Nr. 186 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Gießener Zamilien« Hättet viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl 'sehen Univers.-Buch-u. Stein- druckerei. R. Lange. Redaktion, Erveditüm und Druckerei: chchulstratze 7. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanfchluß Nr 51. Erstes Blatt. 154. Jahrgang Mittwoch 10. August 1904 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger ** ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen verngSpreiOr monatlich7b Ps^ viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel» jährt, ausscht. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür bie TageSnummer bis vormittags 10 Uhr, ZellenvreiS: lokal 12 PI, auSwärtS 20 Psg. Verantwortlich für den votit. und allgem. Dell: P. Witiko: für ,Stadl und Land^ und .Gerichtes aal August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. 3>tc yeuttge Ynmmer umfaßt 10 Seiten« Amtliche Nachrichten über Viehseuchen. Im Gehöft des Landwirts Bathasar Cramer II. zu Fellingshausen (Kreid Biedenkopf) ist ein Rind an Rauschbrand gefallen. Es ist Gehöftssperre angeordnet. Bei einem Schwein des Jost Lau b er II. zu Breid en- llein (Kreis Biedenkopf) ist die Rotlausseuche (Backsteinblattern) amtlich festgestellt worden. ES ist Gehölstssperre angeordnet. Zier Krieg Mischen Japan und Ausland Angriffe auf Port Arthur. Ein Telegramm Alexejews an den Kaiser vom 7. August tautet: Stößel meldet unterm 27. Juli aus Port Arthur: Heute von 5 Uhr früh an eröffnete der Feind aus starken Butterten das Feuer gegen unsere ganze Front. Darauf ging er zu Angriffen auf der ganzen Front vor, besonders gegen den Berg Jwpilatsu, 17 Werft von Port Arthur. Gegen 8 Uhr abend war der Feind mit ungeheuren Verlusten auf der ganzen Linie zurückgeschlagen. Ich bleibe in meinen Stellungen. Zwei Tage haben wir uns auf unseren vordersten Positionen gegen den bedeutend stärkeren Feind gehalten. Vom 30. Juli meldet Stößel: Heute um 4 Uhr früh begannen die Japaner, ungefähr fünf Divisionen stark, den Angriff gegen unsere Stellungen auf den Wolfsberg en, acht Werst von Port Arthur. In Anbetracht der großen Ueberlegenheit des Feindes unfern schwachen Stellungen gegenüber erhielten unsere Truppen den Befehl!,! sich auf keinen Kampf etnzulafsen und sich aus die nächste Position zurückzuziehen. Der Rückzug wurde in vollständiger Ordnung ausgeführt, wobei die Artillerie zur Deckung desselben ein wirkungsvolles Feuer gegen den Feind eröffnete und seinen Angriff zum Stehen brachte. Unsere Verluste sind noch 'Vicht festgestellt, aber jedenfalls gering, die Verluste der Japaner dagegen sehr bedeutend. Die Japaner verfügten in den Kämpfen vom 26. und 27. Juli über ungefähr 7 0000 Mann und eine bedeutende Anzahl von Belagerungsgeschützen. Die Stimmung der Truppen ist ausgezeichnet, der Gesundheitszustand ist gut. Eine andere Depesche aus Mukden berichtet: Rach mehreren abgeschlagenen Angriffen der Japaner auf die vorgeschobenen Posten der Ruffen bei Port Arthur gingen die russischen Truppen infolge erdrückender Uebermacht des Feindes in vollster Ordnung mit Gesang und Musik auf den Wolfsberg zurück. Die Japaner, augenscheinlich durch den zweitägigen Kampf erschöpft, verfolgten die Russen nicht einmal. Auf dem Schlachtfelde wurden die verwundeten Japaner von den Ruffen aufgelesen und ihnen ärztliche Hilfe zu teil. Am 28. Juli ergriffen die Japaner abermals die Offensive. Die Ruffen gingen jedoch, ohne den Kamps aufzunehmen, in die Festung zurück. Zn Port Arthur eingeschloffen oefinden sich auch einer Mitteilung des „OsfizierblatteS" zufolge zwei deutsche M a rineoffizie re , Korvettenkapitän des Kaisers Nikolaus veröffentlicbt, in welcher es heißt: Ich hoffe, daß mein Volk, würdig den heiligsten tteberlieferrmgen der russischen Raffe, Port Arthur mit Tapferkeit, Entschiedenheit und Treue verteidigen wird; ich rechne daraus, daß die Ossiziere die Mannschaften ermahnen werden, die Fabne hochzuhalten aus diesem kleinen Teile Rußlands, der jetzt vom Mutterlande getrennt ist. Zu meinem Volke habe ich das Vertrauen, daß es die Soldaten unterstützen wird. Die Botschast wurde den Soldaten vorgelesen und von diesen mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Ebenso beifällig wurde ein Telegramm Kuropatkins ausgenommen, das die Bevölkerung auffordert, sich gut zu halten, da er ihr vor August nicht Hilfe bringen könne. Die russische Zeitung Nowi Krai in Port Arthur, die in der belagerten Festung noch immer erscheint, ist in einigen Exemplaren nach Tschifu. gebracht worden. Sie enthält eine sehr lebensvolle Schilderung der schweren Kämpfe, die allerdings schon mit dem 27. Juli abbricht, aber ent)em sie sich in Widerspruch mit den Meldungen Stössels setzt, die Eroberung des Wolfsberges durch die Japaner bestätigt. Dieser Bericht lautet wie folgt: Bei Tagesanbruch am 27. begann der heißeste Kampf des dreitägigen Angriffes unter glühender Sonnenhitze. Der rechte fräissische Flügel unter dem Kommando des Generalmajors Kvndradento sah sich gezwungen, eine furchtbare Beschießung auszuhalten, auf die die Russen bedachtsam antworteten. Die Marinebatterie war wiederum das Ziel für das heftigste Feuer, und wurde zum Schweigen gebracht. Von der Marinebatterie aus sahen Beobachtungsposten gelegentlich. Granaten in den anderen Batterien krepieren. Mit der Zeit wuchs die Genauigkeit des japanischen Feuers. Die russische Infanterie lag mittlerweile, einen Angriff erwartend, in den Schanzen und war passiver Zeuge des gigantischen Duells. Sie lag gut ge- oeckt und wurde nur von wenigen Granaten getroffen. Um 9 Uhr kündigte der Schall von Salvenfeuer