Nr. 134 Freitag, 10. Juni 1904 Gießener Anzeiger Erscheint llqll® tritt VuSnahme bet Sonntogfl. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen. cm dieser Mg Dove (freif. Vergg.): Eigentliche Gründe gegen das Frauenwahlrecht fmb von keiner Seite angeführt. Das Verhalten der Herren erinnert an das Lessingsche Wort: Die „Steyene, tfamllknblätttr* »erben den ,Sn}d'<. ote*7nc wöchenUtch betgelegt Dc Ehestt £anö fr* ' erschein nwnatltch einmal 154. Jahrg Wrtnltonflbtnrf and Bering bet VvShl^tze» UntDcrftiditonirfeteL 8L Bangt, Gtetze». tRebaftton, Expedition a. Druckerei: vchulstr.?. T«t. Str. 6L XeUgt^Bbr.: ttojctga Vletze«. Maßnahmen gegen die Reblaus getroffen werden, aus der Kaue des betr. Einzelstaates. Hierzu liegt der eingangs (in der Rede des Abg. Schulze) mitgeteilte sozialdemokratische Antrag Auer und Gen. vor. Abg. Dr. Wolff (wirtsch. Verein.) beantragt, die Entschädi- gungspflicht auch bei einem Veräußerungsverbot ju statuieren, findet aber beim Hause keinen Anklang. Ein Rcgicrungskommiffnr erklärt, der Antrag Wolff würde das Zustandekommen des Gesetzes auf das schwerste gefährden. Dagegen könne er sich mit dem sozialdemokratischen Anträge einverstanden erklären, insoweit er die Regierungsvorlage wiederherstellen wolle. Abg. Sartorius (freis. Vpt.) tritt für den Kominissionsbeschluß ein, der den Bundesstaaten die Enischädigungspslicht auferlegt. Man müße der Tendenz der Regierung, alles auf die Kreise und Provinzen abzuwälzen, entgegentreten. Abg. Dr. Spahn (Zentr.) hält ebenfalls an der Kommissionsfassung fest. Abg. Frhr. v. Hehl (nat.-lib.) wendet sich gegen den sozialdemokratischen Antrag, der die kleinen Lagen zu Gunsten der großen belasten würde. In Rheinhessen hätten in den letzten zehn Jahren die guten Lagen nur ein Prozent Ertrag gegeben. Nach kurzer weiterer Beratung wird der § 6 unter Ablehnung der beiden Anttäge in der Kommissionsfassung angenommen, ebenso der Rest des Gesetzes. Sodann wird das ganze Gesetz in der Gesamtabstim- mung einfrimnug angenommen. Hieraus wird die zweite Beratung des Gesetzentwurfes, betreffend die Kaufmannsgerichte bei § 5 ff. (Zuständigkeit der Kaufmannsgerichte) fortgesetzt. 8 5 wird chne Debatte angenommen, ebenso die §§ 6 und 7, welche feststellen, daß durch die Zuständigkeit eines Kaufmannsgerichtes die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte ausgeschlossen wird und daß die Zusammensetzung des Gerichts durch das Statut zu regeln ist. Nach § 8 fallen die Kosten für die Einrichtung und Unterhaltung der Kaufmannsgerichte den Gemeinden oder weiteren Kommunal- verbänden zur Last. Parlamentarische Pertzanvlnnsten. Nachdruck ohne Vereinbarung nicht gestattet. Deutscher Reichstag. 84. Sitzung vom 9. Juni. 1 ItEjr. Das Haus ist äußerst schwach besetzt. Am Bundesratstische: Bei Beginn der Sitzung nur Kommissare. Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung des Gesetzes betreffend die Bekämpfung der Reblaus. In der Generaldebattte verbreitet sich Abg. Schulze (Soz.) über die verschiedenen Methoden der Bekämpfung der Reblaus und empfiehlt sodann Annahme eines Antrages, den die Sozialdemokraten zu 8 6 des Gesetzes, der von der Entschädigung für vernichtete Reben handelt, gestellt haben. Dieser Antrag enthält in seinem ersten Teile im wesentlichen die in der Regierungsvorlage bestehenden Bestimmungen. • Der zweite Teil des Anttages lautet: „Werden Jnteressentenverbände zur Ausbringung der Entschädigung ober eines Teiles derselben gebildet, so sind die Beitragssätze progressiv nach dem Ertragswert des dem Weinbau dienenden Besitzes zu gestalten." Redner bemerkt zu diesem Anträge: Das Gesetz enthält auch nach unserer Ansicht nach verschiedenen Richtungen hin Verbesserungen. Aber eine volle Wirksamkeit zur Bekämpfung der Seuche kann es nur entfalten, wenn auch die Winzer selbst an seiner Durchführung finanziell interessiert werden. Die Schwachen und Schwächsten können durch Jnteressentenverbände über weite Gegenden hin gegen eine allzu hohe Belastung genügend versichert werden. In dieser Frage der Landeskultur kommt es in erster Linie auf die Vertretung der Interessen des Weinbaues an. Das habe ich neulich auch ausgeführt, nicht, wie der Abg. Gröber mir unterschoben hat, gesagt, daß wir nicht die Interessen der kleinen Besitzer verträten. Wenn Sie aber diese an der Durchführung des Gesetzes nicht finanziell interessieren, wird das neue Gesetz ebenso wirkungslos bleiben, wie es das alte gewesen ist. Abg. Erzberger (Zetttr.): Wir können den Standpunkt des Vorredners in keiner Weise teilen. Wir sind der Ansicht, daß dadurch die Reblausgefahr nur vergrößert wird. Der einzelne Besitzer wird, wenn er eine Reblaus entdeckt, sich hüten, das zur Anzeige zu bringen, weil er sich dadurch selbst ans Messer liefert. Ich ersuche Sie, den sozialdemokratischen Anttag abzulehnen. Städte um freie Hergabe des Grund und Bodens angegangen usw. Man dürfe dem Fiskus nie irgend welche Noblesse ziitraiien; umsoweniger liege hier ein Anlas; vor, ihm eine Last abzunehmen. Das Gesetz würde durch die Annahme seines Anttages gewiß nicht gefährdet werden; bei dem Reblausgesetz habe man ja auch die Entschädigungspflicht dem Staate auferlegt, gegen den Willen der Regierung. Was dort möglich war, werde auch hier möglich fein. Die Kosten für die eigentlichen Aufgaben des Staates müßten auch vom Staate sctksi getragen werden und sollten ihm nicht von den Gemeinden abgenommen werden. Geheimrat Easpar erwidert, die Annahme dieses Antrages würde das Gesetz schwer gefährden. Der Anttag passe auch garnicht in die Vorlage hinein, da die Kaufmannsgerichte doch als gemeindliche Einrichtungen gedacht seien. Abg. Raab (Antts.) erklärt, seine Freunde würden für den Anttag Gothein sttmmen. Abg. Tove (freis. Vergg.): Herr von Miquel hat gesagt: „Wer zahlt, gewinnt Einfluß." Will der Staats Einfluß haben, so muß er auch zahlen. Staatssekretär Graf Posadowsky: Gewiß sind auch die Gewerbe- und Kaufmannsgerichte ein Ausfluß der Staatshoheit. Daraus folgt aber noch lange nicht, daß die Gemeinden nicht die Kosten für dieselben zu tragen haben. Unzweifelhaft ist auch die Polizei ein Ausfluß der Staatshoheit. Trotzdem haben in allen großen Städten die Gemeinden die Kosten für Die Polizei zu zahlen. Wenn es nach den Deduktionen der Vorredner gehen sollte, so müßte die Gewerbepolizei, die Sanitätspolizei usw. vom Staatssäckel bezahlt werden. Das geht doch nicht. Es muß hier beim Hergebrachten bleiben und wir können feine Ausnahme von der bisherigen Regel machen. Ich bitte Sie dringend, den Anttag Gothein abzulehnen. Der Antrag Gothein wird gegen die Stimmen bet Linken unb Antisemiten abgelehnt. §8 wirb in ber Kommissionsfassung angenommen, ebenso ohne Debatte § 9, ber von der Zusammensetzung der Kaufmannsgerichte handelt. Die Kommission hat einen § 9a eingefügt, der bestimmt, daß zum Mitglied des Kaufmannsgerichts nicht berufen werden können Personen weiblichen Geschlechts, Ausländer usw. Hierzu liegen zwei Abänderungsanträge Müller- Meiningen (freis. Vp.) und Auer (Soz.) vor. die die Stteichung der Bestimmung, daß Personen weiblichen Geschlechts nicht Mtt- glieder des Kaufmannsgerichis werden können, verlangen. Mit der Beratung des § 9a ist auch die Beratung des § 12 verbunden, der vom akttven Wahlrecht handelt. Die Kommission hat die Regierungsvorlage, die das Wahlrecht an das 25. Jahr geknüpft hat, dahin abgeändert, daß das Wahlrecht bereits den 21jährigen gegeben wird. Ferner hat sie auch den F r a u e n das aktive Wahlrecht gegeben. Staatssettetär Graf Posadowsky: Ich muh hier die Erklärung wiederholen, die ich schon in der Kommission abgegeben habe: die verbündeten Regierungen können weder das aktive noch das passive Wahlrecht für die Frauen zu den Kaufmannsgerichten annehmen. Das Gesetz kann nicht zustande kommen, wenn der Beschluß der Kommission in § 9a vom Plenum nicht gutgeheißen und in § 12 ' die Regierungsvorlage nicht wiederhergestellt wird. Da ich einmal das Wort habe, so möchte ich auch über das Proportionalwahlverfahren zu den Kaufmannsgerichten sprechen. Ich erkenne an, daß das Proportionalwahlverfahren ein durchaus gesunder Gedanke ist und daß es bei den Gewerbegerichten auch erfreuliche Erfolge erzielt hat, aber die ganze Einrichtung ist so neu, baß es bringenb erwünscht ist, ba§ Proportionalwahlverfahren nicht obligatorisch zu machen, fonbern wie bet ben Gewerbegerichtswahlen fakultativ zu gestalten. Ich bitte Sie, auch in biefer Beziehung ber Regierungsvorlage zuzustimmen. Abg. Trimborn (Ztt.): Ich kann mich wetterer Betrachtungen zum Frauensttmmrecht enthalten, nachdem die Regierung erklärt har, daß davon das ganze Gesetz abhänge. Zudem sind die Ansichren meiner Freunde über diesen Punkt geteilt. Ein Teil meiner freunde will den Frauen auch nicht einmal das aktive Wahlrecht zuerkennen, aus Besorgnis, daß das der erste Schritt sei zu weiterer polttischer Betätigung der Frauen. Auf keinen Fall aber wollen Abg. Dr. Blankenhorn (nat.