Erstes Blatt. Samstag 10. September 1904 154. Jahrgang Nr. 213 «Uf»«tet «rigttch au her Sonntag». Zern Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt tzie Gießener Zamttleu» Blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'ichen Unioert^vuch-auSteiw- druckerei. 9L Sang», Redaktion, GxvedMoa und Druckerei: Schnlstratze 1. äldreffe für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprechanfchluß Nr. 51. W V-»«gSpret», Gießener Anzeigers w General-Anzeiger Amis- und Anzeige»!«« für den Kreis Gichen WtzZ __________ ___zeigenteil: Hans Beck. Pie Heutige Wummer umfaßt 16 Seite«. UMische Tagesschau. Die Wiedereinberufimg de? Reichstags fH Wie der „Sozialpol. Rundschau" von unterrichtetes Seite ntffcgeteilt wird, bereits für Mitte Oktober in Aussicht genommen, da ihm infolge der Bearbeitung der H an d e l s - Verträge ein besonders reiches Arbeitspensum bevorstehtz und vor allem auch die Beratung Les Etats so betrieben werden soll, daß diesmal seine Fertigstellung rechtzeitig erfolgt. Dor ein paar Tagen meldete man uns, gmt& im Gegensatz dazu, der Reichstag werde erst am 29. November zu- saminentreten. Die neuen Handelsverträge sollen doch dem Reichstage auf einmal zrrgehen, nicht dUa zuerst der russische, dann nach einiger Zeit der Vertrag mit Oesterreich- Ungarn, Rumänien usw. Nun sind aber die Verhandlungen mit mehreren Vertragsstaaten noch so im Rückstände, daß vielleicht erst im November oder Dezember der Abschluß zu erwarten ist. Der Reichshaushaltsetat kann auch nicht vor Ende Novemb er fertig gestellt werden. Bei dieser Sachlage sehen wir keinen Grund für die Berufung des Reichstags einen Monat vor dem festgesetzte n Ende seiner Vertagung. Von einem Beschluß nach dieser Richtung hin läßt sich keinenfaUs sprechen. Auf welche Einfluß besitzende Stelle soll denn aber der Plan zurückzuführen sein? ............— I ■ ■ ,1 .............. ........■ — Ausland. London, 9. Sept. Wie das Reutersche Bureau aus Lhassa vom 7. d. Mts. meldet, ist der englisch-tibetanische Vertrag unterzeichnet worden. Belgrad, 9. Sept. Da König Peter zahlreiche anonyme Briefe erhalten hat, die auf ein Attentat am Krönungstage Hinweisen, hat die Polizei einen besonderen Sicherheitsdienst für diesen Tag eingerichtet. Petersburg, 9. Sept. Die Gesetzsammlung veröffentlicht ein Gesetz, nach welchem hinfort nur Handelsschiffe russischer Untertanen sowie solcher Gesellschaften, deren Mitglieder oder Aktionäre russische Untertanen sind, die russische Nationalflagge sichren dürfen. Deutsches Reich. Berlin, 9. Sept. Man meldet aus Brunsbüttel- ko og: Der Kaiser ist um 4 Uhr nachmittags an Bord der „Hohenzollern" hier eingetroffen. Die Schlachtflotte ist gegen abend hier eingetroffen und ging auf der Rhede vor Anker. Heute vormittag fand nördlich von Helgoland ein Gefecht statt, welches der Kaiser auf der ^Hohenzollerrtt leitete. Die „Hohenzollerrtt machte in der Schleuse fest. Die Flotte ankert vor der Kanalmündung bis morgen nacht. Die Torpedo- Flottille geht durch den Kanal. Der „Mars", auf welchem morgen ein Diner stattfindet, liegt im Ouai. — Die „Erkrankung" des Oberhofmarschalls der Kaiserin, Freiherrn von Mirbach, soll, wie von unterrichteter Seite verlautet, so ernster Natur sein, daß man in Mirbach nahe stehenden Kreisen die dauernde Wiederaufnahme seiner dienstlichen Funktionen als Oberhofmeister für höchst unwahrscheinlich hält. — In der Unterredung des Vertreters eines hiesigen Blattes mit dem Minister Freiherrn von Hammer st ein erklärte letzterer, er denke gar nicht daran, den Abschied zu nehmen, weil nicht der geringste Grund dazu vorliege. Bückeburg, 9. Sept. Bei der heutigen Stichwahl wurde Amtsgerichtsrat Dr. Brun st ermann (kons. Kartell) mit 4516 Stimmen ge wählt. Klingenhagen (Soz.) erhielt 2656 Stimmen. Karlsruhe, 9. Sept. Der Geburtstag des Groß- herzogs wurde heute gefeiert. Kanonendonner und Festgeläute leiteten den Festtag ein. Nach dem Festgottesdienste fand ein Festessen statt. Minister von Dusch brachte in längerer Rede das Hoch auf den Landesherrn aus. Redner betonte darin unter anderem: Innigste Segenswünsche steigen heute empor für die ehrwürdige Gestalt des Fürsten, der, des Alters abgeklärte Weisheit mit der Tatkraft des Mannes vereinend, in unermüdlicher Pflichttreue seines erhabenen Amtes waltet. Unter seiner treuen Fürsorge ist der Wohlstand des Volkes stetig fortgeschritten und haben Kunst und Wissenschaft sich zu hoher Blüte erhoben. In wahrhaft freiheitlichem Sinne hat sich das