51t. 391 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen Einnahmen dienen, so über 3 Millionen im Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'schen Umverstlatsdruckerei. tfL Lange. Greben. Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.V. TeU Nr. 5L Telegr^Adr, * Anzeiger Gießen. Erscheint tßglich mit Ausnahme deL Sonntags. Die „Lietzener Kamilienblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich boigelegt. Der ^hrjstiche Landwirt" ericheuu monatlich einmal. Jer Entwurf dcs Ainanzgestzes und des Kaupt- vocanschkags für 1905 ist dieser Tage als Regierungsvorlage der II. Kammer zu- gegangen, nebst eingehender Begründung, welche sich sowohl aus den Hauptvoranschlag im Einzelnen, als auch über die derzeitige Finanzlage überhaupt erstreckt. Darnach hat die bereits im vorigen Jahre bemerkbare Besserung der geschäftlichen und ivirtschaftlichen Lage des Staates zugenommen, so daß tatsächlich eine erfreulichere Ge- staltung den im Budget zum Ausdruck konnnenden finanziellen Verhältnisse sestgestellt werden kann. Diese Besserung findet in erster Linie ihren Ausdruck in den Ziffern des Verwaltungsetats für 1905; wiederum war hier ein Steigen der Einnahmen zu verzeichnen, so bei der Eisenbahngemeinschaft um 1 200 000 Mk., bei der Einkommen- und Vermögenssteuer um 393 000 Mk. und die Einnahme aus den Hausdomänen um 137 200 Mk. Allerdings hat auch gleichzeitig eine weitere Steigerung der Ausgaben stattgefunden. Besonders kommt hinzu, daß nach den Bestimmungen des im laufenden Jahre verabschiedeten Gesetzes über die Bildung eines Aus gl eichs fand8 ein erheblicher Teil der zu crwarteüden Mehreinnahmen diesem Fonds zuzufließen hat. Daher schließt, wie unsere Leser wissen, der neue Verwaltungsvoranschlag noch mit einem Fehlbeträge ab, aber dieser ist geringer als der im laufenden Hauptvoranschlag festgestellte von 1 070 421,26 Mk., er beträgt 757 908,37 Mk. Zieht man die Summen für den Aus- gleichungssondß mit heran, so ergiebt sich eine Besserung der Gesamtverhältnisse um 842 51 2,89 Mk. Auch der Vermögens-Etat zeigt eine günstigere Gestaltung des VerinögensstandeS, hauptsächlich deshalb, weil die Verwaltungsrechnung 1903/04 statt mit einem Fehlbeträge von 2 360 061,42 Mk. nur mit einem solchen von 1 189 371,89 Mk. abschließt, so daß dem Vermögen also 1 170 689,53 Mk. weniger als veranschlagt zum Ausgleich jener Rechnung entnommen werden mußten. Der gesauste Hauptvoranschlag balanziert schließlich mit 72 232 097,48 Mk., geht also hinter den laufenden Voranschlag um über 11 Millionen zurück. Die Domänen des Großherzoglichen Hauses- weisen seinen Einnahmeüberschuß von 837 269,38 Mk. auf, also um 147 591.21 Mk. mehr wie im Vorjahre. Die Besserung kommt hauptsächlich aus dem Mehrerlös für Bau-, Rutz- und Brennholz. Bei den Staatsdomänen wird ein Einnahmeüberschuß um 1 152 339,60 Mk. mehr als im Vorjahre erwartet. Hier ist der wichtigste Einnahmeposten der Anteil Hessens an dein Betriebsüberschuß der in die Hessisch-Preußische Eisenbahngemeinschaft eingezogenen Bahnen. Die Ueberschüfle bei dem Braunkohlenbergwerk „Ludwigs Hoffnung" muß durch Verlangsamung der 'Absatzsteigerung der Preßsteine um 30 0000 Mk. geringer angesetzt werden. Günstiger gestalten sich die Einnahmen aus Bad- Nauheim mit 87000 Mk. mehr als im laufenden Etats jähre. Bei Gegenüberstellung sämtlicher Emnahmen