-lib.): Der Abg. Schulze hat hiervon den verschiedenen Bekämpfungsarten gesprochen. Das ist ja alles sckon in der ersten Lesung erörtert worden. Darüber sich zu unterhalten, hat keinen Zweck mehr. Das eine steht fest, hätte man zur richtigen Zeit bas Gesetz gehabt, so wären wir nicht soweit gekommen, baß ber sächsische Weinbau ganz in Frage gestellt ist. Der Anttag ber Sozialbemokraten bietet in seinem ersten Teile nichts neues. Darüber brauche ich also kein Wort mehr zu sagen. Zum zweiten Teile möchte ich hinsichtlich ber Abstufung der Beiträge zu den Jnteressentenverbänden sagen: Die Besitzer der mittleren Lagen machen in der Regel ein weit besseres Geschäft als die der sogenannten guten Lagen, z. B. soll sich Hochheim garnicht rentieren. Es wäre also ganz verkehrt, die Beiträge nach der Crescenz abzustufen. Nicht ber Großgrunbbesitzer ist im Weinbau maßgebend, sondern die kleinen Leute sind es. Ich bitte Sie, ben Anttag ber Sozial- demottchen abzulehnen. Die Winzer haben mit bem Sauerwurm unb mit ber Reblaus genug zu tun, nun kommen auch noch die Sozialdemottaten. (Heiterkeit.) Daß die Winzer auch noch diesen Kampf aufnehmen, können Sie nicht verlangen. Abg. Dr. David (Soz.) wendet sich gegen den Abg. Groeber, der neulich behauptet habe, daß die Sozialdemokraten nach ihrer eigenen Angabe nicht die Interessen der kleinen Weinbauern schützen wollen. Das habe niemand gesagt; der Abg. Schulze habe namens der sozialdemokratischen Fraktion nur erklärt, daß es sich um ein Gesetz zum Schutze des Weinbaues, nicht um ein Gesetz zum Schutze der kleinen Weinbauern handle. Der Abg. Groeber habe die Worte von Schulze emstellt und Abg. Erzberger habe die grobe Entstellung des Herrn Groeber noch vergröbert. (Heiterkeit.) Das zeige wieder, wie wenig eine gewiße Partei das Gebot achte: Du sollst kein falsch Zeugnis ablegen .nüber Deinen Nächsten. (Sehr gut! bei ben Soz.) In Wirklichkeit nehme bie Sozialdemokratie die Interessen des kleinen Mannes und des Mittelstandes viel bester wahr als das Zentrum. In ihrer Haltung gegenüber diesem Gesetze befinde sich die Sozialdemokratie im Einklang mit der Regierung, also in guter Gesellschaft. (Lachen bei den bürgerlichen Parteien, Beifall bet ben Soz.) Abg. Delsor (Els.) polemisiert gegen ben Vorredner, ber als freiwilliger Regierungskommissar aufgetreten sei, unb schilbert die Schädigung des elsässischen Weinbaues durch die Reblaus. Man habe gesagt, daß bei einer hohen Entschädigung der Besitzer ein Interesse daran besitze, Rebläuse in seinem Weinberg zu haben. Das sei doch wohl nur ein Scherz gewesen, denn bann könnte man ja ebenso gut sagen, daß jemand daran interessiert fei, Filzläuse zu haben. (Stürmische Heiterkeit.) Abg. Erzberger (Ztr.) hält dem Abg. Dr. David gegenüber feine Behauptung aufrecht, daß tatsächlich der Abg. Schulze erklärt habe, die Sozialdemottatie habe nicht die Interessen des kleinen Abg. Lipinski (Soz.) ersucht dringend um Annahme des sozialdemokratischen Abänoerungsanttages unb ferner, an bet Kommissionsfassung in § 12 festzuhalten. Die Haltung des Abgeordneten Trimborn sei mehr als verwunderlich. Herr Trimborn habe ja gerade in ber Kommission genau in demselben Sinne gesprochen unb Anträge gestellt, unb jetzt sei er umgefallen. Vor dem Machtwort ber Regierung schrecke er zurück. Solch eine Politik könnten bie Sozialdemokraten nicht mitmachen. Abg. Dr. Müller-Meiningen (freif. Vp.): Herr Trimborn hat uns eine sehr unangenehme Ucbcrrafdjung bereitet. Seine Logik war die: der Tapfere weicht zurück. Nun, die Handlungsgehülfen werden ihm dafür danken. Das wird er schon sehen, ©tauben Sie, durch eine derartige Haltung noch irgend etwas von den Regierungen erreichen zu können? Wenn Sie der Regierung nie die Zähne zeigen, bekommen Sie nie etwas von ihr. Wir werden dem Anträge Trimborn auf Wiederherstellung ber Regierungsvorlage in § 12 auf keinen Fall zustimmen und wir wüsten es uns eigentlich noch sehr überlegen, ob man derartige tiefgreifende Aenderungen von einem beschlußunfähigen Hause beschließen laßen darf. ES handelt sich hier um eine Frage von großer sozialer Bedeutung. Es handelt sich darum, der Frau, die wirtschaftliche Lasten trägt, auch wirtschaftliche Rechte zu geben; nicht um eine politische, um eine staatsbürgerliche Frage handelt es sich hier, wie Herr Trimborn meinte, sondern um eine eminent wirtschaftlich-sozialpolitische. Wenn daS Gesetz an dem Widerstand der verbündeten Regierungen schettem würde, dann würden bie berhünbeten Regierungen auch allein bie Verantwortung bafür treffen. Es ist ja kein Wunber, daß bie Regierung eine solche Haltung einnimmt, wenn bie ausschlaggebende Partei in dieser Weise vor ijjr beständig zurückweicht. Daher kommt es denn auch, daß die Regierung in so rein geschäftlichen Fragen, w'e in der Vertagungsfrage, eine solche scharfe Sprache führt. Die Frau soll einfach auf dem Altar des Kompromißes geopfert werden. Da kann doch von einer ausgleichenden Gerechtigkeit keine Rede sein. Daß das wirtschaftliche Jntereße ber weiblichen Angestellten nicht durch ihre männlichen Kollegen in genügenber Weise gewahrt wird, das wird mir jeder zugeben, ber weiß, daß bie männlichen unb weiblichen Angestellten wie Hund und Katze zusammenleben. (Wiberspruch im Zentrum.) In einer Zeit, wo die grauen fast zu «amtlichen Stubienzweigen zugelassen sinb, wo sie auf allen mög* l'ckien Gebieten bereits Hervorragendes leisten, wo sie sozialpolitisch tätig sinb, man benfe nur an die Ausführungen bes Grafen Posadowsky über bie weiblichen Gewerbeinspektoren, ist eS boppelt unverständlich, wenn man bie Frau von einer einfachen Vertretung ihrer wirtschaftlichen Rechte ausschließt. Ich bitte um Annahme unseres Antrages. (Beifall links.) Abg Beck (Heidelberg, nat.-lib.): Ich habe bei ber ersten Lesung nicht namens meiner Fraktion, sondern lediglich, wie ich auch ausdrücklich betonte, in meinem eigenen Namen für die Ausdehnung beS Wahlrechts auf bie Frauen gesprochen. Die Ansichten barüber sinb in meiner Fraktion auch heute noch geteilt. Meine Anschauung habe ich nur nach schwerem Entschluß geänbert. Es wäre nur ein Ast der Billigkeit gewesen, wenn wir ben Frauen bas Wahlrecht gewahrt hatten. Aber machen wir uns bie Folgen klar! Selbst solche Regierungen, btt dem Gesetz sympathisch gegenüberstehen, haben sich tn ber Kommission gegen bas Frauenwahlrecht ausgesprochen. Was hatten Sie also erreicht, wenn Sie das Frauenwahlrecht einführten NN" die Regierung das Gesetz infolgedessen für unannehmbar erklärte? Ein Beschluß, ben Frauen bas Wahlrecht zu geben, würbe gleichbebeutenb sein mit einem Verschwinden des Gesetzes auf Nimmerwiedersehen. Sie hätten dann verhindert, daß die Hand- ungsgehilfen zu einer raschen Rechtsprechung kommen, an der sie ewst beteiligt sind. Dieser Vorteil ist für uns so bebutenb, daß h)ir, um ihn zu erreichen, in diesem einen Punkte nachgeben. Denn wir erblicken in dem Zustandekommen des Gesetzes einen wesent- lichen Fortschritt. Tie Verantwortung, bie wir burch unsere Votum zu tragen haben, tragen wir sehr gern, wenn auch in erster Linie die Regierung sie zu fragen hat. Wir wollen alles tun, damit ba§ Zustandekommen des Gesetzes, von dem toir uns reichen Segen ver- prechen, nicht gefährdet wirb. Sorgen auch Sie bafür, daß ba3 Ersetz nicht zu Falle kommt durch eine Bestimmung, die gegenüber (Befall.)" Bedeutung des Gesetzes nur von geringer Bedeutung fit. Abg. Gothein (freif. Vgg.) begründet einen Anttag, wonach die Kosten dem betreffenben Bundesstaate auferlegt werden sollen. Die kommunalen Lasten seien ohnehin groß genug. Früher habe es der Staat wenigstens als seine eigentliche Aufgabe erachtet, für das höhere Schulwesen zu sorgen, jetzt müßten auch dazu die Gemeinden zum großen Teil beitragen. Wenn irgendwo eine Eisenbahndirektion oder sonstige staatliche Anstalt errichtet werde, bann würben die »Ich flieh', um öfter noch zu sttetten, Ruf Fips, der Kern von tapfern Leuten. Das heißt, so übersetz' ich ihn, (ni r „ Ich flieh', um öfter noch zu flieh'n." (Große Heiterkeit.) Irgendwo müßen wir doch damit anfangen, den Frauen in der -ßrapS gleiche Rechte zu geben. Gerade hier ist der Punkt, wo toir am besten ansetzen können, beim im Handelsberuf waren Frau unb Mann von jeher gleichberechtigt. Die Scherze über bie .