staatliche Leben Badens, entwickelt. Als eine reife Frucht dieser Entwickelung ist die jüngst vollzogene Aenderung der Verfassung zu begrüßen, welche unter wesentlicher Erweiterung der Dolksrechte eine feste Grundlage für ein erfolgreiches Zusammenwirken aller für das Volk bedeutsamen Kräfte geschaffen hat. Nicht für Baden allein, für ganz Deutschland hat Grosiherzog Friedrich Großes getan. Unter seinen Zielen stand der nationale Gedanke stets an oberster Stelle. Was er für die Einigung des deutschen Volkes durch Rat und Tat wirkte, steht für immer in den ehernen Tafeln der Geschichte geschrieben. - Redner schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch öuf den Großherzog. Am Abend fand in der Festhalle ein Bankett statt. München, 8. Sept. Der 3. deutsche Notartag wurde heule hier eröffnet. Beschlossen wurde die Herausgabe eines bi-- wkundenversassung (Notariatsrecht) der deutschen Bl,ndesstaatcn darstellenden Sammelwerkes. Mitarbeiter sollen in jedem Bundesstaat ausgestellt werden. Das Werk wird den Mitgliedern das Vereins unentgeltlich geliefert werden. Bezüglich des Wechselprotestes wurden folgende Anträge angenommen: Beim Wechselprotest ist Hauptbedingnng, den Regreß beizubehalten mit Ausnahme des Falles, in dem der Wechselinhaber den Protest auf sich selbst erheben lassen müßte. Der Unterschied zwischen eigentlichem und uncigent* Domizilwechsel ist aufzuheben, der Protest zu fordern für alle Wechsel, in denen eine vom Bezogenen verschiedene Person als Zahlungsleister benannt ist. Die niederen Postbeamten sind als Protestbeamte nicht zuzulaffen. Aer Krieg zwischen Japan und Ausland. Die Kampfe Lei Liaujang nach englische» Berichte». London, 9. Sept. Dem Reuterscheu Bureau wird aus dem Hauptquartier des Generals Kuroki gemeldet: Der furchtbare, Artilleriekampf, welcher am 30. Aug. vor Liaujang vor Tagesanbruch begann und bis zum Beginn der Nacht dauerte, war eines der überwältigendsten Schauspiele der moderner? Kriegsgeschichte. Tie kombinierten japanischen Armeen, mit Ausnahme des Kontingents Kurokis, konzentrierten daS Feuer ihrer Batterien gegen die Streitkräfte Kuropatkins. Während zwölf Stunden spieen hunderte von Geschützen, wenigstens 300 auf ? eder Seite, einen Regen von Geschossen aus. Die Nacht und selbst "ein furclstbares Gewitter machten dem Kampfe kein Ende; die russischen Granaten platzten fortgesetzt aus den von den Japanern besetzten Hügeln. Mehrere Stunden hindurch wurden in der Minute durchschnittlich 60 Granaten, selten weniger als zwanzig, ab^eschossen. Tie Mehrzahl der russischen Batterie« war in Husersenform um die Ebene südlich und westlich von Liaujang mifgeftcUt Andere Batterien befanden sich fünf Meilen Lvon der Stadt entfernt, wieder andere westlich längs einer Gruppe von Hügeln, auf die sich der äußerste rechte Flügel der Russen stützte. Eine weitere Linie von hinter der Stadt dem rechten Ufer des Flusses gegenüber gelegenen, Hügeln waren mit Batterien versehen, die die Eisenbahn und die Nachhut der Armee zu schützen bestimmt waren. Tie japanische Artillerie hatte in einem unregelmäßigen Bogen in einer Ausdehnung von etwa 20 englischen Mellen Aufstellung genommen. Tie Terrarnbildung gestattete keinen zuverlässigen Ueberblick über die Stellung der Truppen. An einigen Stellen Irenen die russischen Geschütze stufenweise ausgestellt und ausgezeichnet verborgen. Man sah nur das Aufblitzen der Schütze. Neber den japanischen Stellungen schabten beständig weiße Wolken, die durch das Platzen der russischen Granaten verursacht waren. Der Schlachtlärm war betäubend. Zeitweise feuerten zwei bis drei Batterien gleichzeitig. Während des ganzen TageS erfuhr die Lage der Gegner keine wesentliche Veränderung. Stündlich sah man Züge den Bahnhof von Liau- jang in nördlicher Richtung verlassen. London, 9. Sept. Ter „Times" geht von ihrem Korrespondenten beim Hauptquartier der linken japanischen Armee folgender Bericht über die Kämpfe bei Liaujang zu: Am 30 .August setzte derjapauischeJnfanterie-Angrif ein, er scheiterte aber. Ern neuer Angriff begann darau am 31. August um 2 Uhr morgens. Tie dritte japanische Division wurde dabei von dem rechten russischen Flügel zurückgetrieben. Tie fünfte Divssion bahnte sich mit Aexten den Weg durch die Drahthindernisse, erlitt aber furchtbare Verluste: ihr Angriff scheiterte an dem linken Flügel der Russen. Bei Tagesanbimch mußten die Japaner die Stellungen, welche sie genommen hatten, vor dem Granatfeuer der Russen räumen. Man nimmt an, daß