aus Tschifu wird gemeldtt, daß ein, dort ein getroffener, gestern aus Dalny abgereister Japaner mit* teilte, der allgemeine Sturm, der gestern erwartet wurde, sei au^ den 13. September verschoben worden; ein weiterer AuffckuÜ sei möglich, da die Javaner jede mögliche Vorbereitung treffen wollen, ehe sie sich wieder auf die erschöpfte Garnison werfen. DieJapaner besetzten bei den letzten Kämpfen vier Forts, mußten sie aber wieder räumen. Die Russen stellten von neuem Gescküße darin auf. Sie trafen energische Vorbereitungen zur Mwehr des nächsten Sturmes, für den die Javaner, wie ihnen Spione berichten, umfaffende Vorbereitungen träfen. Vorkehrungen. Kronstadt, 11. Sept. Die Ostseeflotte ist unter Admiral Poschdestwensky heute, nachmittags 2 Uhr, nach Ostasien in See gegangen. Petersburg, 11. Sept. Der Kaiser hat die Reservemannschaften von 22 Kreisen der zum Militärbezirk Odeffa gehörmden Gouvernements Cherson, Bessarabien, Jekaterinoslaw und Taurien und im ganzen Reiche eine Kategorie der Reserveoffiziere zu den Waffen einberufen. Kiel, 11. Sept. Für die Seebunkerung der nack Ostaffen abgehenden russischen Ostseeflotte chattette Rußland auf längere Frist eine Anzahl Dampfer aus den deutschen Ostseehäfen. Jrrfinnige Krieger. Moskau, 11. Sept. Hier sind neuerdings 40 irrsinnige Soldaten vom Kriec'sschauplatze eingetroffen. Sie wurden in einem Spital interniett. Deutsches Reich. Berlin, 11. Sept. Der Kaiser hat dem Kardinalerzbischof Fischer in Köln auf ein von diesem anläßlich der Verlobung des Kronprinzen an den Kaiser gerichtetes Glückwunschtelegramm die folgende Antwott zugehen laffen: „Ich danke Euer Eminenz bestens für die warmen Glückwünsche, welche Sie der Kaiserin nnd mir zur Verlobung des Kron-' prinzen auch namens ih^r Diözesanen dargebrackt haben. Das Bewußtsein, dabei von dem Gebet treuer Untertanen» begleitet zu sein, verbürgt am besten eine glückliche Zukunft für meinen Sohn. Wilhelm, I. R/ — Der Kronprinz hat einem in Hamburg wohnenden Privatlehrer, der ihm von früher her bekannt war, auf dessen Glückwunschschreiben folgendes Telegramm gesandt: ,Tausend Dank. Bin ungeheuer dank bar, eine so entzückende und kluge kleine Braut mein eigen nennen ztt dürfen. Wilhelm, Kronprinz.^ — lieber da? Befinden des Fürsten Herberi BiSmarck sind von einem Geraer Blatt sehr bennnrhigende Mitteilungen gemacht worden; der Fürst sei sehr schwer magenkrank und liege bosftningSloS darnieder; Professor Schweninger sei fortgesetzt um den Kranken bemüht. Die »Delltsch. TageSztg." erfährt aus zuverlässigster Quelle, daß diese Zeitungsnachricht übertrieben nnd seit gestern atzend eine Besserung eingetreten ist. Professor Schweninger befindet sich überdies feit den letzten Tagen in Berlin. Kiel, 11. Sept. Die „Hohenzollern" mit dem Kaiser und dem Prinzen Hei'lrich von Preußen an Bord lief am Vormittag in den hiesigem Hafen ein. Dann sand an Bord der ^Hohenzolleritt Gottesdienst statt. Am Nachmrttatz begab sich bei Kaiser von der „Hohenzollern^ nach dem Rahnund reifte mittels CondcrzugeS nach Schwerin ab. Am Bahnbose batten sich zur Verabschiedung Prinzessin Heinrich von Preußen, der Großherzog von Hessen sonne die Sputen der Behörden eingefunden. In Ploen stieg die Kaiserin in den kaiserlichen Sonderzug, um gemeinsam int dem Kaiser nach Schwerin zu reifen. Essen a. d. Ruhr, 10. Sept. Ein Flugblatt von einem Vorstandsmitglied des christlichen Gewerkvereinö wirft dem Vorsitzenden deS christlichen GewerkvereinS, Brust, vor, 3 0 000 Mark von den Grubenbesitzern zur Bekämpfung der oppositionellen Acltesten und des alten Verbandet persönlich erhalten zu haben. Brust wird zum IudaS deS Verbandes gestempelt. Für die Ermittlimg deS Urhebers des Flugblattes werden 500 Mk. Belohnung ausgesetzt. Dresden, 10. Sept. Die gestrige Konferenz im Staats- Ministerium mit Mitgliedern der Ständekammern betreffs Einführung emeS R o tstandSta rif e S zur Abhilfe der durch Einstellung der Binnenschiffahrt eingetretenen Mißstände in gänzlich resultatlos verlausen. Die Regierung hat die Einführung nmdweg abgeschlagen. Die Industriellen werden sich hierbei nicht beruhigen. Den Verhandlungen wohnte außer den Ministern von Metzsch und Finanzminister Dr. Rüger mit ihren Raten noch Geh. Hosrat Dr. Mehnert and Oberbürgermeister Dr. Beutler bei. Ausland. London, 10. Sept. Folgendes sind, soweit biß jetzt bekannt, die von den Engländern in Tibet gestellten Bedingungen: Eriatz der ErpeditionSkosten, Genugtuung pir die Beleidigung der britischen Vertreter und den bewaffneten Widerstand, Handelserleichterungen zwischen Indien und Tibet und Errichtung eines englischen Grenzpostens auf tibetanischem Gebiet. AuS Lhaffa wird ferner telegraphiert, daß der Dalai-Lama wahrfcheinlich nidu zurückkehren werde. Die weltliche Macht werde dem Regenten übertragen und der Tafchi-Lama von Schigatse würde wahrscheinlich al§ religiöses Oberhaupt anerkannt werden. Die britische Erpedstion wird ungefähr am 16. ds. MtS. wieder abmarfchieren. Der FriedenSschluß