an, daß der Sturm bevorstehe, und er folgte sofort. Eine Stunde lang gingen die Japaner unerschrocken in einem Feuer vor, das wie tausend Salven in einer einziaen gleichzeitigen Explosion beschrieben wird. Dann kam Der japanische Angriff zum Stehen. Die Russen jubelten, aber in diesem Augenblick kam die Mitteilung -von General Stössel, daß der furchtbare Vorstoß auf die rechte Flanke lediglich eine Maske gewesen fei, um die Konzentration der Japaner auf der linken Flanke, deren Schlüssel der Wolfshügel war, zu verschleiern. General Stössel befahl General Kondratenko zu sich> der sofort mit seinem Stabe zu ihm hinsprengte. Nach kurzem Ritt sah der General sich genötigt, zwischen zwei Wegen zu wählen. Ein längerer Weg war gedeckt gegen Feuer und ein kürzerer führte durch ein von den Granaten bestrichenes Tal. „Gott ist den Tapferen gnä b t g", sagte der General und galoppierte unverletzt durch das Tal. Gegen Mittag stellten die angreifenden Japaner plötzlich das Feuer ein, und die Beobachter durch die Ferngläser sahen, wie sie in aller Eile eine Reismahlzeit einnahmen. Späterhin wurde dieser Flügel der Russen wohl noch gelegentlich durch das Einschlagen einer gewaltigen Granate an die Anwesenheit der Japaner erinnert, aber das Schlimmste war vorüber. Unterdessen entwickelte sich der Hauptangriff, der mit der Eroberun g des Wolfs-Hügels endetet Zn der Mandschurei. schang zurück, wo, wie man annimmt, eine EntscheidungS Wie „Daily Telegraph" aus Tschifu meldet, wird in den ' ~)a ”9 w0'. ketzten dort aus Port Arthur eingetroffenen Zeitungen eine Botschaft | schlacht statthaben wird. Die Ruff. Telegr.-Agent. meldet and Mukden vom 8. ds.: Rach Gerüchten ziehen sich die russischen Truppen der Südfrout von Hoitschöng auf die Anhöhen von A n s ch a n t- Hosfmann und Leutnant z. S. von Gtlgenhermb, die seinerzeit abgesandt wurden, um den Operationen der russischen Flotte zu folgen. Botschaft des Zaren au die Verteidiger Port Arthurs. Die Japaner bestellen Pferde. Die Gebrüder Polkfort-Worth in Texas erhielten von der japanischen Regierung den Auftrag zur Lieferung von 100 000 Pferden. Briefe von Alexejew nnd Kuropatkin. Der russische Generalstabskapitän Potte ist vom Kriegsschauplatz in Peterhof angelangt. Er überbrachte Briese von Alexejew und Kuropatkin. Letzterer teilt mit, es sei ihm gelungen, 6 5 000 Projektile über Jnkou nach Port Arthur zu senden. Er aber, Kuropatkin, brauche dringend Schnellfeuerkanonen. Ruffische Verstärkungen. Nach Petersburger Meldungen steht die M obilisierung des 13. Armeekorps (Smolensk) unmittelbar bevor.' Dagegen will man die von Kuropatkin dringend begehrten kaukasischen Korps aus Besorgnis vor politischen Schwierigkeiten nicht nach Ostasien entsenden. Das Ansuchen von 250 kaukasischen Offizieren, unter Kuropatkin dienen zu dürfen, wurde in Petersburg abgelehnt. Die Ostseeflotte geht wahrscheinlich am 16. August nach dem fernen Osten ab. Der Kommandant Admiral Goschdjest- wensky hißte bereits seine Flagge auf dem Panzerschiff „Suworow". Im ganzen besteht die Flotte ans 60 Schiffen, darunter 8 Panzerschiffen und 9 Panzerkreuzern. Die Flotte soll in 60 Tagen ihren Bestimmungsort erreichen. Verproviantierung der Japaner. Die Russische Telegraphenagentur meldet aus Mukden vom 9. August: Die Japaner benutzten die Eisenbahnlinie Schanhaikwan-Jnkau zur Verproviantierung der Armee. Es heißt, daß fte längs derselben Linie ihre Truppen mit der Bestimmung nach Hsinrnintun mobilisieren. Eine japanische Proklamation an die Chinesen. Der „Standard" meldet aus Schanghai: Die Japaner erließen in Riutschwang eine Proklamation des Inhaltes, daß die Japaner Krieg führen, um das Volk vander russischen Tyrannei zu retten und die Mandschurei, die Heimat der Dynastte, wieder freizumachen. Die Proklamation schließt mit der Aufforderung zum Gehorsam gegen die japanischen Gesetze. Japanische Grausamkeiten. Zu diesem Thema erhält das „$8. T." folgende Zuschrift eine- russischen Offiziers: Charbin, 22. Juni (5. Juli) 1904. Im Hospital liegend, lese ich alle Zeitungen und wundere mich, daß nach all den Grausamkeiten, die unser Feind vollführt, und die in Gegenwart von ausländischen Agenten zu Protokoll genommen werden, dennoch ausländische Zeitungen alles für Verleumdung halten. Daher sei es mir erlaubt, einen Vorfall (nur einen von den vielen) zu beschreiben, der am 10. (23. Juni) in der nächsten Nähe des Dorfes Ceudjaja stattiand. Unsere Regimenter, die dott unter Kommando des Generals Mischtschenko auf der Position standen, mußten der Uebermacht weichen und konnten tm ersten Augenblick nicht alle Schwerverwundeten aufiesen. Unter ihnen befand sich auch ein junger Leutnant der 4. Sotnie des 1. Tfchetin- schen Kosakenregiments, Nikolas Tokenakow. Er war am Haffe und am rechten Knie schwer verwundet. Die Sotnie war eben verschwunden, als mein Kamerad einen japanischen Dragoner- soldaten sah, der beim Anblick des Leutnants Tokmakow sofort vom Pferde sprang und sich ihm auf drei bis vier Schritt näherte und längere Zeit zielend drei Kugeln auf den schwer verwundeten, am Boden liegenden Offizier abgab. Die eine Kugel traf daS Genick und zwei Kugeln den linken Ellenbogen. Nur die schnelle Rückkehr unserer Kosaken verjagte den „tapferen* Verteidiger der Ehre des Landes der aufgehenden Sonne. Die Verwundungen meines Kameraden sind derart, daß unsere Aerzte der Meinung sind, daß die drei letzten Schöffe des „hervorragend humanen" japanischen Dragoners mit der Kugel „Dum-Dum" in einer engen Derbinoung Kunst und Litteratur. C. K. Neues von Rubens. Tie prächtige Gestalt des großen Malerfürsten Peter Paul Rubens wird durch ein