Freitag 11. Mürz 1804 1S4. Jahrgang Crfted Blatt Deutsche Presse" den Namen „Freie resse" (Freisinnige Zeitung) annehme^ Deutsche Pre werde. — Tie „Freis. Zeitun g" teilt mit, daß sie bei lieber- gang des Zeitungsverlages auf die neu gegründete Ber> lagsanstalt „T Lütjenburg, 10. März. Kürz vor Vntreffen des Sonderzuges mit der Leiche Waldersees stellten sich eine Kompagnie des Infanterieregiments „Herzog von Holstein" Nr. 85 und die dritte Batterie des Feldartillerieregiments Nr. 9 unter dem Avmmando des Hauptmanns ScnhS, der sieben Jahre Adjutant des Grafen Waldersee war, und unter ihm den Lhinaseldzug mitmachte, auf dem Bahnhof auf. Gegen 1 Uhr traf der Zug auf dem Bahnhofe ein. Tie Prinzen August Wilhelm und Oskar begrüßten bU Gräfin, worauf ach! Kanoniere den eisernen, reich mit Blumen geschmückten Darg, auf dem Helm und Sabel des Generalfeldmarfchalls lagen, auf den sechsspännigen Leichenwagen hoben. Dresden, 10. März. Die zweite Kammer überwies nach Lüendsi düng den Gemeinde st euer-Ent- — Ter Bundesrat stimmte in seiner heutigen Sitz- ung den Ausschnßberichten über Aenderung der Tarifsätze und über die Vorlage betr. die Zolldurchsuhr- gepäckmarken zu. — Tie Novelle zum Wahlgesetz des preuß. Abgeordnetenhauses, die auch eine bescheidene Vermehrung der Zahl der Abgeordneten zu Gunsten großer städtischer Kreise bringen soll, soll dem Vernehmen nach! noch in dieser Session eingebracht werden. Diese würde also, wenn eine Verfassungsänderung mit der Novelle verbunden ist, sich bis in den Hochsommer erstrecken müssen. — Tie Versuche einer Ver st ä n d i g un g der Fr eis innigen mit den Nationalliberalen über die Aenderung des Wahlgesetzes sind endgiltig gescheitert. täfel waren geladen der Kronprinz, sowie die Minister^ Frhr. v. Hammerstein, Budde und v. Einem. Heute besuchte der Kaiser das Denkmal der Königin Luise im Tiergarten, hatte eine Besprechung mit dem Reichskanzler in dessen Palais und empfing den Polizeipräsidenten von Frankfurt am Main und den Kriegsminister v. Einem. 't en tum ernenn* Der Krieg zwischen Japan und Nußland. Wladiwostok. Vom Admiral Kamimura, dem Ehef des zweiten japanischen Geschwaders, ist nach Reuter folgender Bericht über ben Angriff auf Wladiwostok eingegangen: „Vie vorher ungeordnet war, kam das Geschwader an der östlichen Einfahrt von Wladiwostok am Morgen des 6. März an Es mußte die noch mit Eis bedeckte See passieren, -feindliche Schiffe wurden im äußeren Hafen nickt gesehen. Ti--? japanischen Schiffe näherten sich den Batterien an der Ao-rdoslküste von einem Punkte außerhalb des Schußbereichs der Batterien auf dem Balzanvorgebirge und in der Bos- vorusstraße. Nachdem wir den inneren Hafen von 1 ilhr 50 Min. an ungefähr 40 Minuten lang bestossen hatten, zog sich das japanische Geschwader zurück. bin der Ansicht, daß die Beschießung bedeuten- b (n Schaden anrichtete. Man sah Soldaten an Land, aber die russischen Batterien erwiderten das Fluer nicht. Um 5 Uhr nachmittags wurde schwarzer Rvuch in der östlickM Einfahrt bemerkt. Wir glaubten, er rühre von feindlichen Schiffen her. Aber der Rauch wnschwaüd allmählich wieder. Am Morgen des 7. März untternahm das japanische Geschwader eine Rekognoszier- unggsfahrt in die Amerikabai und Strelokbai, aber es wurde nichts Ungewöhnliches bemerkt. Die Schiffe näherten sich um Mittag wieder der östlichen Einfahrt von Wladiwostok, aber weder wurden feindliche Schiffe gesehen, noch schossen btt Batterien. DaS Geschwader ging dann nach der Possiet- bat, aber, da auch dort nichts vom F^ind zu sehen war, zog es sich wieder zurück. Nach Privatmeldungen aus Gensan bombardiertem die Japaner seit dem 6. März dreimal Wladiwostok. Die japanischen Granaten setzten einen Stabt* t eii I in Brand. Ter stellvertretende Stabschef der Festung Wladiwostok telegraphiert, die Neutermeldung, daß zwischen dem Madiwostoker Kreuzergeschwader und dem j a - pa nischen Geschwader eine Seeschlacht stattgefun- oen habe, beruhe auf reiner Erfindung. Port Arthur. Aus Petersburg wird von Reuter gemeldet, daß nach einer Depesche aus Port Arthur vom 10. d. M. die sopa- nische Flotte vergangene Nacht 12 Uhr vor dem Hasen er- fdpenen sei und mit Unterbrechungen bis 8 Uhr morgenS auch diese Festung beschossen hat. Nack einer in Port Arthur ein gegangenen Mitteilung des „Courier de Tientsin" wurden vei dem Nacht- aufirisf der japanischen Flotte auf Port Arthur am 2 4. Februar fünf Brander und mehrere Torpedo- ijöoote in den Grund gebohrt. Im Nanon von Port Arthur ist, offiziöser russischer Meldung zufolge, die Lage unverändert. Der Adjutant des drv'ß fürsten Alexis und 'Leiter des Luftschifsparkes Oberst Mller ist mit einer Anzahl von Meistern aus der Obuchpw- ilhen Stahlgießerei in Port Arthur eingetroffen. Weiteres vom Kriegsschauplätze. Russische und japanische Jäger zu Pferde hatten nördlich- von P h o en g j an g ein Gefecht. Die Russen zogen jjch nach kurzem Kampfe zurück. Von Augenzeugen sind in Niutschswang bestimmte Bekundungen eingegangen, daß am 2. Mürz in Foengh- toangtscheng und Umgegend alles ruhig und nichts ton einer Annäherung der Japaner bekannt war. Die ümgften Meldungen über das Erscheinen japanischer Gruppen auf dem Westufer des Jalu werden für fast unglaublich erachtet. Die Zusammenziehung der russigen Truppen in her Gegend der russischen Operations- taf is legt der chinesischen Bevölkerung die schwersten Lasten ouf, namentlich in Liaojang, wo alle Gebäude beschlagnahmt jind. Auf allen Eisenbahnstationen von einiger Bedeutung tigern Truppen in Zelten. - Aus Wei-hai-wei wird depeschiert, zuverlässigen Beichten zufolge habe bei H aiju m Korea ein Zusammenstoß zwischen den feindlichen Truppen stattgefunden, ter mit dem Rückzüge der Russen endete. Der russi- ifK- Vormarsch südlich der Poßjetbai dauert nach einer 2t)|ioer Meldung fort. Aus Soeul wird die Besetzung der Telegraphenstation Ungwon durch die Aussen gemeldet. Nach einer Meldung aus Soeul wurde der Schwager deis koreanischen Kronprinzen, als er im Begriff Mir, sich in Tschemulpo nach Shanghai einzuschiffen, ver- daitet und im Besitze von Papieren befunden, welche ru ssenfreundliche Beziehungen eines Teiles der l'ospartet ergaben. Unterwegs. Giri russisches Transportschisf lief, von Port Said kom- rrib in der Dudabai ein. Die Mannschaft erzählte, sie i Me die Besatzung des russischen Torpedobootes 2?1 an Bord, das unterwegs gesunken sei. DaS russische ^gsschiff „Dimitri Douskoi" lief im Suezkanal ein. Bei der Station Jurta entgleiste ein in der Richt- ' nach Irkutsk gehender russischer Militärzug. Str- Wagen wurden zertrümmert. Ein Kosak wurde ocäötet, sieben schwer, fünf leicht verwundet. Von der kiaitiou Baikal sollen im Lause der nächs^n Woche W00 Wagons und IGO Lokomotiven auf der Dahn über das des Baikalsees geschafft werden. Der Transport wird mit Pferde?ugkraft bewirkt. Das Material ist für die tranS- tische und die mandschurische Bahn bestimmt. Nach Ostasien gehen demnächst 1500 Mann und 45 Offt- iier»e ab zur Ablösung der Mannschaften des deutschen ^i^ergeschwaders. Ter Transport verläßt Bremerhaven „ S. Mai aus dem Dampfer „Mam". Nr. 60 Grldielnt tägNch anbei Sonntag-. I dem Gießener Anzeiger n>erben im Wechsel mit dem Kesstschen Landwirt h die Gietzener Kamilien. Mütter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'ichen Ilinvers.