und Ausgaben ergiebt sich ein in die Hauptstaatskasse fließender, zur Bestreitung, allgemeiner Staatsbedürfnisse zu verwendender Betrag von 100 000 Mk. Bei der Lotterie ergiebt sich durch Rückgang de8 Absatzes der Lose ein um 23 340 Mk. geringerer Gewinn gegen das laufende Jahr, doch ist dieser Rückgang durch die Bestimmungen über den Ausgleichungsfonds ohne Einfluß auf den Abschluß deS Verwaltungsetats. Direkte Steuern, Regalien :c. schließen mit einem Einnahmeüberschuß von 388 571,50 Mk. Diese günstige Entwickelung ist fast ausschließlich den direkten Steuern zu verdanken. Das Ministerium des Innern benötigt einen Mehrzuschilß von 116 872 Mk. Dabei entfällt allein auf die Landesuniversität ein Mehr von 14 250 Mk., im wesentlichen veranlaßt durch höhere Forderungen bei den Kliniken und sonstigen Instituten. (Siehe den Artikel .Oberhessen" im neuen Staatsooranschlag.) durch einen Anbau an die Rückseite des Auditoriengebäudes geplant. Dieser Plan bietet zugleich ben weiteren Vorteil, daß die dermalige Aula ohne nennenswerte Kosten zu einem Audi- . torium maximum eingerichtet werden könnte, während die 1 neue Aula alsdann ausreichenden Raum bieten würde, um auch für eine Reihe vornehmerer Veranstaltungen der Maemeinheit 1 dienstbar gemacht zu werden, wie für Vnckcmmüunaeu gelehrter od r gemeinnüßiger Gesellschaften, allgemein bildende Vorträge, ernste musikalische Veranstaltungen u. a. m. Die hieraus ersalleude Miete würde wohl ausreichend fein, um die ’ Kosten der Unterhaltung des Raumes sowohl nach der baulichen , Seite, wie auch nach derjenigen der inneren Einrichtung zu . decken. Der Etat für Saline, Badeanstalt und Tiesbauamt zu Bad-Nauheim schließt mit einer Gesamteinnahme von ' 997 000 Mk. ab, gegen das Vorjahr um 87 000 Mk. günstiger. Die hier geplanten großen Umbauten und Veränderungen sind bereits früher ausführlich dargelegt worden. Der besondere Etat für die Eisfabrik weist eine Gesamtausgabe von 11 676 Mk. und als Einnahme aus der Abgabe von Eis 15 000 Mk. auf. Aus dem Etat für die Badeanstalt Salzhausen ergibt sich, daß diese zu den Domänen des Großh. Hauses gehörende Besitzung auch für das neue Jahr keine Wendung zum Bessern erhoffen läßt. Die Einnahme ist auf 17 869 Mk. angesetzt, gegen 15 589 im Vorjahr, die Ausgabe ist mit 49 400 Mk. dieselbe geblieben. Der Staatszuschnß belief sieh im vorigen Jahre auf 33 930 Mk., für 1905 ist er auf 31 530 Mk. berechnet. Nicht besonders erfreuliche ist auch der Etat für das Braunt'ohlenbergwerkLudwigshoffnug. Man hatte im vorigen Jahr als Braunkohlenerträgnis den Betrag von 243 700 Mk. angesetzt, was aber viel zu hoch gegriffen war. Für 1905 sind dafür 191,560 Mk. eingestellt; die Gesamt- Einnahme soll 195 170 Mk. betragen. Da man aus eine Gesamtäusgabe von 163 907 Mk. rechnet, wird sich der Ueberschuß auf 31 263 Mk. belaufen. Im Vorjahr war derselbe mit 60 400 Mk. in den Etat eingestellt. Die Obstbau- und Landwirtschaftliche Winterschule zu Friedberg hat an persönlichen Ausgaben 18 450 Mk., an sachlichen Ausgaben 8050 Mk. aufzubringen. Da die Einnahmen im Ganzen 7130 Mk. betragen, sind 19 370 Mk. Zuschuß zu leisten, 730 Mk. mehr als im Vorjahr. Für das Schullehrerseminar in Friedberg betragen die persönlichen Kosten 50 122 Mk., die sachlichen Ausgaben 48 782 Mk. Da sich die Einnahmen aus 42 119 Mk. belaufen, davon 40 000 