Erstes Blatt. Freitag 11. November 180-1 Scholstratze 7. llbrefie für Depeschen: Vnzetger Gieße». Fernsvrechanschlug Nr 51. 151 Jahrgang GietzenerAmeiger • General-Anzeiger y Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen VezugSpretAi monatlich 75 Pf^ vierteljährlich ML. 2JO; durch Avhole- u. Zweigstellen - monatlich 65 Bf.; durch diePoftM.S.—»tertel- jährl. ausfchl. Bestellg., Annahme von Anzeigen für bte TageSnummer bis vormittag- 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal! 2 Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich fflt den potiL und allgem. Teil: P. Witlko: für .Stadt und 2ctnb* und .Gerichtssaal-: August Goetz; für den An- zeigenteil: HanS Beck. Nr. Ä66 o-lch-tut eaglich außer Sonntags. Dem Gteßener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien» hlStter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühk'schen Untverl-Buch-u. Stein- druckeret. 9t dang«. Are heutige Wummer umfaßt 12 Seiten. Kin vaterländischer KedenKtag. Gießen, 11. November 1904. Tas ganze Großherzogtum Hessen und das benachbarte Kurhessen stehen in diesen Tagen unter dem Zeichen Philipps desGroßmütigen. Auf den nächsten Sonntag, den 13. November 1904, fällt des großen Landgrafen 400. Geburtstag. Philipps des Großmütigen Lande bilden ja heute längst keine territoriale Einheit mehr, denn die alte Landgrasschaft umfaßte Gebietsteile, die jetzt zum Teil dem Königreiche Preußen, zum Teil deut Großherzogtum Hessen an gehören, nämlich: Niederhessen Mit der Hauptstadt Kassel, Oberhessen mit der Hauptstadt Marburg, die Grafschaften Ziegenhain und Nidda, die Obergrafschaft mit Darmstadt, die Niedergrafschaft mit St. Goar, einen Teil der Grafschaft Diez und der Herrschaft Eppstein, die Aemter Homburg v. d. H., Bickenbach, Umstadt zur Hälfte und viele kleinere Gebietsteile. Darum gedenkt ntan sowohl in Hessen- Kassel wie bei uns in Hessen-Darmstadt in diesen Tagen pietätvoll des größten unter den hessischen Fürsten. Und nicht nur die Hessenlande, sondern auch das ganze protestantische Deutschland ist an der Feier mitbeteiligt; denn Landgraf Philipps Bedeutung ging ja weit über die Grenzen seines Landes hinaus. Blättern wir in dem Heldenbuche der deutschen Reformationsgeschichte, so begegnet uns der Name des hessischen Landgrafen fast auf jeder Seite, und die hehre unbestechliche Göttin Geschichte nennt ihn unter ihren unsterblichen Lieblingen einen Fürsten der Toleranz, dessen ganzen hohen Menschheitswert erst eine spätere Zeit erkannte. IN seltenem Maße gehörte ihm die Liebe seines Volkes, für dessen Wohlfahrt er allezeit unermüdlich besorgt war. Zwingli hatte Recht, als er am 22. Juli 1530 an den damals 25jährigen Fürsten, dem sein kraftvolles Eintreten für den widerrechtlich aus feinem Lande vertriebenen Herzog Ulrich von Württemberg den Beinamen „der Grotznckitige" eintrug, schrieb: „Es ist auch alle Ehr der Geburt und Herrlichkeit klein, ja nichts gegen der Ehr, die inan im Himmel und auf Erden bekennen und loben wird, daß Ihr der einstige und erste seid aus allen Fürsten, der ohne Hintersichsehen den Pflug hebt." Tie Stadt Gießen hat vor allen Städten des Großherzogtums den Vorzug, daß die Philipps feier, die die hessische Landes Universität morgen begeht, ausgezeichnet wird durch die Teilnahme Sr. Kgl. Hoheit unseres Groß Herzogs Ernst Ludwig. Ein inniges Band der Zuneigung verknüpft von Alters her im Hessenlande Fürst und Volk. Sei es in dem treuen Charakter des Hesfenvolkes begründet, sei es das Verdienst der hessischen Fürsten, der Nachfolger Philipps des Großmütigen, die es verstanden, sich durch, edle Leutseligkeit und ehrenvolles Handeln die Liebe ihres Volkes zu erringen — die herzliche Harmonie, das innige »Verständnis für die gegen- feitigen Interessen, die in Heften Fürst und Volk verbinden, dürfen beide unt Stolz erfüllen. Großherzog Ernst Ludwig ist einer der würdigsten Nachfolger Philipps des Großmütigen, einer der von seinem Volke geliebtesten deutschen Fürsten unserer Zeit. „Höchstes Glück der Erdenkinder ist doch die Persönlichkeit", sagte Goethe einmal. Dieses Glück ist auch dem Großherzog Ernst Ludwig zu gemessen. Der Dichter fährt fort: Jedes Leben sei zu führen, , \ . - Wenn man sich nicht selbst ermißt; Mles könne man verlieren, Wenn man bliebe, was man ist. Dieser Spruch trifft auf unseren Landesherrn vor vielen Mächtigen Fürsten und Herren zu. Gerade deswegen verehren und lieben aus tiefstem Herzen auch die Bewohner Gießens ihren Fürsten, nicht mit hösischer Devotion, sondern mit der Liebe 4des freien Mannes, der auch im' Monarchen zuerst nach dem Charakter und der menschlichen Qualität, und dann erst nach dem Piedestal sieht, auf das ihn die Vorsehung gestellt hat. Sie sind, mitsamt. der Gießener Gelehrtenrepublik, stolz darauf, daß er zur Phitippsfeier just nach Gießen kommt, daß er vor allen seinen Städten feiner Universitätsstadt, von der aus der reformatorische Geist Philipps des Großmütigen über die Hefti-, scheu und über die anderen deutschen Lande dringt, die außerordentliche Ehre seines Besuches schenkt, gleichzeitig iim der erste zu sein, der durch die Pforten des neuen Palastgebäudes des reichen Universitats- bijcherschatzes tritt. . r Nur kurz weilt diesmal der Großherzog in unseren Mauern, aber wir wissen, daß er Gießen und die Gießener nicht vergißt, daß er die alten, in seinen ersten Jünglrngs- jahren beginnenden Beziehungen der Wertschätzung und Liebe, die zwischen ihm und Gießen bestehen, mit der Treue pflegt, die dem gewissenhaften Herrscher Regentenpflicht geworden ist. Sein getreues Gießen entbietet ihm ehrfurchtsvollen Gruß. Heil dem Landesherrn! Gott segne den Großherzog! Irr Aufstand in AeutsH-Südwestafrika. Ein Weißbuch über Südwestafrika. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß dem Reichstag im Anschluß an die bedeutenden Geloforderungen für Südwestafrika ein Weißbuch zugehen wird, das über den bisherigen Verlauf des Feldzugs im Zusammenhänge berichten, die Notwendigkeit der Truppennachschübe vom militrischen Standpunkt aus darlegen und einen Ausblick in d i e n ä d) fte 3 n Fun ft des Schutzgebietes eröffnen soll. Es ist nahezu ein halbes Jahr verstrichen seit der letzten parlamentarischen Diskussion über Südwestafrika, und damals konnte nur wenig gesagt werden, weil die Entwicklung der Dinge sich nicht absehen ließ. Andererseits hat das Volk bei den schweren Opfern, die es für die Kolonie bringen muß, Anspruch, aufs genaueste unterrichtet zu werden. Es ist überhaupt zu wünschen, daß die Regierung die kolonialen Fragen allgemein dem diplomatischen Halbdunkel entrückt. Man sollte dem Beispiel Englands Weißbücher vorleaen. Die Denkschriften über die Entwickelung der Schutzgebiete behandeln weiter zurückliegende Zeitperioden, sind also nicht zeitgemäß genug. Dem Kolonialamt würde daraus allerdings eine größere Arbeitsleistung erwachsen, aber es geht ja "bereits das Gerücht, daß die Umwandlung dieser Abteilung des Auswärtigen Amts in ein selbständiges Reichsamt im Plane liegt. Auch ist das Kolonialawt seit einigen Jähren in einem eigenen «Verwaltungsgebäude untergebracht, was auf die dlbsicht einer organischen Lösung vom -Auswärtigen' Amt hindeutet. Ueber die Angelegenheit dürften die Kolo- niäldebatten im Reichstag ebenfalls Aufschluß bringen. Am Typhus gestorben: der Reiter Winterle und Wei- ck)elt. Trompeter Unteroffizier Neubert am 6. November bei Okamungongou durck) Schuß in den Oberarm schwer verwundet. Reiter Christian, seit 19. Oktober aus dem Wege Epukiro-Okahand)a, wird vermißt. Zur Verstärkung bezw. Ergänzung der Schutztruppe in Südwest-Afrika werden vom 12. November bis zum 17. Dezember vier Truppentransporte in das Schutzgebiet abgesendet, deren Gesamtstärke 76 Offiziere und 2290 Mannschaften mit 2214 Pferden beträgt. * Nachdem im laufenden Jahre die Polizei truppe in Kamerun um 3 00 Mann vermehrt wurde, kommt, wie der „Schles. Ztg." gemeldet wird, im nächsten Jahre noch eine Verstärkung von 10 0 M an'n hinzu. Ferner soll die Kompagnie der Schutztruppe, die im vorigen Jähre abgesetzt wurde, wiederhergestellt werden. Dadurch wird die bewaffnete Macht im Schutzgebiet auf mehr als 1500 Mann gebracht. Tie „Nationalztg." erfährt von unterrichteter Seite, die amtliche Berichterstattung aus Kamerun werde zukünftig auf solche Vorgänge ausgedehnt werden, denen man an Ort und Stelle keine größere Bedeutung beimessen zu sollen glaube, und die, wenn sie auf privatem Wege nach Deutschland gelangen, Beunruhigung Hervorrufen können. Voütische Tagesschau. MajestatLbeleidiguirgen. Für die wegen Maiestätsbeleidigung Verurteilten wird vom Kaiser das Begnadigungsrecht seit einiger Zeit in umfassender Weise ausgeübt. Wie ein Berliner Blatt hört, wird den Anträgen auf Begnadigung so gut wie ausnahmslos Folge gegeben, wenn der Verurteilte Bevölkerungsschichten angehört, in denen der geringere Bildungsgrad und die mangelnde Erziehung ein rohes Wort schnell sprechen lassen. Ebenso erfolgt die Begnadigung fast stets bei solchen Personen, von denen angenommen werden darf, daß sie sich der Tragweite ihrer Aeußerungen gar nicht bewußt gewesen sind oder daß sie in einem Zustande gehandelt haben, der wie bei Trunkenheit die ruhige Üeberlegung ausschließt. Dies ist erfteulich zu Höven. Der preußische JUstiz- minister Schönstedt hat aber im Reichstag schon vor Jahren im gleichen Sinne sich geäußert. Wichtiger als die Begnadigung erscheint uns die Anweisung an die Anklagebehörden, in solchen Fällen, z. B. bei rachsüchtigen Anzeigen, möglichste Zurückhaltung zu beobachten. Kirche und Schute. — Wie der „Berl. Ztg." aus Metz gemeldet wird, geht dort das Gerücht, Bischof Benzler trage sich mit Gedanken, seine Würde niederzu legen und in fein Kloster in der Eifel zurückzukehren. Kolonialpost. — Wie aus Sidney nach London gemeldet wird, seien im Simpson-Hafen in Deutsch-Neu-Britannien die Errichtung einer großen Werft, sowie von Warenhäusern im Gange. Angeblich seien diese Werke für die Bedürfnisse der Norddeutschen Lloyd-Dampfer bestinnnt. Doch glaubt man, es bestehe die Absicht, den Hafen zu einer deutschen Flotten-Basis zu gestalten. AöerHessischer herein für innere Mission. ii. r. Gießen, 9. Nov. Tie heutige Jahresversammlung im Konfirmandensaale !drr Johanueskirche litt etwas unter dem schlechten Wetter, das wohl manche Freunde von auswärts abgehalten hatte, zu kommen. Tas war umsomehr zu bedauern, als sie ganz besonders wert- und gehaltvolles bot. Das galt zunächst von der schönen Morgenandacht, die Direktor Dr. Wurster aus Friedberg, der Verfasser des vortrefflichen, den Bedürfnissen unserer Zeit so verständnisvollen Hausandachtsbuches (Hausbuch für evang. Christen") über 2. Tim. 1, 7 hielt. Nicht minder aber auch von dem Vortrag des Herrn Pfarrers Julius Werner aus Frankfurt a. M. über „Christentuw und moderne Literatur", in dem er fiel) als ein genauer und seiner Kenner unserer modernen Literatur erwres. Redner, der erklärte, sich' auf Drama und Roman beschränken zu wollen, führte in geistvoller freier, vielfach durch treffliche Beispiele gewürzter Rede zunächst aus, was an der modernen Literatur den Widersprud) frommer Christen herausfordere: der bewußte Widersprud) gegen alles Ueberlieferte, in Religion und Sittlichkeit so gut wie in Kunstformen, der vielfach für die Vergangenheit kein Verständnis habe, sich am „Namen geradezu berausche, der schrankenlose SubjektiviF- mus, der sich allen festen Normen und Maßstäben entziehe, eine „Los-von-Gott-Vewegung", die vielfach zur „Los von- Sittlichkeit" werde, eine Bestienmoral, die nur noch das' Recht der eigenen Persönlichkeit, bis zum Recht der „freien! Liebe", anerkenne, und sich in der Zerstörung der Ehe unty des Familienlebens gefalle. In Stil und Darstellungsweise herrsche vielfach eine aphoristische Art, der Reiz, werde