erregt in politischen Kreisen in England lebhafte Befriedigung, und man erronrtet nunmehr, daß England ein faktisches Protektorat über Tibet ausführen wird. — AuS Pretoria wird gemeldet, die Grabstätte oeS Prinzen Christian von Dänemark, welcher während deS Burenkrieges einem Fieber in Pretoria unterlegen war, ist von ruchloser Hand zerstört worden. Die Tat ist einige Tage vor Ankunft der Witwe des Prinzen erfolgt, welche sich nach Afrika eingeschisst hatte, um das Grab chres Gatten zu besuchen. Paris, 10. Sept. DaS „Echo de Paris * veröffentlich: ein Interview mit dem neuen russischen Minister bev Innern. Dieser erklärte, er werde daß Programm verfolgen, welches in der Kundgebung deS Zaren vom Februar vor. Jahres dargelegt sei. Er wolle sich bemühen, bei Durchführung seines Amtes liberal zu verfahren, so lange die Staatseinrichtungen nicht gefährdet seien. Die innere Lage Rußlands fei zwar keine ernste, aber doch ziemlich verwickelt. Im übrigen bekannte er sich zu einem Gegner deS Parlamentarismus, besonders in der Form, wie sie in Frankreich geübt werde. Inn Sbrück, 10. Cept. Prinzessin Ludwig von Sachsen-Koburg-Gotha, geb. Prinzessin Mathilde von Bayern, wurde heute von einer Prinzessin entbunden Petersburg, 11. Sept. Zu den Ruhestörungen, welche sich am 4. und 5. September in Smjala, Gouvernement Kiew, ereigneten, wird der Ruff. Telegr.-Agentur auS Kiew gemeldet: Ein israelitischer Ladenbesitzer hatte eine Bauersfrau mißhandelt, weil er sie im Verdacht hatte, daß sie Tuch gestohlen hätte. Die Volksmenge rottete sich darauf zusammen und plünderte und verwüstete 100 Häuser und 150 Läden, die JSraeltten gehörten. 9Im 4. September abends fing eine Gruppe von 60 Israeliten eine Schlägerei mit Christen an. Als die JSraeltten auf die Christen Schüsie abgaben, wurde die Polizei herbeigerufen, die von ihren Revolvern Gebrauch machte und zwei Personen verwundete. 9(m 5. September morgens begaben sich mehrere hundert Eifenbahnarbeiter von der benachbarten Station Bobrinskaja trotz des Einschreitens der Behörden in einem Eisen- bahnzuge nach Srnjela, wo die Ruhestörungen sich erneuten. Zur Unterdrückung der Ruhestörungen wurde Militär herbeigerufen, das von der Waffe Gebrauch machte, wobei fünf Personen schwer und eine größere Anzahl leicht verletzt wurden. Eine Anzahl Personen wurden verhaftet.____________________ Prinzessin Luise von Koburg. Paris, 11. September. Die Prinzessin Luise von Koburg empfing gestern rurchrniueg den Advokaten Tt. Stimmer, der ihr Mitteilungen über aus Wien eingetros ne Korrespondenzen machte. Van morgen ab wird die Prinzessin sich einem berühmten französischen Psychiater zur Untersuchung ihre-, Geisteszustandes zur Verfügung stellen. Prinzessin Luise hat auch eine Autorität für kanonisches Recht enunangen, um sich über die Möglichkeit einer Annull- lierung ihrer Ehe unterrichten zu lassen; sie erklärte aber gleichzeitig, baß sie nicht wieder heiraten wolle. Die Reise n a cd I t alten ift für einen späteren Zeitpunkt beabsichtigt. Der sozial!mische Aba. Dr. Südekum begab sich zunächst nach Braunschweig und wird im Bedarsssalle im Interesse der Prin- rMn ferner bin tätig fein. Tt. Bachrach, der Advokat deS Prinzen von Svburg, verhandelt mit Dr. Stimmer auf telegraphischem Wege. Das „B. T." ist in der Lage mitzuteilen, daß auf kobnrgi- scher Seit, eine abnxrrtentv* Stellung eingenommen und den Borschlägen seitens der Prinzessin entgegengpsehen wird. Gewaltmaßregeln werden keinesfalls angewendet wer- ■xil Daß b^r Prin-chsin die Aufhebung der Kuratel gelingen wird, ist ur ^^brlchnnlich Die Herausgabe der Mitgift der Prinzessin, die übrigen - nur 200 000 Francs betrug, dürfte mit stückstck-t auf ihr" trmber sowohl, die Erbansprüche haben, cV*- auch ,T-r 1 >r Verschwendungssucht der Prinzessin kaum eriolg-n. V: lleicht bewilligt man ihr die Zinsen und bic Ipcrc-: oul 'Igien, etwa 30 000 Francs jährlich. 1P -../-nr bn- noch schweb-ndm Streitfragen erklärt Dr. ^trmmrr r** der zwei großen Erbschaften, die die Prinzessin >, - . nn 33 Leopold und der Äatferin Charlotte T- :>v Di Prinzelliu wünscht, daß Herzog PHillvv au ' • für Rechnung seiner Gemahlin zu -- r r.** r re malten, schon heute verzichte oder in die - ' - !>c lLhc .rithge. Man erwartet ans Wien Gegen- Die Prinzessin zeigte burd) Dr. Stimmer dem Polizei- mäfekten Lcpine ihren Ausentlmlt und das Hotel an, in dem sie Wohnung genommen hat. Sie ljnbc nicht die Absicht, sich in Paris vor der Polizei verborgen zu halten. Cs wurde ihr seitens der Polizei mitgeteilt, daß sic sich in Paris v o l l- kommen sicher sülilen könne. Nicht nur ihre Ankunft habe man gewusst, sondern man fei auch über die Anwesenheit und den Wohnort Mattaclücks unterrichtet. Mattachich erlnelt von der Prinzessin die Erlaubnis, sein Gepäck in einem Zimmer im fünften Stock deS HanseS, dessen ersten Stock sie bewolmt, auszilbewahren. Er muß aber nach der ?lbendmahlzeit, zu welcher er iedesmal ganz formell geladen wird, daS HanS verlassen , Er fürchtet immer noch