Dienstag 1Ä. Januar Lr>»4 154» Jahrgang Zweites Blatt Nr. 9 Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Eichen Aie heutige Yummer umfaßt 8 Seiten. Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: H. Beck. Rotationsdruck und Verlag der Brü h l'fchen UnwerfttätSdruckerei (Pietsch Erben), Dietzen. straft weiten. , . Bei der vorftel-enden Ausführung lvar unterstellt, daß es sich um ein in der Nähe von bewohnten oder von Menschen besuchten Orten ^,ele genoss Grunb^tuck^ handelt. 10 Slundentag eingeführt habe. Wie sich indessen hercrus- ttllt, ist die Arbeitsverkürzung nur vorübergehend, wie ie in jedem Betriebe einmal vorkommt. Das le^te Flugblatt des Streikkomitees verkündet zwar, daß der Unter» stützungssonds bis Ostern gespeist sei, die „iieipfr. Vztg." rechnet aber schon mit der Möglichkeit, daß alle Anständigen durch Arbeitswillige ersetzt werden. „Mit Belagerungszustand und Rechtlosmachung der Arbeiter könne man einen Streik wohl nie d er kn ü ppeln." Am letzten Mittwoch angekommene fremde Arbeiter be- chwerten sich darüber, daß bei der Zusammenrottung von Streikenden Steine nach ihnen geworfen worden eien. Einer der Streikposten ging mit hoch erhobenem Stock auf die Angetvnimenen zu. Mit einzelnen Arbeitswilligen haben übrigens die Fabrikanten sowohl wie das Streikkomitee ihren Aerger. Sie lassen sich, von den ersteren anwerben und von dem letzteren wieder zurückwerben, um die Streikunterstützung zu erhalten, auf die sie es abge- ehen Habern Verurteilungen Streikender wegen Ausschreitungen kommen alle Woche vor, und es gibt dann in der Regel Strafen von 10 bis 100 Mark und 1 Lag bis 2 Wochen Gefängnis. , _ ,,, , Der „Konfektionär" stellt den Knmmitschauer Industriellen erneut ein sehr böses Prognostr- k o n. DieWunden. die ihnen der Streik geschlagen, seren ungeheuer und sicher z. L unheilbar, da die Konkurrenz gewaltig erstarke und andere Fabriken bie Krim- mitschauer Fabrikate aufnähmen. In der Nähe von M.- Gladbach sei bereits zur Erbauung einer neuen Spinnerei von Vigognegarnen ein sehr großes Terrain erworben, und in Düsseldorf hat, wie wir schon mitteüten, eine Anzahl niederrheinischer Industrieller die Errichtung eigener Jnr- tial- und Feingarnspinnereien und Färbereien beschlos',en, um sich von den fall),fischen Garnen unabhängig zu machen. Die Solidarität der Lextilindustriellen hat also doch ihre Auch der Bund der Industriellen hat bie deutsche Industrie zu Beiträgen für die durch den Ausstand in Krimrnitschau betroffenen Fabrikanten aus gefordert. Ter geschäftsführende Ausschuß des Bundes tritt heute, am 12. d. M., zu einer Beratung über die umfassende Vorbereitung einer Organisation der Arbeitgeber zusammen. Es liegen von der zuständigen Reichsbehörde grundsätzlich genehmigte Vorschläge vor, für die Abwendung der Gefahr, die für die Industrie durch systematische Arbeitseinstellungen, veranlaßt von der sozialdemokratischen Par- teileitung beM durch die Gewerkschaften, welche jährlich 3—4 Millionen für Streikzwecke aufbringen, erwachsen Von den leitenden Männern dieses Unternehmens wird beabsichtigt, sämlliche in Betracht kommenden Vereine und Verbände zu einer Vorbesprechung, an der auch der Bund der Industriellen sich betelligen wird, einzuladen. Der Bericht des Geheimrats Roscher über feine Emig- ungsversuche liegt vor. Nach demselben konferierte er mit Arbeitern und Unternehmern; auch die Vorsitzenden der beiderseitigen Organisationen waren zugegen. Roscher wies daraus hin, daß bei den Streitigkeiten zwischen Menschen die Schuld selten nur auf einer Seite liege. Tiefe Schuldfrage beider Teile dürfe man nicht außer Acht lassen. Erwies auf die gr o ße Ver antwortun g hin, welche sich die Unternehmer mit der grundsätzlichen Ablehnung jedes Einigungsversuchs aufläden, betonte, daß die Heranziehung ausländischer Arbeiter mißlich sei und empfahl schließlich Arbeiterausschüsse zur Vermeidung derartiger Zwiste. Kaiser Wilhelm I. und die Schlacht bei Waterloo. Zu den Erörterungen über Waterloo bringen die „Grenzboten" (Verlag von F. W. Grünow in Leipzig) in ihrer ersten Nummer des neuen Jahrgangs folgende Mitische Tagesschau. Aus Krimmitschau. Die Berl. Pol. Nachr." schreiben: Der Versuch der Sollaldeino kralle, die Krunmitschauer Arbeitgeber ^ ver- aetoaltigcu, hat unter Führung des Zentralverbandes deut- ÜL>er industriellen weiteste Kreise der Jnbustrie zur: Ab- Vr vere-nigt. Von den verschiedeneren Sellen ist ui d^iledten Wochen aber auch an den Zentralverband deutscher Industrieller die Aufforderung ergangen, über ben Eaen Anlaß hinaus eine d auernde Organisation N deutschen Arbeitgeber zu bie um