gesucht im Widersprud) der Stimmungen mit den überlieferten Wahrheiten, in der Ausstellung von Problemen, die keine Lösung fi'.lden, in unklaren Stimmungen, in breiter Kleinmalerei. Au Stelle gesunden Humors dränge sich zersetzender Witz und gelegentlich nervöse Lustigkeit. Der gerühmte Realismus wende sich einseitig der Nachtseite zu> die psychologische Betrachtung verliere sich in minutiöses Beobachtungen. Trotzdem müsse auch der fromme Christ sich mit diesen Dingen beschäftigen. Man könne manches daraus lernen, zunächst Verständnis der unsere Zeit beherrschenden Gedanken, aber auch wirklich' für die Kenner wertvolles: Wirklichkeitssinn, psychologische Begründung, Kunst der Darstellung. Unserer christlichen! Volksliteratur im engeren Sinne fehle es oft daran. Wir könnten ja nimmermehr darauf verzichten, den Inhalt auch auf seinen Gehalt anzusehen, aber auch die Darstellung müsse künstlerisch wertvoll sein. Daß es auch unserer modemest Literatur nicht an Künstlern und Werken fehle, die nach beiden Richtungen Gediegenes und Bedeuterrdes bieten, erläutert Redner^ ,cm einer Reihe von Beispielen (Raabe/ Seidel, Fisck)er-Graz, Rosegger, and) Tolstoi-Frentzen trotz einzelner Bedenken). Eine lebhafte Diskussion knüpfte sich an, in der besonders betont wurde, wie sich in der Literatur! nur wieder spiegele, was das geistige Leben unseres Volkes! bewege, wie das gesteigerte Kraftgefiihl, das Streben, seine! Persönlichkeit aus leben zu wollen, eine gesunde Reaktiont sei gegen die vor 1870 vielfach vorhandene Weichheit unds Berschwommienheit des deutschen Volkslebens, wie es auch darauf ankomme, daß im Kunstwerk ein wirklicher Künstler zum Wort komme, der echt aus innerem Drange schaffe, und darum wahr sei, wie im modernen Realismus nur der alte gesunde Realismus z. B. eines Jeremial Gotthelf wieder zur Herrschaft kommt, aber auch, daß man sich durch manche abstoßende Züge der modernen Literatur, ihren ost pervers- sinnlichen Zug nicht abhalten lassen' dürfe, anzuerkennen- daß in ihrem tiefften Streben vieles zur Geltung komme, was aus dem Geist des Christentums komme: oer Simt für das Kleine, die Fähigkeit, auch im Häßlichen noch dem göttlichen Funken zu erkennen, die Vorliebe!für „Stimmung", d. h. das Enrpfinden geistiger Werte usw. Nur durch wirklich edle Kunstwerke könne man falsche Afterkunst bekämpfen. Nod) sei nachgetragen, daß vor Eintritt in die Tagesordnung Pfarrer Fritsch aus Ruppertsburg den schamlosen Artikel zur Spraye brachte, in dem der Simplieissi- mus mit in geradezu unerhört unflätiger Weise die Konferenz der Sittlichkeitsvereine und die Kämpfer für die Sittenreinheit in unserem Volke in den Schmutz zieht. Die aus allen Ständen gemischte Versammlung nahm eine Er- klärung an, in der die einmütige Verurteilung solch schandbaren Treibens misgesprochen wurde. Ohne einer freimütigen Kritik bestehender Mißstände den Weg verschränken, oder ihr die Waffe aud)' eines scharfen Spottes wahren zu wollen, muß sich unser Volk einer solchen offenbaren schmutzigen Gemeinheit erwehren, lueun es nicht Schaden leiden solle; an seinem Besten. Zur Ergänzung des Vorstandes wurden an Stelle des .Herrn Landgerichtsdirektors Domseiff urt# Stiftspfarrer Weber in Lich die Herren Oberstaatsanwalt; Theobald und Pfarrer Weber in Lang-Göns gewählt^ Aus Stad! und Kmd. Gießen, den 11. November 1904. * * Die Ergänzungswahlen zur Großherzog^ lichen Handelskammer, die gestern stattfanden, hatten folgendes Nefnltat. 177 Stimmen haben gewählt. Davon entfielen auf Kommerzienrat Koch 174, Kommerzienrat Heichelheim 168, Fabrikant Schirmer 171, Fabrikant W. Zurbuch 149 und Ernst Balser 114. Die ansgeschie- denen Mitglieder der Kainmer sind damit wiedergewählt. 62 Stiinmen wurden für August Gabriel jun. abgegeben, 15 Stimmen zersplitterten. Die Wähler für Gießen-Land vereinigten 50 Stimmen einstimmig auf Fabrikant L. Rinn in Heuchelheim, der somit gewählt ist. — Es haben nun noch zu wählen Grünberg (heute mittag von 2—3 Uhr), Alsfeld (heute von 10—12 Uhr) und Lauterbach (Montag von 10—12 Uhr)* * * Der Hi st orische Verein f ü r d a § G r o ß h e r z o g» tum Hessen ließ uns eine Einladung zugehen zu der aut 13. November d§. Js. vormittags ll1/, Uhr, im städtischen Saalbau in Darmstadt stattsindenden Feier des 4 0 0. Geburtstages Landgraf Philipps des Großmütigen. Das Programm enthält u. a. Psalm: „Wann ich in Angst und Nöten bin". Text von Burkhard Waldis (c. 1500 bis 1556). Musik von Johann Heugel, Hofkomponist Langras Philipps des Großnn'itigen (1500—1589), eine Ansprache des Präsidenten des historischen Vereins für das Großherzogtum Hessen, Archivdirektors Dr. Freiherrn Schenk zn SchweinS- berg und eine Festrede von Oberlehrer Lic. theol. Herrmann. * * Der Bezirksverein Nord-Ost teilt uns zu der gestrigen kurzen, uns von privater Seite zugegangenen Notiz folgende tatsächliche Darstellung seiner vorgestrigen General- versannnlung mit. Der Vorsitzende, Herr Max Friedberger, eröffnete die sehr gut besuchte Versammlung mit einem Geschäftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr und trat da- raus den Vorsitz an den 2. Vorsitzenden, Fabrikanten Günther, ab. In der Angelegenheit der Stadtverordnete n w a h l e n empfahl dieser int Namen de§ Vorstandes nuf3 Wärmste und Eindringlichste die Annahme deS Wahlvorschlags der beiden politischen Vereine mit der Begründung, eS sei nötig, einer Stimmenzersplitterung vorzubeugen. Die übrigen Mitglieder deS Vorstandes unterstützten mit Entschiedenheit diese Ansicht. Die Abstintrnung ergab jedoch schließlich nach sehr lebhafter und scharfer Debatte die Kandidatenliste, die gestern veröffentlicht tvttrde. — Wie man in der Pfalz Stadtverordneter wird! Int Rockenhausener Tageblatt findet sich folgende Anzeige: »Atif zur Wahl!- Wähler tvählt einstimmig Herrn Jakob Giehl, beim derselbe gibt folgendes zum besten: 600 Liter Wein, drei Reh bocke, ztvei Fasanen, sechs Hasen. Solche Leute müssen in den Gemein de rat, denn die sorgen auch für ihre Nächsten. Mehrere Bürger.