Berbastung. Um sich zu zerstreuen, schreibt die Prinzessin eine Kritik des neuen Bonraetfchen RornanS: „Divoree", die als Beweis ihrer siieisteShelle den Akten beiacfrat werden soll. Ans Stadt and Land. Gießen, den 12. September 1904. ** Die Uebcreichung der Meisterbriefe an die Iimgmeister der Provinz Oberbeffen, die in diesem Jahre die Prüfung bestanden haben, fand gestern vormittag x/, 11 Uhr im Cafä Leib statt. Es ivaren dazu auch verschiedene Gäste, darunter der Vertreter deS KreiSamtS, KreiSamtmann Hechler, der Vorsitzende der Großh. Handelskammer, Kommerzienrat Koch und Stadtv. Petri gekommen. Der Vorsitzende der Meister- prüsimgSkommission, Traber, hieß die Anwesenden zu der eit Inkrafttreten der Handwerkerdestimmunaen der Gewerbeordnung zum dritten Male stattsindendeu Ueberreichung von Meisterbriefen willkommen und dankte besonders den namens der Behörden und Körperschaften erschienenen Gäste für ihre Teilnahme an dieser Feier. Er betonte, eS sei ein erfreuliches Zeichen, zu sehen, wie sich immer mehr die Ueberzeuaung Bahn breche, daß eS eine Ehre sei, als geprüfter Meister seinem Handwerk vorzustehen. Wenn schon die Fühnmg dcS Meistertitels z. Z. noch keinen allzu großen wirtschaftlichen Vorteil bringe, so liege aber in der Berechtigung zur Führung deS Meistertitels ziveifelloS ein großer moralischer Wert für die Erziehung der Lehrlinge und Gesellen. Denn wo Lehrlinge und Gesellen seien, muffe naturgemäß auch ein Meister ein, wenn die Autorität nicht Schaden leiden soll. Die Prüfungskandidaten haben Zeugnis von ihrem Können abgelegt durch daS praktische Meisterstück und die ArbeitSprobe, sowie durch die theoretische Prüfung in den Fachkenntniffen, der Kostenberechnung, der Buch- und Rechnungsführung und, soweit nötig, der sozialen und gewerblichen Gesetzgebung. ES haben sich 47 Kandidaten auS 16 verschiedenen Handwerksberufen ;ur Prüfung gemeldet, nämlich 4 Bäcker, 4 Metzger, 1 Kupferschmied, 2 Küfer, 3 Schneider, 1 Schuhmacher, 3 Zimmerer, 6 Maurer, 1 Steinmetz, 1 Dachdecker, 2 Schornsteinfeger, 4 Schreiner, 8 Maler und Weißbinder, 2 Schlaffer, 2 Schmiede, 3 Wagner. Davon haben 10 Kandidaten nicht bestanden: 2 Metzger, 1 Küfer, 2 Maurer, 1 Schreiner, 3 Weißbinder und 1 Wagner. Im Anschluß an diese Mitteilungen wünschte Herr Traber den Jungnicistern Glück und Segen und sprach ie zu gesetzlich geprüften SD/ciftern in ihren Handwerken. Schriftlich hatten ihre Anteilnahme anSgebrückt Ministerial- sekretär Mathias und Kommerzienrat Hcysigenstabt. KreiSamtmann Hechler beglückwünschte namens der Regierung mit warmen Worten die Jungmeister und bemerkte, daß daS deutsche Handwerk, vom Großherzog und der Großherzogl. Staatsregierung unterstützt, in der ganzen Welt einen geachteten Platz einnehme. Erst kürzlich habe der Großherzog seine Fürsorge bewiesen dadurch, daß er angeordnet habe, daß bei den Bestrebungen der Künstlerkolonie auch daS Handwerk Beschäftigung sinden solle. Durch die großen Ausstellungen in Turin und St. Louis seien dem Handwerk große Erfolge erwachsen, und er wünsche, daß an dem Auffchwung deS Handwerks auch die geprüften Jungmeister Anteil haben möchten. Stv. Petri sprach namenS der Handwerkskammer. An die Iungmeister trete die Pflicht heran, bei den Bestrebungen der Handwerkskammer tatkräftig mitzuwirken. Welcher Art diese Mitarbeit sein solle, könne auS den Berichten im Hessischen Gewerbeblatt ersehen werden, wozu der Eintritt in die OrtSgewerbevereine erforderlich fei. Mit dem erworbenen Meistertitel sei man noch nicht über alle Berge; es heiße, sich mehr und mehr zu vervollkommnen. Auch habe man Pflichten gegen die Arbeiter zu erfüllen, die mit jedem Jahre größer würden, weil die Ansprüche bei Arbeiter teilweise übertrieben würden, ausgestachell durch die Agitatoren. Er schloß mit dem Wunsch, den Jungmeistern möge eine glückliche Zukunst beschicden fein. NamenS der Großh. Handelskammer sprach noch Kommerzienrat Koch herzlichen Glückwunsch auS, woraus Iungmeister Zimmer- Lich im Namen der Geprüften für alle Glückwünsche mit markigen Worten dankte. Schlossermeister Dörr leitete mit einer kernigen Ansprache die Verteilung der schönen Meisterbriefe in die Wege, die von den Iungmeistern mit Handschlag an die beiden Altmeister Beil und Becker in Empfang genommen wurden. Später sand ein gemeinschaftliches Mittagessen im Casö Ebel statt. *• Die Kanalisation und die Gesundheitsverhältnisse in Gießen. Vielfach ist lehhin darauf hin- gewiesen wordeu, daß infolge der Kanalisationsarbeiten die Sterblichkeitsziffer in unserer Stadt eine wesentlich höhere geworden fei, insbesondere sollen die Todesfälle unter den Kindern sich erhöht haben. Wir glauben daher einer unk gegebenen Anregung Folge leisten zu sollen, wonach eS rätlich erscheine, daß von berufener Seite Maßnahmen getroffen würden, die darauf hinzielen, die Gefahren der Infektionskrankheiten zu mindern, so lange die Kanalisationsarbeiten in unserer Stadt noch im Gange sind. " Polieivcrordnung, daS AuSmelken der Kühe