bereittiaten Anforderungen agitatorisch verhexter Arbeller- ma fen erfolgreichen Widerstaiid zu teilten vermag. In bin nädM'tcn Lagen findet eine Sitzung des Direktormmv des Zentralverbandes deutscher Industriellen statt, und> die entscheidenden Beschlüsse werden bereits m kürzester Zell h(J ^nbui’trie unterbreitet rverden. b Äe letzte kategorische Erklärung der Unter ne h met, haft sie sich auf keine weiteren Vermittelungsversuche mehr ein l assen werd en, da ein Nachgeben ihr er f eits aus- ! ,Müii'eii sei, madj.tr alle Hoffnung endgittig zunichte. L '^at Roscher kann nun die zweite Reise nach, Krim- mitich.au sparen. Großen Jubel hatte unter den Ausstandi- die erweckt, daß eine Firma m Mulfen den Zagd im eigenen Karten. (Originat-Artikel des „Gieß. Anz.") Tie Frage, ob man in einem eigenen Garten jagdbare Tiere erlegen und für sich verwerten darf, ist schon oft praktisch geworden und wird es immer wieder werden, zumal im Winter, wo sich das Wild aus Nahrungssvrgen mehr nach den Dörfern und Gehöften hinzieht. Allerdings wird es sich in weitaus den meisten Fällen nur um Hasen handeln. Tie Frage ist nach unserein bestehenden hessischen Jagd- rechte nur bedingungsweise mit „Ia" zu beant- worden. Erforderlich ist zunächst, daß man an dem in Betracht kommenden Grundstück (Garten) überhaupt ein Eigentums- oder Besitzrecht hat, daß man eben berechtigter Inhaber dieses Grundstückes ist. Ferner ist notwendig, daß das betr. Grundstück derartig ein gezäunt ist, daß es dadurch von dem Jagdgelände des Jagd berechtigten ausgenommen erscheint. Nach Art. 6 des Hess. Ges. boon 26. Juli 1848 ist dies dann der Fall, wenn das Grundstück mit einer Mauer oder einer geschlossenen Hecke bezw. Zaun und mit Tür und Schloß versehen ist, derart, daß ein Mensch nicht ohne Schwierigkeiten übersteigen oder durch in der Umzäunung befindliche Lücken, ohne die Umzäunung zu beschädigen, durchschlüpfen kann. Es ist indessen nicht erforderlich, daß auch kleinem Haarwild das Eindringen unmöglich gemacht wird. Ist nun jür eine derartige Umzäunung Sorge getragen, jo steht dem berechtigten Inhaber dieses Grundstückes das Jagdrecht selbst auf diesem Grundstücke zu, allerdings „unter Befolgung der Polizeiges etze und so weit hiernach die Ausübung der Jagd zulässig erscheint". (Art. 6 Abs. 2 zit. Ges.) An und für sich ist niemand berechtigt, in seinem Garten zu „schießen", es ist vielmehr hierfür die Genehmigung des zuständigen Kreisamtes erforderlich: der Besitz eines Jagd- waffenpasses vermag diese Genehmigung nicht zu ersetzen und berechtigt nicht ohne diese zum Gebrauch des Gewehres in dem eigenen Garten. Wer ohne diese Erlaubnis von dem Gewehre in seinem Haus gart en Gebrauch macht, kann nach §§ 367, 8 und 368, 7 des Reichs-Strafgesetzbuches be- i gelegenes Grundstück handelt. Anders ist es bei einem abgelegenen Grundstück. Nach Art. 6 Abs. 3 kann jeder sein Grundstück emzäunen, ab- scküießen und dadurch von der Gemeindejagd ausnehmen. Hat er dies getan und kommen für ihn die iMre«^^^ Bestimmungen des Sttafgesetzbuches was selbstverständlich im einzelnen Falb zu entscheiden ist, — nicht -in Betracht, so ergibt sich für die Ausübung der Jagd bie Not- loeilliakell des Besitzes eines Jagdwassenpasfes (§ 1 der Verordnung vom 27. August 1874, bezw. 21. September 1879. die Jagdwaffenpässe betr.). Im übrigen ist der Grundeigentümer eines umfriedeten Grundstückes geuau wie der lln umliegenden Gelände Jagdberechtigte ben Besamungen über Schuß- und Schonzeit unterworsen. Nach Art. 31 £ ÄfS-2 »täte «. ihm das allerdings zugestehen. Ein großes Hindernis an schnellerer Entwicklung bildeten freilich die ethnographischen und religiösen Verhälttiisse und die darauf beruhenden Var- teiungen. Tas großslavisttsckie Alotiv, der Traum eweS Groß-Dulgariens habe den Aufstand durch die Bulgaren in das Land time in getragen, ein Bestreben, dem Oesterreich und Rußland heute burdjauS entgegenftänben. Tie Freischärler, die den Plan verfolgten, hätten das Bol-k bedrückt, es gezwungen, dem Ausstand beizutreten. Repressalien und grausames Vorgehen der Türken, Einkerkerung und Konfis- tallon des Besitzes seien die Antwort darauf gewesen. Ein Irrtum sei aber die Annahme, als sei die Bewegung eine antichristliche, ebenso wie es falsch sei zu glauben, daß man es in Maeedonien mll einer kompakten bulgarischen Bevölkerung zu tun habe. Freilich seien Feststellungen darüber sehr schwierig, da jede Statistik fehle und nur die Geburt der männlichen Kinder zum Zwecke der späteren Aushebung registriert werde. Tie Steuerrollen seien unzuverlässig, weil die Beamten, Nnterfchlagungen wegen, die Angaben zu verkleinern