- Das war also der richtige Kandidat. Frankfurt a. M., 9. Nov. Bei den heutigen Stadtoerordnetenwahlen tvaren 25 Neuwahlen vorzu nehmen. Es wurden nur drei fortschrittlich-demokratische Kandidaten und ein Sozialist dcsinitiv gewählt, int übrigen müssen Stichwahlen ftottfmbciu Hervorzuheben ist die starke Stimmenzunahme der Sozialisten, die bei den Stichwahlen in den meisten Bezirken den Ausschlag geben tverden. Kleine Mitteilungen au§ Hessen und den Nachbarstaaten, lieber den Nachlaß des verstorbenen Prinzen Maximilian zu Psenburg und Büdingen in Wächtersbach wurde da§ Konkursverfahren eröffnet. Vermischte». * Ter Zwischenfall von Hüll a l S — Ballet. . £)te Engländer machen sich nach ihrem schönen Wahlspruch „Geschäft ist Geschäft" alles zu nutze. Jetzt kann man sogar den Zwischenfall von Hüll schon auf der Bühne sehen. In London wird in der Alhambra der Zwischenfall als Ballet gegeben. Tie Szene ist völlig dunkel. Zwei Fischerbarken mit grünen Lichtern erscheinen und werfen in rhvt- mischcn Bewegungen ihre Netze. Ta erscheint am Horizont plötzlich ein russisches Kriegsschiff und beginnt die Barken zu bombardieren. Tie Besatzung, hübsche junge Ballerinnen, verläßt die Fischerboote und tanzt mit den Fischern Pirouetten. Tann erscheint die Britannia und versöhnt alle Welt, während die patriotische Musik „Gott schütz' den König" spielt. Alle Welt ist ob dieser schönen Geschichte zufrieden, am meisten der Unternehmer, der täglich ein volles Haus hat. * Kleine T a g e s ch r o n 11. Durch den letzten Sturm brach in Gelsenkirchen das Gerüst eines Neubaues zusammen. Fünf Stukkateure sind abgestürzt, einer ist tot, vier schwer verletzt. — In Hagen wurde der im April d. I. wegen Mordes an einem achtjährigen Mädchen zum Tode verurteilte Bahnarbeiter Otto.Henkel aus^Wetter (Ruhr) hingerichtet. — InTüssel - dorf ist seit Samstag ein Assistent des Postamtes am Hauptbahnhof. nach Unterschlagung eines Geldbriefes mit etwa 4000 Mark flüchtig geworden. Er hatte den Wertbrief am Freitag abend in Empfang genommen und darüber ordnungsmäßig quittiert, die Sendung aber nicht in das Annahmebuch eingetragen. Tas Fehlen des Briefes konnte aus diesem Grunde von der Post nicht bemerkt werden. Am Samstag meldete sich der ungetreue Beamte krank und machte sich dann davon. Tic Unterschlagung wurde erst heute infolge einer Reklamation des Adressaten des Geldbriefes bekannt, sodaß der Flüchtige einige Tage Vorsprung hat. Ob er weitere Veruntreuungen begangen hat, ist noch nicht festgestellt. — Ferner wurden in T ü s s c l - darf falsche Taler stücke in den letzten Tagen angebalten. Tie Falsifikate tragen das Bildnis des Königs Friedrich IV. und die Jahreszahl 1850. — Im Oberbarz hat der Winter Einzug gehaltert. In der Nacht hat es stark geschneit, der Schnee liegt teilweise einen halben Fuß hoch. — In Wien wütet ein heftiger Sturm, der vielfachen Materialschaden anrichtete. Mehrere Personen erlitten schwere Verletzungen. — In Magdeburg verübten die Frau und die verheiratete Tochter des Lehrers Sprengler gemeinsam Selb stm ord durch Erhängen. Tas Motiv-zu der Tat ist unbekannt. — In Allais (Frankreich) hatte ein Grubenarbeiter mit einem Wirt einen Wortwechsel. Ter Grubenarbeiter zog einen Revolver, worauf der Wirt die Gendarmerie verständigte. Währenddessen steckte sich der Grubenarbeiter eine Tynamitpatrone in den Mund und brachte sie, zur Explosion. Ter Unglückliche wurde vollständig zerrissen. — Meldungen aus E'nsiwal (Rheinland) zufolge hat ein dortiger Einwohner namens Monat seine Frau und seine Schwägerin mit Vitriol begossen und dann anzuzünden versucht. Beide Frauen haben das Augenlicht verloren. Ter Mann beging dann Selbstmord durch Erschießen. Aerichtssaal. , Aachen, 10. Nov. Tie hiesige Strafkammer verurteilte em junges Mädchen Gevenich, das in die Zeitung eine Negierte Verlobungsanzeige eingerückt hatte, wegen onentlicher Beleidigung zu einem Monat Gefängnis, xn lG ost ha' 10. Nov. Ter Fabrikarbeiter Scharsfenbe^g aus s? < ' der feine 84jährige Mutter so mißhan- öelt hatte, daß sie noch denselben Tag starb >wurde vom Schwurgericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. . '£• f: Leip Zi g, 10. Nov. Wegen Verführung wurde der Barbier M a x Rüger am 23. Februar d. I. vom Landgericht Gießen zu einer 'Gefängnisstrafe verurteilt. Ter An- genagte wohnte seinerzeit in einem Hause mit einem Schuhmacher Bender zusammen, der eine Tochter besitzt, um die cs sich hier handelt und zurzeit der Begehung der strafbaren Handlung das 1 >. ^ebenswhr noch nicht überschritten hatte. Zur Begründung ferner Nevrnon gegen das Urteil behauptete der Angeklagte, die kotiäa)lichen Festellungen seien nicht geeignet, zur Annahme des Taweftandes der Verführung auszureicyen. Insbesondere laue das ongesochtene Urteil eine Feststellung dahingehend verminen, dog der Wille des Mädchens von dem Angeklagten be- rü?1* ,.^r Anwendbarkeit ßes angezogenen Strafgesetzes ier erwrderlich, daß der Angeklagte sich den Willen der geneigt gemacht habe. Somit entfalle ein wichtiges Tatbeftandsmerkmal,, sodaß das Urteil der Aushebung unterliegen mime. .crJtc Strafsenat erkannte entsprechend dem Anträge des Reichsanwalts aus kostenpflichtige Verwerf- ung der Reviiion des Angeklagten, da diese lediglich gegen die tatsäch rchen FestsWellungen des erüen Richters ankämpft. Greifswald, 10. Nov. Tie Strafkammer verurteilte zwei Kandidaten wegen S a b ei duells , bei dem der eine schwer verletzt wurde, zu dreiMonaten Festungshaft Tic Angabe des Tuellgrundes wurde verweigert. — Tie Geliebte erstochen, trotzdem freiae- sprachen. Am 25. Juli war der Kutscher H o l e s ch i n s k v an der Sophienbrücke in Wien mit seiner Ge lebten, der 18 jährigen Milchausträgerin Margarete Kugel, zusammengetroffen und hatte ihr nach einem kurzen Wortwechsel