Slrmstag 10. Dezemver INO4 154. Jahrgang b-rstes Blatt Aie ßcutifle Kummer umfaßt 26 Reifen. Der friert Tr. chirurgischen Abteilung des Krankenhauses am Urban in Berlin, Tr. Adolf Brentano, die Leitung der von dem Teutschen Vereine vom Roten Kreuz in Irkutsk zu errichtenden Feldlazaretts übernommen. Ihm zur Seite stehen Tr. Schütze, bisher Assistent am Institut für Infektionskrankheiten in Berlin und Tr. Eolmers (früher Volon- tärarzt an der chirurgischen Universitätsklinik in Gießen) in Erlangen. Zwei russische Aertze und eine Anzahl deutscher und russischer Schwestern, sowie Verwaltungsbeamte- und S ntär:e (mit Rücksicht auf die Sprache in Rußland angeworbcn) bilden das übrige Personal. Tie Abreise der Abordnung und des reichlichen, alle Errungenschaften der Neuzeit umfassenden Materials zur Unterbringung und Behandlung von 100—200 Kranken ist bereits erfolgt. Ihre Ankunft in Irkutsk ist gegen Ende Dezember zu erwarten. Ein vom Deutschen Roten Kreuz mit Linxweilerschen Laqerungsapparaten, Tragen, Kamelhaardecken und Oesen ausgestatteter Hilsslazarettzug wird die Zu- und Abfuhr der Verwendeten und Kranken vermitteln. Nr. 291 ©»IGftnt 1-aNch aufeet Sonntags Dem Gießener Anzeiger 1t>erben tm TOedüel mit de>n KesNschen Landwirt die Giehenek Familien- Hättet viermal m bet Woche betgelegL fltotattondbrucf u. Verla« btt Brüh t'ichen UntDtrt.-0ucb-u.6tem- bruderei. Ä. Range, Vtobahton, ÖTDthttlxm unb Trurfextt; Schotyeatze 7. Slbrefte tüi Deneichenr ttniftflet ©tefoetu ^ernftirrthanlchluB'Jh 51. yiilitifdif Tn lies sch au. Tie DeckangSfrage. Es ist bisher kaum beachtet worden, daß die Begründung zu den neuen Militärpensionsgesetz en den Satz enthält: Erforderlichenfalls werde die Lösung der Teckungsfrage einer dem Reichstag zu machenden besonderen Vorlage vorbehalten bleiben müssen. Dies ist nicht so zu versieben, als ob nur für die Aufwendungen auS den Militärpenstonsgesetzen eine neue Reichssteuerquelle erschlossen würde (wie der schöne Ausdruck lautet). Sondern die kommende Steuervorlage, dieBrausteuer-Erhöhung, soll u. a. auch für diesen Zweck Mittel liefern. Tie Wehrsteuer ist nach wie vor von der Regierung nicht beabsichtigt. handele. „ v .. . London, 9. Dez. Ten neuesten Berichten zufolge sind die einzigen Schiffe, die noch über Wasser sind, das Schlachtschiff „S e w a st o p o !" und der Kreuzer „P a l - lada". Diese ist dem Sinken nahe und wird kräftia beschossen. Nachdem die Flotte gänzlich beseitigt ist, wird die letzte Anstrengung gemacht werden, die Festung zur Uebergabe zu benötigen, im Hinblick auf die Notwendigkeit, die japanische Flotte für eine Aktion gegen das baltische Geschwader verfügbar zu machen. Ein befriedigendes Ergebnis des bevorstehenden Sturmangriffes wird nicht bezweifelt. Das schlimmste könnte der Rückzug Stössels nach dem Liautischan.fort auf einer uneinnehmbaren Anhöhe im Süden sein, von wo, wie gef. t wird, nichts ibn vertreiben könnte. Der englische Kriegskorrespondent Villier, der direkt aus Port Arthur in Ea- nada angekommeu ist, sagt vorher, die Japaner würden Neujahr im Besitz der Festung sein. Man nimmt an, Stössel wolle kapitulieren, aber seine Oslsr- ziere seien dagegen. London, 10. Dez. Das Reutersche Bureau meldet aus dem Hauptquartier der Belagerungsarmee von gestern: Russische Gefangene berichten, die Vorräte an Lebensrnitteln in Port Arthur seien ungenügend. Tie Garnison erhalte verkürzte Nationen und ein Brot aus Mehl unter Beimengung gröberer Kornsorten. Tie Offiziere erhalten zweimal wöchentlich Pferdefleisch. Infolge des schlechten Wassers herrschen Typhus und Dysenterie. Frische Gemüse sind nicht zu haben. Die K o ns erben sind erschöpft. Die V o r- räte dürften in einem Monat zu Ende sein. Japanische Anleihe. Tokio, 9. Dez. Die Staatsminister und die Parteiführer hielten eine Konferenz ab, in der das Budget beraten wurde. Ms Ergebnis der Beratung dürfte ein .Kompromiß vereinbart werden, betreffend die Erhöhung gewisser Steuern, die unpopulär sei, und eine Anleihe nufgenommen werden, mit das sich ergebende Defizit zu decken. monatlich?