-Buch-u. Steindrucke rei. R. Lange. RebafHon, Exoedition und Tmaeret; Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: ttuzetger Gießen. FerniprechanicblutzNr.bl. GlehenerAnzelgerW General-Anzeiger v den peilt und allgein. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen WWZ zeigenteilr HanS Beck. — Auf der bevorstehenden Seereise des Kaisers nach Neapel werden sich u. a. im Gefolge befinden: General v. Plessen, die Generalleutnants v. Scholl und Graf Hülsen- Häseler, die Generale ä la suite v. Löwenfeld Und Graf Eobenau, Geh. CbcrrcgierungSrat v. Valentini, Geh. Le- gationsrat Klehmet. Wirklicher Legationsrat v. Resen, Leibarzt Tr. Jlberg, Marinemaler Stöwer. Als Gäste nehmen teil: Admiral z. T. v. Hollmann, Vizeadmiral z. D. Men- fing, Zeremonienmeister v. Hessenthal, Oberst a. D. von Crisoh, Hofmarschall a. T. Frhr. v. Reischach, Generalleutnant Frhr. v. Egloffstein, Graf Max Pückler, Gesandter z. T. v. Redern und Oberjägermeister Frhr. v. Heintze. — Ter GroßherzogvonOldenburg ist in Ne w- P o r k eingetroffen. Zu dem Verzicht des Zaren auf die Erb folgerechte in Oldenburg schreibt die „Kreuz- Zeitung": Die direkte Nachfolge steht bekanntlich zurzeit auf zwei Augen— derErbprinzNikolaus ist 7 Jahre alt— und der Großherzog soll seit einiger Zeit leidend fein. So bestand die entfernte Möglichkeit, daß einst die Thronfolge auf den in Rußland lebenden, der orthodoxen Kirche angehörenden Herzog Merander oder seinen Sohn, den mit dem Kaiser von Rußland durch seine Ehe mit der Großfürstin Olga Alexandrowna verschwägerten Herzog Peter oder dessen zu erwartende Nachkommen übergehen könnte. Von verschiedenen Seiten wurde damals verlangt, daß diese Nachfolge durch ein Reichsgesetz ausgeschlossen wurde. Obwohl mit dem Entschluß des Zaren die etwa später einmal praktisch werdende Thronfolgefrage noch nicht geregelt ist, — Ansprüche auf einen deutschen Thron, so meint die „Kreuzztg.", lassen sich nicht girieren wie ein Wechsel oder zedieren wie eine Geldforderung —, so sei doch die das deutsche Nationalaefübl schwer bedrückende Möglichkeit, daß ein russischer Prinz deutscher Bundesfürst werden könnte, nunmehr behoben. — Von einer eigentümlichen Titelaffäre wird aus Greiz geschrieben: Hier trat am 1. Dezember 1903 in der Leitung der Fürstl. Kammer insofern ein Wechsel ein, als der Vortragende Rat im Ministerium für Neuß j. L., Tr. O e h r l, als Direktor in die Fürstl. Kammer für Reuß ä. L. berufen wurde. Tr. Oehrl, ein junger Mann, wurde hier mit großen Sympathien empfangen und erwarb sich in kürzester Zeit das Vertrauen seiner Beamten. Da man hier in Greiz sich bereits an die Verhältnisse zu gewöhnen beginnt, die der Tod Heinrich XXIV. einst bringen wird, so glaubte man in Tr. Oehrl den kommenden Mann für das „geeinte" Neußenlcmd zu erblicken. Diese Voraussetzung hat jedoch eine arae Erschütterung erfahren, durch einen' Vorfall, der in Greiz und dem ganzen x “ berechtigtes Befremden hervorruft. Als Tr. Oehp ung zum Kammerdirektor bekannt gegeben wurde, veröffentlichte das Amtsblatt zugleich die Verleihung deA Titels Geh. Oberkabinettsrat an Tr. Oehrl. Jetzt bekommt Die Titelgeschichte ein anderes Gesicht. Ter „neue" Titel ist gar nicht verliehen worden und Tr. Oehrl hatte kein Flecht, sich so nennen zu lassen. Me die amtliche Bekanntmachung möglich war, ist ein Rätsel, das höchstens damit zu lösen ist, daß man annimmt, Tr. Oehrl habe Aussichten auf den obigen Titel gehabt und in zu- versichtlick)er Hoffnung die Sache pränumerando bekannt machen lassen. Inzwischen ist aber der Himmel wieder trübe geworden. Ter Enttäuschte hat der „älteren Reußen- residenz" vorläufig den Mcken gekehrt und erledigt seine Greizer Amtsgeschafte von Gera aus. Tie vor kurzem erfolgte Ernennung des Landgerichtsrats Freiherr von Cornberg zum Oberkammerrat, dürste mit dieser Titelsache wohl in Zusammenhang zu bringen fein. England und Rußland DaS Reutersche Bureau meldet aus Paris, daß nach einer Mitteilung aus hohen Kreisen kein Grund für die Vermutung bestehe, daß der russische Botschafter in London Gras Benckendorff dem Kaiser von Rußland einen eigenhändigen Brief König Eduards überbracht habe. König Eduard habe, als er vernommen, daß Graf Benckendorff im Begriffe stände, London zu verlassen, um von seinem nach Ostasten gehenden Dohne Abschied zu nehmen, Gelegenheit genommen, mit Benckendorff die beide Nationen angehenden Angelegenheiten zu besprechien und ihn zu ersuchen, dem Kaiser in herzlichen Worten die Hoffnung auszudrücken, daß der Ton der Presse beider Länder weniger scharf werden möge, sowie zu erklären, es wäre der feste Entschluß Englands, int Kriege strenge Ne utralität zu beobachten. Graf Benckendorff habe pflichtgemäß dem Kaiser von der Unterredung mit König Eduard berichtet und nach seiner Rückkehr nach London dem König die Antwort des Kaisers übermittelt Wie du mir ... . Wenn die Kanonen sprechen, schweigen die Diplomaten. Gleichwohl wird der Name des Grafen Lamsdorff jetzt mehr genannt, wie in friedlichen Zeitläufen. Seine Stellung a ls russisckner Minister des Aeußern gilt als ernstlich erschüttert. Das ist nicht die Meinung phantasiebegabter Journalisten, sondern der Herren vom Pariser Auswärtigen Amt. So meldet wenigstens die auf dem Gebiete der hohen Politik gut unterrichtete „Kreuzztg.". Mo wird es wohl seine Nichtigkeit haben, und schließlich ist ja auch Graf Lamsdorff, der als politischer „Frühaufsteyer" galt, in erster Linie verantwortlich zu machen, wenn der Angriff Japans dem Zarenreich so überraschend kam. Wird Graf Lamsdorff in der Tat „abgesägt", bann ist bet letzte, der ihm eine Träne nachte int, sicherlich Minister Deleassä. ES mußte diesen ja auch tief kränken, als er im vorigen Jahre wegen seines Verhaltens in der Balkanpolitik vom Grafen Lamsdorff in Paris selbst und sozusagen vor der gesamten politischen Welt „geschulmeistert" wurde. Jetzt ist DelcassS in der Lage, seinen Kollegen von der Newa in die Rolle des „blamierten Europäers" zu