ein Messer in die Brust gestoßen, was ihren Tod zur Folge hatte. Jetzt hatte sich Hole- ichmsky vor dem Schwurgerichte wegen Todschlages zu verantworten. Holeschinskv wird als ein dütterer, verschlossener Mensch geschildert, dessen Charakter zu dem lebenslustigen Naturell seiner «'-'liebten nicht paßte. Es gab zwischen den Beiden öfters Zank und Streit. An dem fraglichen Tage machte Holeschinsky seiner üöettebten voll Eifersucht Vonoürfe über ihre vermeintliche Untreue. Plötzlich zog er fein Messer und versetzte ihr einen Stich in das Herz. Margarete Kugel starb am' dritten Tage an den Folgen der Verletzung. Holeschinsky gestand bei der Polizei und vor dem Untersuchungsrichter, daß er aus Eifersucht und Rache gelullt beit habe, doch iwllte er die ungetreue Geliebte nicht töten. Bei der Verhandlung erklärte der Gerichtsarzt in seinem Gut- achten, der Angeklagte sei erblich belastet,, nervös reizbar und von geminderter Intelligenz; ob er zurzeit der Tat von einer momentanen Sinnesstörung befallen worden sei, lasse sich nicht feststellen. Tie Geschwoirnen bejahten die Hauptfrage auf Todschlag und die Zusatzftage auf SinnesverNnrrung zurzeit der Tat, worauf der Angeklagte freigesprochen wurde. Kunst und Wistcnschast. — Man schreibt uns aus Frankfurt (t M.: Tie neu arrangierte November-Ausstellung deS Kunst-Salons H ermeß enthält Sonderausstellungen von Max Schlichting-Berlin, Ren6 Ianssens-Brüssel und Mois Penz-Frankfurt a. M. Außerdem das Original-Oelgemälde „Verlobung der heiligen Katharina" von Tizian, das im Jahre 1898 in Berlin im Akademiegebäude ausgestellt Ivar und großes Aussehen erregte. Ferner wird die Ausstellung vervollständigt durch hervorragende Einzelwerkc von Ad. v. Menzel, H. Thoma, &. Sergantini, Max Liebermann, Fritz Aug. v. Kaulbach, F. v. Defregger, F. v. Lenbach, H. v. Habermann, L. v. Zumbusch, P. Burnitz, A. Burger, H. Tumler, ^ranz Conrtens, Fritz Thaulow, Jos. Weuglein, Jos. Israels, W Trübner, E. Zimmermann rc. ?c. Ed. Grützner sandte sein neuestes Werk „Schlafender Falstaff" und Max Schüler ein Porträt der Sarah Bernhardt. fandet urb Derkeffr. Manganerzsunde int Odentvald. Ans Darmstadt wird geschrieben: 9luf dem bei Wald » Michelbach belegenen Wendel- eben Manganerzbergwerk ist es durch künstliche Unterführungen und Umgehungen des Granitgesteines gelungen, aus Erzlager von 2.50 bis 3 Dieter Mächtigkeit zu stoßen. Ties Manganerz ist von vorzüglicher Beschaffenheit. Odenwäldcr Mangan wird als Beimischung zur Fabrikation von Stahl sehr geschätzt. — A u s der T ex t i l i n d u st r i et An den Wolluiärkteu in Australien und Argentinien herrscht gegenwärtig eine sehr feste Tendenz. Ans den gegenwärtig in Melbourne stattfindenden Auktionen besteht besonders rege Nachfrage für bessere Sorten. In Buenos Ayrcs liegen große Kanfordres für Rechnung der Ve^ einigten Staaten vor, die namentlich Kreitzzuebten kauften. Tie Situation in der Textilindustrie in deii Vereinigten Ctaatcii bat sich in jüngster Zeit wesentlich gebessert. TieS gilt nicht nur für die Wollbraitche, soiidern auch für die Seiden- uiid Bauinivoll- industrie. An den ctiropäischen Wollmärkten ist das Geschäft zur Zeil nicht sehr rege. In der europäischen Batunwollindustrie wird seit einiger Zeit im großen und qaitzen eine Bcstcrung der Geschäfts* läge konstatiert. K o h l c n v r e i S e r h ö h il n g i n S i ch t. Tie Verhandlungen Se5 Kohlensrndikats über die Preisfestsetzung dürften, wie wir übrigens schon früher mitteilen konnten, eine Preiserhöhung in einigeit Sorten ergeben. Beslimmtcc Angaben in dieser Richtung sind vorläufig noch nicht zu mackwn, da das Kohleusvndikat das Geschäftsgeheimnis stets möglichst lange und streng zu wahren ücht. Japanische Anleihe. Japan nnrb mit seinert-Geldbedürs- niffen von seinen Gcldgeöeni ordentlich unter die Schraub" genommen. Tic neue äußere Anleihe von 12 Mill. Psd. Sterl. muß mit G Proz. verzinst werden, vnb der Ausgabekurs der Fonds beträgt nur OOi/s Proz. Tie japanische Regiw-ung hat unter Berücksichtigung des Emissionskurses alles zusammengerechnet, diesmal eine Verzinsung von 7 Proz. zu tragen. Es ist dies die zweite Ausländsanleihe, die Japan seit bent Llnsbruch des Krieges aufnimmt. Tie erste betrug 10 Mill. Psd. Sterl., ist gleichfalls mit 6 Proz. zu verzinsen und bereu Emissionskurs 93Vr Proz. Prozent. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 11. Nov. Drig.-Telegr. des ^Gieß. Anz.") S ch w e i n e iit a r k t. Ztmt Verkauf staiiden 311 Schweitte. Schweine: 1. Qualität 60-61 Pfg., Lebendgewicht 48—00 Pfg., 2. Oual. 58—59 Pfg., Lebendgetvickst 47 00 Pfg., 3. Qualität 53—56 Pfg., Lebeudgewicht 00—00. Geschäft gut, kein Ueberstattd. Universität Gienen. V e r z e i ch n i s der neu e i tt g e s ch r i e b e tt e it S t u b i c r c it b c n. a. Theologische Fakultät. A. Battsch, Kastel, Lttdwigstr. 8. W. Eisenblätter, Maittz, Grt'utbergerstr. 27. 9)t. Kragh, Bräraa, Ludwigstr. 4. I. Lienert, Katzendorf, Nettstadt 4. F. Müller, Jttgenheini, Bleichstr. 9. Th. Peter'en, Darmstadt, Ctephanstr. 14. W. Stephattt, Marienburg, Nettstadt 4. O. Watenphul, Hüttenhofen, Tiezstr. 7. C. Wisstg, Bad-Nattheim, Neuenbäue 21. b. Juristische Fakttltät. H. Becker, Darmstadt, Bismarckstr. 38. F. Earlebach, Mainz, Ludtvigstr. 46. I. Törlam, Groß-Hausen, Sonttettstr. 25. W. Fabricttts, Darmstadt, Lttdwigstr. 26. I. Frauz, Qtteckboru, Lttdivigstr. 33. W. Georgi, Dartnstadt, Wilhelmstr. 10. H. Haller, Tartnstad't, Bismarckstr. 11. S. Jacob, Nieder-(tzemünden, Wobnuug ttoch nicht angegeben. F. Killing, Hagett i. W., Lttdwigstr. 26. F. Kitoblattch, Frankfttrt a. Al., Wohttung ttoch nicht angegeben. F. Krug, Mainz, Lttdivigstr. 30. L. Landzettel, Darmstadt, Goetbestr. 23. E. Langettbach, Darmstadt, Grüuberqerstr. 52. E. Schoenhals, Gießen, Stephaustr. 36. F. Scholl, Dlaiitz, Grünbergerstr. 5. P. Simon, Maittz, Lttdwigstr. 18. K. Frhr. vott Äächter-Sptltler, Stttttqart, Moltkestr. 