^ 'U1„ Ditrtel» jährlich TIL 2.20. durch Adhole» il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch dltPoN dRL 2.— wtextel- jährt außfd)L Bestellg. Annahm- von Anzeige» tüi bte lagefinummet bis vormittags 10 Uhr. ßetltnprei8: lokal 12W* «niSroärtf 80 Pig. CttaniroorlHdi Hht btn poltt und aUgem. Teil U Witt ko: füt .Stadt und ßanb' und .NernchrSlaalE-. August Goetz, tüi den An- Attaenteil: PanS B eck. Vom roten Kreuz. An Stelle des durch einen Unfall verhinderten Prof. Walter Petersen (Heidelberg) hat der Oberarzt der Fertigstellung mindestens zwei Jahre. Was sonst vorhanden ist, ist — altes Gerümpel, gefährlich einem ^gner entgegenzustellen, der, wie die Japaner, über hochmodernes Material verfügt. Wenn man den Russen in Ostasien zur See wenig Initiative und Mut zuaeschrieben hat, so war man durch ihr Verhalten dazu berechtigt, Mer daß die Besatz, ng des dritten Ges ch w a d e r s mit der Hoffnung aus Sieg aus der Ostsee gehe, das kann niemand von ihr verlangen, denn sie fährt der sicheren Vernichtung entgegen, ohne jeden Zweck als den, das Prestige des Ge^ .ers zu stärken. Nur daun ließe sich die Entsendung verantworten, wenn es den Russen gelänge, die Oberhand in Ostasien auf dem Wasser zu erlangen, aber darnach sieht es vorläufig nicht aus. Die heutigen japanisch-englischen Meldungen aus Port Arthur lauten: Tokio, 9. Dez. (Amtlich.) Der Kommandeur der gelandeten Schiffsgeschütze berichtet vom 8. Dezember, abends: Tie „Palla da" sing Feuer und legte sich nach Backbord über mit dem Heck unter Wasser. Ter „Giljakst ist von elf Schüssen getroffen. Um 11 Vs Uhr vormittags Ung die „B a ch a u" ju brennen an; um Uhr brannte sie noch. Das Minenschifl „Amur" ist von vierzehn Schüssen getroffen und mit dem Heck weggesunken, viele Schüsse trafen Warenlager und andere Gebäude in der Nähe von Fort Paivuschan und dem Arsenal. London, 9. Dez. Ter Korrespondent des Reuterschen Bureaus vor Port Arthur meldet: In der Nacht vom 26. November gelang es den Japanern, Schützengräben dickt vor den beiden Erlungforts und vor dem Nordkikwanfort anzulegen. Mer am 27. Nov. wurden sie wieder zum Rückzüge gezwungen. Seit einem Monat fand bei den östlichen Forts kein wesentlicher Kampi statt, da die Jap-aner ihre Streitkräfte zur Einnahme des 203 Meterhügels konzentrierten. Tokio, 9. Dez. (Reuter.) Nach den letzten Beobachtungen vor Port Arthur ist keine Tätigkeit der Russen mehr in dem Westen und in den Teilen des Hafens östlich, die sichtbar sind, wahrzunehmen. Es ist fast wahrscheinlich, daß bei der Fortdauer der Belagerung die Japaner sich nicht mehr solchen Verlusten ausfetzen werden, wie sie sie neulich erlitten und daß sie viel mehr mit dem Hunger rechnen als mit einem schließlichen Ausfall, um die Festung in ihre Hände zu bekommen. Da man kein Zeichen von Leben an Bord der russischen Schiffe während der Beschießung sah, schloß man hieraus, daß die M at r 0 sen an L an d g e slo h en seien oder vielmehr an den Verschanzungsarbeiten mithalfen. Fusan, 9. Dez. Aus den Hauptquartier der dritten Arinee (Port Arthur) wird unter dem 7. d. M. berichtet, daß am 2. Dezember morgens die Russen den Japanern die Er! ubnis gegeben haben, ihre Toten und Verwundeten von der östlichen Fortkette aus dem Gefechte vom 26. November fortzuschaffen. Um dieselbe Erlaubnis kamen die Russen am 6. Dezember ein; sie wurde ihnen bewilligt, am 7. Dezember aber ^urück- genommen. In dem Gefechte am 30. November ist der zweite Sohn des General Nogi bei dem 203 Meter- hugel gefallen; ein älterer Sohu war bei Nanshan gefallen, sodaß Nogi jetzt kinderlos ist. Tokio, 9. Dez. (Reuter.) Tie Regierung veröffentlicht die Namen von 86 gefallenen und 58 verwundeten Offizieren mit dem Hinzufügen, sie nehme an, daß es sich um solche aus den Kämpfen vor Port Arthur Kclrannlmachung. Betr.: Maßnahmen gegen die Tollwut. Nachdem vor einigen Tagen in Groß-Rechtenbach von einem fremden, das Dori passierenden tollwutverdächtigen Hunde zwei Knaben gebissen worden sind, haben wir auf Grund des § <20 der Reichsinstruktion zum Viehseuchengesetz für die gefährdeten Orte