suchten. Kirche und Schule böten keinen Anhalt. Weil die Türken nur für mohamedanische Schulen sorgten, wüchsen nationale Schulen wie Pilze aus der Erde; eine förmliche Jagd auf Schüler entstehe, Vergütungen an die Eltern wegen Ueberiaffung der Kinder für diese oder jene Schule feien an der Tagesordnung. würde, sehr zum Nacklleil der Kultur, em geistiges Proletariat genährt, das eine Quelle der Unzufriedenheit darstelle. Man träfe dort Sackträger mit GymnasialbÜbung an. Nur schätzen könne man die Verteilung und den Bestand der Rassen. So dürfe man 4—500 000 Türken nebst verwandten Tscherkessen und Tartaren annehmen, 5—600 000 Griechen, besonders im Süden ansässig, und sonst als Handelselemente verstreut, sowie 1—1# Million Slaven, einschließlich der mohammedanischen Slaven. Maeedonien und Thrazien sind von vielen einzelnen Bergmassiven durchzogen und werden durch den Lauf >es Vardar von Norden nach Süden und anderersells von einer Reihe von Becken, den disaretischen Seen gegliedert, beide bilden auch die Verkehrsstraße. Nach Westen begrenzen das Land Ausläufer des dinarischen GebirgsyItems. Döo- nastir, Uesküb und Saloniki sind die Streife Maceboniens. Ihre Bewohner sind Griechen, Kutzowallachen, Ottimänen (die in die Berge zurückgedrängt würben), OS- manen, Slaven und im Westen Albanesen. Ter Redner schildert nunmehr seine Reise von Belgrad nach Saloniki mit interessanten Sellenblicken auf Land und Leute. Tadellose Lichtbilder zeigen charatterisllsche Städte bilder, Landschaften und Ruinen vergangener Zeitepochen, so das , eiserne Tor Maceboniens", die alte marmorne TemetriuL- -irche in Salonill, bie alle Genuesenbefestigung und Rest- römischer klassischer Baukunst. Dazwischen sehen wir Volks, trachten, bie langen Pelze der Juden, eigenartig aufgeputztc Hochzeitsgewänder, ferner Gutshöfe, festnngsarllge Bauten mit Türmen und Felsenstädte. Bilder von Steppen wechseln mit grünen, üppigen Fluren ab. Eine Landreise durch, Albanien bot oes Romantischen genug, denn hier fehlt jede europäische Kultur. Tem Reifenden war eine Eskorte von oft 24 Bewaffneten beigegeben, ein Albanese begleitete ihn als Kawah. Tatz dieser früher Räuber Hauptmann war, tat feiner Zuverlässigkeit keinen Abtrag. Die Albanesen jind sämllich bis an die Zähne bewaffnet, eigenartig rst auch die Gliederung der Siedlungen der Albanesen. Sie bewohnen an den Bergen verstreute Hofe. Tie Wohnräume oberhalb der Ställe in den Höfen, primitivster Art, pflegen eine überaus gründliche Benutzung von Insektenpulver nötig zu machen, was zur Kennzeichnung der dort herrschenden Kultur nicht unerwähnt bleiben mag. Tie Christen feindlich- feit der Albanesen machte sich übrigens mehrfach peinlich^ bemerkbar. Leider Sonnte der Redner seine vielseillge Charakteristik des Landes nicht ganz zum Abschluß bringen, da die Zuhörerschaft, durch Feuerlärm aufgeschreckt, den Saal zu räumen begann. Ten nächsten Vortrag, am 10. Februar, wird Herr Prof. Tr. Hauthal aus La Plata (Argen- llnia) über die chilenisch-argentinische Cordelleren und über Patagonien halten. Als letzter Vortrag folgt am 1. Mörder Bericht Prof. E. v. Trygalskis über die deutsche Sud- polarexpedillon, deren Beendigung im Tezember 1903 er» folgte. Beide werden von Lichitbildern begleitet sein und namentlich der letztere dürfte große Anziehungskraft üben. Voraussichtlich wird die Gesellschaft genötigt sein, den Eintritt in die große Aula nur ihren Mitgliedern zu reservieren. ** Hessische Vereinigung für Volkskunde. Mll dem gestrigen dritten Mitgllederabend hat der Verein, nach den Worten des Vorsitzenden, ein Gebiet auf seine Tagesordnung gesetzt, das die seitherigen Verhandlungen nur gestreift und wenig ausführlich behandelt batten, nämlich die Gesclftchte der L^lksgesundheit. Prof. Tr. Sticker hielt einen sehr interessanten Vortrag über den Ans, atz i nt Mittelalter, diese furchtbare, ansteckende Kranthell, die nach der großen Völkerwanderung, als die Völker wieder seßhaft geworden waren, in Deutschland ihren verderbenbringenden Einzug hielt und in der damaligen Zell eine schlimmere Volkskrankheit war als heute die ^ubermlofe. Jahrhundertelang zehrte diese Krankheit an unser em Volke. Im 13. Jahrhundert erreichte das Elend seinen WbuuEt c\m 14. Jahrhundert wurde di,e Krankheit abgelost durch die orientalische Pest und im 15. Jahrhundert wurden die Leprakranken seltener und seltener. Tie ^epra zerstört das äußere Ausschen des Menschen in schrecklicher, ekelerregender Weise. Tie furchtbare Ansteckungsgefahr machte es erforderlich, daß die Kranken von allen übrigen Menschen abgesondert werden mußten. Tie Kirche begleitete