Mk. Verpsiegungs- vergütung der Seniinaristen, so stellt sich der Zuschußbedarf auf 56 785 Mk., 700 Mk. mehr als im Vorjahr. Der Etat für das Landeszuchthaus Mari.enschloß erfordert an persönlichen Kosten 59 884 Mk., an sachlichen Kosten 73 100 Mk., für die Arbeitsanstalt 51 600 Mk. Summa der Ausgaben 184 734 Mk., der Einnahmen 95 350 Mk., Zuschußbedarf 89 384 Mk., niehr gegen das Vorjahr 3416 Mk. Für die Zellenstrasanstalt Butzbach betragen die persönlichen Ausgaben 98 772 Mk., die sachlichen 128 220 Mark, die Kosten für die Arbeitsanstalt 175049 Mk., Gesamtausgabe 402 241 Mk., Einnahme 255 791 Mk., Zuschuß- bedars 146 500 Mk., mehr gegen das Vorjahr 2380 Mk. Im Iustizetat finden wir unter Kapitel Zentralbauwesen noch für Errichtung eines Dienstwohngebäudes für den dienstaufsichtführenden Richter beim Amtsgericht Büdingen für den Bauplatz 5000 Mk., für den Rohbau 18000 Mk. angefordert. Weiter werden hier für zwei neue Wohngebäude für 4 Aufseher beim Landeszuchthaus Martenschloß als 2. Rate 18000 Mk., für die Errichtung eines Zellenbaues als 2. Rate 214 000 Mk. angefordert. Beim Bauwesen des Finanzministeriums werden für ein Dienst- und Wohngebäude für den Steuerkommissär und Bezirks kassier zu Butzbach als 2. Rate 18000 Mark, für den Steuerkommissär zu Hungen 36 000 Mk. und für den Be;irMassier zu Lich 23500 Mk. verlangt. Höeryeffen im neuen Staatsyausyaltsetat. Die Provinz Oberhefsen nimmt im Voranschlag des neuen Haushaltsetats den breitesten Raum von allen drei Provinzen ein, und zwar aus dem Grunde, weil es die Landeßuniversität und eine garne Reihe großer Betriebe, wie Bad und Saline Nauheim, die Badeanstalt Salzhausen, das Braunkohlenbergwerk Ludwigshoffnung, ferner Schullehrerseminar, Landwirtschaftliche Winterschule re. und endlich auch die beiden Hauptstrafanstaltefi, das Landeszuchthaus Marienschloß und die Zellenstvafanstalt Butzbach enthält. Beschäftigen wir uns heute zunächst mit dem Etat der Landesuniversität. Ihre Gesamteinnahmen sind auf 368 720 Mk., ihre Gesamtausgaben aus 1 219 420 Mk. berechnet, sodaß ein Staatszuschuß von 850 700 Mk. erforderlich wird. Im Etat für 1904 war der letztere auf 836 450 Mk berechnet. Die Einnahmen setzen sich zusammen aus 22 875 Mark an Kapitalzinsen aus den verschiedenen Stiftungen, an Jmmatrikulations- und Prüfungsgebühren 3800 Mk., Promotionsgebühren 2000 Mk., Studiengelder 13 000 Mk. (gegen das Vorjahr mehr 3000 Mk.), an Pflegegeldern aus der medizinischen Klinik 39 500 Mk., aus der Frauenklinik 38 500 Mk. (mehr gegen das Vorjahr 8500 Mk.), aus der chirurgischen Klinik 84 000 Mk., aus der Augenklinik 27 300 Mk.' und aus der psrchiatrischen Klinik 58 900 Mk., aufmeifcn. daß eine Erweiterung der ^wSrtiaen Aula dem bestehenden Bedürfnis nur n lng'nügendcr Weile abftclfen könnte und "" V ne6crareifcn in anstobcnde Audltorienrnnmer den aiauJunanoel im Audiwriengebaude "°^?^?