$l^-n-fSung hören immer mehr auf, bie Frauen sinb bestrebt, lich Die wirkliche Vorbilbung für ihre Aemter zu verschaffen, unb das erkennen immer wettere Kreise an. Wenn das Gesetz an dem tfrauenihmmrecht scheitert, so trägt einzig und allein die Regierung die Verantwortung, die hier auftritt und erklärt: „Gründe haben wir nicht, aber wir wollen es." (Beifall links.) Abg. Sattmann (Antis.): Meine Freunde sind durch den Plötz- ^ch^n Umfall der großen Parteien des Hauses überrascht. Deshalb können totr noch keine bestimmte Stellung nehmen. Ein Teil meiner Freunde ist für das Frauenstimmrecht trotz des Verhaltens von Anita Augs- Purg, die die Männer als notwendiges Uebel bezeichnet hat. Wtt wollen nicht gleiches mtt gleichem vergelten unb etwa sagen, daß dicie Dame eine üble Notwendigkeit ist. (Heiterkeit.) Ein anderer Teil meiner Freunde ist gegen das Frauenwahlrecht, sowohl gegen das aktive, wie gegen das passive. Hierauf vertagt das Haus die Wetterberatung auf F r e i • t a g 1 Uhr. (Außerdem Wahlprüfungen.) toir in diesem Punkte das ganze Gesetz scheitern laßen. Wtt werden daher nicht für bie Abänderungsanträge stimmen. Ferner beanttage ich zu 8 12, die Regierungsvorlage wieber- herzustellen, d. h. ben Frauen DaS aktive Wahlrecht zu nehmen unb das Wahlrecht von 21 auf 25 Jahre wieder heraufzusetzen. Wtt können, nachdem die Regeirung ausdrücklich erklärt hat, das Gesetz würde, falls diesen Bedingungen nicht entsprochen wttd, schettem, diese Verantwortung nicht übernehmen. Weinbauers wahrzunehmen. Im übrigen befinde man sich nicht immer in der besten Gesellschaft, wenn man zusammen mit dem Bundesrat marschiert (Heiterkeit) — natürlich nur sachlich. Abg. Dr. Muller-Sagan (freis. Vp.) ist der Ansicht, daß die Entschädigungen vom Staate gezahlt werden müßen, da die Ausrodungen im Interesse der Allgemeinheit liegen. Er werde für das Gesetz stimmen, das er für einen Fortschritt halte, und hoffe, daß es loyal ausgeführt werde. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Schüler (Ztt.), Dr. David (Soz.) und Erzberger (Ztt.) schließt die Generaldebatte. In Der Spezialdebatte werden bie §§ 1 unb 2 (allgemeine Bestimmungen unb Bekämpfungsmaßnahmen) bebattelos angenommen. Bei § 3 (Verbot des Versandes, ber Ein- unb Ausfuhr von bewurzelten Neben oder Blindreben über bie Grenzen eines Wein- baubezirkes) begrünbet Abg. Schcllhorn (natl.) einen Anttag, wonach die höheren Verwaltungsbehörden Ausnahmen von diesem Verbot für Blindreben ganz allgemein erlassen können, während die Vorlage Ausnahmen nur gestatten will für Wurzelreben zu Gunsten einer Person, die in beiden in Befracht kommenden Bezirken Rebpflanzungen besitzt. Der qu. Anttag wird angenommen. Die §§ 4 unb 5 (Anzeigepflicht bei Reblausverbacht usw.) werden ohne Debatte vom Hause genehmigt. § 6 handelt von der Entschädigung für Pflanzungen, bie burch x. Henning (kons.) hält bie Frage des FrauentoahlrechtS nicht für so bedeutend, um daran eventuell das ganze Gesetz scheitern zu lassen. Allerdings wäre der größte Tett seiner Freunde gern bereit gewesen, den Frauen das aktive Wahlrecht Stelle zu gewähren. Are 18. Ausstellung Oer Deutschen LanduurtschuMcheu Gesellschaft. Danzig, 9. Juni. Zum zweitenmale seit ihrem Bestehen hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft die Zelte und hallen ihrer großartigen Wanderausstellung, mit der sie in geregelter Folge die Gaue des Reiches durchzieht, hier im „nordischen Venedig" eröffnet. In Gegenwart der Spitzen der Zivil- und Militärbehörden sowie eures großen Publikums wurde heute die 18. Ausstellung durch den Prinzen Friedrich Heinrich von Preußen eröffnet. Bei der Eröffnung hielt der Prinz sorgende Ansprache: Meine .Herren! Vor wenigen Wochen konnte die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft sich des Tages erinnern, an dem' vor zwei Jahrzehnten eine kleine Zahl weitsichtiger Männer unter Führung des verdienten Geheimrats von Ehth, deu ich am heutigen Tage besonders begrüßen möchte, sich entschloß, eine ganz Teutsck)- lano umsasscnde landwirls^asttiche Vereinigung zu gründen. Unter den Mitteln, welche man damals ins Auge faßte, um für die Landwirtschaft, unser aller Nährmutter, alle hoch, hoch, hoch! . . L Dann widmete der Minister v. Podbielskr der Landwirtschaft herzliche Worte und wünschte ihr nach langer, schwerer Zeit baldige, dauernde Besserung. Reichskanzler Graf Bülow hat in die Landwirtschasts- gesellschaft ein Schreiben gerichtet von folgendem Wortlaut: Dem Vorstand beehre ich mich für die freundliche Ein» l a d u n g zur diesjährigen Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Danzig meinen verbindlichsten Tank auszusprechen. Ich hatte bisher immer gehofft, der Einladung folgen zu können, und daher mit der Antwort bis zum letzten Augenblick gezögert. Leider ist es mir aber, nachdem Reichstag und Abgeordnetenhaus wieder zusammengctreten sind, wegen Heber- lastung mit Geschäften nicht möglich, die für die Fahrt nach Danzig erforderliche Zeit zu erübrigen. Ich bedauere lebhaft, mein aufrichtiges Interesse für die Deutsche Lairöwirtichafls- gesellschaft und ihre diesjährige Wanderausstellung nicht durch einen persönlichen Besuch, sondern nur durch Ueberscndung meiner besonderen Wünsche auf diesem Wege betätigen zu können, und bitte, mein Ausbleiben unter den obwaltenden Umständen entschuldigen zu wollen. von Bülow. Auf dieses Schreiben antwortete der Vorstand der Gesellschaft mit folgendem Telegramm: Euer Excellenz Bedauern, am Besuch der Wanderausstellung in Danzig behindert zu sein, wird von uns aufrichtig geteilt. Wir fühlen uns gehoben durch die überaus wohlwollenden Worte, welche Euere Exeellcnz für unsere Bestrebungen zum Ausdruck bringen, und erlauben uns, dafür hiermit unseren ergebenen Tank auszusprechen. „ . , . Die äußerst reich beschickte Abteilung der Mafchrnen und Geräte gibt nicht nur eine erschöpfende Zusammen- stellung alles dessen, was der Wirtschaflsbetrieb zur Erzielung tadelloser Erzeugnisse und zu möglichster Ersparnis von menschlicher Arbeitskraft erfordert — vom gewaltigen Dampfpsluge an bis zum Nasenringe, der den ungebärdigen Bullen bändigt — sondern auch eine Reihe höchst interessanter Neuheiten, die von dem unermüdlichen Eifer der Erfinder und von dem unaufhaltsamen Fortschreiten des Gewerbes Zeugnis ablegen. Unter diesen Neuerungen ist eine Vorrichtung zum vollständigen Trock n en der Milch, zu erwähnen; die Milch wird dabei ohne irgendwelche sonstige Veränderung ihrer Bestandteile in feste Tafeln verwandelt, die natürlich eine unbegrenzte Haltbarkeit besitzen. Auch die neuerdings namentlich in Hessen starr in den Vordergrund gerückte Kartoffel- trocknung ist vertreten, ebenso bie technische Verwertung des Spiritus, die dem Kartoffelbau eine noch bis vor kurzem ungeahnte Zukunft eröffnet. Na- mentlich sieht man die neueren Konstruktionen der Spirituslampe, die durch ihre bequeme und reinliche Handhabung, ihr prachtvolles mildes Licht und ihren völlig geruch- und gefahrlosen Betrieb sich schon ein großes Feld erobert hat, tn großer Zahl