den Austritt solcher die als Leprakranke erkannt worden waren, aus der übrigen Welt sogar mll einer Totenmesse. Trese wurde in Anwesenheit der Kranken in der Kirche veranstaltet, uno des Priesters Schlußworte waren: „Dies gc- schieht zum Zeichen, daß du ausgeschieden bist von der Welt- nun sei geduldig in deinem Herzen." Die „Sonder- kranken" kamen in eigene Siechenanstalten, in die Lepro- wrien oder Lazarusspitäler außerhalb der Stadtmauern, und verschiedene Ordensgemeinschaften, besonders die Brüder vom Hell. Antonius, nahmen sich der Pflege der armen Kranken an. Da es an Almosen und Schenkungen nicht fehlte, die Güter und Liegenschaften cher Leprosorte^ M und da begegnet man nun der Ansicht, daß für ein leit einaezäuntes Grundstück, z. B. wenn es mit eener itarken Mauer oder einem dichten Gatter umgeben ist, die vorstehenden Ausführungen nicht zutreffend leien, da dieses Grundstück dann einem „Mildpark" gleich zu achten fei, baü also liier für eine Heggell nicht bestehe. Rrchttg ift, bal nach Art. 30 zit. Ges. ein „Wildpark" von den Bestimmungen über Hegzeit ausgenommen i|t, mithin die erwähnte Araibestimmung über Ausübung der Jagd wahrend der aeietzl Hegzeit leine Geltung hat. Nun ist aber Wildpark Acht jedes fest eingezäunte Grundftuck, fvndern nur da-- - welcbes den Äeck hat, das Halten von Wild zu au berlAern, daß das in dem Park Ste^' Wild auf anderes Jagdgebiet hinüberwechselt 9([.-.o ift ein umfriedetes Grundstücr noch lange nicht idenll'ch mit einem Wildpark. Ferner besteht die Hegzell nur 'sür^das eingeparkte Wild nicht, also für das Wild, dessen Halten der Wildpark ermöglichen foll. Mitteilungen: , . .... . < Als in den 70er Jahren die Wandgemälde in der Ruhmeshalle des Berliner Zeughauses geschaffen wurden, hatte Georg B l e i b t r e u eine Skizze des ihm aufgetragenen Wand bildes von Belle Al'lianee vorgelegt. Ter alte Kaiser befahl den gemeinsamen Vortrag des Kriegsministers, des Präsidenten Hitzig und des Zenghauskom- mandanten Generals v. Ising an Ort und stelle, auch Bleibtreu war dazu entboten. Ter Kaiser hatte an Der Skizze auszusetzen, daß die Engländer zu wenig berücksichtigt seien „was namentlich meinem Sohiie und der KronpriN' zessin nicht lieb sein wird". General Ising nahm das Wort: , Majestät, ich mar in London, da habe ich im Westminster Palast ein Bild der Schlacht von Waterloo gesehen. Au Diesem Bilde reitet im Stabe des Herzogs von Wellington ein gewisser Fürst Blücher, fönst ist von den Preußen weiter keine Rede." „Tav haben Sie gesehen?" „Jawohl, Majestät." „Gut, dann soll es bei diesem Entwurf bleiben." Später ist dann doch wohl auf Intervention des Kronprinzen eine englijche Reiterschar h in einge komm en, die mit der schlesischen ^and- wehrreiterei gegen die Höhen von Mont St. Jean vor- Erschem. täglich mit Ausnahme de? Sonntags. L „Gietzc . Famlllenblötter" werden dem ^Anzeige, viermal wöchentlich beigelegt. Der ^hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. stürmt.__ Aus Hiatt uuö Kaud. Gießen, den 12. Januar 1904. K Heber Maeedonien und Albanien berichtete Tr. für. et Phil. Hugo Groth e aus München am 7.Januar in der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Tas wegen seiner historischen Vergangenheit und feiner fciiönen Natur, nicht zum wenigsten wegen seiner steten nationalen Kämpfe interessante Land ist in den letzten 30 Jahren von einem Tutzend Reisenden erforscht worden. Eben meaen eines Ausstandes hatte auch Tr. Groihe große Schwierigkeiten, sich Reiseerlaubnis zu verfchaffen.^ Xer Bali von Saloniti, der üjm ohne Verzug einen Paß ausstellte, glaubte ihm gegenüber das Land in schütz nehmen zu mühen wegen des Vorwurfs, daß seine Kultur noch fo wenig fortgeschritten sei. Erst seit drei ^Iterationen, meinte er, ;ei es mit europäischer Kultur in Verbindung,; seit dieser Zeit sei getan, was zu tun gewesen fei, um es der Zivilisation zugängig zu machen. Ter Redner mußte Wetter 11. Jcümar — 1.1b C. Niedrigste Temperatur am 10. bis Höch'ie 3,5* C. 10. 