^eien^Erwägungen ist die Erstellung einer dem tat- iächlicben Bedürfnis nacü Möglichkeit Rechnung tragenden Aula Ter Etat „Technische Hochschule" weist eine Minderung des Zuschusses um 14 081 Mk. infolge Erhöhung der Studiengelder auf. Bei dem Kapitel ,Wymnasieü, Realschulen" re. ist ebenfalls eine Steigerung der Zuschüsse zu verzeichnen, nicht minder bei „Volksschulen" und „Denkmalspflege". Ter auffallend günstige Abschluß des Kapitels „Bo den Melioration und Wasserverso raungswesen" mit einem Minderzuschuß von 75460 Mk. ist darin begründet, daß in 1905 aus früheren Jahren ein ungewöhnlich hoher Ersatz von Feldbereiniaungskosten erwartet wird: 170 000 gegen 70 000 Mk. in 1904. Für das „Ministerium der Justiz" ist der Zuschuß auch um 71292 Mk. gestiegen, bei dem „Ministss- rtunt der Finantzen" um 49626 Mk. Ter Einnahmeruckgang trifft in der Hauptsache das Brückengeld und ist vornehmlich veranlaßt durch Eröffnung der Kaiser-Wilhelm- brücke über den Rhein bei Mainz, die eine Abnahme des Verkehrs über die alte Straßenbrücke gebracht hat. In der Abteilung Ausleihungen und Staatsschuld ist der Stand der Staatsschuld mit insgesamt 366 004 051.05 Mk. angeführt: es erfordert die Staatsschuld daher einen Zuschuß von 284 953.31 Mk. mehr als im Vorjahre. Verschiedene Umstände haben hierfür mitgewirkt, so auch die starke Inanspruchnahme der Landeshypotheken ba'nk, bei welcher eine Erhöhung des Aktienkapitals erforderlich «würde, sodaß der Staat jetzt mit 8 311000 Mk. beteiligt ist. T ie seitherige Entwickelung dieses Instituts läßt für 1905 die Verteilung einer Dividende von 3.5 P r o z. (gegen 2.5 Proz. früher) erwarten. Damit werden aus den Aktien-Anteil des Staates 290 885 Mk, Gewinn fallen. Tie Abteilung Pensionen schließt mit 48 274 Mk. ungünstiger ab als das laufende Etatsjahr, es wird auch in diesem Steigen zunächst noch kein Stillstand zu erwarten sein. Ter Etat derAbteilnng Verhältnis zum Reich schließt mit wesentlich geringeren Ziffern ab als der laufende. Ter nötig erscheinende Zuschußbedarf erhöht sich zunächst um 327 689 Mk., doch gestaltet sich die Rechnung bei eingehender Vergleichung wesentlich günstiger, als es zunächst den Anschein erweckt. Auf jeden Fäll ist die etwas uw- günstige Verschiebung gegen die Veranschlagung des laufenden Jahres durch die Bestimmungen über den Ausgleichs- fonds auf den Abschluß des Verwaltungsbudgets ohne Einfluß. Tie Vergütungen aus der Reichskasse für die Kostew der Verwaltung der Zölle und Reichssteuern zeigen erfreulicherweise eine Zunahme von 30 000 Mk. iowie verschiedene kleinere Posten. ; Die Ausgaben belaufen sich auf insgesamt 30000 - Mark höher gegen das Vorjahr. An persönlichen Ausgaben t für Professoren und Lehrer werden berechnet für die evan- gelisch-theoloaische Fakultät 28 450 Mk., für die juristische . Fakultät 27 800 Mk. und für die medizinische und die philosophische Fakultät mit allen ihren Nebenlehrfächern zusammen 303 215 Mk. Für Beamte und Bedienstete werden : 75 680 Mk. gefordert; bei der Ausdehnung der Bureaugeschäfte mußte ein weiterer Bureaugehilfe eingestellt werden. Die Zahl der Kranken in den Kliniken stieg von 1998 im Etatsjahr 1890/91 auf 3739 im Jahre 1903/04, die Vflegegelder von 43 042 Mk. auf 111382 Mk. Ter im Vorjahre aus 9300 Mk. festgesetzte Dispositionsfonds zur Ermöglichung höherer Gehaltssätze re. ist auf 13 000 Mk. erhöht worden, zur Nemunerierung von Professoren, Dozenten und Assistenten wurden im Vorjahre 5000 Mk. ausgeworsen, zu Stipendien für Privatdozenten und jüngere Kräfte 2400 Mark. Als Beitrag zu den Kosten des 3 0 0 j ä h r i g e n I u - biläums der Landesuniversität int Jahre 1907 werden auch im neuen Voranschlag wieder 3000 Mk. in Anschlag gebracht. Die sachlichen Ausgaben sind insgesamt mit 763 875 Mk. (mehr gegen dass Vorjahr 26 912 Mk ) und die persönlichen Ausgaben