betreffend. Der hiesige Gastwirteverein hat ebenfalls Stellung gegen die Polizeivcrordnung vom 5. Marz 1903 über dos Ausmelken der Kühe vor dem Austrieb auf dem Viehmarkt genommen und eine Eingabe an die maßgebenden Stellen gerichtet, in der namenllich auf die schweren Schäden hingewiesen wird, die den Gastwirten sowie allen anderen Gewerbetreibenden erwachsen würden, falls die Verordnung nicht aufgehoben bezw. geändert und infolgedessen das Fortbestehen der hiesigen Viehmärkte in Frage gestellt werden würde. ** Einquartierung. AuS Anlaß der Herbstübungen fommmen am 20. und 21. September hier 170 Offiziere und .">500 Mann von verschiedenen Truppenteilen zur Einquurtie- rung. Soweit die Unterbringung der Mannschaften in geeigneten Privatquartieren nicht möglich war, hat sich die städtische Verwaltung zur Einrichtung von Maffenquartieren entschließen müssen, und die erforderlichen Vorbereitungen hierzu sind getroffen. Die erforderlichen Strohsäcke, Kopfpolster, Handtücher und Waschgeräte re. sind leihweise beschafft, wegen der Verpflegung mit geeigneten Leuten Vereinbarung getroffen. Dem Vernehmen nach sind jedoch noch für etwa 60 Offiziere Ouartiere ohne Verpflegung notwendig; bei der Bürgermeisterei werden noch Anmeldungen hierzu entgegengenommen. ** Vom Manöver des 18. Armeekorps. Mit dem 10. d. M. sind die diesjährigen Herbstübungen in ein neues Stadium eingetrtten Die Exerzier- und Schießübungen der Regimenter und Brigaden sind beendet, es trafen die letzten Infanterie-Brigaden (42. und 50.) im Manövergelande ein, und beute, Montag, beginnen die eigentlichen Manöver. — Die Besichtigung der 41. Znsanterie-Brigade (87 er und 88 er) fand am Freitag in dem Gelände südlich von Alsfeld durch den Kvrps- kommandeur von Eichhorn und den Divisionskommandeur der 21. Division Gen.-Lt. von Hagen statt. Die beiden Regimenter lagen vom 31. August bis 11. Sept, in Alsfeld und Umgegend im Standguartier und rücken am 12. d. M. nach Lauterbach gum1 Brigademanöver ab. (Der 41. Brigade sind zugeteilt bic 6 er Ulanen, 63 er Artillerie „Frankfurt" und das Pionier-Bataillon Nr. 21.) Alsfeld hatte ca. 2000 Mann (Einquartierung, der Brigadestab lag in Schloß Altenburg. Heute, Montag, beginnen die Manöver innerhalb der Brigade. Die 115er und 168er manövrieren von But-bach und Münzen^-rg aus gegen die 116 er in Gießen. Die Gesichte werden sich auf den Höhen von Garbenteich, Grüningen absvielen. Der Stab der 49. Infanterie-Brigade liegt in Lich. Montag abend beziehen mehrere Bataillone bei Garbenteickt-Steinbach Biwak, z. B. 116 er 1. und 3. Bataillon und 168 er. Das Gefecht zieht sich am Dienstag und Mittwoch ostwärts bis Laubach, Schotten, Wingershausen und Grünberg. Laubach und Oftünberg erhalten nächsten Dienstag große Einquartierung. In Laubach liegen am 13. und 14. September die Stäb? der 49. Inf.-Brigade, der 25. Kavallerie-Brigade, der 61 er Artillerie und der 115 er mit im ganzen ca. 1350 Mann. Nach Grünberg kommen die Stäbe der 23 er Dragoner und 116 er und das 1. Bataillon dieses Regiments. Der Stab der 50. Jnf.- Brigad" liegt in Elpenrod der S'ab der 25. Artillerie-Brigade in Hainbacb, die Nnterosfizierichnle Biebrich in Ober-Ohmen und Nmaebung. Das am 12. b. Mts. beginnende Manöver der 50. Brigade spielt sich im Ohmtal zwischen Rupcrtenrod, Nieder-Oknnen, Buro-Gemünden und Homberg ab. Einzelne Bataillone b-'zieh?n Montag abmd Vorpostenbiwak: das 1. Bat. 117 er bei Gontershausen, 2 Bat. 118er bei Burg-Gemünden. Am 11. und 15. Sept, zieht sich das Manöver nach Romrvd und Alsfeld. In Gießen wird gegenwärtig in der Klinikstraße eine große Ieldkück>e mtt 16 Kesseln errichtet, nm die hier zu. verladenden Infanterie-Truppen, darunter auch die 115 er, am 24. September zu speisen. •• Die Ortsgruppe Gießen des deutschnatio» n alen HandlungSgehilferiverbandeS feierte am SamStag unter lebhafter Beteiligung im (Safe Leib ihr diesjähriges Stiftungsfest. Nach der Begrüßungsansprache be- glückte der Humorist Euler die Erschienenen mit dem neuesten Produkt seines Talentes, dem .Zarenbabr)", und erntete neben reichem Beifall auch einen Lorbeerkranz. Besonders verdient aber die Wiedergabe deS Dheaterstücks „Liede nm Siebe', ein feines Konversationslustspiel von Walters, alles Lob. Sachgemäß inszeniert und schwungvoll gespielt von Frl. Hecker, Frl. Elle, Frl. Heister, Herrn Wenzel und Herrn Nagel, erhob sich dieser Zweiakter weit über das, waS man', sonst von Dilettanten bei derartigen Veranstaltungen zu sehen gewohnt ist. Den Schlliß machte wie immer ein Boll und als Nachfest am Sonntag ein Ausflug nach dem Windhof. •* Eine Prämienverteilung für Elvira-Waschpulver mit Bär veranstaltet, wie auS einer Beilage der heutigen Nummer hervorgeht, die Seifenpulver-Fabrik L. Letter- ruann-Elberfeld. + Klein-Linden, 11. Sept. Die hiesige Kleinkinderschule feierte heute nachmittag im schattigen Schlsthose ihr IahreSfest, welches dlirch die Mitwirkung deS Posaunenchors rind deS Kirchengesangvereins sehr verschönt wurde. Der OrtSgeislliche