11. K. Roth. Burkhardsfelden. Januar 1904. erb rannt. * Ajaccio, 9. Ian. Der hier ermordete Deutsche • Bamberg, 10. Jan. Die Regierung hat die S ch l i e fr ng des hiesigen Stadttheaters wegen seiner Feuerge- zunahme von 12,88 Hg. auf, die hauplsitchncy ourcn oa5 naBrarre Wetter veranlaßt morden ist. Immerhin ist das diesjährige Ergebnis em solches, daß die Viehbesitzer, welche ihre jungen Tiere auf die Weide geschickt hatten, zuirreden sein können. Auffällig ist die geringere Zunahme der Tiere auf der Jungviehweide Wernings. Ter Grund für diese Erscheinung liegt nicht in den Futterverhält- nissen oder sonstigen Eigenschaften der Weide, sondern tn der wesentlich geringeren Qualität der hier aufgelriebenen Tiere. Es icirb hierdurch die von maßgebendeii Tierzuchtern üertreteue Alischt bestätigt, daß Rasse, gute Abstammung bei entsprechender RÖrperfomi die Futterverwertung bedingen. Tie Proviiiztal-Jungviehivetden zu Lauterbach, Zell und Tiergarten haben im letzteti Jahre die noch nötigen Erroeiterungs- bauten erfahren, sodaß sie allen billigen Anforderungen genügen. Auch die auf die Weide §u Tiergarten, die hauptsächlich als Fohlen- wetde dienen soll, aufgetriebenen Fohlen hatten sich gut entwickelt, o daß die Besitzer derselben im allgemeinen mit dem Resultate wohl zufrieden waren. fährlichkett angeordnet. * Geste (Schweden), 11. Ian. Bei einem Brande aus der Station Hügbo ist eine Frau mit vier Rindern • München, 11. Jan. Der früh um 8 Uhr 7 Min. von Kempten hier eingetroffene Person en zu g fiihr zu rasch in die Einsteighalle des Zentralbahnhofs ein, sodaß der Prellbock zertrümmert wurde und die Vorspannlokomotive entgleiste. Zwei in der Nähe befindliche hiesige Kaufleute erlitten durch abspringende Trümmer des Prellbocks Verletzungen, der eine einen Unterschenkelbruch, der andere leichte Prellitng des Fußes. Von den Jnsaffen des angekommenen Zuges erlitten zwei Reisende Prellungen. • München, 11. Jan. Ucber das Vermögen des 'rüheren Reichstagsabg. Leonhard Seyboth ist Konkurs eröffnet worden. Mcteorotogtjttre löcobudjtiingeii der Station Gießen. Mihnchcn in öcrrmDtcr Herdcrge M §tiinat. Ein heimatloser Wandrer trat ich ein In ein Asyl, wie man es uns gewahrt. „Zur Heimat", les ich, und aus bittrer Pein Ein schlimmes Grinsen meinen Mund umfahrt; Kurz grüß ich die Genossen, setz mich nieder, Stumm nickend dankt man nur nur hin und wieder. Weihnachten heut I Ich spür's, es ist so still, In sich versunken sitzt mein Nachbar da; Was jener dort mit seinen Trauen will I Ob er un Traum die liebe 'Dlutter sah? Bei dem Gedanken senken sich die Lider, Em Frösteln zieht erschauernd durch die Glieder. O, sel'ge Zeit 1 als ich noch ward geliebt, Als noch der SDlutier Geist mich treu umgab I — Ta kommt es wieder! Weh, das Glück zerstiebt, Ter Menschen Bosheit hetzt mich in das Grab. Ich springe auf! Toch auch dte andern stehn, Mechanisch muß ich mit zum Ehristbaum gehn. Was tvohl der Pfarrer spricht! Von Gottes Sohn? Von dem, der unsre ganze 9lot erkannt, Ter stumm ertrug der Menschen Spott und Hohn Und uns erlöst von Haß und Unverstand? Wie er auch reden mag, mir kann's nicht frommen, Der Märchenglaube ist mir längst genommen l Ich kenn' die Christen leider nur zu gut, Sie leben ihres Meisters Lehr' zum Hohn, Vampyre sind's, sie saugen unser Blut Und prellen uns um den verdienten Lohn! So stürmen durch's Gehirn mir die Gedanken, — Wer bringet Heilung dem Gemüt, dem kranken? Ter Pfarrer nicht, spricht er gleich warm und schön, Es ist sein Amt, er war' wohl sonst nicht hier, So denk' ich bitter, schau' mich um und stöhn' — Ein Gast sitzt neben mir, ich guck' und stier', Ob den der Vorstand wohl hierher rnochf senden? Wer es auch sei! Ich tann den Blick nicht wenden. Die Predigt schweigt, man unterhält sich nun, Und ich seh' unverwandt den Fremden an. Was alles mag in diesen Zügen ruh'n! Jetzt Hoheit, Würde. — Milde, Güte bann! Und da ein neuer Zug! Es hat geschrieben Eherne Schrist der Schmerz, die ist geblieben. Wie ich dies sehe, klopfet mir das Herz! Wer tiefes Leid auf dieser Erde trug Und doch bewahrt die Hoheit m dem Schmerz, Der sei uns Prediger mit Recht und Fug! Und rote ich in sein Auge mich vertieie, Ist mir's, als ob ein guter Geist mir riefe. Der Geist der Mutter ist's, der Stimme nach, Ich sehe sie! Du, liebe Schwester, auch? Stein alter Lehrer? Wird die Kindheit wach? Sie kommen all', mich streift der Liebe Hauch, Jetzt stehn sie greifbar da, als ob sie lebten, Die scheu, als 'Schatten, mich vorhin umschwebten. Du hall geweckt sie und nun gehst Du fort. Tank Dir! Dein gutes Werk hast Du vollbracht. Der Herbergvater nun ergreift das Wort: „Wißt ihr, wer jetzt gewünscht euch „Gute Nacht"? „In jeder Zeitung kann man's morgen lesen, „Der Großherzog Ernst Ludivig ist's gewesenF Ein wilder Jubelruf bricht da aus jedem Mund: „Der Landesvater hoch und hoch und hoch!" Ich aber such' mein Lager auf zur Stund', Weil durch mein Herz der Sturm zu mächtig zog. Und jetzt bekämpfte ich die wilden Triebe Und dien' aufs neu’ dem reinen Gott der Liebe. Landwirtschaft. Die BetriebSergebniffe der Oberheffifchen Provinzial- Jungviehweideu im Sommer 1903. Tie vom Landwirtschaftlichen Verein für die Provinz Ober' Hessen eingerichteten und unterhaltenen vier. Jungoiehweiden