mit 455 545 Mk. (mehr 3058 Mk.) berechnet, in Summa also 1219 420 Mk. Von weiterem Interesse dürften auch die außerordent- wichen Ausgnben fein, die int Vermögensteil beim Kapitel Zentralbauwesen für die Landesuniversität gefordert werden. Für den Neubau einer chirurgischen und einer ophthalmologischen Klinik waren bekanntlich um. der Nebenanlagen im ganzen 1 573 000 Mk. berechnet worden, welche Summe sich durch den Erlös aus dem alten Krankenhause (250 000 Mk.) und 40 800 Mk. an Baukostenabsatz auf 1282 200 Mk. ermäßigte. Für 1902/03 waren davon 125 000 Mk. für 1903/04 535000 Mk. bewilligt wo» den sodaß jetzt als letzte Rate noch 622 200 Mk. anzu- sordern sind. Weiter werden noch zur Beschaffung eines nottoenbigen Wasserreinigungsapparates 5700 Mk., für die innere Einrichtung der v e t erin ärm ed i z in t s ch e n Klinik 4988 Mk., für Ergänzungen in der Zentralwaschanstalt 6170 Mk., für Verbesserung der Zentralheizungsanlage in der medizinischen und gynärologischen Klmtk 15 800 Mk. u nd in der psychiatrischen Klinik 6500 Mk., für Beschaffung der inneren Einrichtung für das botamsche landwirtschaftliche und geographische Jnstrtut 15 000 Mk und endlich für Vergrößerung der Aula 7 2 0 0 0 Mark verlangt. Die Baukosten dafür sollen ohne Mob» liarausstatiung 93 000 Mk. betragen, wovon als erste Rate 72 000 Mk. in Anspruch genommen werden. Zur Erläuterung dieser Forderung werd im Etat bemerkt: ^Bere is stit einer längeren Reih- von Jahren ist ine 2tnl a b-z Auditoriengebäudes für die Zwecke denen ne m erster Lime bienen soll b h für die Feier des Stiftungsfestes am 1. Juli nnh für fDnfiinc akademische Fest- und Gedenkfeiern, uirzu- l^ä n a N ch gewo-chen Bei folchen 2ln,äffen werden letzt allein für den akademische" Lehrkörper und für die Vertretung der Stuben« teni»aft mindestens 150 Plätze erfordert: dazu kommen die für die Käste der Ilniversität, sowie die für den bet den größeren akademischen Festakten mitwirkenden akademischen GesangoereiN erforderlichen Mähe von dem mit Rücksicht am den mangelnden bereits eit längerer Zeit nur ein Teil zur Mitwirkung firfl her stets fühlbarer werdende Mich 1tano, vag sp^-h besitzt LgLrnng “ta °Aul-k £ e» ermöglich?n würde, auef) nur etwa die Hälfte der Studierenden aufzunchmen, nicht wohl gedacht werden kann, w will es ^?.??^^6sNde Pro^cl weniaswns einem Teil der SMdierenden moglrch machen, an akademischen Festakten teilzunehmen. - ... . iie Deliiitzunsl der Aula erschöpft fict) alxr ana? uw in solchen Festakten. Wiederholt wurde in lefetm Mten (Sheßm ntm Sitz größerer wissenschaftlicher L n n c it gewählt (1901: Kongreß der deutschen ^.^"lo^en, 1904° internationaler Kongreß für Pstzchologre), und für solche V'ranstaltunaen, die für jede Universität eine besondere Aus- reickmuna bedeuten, ist die Aula der einziq vorhandene, aber auch ^nrckiails^ unzureichende Raum. Auch, ist die sogenannte^UmverN- täts-Ausdehnung an unsrer Landes-Universitat nicht spurlos vor^überaeaanqen, es darf in dieser Beziehung nur an die regel- mäßia ^abqehaltenen F o r t b i l du n a S kur s e fü rVols- schullehrer erinnert werden, bie bereits bis ou -00 Hörern Zweites Blatt. 