die japanische Artillerie versehentlich auf die eigenen Truppen geschossen Hal Am 31. August ging die 5. japanische Division wieder sprungweise vor. Die Japaner verwendeten dabei in der Schützenlinie Handhaubitzen in Gruppen von je 12 Mann. Auch dieser Angriff scheiterte an der zweiten Linie der russischen Verteidigungswerke. Schließlich wurde auch ein dritter verzweifelter Angriff Okus um 7 Uhr abends niedergeworfen, obgleich ein Bataillon bis in die russischen Schützengräben gelangte. Ein weiterer Angriff war für die Nacht befohlen, aber unnötig geworden, da Kuropatkin um Mitternacht die Räumung der zweiten russffchen Stellung befahl Diese Angriffe hatten die Japaner mehr als 10 000 Mann gekostet, ungerechnet die Verluste der 10. Division und der Armee Kurokis. Die Japaner machten nur 7 Gefangene. Die Verluste der §o|xmer in den weiteren Kämpfen nm Liaujang waren noch größer. In einer der geräumten Schanzen lagen russische und "japanische Leichen in ho h en H au f en u eben e in a n der. Der 1. September war ein Erholuugstag. Er wurde dazu benutzt. Reserven heranzuziehen. Am 2. .September morgens war Okus Armee wieder im Kampfs Oku unb Nodzu hatten eine starke russische Stellung von 19 Kilometer Länge vor sich. Tie russischen Schanzen zogen sich westlich der Eisenbahn nach Südosten durch die Vororte und Bauerngehöste hin. Tie 3. japanische Division versuchte eine Umgehung, während die ganze Artillerie der dritten Tivision einschließlich der schweren 15 Zentimeter-Geschütze vom Zentrum aus feuerte. Tie 4. japanische Division rückte westlich der Eisenbahn vor. Zwei andere Divisionen sollten einen Angriff auf die Front übernehmen. Tie japanische Infanterie, die übermüdet war, geriet in ein furchtbares! Artilleriefeuer. (Genera! St a ckelberg versuchte einen G egen-Angrif f auf die fünfte Division, der aber mißlang. Die Japaner sahen beständig die Eiseubahnzüge abfahren. Nach Einbruch der Dunkelheit eröffneten die Japaner ein starkes Artilleriefeuer. Auf den 3. d. M. war ein allgemeiner Angriff angesagt. Ter Angriff in den ersten Morgenstunden versagte. Von 9 bis 10 Uhr vormittags entspann sich ein heftiger Artilleriekampf. Ein neuer Infanterie-Angriff um 10 Uhr scheiterte infolge des Feuers der russischen Artlllerie. Ter fünften Division gelang es zwar, bis in die Schanze?! vorzudringen, aber nur um entsetzliche Verluste zu erleiden. Tie Japaner richteten darauf mit ihren zusammengesetzten Batterie?? ein so heftiges Artilleriefeuer gegen die russisckpen Linien, daß auf dem linken russische?? Flügel das Feuer teilweise versiummte. Aber auch noch in der Nackt hielten die Russen die Schanzen besetzt. Nm 3 Uhr morgens am 4. September rückten die Japaner wieder zum Angriff vor und Tonnten sick nunmehr der Eisenbahnbrücke bemächtigen, uackchem K^uropatkin um l?/fl ITfyr nachts mit den letzten skbirisckjien Schützen ab gerückt war. M u kden . 9. Sept. Zu bm Kümpfen bei Liaujang ivtrbcn rwch folgeicke Einzelheiten gemeldet: Am 1. September mittaaS wurde auf dem Bahnhofe in Liaujang eine barmherzige Schwester getötet. Daß die ümere Stadt von den Javanern^ bombardiert ttnirbe, geschah offenbar nur versehentlich mtb erklärt sich durch die grx>fe Schußweite. Zwei Häuser wurden durch Lyddit-Granaten zerstört. Ter Geruch des Lyddit erregte U e b e l k e i t. Km 2. ds. stürmte das Regiment Wyborg das Torf Shkwatun. T-er Regimentskommandeur versa m m e 11 e vor dem Anmarsck zum Gefecht das Regiment vor dem deutschen Militärattachee Major von Rimokel und brachte ein H v ch a u s K a i s e r W i l h e l m aus. Beim Sturm wurde der Kommandeur am Oberarm verwundet, er behielt jedoch das Kommmrdo der. Tie Verluste des Regiments betrugen: 2 Offiziere und 50 Mann tat, 2 Offiziere und 150 Mann verwundet. Das Regiment Wyborg räumte am 3. ds. nachmittags auf höhere Anvrdn?mg seine Stellrmg. Die Rämnuug von Mu8>en ist im Gange. ^Tie Japaner haben den Huuho, der südlich von der Stadt vorbeifließt, ?wch rächt überschritten. Weitere Meldungen aus der Mandschurei. Petersburg, 9. 