verlas den Jahresbericht, wonach die Gesamteinnahmen 919 Mk. betrugen, darunter 50 Mk. vom Mathildenstift, 125 Mk. von der Spar- und DarlehnSkasse Gießen und 300 Mk. von einem ungenannten Wohltäter. Am Schluß der Feier erhielten die Kinder Bretzeln. fc. Laubach, 11. Sept. Nach kurzer Zeit starb aut Freitag nachmittag, kurz vor 6 Ufjr, wie schon nrrz gemeldet, auf dem Schlosse zu Laubach der Ehrs des graft. Hauses Solms-Laubach und Inhaber der gleichnamigen Standesherrschaft Graf Otto zu Solms-Lanb ach rm 45. Lebensjahre an Blinddarmentzündung. War des ^cr^ ftorbenen Vater, Graf Friedrich, der Gründer des meftgen Gvmnasiums, seit dessen O^riindmrg ein sichtliches Aufvluyen Laubachs anhält, ein populärer und beliebter .wrr, waren her Großvater, Graf Otto, und der Urgroßvater, OVraf Friedrich Ludwig Christian, letzterer bekannt als Ove^eiter des LazareMvesens im Jahre 1813 in ganz und erster Öberprasideut der Rheinlande, gerechte Persönlichkeiten, die jedes Kind in der ^vftchast kannten und' die unausgesetzt durch ihre gemeinnuhtge ^ahgrcit bemüht ivaren, die schweren Wunden zu heilen, welche bic Revo- lutions- und Defreiungsfriege der Stadt und Umgebung Laubachs geschlagen hatten, so erfreute sich der jetzt verschiedene Familienchef des gräflichen Hauses einer bet weitem größeren Beliebtheit infolge seiner Menschenfreundlichkeit, seines sozialen Wirkens und seiner edlen! Charaktereigenschasten. Die Stadt Laubach und bie&it der Standesherrschaft gehörenden Ortschaften sind deshalb durch den plötzlichen Tod des (Grafen Otto in tiefe Trauer versetzt und gleichen einer Trauergemeinde. Der Verstorbene erblickte 1860 im hiesigen Schlosse das Licht der Welt/ besuchte das hiesige Gymnasium und biete im Regiment der GkirbcFüraffiere als Offizier, widmete sich dann der Verwaltung der ausgedehnten gräflichen Waldungen und fuccebierte am 1. September 1900 seinen Vater. Vermählt war er mit Gräfin Emma, geb. Prinzessin zu Psen- burg unb Bübingen. Aus bieser Ehe hinterläßt er drei Söhne, beren ältester 51/3, der zweite 4V2 und der jüngste 21/2 Jahre alt ist, und eine 3Vsjährige Tochter. Außerdem sind außer der jetzt verwitweten Gräfin auch die Mutter des Grafen, eine geborene Gräfin zu Stolberg-Wernigerode, Oleschwister und Oheime des Okafen noch am Leben. Letztere sind der frühere Kreisbirektor bes Kreises Straßburg- Lanb, Geh. Negierungsrat Gras Emst zu Solms-Lailbach, letzt in Davmstadt, unb der Direktor bed botanischen (wartens zu Straßburg, Uuiversitätsprosessor Dr. Graf Hermann zu Solms-Laubach Graf Otto war erbliches Mitglied der Ersten Kammer des Großherzogttims, königl. preuß. Ritttneister ä la suite der Armee und Ehrenritter des Iohanniterordens. Die Standesherrschaft geht nunmehr auf den Erbgrasen Georg Friedrich, geboren 1899, der älteste Sohn des Verblichenen, über. Die Beisetzung der Leiche erfolgt am 13. September, nachmittags 2 Uhr, im gräfl. Erbbegräbnis hier. Zahlreiche Bciletds- kmdqebunr^n snrd hn Schlöffe ein gelaufen, barunter Telegramme vom Großherzog von Hessen imb Kaffer Wilhelm. — Bleichenbach, 10. Sept. Bei der heute stattgehabten Gemeinderatswahl wurden wiedergewählt Landwirt und Kirchendiener Heinrich Hoß VI.; an Stelle der Gemeinderäte August Kraft 'und Johannes Kraft XVII. wurden neu gewählt Heinrich Karl Bickel rmd Wilhelm Kraft. Obwohl mehrere Kandidaten sich um die Aemter bewarben, ging doch die Wahl in Ruhe und Ordnung vorüber. Bad-Nauheim, 12. Sept. U n t e r h a'l t u n g e n. Frühkonzert der Kurkapelle täglich von halb 8 bis halb 9 Uhr morgens am Kurbrunnen. Dienstag nachmittag und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellurrg: „Die Ehre." Mittwoch nachmittag rmd abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saale Konzert des Stockholmer "Damen-Terzetts. Donnerstag nachmittags und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellimg: „Der Rabenvater." Freitag nachmittag rmd abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung: „Der Herr Senator." Samstag nachmittag rmd abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung: „Hans Huckebein." Mainz, 8. Sept. Als Oberbürgermeister Dr. Gaßner in der Nacht vom Feuerwehrkongreß nach seiner weit von der Stadt gelegenen Villa zu Fuß zurückkehrte, insultierte ihn eine Rotte halbwüchsiger Burschen, der sich eine Schutzmannspatrouille entgegenstellte. Nur dem .Zureden des Oberbürgermeisters hatten es die Burschen zu .danken, daß sie nicht verhaftet wurden. Sie machten sich Ichleunigst aus dem Staube. Kaum waren jedoch die Schuh- lleute in eine Nebengasse eingebogen, und der Oberbürgermeister ein Stück weiter in der dunklen menschenleeren Straße »gegangen, als die Bande von neuem auftauchte und mit ge- Aogenen Messern hinter dem Stadtoberhaupte herlief, doch iwagte keiner nicht, den Oberbürgermeister anzugreifen. ^Immerhin verfolgte sie ihn bis zu seiner Villa und verübte cauch dort noch geraume Zeit allerlei Unfug. Einer von der «Gesellschaft wurde in der nächsten Nacht aus dem Bette heraus