154. Jahrgang Samstag l v. Dezember 1904 Gießener Anzeiger wird. Tie neue Anleihe mit 8 7 4 48Ü 7 M k soll jur Teckung einer Reihe üoit zusammen sich auf denselben Betraa belaufenden Forderungen hauptsächlich baulicher Natur 1 • ' 4 Millionen für Eisenbaynzmecke, über Geschäftsbereiche des Ministeriums des Innern, fast 500000 Ml. tut Bereiche des Ministeriums bei; Ter zweite Teil des Hauptvoranschlags, bie' und Ausgaben des Vermögens enthaltend, verbreitet sich hierüber im einzelnen genauer; es ist eine erhebliche Besserung des Vermögensstandes eingetreten; hauptsächlich daraus zu- rückzttführen, daß such einige. Einnahmequellen weit günstiger gestaltet haben, als zu ertvarten gewesen^ war. Man darf sich indessen der Hoffnung hingeben, daß der vorhandene Vermügensrest ausreichen wird, um die für ine nächsten Jahre leider noch zu erwarteudcn Fehlbeträge der Verwaltung zu deckelt. Tie Erwartung ist um so beredj- tigter, als der mehrfach erwähnte Ausgleichungsfonds bi§ Ende 1905 schon einen Bestand von 1970000 Mk. haben ^ufh), 319000 ML y.r? \Mdcgnitg neuer Ewundbücher und 316 700 Mk. im 0>escbäst^bei eiche des Ministeriums der Fi- ncurzen. Hoffentlich bleibt diese Tangfnme Besserung unserer Finanzlage in diesen Bahnen; bte Depression der geschäst- lichen und wirtschaftlichen Lage, von der die F-irranzwird schast abhängig isl, bat lange genug gedauert, um nun einer steten Besserung Platz zu machen. * Der Entwurf des Finanzgcsetzes enthält nur fünf Artikel, deren erster die direkten Steuern behandelt. Darnach kommen an Einkommensteuer die in den Art. 13 und 48 d. Ges. v. 12. Ang. 99 festgesetzten Beträge zur Erhebung, an Permögenssteuer, wie seither dir nach Art. 13 d. Ges. v. 12. Aua. 99 festgesetzten Beträge mit einer Erhöhung von 36 vier Elftel Proz., sodaß sich, dadurch der Steuersatz für je 1000 Mk. Vermögen von 55 lauf 75 Pfg. erhöht. Der Art. 3 enthält für bic Regierung die Ermächtigung, den schon erwähnten Betrag von 8 744 817 Mk. im Wege des Staatskredits flüssig zu ntuchen uird zu diesem Zwecke eine Anleihe aujzunehmen. Die Tilgung soll in der Art erfolgen, daß bestimmte Mittel zum Ankauf einer entsprechenden Anzahl von Schuldverschreibungen verwendet werden sollen. Dem Staat soll aber auch das Recht vor- gehalten bleiben, die ausgegebenen Schuldverschreibungen oder einen Teil derselben zur Einlösung mittels Barzahlung des Kapitalbctragcs zu kündigen. Den Inhabern der Schuldverschreibungen soll ein Kündigungsrecht nicht zustel-en. "Außerdem wird die Regierung nach Art. 4 noch ermächtigt, Schatzanweisungen nach Bedarf,nichtaber über 10 Millionen ?c. hinaus zu einem der Lage des Geldmartres entsprechenden Zinssätze auszugebcn. Nach Art. 5 sollen die Staatsausgaben auf die verschiedenen Verwalwngszwcige jo verwendet werden, wie die Bedürfnisse derselben von den Ständen bewilligt worden sind. Teutsches Nerclj. Berlin, 9. Dez. Der Kaiser nahm heute die Ab- Meldung der Mitglieder der mit Geschenken für den Kaiser Mensslik nach Abessinien bestimmten Expedition entgegen. Ter Monarch besichtigte die Geschenke eingehend. — Dem Vernehmen der „Nordd. Allg. Ztg." nach ist Dom Könige dem Geschlecht von Bülow das Präsentations- recht zum Herren hauje verliehen worden. — Die '„Ttsch. Tagcsztg." bringt heute einen Artikel gegen den bisherigen Eothalschen Minister Dr. Heutig, in welchem sie an folgenden Vorgang aus der Rechtsanwalts-Tätigkeit des Genannten erinnert. Ein Gutsbesitzer war durch Versumpfung {einer Moorkultur bei der Einlage des Oberspree-Kanals geschädigt worden. Heutig juchte