'Sept. .A?rs Mukdeu wird gemeldet,' die Anzahl der Verwundeten aus den letzten Kämpfen ist enorm. Ihre Forssch^rffung auf zweirädrigen Karren ist äußerst qualvoll. v Vom 30. August bis 4. September hat das Rote Kreuz allein 12 300 Mann verbünde??. Der Gesamtverlust ist noch! nickt sestgesteltt, indessen si??d bereits 50 000 Mwun an Toten, Verwundeten und Vermißten angenommen. > Mukden, 9. Sept. (Agence Havas.) Tie Vorhut der japanischen Ostarmee ift-'ungefähr 50 Werst von der Stadt entfernt Petersburg, 9. Sept. Tie Nackricht, daß Gerreral Kuropatkin verwundet sei, entbehrt jeder Begründ- u n g. — Ein Telegramm des Ge?revals Ssacharvw an den General- stab vom 9. September besagt: Am 8. September fanden ttu Bereich der Armee keine Kämpfe statt. Port Arlhnr. Tschisn, 9. Sept. (Reuter.) „Novp Krak" berichtet vom 3. ds., daß 700 Japaner auf dem Marsche in einem Tale bei Port Arthur von einer elektrischen Landmine in die Luft gesprengt wurden uitb nur wenige entkommen sind. Ehine- sische Flüchtlinge erllären, am 26. und 27. August stießen den Japanern ähnliche Nnglücks-fälle in der Nähe bei Fe'ldsckanze 2 zu. .Einzelheiten fehlen. < . London, 9. Sept Wie Äus Dschffu gemeldet mirb, sind bei der Explosion der Flattermine bei Port Ar-' thur von den 700 Mann der japauHchen Kolonne die Hälfte! getötet worden; Mich die Geretteten sind fast ssämtliH verwundet. Das balttsche Geschwader. Petersburg, 9. Sept. baltische Geschwader in Starke von 40 Schiffen unter dem Kommando des Bizeadmtrvls^ Roschdestwenski läuft morgen nach Ostasren aus. Ei» neuer japanischer Panzer. Druffel, 9. Sept. Der belgische Dampfer J£o* lvnies , der vor einigen Monaten von einer Antwerpener Firma an Japan verkauft wurde, ist tt? Nagasaki eingetroffen und wird dort in ein Panzerschiff verwandelt Er hat 2500 Tonnen Gehalt Aus Stadt und Kn?d. Gießen, den 10. September 1904. ** Vom Manöver wird uns geschrieben: Da§ Feld- artillerie-Negiment Nr. 61 hatte gestern vormittag IM Munzenberg sein ScharfMeßen. Die BatteriLn hatten am Galgenbepg bei Griedel Aufstettung genommen und schossen auf rmnTierte Artillerie und Infanterie am Buch- oder Tellerberg südlich von Münzenberg mit der Schußttchjtrmg nach Osten. Von der Burg Münzenberg aus konnte pmn daA Ernschlagen und die Wirkung der Geschosse sehr gut beobachten. Viel Publikum hatte sich eingefunden und dieMauern und Tirrrne der Burg besetzt Das Brigadeerer'z.Leren der 25. Arttllerie-Brigade fand am Mittwoch durch ein Än^ griffsgefecht seinen Abschluß, dem auch der Brigadekom- mandeur beiwohnte. Das interessante Schauspiel femfc äiwischen Gmnbach itnb Hof-Gill statt. Das Pferd eines Leutnants der 25er kam zu Fall, der Offizier brach, den Arnt Die 21. Feldartillerie-Vrigade (27er und '63er) hat ihre Exerzier- und Schießübungen bei Schlitz imb Salz^ Mirs ebenfalls beendet Das Regiment „Dranicn" batte anr 8. d. M. sein Scharffchießen ün Gelände an der Fulda Mischen den Orten Schlitz, Willofs, Grebenau, Wegstirth, Rimbach und Queck. Die 63er „Frankfurtt hatten vor e?mgen Tagen Schießen. Die ganze Brigade liegt in Schlitz, Salzschlirf irnd Umgegend int Quartier und begibt sich am 10. d. M. ins eigentliche Manöver nach Großenlüder wtd Fulda. Heute werden sich die beiden letzten Fufirnterie- Brigaden (50. und 42.) per Bahn ins Manövergelandc bt* geben. Die 50. Brigade (117er und 118er) fährt von Mainz b?s Mücke und bezieht in den Orten um Mücke, Homberg und Mrrg-Gemünden Quartier. Die 42. Jufanterie-Bri- gade f80er und Sier) begibt sich vom Uebu?7gsplatz bet DarNsstadt-Grieshcin? über Gelnhausen nach Schlüchtern mtfr Fulda. Biwack beziehe?? am 12. Sept, der größte Teil der 49. und 50. Jnfantette-Brigaben, ant 16. Sept, die Unter* affizierschule Biebrich bei Eftwß-Felda. Vorn 12. bis 15. Sept, finden die Brigademanöver statt; die 25. Hess. Divssiow übt zwischen Ronn-od, Butzbach, Lich mtb Lau buch, die 21. Division in der Gegend von Fulda. Schlüchtemr und Lairwr- bach. D?e Brigade?? leider Divisionen vereinigen sich am 15. Sept, die 21. Division konzentriert sich Mischet? Fulda und Lauterbach die 25. hessische Division in bei Liegend Alsfeld, Homberg, Romrod. D'r Stab der 25. Division' kormnt nach Gwß-Felda, der Stab der 25. Feldartilllu^« Brigade nach Homberg. Die TivisionSrrvanöver beginnen am 16. September bef Möftld und ziehen sich narb bem Dvise Gießen, in dessen südwestlichen Teil daS Korps- Manöver gegen bett mai i’irrh'ü 'Hb vom 22. bis 24 Ser? lattsi?kdei. ** Die Besichtigung her 49. Infanterie- Brigade (115er, ll(>€r mtb 168ex) bmi> hcE dorvtttt^ t>uivb bcn fommaubirrcn$>cn OtencroX bcS 15. ^rnnccTorp^ v Ercbhorn und den Divisionskonimandcirr Freiher-m von GtaH nn Beisein dr > BrigabckommmideurS Grafen von SYiniti ftatt. Die in Gießen seither hn Stand giwrticr liegenden 16Scr und Nv5 1 B»it. 115er sowie das Kaiscr-Wilholni - Regiment hatten irm 51 j bc^hx 53 '4 Ubr An treten und mar- )rfnertvn um 6 Uhr ab Nrn 7 Nhr fhmb die Brigade bei Drusen, wo auch