versetzen. Me du mir, so ich b it. UMische Tagiyschmi. Die Studentenkrawalle in Oesterreich. Am Donnerstag versammelten sich die tschechischen Studenten Wiens demonstrativ unter Demonstrationen in der Universität. Auf Ersuchen des Rektors verließen daraufhin die deutschen Studenten die Aula. Als die Tschechen ihnen Droh rufe nachschickten und ein Hetzlied sangen, kehrten die Dentscken um und verjagten die Tsckechen aus der Universität. Ein deutscher Stuoent wurde blutig geschlagen. Vier ^Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Vorlesungen wurden im Hinblick auf den nahen Semesterschluß sofort eingestellt und die Promotionen abgesagt. In Prag begann am Donnerstag vormittag eine große Promenade der tschechischen und deutschen Studenten am Graben, deren Zahl am Nachmittag immer mehr zunahm. Gegen 7 Uhr abends zogen sich die Teilnehmer zurück. Hieraus wurde der Graben durch die Sicherheitswache abgesperrt. Die demonstrierende Volksmenge sammelte sich nun auf dem Wenzelsplatze und wuchs immer stärker an. Der Polizei gelang es bald, den Zuzug abzudrängen; ein Teil gelangte jedoch in die Nähe des „Grand Restaurant und bemächtigte sich bei den dortigen Neubauten Ziegelsteine und Tonstücke, die man als Wurfgeschosse benutzte. Tie Sicherheitswache vertrieb darauf die Demonstranten. Ta inzwischen die Menge auf dem Wenzelsplatz noch stärker anwuchs, wurde nach 8 Uhr Militär requiriert: je ein Bataillon Pioniere und Infanterie und eine halbe Eskadron Kavallerie säuberte den Graben und den Wenzelspletz und sperrten beide, während die Sicherheitswache die Demonstranten zerstreute. Eine Kimdmackung des Poli^idirektors kündigt entschiedene Maßnahmen gegen die Störer der öffentlichen Ruhe an und empfiehlt den Bürgern, das Dienstpersonal des abends über äu Hause zu behalten. Eine Konferenz sämtlicher tschechischer Abgeordneten ohne Parteiunterschied beschloß, einen Aufruf an die Prager tschechische Bevölkerung zu erlassen, für die Wiederkehr der Ruhe und Ordnung zu wirken. Die Temonstration werde der Regierung willkommene Gelegenheit bieten, alle Schuld den Trägern der tschechischen Parteibewegung zuzusck)ieben. Die Konferenz ersuchte den ersten Bürgermeister Prags telegraphisch, den Aufruf zur Kenntnis der Prager Bevölkerung zu bringen. Im Abgeordnetenhause hatte am Mittwoch der ?lbg. I r o gerufen, „Nehmen Sie die Peitsche für d i e Tschechen, denn sie sind Verbrecher!" Deswegen war der Mißbilligungsausschuß ein berufen worden, dess-n Referent, Hofrat Ploj den Antrag, keine Mißbilligung gegen Jro auszusprechen, da er den Ruf „Die Tschechen sind Verbrecher" leugne. In der Debatte über diesen Antrag kommt es zu den stürmischsten Szenen, die an die ärgsten Obstruktionszeiten erinnern. Der Generalredner Stransky erklärt auf daS bestimmte^te, Jro habe schon mehreremale fein Ehrenwort gebrochen. Mit dem Rufe: „Frecher, nied erträckt l a e r Jud!" stürzt sichJro auf Stransky, hebt d'e Hand zum Schlage, wird aber gewaltsam von den Deutsck'u lurückgehalten. Es kommt zu u nb e s ckr e i b li röen ~ n e f f g ke l szen e«. Deutsches Deich. Berlin, 10. März. Ter Kaiser empfing gestern nackmittaa den Architekten Bodo Eb Hardt. Zur Abend- kvurs dem Gesetzgebungsausschuß. Damit ist die Regierungsvorlage begraben. DaS Koalitionsrecht der Eisenbahnarbeiter. Im preuß. Abgeordnetenbanse wurde am Donnerstag die zweite Besprechung des Eisenbahnetats bei den fortdauernden Ausgaben, Titel: Besoldungen, fortgesetzt. — Abg. Brust (Ztr.) fordert eine Gehaltsaufbesserung für die Bahnsteigschaffner und die Lokomotivheizer. Alsdann geht Redner auf das Koalitionsrecht der Eisenbahner ein. Das Koali- tionsrecht der Landarbeiter und das der Eisenbahn- arbeiter müsse anders geregelt werden wie das Koalitionsrecht der gewerblichen Arbeiter. Abg. Ze lisch lkons.) wendet sich gegen die Konsumvereine der Essen- bahnbeamten und gegen das Koalitionsrecht der Eisenbahnarbeiter. 90)0 Heckenroth lkons.) begrüßt die Stellung des Ministers zu den Arbeiterausschüssen und wünscht Besserstellung der Streckenarbeiter. — Abg. Dr. Schulz-Bochum (nl.) wünscht, daß die Eisenbahnverwaltung mit aller Energie dem Eindringen der Mächte des Umsturzes in die Kreise der Eisenbahner entgegen treten m äge. — Abg. v. Leipziger (kons.) tritt für eine Besserstellung der Bahnmeister ein. — Abg. Frbr. v. Zedlitz (frf.) meint, nichts könnte die Macht der Sozialdemokratie mehr stärken, als wenn es ihr gelänge, in den Kreisen der Eisenbahner Einfluß zu erlangen. Andererseits müsse man dafür sorgen, daß die Angestellten sich unter dem Danner der Hohenzollern wohl fühlen. — Abg. Tr. v. Dirks en (frk.) tritt für Gehaltsaufbesserungen der Schaffner ein. — Minister Budde konstatiert, daß durch Anschlag in allen Werkstätten die Arbeiter davon unterrichtet sind, daß eine Beteiligung an den Bestrebungen des sozialdemokratischen Verbandes nicht geduldet werden würde. Tie Beteiligung der Eisenbahnangestellten an Konsumvereinen könne er, wie schon betont, nicht verbieten. Früher habe der Kontraktbruch als Ausfluß der Untreue gegolten, heute bezeichne man die Streikbrecher als verächtliche Menschen. EH könne den Eisenbahnarbeitern nicht oft genug gesagt werden, daß ihre schlechtesten Vertreter die Sozial- oemokraten sind. Beim Titel: Außerordentliche Remunerationen für Unterbeamte tritt Abg. L a t t m a n n (Antis.) für Beseitigung solcher Extravergünstigungen ein, welche nur Neid und Mißgunst erregten. Ter Titel wird bewilligt. Beim Titel Wohlfahrtszwecke tritt Abg. von Savigny für freie Aerztewahl bei den Krankenkassen der Eisenbahner ein. Tas Ordinarium wird schließlich ohne wesentliche Tebatte bewilligt. Die Beratung wendet sich dem Cxtraordinarium zu, wobei wiederum zahlreiche Spezialwünsche vorgebracht werden. Tie Abgg. Tr. Friedberg (nl.) und von Gy nern (nl.) schließen sich den Vorrednern an. Der Ausüand der Kererüs. Nach einem Telegramm aus Swakopmund ist dort ein Transport von 100 Pferden, 280 Maultieren und 200 Ochsen aus Buenos Aires eingetroffen. Gouverneur ßeutro e in meldet vom 10. d. M., daß durch Hauptmann Puder die Kriegslage im Bezirke Otjimbingwe festgestellt ist. Der Gegner steht zum Teil in starker Stellung bei Oruware, Oberhäuptling Maharero steht östlich von Okahandja. Der Häuptling Tetio ist vor der Kolonne des Majors v. Glasenapp auf dem Rückzüge den Nosob aufwärts nach Onjati. Im Westen räumte der Gegner die Etjoberge und zieht sich vor der Kolonne des Majors o. Estorff ebenfalls nach Onjati zurück. Von den Herero im Nordosten liegt keine Nachricht vor. Ausland. Daris, 10. März. Tie heutigen Morgenblätter brach>- ten Andeutungen über eine im Marineministerium