jüngst erschienenes Buch von Robert Vischer („Peter Paul Rubens", Berlin 1904) mit einer Fülle von Zügen ausgestattet, die seine reiche allseitige Persönlichkeit und feine soziale Stellung in einem neuen Lichte erscheinen lassen. So teilt Viscljer eine Stelle aus einer Sclbstbiographie des dänischen Leibarztes Otto Sperling mit: „Mir besuchten auch den weit berühmten und kunstreichen Maler Rubens, den wir gerade bei der Arbeit trafen, wobei er sich zualeich aus dem Tacitus vorlesen ließ und daneben einen Brief diktierte. Ta wir uns nun still verhielten und durch Reden nicht stören wollten, begann er selbst mit uns zu sprechen und fuhr dabei ununterbrochen fort in seiner Arbeit, ließ sich weiter vorlesen, hörte nicht auf, den Brief zu diktieren und antwortete auf unsere Fragen. Darauf ließ er uns durch einen seiner Diener überall in seinem herrlichen Paläste herumführen und uns seine Antiquitäten und die griechischen und römischen Statuen zeigen, die er in großer Menge besaß. Wir sahen dort auch einen großen Saal, der keine Fenster hatte, sondern sein Liclst durch eine große Oeffnung mitten in der Decke erhielt. Da saßen viele junge Leute, die alle an verschiedenen Stücken malten, welche mit Kreide von Herrn Rubens vorgezeichnet waren und auf denen er hie und da einen Farbenfleck angebracht hatte. So nHcr genialen Kräfte voll war der Geist des Malers, daß er wie Cäsar viele Tinge auf einmal verrichten konnte; und nur so ist es erklärlich, daß er eine solck>e Anzahl zum Teil riesengroßer Gemälde mit Bewegung nird Farbenpracht erfüllte, wenngleich freilich viele seiner Entwürfe in seiner Werkstatt bann aus- gesührt wurden. Durch diese unvergleichliche Produkttonskrast schuf er nid)t nur eine ewige Welt der Schönheit, sondern cnwarb durch seiiil- ^l.iuzenden Einnahmen arofoen Reichtum. AIS ihm der Londoin r Aid,»mist Brendel einst davon sprach, daß er den Stein ber Weisen unb bie Golbmacherknnst nun bald gefunden laben merf . und RnbcnS den Vorschlag wachte, gegen einen Barsch.ls n n Gewinn mit ihm zu teilen, da antwortete der I .cfimb: „Meiste, Brendlin, Ihr kommt nut Eurer Kunst nm zwanzig Vvilyrc zu spät, beim um selbige Zeit schon habe ich ourch den Pinsel und die Farben den rechten wahrhaften Stent bet Weisen gesunden " Und so glücklich war seine Natur organisiert, daß er selbst während er alle Leidenschaften und die entfesselten Triebe bacchantischer Lust in seinen Werken anstoben ließ, selbst in ruhiger, glücklicher Ehe lebte und fast asketisch karg im Essen und Trinken war; ja, dieser Maler des warinen, üppigen Fleisches und der tierischen Wildheit war selbst beinahe Vegetarianer, weil er glaubte, daß FleiMost dumpf nnd arbeitsmüde mache. Schon sehr früh stand er auf, im Sommer bereits um 4 llhr, und malte dann den Vormittag. Eine Stunde vor dem Mittagessen hielt er inne, um sich mit etwas anderem, mit Politik oder Literatur, zu beschäftigen. Raclnnittags matte er wieder, bis der Abend herniedersank. Dann ließ er sich eines seiner schönen andalusischen Rosse vorführen und sprengte -u einem erfrischenden Ritt ins Land hinaus. Seinen leuchtenden und starken Farben hielt er Schwarz und Weiß möglichst fern, weil sie ihm das rauschende Fortissimo seiner Klänge zu dämpfen schienen. Er berühtt sich in seiner Maltechnik mit Arnold Böcklin, und Bischer führt häufig Bemerkungen des modernen Malers an, die auch für die Kunst des Rubens Geltttng haben. Der große Vlame stand mit allen berühmten unb bedeutenden Gelehrten im Briefwechsel: auch als Tiplomat mar er vielfach tätig unb wahrhaft königlich war das Ansehen und die Ehrerbietung, .bie er genoß. So glich denn auch fein Begräbnis dem eines großen Herrschers. Vor dem Sarge her wurde auf schwarzsamtnem Kissen eine goldene Krone getragen, weil „der Fürst der Maler gestorben", und es warb ber Leichnam von ben höchst betrübten jhinftlicbenben zu seinem Ruhebett begleitet; sein Raine aber wird immer grünen Unb die geschäftige Fama seine Tugend gegen alle vier Ecken der Welt mit ilyren Ruhmtrompeten ausblasen." So erzählt der biebere beutsche Maler Smidrart. * — Wagner- und Backdenkmal in Leipzig. Außer einem Wagrrerbcnkmal wird Leipzig nun auch ein Bachdenkmal erhalten. An jenem arbeitet Maz Klinger, an diesem Karl Seffner. TaS BaclHenkmal, m großen Dimensionen anö gefühtt, lvivd an ber Westseite der Tyomaskirche ausgestellt wer den, deren Kantor ber Komponist bekanntlich nmr. ÄesfnerS En< wurf zeigt nach der „Leipz. Ztg." ben größten Meister pro le ftantifdici Kirchenmusik als geistvoll belebte Persönlichkeit, mitten in seinem Wirken. In imvosanter Erscl>einuna tritt Bach mit ber ganzen Gewalt seine- Wesens vor Augen. Scssner- stellt ihn dar, bie Rotenrolle in der Linken, die Rechte leicht erhoben. Bach erscheint in der Kleidung seiner Zeit, den ausdrucksvollen Kopf nach vorn gewendet. Wie erinnerlich, wurde Bachs wohl- erbaltener Schädel 1894 beim Bau ber neuen Johanniskircbc gefunden und von dem kürzlich verstorbenen berühmten Anatomen His mtiviberleglid} identifiziert, lieber diesen Schädel bat Seffner mit Hilfe des Haußmaunschen Pvrttäts die bekannte Bach- büste modelliert. .Ihre Züge sind auch dem Mvnumcntalbilde eigen. ♦ München 9. Aug. Ter bekannte Geograph und Reisende Friedrich Ratzel, zuletzt Professor in Leipzig, ist in Ammerland am Starnberger Sec- am Herzschlag gestorben. ♦ — Woerls Reiseführer (Leipzig) erfreuen ficb beim reisenden Publikum besonderer Beliebtheit, da sie rasche unb fiebere Orientierung Über Stäbte unb Gegenben, bie man zu besuchen wünscht, erntdglitien. Ju kurzer und knapper Form nnterridrfcn diese Führer über alles Sehens- unb Wissensuvrte