und mannigfachster Ausstattung ausgestellt und kann man die Leuchtkraft ebenso, rote den sparsamen Leuchtstofsverbrauch bequem kontrol- lieren. Wie weit aber der Spiritus als eigentliche Kraftquelle, also zum Maschinenbetriebe sich eingebürgert hat, zeigt ein S p irit u s p f lu g, vielleicht eine der größten Sehenswürdigkeiten der Ausstellung. Nicht minder fesselnd und lehrreich ist die Gruppe der Erzeugnisse und Hilfsmittel, wo sich die neuesten Saatgutzüchtungen, die Wirkung der künstlichen Dünger usw. in ebenso anschaulicher, wie überzeugender Weise darstellt. Ter lebende Teil der Ausstellung, das Vieh, hat in weiten Räumen Unterkunft gefunden. Das Gewieher der edlen Hengste, das Brüllen der Rinder, das Blöken der Schafe/ das Grunzen der Schweine, das G. mecker der Ziegen meldet eine Unzahl vierfüßiger Gäste. Prächtig vertreten sind namentlich die warmblüti gen Pferde- schläge der nordöstlichen Landestcile, und die Militär- verwaltung vervollständigt den Eindruck dieser Gruppe durch eine bedeutende Zahl von Remonten, an denen sie zeigt, was vom Kavallerie-, wie vom Artilleriepferde verlangt wird. Tie Vorführung der Kavalleriepferde unterm Reiter, der Artilleriepferde vorm Geschütz bildet einen der anziehendsten Punkte der Ausstellung. Dazu die großartig beschickte Gruppe der Tieflandschläge beim Rindvieh, die ungewöhnlich zahlreiche Schafabteilung, und zu dem bereits Genannten noch eine sehenswerte Vorführung von Kaninchen, Geflügel, Bienen und Fischen. ' So bietet die Ausstellung jedem etwas und erfreut namenl- , lich das Herz des Tierfreundes. Wege gangbar zu machen und ihr neue Wege zu weisen, rnrnv die Ausbildung des Ausstellungswesens in erster Lmce. Heute schicken wir uns an, die achtzehnte dieser allgemeinen deullchen landwirtschaftlichen Ausstellungen zu eröfsuen. Wer will ermessen, welche Fülle des Nutzens diese Ausstellungen gebracht haben. Die Hingebung, mit welcher die Landwirte ihre Schöpfungen ausstellten, der stets wachsende Andrang von Ausstellern und Besuchern sind ein Beweis für die Wertschätzung dieser Ausstellungen. Die Deutsche Landwirtschaftsgesellsthaft will die Seg- nungen des zeckgcmäßcn Fortschritts, in alle ^eile unseres Vaterlandes tragen. Immerhin ist cs erst das zweite Mal innerhalb achtzehn Jahren, daß sie ihre Zelte östlich von der Weichsel ausgeschlagen hat, doch warten ihrer hier noch große Ausgaben. Hoffen wir, daß die Ausstellung in Danzig die Hoffnungen erfüllen werde, welche weite ft reife aus sie setzen. Ehe ich, meine Herren, die Wanderausstellung 190-1 als eröffnet erkläre, liabe ich mich eines Auftrages Sr. Majestät des Kaiser s und Königs zu entledigen, der sein Bedauern aussprechen läßt, datz er diesmal verhindert ist, die Ausstellung zu besuchen, ihr aber in seiner landesväterlichen Huld reichen Erfolg wunsä.l. Lassen toie uns, meine Herren, unseren Tank für diese gnädigen Wunsch des erhabenen, geliebten Schirmherrn unserer Gesellschaft.in dem Rufe ausdrückcn: Se. Majestät, unser allergnädigster Herr, lebe Traber. „ Es sind gerade 10 Jahre verflossen, seitdem tue Wasserversorgung unserer Stadt in der Hauptsache durch das Queckborner Werk erfolgt. Damals erklärte Oberbürgermeister Gnauth in der Stadtverordnetenversammlung, daß die Stadt Gießen mit der Erwerbung des Queckborner Quellengebietes über soviel vorzügliches Quellwasser verfüge, daß man damit eine Stadt von mehr als 10U OOu Einwohnern reichlich versorgen könne. Daß dem so ist und daß unsere Verwaltung mit Queckborn einen glücklichen Griff getan hat, davon konnten sich die gestern zur Stelle gewesenen Stadtverordneten überzeugen. Begeben wir uns nut den Versammelten ins Quellengebiet auf den tiefsten Punkt des Tales, das rings von den Höhen des Vogelsbergs umschlossen ist. Die ganze Gegend macht den Eindruck eines Kessels, an dessen tiefster Stelle, am Rande eines etwa 30—40 Qm. Flächenraum haltenden beckenartigen Bodenaushubs wir stehen. Das Becken, so wollen wir es bezeichnen, kann durch eine ganz primitiv angelegte Stauvorrichtung am Ausfluß abgeschlossen, aber auch, wenn cs gefüllt ist, durch einfache Entfernung eines gewöhnlichen Holzfchiebers bis beinahe auf den Grund entleert werden. Der Schieber war am Mittwoch entfernt, und was man dort sah, war allerdings etwas Wunder- ames. Die Tiefe des Beckens beträgt, von der Oberfläche des Wiesengrundes an gerechnet, etwa 80—100 Zentimeter, und an den Setten oder Wandungen rieselten Dutzende von Wässerchen dem Boden zu, in welchem, wie man durch das etwa 10—15 Zentimeter darüber stehende klare Wasser sehen konnte, noch aus trichterarligen Vertiefungen Quellen emporsprudeln. Keine zwanzig Meter davon befindet sich ein zweites Becken, welches etwa 250 bis 300 Qm. Fläche hat, in welchem in ganz der gleichen Weife das Wasser in noch größerem Maße zutage tritt Tiefes Quellengebiet, bisher noch nicht gefaßt, ist für die Wasserversorgung der Stadt Gießen noch nicht nutzbar gemacht, trotzdem aber auf ferne Wafferergiebigkeü kontrolliert und enlfcnbet Pro Tag (zu 24 Stunden gerechnet- 3000 Kubikmeter Wasfer in den unweü davon vorbeiziehenden Bornbach. Die Pumpstation entzieht dagegen täglich 3300 Kubikmeter bestes und kristallllar aus einer Felsspalte kommendes Wasser einem einzigen gemauerten Brunnenschacht. Der Kessel des Brunnens ist direkt auf den Felsen sunda- mentiert unb aufgebaut. Oberbaurat ^a-mick, dessen Vater, Oberingenieur P. Schmick, das Projekt der Queckborner Wasserversorgung entworfen und dessen Rat unD Anregung es zu danken ist, büß die Stavt seinerzeit das etwa 20 Mometer von Gießen entfernte Quellengebiet ankaufte, führte zur «sache selbst etwa das Folgenöe aus: Man nahm früher au, daß das Wasser, welches wir hier zute.ge treten sehen, die Niederschläge ober bie Grundwässer von oen^urn- Liegenben Bergen seien, die hier am tiefsten Punkt des Tales zusammenströmeu und fich daun hier als Quellen einen Ausfluß suchen. Dem aber ist nicht so, sondern die bei der Errichtung des Werkes Dorgenommenen Bohrungen Haven ergeben, daß man auf Felsen stößt und daß das Wasser aus Spalten, die in diesen Felsen vorhanden sind, als Quellen aus größerer Tiefe ernpor- fteigen. Bei diesen Bohrverfuchen stieß man damals bei etwa neun Meter Tiefe auf eine Felsspalte, meldje das benötigte Quantum Quellwasser so üverreichlich gab, daß man sich entschloß, dort einen gemauerten Brunnenschacht anzulegen, welcher bisher geleistet hat, was man von ihm erwartet hatte. Es ist^nun die Frage, wie fassen wir, um mehr Wasser für die Stadt Gießen zu bekommen, die hier zutage tretenden Quellen, und da wird vorgeschlagen, die Fassung nut eisernen Rohrbrunnen vorzunehmen, wie dies von Mannheim und Aschaffenburg oder in Holland praktisch zur Wasferverforgung ausgesül-rt worden ist. Doch dort liegen Die Wasferverhältnisse ganz anders als hier. Mannheim z. B. benutzt das Grundwasser, welches vom Neckar zum Rhein hin sich bewegt; hier mögen die vorgeschlagenen Rohr- brunnen praktisch sein, wenn man aber, was zu hoffen steht, hier in Queckborn durch Bohrungen wieder auf eine Stelle des Felsens stößt, welck)e genügend Wasser gibt, dann rate er, noch einen zweiten gemauerten Brunnenschacht anzulegen, wie der schon üorljanbene, welcher fich durchaus bewährt hat. Erreiche man dies aber nicht, dann sei immer noch Zeit, zu den eisernen Quellenfassungen seine Zuflucht zu nehmen. Tie Bohrversuche müßten natürlich äußerst gewisfenl-aft vorgenommen merbeii, um gleichzeitig die geologische Beschafseni-eit des Erdinnem im Quellengebiet festzustellen. Es empfehle sich, die Bohrungen durch das Tiefbauamt ausführen zu lassen und zu diesem Zwecke eigens Bohrzeug für 6—800 Mart anzuschaffen. Jedenfalls stelle sich die Sache für die Stadt, wenn sie selbst die Arbeit mache, billiger, als wenn man damit einen Unternehmer betraue. Damit war der Zweck des Besuches von Queckborn erfüllt Man begab sich zu Wagen nach Grünberg, wo das Mlltagessen eingenommen mürbe, um von dort aus mit der Eisenbahn nach Gießen zurückzukehren. ANS Aiaöt und Land. Gießen, den 10. Juni 1904. L. ü. Promotionen. Im Monat Mai wurden aie der