32. W. Winkelmann, Hirschhorn, Schtffettbergerweg 12. c. Medizinische Fakultät. A. Balzer, Tierhlk. Mich lau, Erednerslr. 36. I. Blümers, Zahnhlk., Erbes-Büdesheint, Plockstr. 10. K. Bottboff, Med., Telgte, Franksurterstr. 73. E. Bullmann, Med., Eaterttberg, Bruchstr. 3. H. Dun, Tierhlk., Aschaffenbttrg, Nettenbätte 9. St. Duröki, Tierhlk., Guesen, Eredtterstr. 34. N. Eugau, Med., Darmstadt, Frauksttrlerstr. 69. R. Geisler, Tierhlk., Dresden, Altcestr. 25. A. Goldiug, Med., Essenheim, Bismarckstr. 16. K. Groll, Tierhlk., Ohlau, Marktpl. 20. F. Grimm, Med., Driedorf, Hillebrandstr. 9. W. Hammerfchmidt, Tierhlk., Regensburg, Frauksttrlerstr. 81. R. Höfling, Tierhlk., Rörnhild, Selterstveg 16. L. Hoffmann, Tierhlk., Hagenatt, Rtegelpfad 28. S. Katz, Tierhlk., Gießen, Nordattlage 21. H. Klost, Med., Breitenau, Htllebranostr. 10. B. Maier, Tierhlk., Schw.-Gntüud, Franksurterstr. 25. R. Noack, Med., Berlin, Goethestr. 29. W. Panthen, Tierhlk., Hagenau, Walltorstr. 35. W. Reich, Aked., Prettngesheim, Grünbergerstr. 10 a. B. Rosenthal, Med., Gießctt, Bahnhosstr. 54. L. Sachs, Tierhlk., Heidelberg, Landgrasenstr. 5. L. Ccharntaittt, Med., Darntstadt, Grünbergerstr. 17. F. Schnutz, Dted., Siegburg, Bruchstr. 4. R. Schneider, Dieb., Franksurt a. M., Lttdwigstr. 40. M. Schote, Tierhlk., Zobtett am Berge, Slephattstr. 15. 4 ^l. Schultz, Died., Hamm i. W., Hillebrandstr. 10. G. Schtttnacher, Tierhlk., Elsheim, Eredtterstr. 12. G. Steinmüller, Tierhlk., Hohenberg, Alicestr. 27. Ehr^ Stieda, Med., Leipzig, Alicestr. 11. O. Stöger, Tierhlk., Landshttt, Dioltkestr. 26. P. Ctttssler, Tterhlk Mühldorf, Wilhelntstr. 1. Tecklenborg, Med., Ml'ntster i. W., Franksurterstr. 72. F. Trümpler, Med., Maröttrg. Ercd..erstr. 81. W. Voigt, Died., Kassel, Fraukfttrterstr. 43. 9L Wachcttscld, Med., Bad-Nattheim, Lttdwigstr. 52. K. Wagtter, Zahuhlk., Gatt-Weiuhctut, Wolsstr. 8. I. Wais, Tierhlk., Waal, Selterstveg 44. G. Weidutauu, Med., Framersheim, Bahuhoistr. 63. G. Weigl, Tierhlk., Oberwiechtach, Walllorstr. 23. A. Wenter, Med., Friedberg, Hillebraudstr. 2. A. Zahlt, Med., Gerntersheim, Goethestr. 32. Kirchliche Nachrichten. Cvattgelische Gemeinde. 2 4. S o n n t a g n a ch T r i n i t a t i s, d e n 1 3. N o v e m b e r? (bettesdicust. 3tt her Stadtkirche. Vormittags 9‘/2 Uhr: Plarrasfisteitt S ch u l z. Vormittags 11 Uhr: Kittdcrlirche für die Diarkusgentcinde. Pfarrer S ch w a b e. ^Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosse r. Di oulag, bett 14. Novctuber, abeuds 8 Uhr: Vereinigtmg bev kottfirmtcrtctt weiblichen Jugend der Diatthättsgettteinde. ' D i e tt s t a g , den 15. November, abends 6 Uhr, 93er- eittigttttg der konfirmierten weiblichen Jttgend der Diarktts- genteinde. D o >t tt e r s t a g , dctt 17. November, abends 8 Uhr, im Matthä'ussaal, Kirchstraßc 9: Vortrag der Missionarin Fräulein A. Steiner über die Mission unter der Frattemvelt in Indien. In der JohantreSkirche. Vormittags 9'\ Uhr: Pfarrer Eule r. Vorntittags 11 Uhr: Kindcrgottesdienst für die Lukas- gcmeiltdc. Pfarrer Euler. Abettds 5 Uhr: Siebe Ctadtkirche. Somttag abettd 8 Uhr: Versantmlttng ttttd Bibelbefprechuttg tm Koitfinnattdcttsaale der IohattttcSktrche. Motttag, bett 14. November, abends 8 Uhr, BibelstnndL im Konsinnandensaal der L tt k a s g e m e i tt d e, Liebigstraße 56. Text: Offb. Joh. 2, 12—17. Pfarrer E n l e r. Nächstfolgenden Sonittag, dctt 20. November, Gedächtnisfeier f ü r d i e V e r st o r b e tt e n. 9(tt diesem Tage nachmittags 2 Uhr Gottesdienst in der ölten Friedhosskapelle. A n die K o tt s i r m a tt d e tt der I o h a n n e s g e m e i n d t tt n d ihre Elter n. Noch immer bin ich krattk, der Arzt verbietet mir noch für einige Wochett jede Arbeit nach attßen hin, Darttm ist es Zeit, daß Ihr liebelt Kottsirmandett eitdltch geordneten Unterricht be- foittmf. Herr Pfarrer Ettler ist gente bereit, Euch in feinen Konsirmandenuuterricht der Lttkasgemeittde attfzunehmett, tutd zwar die Kuabcu Molttags tntd Donnerstags von 3—4, die Mädchen alt deitselben Tagelt von 41/» bis 57i Uhr. Er hat dazu Platz in seinem Kottfirmalldensaal iit der Liebigstraße. Deshalb fordere ich Euch auf, vom nächsten Diontag, den 14. d. Mts. an, Eltch zu den Koltfinnalldensttuldell der Lttkasgemeittde einzttfinden; ich erwarte vott Ettch, daß Ihr Euch brav, attstäudig und sletßig verhaltet, Somit Herr Pfarrer Euler fein Aergernis über Euch hat. Auch ist cs Zeit, daß Ihr Ettch einen geregelten Kirchgang angewohnt, Herr Pfarrer Ettler wird Euch das Nähere darüber mitteilen. Diit herzlichctn Gruß, auf baldiges Wiederselwn. Euer Pfarrer Dr. Naumann. Israelitische Neligionsgesellschast. S a b b a t h f e i e r am 12. N o v e m b c r 1904. Freitag abettd: 4.20 Uhr. Samstag vormittag: 8.30 Uhr. Samstag nachmittag: 3.30 Uhr. Sabbathctnsgmtg 5.35 Uhr. Wochengottesdiettst: morgens 7.00, abenSs 4 00. Israelitische Neligiousgemeinde. Äottesdienä in brr Synagoge (5üdtinGgc). Santstag, beit 12. November 1904: Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärung. Sabdathausgang 5.35 Uhr. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter di -r Rubrik stchenbcn Artikel übernimmt bic Rebaltiou bem Pttblikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Wir erhielten folaende Zuschrift von Bürgermeister Weib* ner aus Herchenhaiu: Dtirch mehrfache innerhalb ber letzten Wochen in Ihrer Zeitung erschienenen Erörterungen über bie stattgehabte Bürger- meistcrwahl in Herchenhaiu dürften unrichtige Tarstellunger in eine größere Zahl vott Zeitungen gekommen sind. — Es gehört nickt zu meinen Gepflogenheiten, mich auf Zeitungspolemiken einzulassen, die in Nr. 240 des Gießener Anzeiger gebrachte längere Ausführung z u r H e r ch e nhai n e r Bür germeist e rwähl veranlaßte mich jedoch, im Hinblick auf bie gegen mich gerichteten persönlichen Angriffe zu folgenber Erklärung, bie ich aufzunehmen bitte: Es ist erfunden unb von ben Einsenbern nicht z n re d)tfertigen, wenn sie behaupten, ich habe 1) mir alle erben Hiebe Mühe gegeben, für eine Wahlversammlung ein Lokal zu erhalten, was gefcheitert fei, weil bie beiden Wirte mir ihre Lokale verweigert hätten. (Ich habe bei niemand um ein Lokal nachgefucht.) 