des betreffenden Ottes, ein Stadtplan, Kartenbeilagen und Abbildungen unterstützen den Te.pt in wirksamer Weise. Tazu kommt noch, baß ber Reisende burdi bie Baubchen in icber Weise über bie vorteil- haftefb' Art ber Ausnützung her mehr oder minder kurzen Reisezeit aufgellart wird, mohitrdr sich der niebrige Preis von 50 Pfg. für das einfache und l Mk. für bas Tovpelbänbcinm reichlich bezahlt niad/t. So bat sich beim der Woerische Reifebücherverlag veranlaßt iresehen, nach und nach gegen 600 solcher kleiner Führer l)erauszugeben, und es nnrb wobl keine hebentenbc Stabt. Gebirge oder Tal in Deutschland sieben, über das niclU ein solcher hanb Ii(ber Führer existiert, brr kurze, rrfdiövfende unb zuverlässige Auskunft in allen Dingen erteilt unb bie Steife erst zu einer tatsächlich genußreichen unb lobneuben gestaltet. Aber nicht aus TeutsMand allein beschr.ftikt sich, der Woerlschr Verlag illxn 100 Führer informieren Touristen usie Gesä>äitsreifende über die schönsten, interessantesten Punkte Ccfkvrcidv Ungnmo, je 20 über die von Belgien und Holland, sowie Italien, der Schwaz ;c unb selbst über verschiedene außereuropäische Länder. Lre^i schon in hu sei Bortrefslichkeft b i Wocrliäien Führer, so gebt biefr speziell auch daraus liervor ^ili dieselben in einzelnen Füllen bereit- 28 Äefr lagen überschritten ho den. konnte. Deutsches Reich Aus $om T«? LNadi«oKsk Seschw«drr nnb die japanischen Transportschiffe Eine Schilderung der Beschießung japanischer Schiffe, die nun nachträglich bekannt wird, durch das Wladiwostoker Geschwader, auf'dessen erster Kreuzfahrt, gibt der japamlche Oberstleutnant Sato, der daS Transportschiff Sadomaru und des Militärkabinetts an. — Ter Kaiser wird schon cm 11. August abends, von Awinemünde nach Berlin zurück kehr en und am 13. früh wird. r Einem Gewährsmann des „Figaro* gab Mcrry del Bal folgende Erklärung, die der Staatssekretär ausdrücklich als für die Oeffentlichkeit bestimmt bezeichnete: Der Vatiikan oer< langt nicht die weltliche Macht, sondern die materielle Möglichkeit, unabhängig mit den 400 Millionen Katholiken zu verkehren. Diese Erklärung bedeutet em Zugeständnis an Italien, da durch sie zum ersten male von vatikanischer Seite der italienische Grundsatz „Roma intangibile* anerkannt wird. Der /lufftanö in Dculsch-Südwellasrika. UeVr fno V^rbältnstst im KeetmanShoper Bezirk be* ttrbtM der u-llo-rtrerend- Bn.rtetimtmann, Zolldirektor S ch m i d t, nach bem amtlichen Deutschen Kolonialblatt: Politische ^niKsrdjnii. Finanzielle? vom Kanal Rhein-Hannover. Der Ausfall an Reineinnahmen, den die preußisch- hessische Eisenbahngemeinschaft durch den Kanal Rhein-Hannover erleiden wird, pflegt, so meint der „Han. Kur.« überschätzt zu werden. Bei seiner von der preußischen Regierung vorgenommenen Veranschlagung sind diejenigen Erfahrungen benutzt worden, die mit der Einwirkung neuerer Wasserstraßen (kanalisierter Main, Wauerweg Schlesien-Berlin, Tortmund-Ems- und Elbc-Traoe-Kanal) am den Bahnverkehr von den zuständigen Eucnbahn- Tireklionen berichtet worden sind. Danach wird "ch bei gewiß reichlichen Annahmen der oben bezeichnete Ausfall in dem, als erstes Betriebsjahr des Kanals Rhein-Hannover angenommenen Jahre 1912 auf 15 Millionen Mk. oder 2,77 Proz. desjenigen DetnebsüberschusseS (541 456 756 Mk.) stellen, den die Staatsbahnen 1902 gehabt hoben. In ben । Jahren 1893 bis 1902 hat aber die Steigerung des Ucber- schusses rund 17,7 Mill. Mk. oder 3,27 Proz. deS lieber- schusses vor 1902 betragen. Danach wird 1912 die Summe non 15 Mill. Mk. voraussichtlich eine noch weniger bedeutende Rolle spielen, als sie es 1902 getan hätte. Gleichzeitig über- schätzt pflegt, so meint das Blatt, der Zuschuß zu werden, den der Kanal Rhein-Hannover vom preußischen Staate anfangs erfordern wird. Die Regierungsvorlage berechnet hn unter Zugrundelegung eines Zinsfußes von 3 Proz. für Ausland. London. 9. Aug. (Unterhaus.) Norma« (lib.) fragt an, ob die deutsche Negierung bemüht sei, den Tun ntmflM See im Dangtsetal zur Vornahme von Marinemanovern von der chinesischen Negierung zu pachten. Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amtes, Earl of Percy, verneint die Anfrage Die Negierung habe davon gehört, daü Gerücht darüber fei aber unbegründet. , , . — Ter Dorsitzende de- anglo-amcrikonischen Vereins Hal dem Mtuistxr des Acußenl, Lock) Lansdonme, em Iztogranun wr* Anläßlich dc« ersten Ja hrestaqes skincr Krönung begab si-b der Papst ans der Sedia Gestatona m bte Peterskirche und wohnte Dort einer Mefle bei, welche in Gegenwart der Kardinale, des Patriziates und sehr zahlreicher Eingeladener stattsand. Nach der Beendigung der Fe,er begab sich der Papst in seine Gemächer zurück. Die Umgebung deS Papstes ist anläßlich der Wiederkehr des TageS der Thronbesteigung deS Papstes arg enttäuscht. Während Papst Leo an diesem Tage 2 Millionen Francs empfing, erhielt PiuS nur 15000 Francs. UebrigenS hat der Kardinal Satolli aus Amerika berichtet, daß der r I dortige KleruS bedeutende Spenden für Privilegien schicken die aufzuwendenden Baukapitalien. Die politische Korrespondenz der Preußischen Jahrbücher — Juliheft 1904 —I hält es für richtiger, 3% Prozent zu rechnen, da dies den tatsächlichen Kursen der preußischen Staatsanleihen entspräche. Jndesien, selbst wenn man 3’/$ Proz. rechnet, stellen sich die Jahreszinsen für die Baukapitalien der gesamten Teile des Unternehmens (Kanal Rhein-Herne, Lippe-Seilenkanal, Ausbau des Kanals Dortmund—Emsbäsen in der Strecke Dortmund— Münster, Kanal Bevergern-Hannover, Zweigkanäle Osnabrück, Minden, Linden und Kanalisierung der Weser zwischen Hameln und Minden) auf 31/, Proz. von 197 150 000 Mk. oder 6 571 667 Mark. Hiervon garantieren die Verbände! 