das ? Bat. der 115er ans Watzenborn - S kein berg und dcis 3. Bat. der T15cr ans Stcinbacki Akbackf angcbonanen nnrren. Ilm 7 Uhr traf General v. Eichhorn per Automobil ein. Nach der Beratung und B?sfn>eck>nng der Offiziere wurden die Befehle an die Regimenter. Bataillone und Kompagnien ausgegeben. Snercnif cntlmdMte sich das Gefecht zwischen Steinbach, 5warbenteich, Dorf-Gilk und Dausen Das Vorpostengesi'ckit begann gegen 8 Uhr. Auf dem linken Flügel ftanbai die 168er, auf dem rechten die 115er, im 3cntrirm die 116er, von welchen zwei Ba- taiNone in ReservesteUnng blieben, nm den feindlichen linken ^u umfaffen. Der Feind stand auf den Höhen 247 rmd 266 zwischen Steinbach und Dorf 6^'ll. An dem OScfecfiit ntrfnmm auch zwei Batterien des Artillerie-Negtrncn tsNr. 61 und 2 Eskadronen des Drgoner RrgimerrdZ Nr. 23 teil. Der Feind besetzte Garbenteich. Die Artillerie kam nicht ins Feuer. Um 10 Uhr war das Gefecht beendet: die Parade fiel aus und die Truppen marschierten ins Quartier, die 116er in ihre Kasernen. Ein «rri^ßes Publikum 168er liegen in' Butzbach, Rochenberg und Umgegend. In Gießen sind beute eingetrosfen die beiden Regirnentsstäbe der 61. Artillerie nnb 23 Dragoner. In Heuchelheim liegen zwei Batterien Artillerie, in Wein-Linden und Gießen Dragoner. Mehrere E^trarLge passierten unsere Station, um die 50. Infanterie-Brigade nach Milche und Vurg- Meinungsverschiedenheit wegen Einmündung der Wettertalbahn eingetreten, daß schließlich die Vorarbeiten zur Erbauung dieses so notwendig gewordenen Verkehrsweges sich noch längere Zeit hinausschieben dürsten. Schließlich wird die hessische Regierung mit ihrer Bestimmung über die Einmündung der ausschlaggebend sein und die Ausführung selbst über- n Imen. J.-tzt ist es allerdings noch fraglich ob die Wetter- talbahn in Bad-Nauheim oder in Friedberg einmünden wird. TM di s m Projekt, wie überhaupt bei jeder Nebenbahn, börmt bie fmtabilität davon ab, daß möglichst viele £rt- •t^afrer rr her / al linie liegen. Das wird der Fall sein, rrwrw bi: i_sinmundung hi eher gelegt wird. Friedberg ist oct !" rnuunkt ber 9Tettcrau. Hier befinden sich auch die Einmündungen ber vier Nebnbeahnlinien; sämtliche Kreis- vehörden haben ihren Sitz in unserer Stadt. Diele land- wirtschaftlicl>e Produkte auS der Wettertalgegend finden hier ihre Minser, und besonders geeignet dafür sind die Friedberger Märkte, welche stets sehr gut besucht sind. Ans der ganzen Wei ter an gibt sich bei solchen Gelegenheiten die Bevölkerung ein Rendezvous. Friedberg besitzt außerdem eine große Anzahl höherer Lchrrnski litte und die landwirtschaftliche Winterschfllle nftv^ welche Volt der Bevölkerung aus der Wettertalgegend sehr stark frequentiert wii-d. Auch die Lage Friedbergs wäre in jeder Hinsicht geeignet für die Einmündung der Wettcrtalbahn, da die Errichtung eines neuen Bahnhofes nur eine Frage der 3cit ist. O^elände hierzu ist bereits angekauft. der' stetigen Weiterenttvickelung unserer Stadt würde Friedberg an Bedeutung noch imehr gewinnen; der jetzt schon sehr rege .Handel hier aber würde einen noch größeren. Aufschwung erfahren. Bedeuteten diese Tatsachen für Friedberg einen nicht hoch genug zu schätzenden Vorteil, so würden die Interessen von Bad-Nauheim ettvaS zttrückgedrängt. In dieser Erkenntnis ist nun von jener Stadt eine eifrige Agitation entfaltet worden, nm die Einmündung der Wetter- talbalm sich zu sickern. Die hierfiir geltend gemachten Gründe sind, daß z. die Bevölkerung und auch' die Frachtgüter auS den Orten Stein sirr th, Wisselsheim usw. nicht erst den Umweg nach Friedberg fahren müßten, um nach Bad-Nauheim zu gelangen. Ein großer Teil der Bevölkerung ber gen. Städte findet ja auch in Bad. Nau he im Arbeit und Absatz ihrer Erzeugnisse. DaS trifft hauptsächlich für die Sommermonate zu, da int Winter die Arbeiterschaft sich in den naheliegenden größeren Städten beschäftigt und dort schließlich ihren Bedarf an Lebensmitteln usw. deckt, trotzdem diese Artikel auch in Bad-Nauheim nicht teurer |üib. Wenn die Wettcrtalbahn in Bad-Nauheim einmundet, müßten bie Orte Rödgen und Schwa lheim anfAn - 1 chluß verzichten, waö nicht ber Fall ist, wenn die Einmündung in Friedberg stattfindet. Außerdem würbe die Einmündung in Bab-Nauheim eine Mehrbelastung nicht allein ber Geleise ber Main-Weser-Giihn sauf welcher Strecke )etzt schon c(t 150 Züge täglich verehrensonborn artch bes großen Diabukteö bei Friedberg bedeuten, waS immerhin zu Beden ken Anlaß gibt R. B. Darmstadt, 10. Sept. (Eigener