unseres Kreises, das ist für die Gemeinden Allendorfa. d. Lahn,Großen - Linden, Klein-Linden, Lang-Göns und Leihgestern einschließlich der dazu gehörenden Gemarkungen angeordnet, daß alle Hunde festgelegt oder mit einem sicheren Maulkorb versehen an der Leine geführt werden. Tollwutverdächtige Tiere sind von dem Besitzer oder demjenigen, unter dessen Aufsicht sie stehen, sofort zu töten oder bis zu polizeilichem Einschreiten in einem sicheren Behältnisse einzusperren. Die Hunde dürfen ohne polizeiliche Erlaubnis nicht in eine andere Gemarkung verbracht werden. Zuwider- * Handlungen Hegen diese Anordnung werden mit Geldstrafe von 10—150 Mk. oder mit Haft nicht unter einer Woche bestraft. Die Benutzung der Hunde zum Ziehen ist unter der Bedingung gestattet, daß dieselben fest angeschirrt, mit einem sicheren Maulkorbe versehen und außer der Zeit des Gebrauchs festgolegt werden. Tie Verwendung von Hirteuhunden zur Begleitung der Herde, von Flei sch crhunden zum Treiben von Vieh und von Jagdhunden bei der Jagd kann unter der Bedingung gestattet werden, daß die Hunde außer der Zeit des Gebrauchs (außerhalb des Jagdreviers) festgelegt, oder mit einem s icheren Maulkorbe versehen an der Leine geführt werden. Hunde, welche diesen Anordnungen zuwider frei urnher- laufend betroffen werden, können auf polizeiliche Anordnung getötet werden. Gießen, den 9. Dezember 1904. Großh. Kreisamt Gießen. I. V.: Tr. K r a n z b ü b l e r. Die Vernichtung der Port Arthur-Flotte. Von militärischer Seite wird geschrieben: Innerhalb weniger Tage ist im Osthafen Port Arthurs vom 203 Meterhügel aus die russische Flotte zusammengeschossen worden. Fünf Linienschiffe: „Retwisan", „Poltawa", ^Sewastopol", „Pobjeda", „Pereswjet", zwei große Kreuzer: „Bajan" und „Pallada", sind entweder gesunken oder so schwer beschädigt, daß sie vollständig gefechtsunsähig geworden sind. So melden die Berichte aus Tokio; die russische Presse schweigt sich bisher aus. Durch diese Katastrophe ist die russische Flotte in Ostasien bis aus drei Panzerkreuzer zu Wladiwostok vernichtet, alle Hofl- nunaen auf eine Mitwirkung der Port Arthur-Flotte beim Erscheinen der baltischen Entsatzflotte sind zertrümmert Admiral Togos Flotte ist frei geworden und darf der Entsatzflotte in völliger Stärke en tg eg en- gehen, ohne befürchten zu müssen, vom Rücken her angegriffen zu werden! Ohne den Versuch gemacht zu haben, den Feind zu schädigen oder rühmlich unterzugehen, hat sich die Flotte vor Anker im Hafen ohne Gegenwehr beschießen lassen, bis sie vernichtet war — ein trauriges Ende! Diese Auslassungen setzen natürlich voraus, daß die Meldungen aus Tokio auch richtig sind. Es ist von dorther schon viel berichtet worden, namentlich auch über die Verluste der russischen Flotte, was sich spater als nicht zutreffend erwiesen hat. Jetzt liegt die Sache so daß alle großen Schiffe zu Port Arthur zusmnmengeschossen wurden — kein^ also darf wieder auftreten. Mer da ste schon früher sämtlich als schwer beschädigt oder gesunken gemeldet worden sind, manche sogar mehrmals so ist es nicht ausgeschlossen, daß man )ich auch dieses Mal geirr: bat möalich daß noch einige dieser vernichteten Schiffe doch wieder aufleben. Die ganze ^^chtung^ffare hat sich allzu glatt und programmaßig abgespielt, als daß Uemc Ameise! nicht berechtigt erschienen. Während die Flotte Japans im Lause des Krieges von sechs modernen Linienschiffen und acht großen Kreuzern nur zwei Linienschiffe, „Hatsuse" und „Zaschima", beide durch,-?