2 023 500 Mk., nämlich 3 Prozent von 67 450 000 Mk., I außerdem — was aber hier außer Betracht bleibt — Vi Proz. Tilgung derselben Summe oder 337 250 Mk. und, mit Ausnahme von 37 000 Mk. für den Ausbau des oben bezeich-1 neten Stückes vom Kanal Tortmund-Emshäsen, die gesamten Derwaltungs-, Betriebs- und Unterhaltungskosten. Es blieben also vom Staate, wenn nur die Verwaltung?- k. Kosten durch Abgaben eingebracht würden, zu decken: 4 548 167 Mk. Ta aber schon im ersten Betriebsjahre 1912 durch die Kanaleinnahmen über jene Verwaltung?- rc. Kosten hinaus ein Ueberlchuß von 1 422 000 Mk. erzielt wird, sind 1912 nur za decken 3 126 167 Mk. Dieser Fehlbetrag des ersten Jahres verwandelt sich schon in zehn Jahren — also 1922 — m einen Ueberschuß, der über die 3Vzprozentige Verzinsung huwu« schon 7 440 000 — 6 571 667 oder 868 333 Mark beträgt. taritai Augenblicke rin. denn tae f ombarbement auf bte Wmam" batte inzwis-stcn begonnen — unb roat fo furd.t bar. daß es uns allen grau ft e, cm gleick'S ^ckncksal vor . m ''eben. Die Beschießung dauerte übnqcn-5 Jlber j^rei - meiner Ansicht nach kann in der E- gewesen sein —, Pferde. Mensen, Materialien, alles du fteben. »olckiee VorlSlle finb viele, und etnige stnd in Anwelen- heit on au anbii.ten Cffiiieren rhotaararhiidi verewiat worben damit untere «aehtonnnen dermaleinst nut eigenen Sinnen leben fennen. nie „unliniert und „buinnn" unfer Wenner nn Iabie UHU war yteden Sie nach sagen, bau alle? Perleumbuna se, ? Damit dtrbrt machte und entkam, dabei aber vergaß und wrfaumte; bu „<.apo- mam" zu benachrichtigen. Die „Hite.schimaru" m- salls gewillt gewesen, zu entkommen, dock wurd< sie durch ,nie. der ersten Treffer zum Halten gezwungen. AlS wir auf bin Schauplatz fernen, batten die Runen sie bereits iBn ™ zwi'ch^en sich, dcxch barte d>5 Bombardement noch mcht b Unruhe verursachte, nnirbe I ftreng g-straft w-rden. Soldaten seien genug in Deutschland, und der xeuprf* Kaiser würde so viel schicken, als nötig ist, um jeben Aufruhr niederzuwerien. Dann habe ick sie über bte im gäben I emtrefienbe Tntvpe beruhigt, baß diese nur käme, um «vnede I unb Crbnung zu bringen, nickt um ohne Anlaß hier^Ätieß zu führen Tas mim reiten der Hottentotten im Lande in Trupps mit Gewehren sollte jedoch nicht geduldet werden: sie iollten ruh:g au' ihren B?ersten bleiben und den (Mm’icfrten nickt glauben. I Tie Kapitäne getobtm, Ruhe und Frieden zu halten und aus ihren Plätzen zu bleiben. Den BondelzUTart-Eroßmann Stür- mann b^be ick fleicksalls gerufen, er hart? vorläufig seinen I Schwager geschickt und gesagt, et wurde nächste Wocke kommen, I er sei krank. Es herrschen im Bezirk stark bie Pocken. Kapitän HanS Henbrick, der noch voller Blatternarben ist, hat fick in einer Karre hrrsahrcn lassen müssen, weil er nock nickt reiten kommen soll. e , — Der „Staatsanzeiger^^ veröflentlickt eine Bekanntmachung ber Hauptverwaltung ber Staatsfchulden, wonach bie Aussiihri ng^b stimm "ng n be? Finanzministers vom 18. Juni 1891 zu ben Otofetwn über bas Staatsschuldbuch vom 20. Juli 1883. 12. April 1886 und 8. 5uni 1891 auf Grund des Art. 2 des si-esetz-s vom 24. Fuli 1904 abgeändert werden. — Ucbct bas Projekt einer Schnellbahn von Berlin nach Hamburg machl die Malion'alzeitung einige Mitteilungen. Danach scheint das Projekt vorläufig zu ruhen. Der Gewährsmann des Blattes hatte eine Unterredung mit dem Leiter einer der beiden beteiligten Elek- trizitätsgefellsck)aften. Dabei wurde ihm mitgeteUt, jene Schnellbahn sei im Eisenbahnwagen entstanden und zwar ienseit der Alpen In dem Wagen saßen die Leiter der Zcrliner Elektrisitä! gesellschaften, die nachher die Sache unternommen haben, und - was bisher nicht bekannt war — der jetzige preußische Ersenbahnministcr v. Budde. Er ES herrfthtr bei bett Weißen unb Eingeborenen deS Bezirks I eine Unrulv. >eelck' bie aNeimvolmenden Farmer veranlaßte, tnlS nack den festen Plätzen teils nad> der Ostgrenze zu ziehen. Ttese Unnibe war hauptsächlich burdi die immer nneder anftretmden Gerüchte denwrgerufen. daß Hereromassen sick aus bem Wege nad) dem Süden befänden, und durch geradezu unglaubllche! Ausstreuungen über den Hereroausstaud, die vorwiegend aus der Kavkolon'e In erb'r gelangten. Da war Okahand a dem Erivodeu gleidHiemad't, Winblmk in l ell'v Flammen steh nd, sogar lulchich dargenellt. Daß solck»e immer ivieber anftauckn'nde Eerüchte Farmer veranlassen konnten, sich unb ihre Hal>e zu retten, mag verzeihlich fein. Diese Furcht unb die Besprechung unserer Lage im Hererolande von den Meißen -um Teil in Wegenivart ocr Cm* geborenen bat letztere in ihrem leicht getveckteu Machtgesuhl ge* stärkt Auck bat bei ihnen die Erörterung von ber dickt an der englisck>en silrenze. um sofort uver^ treten zu k nnen. und sprack n vom Aufstand ' und d ss n Folgen, I und auf der anderen <^eitc die Eingeborenen und berieten über den Krieg. Bei beiden herrschte Furckst, und meine» ErackstenS nickt am iwnigftvn bei den Hottentotten. Ick persönlich glaube nickt, daß die ato l>esonders unruhig bezeickmettn .reldschub- träger.HotteMotten '?sbsickt unb Vorsatz batten, anfzustehen, unb sch befinde Mick in dieser Hinsicht in Nebereinstimmung mit bem Elies ber Felbsinnpagnie. Dock mm hnn sich bei den Eingeborenen täus^n, wie ber Hereroausstmd versckiedentl'ck bewiesen lwt: eS kann unter solckn-n Verl)ältnissen leicht emtreten, baß der unter der Asck' glimmende Funke durch unruhige Köpfe bei nm batte, sonn nazre er um mcinv I Kfm ^er nasten Anlaß ;ur graf en Flamme angefackt wird. .Eme ivufti. Vir wurden ausgewrdcrt. an .