entdeckte Spionageaffäre. Es kommt nun folgende anscheinend authentische Darstellung: Ein Offizier des Marineministeriums, derKommandanrMartin, erhielt dieser Tage ein Paket Gratulationsbriefe, darunter befand sich aber auch ein Brief folgenden Inhalts: Mein Herr, Sie haben mir zweimal vertrauliche Dokumente über die Marine angeboten. Wenn Sie Ihren Vorschlag ausführen wollen, so kommen Sie . . . Hier folgt die Adresse des japanischen Marineattachees. Ter Offizier besah nach der Durchsicht dieses Briefes nochmals den Umschlag und erkannte, daß er durch Verwechslung in seine Hände gekommen war. Tie Adresse bezeichnete einen Unteroffizier Martin, der zu Bureaubiensten im Marineministerium kommandiert ist und zuletzt in der Generalstabsabteilung arbeitete, der die Vorbereitungen für einen Kriegsfall obliegen. Ter Unteroffizier wurde verhaftet und eine Untersuchung eröffnet. Ein Abendblatt meldet unter Vorbehalt, daß ein die Unterseeboote betr. geheimes Schriftstück verschwunden sei. Tie japanische Gesandtschaft dementiert die Behauptung, daß ihr Marineattachee irgendwie in die Angelegenheit verwickelt sei. Budapest, 10. März. Im Ab g eordnetenh ause spielte sich heute ein denkwürdiger Vorgang ab. Abg. Thaly von der Kossuthpartei richtet einen dringenden Appell an die ob st ruktioni st ische Opposition, der Rekrutierungsvorlage nicht länger Widerstand entgegenzusetzen. Ministerpräsident Graf Tisza erklärt, daß er seinen Antrag betr. die Verschärfung der Hausordnung zurückziehe, falls die Rekrutenvorlage mit größter Beschleunigung angenommen werde. (Stürmischer Beifall auf allen Seiten des Hauses.) Thaly begibt sich, von den B'inken der Opposition zum Min'sterplatz und drückt hem Grafen Tisza Die Hand. Es ertönten Rufe: Eljen Thaly! Viele Mitglieder sind zu Tränen gerührt. Ter Präsident, von Rührung übermannt, unterbricht die Sitzung. Nachdem diese wieder eröffnet worden ist, erklärt Ugron im Namen der Obstruktionisten, daß sie der schleunigen Erledigung der Rekruten vor läge zustimmen. Tie öffentliche Meinung werde anerkennen, daß die Obstruktionisten den Kampf für die Geltendmachung der ungarischen Sprache in der Armee bis zum äußersten geführt haben, jedoch, da ihre Kräfte nunmehr versagen, von w e i t e r e m Ka m p f e ab st eh en müssen. Graf Tisza erklärt, er würde den feierlichen Augenblick beeinträchtigen, wenn er ihn mit Glossen begleiten würde; er beschränke sich aus die Bitte, die Zurückziehung der Rekrutenvorlage und die Einbringung de? Antrags betr. die Verschärfung der Hausordnung als nicht geschehen zu betrachten. (Minutenlanger, begeisterter Beifall und Händeklatschen.) Belgrad, 10. März. Tas Blatt „Politika" veröffentlicht einen an die Slaven auf der Balkanhalbinsel gerichteten Aufruf Riccioti Garibaldis, in dem dieser die Slaven aussordert, der Unersättlichkeit der Germanen entgegenzutreten, die infolge des rusfisch-japani- schen Krieges für ihre Expansionsgelüste freie Hand erhalten hätten. Ter Aufruf fordert die Slaven auf, an dem Kongreß in Venedig teilzunehmen, auf welchem über die Art und Weise der Abwehr der panqermanischen Gefahr beraten werden soll, und sich mit Garibaldi als Präsidenten der großen nationalen „Federation pro italia irredenta" in Verbindung zu setzen. Aus Stadt uud Kaud. Gießen, den 11. März 1904. L. U. Ernennungen. Privatdozent Dr. Bruno Henneberg wurde zum außerordentlichen Profeffor bei der medizinischen Fakultät, die Privatdozenten Dr. Walter Kinkel, Dr. Karl Helm und Dr. August Messer zu außerordentlichen Profefforen bei der vhilosophischen Fakultät der Landesuniversttät ernannt. e* Zur letzten Provinzial-Ausschuß-Sitzung. Wir werden um Aufnabme folgender Mitteilung ersucht. Der Bericht über die letzte Sitzung des Provinzial-Ausschuffes in Nr. 58, zweites Blatt, könnte das Mißverständnis herbei- führen, als ob die dort erwähnte Aussage des Kriminalschutzmannes sich in Widerspruch mit dem Polizeiamt befände. Es ist dies selbstverständlich nicht der Fall gewesen, der Kriminalschutzmann hat vielmehr im Einverständnis mit dem Polizeiamt gehandelt. *• Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Be der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fiel ein Gewinn von 40 000 Mk. auf Nr. 2821, ein Gewinn von 20 000 Mk auf Nr. 97804, zwei Gewinne von je 10 000 Mk. auf Nr. 25666 70744, zwei Gewinne von je 5000 Mk. auf Nr. 23077 34179, Gewinne .von je 3000 Mk. auf Nr. 1605 9649 13654 18202 19335 19433 21173 21857 31994 32284 32921 34418 34696 40018 40572 43841 52983 66667 75804 87612. (Ohne Gewähr.) ** Im Oberhessischen Geschichtsverein sprach gestern Prof. Di em ar-Marburg über die Eroberung der Burg Land st u hl und bot der zahlreichen Versammlung eine feffelnde Darstellung jener Katastrophe in der Geschichte des Rittertums. Durch eindringliche Kritik der Quellen über den Tod SickingenS — eS sind vor allem der „Wahrliche Bericht" des pfälzischen Herold Kaspar Sturm, die Ausführungen Georg SpalatinS in seiner Geschichte Friedrich des Weisen und die Flersheimer Chronik — sowie durch Benutzung der früher unbekannten Briefe, die Sickingen aus der belagerten Burg sandte, ist es dem Redner gelungen, in einer Reihe nicht unwichtiger Punkte neue Resultate zu gewinnen, insbesondere über die Beteiligung deS L a n d g r a f e n Philipp. Dieser ergriff bei SickingenS Vorstoß gegen Erzbischof Richard von Trier gern die Gelegenheit, früher erlittene Feindseligkeiten des Ritters zu rächen, schloß im Februar 1523 einen Vertrag mit dem Erzbischof und mit Palzgraf Ludwig, und zog im April mit diesem Fürsten gegen Sickingen. Das treffliche Geschütz des Landgrafen hat den Hauptanteil an dem schnellen Erfolg gehabt. Sickingen, der es für schimpflich gehalten, beim AuSrücken der Kriegsfürsten Landstuhl zu verlassen, mußte bald einsehen, daß seine neuen Mauern solch „unchristlichem Schießen" nicht standhalten konnten. Seine Hoffnung auf Ersatz blieb vergeblich. Aber erst die schwere Verwundung, die er am 6. Mai erhielt, brach seine Zuversicht. Er begann zu unterhandeln und stimmte schließlich der Forderung der Fürsten zu, die auf Uebergabe der Burg und Gefangenschaft der Ritter lautete. Die denkwürdige Unterredung der 3 Fürsten, besonders de8 Landgrafen mit dem Ritter an deffen Sterbelager bildete den Gegenstand besonders eingehender Ausführungen. Schon am nachmittag des 7. Mai starb Sickingen. Der Sieg des Geschützes über seine Burg war ein Sieg der neuen Zeit über das Mittelalter, in Franz von Sickingen wurde das niedergehende Rittertum von dem emporstrebenden Fürstentum überwunden« ** Die Ortsgruppe des Deutschjnat. Handlungsgehilfen Verbandes hielt gestern abend im Saale des Cafs Ebel einen Vortrag ab, in dem Herr Rich, von Pein aus Hamburg über das Thema „Was erwarten die Handlungsgehilfen vom Reichstag?" sprach Der Redner griff zuerst 50 Jahre zurück und schilderte die Verhältnisse von damals, die so gut wie nichts von Sozialpolitik kannten. Erst in den 70er Jahren fing allmählich ein anderer Wind zu blasen an, und falle auch in diese Zeit die Entstehung der Haftpflichtgesetze. Msdann kommt er auf den jetzigen Reichstag zu sprechen. Der Redner gab seiner Freude d arüber Ausdruck, daß gerade jetzt eine gute sozialpolitische Strömung herrsche, uud sprach dann von der Stellung, die der D. H.