Landesuniversität promoviert: Zum vr. tdeol. Friedrich Kalbhenn, cd. Pfarrrer in Burg-Gräsenrode, honoris causa. Zum Lic. theol. Teophil Stein- mann, Dozent der Philosophie am Scniinar der Bruoe- gemeindefzu Gnadenfeld, honoris causa. Zum D r. m e a. Fritz Bernius, approb. Arzt aus Darmstadt; Augus Koesters, approb. Arzt aus Bocholt; Peter Haussen, approb. Arzt aus Erkelenz; Georg Landsberg, approbierter Arzt aus Kempen; Maximilian Welngarlc , approb. Arzt aus Münster i. W.; Rudolf St rech, approbierter Arzt aus Eamin. Zum Dr. med. vet. < o Goßmann, Oberveterinär im Ulanenregiment Rr. * Kassel. Zum Dr. phil. Karl Vogel, cand. cam. ai Reitzenhain. .. .. . *• Das Großh. Regierungsblatt JJt 18 hält: Bekanntmachung, die Aufnahme einet prozen tg Staatsanleihe im Nennbeträge von 9 500 000 . o Deckung außerordentlicher Bedürfnisse des Staates betten^ » Stadtthe-t-r Gießen. eilte (Saltip.cl Operette des Großh. Üurtheaters Bad-Nauheim hatte Volitlsche Tagesschau. „Dilatorisch". Unter dieser Spitzmarke finden wir in einem Wormser nationalliberalen Blatte (um in der dort beliebten Tonart zu reden, denn dieses Blatt verschweigt mit freundwilliger Dis- fretion unseren Namen) einen Artikel, der sich nut unseren Bemerkungen über den bekannten Beschluß des Landesausschusses der nationalliberalen Partei m Sachen der Wahlrechtsoorlage beschäftigt. Das Wormser^Blatt, das uns wegen unseres im weitesten Sinne liberalen Standpunktes, der sich indes allem Parteiwesen durchaus fernhält, zu einem nationalliberalen Parteiorgan stempelt,, wittert hinter den Ausführungen in unserer Nr. 131 einen „nichtnationalliberalen Drahtzieher als eigentlichen Spiritus rector“. Die verehrte Wormserin schließt jedoch irrtümlich von sich auf andere. Wir fechten nicht im schützenden Schatten einer überragenden Persönlichkeit, w i r haben keinen Obervormund oder „Spiritus rector“ und wünschen uns auch keinen. Wenn wir davon sprachen, daß im Landes- ausschuß der nationalliberalen Partei praktische Bedenken sich geltend gemacht haben mögen, so ist es em Trugschluß der Wormserin, daß unsererseiis damit die Berechtigung solcher Bedenken zugegeben wäre. Wir wissen aber, daß sonst sehr gut liberal und national gesinnte Männer, nicht die reallionär-„national-liberalen" Herren, deren Sprachrohr die sehr geehrte Worrnserin ist, einige praktische Bedenken in Bezug auf die Wahlrechtsvorlage hegen, und glaubten daraus schließen zu dürfen, daß diese Bedenken auch in der Darmstädter Sitzung von ihnen zur Sprache gebracht worden sind, so sehr sie auch im Prinzip Anhänger des direkten Wahlrechts sind. Die Emmütigkrit in jener nationalliberalen Sitzung machte uns bedenklich nur in Bezug auf das Schicksal der Vorlage, die bekanntlich auf eigenste Initiative unseres erfreulicherweise so außerordentlich vorurteilslosen Groß- Herzogs aufs neue dem Landtage zugegangen ist, und auch der Beschluß des Sonderausschusses der Kammer vom 7. dss. Mts., so begrüßenswert er ist, erhöhte nur recht minimal unsere Hoffnung auf das Zustandekommen dieses wahrhaft liberalen Gesetzentwurfs. Wie m Preußen die Herren von Manteuffel und Konsorten, so sind m Hessen andere starke Herren von nicht ganz unähnlicher, nur anmutig süddeutsch gefärbter Gesinnung von so weitreichendem Einfluß, und die augenblickliche Einigkest im Wahlrechtsausschuß scheint uns so wenig standhaft, daß wir, nach den Erfahrungen zu schließen, die man in Hessen nachgerade in der Wahlrechtsangelegenheit gemacht hat, eine dilatorische Behandlung des Entwurfes voraussehen. Ganz verfehlt aber erscheint es uns, irgend welche Hoffnungen zu bauen auf die von der Landesversammlung der hessischen Nationalliberalen im November v. Js. gefaßte Resolution, daß eine Abänderung der Wahlgesetze in den Partikularlandtagen im Einverständnis mit dem Zentral- oorstande der nationalliberalen Partei Deutschlands vorgenommen werden mäge. lieber allen deutschen Wipfeln herrscht hiervon absoluteste Ruhe, kein- Hahn hat in deutschen Landen danach gekräht und wer da glaubt, es würden die deutschen Berge sich darüber öffnen, dem wird die Begegnung mit dem lächerlichen Mäuslem, das da erscheinen wird, nicht erspart bleiben. Das von uns gebrauchte, von der verehrten Wormserin aufgegriffene, eigentlich recht unschöne un- deutsche Wort „dilatorisch" trifft leider öfter, als es im Interesse des liberalen Gedankens wünschenswert ist, auf die Art der „nationalliberalen" Reaktionäre zu. Eine frühere Wormser Auslassung, die sich nach Andeutungen in dem besprochenen Artikel gleichfalls mit dem „Gieß. Anz." beschäftigt zu haben scheint, ist uns leider nicht zu Gesicht gekommen. Iartarmutansches. Berlin, 9. Juni. Die Kommission des Reichstages ^ur Beratung der Börsengesetz-Novelle trat heute zusammen. Mit Rücksicht auf die veränderte Geschäftslage des Reichstages, welcher voraussichtlich Dienstag oder Mittwoch nächster Woche sich vertagen wird, wurde beschlossen, den Abschnitt der Novelle über das Börsen-Register jetzt nicht in Angriff zu nehmen, da seine Durchberatung bis zum Schluß der Pleuarverhandlungen nicht möglich erscheine. Es sollen deshalb die Verhandlungen der Kommission im Herbst wieder ausgenommen werden. — Die llnterrichtskommission des Abgeordnetenhauses begann heute mit der Beratung des Schul-Kompromiß-Antrages. Die Beratung er- stteckte sich nur auf die finanzielle Seite des Antrages. Zunächst wurde beschlossen, die Regierung zu ersuchen, das von ihr im Jahre 1899 auf genommene statistische Material über die Volksschullasten den Mttgliedern der Kommission zugängig zu machen. — Die wasserwirtschaftliche Kommt «fron des Abgeordnetenhauses setzte heute die Beratung über einen Entwurf des Gesetzes betreffenb Freihattung des lieberschwemmungs-Gebietes der Wasserläufe fort. Die §§ 8 bis 11 wurden unverändert angenommen. Damit ist dieses Gesetz in e r st e r Lesung erledigt. — Die Kommission trat dann in die zweite Lesung des Gesetzes über die Verbesserung der Vorflut in der unteren Oder, Havel und Spree ein. Auf eine Anfrage wird von der Regierung erklärt, daß eine Verlegung der Havel- mundung, welche für die Elbe überaus schädlich sein würde, definitiv aufgegeben sei. Zum § 1 wurde vom Abgeordneten Fritsche der Antrag gestellt, die Lausitzer Neisse und den Bober aus dem Gesetz über Maßnahmen zur Beseitigung der Hochwassergefahren in der Provinz Brandenburg und im Habelgebiet der Provinz Sachsen in dieses Gesetz zu übernehmen. Die Regierung sttmmt dem zu und die Kommission nahm den Antrag an. Nach längerer Debatte wurde bann auch: § 2 in der Fassung der Regierungs-Vorlage angenommene. — Das Herrenhaus wird zu seiner Schluß-Session am 22. ds. zusammentreten, um nach Erledigung der drei Meliorations-Vorlagen mit dem Llbgeordnetenhause vertagt zu werden. In Ausstcht für den Schlußtermin ist zunächst der 2. Juli genommen. Berlin, 9. Juni. Tie Budgetkommission des Reichstages nahm bei Beratung des Servisgesetzes eine Resolution des Zentrums mit einem Abänderungsantrag Singer an, die Regierungen zu ersuchen, baldmöglichst, jedenfalls mit der nächsten Revision des Servistarifs einen besonderen Gesetzentwurf über Bewilligung von Wohnungsgeldzusch ü j f e n vorzulegen. Die Kommission nahm einen Zentrumsantrag in der von Singer beantragten abgeänberten Form an, wonach bet Servistarif mit Wirkung vom 1. April 1904 ab in Kraft tritt und wonach ferner bie nächste Revision des Servistorifes und der Klasseneinteilung der Orte mit Wirkung vom 1. April 1906 ab erfolgt Keer und ILorte. München, 9. Juni. Der frühere Einjährig-Freiwillige Eras, dessen Militärbefreiungs-Gesuche wiederholt Gegen- tanb von Debatten in der Kammer waren, ist nunmehr als untauglich zum Militärdienst aus dem Heere entlasten worden. (Eras hatte sich an den Abg. Dr. Pichler gewandt mit der Bitte, zu veranlassen, daß er eines, übrigens vorgespiegelten körperlichen Defekts wegen vom Dienste befreit werden möge. D. Red.) Kesichtigung des städtischen Hnessengeviets Hueck- öorn durch die Stadtverordneten. ch. Gießen, 8. Juni. Am Mittwoch vormittag fand die Fahrt der städtischen Vertreter nach Queckborn statt, um das städtische Wasserwerk und besonders dessen Quellengebiet einer Besichtigung zu unterziehen und darnach für die weitere Wasserversorgung unseres Gemeinwesens Vorschläge des Lberbaurats Schmick an Ort und Stelle entgegenzunehmen. t t An der Fahrt nahmen von den Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung teil: Oberbürgermeister Mecum, Beigeordneter Heyligenstaedt, sowie die Stadtverordneten Emmellus, Dr. Gafsky, Huhn, Keller, Kirch, Petri Schaffstädt, Schiele und Wallenfels; außerdem die Leiter unseres Tiefbauamts und des Gas- und Wasscnverks, Baumeister Braubach, Direktor Bergen und dessen Assistent Ingenieur Frahm und der Branddirektor „oeiieiiiuocni* oeronnrnct) einen vurcyfcylagenden (Srfolfi zu verzeichnen. Kleine Mängel der Dekorationen, die sich infolge besonderer, nicht im Willen der Direktion liegenden Umstände ergaben, werden noch beseitigt, auch ist der Chor noch verstärkt worden. — ES ist zu erwarten, daß die jetzt zirkulierende Abonnementsliste eine Garantie für die Durchführung des geplanten Unternehmens bietet. Die Kosten der Gastspiele sind derartige, daß nur bei genügender Beteiligung die Möglichkeit besteht. 