verhaftet und auch die übrigen im Lause des Tages sest- yenommcn. Marbur g, 10. Sept. Geheimrat Professor Theobald Fischer hat an die nationalen studentischen Vereinigungen feer Universität Marburg ein Rundschreiben über die Unterstützung deutscher Arbeit gerichtet, worin es heißt: „Als Fürst Bismarck unsere Schutzzölle einführte, welche im noesentlichen den gewaltigen Aufschwung unserer Gewerbetätigkeit vnd des Handels bedingt und einen Strom von Gold in das Deutsche Reich geleitet haben, betonte er in seinen Reden im Reichstage auch, daß es die Ausländerei zu bekämpfen und die praktische Bewunderung alles Fremden zu beschränken gelte. Wer Erzeugnisse des Auslandes, die ebenso gut im Deutschen Reiche hiergestellt werden, auch jetzt noch bevorzuge, weil sie fremd und kweit her seien, der solle durch die Zolle wenigstens den übrigen Steuerzahlern die Lasten erleichtern. Leider hat der Einfluß unseres proßen nationalen Erziehers nicht lange genug gewährt; denn heute ist bei uns die Ausländerei wieder größer als jemals! Nur ist an Stelle der Franzoselei die Engländerei getreten. Deutsche Gewerbetreibende und Händler wetteifern heutzutage miteinander, deutsche Erzeugnisse durch englische Aufschriften, Waren- ; eichen, Umhüllungen u. bergt für englische auszugeben, und da- rnit für die englische Gewerbetätigkeit und den englischen Handel • Reklame) zu machen . . . Machen Sie hier in Marburg eine Vrobe auf diese Behauptung, wenn Sie die Gegenstände des tag- ! ichen Gebrauches, beispielsweise Halsbinden, Briefpapier, Bleistifte ui. bergt kaufen. Sie werden schwer andere finden, als solche, die irgendwie ein englisches Mäntelchen umgehängt haben. Ein solches Verfahren ist vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus als bodenlos dumm, vom nationalen als verächtlich zu bezeichnen." Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Wetzlar feierte am Sonntag der Schuhmacher Lukas Merk das 50 jährige Berufsjubiläum als Schuhmacher. vermischte». * Unglücksfälle. Der „Ägenzia Stefani" in Rom wird» ron dem italienischen Marineministevium mitgeteilt: Am 9. Sept, explodierte durch Zufall in der GesihoAammer des in den Gemässem von Tschemulpo befindlichen italienischen Geschoß. Es wurde sofort Wafier in die Kammer gelassen, imt einem weiteren Unglück vorzubeugen. Bon den zuerst in die Kammer geeilten Personen erlitten ein Matrose und zwei Heizer durch 'die Gase, die sich entwickelten, eine schwere Vergiftung, an der sie starben; 17 Personen erlitten leichtere Vergiftungen und befinden sich auf dem Wege der Besserung. Die Ursache der Vergiftung ist noch nicht sicher festgestellt; die Untersuchung ist eingeleitet. — Der Major B arvn Pr ocha ska vom 13. Ulanen-Regiment aus Wien wurde bei einer Fahrt mit einem Motorrad, die er nach Prag unternahm, in der Nähe von Bistritz. durch einen Zusammenstoß mit einem Bauernfirhrwerk, dessen Pferd scheu geworden war, fo schwer verletzt, daß er auf dem Transport in das Spital starb. — Der Oberst Molet vom 8. .französischen Jägerregiment ist im Manöver durch einen Sturz vom P f erd-e verunglückt. — Bei den schweize- risch-en HerVstmanöveru wurde in der Gegend von Wil ein Offizier aus Zürich tödlich und ein Soldat schwer verletzte — In Belgard in Pommern wurden beim Trainieren eines Ackers der Eigentümer Tribeß, und sein erwachsener Sohn an einer tiefen Stelle von Flugsand begraben. — In einem Marmor- tager in Kö ln Wrzten mehrere Marmorplatten zusammen. Drei Arbeiter gerieten uüter die fallenden Steinmassen unb wurden schwer verletzt. — Oberhalb Blrnlücke am Glockenkarkovs (Südtirol) ist infolge Griff ausbrechens der sächsische Tourist Zwinger abae stürzt. Ter Verunglückte ist'schwer verlebt. Märkte. fo. Frankfurt a. M., 12. Sept. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 18.00—00.00, Knrhessischer Mk. 18.00—00.00, La Plata Mk. 18.00—19.25, Kansas Mk. 18.00—19.25, Roggen (hiesiger) Mark 14.00—14.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.75—18.50, Franken- selderMk. 18,00—18,75, Hafer Mk. 14.75—15.75, Mais Mk. 12.25—12.50, Weizenmehl 0 Mk. 26.75—27.25, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk. 25.25, 3. Qualität Mk. 22.75—23.25, Roggenmehl 0 Mk. 22.00—22.50,1. Qualität M. 19.25—20.00, Weizenkleie Mk. 9.00 bis Mk. 9.50, Roggenkleie Mk. 10.00—11.50, Maiskeime Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. fo. Frankfurt a. M., 12. Sept. (Telegr. Qrig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 512 Ochsen, 210 aus Oestreich, 53 Bullen, 13 aus Oestreich, 732 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 3 aus Oestreich, 270 Kälber, 241 Schafe unb Hämmel, 1654 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 70—71 Mk., 2. Quat 67—69 Mk., 3. Quäl. 61—65Mk.; Bullen l.Qual. 61 bis 63 Mk., 2. Quat 58-00 Mk.; Kühe 1. Qual. 68—70Mk., 2.Quat 64—66 Mk., 3. Qual. 56—58 Mk, 4. Qual. 47—49 Mk., 5. Quat 00-00 Mk. Kälber: 1. Qual. 83—87Pfg., Lebendgewicht 49-52 Pf., 2. Quat 75—78 Pfg., Lebendgewicht 45—48 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 59—61 Pfg., Schafe: 1. Qual. 68—70 2. Qual. 60—62 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Quat 58—59 Pfg-, Lebendgew. 