-V. heute einnchme. Er hob u. a. hervor, daß neulich in der Debatte betr. die Kaufm. Schiedsgerichte Graf Posadowsky den Standpunkt der Teutschnationalen, die Kaufmannsgerichte an die G.'werbe- gerichte anzugliedern, trotzdem die anderen Verb nde und Handelskammern für eine Angliederung an die Amtsgerichte waren, für den einzig richtigen hielt. Der Redner kritisierte einige Mißstände in dem genannten Gesetz; so sei es zurzeit absolut verwerflich, Handlungsgehilfinnen das Wahlrecht zuzusprechen. Auch ist er der Meinung, daß das Hinzuziehen von Rechtsanwälten nicht gutgeheißen werden dürfe, da dadurch nur eine unnötige Prozeßverlangerung herbeigeführt werden würde. Eine Umarbeitung d^s Sonntagsruhegesetzes sei unbedingt nötig Zum Schlüsse ließ der Vortragende die Versammlung u. a. noch Nüssen, daß der Deutschnat. Handlungsgebilfenverbaud fest bei der Arbeit sei, daraus hinzuwirken, daß auch in den Kentm'betrieben eine gesetzliche Regelung eintrete. Er meinte, daß man ebensogut wie die Läden um 9 Uhr die Kontore um 7 Uhr schließen könne. Die Versammlung war recht gut besticht. Nach Eröffnung der Versammlung hatte der Vv^s tzende der b'esigen Ortsgruppe des D. H.-V. einen Brief von dem Neichstagsabg^ordneten Kommernenrat Hey'igen-a'dt verlesen, in welchem dieser für seine Einladung dankt und bedauert, ihr nicht Folge leisten zu können. Er teilte noch mit, daß den Wünschen der Handlungsgehilfen im Reichstage Rechnung getragen würde. ** Besitzwechsel. Gerbermeister Plank verkaufte sein Anwesen Frankfurterstraße 31 zum Preise von 56 000 Mark an Pferdehändler August Frensdorf. ** Aus dem Bureau de? Gtadttheaters. ES sei nochmals in letzter Stunde auf das heutige Gastspiel der Nachtasyl-Tournee dinge,vielen, die schon bei ihrem ersten Auftreten so außerordentliches Interesse erregt hatte. Eine weitere Wiederholung des Gastspieles ist ausgeschloffen. Am Sonntag, den 13. März, geht als Benefiz für den beliebten Komiker unserer Bühne, Otto Conradi, Kneifest übermütige Poffe „Papa g en o" in Szene. Das bekannt- Stück gibt Herrn Conradi Gelegenheit, alle Mittel seine: Komik in ausgiebigster Weise zu verwenden und sicherlick werden alle, die einmal herzlich lachen wollen, am Sonntac auf ihre Rechnung kommen. ** Die Antwort der Großh. Regierung übet die dringliche Anfrage der Abgg. Schmalbach und Genossen, betreffend die Schädigung deS Publikum? durch den Zwischenhandel mit Schweden und Schweinefleisch, lautet wörtlich wie folgt: „Die Großh. Regierung verkennt nicht den nachteilige E i n s l u ß , den ein Mißverhältnis zwischen den Preisen bei Schlachtschweine und den Fleischoreisen auf die Produktion sowohl, als auch auf die E r n ä h r u n g S v e r h ck l t n i s f e insbesondere der minderbemittelten Schichten der Bevölkerung auszuüben vermag. Ein gesetzlich zulässiges Mittest um solche Mißverhältnisse zu beseitigen, stebt ihr indes nicht zur Verfügung. Ta es sich hierbei, wie die Erfahrung lehrt, in bet Regel nur um vorübergehende Erscheinungen handelt, so ist ein dauernder Nachteil, der Abhilfe durch Maß. nahmen der Gesetzgebung und Verwaltung erheischte, nicht z„ b e f ,'i rchte n. Ob es gelingen würde, einer Wiederholung solcher Verhällinsse dadurch v o r z u b e u g e n, daß die E i n k a uls° greife auf dem vlatien Lande und auf den großen städtischen Viehmärkten und Viehhöfen in Gegenüberstellung mit den am Orte zur gleichen Zeit geltenden Verkaufspreisen von Fleisch und Fleischprodukten in den großen Städten allwöchentlichöffeni. l i ch angeschlagen werden, ist sehr fraglich; beim bii Preise für Schlachtvieh kommen jetzt schon durch die Zeitungen regelmäßig und ebensogut zur Kenntnis der städtischen Bevölkerung als es durch den gedachten össentlichen Anschlag geschehen könnte' Tie Großh. Negierung ist daher nicht in der Lage, Maßnahme in der durch die Anfrage der Abgg. Schmalbach und Gen. angedeuteten Richtung zu ergreifen." Mainz, 10. März. Durch Entschließung des Groß. Herzogs ist dem Großh. Beigeordneten Dr. Schmidt in Mainz der Titel „Bürgermeister" verliehen worden.— Seitdem der Raubmord in Frankfurt a. M. an dem Kauf, mann Lichtenstein begangen wurde, leben in Frankfurt und Umgegend alle Menschen in steter Angst. Auch giebt efi Leute, die einfach einen Raubmord erdichten, um noch mehr Beunruhigung unter dem Publikum zu verbreiten. Ein solcher Mensch, welcher vorgestern abend in Wiesbaden in einer Wirtschaft saß und eine Mordgeschichte verbreitete, mußte, wie wir im „9)L Tagebl." lesen, zu seinem eigenen Nachteil eine halbe Stunde später erfahren, daß mit solch ernsten Dingen nicht zu spaffen ist, er wurde verhaftet. Der Mann, ein Händler aus Kassel, welcher am Abend vorher von Mainz nach Wiesbaden kam, erzählte in der fraglichen Wirtschaft, daß vorgestern abend in Mainz ein Raubmord verübt worden fei; er sei über den Mord genau informiert und kenne auch die Täter. Einer der Gäste verließ still- schweigend die Wirtschaft und unterrichtete einen Schutzmann auf der Straße von dem Gehörten. Der Schutzmann faßte die Sache mit Recht ernst auf und nahm den Menschen sofort fest. Hierauf ließ sich der Beamte telephonisch mit der Mainzer Polizei verbinden nnd stellte Recherchen an. Die Mainzer Kriminalpolizei hatte nicht die geringste Ahnung von einem Mord. Auf Antrag der Mainzer Polizei wurde der Händler festgehalten und eine Stunde später waren zwei Kommissare und ein Kriminalschutzmann von Mainz in Wiesbaden. Der Verhaftete wurde nun einem scharfen Verhör unterzogen und hierbei stellte sich heraus, daß an der ganzen Mordgeschichte kein wahres Wort war. Der Verhaftete gab an, er habe die Geschickte nur vom Hörensagen, er selbst wisse gar nichts. Nachdem die Mordgeschichte klargestellt war, wurde der Mann auf freien Fuß gesetzt. Da aber wahrscheinlich infolge des von dem Menschen gemachten Ge- schwätzes ein Gerücht umlief, zwischen Amöneburg und WieS- haben sei ein Mann erstochen und seiner Barschaft beraubt aufgefunden worden, ließ die Polizei von Mainz, Kastel, Biebrich und Wiesbaden