9(üe Interessenten werden daher gut tun, sich sofort in die Liste einzuzeichnen, damit baldmöglichst eine Uebersicht gewonnen werden kann. Als zweite Vorstellung, resp. als erste Abonnementsvorstellung geht „Zigeunerbaron" in Szene. In dieser beliebten Operette stehen dieselben fträftc im Vordergrund, die auch neulich im „Bettelstudent" so erfolgreich waren, nämlich die Damen Herms, Pelery, Wingert und die Herren Rode, Arndt, | Dodl u. A. m. ** Seltenes Jagdglück. Am Donnerstag vormittag schoß der Unternehmer Albert Rübsamen auf seinem Jagdgebiet bei Kirchvers ein Wildschwein. b. Wettsaasen, 9. Juni. Bei der in dieser Woche hier stattgehabten Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Langohr einstimmig wiedergewählt. Dieses günstige Wahlresultat zeigt, daß der Bürgermeister das Vertrauen und die Wertschätzung der ganzen Gemeinde genießt. Sowohl seine Wähler als auch seine sonstigen Bekannten werden ihn zu diesem Wahlerfolg beglückwünschen. § Allendorf a. d. Lahn, 7. Juni. Eine anscheinend geistesgestörte Frau bedroht hier seit einiger Zeit Kinder und Erwachsene mit Totstechen. Die Umgegend wird auch unruhig barüber, da die Person besonders den Kindern nachstellt und sich auch in die Nachbarorte begibt. G. Büdingen, 9. Juni. Mit den Arbeiten der Kanalisation eines Teils unserer Stadt wird nun in Bälde begonnen werden. Die Arbeiten sind zur Zeit ausgeschrieben, und die Frist läuft am 18. d. M. ab. Eine besondere Freude werden die Bewohner der Altstadt über die endliche Beseitigung der aller Beschreibung spottenden hygienischen Zustände dieses Stadtteils empfinden. Die Kosten belaufen sich auf über 100000 Mk. Darmsta dt, 8. Juni. Der russischen Gesandtschaft wurden von Herrn Kurdirektor v. Grolman in Bad- Nauheim 2 6 00 Mk. als Ertrag eines Wohltätigkeitsfestes in Bad-Nauheim zum Besten des rusiischen roten Kreuzes übersandt. Aum Aommernöank-Arvischenfall. Aus Berlin, 9. Juni, wird uns geschrieben: Der neue Zwischenfall int Ponnnernbunkprozeß hat einer Empfindung Recht gegeben, die die Oeffentlichkeit seit langem beherrschte: der Empfindung, daß noch gar manches aufklärungsbedürftig sei. Wie ist die Pommernbank zu dem Titel einer Hofbank zu einer Zeit gelangt, als ihr Ruf an der Börse nicht mehr ,erstklassig" genannt werden konnte, als das Gemunkel und die Vorsicht sich zu regen begannen? Im ersten Prozeß blieb man trotz der ungewöhnlichen Ausdehnung der Verhandlungen hierauf ohne Antwort, und der Verlauf der Dinge würde vielleicht auch diesmal ähnlich gewesen sein, wenn nicht der gegenwärtige Leiter der reorganisierten Bank, Geheimrat Budde, entschlossen den Schleier von den eigenartigen Wohltatigkeitsstiftungen gezogen hätte, als deren Mittelsmann Oberhofmeister Frhr. v. Mirbach aufgetreten ist. Das Aufsehen, das diese_ Enthüllung erregte, galt vielleicht nicht einmal der großen Summe, um die es sich hierbei handelte, eine halbe Million auf das Wohltätigkeitskonto Frhr. v. Mirbach; die Erklärung des Zeugen Budde, die den Behauptungen geschädigter P;and- briefbesitzer beipflichtete, daß das Geld der Pommernbank verschleudert worden sei, um den Angeklagten Titel und Ehren zu erwerben — diese Erklärung hat am meisten peinlich gewirkt. Denn notwendig mußte sich die Frage daran knüpfen: Bedarf es der Hergabe von Geld zu welchen Zwecken immer, um in den Besitz von Titel und Ehren zu gelangen? Soll nicht das Verdienst um das öffentliche Wohl der einzige Anlaß von Auszeichnungen und deren einziger Maßstab sein? Also, folgert das Publikum, wären nicht 500 000 Mk. und darüber von den verkrachten Hypothekenbanken Frhrn. v. Mirbach zur Verfügung gestellt worden, darin hätte die Pomrnernbank den Titel einer Hofbank nicht errungen, und viele, die sich durch diesen weidlich zur Empfehlung ausgenützten Titel blenden und zum Vertrauen auf die Sicherheit der Pfandbriefe bewegen ließen, wären im Besitz ihres Kapitals geblieben. Geheimrat Budde selbst wiro solchem Schluß eine gewisse Berechtigung zuerkannt haben, als er vor Jahr und Tag Schritte tat, um das der Wohltätigkeit auf Kosten der Pfandbriefbesitzer geopferte Geld vom Frhrn. v. Mirbach zurückzuerlangen. Der Berliner Presseklub hat seinerseits unverzüglich die moralische Verpflichtung anerkannt, das ihm auf ähnliche Weise gespendete unkündbare Darlehen von 25 000 Mk. zurückzuerstatten. Ganz die gleiche moralische Verpflichtung liegt auch in diesem Falle vor. Frhr. v. Mirbach kann natürlich nicht nrit seinem Vermögen einstehen, für Summen, die er nicht für sich, sondern für Wohltätigkeitszwecke — darunter dürften hauptsächlich Kirchenbauten zu verstehen sein -— gesammelt hat. Aber Frhr. v. Mirbach wird nicht umhin können, mit den Empfängern jener Beträge Rats zu pflegen, damit anderweitige Sammlungen veranstaltet werden, um das „verschleuderte Geld der Pfandbriefbesitzer" den Geschädigten wieder zuzustellen. Es wird doch wohl noch soviel opferwillige, uneigennützig für gute Werke begeisterte Persönlichkeiten geben, um die Erfüllung dieser berechtigten Forderung zur Durchführung zu bringen? Das Gebot der moralischen Verpflichtung steht noch über den Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches. Es ist ein bedauerlicher Fehler gemacht worden, daß so erhebliche Summen geschenkweiseakzeptiert wurden von Männern, die sich keines zweifelfreien Renommees in der Geschäftswelt erfreuten, es war ein noch bedauerlicherer Fehler, daß die Aufsichtsbehörde nichts vernommen hatte von den ungünstigen Gerüchten über die Pommetmbank und der Verleihung des Hofbank- Titels nicht widerriet. Wer der schlimmste Fehler würde sein, wollte man mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch sich dabei beruhigen, daß ein einklagbarer Anspruch der Geschädigten nicht besteht. Wir glaubten heute in der „Rordd. Allg. Ztg." eine offiziöse Stellungnahme zu der Angelegenheit zu finden. Das ist jedoch nicht der Fall. Ebensowenig hat die heutige Verhandlung im Pommernbankprozeß eine weitere Klärung gebracht. Vielmehr ist durch die Behauptung der Angeklagten, daß Frhr. v. Mirbach von einem Check über 350 000 Mk. nur 250000 M k. abgehoben habe, und daß die Angeklagten über die Verwendung des Restes „Diskretion" beobachten wollen, die Sache nur noch mysteriöser geworden. Das Nächstliegende war, daß Frhr. v. Mirbach selbst als Zeuge oder durch eine öffentliche Mitteilung zu den Bekundungen des Geheimrats Budde sich äußerte. Das Gericht hat indefien die Vorladung des Frhrn. v. Mirbach nicht für erforderlich erachtet. „Für uns ist der Punkt erledigt", bemerkt der Vorsitzende in der heutigen Sitzung. „Für die Verteidigung ebenfalls", schloß sich Justizrat Dr. Sello an. Für die Oeffentlichkeit, zumal für die geschädigten Pfandfriefbesitzer, wird gleichwohl der Punkt nicht erledigt sein. Denn den tatsächlichen Bekundungen, ja Feststellungen des Geheimrats Budde: daß die Zahlungen zu wohltätigen Zwecken zum größten Teil an Se. Exzellenz den Frhrn. v. Mirbach