^en cm- gebüßt hat, sind von den russischen sieben Lmienschflfin wtzt alle gesunken oder außer Gefecht gesetzt, und von den neuen großen Kreuzern sechs, sodaß nur noch zu Wtadi- tooftot die drei Kreuzer „Rossija", und atte"acht aattir" übrig bleiben gegen vier Linienschiffe und alle aä)t maßen Kreuzer der Japaner, die mit gern,gen-eigenen Verlust der Seemacht Rußlands im Osten den ^od.ss.oß verseht haben. Die Aufgabe der baltischen Flott« Mrd^durch das Verhalten der Port Arthur-Flotte noch schwieriger, als sie ohnedies schon war, Adnnral Roschdiestwensk, sabrt möglicherweise auch einer Katastrophe entgegen. Was d,c Entsendung eines dritten Geschwaders aus der Ostsee Anfang Januar 1905 anbelangt, die vom Zaren besohlen -ir, soll, so kann man gespannt darauf sein, woher der Zar die Schiffe nehmen will. Der Befehl ähnelt etwas jenem des Kaisers von China, der 1 SCO al§ die Verbündeten an der Kiiste des Hrmmlrschen Reiche^ erschienen, einfach befahl, Schiffe zu bauen, bie denen'der roten Teufel überlegen seien, B-s Januar kann in Rußland an modernen Schis en höchstens ein Linienschiff, die „Slawa", scrtiggestellt werden, sonst nichts, denn das Linienschiff „Paul I,", das als Be- standicii des Geschwaders angefichrt wird - ift noch nut nicht von der Werft abgelaufien, und in Rußland brauchen Linienschiffe vom Stapellanf bis zur Aus dem Reichstag. R. Berlin, 9. Dezember. Die Handelsverträge kommen also tatsächlich erst nach den Weihnachtsferien an den Reichstag. Graf- Bülow verkündete es beute am Beginn der Sitzung in einer feierlichen Erklärung. Sie löste den ersten Beifall auf der Rechten au5, denn erfreulich klang den Agrariern die Versicherung des Reichskanzlers, daß bei dem Handelsvertrag mit Oesterreich-Ungarn, für dessen Zustandekommen sich jltzt bestimmte Aussicht eröffnet, in erster Reihe Wert gelegt wird auf ausreichend garantierten Viehseuchenschutz der deutschen Landwirtschaft. Erst in zweiter Reihe stand der Hinweis des Kanzlers, daß die Regierung auch der Interessen der deutschen Ausfuhrindustrie nach Gebühr sich annehmen werde. An diese Marschroute dürfte sich die Regierung auch bei den anderen Handelsverträgen gehalten haben, denn die heutige Erklärung des Grasen Bülow mutete an wie ein Programm. Liegen die Handelsverträge auch noch nicht vor, so bedeutet das Kanzlerwort doch ein Weihnachtsgeschenk an die .unartigen Agrarier". Die ,artigen* Industriellen dürfen den bevorzugten Männern von der Scholle über die Schulter, sehen und »sich mitfreuen". Bei den Konservativen griff alsbald eine gehobene Stimmung Platz und wohl unter deren Eindruck hielt — nach Ausführungen des Schatzsekretars über direkte und indirekte Stenern —Abg. Graf Stolberg (kons.) seine bisher längste parlamentarische Rede. Sie behandelte die Militär^ Vorlage, im besonderen die Kavallerieforderungen. Da er* wachte das Reiterblut in dem ehemaligen Kürassier-Offizier, er „avancierte" mit einer Frische über das parlamentarische Terram, daß die Parteifreunde auf der Rechten ihre helle Freude daran hatten, zumal auch sie in der Ueberzahl den Ofsizierrock getragen haben. Natürlich fehlte es nicht an einem sehnsüchtigen Rückblick auf die entschwundene dreijährige Dienstzeit. Abg. v. Vollmar, der Führer der bayerischen Sozialdemokraten, repräsentiert in seinem rednerischen Auftreten das sympathische Element auf der äußersten Linken. Er ergreift selten das Wort, wird aber von allen Seiten mit Aufmerksamkeit angehört und zeigt jedesmal, daß man auch vom radikalsten Standpunkte kritisieren kann, ohne ins Schimpfen zu verfallen. Insofern freilich mar auch die heutige Rede v. Vollmars nicht nach dem Geschmack mancher Genossen, die an einem derberen Tone Gefallen finden. Bemerkenswert an der sorgfältig vorbereiteten Darlegung war seine Kritik der Montag-Rede des Grafen Bülow, an der ihm Form und Inhalt gleichermaßen mtfcfaUen haben. Wie man es machen müsse, das bemühte sich Herr v. Vollmar mit seiner eigenen Rede dem Kanzler vorzuführen. Es sollte eine sozialistisch- staatsmännische Rede fein, denn nach dem Urteile des Abg. v. Vollmar ermangelt Graf Bülow zwar nicht der diplomatischen, wohl aber der staatSmännischen Befähige n g. Herr v. Vollmar ging mit seiner Kritik noch über die Persoli des Kaiizlers lünauS unter Hinweis auf den Depeschenwechsel zwischen bem Kaiser und Roosevelt. Selten mürbe eine Rede des Grafen Bulow nut mit größerer Spannung erwartet, als seine Entgegnung auf diese Angriffe. Sie schaffte, um es gleich vorwegzunehmen, bem Ranjkt einen ffriolfl. Gr sprach von d« Mitoerant- ivortlichkcit beo Polle, für ben Gang ber auswärtigen Poltt,k. Die Kunst bem Gegner mit Eleganz bte