den ganzen Tag und die Nacht hindurch die Gegend absuchen, ohne jedoch etwas zu finden. Vermischtes. * Essen, 10. März. Heute legte der Arbeiter Schneidet aus Scherz einen Revolver auf seine Frau an. Der Revolver entlud sich und tötete die Frau. * Salzwedel, 10. März. Ter Domänenpächter Rimpau auf Dambeck ist an den schwarzen 93tattern erkrankt; er wurde sofort isoliert. * Brüssel, 10. Marz. Der Direktor des Genter Stadt- theaterS, Bödri, flüchtete nach Hinterlaffung von 150000 Francs Schulden; er hat sich vermutlich nach Deutschland begeben. • Wien, 10. März. Der bekannte Gesangshumorist und Professor des hiesigen Konservatoriums, Karl Udel, er* bi in bete plötzlich während einer Kunsttournöe. Udel stand an der Spitze des bekannten Gesangsquartetts, das seit mehr als zwei Jahrzehnten in Oesterreich und Deutschland konzertierte und überall Triumphe einheimste. • Eine kaum glaubliche Geschichte wird der „Neuen Bayer. LandeS--Ztg." aus Nürnberg geschrieben: In dem Vorort Glaisbammer unternahmen schulpflichtige Knäblein regelrechte Raub- und Streifzüge. Die Beute wurde von ihnen zumeist in Neubauten verzehrt imd, soweit sie in Zigaretten bestand, verdampft. Am letzten Mittwoch war wieder eine Näuber-Zusammenkunst. Em Mitglied, das besonders viel auf dem Kerbholz hatte und einer strengen Bestrafung entgegensah, erhielt von dem „Ehren-gericht" den Rat, sich aufzuhängen. Ein Strick war bald zur Stelle. Um die Sache feierlich zu machen, wurden Kerzen angebrannt, und das Lied wurde gesungen: Stieslein, mußt sterben, — Bist noch so jung, so jung! — Wenn das der Absatz müßt', — Daß Du schon sterben müßt', — Thät er sich grämen — Bis in den Tod. — Un bald darauf war der Gehängte eine Leiche. • Millionäre a l S Feuerwehrmänner. Die Newyorker Millionäre sollen, wie ein belgisches Blatt wissen w'll, nach den letzten großen Feuersbrünsten eine Feuerwehr- Abteilung gegründet haben. Tie Brigade bestehe auSscklie • lich auS Millionären; der Feuerwehrchef sei ein befanm Milliardär, und die Offizierstellen würden „steuerstufenweisc vergeben, d. h. je nach der Zahl der Millionen, die die Bewerber besitzen. Die Millionäre sollen sich dem Dienst m großem Eifer widmen und bei keiner Hebung fehlen. Geschichte scheint ein verfrühter Aprilscherz zu sein!> ■ ö?tit)enk( Mittel ; _?UM be§ y N& S M S* dublik^ 3^"t,h,h«' i * ^enbij’l'h »iebieS'6th*S "1" '«'LZ-Äj SLZÄ sv,‘.5*15 SlSftsöl’S >^t schon V§:> 'w's berftSa^M l'chen Stnichfftn !?eö^fti der Ittit gipfle.': l* Balbach undz ^"tschließung be§ gu •v *-* ÄÄä; [ern Jbenb in $ie§bflir >e Morbgeschjchte nttfirre .; lesen, zu seinem^ Q et erfahren, baß mir l'1’ er würbe verhaftch i welcher am Ülbenb c- im- .erzählte in der nb in Mainz ein fe- ■ ben Mord genau injora kiner . der Gaste oerfieg fr' unterrichtete einen g&gry rren. Der Echuhms-i w und nahm den MG i> ’ Beamte telephoM *i > stellte Recherchen;• icht die geringste $ih~ jm : Mainzer Polizei naht k Stunbe (pater wü Nß/rn von Mainz in N mm einem fäarfen $tt heraus, daß an der W war. Der KrWete vM Hörensagen, er' ne Mordgeschichte tlargi. men Fuh gesetzt. Ta: >em Menschen gemachtn oischen Amöneburg und§ und seiner Barschast k Polizei von Mainz, Kc ganzen Tag und die p n, ohne jedoch efrJ i schles. legte der Arbeiter r auf seine Fraua - jr?16 Der den schwarzen Zi- «Direktor desS^p ich Hinterlassung van h vermutlich nach ***gfSK Tobnuinl So! Mh m« Sun«b«*"r j!;. tttii« ""d w lich- *f* ’> < verdanipU' -. f ^lb'r'3«rWM* «f "'s B Leicht « -si *" f.A dk>v |J- , (,o#n '7 «<' «■*?*» Kandel und Verlrehr. Vatlrüwirlschafi. 2369 in hervorragender Weise. Na^ Selterswee: 23. 324 Telephon 26». 1914 A. Grünebaum des 3 1 1 Katholische Gemeinde. 1 Schreiner. Weller s s 745,1 am 2374 . 101 00 79 97 93 4 2 4 zur man hat, der am 100.70 58.00 57.55 7,4 6,9 5,0 10. 10. 11. 10,2 6,2 März 1904. Bed. Himmel Regen 2« 9’6 7-' 3V«°/o 3% Zl/,°/o 3u/n 3*/o% Höchste Temperatur Niedrigste * Bahnhofsfr. 35 GlCSSCn Bahnhofstr. 35 Vorteilhafteste Bezugsquelle für Möbel und Wohnungseinrichtungen. 3u/0 Mexikaner 41 Chinesen Electric. Hot uckert . Nordd Lloyd . . *< reditnktien Diskonto-Kommandit. Darmstädt-r liai.k . DreRdvoer Bank . . Ber iner Handelssres. Oesterr. StaaUbahn . Lombarden . . . Gotthar bahn . . . Lanra litte . . . . Bochum Harpenor Tendenz: fest. um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. um 9'/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittag« um 5',, Uhr: Christenlehre: darauf Andacht. Mittwoch Abend um 6 Uhr ist Fastenandacht. Samstag, den 12. März. Nachmittag» um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 13. März. 4. Fastensonntag. Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. genannten Terinin erfolgt. Znschlagöfrist 6 Wochen. Gießen, am 7. März 1904. Städtisches Tiefbauamt. Bra ii bach. 9.-10. 9.-10. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garteustraße 2 lBürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unenlgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bi» 6 Uhr geöffnet. vor, die an jene von 1897 erinnerten. Petersburg, 11. März. Nach achttägiger Verhandlung wurde vor dem hiesigen Militärgericht im Anarchisten- Prozeß das Urteil gefällt. Als Haupt-Organisator der letzten Staatsverbrechen wurde Gerschuni zum Tode durch den Strag verurteilt. Dasselbe Los traf auch die beiden Mitangeklagten, den Artillerie-Leutnant Grigorem und den Arbeiter Melnikow. Gegen zwei weitere Angeklagte wurde auf Gefängnis erkannt. 25.80 . 85.50 . 97.70 . 104 30 . 200 40 182.20 . 133.80 . 145.00 151.10 . 136.00 13 80 194 00 220.00 . 186.30 188.40 Jlfiifllf Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Meteorologisthe Beobachtungen der Station Gießen. Es können eingestellt werden: 2375 1 landwirtschastl. Magd, 1 landwirtschaftl. Knecht, 3 Schnuede, 3 Installateure, I Wagner, 1 Tapezierer, 4 Möbel- und Bau- chreiner, 2 Holzbildhauer, 1 Friseur, 2 Schneider, 1 Glaser, 2 jüngere Hausburschen, 12 Dienstmädchen, 1 Laufmädchen, 3 Laussrauen, Bereiferin für eine Cigarrenfabrik. . 101.65 . 89.55 . 101.95 . 89.70 . 