gelangt sind, steht die Ableugnung der Angeklagten gegenüber. Und das ist kein Beweis. Geheimrat Budde gab dieser Auffassung seinerseits heute dadurch Ausdruck, daß er erklärte, nicht entscheiden zu können, ob und wie die Sache sich verhält. In der Tat vermag nur Frhr. v. Mirbach das Dunkel zu lichten, der, wie sein Anwalt erklärte, persönlich weder von den Angeklagten, noch von den ihnen nahestehenden Banken einen Pfennig erhalten hat. Budde erklärte, es sei ihm überhaupt nicht eingefallen, irgend eine Andeutung im Sinne des letzten Satzes der Verwahrung der Angeklagten zu machen. Er könne nicht sagen, ob der Angeklagte Schultz getäuscht habe: v. Mirbach würde das Geld aber nicht angenommen haben, wenn er gewußt hätte, wie die Vermögenslage der Angeklagten und die Lage der Bank in Wirklichkeit war. Der Angeklagte beziffert sein damaliges Vermögen auf IVi Million Mark. vermischte». * B erli n, 9. Juni. Hier ist der bekannte amerikanische Phrophet Dowie, genannt Elias II., eingetroffen. Er hat in dem Bristol-Hotel in denselben Räumen Wohnung genommen, die vor kurzem der amerikanische Milliardär Vanderbitt bewohnt hatte. Gestern abend hielt er bereits seine erste sehr stark besuchte Versammlung ab. In der Rede, die er in dieser Versammlung hielt, erklärte Dowie, die Krankheit komme durch den Satan in die Welt vermittelst Alkohols, Tabaks, Schweine- s l e i s ch s und 91 n ft e r n. Der Genuß von Schweinefleisch erzeuge Skropbcln, Krebs, Trichinofis, Cholera, Tuberkulose und Tod. Das Schwtzin sei giftiger als die Klapperschlange; in Amerika sei es der beste Vertilger der Schlangen, werde dick und fett dabei, werde in Chikago geschlachtet, und seine Schinken wanderten nach Deutschland. Wer von den 9lnwesenden jetzt noch Schweinefleisch esse, dem sei Gott gnädig * Grenoble, 9. Juni. Zwei an der hiesigen Univerfltät inskribierte Deutsche, der 32jährige Assessor Hopp e-E r b e n (?) aus Dresden und der 18jährige Student Kraemer unternahmen Sonntag eine führerlose BesteigungdesChame- rousse und wurden seither vermißt. Eine Abtetlung Alpenjäger unter Führung des Oberstleutnants Blazer sowie mehrere Gemsjäger unternahmen eine Nettungservedition, Hoppe wurde gestern an einem Abhang des Romanchcl crges mit gebrochenem Fuß und vollständig e r s ch ö p f t K r a e m e r an einer Felswand bei Livet t o t aufgefunden. Hoppe wurde ins Krankenhaus gu Grenoble gebracht. Sport. a. Gießen, 9. Juni. Fußballspiel. Gießener F.-K. 1900 gegen Bockcnheimcr F.-K. Amicitia 2:2. Am Sonntag spielten diese beiden Klubs auf dem Trieb gegeneinander. Anfangs drängte Amicitia, da sie mit dem Wind spielte; es gelang ihr infolgedessen, in der 1. Svielhäftc 2 Tore zu erringen, denen Gießen durch seinen Mittelstürmer nur 1 entgegensetzen konnte. Leider zeigten die Gäste ein wenig sportliches Verhalten, indem sie die Entscheidung des Unparteiischen nicht anerkennen wollten und das Tor für nicht regelrecht erklärten. Nach der Pause zeigten sich die Gießener überlegen, sodaß sie das Spiel 15 Minuten im Felde des Gegners zu halten vermochten. Ein Erfolg blieb nicht aus; durch einen hübschen Schuß gelang cs dem halben linken Stürmer, für seinen Klub auszugleichen. 20 Minuten vor Schluß hielt ein Stürmer Amieitias vor dem Tore Gießens mit der Hand den Ball und schoß ein. Der Schiedsrichter ordnete demgemäß Freistoß für Gießen an. Aber wiederum konnten sich die Gäste dem Spruch des Schiedsrichters nicht fügen u.nd brachen, da ihrer Forderung nicht entsmochen wurde, trotz Abmahnung ihres eigenen Kapitäns, das Spiel ab. Dieses Spiel, das wahrscheinlich mit einem Siege Gießens geschlossen hätte, endete so leider mit einem Mißklang. Was die Leistungen anbetrifft, so waren sie beiderseits ungefähr gleich; Bockenheirn hatte den besseren Sturm, Gießen die bessere Deckung. Der Ersatztorwächter Gießens führte sich sehr gut ein. Der Schiedsrichter entledigte sich seines 9lmtes auf einwandfreie Weise. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Oberursel, 9. Juni. Tie Verwaltung der Motorenfabrik Oberursel A.-G. schlägt für 1903 die Verteilung einer Dividende von 5 Proz. (i. V. 6 Proz.) vor. Von der Direktion wurde berichtet, daß das Werk voll beschäftigt fei, daß die Werte der vorliegenden Aufträge solche der gleichen Periode des Vorjahres beträchtlich Übersteigen. A. Grünebaum 1914 Bahnhofstr. 35 GlOSSen Bahnhofstr. 35 Telephon 441. IW Vorteilhafteste Bezugsquelle für Möbel und Wohnungseinrichtungen. O* Praktisch, bequem und angenehm ™ unentbehrlich für Gebirg, Jagd, Sport, Reise, sowie ■" (mit abknöpfbarer Kapuze und Durchgreifschlitz) in tadelloser ™ Ausführung von Mk. 17.— in 110 cm Länge aufwärts. 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Rbl. 131.50 M. 135.30 11 ainort. ab 1907 4 Erlangen v. 1900 unk. b. 1911 . Fr. 4 Freiburg i. B. v. 1900 unk. b. 1905 BercinSbank . . . M. 600 4 Serb. amort. . 1895 (405) . . u. 1884 abge Diskonto-Gesellschaft M. 600 1200 Pes. M. 600/1200 4 do. do. 3% Türk.-Eghpt. Tribut 4 Fulda v. 1901 Ser. I Unverzinsliche Lose. 3% 99.50 M. n. inn. G.-Anl. v. 1887 Pes. 333) do. abgest. 4 do. 1890 v. 98.50 127.40 Lstr. 350. 4 Egyptische unifizierte Fr. 98. Industrie-Aktien. berliner Körse. j Bereinsbank do. unk. b. 1908 Pfandbriefe. 4 Mainz v. 1899 unk. b. 1904 . . abgest. 80%’ v. 1899 do. Kommunal Ser. 1 unk. 1910 60% unk. b. 1903 214.50 S. 44 (tNgb.) b. 1906 Kaschau.Odrb. v. 1889 v. 1902 unk. b. 1913 . S. 46 (tilgst.) do. v. 1889 fymbro. Kreditbank Lrt. D-J do. v. 1891 Oest. Süd (Lomb.) stf. 4% Offenbach 400 do. do. E. v. 71 i.G. 4 4 4 do. do. do. do. do. 1888 . 1897 . Schweiz. Central v. 1880 . Russische Südost 97 steuerfr. unk. b. 1902 unk. b. 1908 unk. b. 1906 v. v. 1889 1891 500 200 Dresdner Bank . . Dresdner Bankverein 1901 1914 1910 1910 do. do. do. do. 3 3 do. do. do. do. dö. do. do. do. do. do. do. Ö, v. 3% 3% 3% 3 3 do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. dc. do. do. do. do. do. unk. unk. unk. S. S. 400 400 400 do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. 16 18 b. b. b. 32 b. b. b. b. Vor!. Dir. 85. 81. 4 5 47, do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. b. b. b. b b. 4 37, 5 4V, 5 5 4 4 4 4 4 4 4 4 4 F 3 4 3% 3 4 4 37, do. do. do. do. 500 500 Lstr. Pes. Lstr. Pes. 105.36 91.30 63.65 91.45 82.40 73.— 4 37, 3 4 37- 37- 37- Prag-Dux v. 1896 Raab-Oed -Ebenf do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. v. 1890 v. 1893 v. 1896 v. 1897 v 1903 1900 1901 1888 1895 1898 v 91 v. 97 unk b. 1904 . unk. b. 1905 . unk. b. 1906 . G. G. G. G. S. G. G. G. G. G. G. 500 500 500 500 103.40 99.10 98.60 99.50 99.50 103.20 104.60 98.10 88.40 99.50 101.- 91.70 103.40 101.70 98.10 99.— 101.30 87.70 86.20 86.20 82.90 104.70 91.70 92.— Eisenbahn-Renten-Bk. . Franks. Hypothek-Bank do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. v. v. v. v. 31 40 43 46 136.10 16.75 unk. unk. unk. M. 1000 M. 1000 M. 1000 101.— 99.50 101.50 98.10 4 4 4 4 37, r 4 4 4 37- 37- 37, Ser. 3 abgest. Ser. 2 u. 3 i Ser. 6 Ser. 7 Ser. 8 abgest. . alt. K. Rbl. 100 . alt. K. Rbl 100 446 405. 99.50 luO.50 4 4 4 4 4 4 4 5 4 5 5 5 47- do. do. I E abgest. IIIE unk. b. 1905 ö.fl. M. 85.30 99.25 97.25 89.10 82.60 v. 1889 1. Rg. v. 1889 II. Rg. 102.— 98.50 99.20 S. S. S. S. Gotthardbahn. . Jura-Simpl.Pr A Jtal. Mittelmccr . Anatol. Eisenb. . Prince Henri . . do. do. do. do. do. do. do. 153.40 128.60 3% 3 o 5 3 amort. Rente 1881/88 . do. Rente i. G. v. 1893 M. ö.fl. v. 1900 v. 1896 r. 1903 v. 83 Em. Em. 1885 öfl M. ö. fl. 4 4 5 5 4 4 47- u. 34 unk. b. u. 41 nnk. b. u. 17 unk. 1910 unk. b. 1905 . 1907 . 1910 . 100.— 129.50 148.30 150.10 122.— 112.50 137.90 b. 1908 . b. 1909 . 95.50 96.30 97.- privil. . . garantierte 92.10 91:70 v. 1901 unk. v. 1887/89 v. 1896 unk. v. 1903 unk. S. 251-340 unk. b. 1905 S. 341*400 unk. b. 1910 S. 401.420 unk. b. 1913 abgest. tu Ser. 1—45 . 99.90 102.50 99.50 do. do do. do. do. do. do. do. Staatsb. i-vm Nürnberg. Dereinsbk. M. Oberrhein. Bank . . Oest.-Ung. Bank . . Oest.-Länderbank . . Oest -Kredit-Anstalt. . Pfälzische Bank . . . Preuß. Bodenkreditbank 100.60 98.50 44.10 Lstr. M. 