Waffe zu entwmben. versteht Graf Pälow, aber vielleicht hat er biefe Kunst noch General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 'tUe so glänzend gezeigt, wie bei dem heutigen Rededuell mit Herrn v. Dollmar. ES war der Höhepunkt der Etatsdebatte, auch nach der sachlichen Seite bin. denn Graf Bülow lies; nicht nur den ironisierenden Diplomaten, sondern auch den seines Berufes sich bewußten Staatsmann zu Worte kommen, sodaß die Kundgebungen der Heiterkeit und Zustimmung ab- wechselten. Die Debatte solcher Höbe entgegenzuführen, ist dem Abg. Bebel noch nie gelungen. Das beweist die Neber- legenbcit Vollmar'ö über Bebel, dcS Parlamentariers über den VolksversannnlungSredner. DaS Schwungvolle dieser Episode klang nach in der /olgenden Darlegung deS ZentrumSsührerS Dr. Spahn. Er ergänzte die vom Reichskanzler gegebene Charakteristik der Sozialdemokratie und entwickelte dabei ein überraschende« Temperament, so daß wiederholter Beifall zur Tribüne empor- brauste. Man sicht also: der Reichstag schafft sich selbst die Plattform, auf der er steht. ES liegt^an ihm, wenn man im Lande von einem minder hohen Stand der parlamentarischen Debatten spricht. Abg. Stöcker, der ehemalige Hosprediger, spann den ,roten gaben* weiter, auf die Gefahr hinweisend, die neuerdings der Jugend durch die sozialdemokratische Agitation drohe. Er steht seit langem in unmittelbarem Kampf mit der Partei Bebels. Das Schlußwort hatte Abg. v. Verlach, der einzige Nationalsoziale im Reichstag. Ausland. London, 9. Dez. Kaiser Nikolaus Netz den Offizieren des eng lisch en Kreuzers „Tolbot* eine silberne Bowle mit Löffeln überreichen. Die Bowle trägt folgende Aufschrift: Gewidmet vom Kaiser von Rußland dem Offizier- korpS des „Talbot" in Anerkennung für die den Besatzungen des .Warjag" und deS „Korejetz" nach der Schlacht von Tschemulpo im Februar 1904 geleistete freundschaftliche Hilfe." Ebenso ließ der Kaiser den: Prinzen von WaleS_ zu dem Fonds der königlichen Marine, deren Präsident der Prinz ist, einen Chek über 5 00 Pfd. Sterl. überreichen. Die englische Negierung übermittelte dem Kaiser den Dank der Offiziere deS ,Talbot". Paris, 8. Dez. (Kammer.) Millerand wirft dem Ministerpräsidenten vor, er entehre die Republik (Beifall). Die Republik würde durch sein System, wenn cS zur Herrschaft gelange, verhaßt und unbewohnbar gemacht. Sache der Kammer sei es, das Land zu reinigen und von verworfener Herrschaft zu befreien. (Wiederholter Beifall rechts und im Zentrum; heftiges Murren links.) Ministerpräsident CombeS führt Klage darüber, daß deni Kabinette aus einem Runderlaffe ein Vorwurf gemacht werde, der sich auf daS Recht der Regierung beziehe, bei den Präfekten Auskünfte über die politischen Meinungen der Zivilund Militärbeamten einzuholen. Die Interpellanten suchten nicht nur den Ministerpräsidenten zu stürzen, sondern hauptsächlich seine republikanische Politik zum Verschwinden zu bringen. Die Tagesordnung Rienvcnu-Martin (radikal), welche die Erklärungen der Regierung billigt, wurde mit 295 gegen 265 Stimmen angenommen. — Es heißt, daß ein anonymer Brief aus London, in englischer Sprache abgefaßt, beim Präsidenten Loubet ein* getroffen ist. In diesem Briefe, der unterzeichnet ist: Ein Anglo-Franzose, heißt es, der italienische Anarchist Parme g iani sei aus London abgereist mit der geheimen Mission, einen hervorragenden französischen Parlamentarier zu ermorden. — Die Untersuchung über die Ursachen des Todes des Deputierten Syveton ist noch nicht abgeschlossen, doch lassen mehrere Anzeichen auf Selbstmord schließen. — Gerüchtweise verlautet, daß die Ursache, weswegen der König von Portugal den Plan aufgegeben hat, über Cherbourg nach Liffabon zurückzukehren, aus die Befürchtung zurückzuführen sei, daß ein anarchistisches Attentat geplant wäre. Eine Bestätigung des Gerüchtes von feiten der Behörden war nicht zu erhalten. Wien, 9. Dez. Der Budgetausschuß der Abgeordneten nahm die Notstands-Vorlage an, mit welcher 1 5 !