nun den Gutsbejitzer auf uub veranlaßte ihn, Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Der Gutsbesitzer drängte fortwährend um Beschleunigung seiner Angelegenheit, erhielt aber stets ausweicheiide AnUoorten. schließlich nach drei Jahren, als Heutig seine Anwalts-Praxis ausgab, stellte sich heraus, das; eine Klage überhaiipt nicht eingereicht war. D-eswegeu strengte der Gutsbesitzer eine Entschädigungsklage an und erhielt durch alle Instanzen eine EntscHdigung von 280CJ Mk. zugesprocheu. Angesichts dieses Vorfalles wird in einer angeblichen Zuschrift an die „Tisch. Tagesztg." die Frage gestellt, ob ein solcher Mann geeignet wäre, Mitglied des Bundesrats zu jein und oberster Vorsitzender sämtlicher Regieruugs- und Gerichtsbehörden eines Herzogtums. Es sei wohl möglich, daß der Abgang Hentigs mit anderen Dingen zusammen- hänge, als mit der Tomäneusrage. — Der hiesige Zentralveretn für die Interessen der jüdischen Glemeände, der als Haupi- vertreter der orthodoxen Richtung kürzlich bei den Repräsentantenwahlen unterlag, wird sich, wie verlautet, aus- lösen. An seiner Stelle wird ein jüdischer Volksverein ins Leben treten, der die gleichen Tendenzen auf breiterer Grundlage vertreten will. — Es verlautet, im Reichstag beginnen schon heute die W e i h n a ch t s s e r i e n. Dessau, 9. Dez. Bei der Galatafel im Schlosse entgegnete dieser Tage der Kaisetr auf die Ansprache des Fürsten von AnhcAt mit folgendem Trinkspruch: „Gern knüpfe ich die alten Traditionen »nieder an, die Tein und mein Haus miteinander verbinden. Wer in Berlin > urch die Sieges alle e geht der blickt mit Bewunderung zu der ntarEigen Gestalt Albrechts des Bären ans, der den Ruhm Deiner Ahnen begrünbet und die Mark dem Christentum und dem deutschen Wesen gewonnen, sowie durch die Grundlage für die Entwick- lung und Große Preußens unter meinen Vorfahren geschaffen hat. Mit Vergnügen habe ich heute unter den alten Erchen gejagt, die von den Zeiten raunten, wo einst der Alte Dessauer unter ihnen geritten ist und auch der große König geweilt hat. Gejrerrt habe ich mich über die Entwicklung dieser Stadt und das Emporbtühen Deines Landes seit meinem lebten Besuch Meiner Dankbarkeit und Freude über den schönen Empfang gebe ich Ausdruck, indem ich Dir und Deinem Hause Gottes Segen wünsche." Dermifcbteik • Selbstmord eines verheirateten Liebespaares am Kaiserstuhl. Unterhalb der Nheinschiffbrücke bei Sasbach am Kaiserstuhl stürzte sich auf badischem Ufer ein angeblich aus Kalmar stammendes Liebespaar in den Rhein und ertrank. Wie die Ermittelungen ergaben, mar das Paar am Tage zuvor im Gast Hause zum Löwen abgestiegen, wo es den Abend mit mehreren Freiburger Jägern in recht animierter Stimmung verbrachte und schließlich von den Jägern zum Bahnhof begleitet wurde. Die Liebesleutc wallten angeblich am andern Tage die Ruine Limburg besteige», und sich die Umgebung ansehen. Die Dame war eine bildschöne Erscheinung und verheiratet, sie stand im 30. Lebensjahr. In ihrem Portemonnaie wurden 150 Mk. in Gold vorgefunden. Ter ebenfalls verheiratete Herr war etwa 55 Jahre alt und hinterläßt fünf Kinder. Rach eingenommenem Frühstück ging das Paar nach dem Rhein zur Ausführung des gemeinsamen Selbstmordes. Die Liebenden hatten sich mit Taschentücher», zusammengebunden; die Frau konnte erst nicht untergeben, »veil die seidenen Röcke sie