100.15 SSE. SSE. N. Familien Nachrichten Gestorben: Herr Albert Hecht, Mainz, 1)1/ % Oberhessm 4% Oceterr. Go drente 4 8 % Oesterr. Silberrente 100.40 4 % Uncar. Goldrente Lehrlinge: 3 Schlosser, 2 Mechaniker oder Installateur, 2 Buchbinder, 1 Tapezierer, 3 Schreiner, 2 Drechsler, 3 Bäcker, 1 Metzger, 1 Friseur, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Weißbinder oder Lackierer. Es suchen Arbeit: 1 landwirtschastl. Knecht, 4 Schreiner, 1 Buchhalter, 1 Küfer, 2 Dienstmädchen, 3 Laufsrauen, 1 Putzfrau, 1 Wochenpflegerm auch nach auswärts, 2 Büreaugehilfen. Lehrlinge: 1 Spengler, 1 Schlosser, 1 Elektrotechniker, 2 Mechaniker, Nnivechlüls Nachrichten. — Der Wirkt. Geh. Rat und Kaiser!. Gesandte a. D. Exzellenz Dr. N. K r a u e l in Freiburg i. B. wurde zum ordentlichen Honorarprofessor für Rechts- und Staatswissenschasten an der Berliner Universität ernannt und wird im nächsten Wintersemester seine Lehrtätigkeit beginnen. stadt, Mühlstraße 60. n, rr, , Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift: „Angebot auf Herstellung von Sielbauarbeiten" bis zum 26. März, nachmittags 3 Uhr, bei dem städtischen Tie'bauamt einutreichen, woselbst die Eröffnung eingelausenen Angebote im Beisein etwa erschienener Bewerber Telephonischer Kursbericht. I-fhnkliir* a ü., 11. März. März — + 10,3 1 C. „ --- + 2,3 " C. v.o Ttal en Rente P x% Portn^iesir hnl Portntrieapn. . 1 o/ C. Türken TUrkenloae 4% G riech Monopo1 41 % Sneaerp A rfn — Die Fabrik patentierter Gasbadeöfen und Gasheizöfen von I G. H o u b e n Sohn Earl in A a rf) e n versendet auf Wunsch Proivekt ihres neuen, mit 12 goldenen Medaillen und der preußischen Staatsmedaille vrärniierten Gasbadeofens. Dieser Apparat besitzt nur eine einzige Handhabe und ist die Behandlung desselben so einfach und gefahrlos, daß jedes Bauerndienstrnadchen ohne weiteres damit umgehen tann. Zu beziehen durch alle Fachgeschäfte. Reichoanleihe do. Konsole . do . . Heesen 745,6 746,7 2,2 SchiffsmmiiWtn. Norddeutscher Lloyd. m- «prfrpfen durch Carl Loos, Kirchenplatz. 5 ^ io März. Per transatlantischen Telegraph.! KKSäSSiSfiSC^W^S wohlbehalten in Baltimore angekommen. Sielban Gieren. Zur Fortsetzung der Sielbauten in der Provinzialhauptstadl Gießen sind nachstehende Arbeiten einschließlich Lieferung der nicht baufeitig beschafften Materialien zu vergeben. Die ?lusschreibung umiaßt: 325 Mtr. Mauerkanälc, Profil 120/150 Ctm., 19600 „ ronrohrkanälc von 20- 50 Ctm. Durchmesier, 12120 „ Cemeutrohrkauäle von 25—90 Etm. Durchmesser mit allen Nebenarbeiten. Bedingungen und Angebotsformulare ausschließlich der Zeich- innigen können gegen nerto- und be'tellgeldfreie Eiiisendung von 5 Mk. durch das städtische Tiefbauamt Großh. Bürgermeisterei, Zimmer 6 bezogen werden. „ Ebendaselbst liegen die Zeichnungen und sonstigen Berdmgungs» unterlagen mährenb der Tienststuuden zur Einficht offen. Auskunft erteilt außerdem Herr Eberbaurat Schmick, Darm- Einen von meiner blutter nnd ich hätte nicht in die Scbule kommen können, weil ich ganz heiser war und stark hustete „ „So," meint der Lehrer, „nun sag deiner Tlutfer wieder einen Gruß und sag ihr weiter das wäre keine Entfchuldigung mehr. Seit Fah'S ächte Sodener Mineralpastillen existieren, braucht sich fein Mensch mehr mit Husten und Heiserkeit und wie die schönen Dinge olle heißen, abzuvlagen. Da kaust man sich für 85 Pfg. einfach eine Schachtel Pastillen und die Erkältung wird schnell vorüber Sein. DaS merk dir für die Zukunst und ihr anderen merkt's euch auch, damit die ewigen Schulversäum- nisse wegen Husten Und Erkälning einmal ein Ende nehmen. Frisch einffetroflen: Geflügel, Kaviar und holl Austern. C^rH Sc waab, Hofdelikatessenhandlung. Kleine Finanzchronik. Die Deutsche Treuhand-Gesellschaft wollte den Fall Brendel in die Hand nehmen, die Sache hat fich aber nicht burdiführeu lassen, da keine Persönlichkeit vorhanden ist, die hierzu Vollmacht erteilt hätte. — Bei der Zahlungseinstellung derBanksirma Horn in K ö l n beträgt die Beteiligung der Darmstädter Bank nur 20 000 Mk., für diel «j' •Tnrrrtftrtht 11 März Die L Eammer bc- übrigens 50 000 Mk. Deckung vorhanden ist. Zu den Zahlungs- &■» Za rmstad , 1L She 2. Ä am m e t DC schivierigkeiten der R o h s e i d e n f i r m a W. M. Mot tau ' " ^aftigte sich heute 9 , nc Kreseld ist zu melden, daß die Passiva 1418000 Mk. betragen, betr. des Umbaues des Hoftheaters, Einelang^ Ein gütlicher Vergleich soll alle Aussichten auf Erfolg haben. - Reihe von Webnern fbrachen sich teils für, teils gegen bic Der Berliner Maklerverein und der Börsenhandels- Vorlage aus. Sie Debatte nahm mehrmals eine erregte verein neben mit der Absicht um, sich zu fusionieren.— Wenduna. — Tie Verhandlung gegen Geheimrat Wm unb Emeiieck MDcheMiile zu Hi.hen. Die Anmeldungen neu eintretender Schülerinnen — einerlei welchen Alters — sollen in Zukunft nicht mehr bet Beginn des neuen, sondern vor Ab'auf des alten &rf)ulia^re§ erfolgen. Tie diesjährigen Anmeldungen haben bts^spatesten^ zum 20. Niärz zu geschehen und werden im Lchulhause, Schillerstraße 8, an folgenden Tagen von dem Unterzetch. neten entgegen genommen: Dienstag, 8., eam§tag, 12., Dienstag, 15., und Samstag, 19. März, jedesmal von 10 bis 1 Uhr.' Vorzulegen sind: Impf- und Geburtsschein, letzterer mit unterstrichenem Rufnamen; bei Kindern, die über 12 Jahre alt sind, eine Bescheinigung über geschehene zweite Impfung; bei Kindern, die aus einer anderen Schule kommen, etn Abgangszeugnis. Mädchen, die erst fchulpflichtig werden, sind bei der Anmeldung vorzustellen. Gießen, den 16. Februar 1904. 158« Der Direktor: Dr. Stoeriko. Red Star Linie, Vertreter Carl Retter Gießen, Bleichstr. 8.1 Der Postdampfer .Vaderland' der Red Star Linie in Ant-1 werpen, ist laut Telegramm am 8. März wohlbehalten in New- Pork angekommen. Der Postdamvfer „Belgenland" der Red Star Linie' m Antwerpen ist laut Telegramm am 8. März wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Vom Kriege. Petersburg, 11. März. Ein Telegramm des Admirals Alexejew an den Kaiser aus Mukden vom 10 ds. meldet: Der Kommandant von Port Arthur berichtet: Früh 1 Uhr wurden im Bereiche der Lichtstrahlen unserer Scheinwerfer Schiffe, anscheinend Torpedoboote, gesichtet: unsere Batterien eröffneten dak Feuer auf hie Schiffe. Um 2 Uhr 40 Min. liefen unsere Torpedoboote aus und trafen um 4 Uhr westlich des Lzao- techane-Leuchtturms den Feind, der, nachdem einroe Schüsse abgegeben waren, südwärts auf Chandoune abdampfte Unsere Torpedoboote Ehrten uml6 Uhr in den Hafen, andere Torpedoboote, die darauf eine Rekognoszierung unternahmen, eine halbe Stunde später. Petersburg, 11. März. In voriger Nacht wurde in zahllosen Exempla-en ein Aufruf der russischen Demokratie an alle Bürger Rußlands gerietet und verbreitet, in dem vor allem gegen jede Spende gewarnt wird, da der Krieg von der Regierung in leichtsinniger Weise aus dynastisch en Gründen herbei geführt worden sei, und Milliarden kosten werde. Tie Politik der offenen Tür in Ostafien sei nur für Kulturvölker, nicht für Rußlaich, dessen Regierung ihrer Unfähigkeit wegen hinweggefclMemmt werden müsse London, 11. März. ,.Morning Leader" meldet aus ! Tientsin: 30 europäische Flüchtlinge seien aus Niutschwang in Tientsin e ngetroffen. Die Russen erwarten dort täglich eine Beschießung. — Andere Telegramme berichten, da, eine japanische Frau, welche Saini verließ, sich vorher in den Besitz eines Planes der Festungs- Anlagen setzen konnte. Wegen dieser Tat erhielt sie [ton ber japanischen R ierung eme hohe Auszeichnung. . . . 