/2 Milli onen für Notstandsunterstützungen auS Staatsmitteln bewilligt werden, und lehnte mit 29 gegen 14 Stimmen die von der Regierung beanspruchte Ermächtigung zur Ausgabe von 69 Millionen Kronen Tilgungsrente behufs Re- fundierung an die Kaffenbestände ab, nahm jedoch mit 31 Stimmen einen Abänderungsantrag an, durch welchen 151/, Millionen für Refundierungszwecke bewilligt werden. Aus Stadt und Land. Gießen, 10. Dezember 1904. * Die Gemäldc-AuSstellung am Brand hat diese Woche wieder eine durchgreifende Aenderung erfahren, indem ein Teil der seither ausgestellten Gemälde durch 50 neue ersetzt wurde, sodaß die gegenwärtige Ausstellung nahezu 100 Gemälde wieder auszuweisen hat. Unter den neu ausgestellten Werken befinden sich Gemälde von H. Koberstein, W. Geißler, F. Bindewald-Berlin, von H. Dahl, H. Licht-Charlottenburg, von R. Scholz („Portrait" aus hiesigem Privatbesitz), A. Hutschenreuther, O. Leu-München, M. Rüdisühli-Basel, 9l. Koester-Kleusen, I. Lippmann-Osfen- boch, A. Mangold-Darmstadt usw. Von unseren einheimischen Künstlern haben die Ausstellung beschickt Emmy Dingeldein, Ottilie Kowarzik, Helene Oncken. Auch das Kun st gewerbe ist mit einer schon preisgekrönten Arbeit, einem Spiegelrahmen, von Auguste Landmann vertreten. Auf geäußerte Wünsche bleibt die Kollektion „Landschaften" von R. Kaiser- München der Ausstellung noch einige Tage erhalten. Es sei noch bemerft, daß neu hinzutretende Mitglieder fürs nächste Jahr, schon jetzt freien Eintritt für sich und ihre Familien zu den Ausstellungen haben. Tie Liste zum Einzeichnen liegt in der Ausstellung offen. •* Promenadenkonzert findet morgen Sonntag um 12 Uhr in der Südanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre: Lodoeska von Cherubini, 2. Allerseelen Lied von Lassen, 3. Einzug der Gäste von Wagner 4* A.-M. Nr. 9. — Unsere Negimentömusik konzertiert Sonntag nachm. 4 Uhr 'm Philosophenwald. ♦* E i n Selbstkachapparat, eine neue praktische Erfindung, erregte gestern in einer (Gesellschaft Bewunderung Eure Blechbüchse, die Maccaroni und Ragout enthalt, erhcht sich, wenn man an bestimmten Stellen Löcher bohrt zum Zutritt von Wasser dem ebenfalls in der Büchse enthaltenen Kalk ganz von selbst und man hat innerhalb weniger Minuten ohne weiteres Zutun das schmackhafteste warme Essen. Besonders für Touristen ivirb diese neue Erfindung recht brauchbar sein. Eine solche Blechbüchse wird hier zum Preise von 1 Mk. von Ehr. Wallenfels vertäust. *• Eine Erinnerung an die Gießener Fe st u n'g S- zeit. In der Stadtverordneten-Versammlung hatte vor einiger Zeit Stadtverord. Dr. Schäfer vorgeschlagen, die Tannenbäumchen, welche im Innern deS alten Friedhofes, gegenüber der Kapelle eine förmliche dichte Hecke entlang der Umfassungsmauer bilden, zu entfernen, damit die an der Mauer stehenden Grabsteine ans alter Zeit, welche teilweise ein historisches Interesse hätten, freigelcgt würden. Dr. Schäfer verwies dabei auf das Monument des ehemaligen FestungSkoinlnandanten Langsdorf. Es besteht nun die Absicht, daS Denkmal ans der Gießener FestnngSzeit in der alten Totenkirche des Friedhofs aufzustellen.' Das steinerne Bild zeigt den Festungskonmwndanten Langsdorf in sitzender Stellung in lebendgroßer Figur. Die stark verwitterte Inschrift lautet, daß FestungSkommandant Wilh. Ludw. Michael Langsdorf 1664 geboren ist und in seinem Leben wenig Ruh gehabt hat. fo. Von der Bergstraße, 9. Dez. Die Bohrungen nach Petroleum in der Gemarkung Heppenheim ergaben ein guteS Produkt. Auch in der angrenzenden badischen Gemarkung Laudenbach wurde Petroleum entdeckt. Der Gemeinderat von Laudenbach hat bereits mit der Firma Quelz u. Co. in Frankfurt einen Vertrag abgeschloffen, wonach dieser Firma auf 30 Jahre daS Recht eingeräumt wird, nach Petroleum zu bohren. s. Wetzlar, 10. Dez. Im Restaurant „Klostergarten* finden morgen, Sonntag, sowie nächsten Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Künstlerkonzerte einer Damenkapelle statt. (Siehe Inserat.) a. Marburg, 9. Dez. Der Erste Staatsanwalt am hiesigen Landgericht macht bekannt, daß am 5. November, abends gegen 81/, Uhr, auf der Eisen bahn st recke Münchhausen-Simtshauscn bei der Vollmarer Brücke