Draht- bericht). Der erste der parlamentarischen Ausschüsse, die mit dem beginnenden Herbst ihre Sitzungen wieder aufnehmen, ist der 4. Ausschuß unter dem Vorsitz deS Herrn Weidner. Er tritt nächsten Dienstag um 10 Uhr zusammen. Eine der bedeutendsten Vorlagen für die nächste Kammertagung wird der Gesetzentwurf über die Ausführung des Generalkulturplanes für den oberen Vogelsberg bilden. Von der Regierung ist der Ausschuß für die Vorberatung auf 25. September zur Sitzung einberusen. Sonst sind an bedeutenderen Vorlagen noch die weitere Reorganisation der KreiLvermessungSämtcr, die neue Gebührenordnung der Notare und die beiden großen, schon früher in Aussicht gestellten' Gesetzentwürfe über bie Revision der Ver- waltungSgesetzgcbung und die allgemeine Bauordnung zu nennen. Wenn die Kammer auch nur einen Teil dieses Materials erledigen will, muß sie die Zeit vor Weihnachten gehörig auSnutzeu. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ein drolliges Ereignis kam bei der Kirchweih am Montag m dem Laubach benachbarten Dorf G. vor. Während die Musik gerade einen flotten Walzer ertönen ließ, krachte das Musikpodium zusammen und die Musikanten mit ihren Instrumenten lagen, glücklicherweise ohne Schaden zu nehmen, auf einem Haufen zusammen; nur ein verschont gebliebener thronte noch auf seinem Sitze. Die Tanzlustigen aber mußten eine halbe Stunde Ruhepause cin- schieben. vermischte». • Borbeck, 9. Sept. Bankdirektor Hollmann jr. von der Borbecker Spar- und Kreditbank, der nach bedeutenden Unterschlagungen im April dß. Is. flüchtete, ist in Paris verhaftet worden. Die Auslieferungs-Verhandlungen sind eingeleitet. ? Z * Kiel, 9. Sept. Eine aus drei Mann bestehende Marinepatrouille nahm heute vormittag in der Hauptstraße en en Deserteur fest. Dieser zog einen Revolver, feuerte ab und verwundete den Patrouillenführer am Kopfe. Darauf entfloh er, wurde jedoch bald wieder ergriffen.' • Dresden, 9. Sept. Unter dem Verdacht der Hochstapelei wurde in Aue die auS Sachjen-Meiningen gebürtige, 47jährige Klavierlehrerin Viktoria Fre iin v. Wolff-Todtenwardt verhaftet. • Lodz, 9. Sept. In dem benachbarten Orte Pabianice erschoß der Oberlehrer ChmielenSki ein Fräulein Raeiencka, welches seine HerratSanträge abgewiesen hatte, und bann sich selbst. • Szatmar (Ungarn), 9. Sept. Der Steinbrucharbeiter Takatsch vergiftete sich, seine Frau und seine vier Kinder. * Port Mähen, 9. Sept. Als heute die Besatzung deS vor Alcudia-Mallorca liegenden deutschen Schulschiffes „Stosch* einem Stiergefecht beiwohnte, durch brach ein Stier den eingezäunten Raum. Niemand wurde verletzt. Die Ordnung wurde alsbald wieder hergestellt. Ein Toreros trieb den Stier in den Kampfraum zurück. Nach dem Stiergefccht lud der Kommandant den Torero zum Besuch an Bord deS „Stosch* ein. ES wurden hierbei lebhafte Hochrufe auf Deutschland und Spanien ausgebracht. • Ein Theaterbrand. Wie auS Lemberg berichtet wird, ist das Thenter zu Wilna (Rußland) vor einigen Tagen ganz niedergebrannt. DaS Feuer brach um 2 Uhr nachts auf der Bühne auS und bis 10 Uhr vormittags war daS ganze Gebäude bis auf die Grundmauern zerstört. Die Ursache deS Brandes ist noch nicht bekannt. In dem anstoßenden Hotel Bri stol ist das 2. und 3. Stockwerk ausgebrannt. • Unglücksfälle. Wie die Altonaer SanitätS- Kolonnc mitteilt, sind von ihr am Abend deS Zapfenstreiches über 300 Unglücksfälle behandelt worden. Bei der Kaiserparade, zu welcher der Menschenandrang viel größer war, mußten 50 Fälle verzeichnet werden. Von Homburg und Altona au6 sind Bestrebungen im Gange, um diesen Vorfall im Reichstage zur Sprache zu bringen. ES 'teht jetzt fest, daß der Befehl, gegebenenfalls mit der Feuerspritze gegen daS Publikum vorzugeheu, schon am Nachmittag erteilt worden ist. — Der Kassierer der Trumauer Baumwoll-Spinnerei, welcher mit seiner Familie eine Partie auf die Raxalpc in Oesterreich unternommen hatte, ist 80 Meter tief von einem Felsen in den Schwarzen Fluß abgcstürzt. Nur mit Mühe konnte der Schwerletzte gerettet werden. — Ein von Portsmouth nach Atlanta (Süd- carolina) gehender Lokalzug der Seaboard-Air-Linie oer- unglücktc. Elf Personen wurden getötet, 20 verletzt. — In Orleans wurde der Hochaltar der Kathe- drale durch den Einsturz eines längst als schadhaft signalisierten Gewölbes zertrümmert. Das ganze Mittelschiff ist mit Staub und Geröll bedeckt. Die Erschütterung wurde in weitem Umkreise verspürt. Die Restaurierung wird über 100 000 FrcL. kosten. * Zur Flucht ber Prin