121.00 -Anl 41.60 42.80 London, 11. März. Gegenüber der Meldung, daß die Russen keinen Amerikaner als Attachee zu der mobilen Landarmee zulassen, wird aus offizieller amerikanischer Quelle versichert, daß Rußland doch die Erlaubnis erteilt habe, und daß bereits vier Attachees ernannt seien. ______________________________ Ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel für gesunde Kinder ist Knsckc's Ktndcrmehl mit oder ohne Kuhmilch, da es von den Kindern wegen seines Wohlgeschmackes gern genommen wird, leicht verdaulich ist, da das in demselben enthalten gewesene Stärke- mehl in Dextrin und Zucker umgewandelt ist und daher das Kustke-Kindermehl schon vom ersten Aionat an den Kindern gegeben werden kann. Es besitzt ferner die in der Mutterinilch vorhandenen Nährstosie im richtigen Verhältnis, hübet so einen sehr guten Lusatz zur Kuhmilch und befördert durch seinen Gebalt an Mineral- und Eiweißstoffen die Knochen- und Muskelfleischbildung verein geben mit der Absicht um, sich zu fusionieren. — SBenbung. — Tie Verhandlung gegen Geher Neueren Nachrichten aus den Vereinigten Staaten zufolge scheint Prof. Tr. Lepsins würbe heute früh fortgesetzt, ein großer Streik in den Koh len g r u b e n bevorzustehen, uerschiebeuen Befragungen bes Staatsanwalts, auf bic ber An 200 000 Arbeiter beabsichtigen, die Arbeit einzustellen. — Tas . eingehend antwortete, wurde zur Zeugender- X;a;- fe-Sy*sKÄÄZSSÄS. SSÄRÄÄ «.£ .»« k. ist geplant. ' her Landesuniv^vsität Prof. Tr. Brauns vernommen, -tie Banken. Es ist in ber letzten Zeit aitsgesallen, daß, abgesehen Sitzung wurde um 1 Uhr abgebrochen und wird um 3/»4 von den gegenwärtig sehr wenig günstigen Zeitverhältnissen ber fortgesetzt. Aus dem Zeugenverhör ist zu fonftatierev. Verkehr in Bankaktien insbesoiidere an ber F r a n k f u r t e r ^^ß Lepsius auf dem linken Ohr taub ist und daher die von Börse sehr nachaelaffen hat. D«> außerordeutliche Ausdehnung s^mmerzienrat Stütze! in München gemachte Bemerkung der Betriebe und bie damit verbundene Schwierigkeit der Ueber= Rekonstruktion der Steinbeile überhört hat. Mi- -r,ch°int d-r Sp-!u au°n und ganz b-I°nd-ls dem Frank- ^^rinlrat a. T. Soldau sprach die sesie Ueberzeugnnsi !u Von°b« ®6rfe. Allgemeines Aulsehen ha, aus. daß der Angeklagt«, weder einen Dolus nach einen der Selbstmord des Bankiers Albert I a f s 6, Teilhaber culpa gravis, sondern höchstens eine culpa levis begangen des Bankhauses A. Jafftz & C. Trier erregt. Jaffs war besonders habe. . in südafrikanischen Goldminen-Aktien engagiert und galt in weiten Karlsruhe, 11. Marz. (Eigener Drahtbericht). Kreisen als ein besonderer Kenner dieses Gebietes, früheren ^er e, b elbet ger Po lizei hat sich ein gewißer Johann MrÄTÄttÄÄUÄÄSÄ 3«5« .»8 at f»«t «.«ent der in GemeinI»°h mit einem sondern für eigen- Rechnung große spekulative Engagements aus ihm unbekannten italtentschenschloffer mit ernem dem Goldshares-Markt und verwandten Gebieten einging. Später stf)ieferbertertiammtr den Frankfurter Pianin o- hat er aber große Verluste erlitten und dies hat ihn schließlich> zu . ^ndler Lichtenstein ermordet haben will. Aus den ker'°°is"g,L' sestL °ßud"«md^ Papieren de« Feftg.namm.n.n geh. herner. dnh er ßch Banksirma A. Jaffs L C. Trier in keiner Weise in Mitleidenschaft Zeit des Mordes tn Frankfurt befunden hat. C6 gezogen wird. es mit einem Geisteskranken oder mit dem Tater zu tun gezogen wird. . OTärrte. wird die nähere Untersuchung ergeben. [] Marburg, 10. März. Der heullge P r o v i^n z ial - c>rrtnfc..rt 0 10 März Der Direktor laatmarkt, welcher im großen Saale des Restaurants Schweuis-1 Franksi rt . ., . - z. berg stattkand war recht gut beschickt und erfreute sich wohl aus Goethe - Gymnasiums, Geh. Regierungsrat Dr. Reinhard dem Umstande, daß zugleich laudwirtschastliche Vereinssitzung und ^urbe in das Kultusministerium nach Berlin berufen und Viehmarkt abgehalten wurden, eines recht starken Besuchs. ro,r^ |e|ne neue Stellung Mitte Mai antreten. — Die Enga- ---- ~ ments des durch Selbstmord geendeten Bankiers Albert Kirchliche Nachrlchtrn. Jafsö sollen fast alle glatt gestellt sein. In einem hinterJ Evangelische Gemeinde. (offenen Briefe versichert der Verstorbene, daß niemand von Lätare, Sonntag den 18. März: seiner Seite aus Verluste erleide. Die Firma A. Jaff6 und (Sfoltfsbienff. I Xrier erklärt, daß sie durch das Vorkommnis nicht in Mit- SoHnittogS 9V.%b”*®arÄ®d)r0||er. n^H** m'än SIuS anaebli» aut« Quelle Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Btatthausgemeinde. Berlin, 11. Tlarz. Alls angeb l a) g Pfarrer v. Schlosser. will der Vorwärts erfahren haben, daß man in den Abends 6 Uhr: Siehe Johanneskirche. Kreisen der Reichsregierung sich mit dem Gedanken einer Abends 8 Uhr: Vereinigung ber fonfirmierten männlichen des Reichstages trägt und daß man ihn abends 6 Uhr: 6. Pa,U°nS- wenn irgend möglich schon in diesem Frühjahr verwirklichen andacht. Pfarrer v. Schlosser. möchte. Man hofft alsdann, wenn dabei die Parole aus- In der Johanneskirche. gegeben würde: „Gegen die Sozialdemokratie" auf Vormittags 9'/, Uhr: Psarrer Dr Naumann. eincn festeren Zusammenschluß der bürgerlichen Parteien. Vormittags 11 Uhr. Kindergottesdienst für die Johannes- SQ e r t i n, 11. März. Wie in parlamentarischen Kreisen Pfarrer Dr. N a u m a n n. I erzählt wird, hat der Gouverneur Leut wein gemeldet, daß Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler. er zur Bewältigung des Aufstandes noch 800 Montag, den 14. März, abends 8 Uhr: Vibelstunde un& zwei bespannte Batterien nötig habe, im K°nfirm°nd°.,ja°l° der Joh°:>n°skw»°.^Galaierdn^ll^. 6. Breslau, II. März, Gestern wurde im Gewerkschafts. Hause eine sozialdemokratische Versammlung aufgelöst, als Klara Zetkin zum Schluß des Vortrages „Der Zar in Deutschland voran", Schillers „Wilhelm Tell" und Fichtes Schriften zitierte. Wien, 11. März. Die „N. Fr. Pr." meldet aus Prag vom 10. März: Die heutigen Ausschreitungen nahmen den Charakter des Aufruhrs an. Die tschechischen Angriffe richteten sich gegen das neue deutsche Theater, wo Josef Kainz spielte. Das Theater wurde durch Gendarmerie geschützt. Im königlichen Weinberge kamen Ausschreitungen Barometer aui 0° reduziert Temperatur der Luit Absolute | Feuchtigkeit i Die HeuÜ! $D ä Sekt Antrag erheben. 2385 Michael Oppmann 780 Bahnhofstrasse 59. 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