2) Die weitgehendsten Versprechungen gemacht, um Leute auf meine Seite zu bringen. 3) Eine Versammlung in mein Wohnhaus einbenifen. Driefkallen der Redaktilm. (Anonyme Anfrage!» bleiben nnberücksichtigt.) M. L. Die Zttstclluttg der Klage hat auf die Verjährung feinen Einfluß. H- F- N. Für Ihre freundlichett aiterkenttendett Zeilen besten Dank. Alle Theateraufführuugen iu breiter Attsfübrlichkeit zu be- sprechett, ist iitdeß mt§ verschiedenen Gründen nicht aitgäugig. Laube's „Karlsschüler" witrden überdies bei ihrer letzten Gießener Anfführung am 8. Februar 1901^ emgehend gewürdigt, und heute wäre über das alte uerftciubtc Stück schlechterdittgs ttichts Neues zu sagen. Wenn Sie ein Interesse daran haben, so ließe sich tvohl noch eine Nummer mit jener Besprechung jür Sie aus- reiben. Familten-Nachnchtcn. Gestorben: Veronika Suter, geb. Schäfer, Bad-Natth ei in. Nu brat' mir Einer einen Storch! Fay's ächte Sodener Mineral - Pastillen haben meinen h h n Katarrh ivahrhaftlg bis onf die letzte Spur verjagt! Man I B | soll's nicht benfen, wie viel Sie prächtigen Dinger nützen. I I | Gestern konnte ich mit jeden» Köter um die Wette bellen III und heute - Brust, Hals — alles frei, der Diagen in Ord- ’ ’ 1 nung! Von jetzt ab fümmeit mir Fay's Sodener nicht ■ ■ ■ mehr aus der Tasche. Per Schachtel 31t 85 Pfg. überall zu haben. Mai» achte auf Sen Name»» „Fay". hv16/e Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die BrühPsche Universitäts-Druckerei. Schulstr. 7 MtiKißOME? - >Nicht Centrum! Nicht Norb-Ost! UUlVUl Akz! Nicht Seltersberg! Wilhelm Homberger 8322 Wilhelm Wallenfels, gldfitnrhtttt. viele Wähler. Zur Kcachtungl Um Verwechslungen zu vermeiden die Erklärung, daß lit dem vorgeschlagenen Stadtverordneten-Kandidat Georg Simon, JWmirt NLWN mit Grabenstraße der Sohu des verstorbenen Stadtverordneten Simon gemeint ist. 8323 Gießen, den 4, November 1004. Der Vorstand. .'O3MTEMR Martin Dörr, ZchWmkiftn Dr. Karl Ebel, Michckr August Faber, Stuitstrirhtkr Max Friedberger, Kaufmann August Gabriel, ggiriliit Wzrat Dr. Gutfleisch, LMmrdnettt Ättijitaltai Dr. Haberkorn, KlkiArzt Theodor Haubach, gfoMiitrorhtkt Sfommerjicurat Heichelheim, gtotaoriiiitkt H. E. Jughardt, AMmmduckr Jean Kirch, Stolutrortntkr Eduard Krumm, SWiitroriWkr Karl Doos, Eltitierirtiritr Louis Fetri II., SMttotMtr Georg Simon, Mmri, WtiiMk Naue Zilricher Zeitung. Glänzend rethorisch ist Stilgebauers Stil, dessen Schwung mancher Szene mitreißenden Stimmungsglanz verleiht. frisch geschossen, von 3 Mk. an, empfiehlt Frau Ebel, 7740 Rittergasse 11. Dir m irt ttpra Kürgrr- «N WSiKliittsaiiiiillung k'wzkskhte yjalj'.hommiffion. Gummischuhe echt Petersburger empfiehlt in grösster Auswahl billigst 6204 Wiih. Herbert Marktplatz 2. Soeben erschien der zweite Band: Im Strom der Welt Auflage 30 Tausend Jean Kirch Carl Loos August Gabriel Professor Wimmenauer August Faber Theodor Haubach Hermann Eichenauer. ** WH*" In ähnlichem Sinne urteilen •viele Hunderte •von Zeitungen ZW Berlin W. 57 Verlag von RICH. BO*IG Aeiiikohlcii-BezilB-Gesellschlist Gicht«. Ordentliche Hauptversammlung Samstag den 19. November 1904,, abends 81/, Uhr, im Schipkapatz, bei Wirt Arnold. Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung. — 2. Nechnungsablage. -- 3. Wahl der Nechnungsprüfungökommisston. — 4. Ersatz- wähl des Boriiandcs. — b. Verschiedenes. Älliljbkllndmtkll-Mll^. Wähler! Ihr könnt keinen geeigneteren Männern Eure Stimme geben als den Herren: Eduard Krumm KommerzitnraiHtichelheim Bin Postest ZViehelst billig abzugeben. 8307 J. Wessel Telephon 235. Sonnenstraße 6. der Neustadt-Bahnhofstraße u? d angrenzenden Stadtteile! Aßt ««§ rchig len Zettel ier PlitWen Parteien «Wen! Neben den seitherigen Stadtverordneten, die durch ihre jahrelange Tätigkeit bewiesen haben, daß sie unser Vertrauen im vollsten Maße verdienen, wählt neu die Herren: Hermann Eichenauer, Writmt Rax Friedberger, Snfwm Uedizimklit Dr. Habcrkorn, Ittchrjt Friedrich Habenicht, K««smm, UeßmlU Friedrich Helm, Weichmdler Dr. Wimmenauer, UmerM-PrWr. Es sind allbekannte Männer, die die Gewähr bieten, daß sie die Interessen der samtheit im Stadtparlament nach jeder Richtung hin gut vertreten werden. vWit Viele Wähler. Die Rechnung liegt bei den, Vorsiticndcn, Herrn A. Dlckorö, Schanzcnftrniic », uom 11. biS 18. November zur gcfl. Enchchl der Mitglieder offen, “ • Urteile über Band I Berliner Tageblatt, Berlin. Das alles ist plastisch greifbar, in guter deutscher Sprache erzählt und trefflich komponiert. Der Dichter, denn das ist der Schilderer, hat alles in Lokalfarbe getaucht, Er bildet lebenswahre Rund- Iestalten. . . . Lange noch zittern die ichtstrahlen nach, die ihre Erscheinung in unsere Seele geworfen. Vossische Zeitung, Berlin. . ■ Völlig frei von Frivolität, würdig und eindrucksvoll sind die mächtigen Versuchungen geschildert, die dem Jungen Manne nicht erspart bleiben; die Vorgänge, die ihn den schweren Sieg über sich selbst gewinnen lassen, sind mit so viel Meisterschaft kombiniert und erzählt, daß sie die Leser bis zur letzten Seite in Spannung halten. Michl er aller Stände und Parteien! Die von der ersten allgemeinen Gießener Bürgerversammlung im „Löwen" berufene Wahlkommission hat sich gemeinsain mit den geladenen Vertretern der namhaftesten wirtschaftlichen und Standesvereinigungen der Stadt in gründlicher Arbeit ihrer Aufgabe entledigt. Sie ist bemüht gewesen, aus allen Ständen der Bevölkerung, unbekümmert um die Parteistellung, solche Männer herauszulesen, denen die Wählerschaft das Zutrauen entgegenbringen darf, daß sie das wichtige Amt des Stadtverordneten