zessin Luise von ftoburg. Der bcutfcTyc sozialistischie RciclMagsabg. Dir. Sübekum, welcher in ber „Humanits" mit her Schilden mg ber Flucht ber Prinzessin Luise von. Koburg begann, setzte bicfcTbc fort unb teilt mit, daß^ sich bie Prinzessin in Frankreich in Sicherheit befinde. In dem Bericht wird ber Aufenthaltsort ber Prinzefsinj nicht angegeben, auch wurde es abgelehnt, ihn den ;3cit- ungsbcHchterstattcrn zu nennen. Auf der Polizeipräfektur wirb versichert, daß sich bie Prin - zessin u ii b Mattachich nicht in Paris befinden. Man glaubt, baß sie sich in einem Vorort vou Paris aufhalten. Dr. Sübekum begab sich nach Wien, um bte Aufhebung des .KuratclS für bic Prinzessin Luise burchzr> setzen. Es wird von glaudwurbigcr Seite versichert, daß die Prinzessin in ber W ohnung eines sozialistischen Politikers ihre erste Zuflucht nahm unb dann in cin mit einem Garten umgebenes Haus gezogen sei. Es verlautet baß die Prinzessin sich in nächster Zeit nach Biarritz und LonrdeS begeben wird. — Wie das Pariser Journal" mit teilt, bewohnt die Prinzessin in Paris eine Wohnung, welche mrr vier Minuten Von ber Großen Oper entfernt gelegen ist. Das Blatt Hibt bann noch einige Einzelheiten über bic Flucht aus Bab Elster. Danach habe bic Prinzessin nm zwei Uhr nachts das Hotel über bic gewöhnliche Treppe verlassen, da ber Nachtwächter bestochen gewesen sei Die übrigen Eingaben decken sich mit den bereits bekannten Tatsachen. Nur ist noch hervorzuheben, daß die Autornobilfahrt über Magdeburg ging, lvo infolge eines Maschinendefeftcs gerastet werden mußte. Dann bestieg die Prinzessin in Hildesheim den Zug nach Köln und fuhr von dort über Belgien nach Paris. — Das Justizministcrium in Kobürg wurde durch den koburgischen Familienrat mit der Abgabe des Rechtsgutachtens in der Affäre der Prinzessin betraut In demselben soll auch bie Frage ber Nachprüfung bes Geisteszustandes ber Prinzessin sowie bie Auf- hcbima bes Ku r a tel s erörtert werden. Die Untersuch- inig oer Prinzessin durch Pariser Psychiater hat bereits begonnen. — ^er Pariser Korrespondent der Wiener „N. Fr. Pr." hatte gestern nachmittag ein längeres Gespräch mit Prinzessin Luise, wobei Dr. Stimmer und Fran Stöger anwesend waren. Kunst und Wissenschaft Innsbruck, 9. Sept. Tein heutigen BegrüßungSabeud anläßlich des ernt 10. dS. zu eröffnenden JurifteutageS wolmten der Statthalter, Frhr. v. Sckiwartzcnau, Oberlandcs- grriä-tsprüsidmt Frhr. von EaU .und die Spiven der Ortsdehördcn bei Unter den Teilnehmern am Juristen tag befindet sich eine große Anzahl re^cl^deutscher Juristen, darunter Geheimrat Brunner-Berlin, Präsident Stasser-Karlsruhe, als Vertreter des batp riscl>en Justizministeriums Tr. HcnleS. sowie viele namhafte Uni- verfitätslelner und Anwälte. Professor Wretfchke-JnnÄnmck betonte in einer herzlichen Begrüßunqsanfpraäie die Gemeinsamkeit der Rechtsentwickelung in Tcutschland, und Oesterreich feierte Ge- iKinttai Bninner und Präsident Strasser und trank auf bar Erfolg der Beratungen des Juristentages. Präsident Strasser erwiderte in einer längeren Rede, dankte für den fteundlichen Empfang, betonte die jreundsclMstliche Gesinnung, von der nach dem Vorbild der Freundschaft der beiden Monarchen die Bevölkerung des Tentsclx'u Reichs und Ocsterreich-UngarnS bestell sind, unb brachte schließlich ein Hoch auf die Stadt Jnnsbrmk aus. . Beide Ansprachen wurden mit lebhaftem Beifall auk- iicuoiniitcn. Kklichlssaar. Halle a. S., 9 Sept. Ter Redakteur des DvlkSblaUeZ, Fette, wurde l-eute wegen Majestätsbeleidigung 4 Monaten Gefängnis verurteilt, wegen Veröffentlichung einer Notiz, daß in Wien ein Bruder Kaiser W ilHelms, Sohn Kaiser Friedrichs, a l s Landstreicher i m Sprta l! gestorben sei. In erster Instanz war der Angeklagte ftei- gespri'chen irorbeu. _ ________ LandwirlsLaft. Ausstellungsobst. Unsere Obstproduzenten sind durch das milde Klima unb den geschützten Standort an ipeld>enij|_ia> der größte Teil der Obstpslanrungen im Großherzogtum Hessen, befindet, in der Loge, ein Obst auf den Markt zu brmgen, daS hinsichtlich 'seiner Güte, seines feinen und aromahfepeu Geschmackes und guten Aussehens kaum einen Konkurrenten zu fürdVen hat. Auch in Bezug auf die vorhaiidenen vorteil kann die erfreuliche Tatsache konstatiert werden, daß seit Anfang ber 80 er Jahre des vorigen Jahrhunderts vorgenmnmenen Anpflanzungen von ObN>äume7i meist solche bessern: Sorte sind. Tie Bedingungen zum Liefern feinsten TasclEeS sind also vorhanden, merden aber leider sehr läufig nicht genügend ausgenützt, denn im Ernten, Sortieren und Verpacken deS LbsteS muß man sein oft die notwendige Sachkenntnis und Sorgfalt noch vermissen. In dieser Hinsicht können die Ohstproduzenten Tirols, Südfrank- rei/o Italien. Rente . . . 