über Wasser hielten. Preisträger. Eine besondere Beilage des .Reichs- Anz." veröffentlicht ein vorläufiges Verzeichnis der auf der Weltausstellung m St. Louis 1904 an die deutschen Aussteller erteilteu Auszeichnungen. * Kleine Tageschronik. Aus der Mdeckerei bei Schwiebus wurde ein Raubmord verübt gegen die Frau des 2lbdeckers Schutt und eine M a g d. Letztere imitbc getötet und die Leiche in die Aschegrube gavorseu. Tie Frau wurde mit zertrümmertem Schädel aufgesunden. Geraubt »vurden 90 Mk. — Ganz Bosnien wurde von heftigen S i r o k k o »t ü r m e n und Regengüssen heimgesuchl. Sim Nacknnittag wurden auf offener Strecke bei Lstrozac die letzte», drei Wagen des Zuges von Mostar vom Orkan auS den Schienen gehoben. Ei», Post- und ein Personenwagen sind umgestürzt, wobei ein Bremser getötet und ein Passagier verletzt »vurde. — In Genf erschoß der 27 Jahre alte Bankbeamte Jean Legesser seine Fran und deren Geliebten. Nach dieser Tat verübte er Selbst- motix — Au« N amur (löeigten) wird dericyrer, oay nnoigv großer Regengüsse die Maas und die Sembre über die User gorteten sind und großen Schaden angerichtet haben. Gleiche Nachrichten kommen aus Mone unb Eharleroi. — In E11 - I i n g c n brannte das Gartenhaus des Kappenmachers Tcklmann nieder. In dem Schutt sand man bei den Auftäumungsarbeiten die halb verkohlte Leiche der Frau Tillmann Beine und Anne waren bereits verbrannt, das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt, sodaß mir noch ein zusammeitgeschrumpfter Rumps vorhanden war. Wie sich das Unglück zugetragen hat, konnte noch nicht festgestellt werben. _____ AröeUelvrwegung. Landarbeiter streik. Aus Perpignan (Südfrankreich) wird berichtet: In der Umgegend herrscht große Aufregung über ben Aus stand der Landarbeiter. Die Grundbesitzer »verbeii von den Arbeitern in ihren Wohnungen umzingelt und in ihren Häusern gefangen gehalten. Die Arbeiter schlagen die Fenster ein und treiben allerlei Unfug. Die Pferde der Straßnrbahn wurden ausgespannt, sodaß der Verkehr stockte. Ferner erzwangen die Arbeiter die Schließung samtlickier Geschäfte in der Stadt mit Ausnahme der Lebensmittelläden. Tie geringe Gendarmeriehauptmaunschaft ist nicht genügend, die Ordnung ausrecht zu erhalten. Es ist deshalb um Entsendung von Militär gebeten worden. (Vgl. die heutige Tagesschau ,p unserem heutigen 3. Blatt.) - । ...... 11 Gieße», 10. Dez. Marktbericht. Aus heutigeui Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Ptd. 1.15—1.20 'Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Big. 2 Stck. 15—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Psg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsemalle 2Slck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80- 0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Att., Gänse vr. Pfd. 60—70Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 70—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schweine- sieisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—6,50 Alk., Ziviebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Mk., 'Milch per Liter 18 Pfg., Aeplel per Zentner 5 bis 8 Alk., in Korben 00—00 Pfg. Rüsse 100 St. 25 — 30 Psg. Zwelschen per Zentner 0.00—0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bid 0.00 Mk. Weißkraut 0.10—0.15. Marktzeit 8—2 Uhr. 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