sind im letzten Sommer wie folgt besetzt gewesen ' Wernings mit 10 Fohlen, 64 Rindern, Tiergarten mit 66 „ 11 „ Zell nut — , ö6 , Lauterbach mit — „ 70 „ Das Ergebnis des Betriebes ist aus folgender Tabelle er- 69,77 Kg. Vergleicht man die durchschnittliche Gewichtszunahme, bie in diesem Jahre 69,77 Kg. betrug, mit berjenigen deS vorigen Jahres, wo sie sich auf 82,65 Kg. stellte, so fällt vor allem eine Minder- »efrntenftei blieben, so wuchs das Vermöa-en dieser Anstalten mehr unb mehr an, und es gab bald Zetten, in denen sogar Gesunde unter dem schwindelhaften Borgeben, leprös zu sein, Aufnahme in die Leprosorien suchten. Abraham a santa Clara wußte sogar ein Wurzelmittel, mit dessen Hilfe mau sich zu einem angeblichen Leprösen machen könne. Tas Heiraten war den Kranken in manchen Anstalten erlaubt, in manchen streng untersagt. Gewöhnlich wurden 10 Aussätzige in em Spital ausgenommen, mitunter auch mehr. Tie Leprösen hatten ihre besonderen Schutzpatrone. In der Neuzeit wurden die Leprosorien allmählich ut gewöhnliche Krankenhäuser umgewandelt, und im 18. Jahrhundert waren die Insassen der Leprosorien meist nicht mehr leprös. — Außer die.en Abschließungsmaßregeln war kein Mittel der Heilkunst für Lepratranke betanut und gebräuchlich. Sobald die Krankheit festgeftell-t war, kamen bie Sonoerkranten in ihre Spitäler, unu die Aerzte bekümmerten sich nicht mehr um sie. Prof. Sticker erwähnte den mittelalterlichen Glauben, daß durch Baden in gesundem Menichenblut die Lepra geheilt werben tonne. Dreier Meinung waren auch Paracelsus und Bacon von Berulam, der die Hoffnung auszprach, dies Mittel möge sich bald durch ein anderes ergehen lassen. — Tie Entscheidung darüber, ob ein Kranker leprös mur oder nicht, lag in früherer -Zeit gar nicht in den Händen der Aerzte. Oft mußten Kraute ein Probejahr in Abgeschiedenheit von der Welt leben. Erst in späterer Zeit wurde bie Prüfung Aerzten an vertraut. Nicht sehr selten waren die Fälle, bei denen man sich der Leprosorten bediente, um ferne Ziaryfucht zu befriedigen oder unbequeme Feinde der Lepra zu verdächtigen unb auf diese Weise aus der Welt zu schaffen. Prof. Sticker ick>loß seinen Vortrag mit dem §iruuei|e darauf, welche seltsame Beweise der Setbstlo.igleit um) Opfermuügfrit doch auch das Mittelalter emec so schrecklichen, etet-er regend en Krankheit gegenüber hervorgebracht habe. — Seine Ausführungen vervoilstäiidigte der Reoner mit der Bvrzeigung vieler Bilder von Lepratranken. Nach einer kurzen Tis- kussion und einem Schlußwort des Borsitzenden war der Unterhaltungsabend zu Ende. ** Französische Bor träge. Lector Goetschy kündigt uns für die nächsten Wochen eine neue Reihe von Vorträgen an. Sie weroen voraussichtlich Freitags stattfinden und bereits am 22. Januar ihren Anfang nehmen. — Ter eine soll das Strafen leben in Paris unter Vorführung von Lichtbildern, die übrigen die Entwicklung des modernen Dramas von Au gier an b.s R o st and behandeln. Näheres wird demnächst betaiuit gegeben werden. (r) Allertsh aus en, 9. Jan. Im Gasthaus „Zur Linde" hielt heute abend der Wanderredner Häuser, gesandt vom Bunde der Landwirte eine zahlreich besuchte Versammlung über das Thema „die berechtigten Forderungen des deutschen Bauern- und Mittelstandes". Nach einer Diskussion traten 22 Anwesende dem Bund der Landwirte bei. M a in z, 11. Jan. Ter Brand des Theaters in Chicago Lat auch unserer Stadtverwaltung Veranlassung gegeben, der Frage des Umbaues d e s St ad t t he a te r s näher- yttreten. Baurat Hellmer in Wien hatte schon vor Jahren im Auftrage der Stadt einen Plan zum vollständigen Umbau des Theaters ausgearbeitet, aber aus finanziellen Rücksichten wurde nur ein kleiner Teil des Umbaues zur Ausführung gebracht und die Hauptsache unterblieb. Angesichts der furchtbaren Katastrophe dürfte die Stadtverwaltung der Feuersicherheit unseres Theaters eine größere Aufmerksamkeit widmen und der Stadtverordnetelt-Ver- sammlung darüber demnächst eine Vorlage unterbreiten. cp. Frankfurt, 9. Jan. DaS in der Kaiserstraße gelegene Panoptikum Castans ist alltäglich daS Wanberziel von Groß und Klein, die die Prinzeffinnen aus Liliput bewundern wollen. Die kleinen Damen benehmen sich so charmant und vornehm, daß viele ihnen ihre Sympathie entgegen bringen; lauter andauernder Beifall erschallt nach den Vorträgen, die die Kleinen mit heller Stimme und vieler Drolerie zum Besten geben. Das Interesse für diese Attraktion des Panoptikums ist in allen Schichten der Gesellschaft zu bemerken; ersichtlich wird dies, wenn man zu gewissen Tagesstunden vor diesem Etablissement vorbeikommt und die große Anzahl