^rd der .^ enna S ^cn^mina hat die offizielle Bekanntgabe ber Kriegsnackrtckiwi kommen, ^ck antwortete: ,,>-o er°^er im Einvernehmen mit den bestehenden Motor» cylltsten-Vereimgungen Deutschlands und Oesterreichs auf» juftenen. Eine längere Debatte veranlaßten die von den Dresden, Augsburg und Boigtland-Thüringen gestellten Anträge m Sachen der Unfallversicherung der Dundesm-itglleder. Sie wurden schließlich wegen der um vIvhalknsmaßtg hohen Kosten einer solchen Versicherung I amtlich Kuriichgezogen und ebenso ein Antrag des Breslauer Vereins, der die Versicherung der Bunbesmitglieder gegen Radbrebstähle wünschte. Die übrigen Anträge betrafen interne Dundesangelegenheiten. Zum ersten Vor»! Reicheanleihe do. Konsole . do . . Heesen OhorhesRon . 102.20 . 89.80 . 102.05 . 89.80 . 100.30 * 161.*- 100 GO . 100.50 . 104.25 . 61.25 ' 127*80 okio, 10. Aug. Der Kapitän des gesunkenen Transportschiffes Jdzu Maru meldet aus Tomsk: Seine ganze Besatzung, 14 Offiziere und 50 Mann, sei ge- rettet^und wohlauf. 13 Offiziere, darunter 4 Europäer und' Neueste Meldnnaen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Paris, 10. Aug. Hier zirkulieren Gerüchte, daß in ^Petersburg dieCholera ausgebrochen sei. Mehrere Erkrankungen seien bereits festgestellt. I Petersburg, 10. Aug. Zu anderen Zeiten hatte die -Nachricht von dem Eintreffen der englischen Tibet- Expedition in der „heiligen Stadtt hier großes Aussehen erregt. Jetzt dagegen spricht man fast gar nicht davon. Man zweifelt nicht daran, daß der Datei Lhama sich den englischen Forderungen unterwerfen wird und daß er in eine halb vasallenmäßige Abhängigkeit zu Indien werde treten muffen. VermischteA. L * Berlin, 9. Aug. In der Nacht auf Montag hat dre Kriminalpolizei eine Massen-Raz zia bei den >Groß-Schlächte rn einzelner Vororte insbesondere in Reunckendorf und Weißensee abgehalten und, wie die „Morgenpost" erfährt, ganK ungeheure Entdeckungen gemacht. Mit einem großen Aufgebot der Kirmin albe amten warrden nach Mitternacht die Schlachthäuser sämtlicher Großschlachter in Reinickendorf besetzt und unter Zuziehung von Tierärzten eine eingehende Revision vorgenommen Als der amtliche Fleischbeschauer in Reinickendorf, Namens Rehberg, gegen halb 2 llhr nachts von Beamten nach einer Großschlächterei geführt wurde, nahm er auf dem Wege dorthin Gift und, brach bewußtlos zusammen. Die Maßregel soll dadurch veranlaßt worden sein, daß der begründete Verdacht vorlag, es sei ungestempeltes Fleisch ttach auswärts vertrieben worden llich: i. B. August Qhocfr. 21. Deutscher Wadfayrer-Aundestag. S. n H. D ü s s e l d o r f, 8. Aug. Im Festsaale der hiesigen ftädttschen Tonhalle hielt gestern der Deutsche Radfahrerbund unter dem Vorsitz seines llmgjährigen Präsidenten Th. Boeckling-Essen seinen 21. Bundestag ab. Die Tagung war außerordentlich zahlreich von Vertretern aller Gauverbände und Einzelvereine aus ?. 2 teilen des Reiches besucht. U. a. waren vertreten die Vereine von Berlin, Leipzig, Breslau, Hamburg, Bremen, Dresden, Kiel, Darmstadt, Nürnberg, Chemnitz, Hannover, Köln, Kassel, Ausgburg, KönigsLerjgl i .Pr., Magdeburg und Lettin. Eine besondere Ehre wurde dem Verbände durch die Teilnahme des Fürsten zu Schaumburg-Lippe an den! Beratungen und Veranstaltungen des Bundestages er= oieJenär vom Vorsitzenden Th. Boeckling erstatteten Jahresbericht des Bundes ist zu entnehmen, daß ter Wrck- T,n der Mitgliederzahl des Bundes, der auf dem vorjährigen Verbandstage in Hamburg zum ersten Male konstatiert wurde, inzwischen einem erfreulichen Aufschwünge vir $?em25v den Hamburger Tag hat die AurCT "^glteter um ca. 2000 zugenommen, sodaß sich antc^a5l &er Bundesmitglieder heute auf 40 043 WaIf t Bundesvermögen Ijat sich um 10412 m hoben. Die geplante Einigung der deutschen Rad- die seit Jahren sowohl vou feiten des Radfahrer-Bundes wie auch vou feiten der AN» ^a^fa^rer=Uuion augestrrbt wurde, deren Der- gsfährten allmhrltch zu veranstalten AngestchW her ! rl i des Bundes wurde ferner be- k e'Strr’] Reservefonds zu bilden. Dem schufis» b°v Abtetltmg für Wanderfahren ist zu entnehmen, >aß 76 Ortsvertreter nett ernannt und ca, 1Ö0 WarnungS- -■?; Wegebezelchnungen ausgestelll wurden, Boni f Vinn uV /■r^Crun^ 9 *^cn beim Radfahren wurden 1 19 Mt^en ausge tellt. Auch iuurte eine 5>aftpflichtver fßerunn für fiiraftfafjrcr mit einer LudwigShasener W*rJ j cht rumst'gesellschaft abgeschlosseu. Ueterhanpt iourbc beiJ t luitwortcn: Venedig, denn dort hört am wenigsten vom Wagen .. ........... Warum? Nun, weil das Pflaster Wasser ist und die Wagen Gondeln. Aber abgeseben von Venedig, hal>en die meisten Städte mit der Frage vom Pflaster eines der schwierigsten Probleme zu lösen. Diesseits und jenseits des Ozeans sind schon alle Arten innt Pflasterung versucht worden. einfmhes v^ftlpstaster, Granilpflaster, Asphalt, Kacadam Gießen, den 10. August 1904. ** Beer di g u n g eines Soldaten. Heute vormittag wurde der 23jährige Soldat Seipp von der 4. Kompanie unseres Regiments, der bei Anstreicherarbeiten an der alten Kaserne abgestürzt und an einer schweren Gehirnerschütterung im Lazarett gestorben war, unter milttärischen Ehren begraben. An der Beerdigung beteiligten sich Oberst v. Grävenitz, Major Wunsch und die 4. Kompanie. 9- Aug, Der städtifche Boran- s chl ag schließt mit einer Gesamtsumme von Mk, 540 792 aB- , An Eiwnahmen sind u. a. vorgesehen: von dem Gaswerk Mk, 25 000.—, dem Wasserwerk Mk, 11700,—, Oktroi —' Dolks- und Fortbildungsschule Mk, 8363,—, Feuerlöschwesen Mk. 3000.-, allgemeine Verwaltung Mk. ^98-—, tsleischbeschau Mk. 5070.—, Kapitalziusen Mark iooo^T"' Hundesteuer Mk. 2100.