mit dem erforderlichen Pflichtgefühle, mit Selbstlosigkeit und sozialer Wärme bekleiden werden. Die Kommission glaubt in eindringenden Besprechungen mit den Vertretern jener Wirtschafts- und Berufsgruppen eine geeignete Grundlage gefunden zu haben für ein einträchtiges Zusammengehen der gesamten Bürgerschaft, sofern diese sich bewußt geblieben ist, daß Sonderinteressen wohl zu berücksichtigen, aber dem Wohle des Ganzen in verständiger Mäßigung einzuordnen sind. Sie fordert in solcher Erwägung die Mitbürger auf, unter Vermeidung nutzloser Stunmenzersplitterung, die nur den unvernünftigen Zufall zum Herrscher machen würde, ihre Stimmen auf die unten genannten Herren zu vereinigen. Es sind dies: Von heute ab fast täglich (frisch) feinste geräucherte Ml. fclt in bekannter Güte. 7020 Schreiner SelterSweg 65. in vier Romanbänden von Edward Stilgebauer Band I: Mit tausend Masten Pre4 fir.°rKand Auflage 40 Tausend G=cb- Neue Freie Presse, Wien. Edward Stilgebauer ist kein bloßer Romanschreiber. Wer eine so berauschende Liebesszene, wie man sie im Kapitel 12 vor sich hat, darsteüen kann, ist ein Dichter. HamhurtferFremäenblatt. Ein hoher Zug von jugendlichem Idealismus durchweht das Buch, läßt uns die Gestalt des Götz Krafft liebgewinnen und mit lebhaftem Interesse den weiteren Lebensschicksalen dieses Vertreters unserer heutigen Jugend entgegeusehen. Neues riilachener Tagblatt. In Wahrheit haben wir es in Götz Krafft mit einem Werke zu tun, das psychologisch gut durch geführt Ist und einen lung.Mann vorfuhrt, der sich selbst überlassen im Kampf mit dem Leben, ringend um Erkenntnis, kämpfend um Tugend und Bewahrung sittlicher Reinheit. Hannoverscher Courier. So gewinnt das Buch die Bedeutung einer patriotischen Tat,indem es Protest erbebt gegen alles Unreine, Streberhafte, Egoistische, Engherzige, was d. Entwickelung unserer Jugend zum Edclmenschentum entgegen- wirkt. Mittwoch, Donnerstag, Freitag tadellos frisch: a8/^ Schellfisch i. gz. Fifch P. Pfd. 30 Pfg. Portionsfisch 1°p fündig, p. Pfd. 32 Pfg. Cablia« i. gz. Nfch p. Pfd. SO Pfg. Rollmops, Bismarckheriug, Hering und Aal in Gelee, marin. Hering, Krabbe«, la. Wlinge, Sprotten, Flundern nnt> Räucheraal. Gebrüder Berdux Kölner Konsumanstalt Bahnhofstr. 27. Lindenplatz 12. Heinrich Häberlein’s chic Nürnberger Lebkuchen sind zu allen Preisen soeben frisch emgelroffen bei 8301 L. Weihl vorm. C. F. Müller, Kreuzplatz 16^ 8283____________________ Achtung! Morgen, Samstag, auf dem Brandplatz alle Sorten [06811 Holländer (tictmife zu nur staunend billigen Preisen. Zur ZtMveroröneten-wahl! Mitbürger! Der Wahlanftuf der vereinigten liberalen Parteien hat bei der überwiegenden Mehrheit der Wähler durchaus keinen Anklang gefunden. Er hat i% Gegenteil in den weitesten Kreisen das denkbar größte Befremden hervorgcrufen und überall herrscht das Gefühl vor, daß viel zu wenig auf die allgemeine Stimmung der Bewohner unserer Stadt Rücksicht genommen worden ist, die in den vielen nichtpolitischeu Versammlungen schon genügend zum Ausdruck gekommen ist. Wir empfehlen die ausscheidcnden bisherigen zehn Stadtverordneten zur Wiederwahl, aber hinsichtlich der weiter zu bestimmenden sechs neuen Herren empfehlen wir allen Wählern ganz eindringlich mit Misere Liste, die wir heute unseren Mitbürgern vertrauensvoll vorlegen. Wir wollen nur solche Männer gewählt wissen, die bisher schon im Interesse unserer Stadt Wirklich tätig gewesen sind und öffentlich bewiesen haben, daß sie unserem Gemeinwesen nach außen und innen zu nützen verstehen; nur unabhängigen, selbstständigen Männern geben wir unsere Stimmen, solchen, die reiche Erfahrungen besitzen und befähigt sind, sich in allen vorkommenden Fragen eine eigene Meinung nicht nur zu bilden, sondern diese auch wirksam zu begründen und zu vertreten. Das ist in kurzen Worten unser Programm für die Aufftellung der neuen Kandidaten gewesen, und in allen unseren ^Beratungen ist dieses Prinzip stets hoch gehalten worden. Mitbürger ! Wenn wir, die wir mit unserer Wahlbewegung gleichzeitig die Gründung eines die ganze Stadt umfasienden allgemeinen Bürgervereins ernstlich anftreben, heute nun nach reiflicher Uebcrlegung und mehrmaliger Sichtung in überaus zahlreich besuchten Versammlungen vor die Wählerschaft hintreten, so sind' wir uns bewußt, daß unsere Kandidaten in allererster Linie geeignet sind, die Billigung aller Wühler ans allen Teilen der Stadt finden zu können, d10/11 Darum, Mitbürger, vereinigt Euch mit uns; — bekennt Euch Alle zu unserer Kandidatenliste und wählet allseitig die Herren: Carl Ang. Faber, LiadlomMkier Zißijnt Dr. Gntfleisch, AMmMirier Theodor Hanbach, TtMttmbktn taKtjimt Heichelheim, LMmrdittcr H. E. Jughardt, AMmttimtcr Jean Kirch, Wiiem-uckr Eduard Krumm, LiMmdllkttt Carl Loos, AMmMckr Louis Petri, AMvmrdikter Wilhelm Wallenfels, Mivkmdllcttt. Hermann Eichenauer Wilhelm Hornberger Wilhelm Plank ugust Gabriel Mckjmlck Dr. Haberkorn Friedrich Heim. Bürgervcrem Eentrum. Vezirlrverem Rord-Ost Bei unserer gestern Abend stattgefundenen Generalversammlung wurden nachstehende Herren als Kandidaten zur Stadtverordneten-Wahl in Vorschlag gebracht: Carl Aug. Faber, Stadtverordneter Louis Petri IL, Stadtverordneter Mut Dr. Gutfleisch, Theodor Hanbach, Kmumziemt Heichelheim, H. E. Jughardt, Jean Kirch, Ed. Krumm, Carl Loos, n ff ff ff ff ff ff Will). Wallenfels, ff Martin Dörr, Schloffermeiffcr Hermann Eichenauer, Fabrikant Max Friedberger, Kaufmann Aug. Gabriel, Fabrikant Mediffnatrat Dr. Haberkorn Friedrich Helm, Meinhändler. Dl7u Wir bitten unsere Mitglieder und Mitbürger, nicht allein den obigen, seitherigen, altbewährten Stadtverordneten ihre Stimmen zu geben, sondern auch für unsere neu aufgestellten Kandidaten mit Energie einzutreten, da wir Männer ausgestellt haben, die uns Gewähr dafür bieten, daß unsere städtischen Interessen nach jeder Richtung hin durch diese gefördert werden. Der Vorstand.