46 Pfg., 2. Qual. 57—00 Pfg., Lebendgewicht 45—46 Pfg., 3. Quäl. 52—54 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend; bei Kleinvieh: gut, kein Ueberftand. Arbeiterbewegung. Mainz, 11. Sept. Zum Küferausstand erfährt das „M.- Tgbt", daß bereits ungefähr 60 Küfer die Arbeit nieder- gelegt haben; das ist der dritte Teil der überhaupt in Bettacht kommenden Anzahl von Ausständigen. Einige Küfer, die sich inzwischen mit ihren Arbeitgebern geeinigt haben, werden am Montag die Arbeit wieder aufnehmen. .Falls keine Eeinig- ung erzielt wird, treten Ende dieser Woche noch einige 120 Küfer in den Ausstand. Eingesandt Gießen, 12. September. Eine von der Anneroder Kirmes nach Gießen zurückkehrende Gesellschaft mußte es gestern abenb erleben, daß, als sie unterwegs von zwei dicht hinteveinanderherfahrenden Wagen einaeholt wurde, der zweite Wagen den vorherfahrenden so rücksichtslos rasch überholte, daß die Fußgänger, die noch knapp zur Seite springen konnten, ernstlich gefährdet waren. Leider blieb der Kutscher unerkannt, sonst würde Anzeige erstattet worden jein. Mögen diese Zellen znr Warnung dienen l realschule erlangt unb von einer Kunstakademie ober bei einem' anerkannten Maler längere Zeit Studien gemacht haben. Universttäls-Wachrickiten. Mailand, 10 Sept. Der Gelehrte Prof. C a nb o n e, der den Bacillus des sogenannten maltesischen Fiebers entdeckt hat, ist gestern ein Opfer seiner Studien ge- worden. Er erlag kaum 40 jährig diesem Fieber. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 13. September: Von Westen her Trübcmg und stellenweise Regen, bei milderer Nacht tagsüber Temperatur wenig verändert. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. . Darmstadt, 12. Sept. Zürn htzutmeu GedvEager, des Geburtstages seines verewigten Vaters hat der Groß^ Herzog in herkömmlicher Weise an eine Reihe bon; Min- tärpersonen Ordensauszeichnungen verliehen. U. a. erhielten der „Darmst. Atg." zufolge der Kommandeur der 49. Jnsanteriebrigade (1. Großh. Hess.) Graf v. und der Generalmajor v. Lyncker, Kommanbant vow Darmstadt, das Komturkreuz 1. Kl. des Philippsordens; der Kommandeur des Infanterieregiments „Großherzogin"\ (3. Großh. Hess.) Nr. 117, Oberst v. Gers dorff, daA, Komtutttteuz 2. Kl. des Philippsordens. Frankfurt a. M., 12. Sept. Gestern abend halb 10 Uhr. blieb das Fuhrwerk des Schmiedenreisters Haas aus Rödel- heim auf der Nachhausefahrt von Eschborn au einem Abweisstein hängen, wobei die Insassen Schmiedemeister Haas und Kellermeister Baum herausgeschleudert wurden. Baum erlitt einen Genickbruch und war sofort tot, Haas erlitt erhebliche Verletzungen? Statt gart, 12. Sept. Zur Verstärkung der Schutz-, truppe für Südwestafrika wird ein Eisenbahubatailloni mit zwei Baukompagnien in Stärke von 15 Offizieren und 385 Mann neu aufgestellt.wenden. Der Transport, der am 23. Sept, auf dem Truppenübungsplatz bei Münster zusammentritt, geht, von Hamburg voraussichtlich am 26. Sept. ab. Wien, 12. Sept. Zn Ehren der Teilnehmer am, 9. internationalen Preßkongreß fand eine Feskvorstellnngs statt. Gegeben wurde die „Fledermaus". Vom Hofe waren, die Erzherzoge Rainer und Franz Salvator erschienen. Ferner waren die Minister v. Wittes Frhr. v. Gall, die, obersten Hofchargen und die Spitzen der Behörden anwesend. Petersburg, 12. Sept. Die „Rowostt" veröffentlicht eine Drahtmeldung aus Mukden, wonach die Haltung des chinesischen Generals Ma,welcher mit 15 000 Mann europäisch organisierter chinesischer Truppen nur 12 Kim. von Mukden entfernt steht, eine offen feindselige sei. Es Tarnte schon in den nächsten Tagens der Fall eintreten, daß Kuropatkin diese Truppen als zur feindlichen Macht gehörig behandeln werde. Petersburg, 12. Sept. In den letzten Tagen wurden hier zwei Japaner verhaftet, die vor Ausbruch des Krieges als Handlungsgehilfen hier tätig waren. Einer derselben war zur grrähi sch-katholfi chen Kttche aber getreten und hatte eine, Russin geheiratet. Aus den in der Wohnung der Verhafteten' vorgefundenen Papieren geht hervor, daß beide japanische Ma-- rineoffiziere sind, welche Spionage betrieben. Telephonischer Kursbericht« 3*/2% Reiohsanleihe . . 102.25 3o/o do. ... 89.90 37,0/0 Konsols . . . . 102.15 3% do......89.90 3%% Hessen .... 100.15 3*/,% Oberhessen . . . 70.00 4% Oesterr. Goldrente . . 101.80 47s 56 Oesterr. Silberrente 100.30 49» Ungar. Goldrente . . 100J.5 40/0 Italien. Rente . . . 104.20 47,96 Portugieser , . . 62.20 3% Portugiesen. .... 61.40 1% C. Türken . . . . —.— 'lückenlose ...... 128.40 3% Mexikaner .... 28 JO 472% Chinesen .... 90JO; Electric. Schnckert . . . 115.501 Nordd. Lloyd . . . . 104 80; Kreditaktien ..... 204.30; Diskonto-Kommandit. . . 190.80 Darmstädter Bank . < . 143.00 Dresdener Bank .... 154.50} Berliner Handelsges. . . 161.25, Oesterr. Staatsbahn . . . 137.20 Lombarden ..... 