herrschaftlicher Equipagen halten sieht. Es freut sich eben ganz Frankfurt, diese Gäste m seinen Mauern zu beherbergen. (Der Eintrittspreis beträgt 50 Psg. und die kleinen Prinzeffinnen sind ohne Extra-Entree zu sehen.) Frankfurt, 11. Jan. T-ie Lanbgräfin von Hessen reifte gestern zum Besuch ihrer Tochter nach dem Gut Rettershof bei Schneibheirn im Taunus. — Man teilt ber „Frkf. Ztg." mit, baß nicht nur bie Brauerei Bin ding Reflettantin für Ermietung der Hauptwache war, fonbern fast sämtliche hiesige Brauereien und sogar eine auswärtige fürstliche Brauerei. Man ist aber städti- scherseits zu dem Entschluß gekommen, die Hauplwache üoerhaupt nicht für eine Bierwirtschaft zu verpachten. Dagegen besteht bekanntlich die Neigung, den Dau in ein Kaffeehaus umzuwandeln. Dabei ist Voraussetzung, daß sich ein Unternehmer findet, der in der Lage ist, die Kosten des Umbaues usw. in nicht geringer Höhe aus eigenen Mitteln aufzubringen, da die Stadt, dafür keine Aufwendungen machen will. — Sonntag abend wurde im Stadtwald ein junger Schlosser namens August Stein b e- wußtlos mit einer Schädelwunde aufgefunden. Er wurde in einer Droschke nach dem städtischen Krankenhaus verbracht, wo er kurz nach der Einlieferung starb, vhne nochmals das Bewußtsein erlangt zu haben. Vermutlich war Stein in eine Schlägerei verwickelt. Trotz eifriger Nachforschungen der Polizei, ist eS noch nicht gelungen, die Täter zu ermitteln. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde bie Leiche zur gerichtlichen Sektion nach bem Sachsenhäuser Friebhof der- bracht. • Berlin, 11. Jan. Die Blätter melden zahlreiche Unglücksfälle auf dem Eise. Gestern ertranken in der Umgebung von Berlin beim Eislauf 6 Personen. 16, die ebenfalls einbrachen, wurden gerettet. * Potsdam, 10. Jan. Heute mittag sind auf der Havel zwischen Sarrow und Moorlakc fünf Personen beim Schlittschuhlaufen eingebrochen. Eine Dame, die Tochter des Kunstverlegcrs Kirnise, und zwei Herren sind ertrunken. Die beiden Brüder der genannten Dame wurden gerettet. • Dresden, 11. Jan. An der Eingangspforte des Tollkewitzer Friedhofes hat heute Mittag ein Sattlermeister aus Kunersdorf bei Schandau seinen achtjährigen Sohn anb dann si ch selbst erschossen. Der Knabe war sofort tot Der Vater starb nach kurzer Zeit» ist nicht Gymnasialdirektor ' in Baden, sondern der Direktor des Realgymnasiums in Langenberg (Rheinland) Dr. M ey e r. * Washington. 9. Jan. Es ist ganz unglaublich, was ein Senator alles zu seinen gesetzgeberischen 'Arbeiten braucht — auf Staatskosten natürlich. So teilt der Staats- efretär in fernem Bericht unter Titel „Rebenausgaben" mit, daß die 90 Herren im letzten Jahre allein 300000 Toll, fü rHands chnhkästen, Pompadours, Taschenbüchcr, Füllfedern, Manicurcbestecke unb ähnliche Dinge, die unbedingt notwendig sutd, um die Klinke der Gesetzgebung vor dein Einrosten zu bewahren, verpulvert haben. 25 OOu Chininpillen, Hunderte von Palleten Kaugummi usw. dienten dem gleichen Zwecke. Ueberhaupt kostet der Senat den Staat eine stattliche Summe. In dem letzten Jahre legte bie Misera comribuens piebs für bie meist Tollarmillionen- schweren alten Herren 500 000 Dali, in Gehältern und 'j)ieilengelbent, 500 000 Doll, in „Rebenausgaben" unb 500 001) Doll, als Gehälter für die Beamten des hohen Hauses an. * Zum Konkurs der Prinzessin Alexandra von Isenburg und Büdingen wird der „N. B. L." folgendes mitgeteilt: Bald nach dem Tobe des Vaters rer Prinzessin wurde das Gut Falkenberg bei Kassel ver- teigert unb bie Prinzessin suchte sich ein anberes Domizil. Sie fanb, baß bas Tro m peter schlößchen in Sä k- kingen gut für sie war, setzte sich mit bem seitherigen Besitzer, Bolly (jetzt in Basel lvvhnenb) in Verdinbung unb warb Herrin des Besitztums. Aber in Sälllngen sah man ber Ankunft ber zukünftigen Schloß Herr in mit gemischten Gefühlen entgegen. Tenn man hatte allerlei munkeln hören. Unb richtig: als eines Tages bie Möbel 1 amen, trugen einzelne Stücke schone kleine Zettelchen, wie ie Gerichtsvollzieher mit sich führen unb bie Sacyen, bie toch nicht bamit geziert waren, würben in Säkkingen behebt. Tie Möbel würben also gepfändet unb bie Prinzessin verließ die Stadt am Rheine, ehe sie deren romantische Lage genießen konnte. Bei einem Besuche in der Trompeterstadt erfuhr ich vor kurzem, daß die Bürger Säkkingens es lebhaft bedauern, ihr Schloß mit den prachtvollen Gartenanlagen so einsam zu wissen. Es verdient wahrhaftig ein besseres Schicksal. . . Ter Bruder ber Prinzessin Alexandra von Isenburg und Büdingen (jie soll übrigens in ber Schweiz als Inhaberin eines Pensionats Leben) hat sich Mitte Dezember in Freiburg