-, Gemeindesteuer Mark ^N ber Ausgabe finden wir u. a.: Oktroi Mk. 11100.—, Volks» und Fortbildungsschule Mk. 55 073, ^uerloschwesen Mk 7231.-, allgemeine Verwaltung Mk. ^327-—, Fletschbeschau Mk. 5040-, Kvpitalzinsen Mark 42597.—, Gymuastmu und Realschule Mk. 11560— höhere Bürgerschule für Mädchen Mk. 4000—, Gewerbeakademie Mk. 9947—, Straßenuwterhaltung Mark 17 835—, Stra» ßenreinigung Mk. 3505.-, Straßenbeleuchtung Mk. 8000, Kanals Mk. 3000.—, Kreiskasse Mk. 34 600.—, Polizei Mk ka aaa 922—- Erbauung gemeinheitlicher Gebäude Mk ^000.—, Erbauung von Straßen, Fußsteigen usw. Mark 12 500.—. Bet dem Kapitel Straßenunterhaltung sind für bte Unttoanhlung chauffierter Fahrbahnen in gepflasterte, tnsbcsondere tu der Hanauer-, Msmartk- und oberen Lttd- wtgstraße Mk 9000.- vorgefehen. Mr Erbauung von , äußert werden vorgefehen: für Herstellung eines erhöhten tlußstetgs in der Seebergstraße Mk. 2500 —, für llm- legunst der Fußsteige in ber Bismarckftraße, zwifchen Haag und Ludwtgstraße Mk 3700.—, Chaussierung der Langpässe und Anlage erhöhter Fußsteige Mk 6300.—, Unt» Pflasterung des Pfarrgäßchens Mk. 1000.—. (Oberh Anz.) sandt, worin aus Uesküb gemeldet wird, daß 9000 Armenier ermorbet worden seien. Ter Minister erklärte, bis jetzt noch teure Bestättgung ber Nachrickt erhalten zu haben . . Kopenhagen 9. Ang. M erregt hier großes.Aufsehen, daß der Justizmmrfter auf eine Aufforderung der hiesigen russischen G e sa n dt s ch a ft'einen Prozeß gegen den Redakteur eines hiesigen Blattes angestrengt hat wegen eines Artikels, .der eine Ktttik des russischen Regierungssystems enthielt. Dieser Versuch der russischen Regierung, auch Über die hiesige Presse Zensur auszuüben, wird hier als ein 9lusdruck der gereizten Stimmung angesehen, die in Petersburg wegen der hier betriebenen finlänoischen Agitation herrscht. Allgemein wird es dem Justizminister übet genommen, daß er ter Aufforderung .der russischen Gesandtschaft Folge geleistet hat. Tie Anklage stützt sich auf einen Paragraphen des dänischen Sttaf- gesetzbuches, der den mit Strafe bedroht, der einen den König befreundeten Regenten beleidigt. P a r i s , 9. Aug Ter internattonale Kongreß der G r u b e n- arb eiter nahm heute den Antrag auf gesetzliche Einführung des Achtstundentages, einschließlich der Ein- und Ausfahrt für die Gruben- und Erdarbeiter, in den Bergwerken an. Belgrad, 9. Aug. Tie Regierung verbot wegen ter Mißernte die Ausfuhr von Mais und Maismehl, sowie von Heu. .Die gesamte Presse billigt diese Maßregel. Petersburg .9. Aug. Aus ziemlich ftagwürdiger Quelle wird mitgeteilt, haß ter 3ar, als er von der Beerdigung Plehwes zurück kehrte, in seinem Arbeitszimmer im Palais zu Peterhof ein Manifest der r u ss i s che n R evolutionäre fand, jn welchem die Gründe der Ermordung Plehwes auseinandergesetzt waren und gleichzeitig erllätt w"rde, daß die Terroristenpartei in Ausführung des Beschlusses ihres Mions- komrtees fottfahren werte, alle Hindernisse und Personen zu beseitigen, welche der Befreiung des russischen Volkes von der Despotie int Wege stehen. Der Zar übergab das Dokument dem ^ustizmtnister Murawiew und beauftragte ihn, die Untersuchung selbst zu führen. .Der Palaiskommandant Hesse soll seines Amtes enthoben werden. Triest, 9. Aug. In dem gestrigen Nachtmanöver in den ^toyaffent von Toode stießen die Torpedoboote „M a r a b u" unb „Kranich" zusammen. Beite Torpedoboote seien ziem-! lich schwer beschädigt und nach Pola gebracht Worten. * Welche Stadt hat das beste Pflaster? Ein vielgereister Mensch toürbc vielleicht fährt man am behaglichsten und gerassel auf tem Pflaster. Wa Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. 11 ^^"^u^chtliche Witternng in Hessen für Donnerstag, den 1-^teuernb heiter und trocken, tagsüber mäßig warm oet luyter i/iaent. Näberes durch die Gießener Wetteckatte. * Eine Frau als Amme eines Elefanten säuglingS. Aus Mailand wirb ter „Voss. Ztg." geschrieben : Der „Sortiere della Sera" erhält von einem seiner Abonnenten in Bangkok (Siam) die Mitteilung von, ™ . - - . . -u- - einem merkwürdigen Fall der Ernähntng eines Elefanten- D^r'^ic::)cne Sturmangriffe gemacht, feien aber säuglingS, dessen Mutter unmittelbar nach seiner Geburt qe=- Verlusten zurückgeschlagen storben war. Eine arme Bäuerin erbot sich, den jugendlichen Verluste sollen die bei den Kämpfen um den Dickhäuter, ter aber doch schon die Größe eines mehr J 07* c ®nmf)ü9er erlittenen noch übersteigen, monattgen KalbeS hatte, an ihrer Brust säugen zu lassen. I^uf Seiten der Russen sollen über 1000 Mann in dem Und tatsächlich wurde der Elefant auf diese Weise aufgezogen I rC™ « ?c'.nY c. n ^cm' ^cr ^lS der bisher schwerste de§ ohne daß tem Kinde ter Frau die rechtmäßige Nahrung ent- bezelchnet werde. Die nissischen Truppen seien durch ! zogen wurde. DaS Sonntagsblatt der genannten Mailänder »^ölkening Pott ArthrtrS unterstützt worden, lieber Zeitung, die „Domeneia del Corriere", bringt sogar die \Q Schädigung der ,Uotten sei noch nichts bekannt. Photographie der Szene. Man sieht ein kräftiges Weib, daß an der rechten Brust einen Säugling hält, während an ihrer zweiten Brust das Elefantenbaby trinkt, indem cS den I gy,o/ö Rüssel über die linke Schulter seiner Amme schlägt. Es wäre! 5»/» interessant, z»t erfahren, ob Natuttorscher schon andere Fälle einer derattigen Elefantenernährung beobachtet haben. Wäre JK°0, nicht auch die Photographie veröffentlicht, würde man die w/t% Mitteilrmg ohne weiteres ins Gebiet der Fabel verweisen., 4Osstvrr. Ooldrovto ' (Neber alle Ziveifel scheint sie unS auch durch die Photographie nick)t hinauSgehoben. D. Red.) Beifall des Publikums DÜ @toto»fratoaauf 