mehrere kieferne Stangen quer über das Geleise gelegt worden sind, die später von der Maschine deS nächsten die Strecke passierenden Zuges, ohne weiteren Schaden anzurichten, beseitigt wurden. Auf die Ermittelung deS Täters ist von der Eisenbahndircktion zu Kaffel eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt worden. Frankfurt, 10. Dez. Die Frankfurter Viehhändler und Kommissionäre haben vor einigen Tagen im Hotel Diehl, Hanaucrlandstraße, eine Versammlung abgchalten, in der sie gegen die Errichtung einerVieh marktsbank durch die hiesige Innung Protest erhoben. AuS Mehgerkreisen wird zu dieser Stellungnahme folgendes mitgeteilt: „Frank- fnrt§ Fleischbedarf wurde seither nur von Viehhändlern und Kommissionären, die hier ansässig sind, geliefert. Auswärtige Kommissionäre konnten schon deshalb ihre Ware nicht absetzen, weil sie zu wenig mit dem „Geschmack und Bedarf" der einzelnen Käufer vertraut waren. Mit der Errichtung einer Vichmarktsbank übernimmt nun aber auch die Bank den kommissionsweisen Verkauf auswärtiger Händler. Die hiesigen Geschäftsleute fürchten deshalb eine Schmälerung ihres Verdienstes, daher die ablehnende Stellungnahme zu der Gründung der Bank. Die Einrichtung in anderen Großstädten hat aber gezeigt, daß die Befürchtungen der Frankfurter Händler grundlos sind." Kleine Mitteilungen aus Hessen und ticn N achbarstaaten. In Bad-Nauheim hat sich ein Komitee gebildet, um ein Erholungsheim für leidende Schwestern sämtlicher Roten Kreuz-Vereine zu errichten. In der ersten Komitee-Sitzung rourbe in Anwesenheit des VettreterS dek Zentral-KomiteeS, RegieruugsratS Dr. Kraß au8 Darmstadt, das Projekt eingehend besprochen und ein geschäftsführender Ausschuß gewählt, der demnächst mit seinem Arbeitsprogramm hervortreten wird. Obgleich das Heim vorerst nur in kleinem Rahmen gedacht ist, bedarf es doch vielseitiger Unterstützung, da dem Verein so gut wie keine Mittel zu Gebote stehen. — In Fra nkfurt a. M. ist der frühere Direktor der Reichsbankhauptstelle, Faeiligen, gestorben. vermischtes. * Budapest, 9. Dez. Der dem Honvedininisterium zugeteilte 31 jährige Generalstabshauptmann BorbaS wurde heute im Badezimmer seiner Wohnung tot aufgefunden; er wollte nachts wahrscheinlich in etwas angeheitertem Zustande baden, hatte das Gasrohr des Badeofens geöffnet und wurde von dem ausströmenden Gaß halb betäubt und wollte in das Nebenzimmer flüchten. Bei dem Versuche, daS Fenster des Badezimmers einzuschlagen, erlitt er Verletzungen. Sein Diener fand die blutbedeckte Leiche. Frau und zwei Kinder des Verunglückten befanden sich z. Zt. bei Verwandten. BorbaS war einer der intelligentesten Offiziere deS Generalstabes. * Kleine Tageschronik.. Das Reutersche Bureau meldet aus Cleveland: Ter Kassaschrank der amerikanischen Frau Humbert, der Schwindlerin Chadwick, der 5 Millionen Dollars in Wertpapieren enthalten sollte, wies bei der gerichtlichen Oeffnung einen solcknm Nominalbetrag an Wertpapieren auf; jedoch waren die Papiere vollständig wertlos. — Ter frühere Lsfizier Kuiel, der in Graz Lconsine Traun- wicser erschossen hatte, machte in seiner Gefängniszelle einen Selbstmordversuch, indem er sich die Pulsadern der linken Hand ausbiß. Ties wurde jedoch noch recAzeitig bemerkt, worauf Kusel eine Zwangsjacke angelegt wurde. K. war eine zeitlang in Berlin am Bunten Theater Wolzogens Kapellmeister. Es trat aber dort Irrsinn bei ihm zu Tage, und er mußte die Stellung aufgeben. — Unter dem dringenden Verdacht, den Raubmord an der Engenie Mast, der Empfangsdame eines Arztes in Cannstadt, begangen zu haben, wurde der aus Zweibrücken gebürtige verheiratete Chauffeur Brüder- lein verhaftet. In der Nähe des Tatortes wurde eine befleckte Manschette gesunden. — InLüseritz (Pommern) wurde eine junge Arbeiterin ermordet aufgefunden. Ter Zusammenhang mit dem vierfachen Hermsdorfer Mord ist unverkennbar. Bnivcrsttäts-Yachrichten. W i e n, 9. Dez. Heute mittag veranstalteten etwa 800 deutsche Studenten in der Vorhalle der Universität eine K u n d g e b u n g gegen den Rektor Prof. Dr. Schindler, indem sie