18.90' Gotthard bahn.....189.50 Laurahütte . ..... 253.50 Bochum . . ... . . 208.25 Krieskasten der Redaktion. (Anorthme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) K. B. Da in Heffen keine Prüfung für Zeichenlehrer statt- findet, wird es am besten sein, wenn Sie das Zeichenlehrerexcnnen für Preußen machen. Sie haben sich dort einer Prüstnig vor einer der königl. Kunstakademien zu Berlin, Düsseldorf, Königsberg, Kassel ober vor der Zeichemrkademie zu Hanau zu unterrverfen. Behufs Zulassung muffen Sie nachweisen, baß Sie die Reife für Sekunda eines Gymnasiums, Realgymnasiums ober einer Ober- . . 220.60. FireeMsrcMafl Blarrlsoe üarmkstsrrlil j Vorrätig in ApotheKen, Drogerien, Colonialw.*| ■ - - r' ,11 M ___ Harpener . . . . Tendenz: still. 4% Grieeh. Monopol.-Anl. 48.00 41/. % äussere A rcfoniiner 44 50 Günstige Gewinnaussichten! Verhältnismässig wenig Lose! 25 OOO x mit 1 Mk. zu gewinnen! Kleiner Einsatz! Bare Geldgewinne! Schnelle Entscheidung! --Gothaer Geldlose ä 1 Mk. —- ww« .n0 Hanpt-Kotlektör frei*. Postanweisung. (Nachnahme 13 Pfg. mehr.) nfFpnharh a M 8 hv18/8 (Porto und Gewinnliste 20 Pfg. extra.) - ’S 5 UiienuaCil 3. ffl. u. Wieseck, den 12. September 1904. 7295 Osicßen, den 12. September 1904, 7296 Die Beerdigung «findet Dienstag den 13. September, nachmittags 2 Uhr, in Wieseck statt. Todes-Anzeige. Gestern morgen um 8 Uhr entschlief nach langem, schwerem Leiden, meine liebe Gattin, unsere liebe Tochter, Schrvefter, Schwiegertochter, Schwägerin mrd Tante Fran Elisabeths Lindenstruth geb. Laub im Alter von 26 Jahren. Um stille Teilnahme bittet Der tiefttauernde Gatte: Karl Lindenstruth. Danksagnng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden mtläßlich des Hin- scheidens unserer innigstgeliebten Mutter, Schwiegermutter unb Großmutter Fran Elisabeth Stammel Uwe. sagen wir allen unseren innigsten Dank. Die trauernde« Hinterbliebenen. W' W -E M Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die trmwige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meine gute, liebe Schwester 05223 Fräulein Justine Dreher nach langem, mit großer Geduld ettragenem Leiden zu sich zu rufen. &re tiefttauernde Schwester: Frau Dorothea Moritz. Gießen (Dreihärrsergafle 13), den 10. September 1904. Die Beerdigung findet Dienstag den 13. b. Mts., nachm. 4 Nhr, von der 5strpelle des neuen Friedhofes mrs statt. Danksagung. Für die triefen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste sagt innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Bender. Gießen, den 12. September 1904. Walltorsttaße 6. 7297 Freibank. Morgen Schweinefleisch 45 Pfg. lCnJ* la.fjolläitb. Torfstten Bruno Maado wsky, $>ubOurfl a.AV. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalssationsarboiten in der Neustadt wird die Kirchstraße zwischen Wehsteingaffe und Nett-- stadt von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks-^ und Fahrradverkehr gesperrt. Gtesten, am T2. September 1904. Großherzvgsi:be- Polizeiamt Gießen. __I. V.: Roth.____________ . Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalifationsarbeiten wird die Grünbergerstraße zwischen Ludmigsplatz und Molttestraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerk- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 12. September 1904. Großherzoglich P"iizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Aftkrßkiikriiüg. Donnerstag den 15. d. M., nachm. 3 Uhr wird das Obst — Aepstl,Birnen undZweffchen — aus dem kmneralfiskalischen Kleegarten bei Men-Bnsock an Ort und Stelle losweise versteigert. Gießen, den 10. Sept. 1904. Großh. Oberförsterei Wieseck W etg and. d13^ NßvcrßeiKkmg. Mchsten Donnerstag den 15. Sept, von mittags 12 ^‘V Nhr an soll in den Freiherrllchj von Nordeck zrrr Rabenansschcw Götten MMen-BnseckdicObst- ernte, bestehend in Aepftln, Birnen und Zweischen, versteigert werden. Grvßcn-Buseck, 11. Sept. 1904. Äblth a u§. 7294 HMdsrlicitssUk m Kl. ianbmaiiB Gieße«, Südanlage 7. Begiml des IhtttrrW» in allen wekbttdum Handarbcittn, sowie Knnstarbeite!: attbmalcret, Tieslnaud, >3Ldnitzcrci, LedcrplasltL u. j. iv Wir bitten dringend, Wcthncchtsarbeitctt recht srültzcitig zu beginnen. 7lS7 Donnerstag den 15« September 1904. Hygienische MWtttilrl ttroßart. Neuheit Preisliste gratis. Ad. Arr^.$!!tnn6fiei 12. L Mk. 3. Mk. sind Tascltrauben wieder emgetroffen Abteilung: Theater-Malerei und Buhnen bau. Lüden etc. 7217 per Pfund 30 Pfg. SKlavier Stimmen > Reparieren ; Polieren ■ » ♦ a «1 z*» 1 1 a »i A n tadelloser Ausführung in Lindeuplatz 12. Klotz. 7288 Otto. 7298 Zutt. UÖJUÖ) 'Aue u.ueuieHaviojieln zuin füttern iverden gek. Mäusburg 3. 6918) Brandplatz 15 ist Laden (ju Backerei oder Metzgerei geeignet) und Wohnung mit zwei groben und 2 kleinen Zimmern per Oktober zu vermieten. Näheres Frankiurterstr. 29. 0'ur zwei Bmocr (^-luöent, Primaner) ein LogiS (2 Zimmer) mu voller Pension gesucht. Oh. m. Preisangabe pro Monat unter 7284 an die Exp. d. Bl. WlcheMchigmug. 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