106101 ^r-hwegs ein mangelhaftes a ter k -r - ^ozu angetan ist, die schweren Pferde ter Wagen und Ommbupe zeden Augenblick zu Fall zu bringen In wenigen, anderen Städten sieht man die Pferde ft> fiS stürzen wie m Paris. Ein reckt schlechtes Hafter tef Mo io s^neStadtBrüssel aufjvtoeif^, "Ä Boulevarb^ machen e ne Auc'nah ne V n all n finb in Bezug ans die Pfl-steLng die üLisN? Tre -neistm derselben kennen nicht die kleinen PflasterMne ion^i ^freuen sich des Asphalts ober breiter Trottairvlatten ganze Ausdeutung per Straßen, so V^g Iormz^ua Neapel: nur Rom hat Itellenweise schlechtes Tilafter toabrschemlich Ne fünfte und best^Pflasterung SÄÄ Men unb eurotmirfen Stadien — in der Mitte der Straße nämllck einen Streifen Psiaper für die Pferde, zu beiden Seiten Asphalts ober Bausteins für die Wagen, sodaß man ^ME im Wagen toie auf Gummi dahinrollt, Tie meisten großen Städ^ I ^4uut-»u»ycLcycuijvuxrn. >)UM eifert rt5vr-1 haben sich also dem Asphalt und einige dem Macadam toTebeTUTrt Th- Boeckling und zu seinem scheinen sich dabei wohl >u befinden. In Amerika ^hat man Stellvertreter Amtsrichter v, Köller-Allona gewählt, Zum den Asphalt gerippt und damit ersielt man einen TOufta&otot Bundeszahlmeister bestimmte man Folger-Essen, zum Vor- T” ist und den Pferden den nötigen Halt »uni Uenden des Sport-Ausschusscs Schplidt-Offenbach, rumI ?^Ä^^getoahrt^ ,Gießen hat zurzeit etwas übermäßig Vorsitzenden der Rechtsschutzabteilung Rechtsanwalt Dr 222L^»^2!^^!!^lL2-vver^nt^der^Zeit besser werdem Scharlach-Straßburg und zum Jahrwart für das ” cnrtrf ~ " Dahn» und Straßen - Wettfahren Setoiq - Hannover . Ä.A. S XS-SäRÄ faub rm Apollo-Theater der fesllrche Empfang des Bundes- den 9., Wilh. Wiedenstein, M.-Tv., den 11., Ludwin Lew M'-A" tages und am Sontttag der große Bundestagslorso durch den 14. 9 5' tee ©tragen der Stadt Düsseldorf statt, an dem sich 187 v t Bereme mit ihren Dannern beteiligten. Auch ein Saal- Kandel und DerKeKr. Valkswirißdaft. fahren wurde wie all ährllch veranstaltet. «'»'‘«»“»“■ljujupi. 1 _ I , . Eine neue englilche Tabakgesellschaft. Vor einigen Tagen ist in London ber United Tobacco Companies Atünkapital von 800 000 Pftrnd Stettins^ bestehend aus 300 000 6proz. Vorrechts- und 500 000 Stammaktien, beite zu je 1 Pfd. Sterl., eingetragen worden. Tie neue Compagnie übernimmt von ter British American Tobacco Eom- pany, Ltd., die iM^Iahre 1902 das Er Pottgeschäft des eng» TaAktrusts übernahm, deren südafttkanisches Geschäft, die British Tobacco Company, Ltd. (South Afttka), und das Geschäft ter Fimia Holt u. Holt in Pott Elisabeth und Johannesburg, ^as Kapital, welches nicht zur öffentlichen Zttch- wird, dürste vorwiegend vom euglsschen Tabaktrust mbskribiett werten. sw» wurden Siffabon, 9. Aug. (Havas.) Gestern abend gegen 11 llhr wurde hier und in der Umgegend ein Erdbeben verspürt, das jedoch keinen Schaden anrichtete. * Budapest, 9. Aug. Im Komitat Trentschin brannten in drei Ortschaften 175 Wohnhäuser und 330 Nebengebäude nieder. In Trentschrn und Mako kamen bei dem Brand drei Personen um. * Wellington, (Neuseeland), 9. Aug. Heute vormittag 10 Uhr 22 Min. fand hier ein heftiges Erdbeben statt, wie es seit vielen Jahren nicht verfpiitt worden ist. Mehrere öffentliche Gebäude sind schwer beschädigt. Viele Privatsirmen und Familien erlitten große Verluste. Menschenleben sollen nicht in Mitleidenschaft ge-! zogen fein. Die Erderschütterung wurde sowohl auf der Nord- wie auf der Südinsel wahrgenommen. * Die älteste Münze. P. Ernst Lohmann hat auf seiner diesjahttgen Reise durch Kleinasien in Nordsyrien ein Ln ™ ~ - ■■. , .--------r— — Silberstück erworben, da§ von großer archäologischer Bedeu- ! c 1 ann. D0J] «er <5al>o STJaru seien gleichfalls wohlauf und tung ist. Dieses Stück, aus reinstem Silber bestehend unb ^fancym m TomSk. vorzüglich erhalten, trägt die unverletzte aramäische Inschrift < n l«r 10* ^cm Standarte wird unter von Panammu Bar Rekub, König teZ von den Ausgrabungen 9/ gemeldet: Das chinesische auswättige Amt des OrienttomiteeS bekannten Reiches Schamol, der um etwa , /C bem IaPn™fä)en Gesandten mit, der Tattarengeneral 800 v. Ehr. regierte. Das Silberstück wiegt rund 400 Gramm I 40 0 chunchu fische Räuber seien unter ! stellt also eine leichte babylonische Silbermine dar und zu- rlapanischer^ Offiziere vom Kriegsschauplätze auf gleich die älteste bis heute bekannt gewordene LrJr ©ebiet, übergetreten. Die Russen erhoben Münze. Denn bisher betrachtete man die Lydier als bie Un^ boschulbigten bie Ehinefen, bie Japaner zu be- Erfinder be§ Münzwesens, also Krösus bezw. besten Vater ^'^tigen. Der japanische^ Gesanbte besttttt, daß die Ehnn- Alyattes, während dieser neue Fund die Aera des Münz- . japanischer Führung gestanden hätten. wesens um rund 200 Jahre im Alter hinaufrückt unb außer- , Der .Daily Telegraph^ bem nicht bie Lyber, sondern zunächst die semitischen Aramäer Be: Port Arthur fand eine ----- als die ältesten Präger von Münzen erscheinen läßt die h « a ^>IPCI ö0.n dort Arthur in Tschssu einge- ihrerseits wiederum wohl auf babylonisch-assyrischer Grund- offene Kuriere, welche die Stadt am 5. August abends läge fußen. I ^erliegen, berichten, die Japaner hätten am 4. August abends Iben Angriff auf bie Hauptlinien bcr russischen Verfestigungen, bie sich über ben linken Flügel ber Rusten erstrecken, begonnen; beide Flotten seien in Tätigkeit gewesen. Der Kampf dauerte bis zum sttihen Morgen. Die Ja- 4'/» 96 Oeetorr. Silborronto 496 Ute ar. Qoldronto , 4°/o Italien. Rente , 4*/t 56 Portugieser . . S°/ Portugiesen. , , . 196 C. Türken . . . 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