mit ber ReichKgräjin Margita von Dönhoff verheiratet. "Ein Pistolenduell sollte, wie uns nach einem Berliner Blatte gemeldet wurde, zwischen dem Stadtdirektor — Oberbürgermeister — von Hannover, Tramm, und dem vor einigen Monaten aus dem Amte geschiedenen hannoverschen Regierungspräsidenten v. Brandenstein stattgefunden haben; dabei wäre Tramm durch einen Schuß in den Unterleib schwer verwundet worden. Veranlassung zu dem Zweikampf habe bie Vermutung des Regierungspräsidenten gegeben, daß Tramm der Urheber seiner Verabschiedung sei. Dem Kaiser soll von einer gräflichen Dame der Regierungspräsident als allzu großer Verehrer eines guten Tropfens bezeichnet worden sein. Hr. v. Brandenstein soll der Ansicht sein, daß er den Oberbürgermeister Tramm für jene Mitteilung verantwortlich zu machen habe, und soll schon beim Scheiden aus Hannover die Absicht geäußert haben, mit dem Oberbürgermeister „abzurechnen". Vor acht Wochen soll das Duell stattgefunden haben. Tatsächlich war Stadtdirektor Tramm seit acht Wochen genötigt, in vollkommenster Ruhelage das Zimmer zu hüten. Erst seit wenigen Tagen ist er soweit hergestellt, daß er an einer Sitzung ber Finanzkommission teilnehmen konnte. Dieser Tage erschien er zum erstenmal roieber im Rathause, um sich von einigen Magistrats- mitgliebern zu verabschieben; er tritt eine längere Erholungsreise nach bem ©üben an. Der Oeffentlichkeit war mitgeteilt worben, ber Stabtbirektor leibe an einem Bronchialkatarrh. Jedenfalls hat die Oeffentlichkeit ein Interesse daran, zu er- fahren, was an der Sache ist. 11. 2« 748,7 - 1,6 3,9 96 S. 4 Bed. Himmel 11. 936 748,0 — 1,4 4,0 96 8. 4 BedckHlmmel 12. 7" 745,1 — 1,8 1 3,8 94 S. 2 Beb. Himmel Namen Ab- O) c Gewichtszunahme ber Austrieb trieb Jo meb= Durch- pro Weibe S rigite höchste schnitt Tag Kg. Kg. Kg. Kg. Wernings 3. Juni 5. Okt. 124 1 113 48,36 0,39 Tiergarten 3. Juni 3. Okt. 122 30 123 82,96 0,68 Lauterbach 28. Mai 3 Okt. 128 15 165 80,64 0,63 Zell 3. Juni 3. Okt. 122 27 113 67,10 0,55 Durchs chnittliche Zunah me c mf den vier Weiden zus rmmen Kreisbldtt für den Kreis <5ieften e N «ft =ti 'S 64 S = wes) N 'S 64 Ls ►S 3 bettet 2® 5 L) e N- => (as e N £64 64’ io so L v5 2 *6' c y N p <3^(5 'S e >rc9 'S «ft S an N 2 a 'S K 2 o-b-p 'S' 2 o'S 60 d ec 2 2» c9 p «« XD CO CXDCO AS w iff- >S'_o A D >s g< 64 ’ S K L) vp LK cs 04 t$ i<3 «2-do L) SS BB 8« tt 2 «5 SS 60*0 25J p.5^ cd» S? 67 S (S) «a a 2 S 64 2 tfOvo K r^K K oi N K s 8 rr 2 Z d K G 2 S 5 CQ E S 2 ® A -'S' 2 c? «ft 19 >9* <5 K Ml «ft 8. 8. 8. 2^ cn e d 64 CO «ft E d «ft ä « A<2. S s ZLZZZöLLL O 33 c ® E p . 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[ Blick nicht wenden, erhält sich nun, jremöen an. in ruh'n! , Güte bann! it geichrieben ne ist geblieben. das Herz! e trug in dem Schmerz, )t und Fug! h verlieie, >ist mir riese, r Stimme nach, ster, auch? , > Kindheit wach? bet Hiebe Hauch, vorhin rfi* $£&* ' 6 sS-8 Sn’ffp «»’S Q te» SpWÄS '»* Achtern Uert'lere. fe S"bti -L:.L N Ä!‘Ä?> ■ tei‘ stch out . ",e" o 1 QP S ö 4 wkW 2 Ib-Hun>Ntl HiNliiui !• Mliai 1. 2 c r-G 2^ ej g 3 L SNA « cs 2 2 an an 2 an «r» 2 «ft 2 64 2 «ft N X 2 «» 2 «ft «ft «ft «ft 2 2 «ft «« E E E «5, «ft 04 P 64 LV B Q GO 00 00 cn 3 3 CD o Sr -f O C5 o »; CD c® 5 a® «ft l^r s 2? cPD 0*3 o A.-L ö e = g-s, " «r< 0176 528 Alten-Bufeck, den 11. Januar 1904. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 4 Uhr statt. :C,M M-Mv Kaufmauu heitte nacht um ’M Uhr sanft erttschlafen tft Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Fra« Lisa Bohn, geb. Nix, uebst Kindern Familie Löb. Frankfurt a. M., Gießen, den 12. Januar 1904. Die Beerdigung findet statt: Donnerstag nachmittag 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus. Todes-Anzeige. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß unser lieber Gatte, Naler, Sohn, Schwiegersohn und Onkel Rudolf EJaSan Todes-Anzeige. Gestern vormütag 7 Uhr veilchied nach langem, schwerem Leiden unser lieber Gatte, Vater, Großvater, Bruder, Schwiegervater und Onkel Hm to|Mr Wipp Ml Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Becker. Winterschuhe zu billigsten Preisen empfiehlt Friedrich Magnus, 126 Weidengaffe 10. ' [8635] M AtlNgste Aezugs quelle । für Wövel und Wotzuuugs- ikiu- richtnugeu. A. Grünehanm' L Emma Seuling Mafchiueustrickeret Wetz st ein st ratze 45 empfiehlt große Posten 8a. wollene Strickgarne in allen Farben und Qualitäten billigst, sowie daraus gefertigte tarnen- u. Kinderstrümpfe und Socken. Reichhaltige Auswahl in [411 Hemden- nnd Rockflanellen, Schürzenzeuge, Kleiderüarcheud, Wachstuche. 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