104.30 4V, % Portugieser » . . 62.20 8°/ Portugiesen. .... . 61.40 1 % C. Türken ... . —.— Türkenlose ...... —.— 4% Griech. Monopol.-Anl. 48.00 41/. % äussere Argenfiner —.— 30/0 Mexikaner .... 27.85i 41/85/o Chinesen . . ‘-.z. 9&301 Electric. Sch ackert .... c —.—\ Nordd. Lloyd . . . 103 801 Kreditaktien . . . . . 204.00i Diskonio-Kommandit. . . 19050’ Darmstädter Bank . . 14230' Dresdener Bank .... —.—< Berliner Handelsges. . . —.— Oesterr. Staatsbahn . . . 136.90 Lombarden . * . e• L« 18.70 Gottbardbahn . . . . . 189.50 Laurahütte . . . . :. . 252.50 Bochum 209.75; Harpener ...... 222.20- Tendenz: still. 1 Verlobte verlangt von der Darmstädter ülöbelfabrlk (Srohlr. Hess. Hofflefertmfei^ Darmstadt, Offerte und Preisliste. Bedeutendstes Einrichtungshaus Mittel. deutsdilands. Sehenswürdigkeit 1. Ranges. Ca. 200 Zimmereinrichtungen einsdil. Küche stets wohnungsfertig aufgestellt und [leferfertig. Spezialität: compl. Einrichtungen ü.m.1000—50000. Prelsejest u. offen ausgezeichnet Franco»Lieferuna, lOfflhr. Garantie. Sonntags geöffnet von 11—1 lila; , b8/< Bekanntmachung, Cinguarkiernng betreffend. Die Stadt Giesten wird am 20. und 21. September d. I. mit 170 Offizieren, 8500 Mann und 223 Pferden belegt. Dieselben sollen in geeigneten Quartieren bei Privaten und in Wirffchaften gegen entsprechende Bezahlung untergebracht werden. Wir beab- sichttgen hierbei vor allem die zur Zeit benutzten Quarttere auch an diesen Tagen wieder in Anspruch zu nehmen imb setzen, wenn nichts Gegenteiliges mitqeteilt wird, das Einverständnis derQuar- trergeber voraus. Bezüglich der noch werter unterzubringenden ungefähr 50 Offiziere, 1500 Mann nnd 150 Pferde werden wertere Anmeldungen bis spätestens 10. d. Mts. entgegengenommen. Die Vergütung betragt: für einen Offizrer ohne Verpflegurrg 2 Mark, für etwaiges Frühstück 50 Pig.; für einen Mann mit Vervflegung 2 ML, ,e . ohne Verpflegung 40 Pfg.; _ ... ¥ ; > • sirr ein Pferd ohne Futter 30 Pfg. V <7 Gießen, den 3. September 1904. , B7» Großherzogliche Bürge-meisterei Gießen.' ____________________I. V.: Eurschmanir.____________________ Grummet-Bersteigeenrrg. Fürst!. Solmsische Oberfvrsterei Hohensolms. Montag den 12. September 1904, vormittags 9 Uhr: Gemeinde Oberlemp. 36 Morgen. Anfang: ^Auf der Vetter". Nachmittags 4 Uhr: Gern. Mudersbach. 24 Morgen. Anfang: „Teich" Nr. 1. Dienstag den 43. Septrurber, vormittags 9 Uhr: Gemeinde Erda. 40 Morgen. Anfang „Krähwiese". Nachmittags 4 Ithr: Gern. Hohensolms. 58 Morgen. Anfang: „Bornwiese^. Die Wiese an der ^Lohmühle" wird mitverfteigrrt. D1% Mittwoch den 14. September, nachwiLtags 4 Uhr: Gem. Frankenbach. 34 Morgen. Anfang: „Langwiese". Alkoholgegner! Röbrle's Brauselimonade 17225 als Haustrunk. Man fordere Original-Verkaufsliston durch bessere Ofenhandlungen. Oscar Winter, Hannover. Gegr. 17V«. s»7o OFEN FM Oktl: 2 eatenf U Zwetschkuchenmehl 1 per 5 Pkrnd ä 14 Pig, 10 Mud 118 Ptzy Blutenmehl 10 Pfund L 15 Pfg. Diamantmehl 10 Pfund ä. 1F/, Pfg., 25 Pfirnd-Sackcherr 4.25 M. Is, Zwetschen per Zentner 4.50 Mk. per 50 Pfd. L 5 Pfg., 25 Psd. L 6 Pfg^ 10 Pst. L 7 Pfg. ^ebrgldler Berdux Vahnhvfstratze 27. Lttrdcuplatz12.^ Berufswahl. 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Die trauernden Hinterbliebenen. 05196 Heuchelheim, den 10. September 1904 empfiehlt 6908 7251 Danksagung cnuss'Saijpq 817. 05168 Eintritt frei. wozu ergebenst einladet 05119 Ludwig Schlierbach irisch geschlachtet. 7267 13 ■ Sin 1 4 Herfdnebvncti zum Biebertal. ff. Vier der Vranerei Lektor. Für die zahlreichen Be?veise aufrichtiger Teilnahm« bei unserem schweren Verlust meiner lieben Frau sowie für die zahlreichen Btumenspendeu sagen wir herzlichen Tank. Institut Boltz, JhneDIB I. Ib. tichnelLelch.Vorber.a.Elnj-,Fihnr.- u. Prim.-Examen. Progr frei, (bv*/. Wilh. Kohlenmann Äüferet, Neustadt 12. Auch kann b. mir gekeltert werden Prima Kognak ß Spezialmarke, garantiert, franz. Verschnitt, ärztlich empfohlen, per ^iterflasche 2 Mk., ist der preis- werteste und beliebt wegen seines vorzüglichen Geschmackes. Ferner gelten meine französischen Kognaks unter Oriainalverfchluß als die heften, welche der Markt bringt. E. Tort, Walltorstrave 15. zurück. 71 Steinbach, August 1904. 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