Ab- zugsruse und Pfuirufe gegen den Rektor ausstießen. Die Studenten besetzten die Korridore und wollten in die Rektoratskanzlei ellc- dringen, hieran tvurden sie aber von den Pedellen gehindert. Nach etwa einer balben Stunde verließen die Studenten unter Absingen von Liedern die Universität. In der Vorhalle wurden Ankündig- nngstaseln mit Anschlägen in nichtdeutscher Sprache herabgerissen und zertrümmert. Infolge dieser Demonstrationen beschloß der akademische Senat die Schließung der Universität. — Ein Sympathie-Telegramm der Studenten der technischen Hochschule in H a n u o v e r au die deutschen Studenten in Innsbruck anläßlich der dortigen Vorgänge hat eine Beschwerde der ö st r e i chi schien Regierung zur Folge gehabt. Ter Rektor der Hochschule und der Vorsitzende der derzeitgen und derjenige des bisherigen Studenten-Ai'sschnsses wurden nach Berlin berufen. wo ihnen im Kultusministerium wegen der Absendung deS Telegramms ernste Vorhaltungen gemacht itnirbcn. — Der 1000. Student der Universität Zürich. Man schreibt aus Zürich: Zur Feier des Umstandes,, daß zum ersten Male seit ihrem Bestehen an der hiesigen Universität 1000 Studierende immatrikuliert sind, hielten die Professoren und Privatdozenten ein Bankett ab. zu dem auch die Vertreter der Erziehungsbehörden und der Studentenschaft eingelad"N waren. Den ,.Tausendsten", einen fröhlichen bartlosen „Fuchs", setzte man an der Festtafel dem Rektor der Universität gegenüber. Tiefer, Professor Haab, schilderte in einer Rede die Entwicklung der Universität, die umso erfreulicher sei, als just in neuerer Zeit unsere Nachbarländer ihren Studenten gegenüber ein förmliches „Aus- fulwverbot" praktizieren. Ms die Universität Zürich 1833 gegründet worden, zählte ganz Deutschland nickst einmal 14 000 Studenten, sie selbst begann mit 161 Studenten. Wie in Teutsch- land, so folgte auch hier erst gegen Ende der 80 er und in den 90 er Jahren der große Aufschwung. 1870 hatte die Züricher Hochschule 276 Studenten, dann wuchs die Zahl bis 1890 auf 549, 1900 auf 731 und heute sind es schon 1037. Davon sind 253, also etwa 24V? Prozent, ^amen. Es ist übrigens bemerkenswert, daß sckwn im Semester 1872/73 von 437 Studierenden 110 Damen waren. Professor Zürcher teilte als Dekan der staatswissenschaftlichen Fakultät mit, daß diese Herrn Negierungsrat Locher, den derzeitigen Vorsteher des Erziehungsdepartemcnts, zum Ehrendoktor des öffentlichen Rechts ernannte. Tie Feier der tausendsten Immatrikulation sand durch einen Fackelzug und einen Kommers der Studieren den ibreu dtbschlust. Kunst unh Wistenschust — HcnrikIbsen bst le neue Ohnmatsanfälle. Tie Kräfte schwinden allmählich. (-erilütslaal. Berlin, 10. Tez. Tas Landgericht verurteilte gestern in trm Prozeß wegen des bei der Firma Siemens n. Halske verübten großen Tiebstahls von Platina im Werte von 37 000 Mark den Angeklagten Bretag zu 2Vr Jahren, Obierskv zu drei Jahren, und dessen Bruder zu zwei Jahren Zuchthaus, ferner Hartmann zu zwei Jahren, Sickler zu drei Monaten nnd Enfeleil zu fünf Monaten Gefängnis. Graßnick wurde freigesprochen. — In dem Prozeß gegen Potuliki- W a l e w S k i und Genossen wegen umfangreicher Kreditschwindeleien wurde die Gräfin Margarete Walewski zu 1 Jahr, Lydia Walewski zu 2 Jahren, Hubert zu 1 Jahr und Erdmann zu zwei Monaten O^cfängnis verurteilt. Kiel, 9. Dez. Tas Marincgericht sprach den Heizer Stahlberg von der Anllage des tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten frei, well er in berechtigter No t we h r die Mißhandlung durch den M a scbi n i ste n m aa t Mayer ab- welwte. Letzterer wurde wegen Mißhandlung zu vier Wochen Mittelarrest verurteilt. . J*c» *«• ch-,Rcllmannel, neueste t-ohlen-Olen ohne Abzugsrohre, t, l-r garanL geruchlos, «ring. Kohlen- K-» verbrauch. Helzen,Kochen,Braten fw« 1 a Zwecke verwendb., brennend IW fransportb. Enorm bllllp.Kataloge. tu "krk,in.n.l.ing gri,n’- Maschinen überall zu boelchtlQon. 60 »/0 Ersparnis». ss28/,» äamäbn 86351 Grünbergerstrahe 13. Hochrote Tlgerfiulcu, reizende kl. 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