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 5 5 5 5 3 47- B in gen do. do. do. do. 1913 1908 1913 u. 33 Rbl. Lire do. do. do. ' do. 1888 . . 1892 . . 1902 unk. b amrt. 1900 99.65 99.75 87.90 88.40 100.40 do. do. do. do. o. 1888 convert. v. 1897 v 1902 b. 1901 . . b. 1902 . . b. 1908 . . Bayr. Bank (Münch.) abg. Di. 1000 do. Hyp.- u. Wechselbk. s. fl. 500 300/1200 M. 1000 Kr. 1400 ö. fl. 200 ö. fl. 260 M. 1200 Tlr. 200 unk. b. unk. b. unk. b. unk. b. unk. b. do. do. do. 102.50 101.20 99.70 99.- 99.40 99.40 99.35 99.25 99.25 Lstr. M. Lstr. M. öfl.G Kr. v. 1899 v. 1900 v. 1901 v. 1895 v. 1898 u. 1894 . . v. 1891 Lit. H Ungar. Kreditbank . Unionbank (Wien) . Westdeutsche Bank . Wiener Bankverein. Württbg. Bankanstalt v. 1886 . v. 1895 . v. 1886 . Ser. 30-33 36.70 154 — do. do. do. mitgeteilt von der Ser. Ser. Ser. Ser. Ser. Ser. 5 Ser. 6 Ser. 7 S°r. 3 Ser. 4 . M. 1000 M. 500/1000 v. 1881 v. 1888 v. 1898 v. 1903 2JL Tlr. M. Fr- unt. b. 1906 . unk. b. 1911 . 1909 1911 1913 1905 1907 Fr. 2R.| 65.50 36.- do. do. Hessische do. do. do. do. 4 3% Ryein. do. do. 100.60 94.20 . S. 28, 30, S. 29 unk. unk. b. 1905 . 2 . . . . unk. b. 1904 . . unk. b. 1905 . . unk. b. 1906 . . do. Gold-Rente...... do. einheitl. Rente (conv.) . . do. Staats-Rente Oest. E.-B. St. Sch.-Versch. (conv Elisab. Obl.) i. G. steuerfr. . ö.fl. Kr. Mexik. amort. innere Ser. I—IV . do. cons. äußere v. 1899 steuerfr. do. cons. innere St.-Anl. do. do. v. 1896 v. 1898 v. 1903 unk. a. b. 1908 v. 1879 v. 1900 unk. b. 1906 . v. 1891/92 (abgest. . . v. 1898 v. 1902 unk. b. 1908 . 37- 37- 37, 3% 101.95 101.95 90.15 101.90 101.90 90.10 103.70 99.85 99.90 do. Allgemeine Deutsche Kleinbahnen abg. 12, 13 . . . 15 unk. b. 1906 19 .... do. do. Hamburger Str. 69-82 unk. b. 1904 . Kommunal Hyp. (Köln, S. 1 unk. b. 1904 v. 1900 . v. 1903 . v. 1896 . 37- 37- 3% 3% 99.60 99.60 ! 102.- I 100.- 98.90 99.10 2000r b. 1913 1000 r 37: 4 v. 1900 unk. b. 1910 abgest. 1878 u. 83 . abgest. Lit. J v. 1884 v. 1886 u. 88 . . . abgest. Lit. M v. 1891 v. 1894 (Ergänzgs.-N.) „ v. 1895 stf. i. G. 73.- 102.50 102.05 103.40 70.80 115.60 103.30 100.40 100.30 100.— 104.80 4 3% 3% 3 Oldenburger. . . . 5 Russische v. 1864 . . 5 Russische v. 1866 . . 4 4 4 4 4 J* Starkenburg . . . a. M. Lit. N u. Q abgest. „ R abgcst. . (Straßenbahn) v. 1899 v. 1901 Abt. I. . . v. 1901 Abt. II. ii. III Letzte Div. 6.18 87, 57, 2 12.96 4 8 0 0 57- 6 4 31/, Zürich v. 1889 Stadt Buenos-Aires v. 1892 i. P. 37, 37, 3 37, 100.60 101.80 100.— 99 20 103.75 100.— 37- Kreuznach v. 1898 . 3% Lahr v. 1889 . . . 37, do. v. 1902 . . . 3% Limburg abgest. . . 4 Ludwigshafen v. 1890 Hyp.-Bk. Lit. A M. 1000 do. Lit. B M. 1000 amort. Rente v. 1894 . . amort. Rente v. 1898 . . Consolid.«Anl. v. 1880 . . Gold-Anl. v. 1889 . . . . Cons. E. B. Ser. I n. II 89 Gold-Anl. Em. VI v. 1890 . 74.20 74.- 100.- 100.80 110.50 90.— 99- 99 — 87.50 103.40 do. 1. P v. 1898 unk b. 1908 Invest-Anl % 4 4 37- 37! 37, 37- 37- 37- 4 4 do. do. v. 1903 unk. 1884 conv. 1888 conv. 1895 . . . 1898 . . 104.10 106.25 127.- 186.10 BliesenbachBergw. Bochumer Guß . Buderus Eisen Concordia Bergb. Dt. Luxenib. Bgw. Elektr.Lichtu.Kraft Eschweilcr Bergw. Fayou Mannstädt Gelsenkirch. Brgw. Harpener „ Hasper Eisenw. • Hemmoor Zement Fr- H 4 4 3% 37, 37- Frankcn-Allee, garant. v. Frankfurt Franks. Hof r. 105 Neue Boden r. 102 do. do. r. 101 . . fl-7 . . fl. 7 . Tlr. 20 . Tlr. 10 . - Fr. 15 . Lire 150 . Lire 45 . Lire 10 . . l. fl- 7 . .Fr. 10 . ö.fl. 100 . ö.fl. 100 . . i.fl. 7 . ö. fl. 10 . Fr. 400 . Fr. 400 . ö. fl. 100 . Lire 30 3 4 37, P 4 37, 37, 3 Rumän. do. do. u. 92 . . unk. b. 1906 1912 . 1912 . 1905 . 1908 . 1912 . do. 98 unk. 1909 stfr. gar. do. 1901 uncv.b. 1915 stf. g. 99.80 95.60 101.40 101.40 102.40 100.10 94.80 95.50 96,75 100,60 101.90 96.70 96.70 98.75 101.- 101,30 102.- 102.30 102.80 96.30 97.40 do. prrv. v. 1890 steuerfr. 20/10 m do. cons. v. 1890 steuersr. . . conv. unif. v. 1903 Ungarische Gold-R-nte 2025 r . . do. i. G. v. 1891 103.50 101.— 99.— 105.40 100.— Hypotheken-Akt.-Bk. do. do. r. 125t do. do. do. 2%0 37, 95.60 94.85 88.50 88.— 79.75 142.1) 221.5) 113.0) 242.— 118’ 10 181.- 146.- 279.10 108.10 161/5 247. - 181 10 214.- 490.25 361.- lfXiO 228/5 do. do. Oest.-Ung.Staasb. Oest.Südb.(Lomb) Oest. Nordwcst . do. B . Raab-Odcnb. . . 6 87- 7 5 % 7’ % 5 10 163.- 151.— 255.— 175.50 179.- 135.- 302.50 129.50 245.— 112.- 106.30 435.50 114.20 244.50 208.— Obligationen. Rheinprovinz Ausg. 20 u. 21 unk. b. 1902 Natlb. f. Dtschl. S. I-V M. 300/1200 Nürnberger Bank . . . M. 1000 4.30 5 7* 7 4% 67e 9 6 5 9 7 7 7 7 Ser. 301-310 unk. b. 1908 Ser.311-330 nnk. b. 1913 u. Wbk. Ser. I Verl. L125 9550 95.50 100.40 100.70 101.- 102.20 9650 96.50 9650 99.30 101.10 73.60 101.— 98.60 100.- 100,10 101.50 2*/» d°- 3 do. 2%0 do. 90.- 105.40 139.- 127.30 520.- 247.80 204.— 172,50 106.40 . 101.40 . 3% do. 4 Pfälzische . . 103.10 97.75 87.55 106.- 101.— 97.50 42.80 101.50 28.- 153.- 195.— 124.50 74.20 288.- 84.- 152.20 100.- 101 90 99.80 100.90 do. do. do. do. 4 do. unk. b. 1905 u. b. Berl. umtschb. unk. b. 1907 200/1000 S. . . 2%°Südital. (Merid.) ©r.A-H. 4 Toscanische Central . . 5 Wcstsicilian v. 1879 . 37, Gotthardbahn .... 37, Jura-Bern-Luzern gar. 37, Jura-Simplon v. 1894 2*% Jtal.stl.gar. E. B Ser. A-E. i.G 4 Jtal. Mittclmeer steuerfr. i. G. 2%0 Livornes. Lit. C. D. u. D/2 4 Sard. Sec. stfr. gar. I u. II . 1000 . 500 . 1000 gar. . t4 0 12.95 37, 7 0 4 6 99.50 93.30 100.80 102.60 101.20 97.50 97.50 98- 99.80 105.20 100.10 100.50 101.— 101.60 102.30 101.50 100.30 97.20 97.20 98.- 99.10 99.10 100.50 100.75 101.90 103.- 95.50 Rudolf .... „ i do. (Solzkgtb.) stf. i. G Ungar.-Galizische . stf. i, Vorarlberg . . „ i 98.45 98.45 98.45 98.45 98.45 100*70 101.30 99.— 99.— 4 0 6 87- 6 5 67- 9 77, 4 57, 5 47, 10 0 4 5 87. 4 7 0 67„ 9‘ 5 4 87, 6% 0 7 7 7 i. G. i. G. i. G. i. G. i. G. 3% do. v. 1890 3% Schweiz. Eidg. (A.-G.) unk. b. 1911 K. Ferd. Nrdb. 1887 stf. i. S. do. do. 1887 stf. gar. Franz-Josef . . i. S. Staats-Anleihen. a. Deutsche. Deutsche Reichs-Anleihe abgest. do. do. ... do. do. ... Preußische Consols abgest. . . do. do. Westd. do. dv. do. do. do. do. St.-Rente St.-Anl. v. Anl. abgest. do. . . do. . . do. Hyp.-Akt.-Bk. M. 600/1200 Rhein. Krebilbk. M. 600/1000/1200 Rhein. Hyp.-Bank M. 600/1200 Schaffhaus. Bankver. . M. 1000 Südd. Bodenkredit-Bank . M. 600 StaatS-Rente . . . . do. v. 1897 steuerfr. (Eisern Thor) Goldstfr. . Außereuropäische. äuß. E.-B. i. G. innere v. 1888 . äußere Gold-Anl. do. do. ö. fl. Kr. M. Fr. Pes. Lstr/ Lose. . Tlr. 100 . Tlr. 100 . ö. fl. 100 . Tlr. 100 II Tir. 100 . Tlr. 50 . h.fl.100 . Tlr. 100 . Tlr. 50 . Fr. 80 . Fr. 100 . Tlr. 100 . Conv.M. . ö. fl. 500 . Tlr. 40 4 do. do. do. Ruff, do. do. do. do. do. do. do. Ansbach-Gnnzenh. . Augsburger . . . Braunschweig . . Finnländische . . Freiburger . . . Genua..... Mailänder . . . Mailander . . . Dieininger . . . Neuchateler . . . Oestr. v. 1864 . . Oestr. Kredit v. 1858 Papenh. Gräfl. . . Rudolfs-Stiftung Türkische .... do. .... Ungar. Staats . . Venenaner . . . i bo. E.-B. St. Sch.-Bersch. (abgest Elisab.-A.) i. steuerfr. Pp. Portug. unifiz. v. 1902 Ser. I . do. unifiz. v. 1902 Ser. III . do. Spezifiz do. von 1892 u. 94 bo. v. 1902 unk. b. 19 bo. v. 1896 .... 4 Nassauische Landesb. Lit. Q 37, do. do. Lit. F. G. H. K. u. L. 37„ do. „ 10, 12*16 u. 24-26 3% Hess. Provinz Oberhessen 1. Bdkr. bo. do. do. bo. bo. bo. Hibernia Bergw. Hörder Borz. Bgw- Hösch. Eisenw. - Humbolb Mafch. • Laurahütte. . • Massen Bergbau. MülheimerLergw. Nordd. Dollkämm. Nordstern Kohle . Oberschles.E.-Jnb. Phönix Bergw. . Rheio-Nass.- Rhein. Stahlwerke Riebeck Montan . Schalkcr Gruben Sckles. Berg- Wegelin & Hübner Westeregeln Alkali Bresl. Diskontobank Mk. 600/1200 Darmstädter Bank . . M. 1000 (Bank f. Handel u. Industrie) Deutsche Bk. S.I-VII M. 600/1200 Effekt.- u. Wechselb. Tlr. 100 Genossenschftsbk. M.600/1200 104.50 112.70 209.— 148.90 91.— 113.90 121,— 107.- 216 — 92.- 116.60 107.25 201.- 103.20 146L0 114.25 138.20 192.80 146.40 184.- 100.60 99.60 101.50 do. do. bo. bo. 127.70 59.80 60.95 12.40 99.20 99.40 86.- 86.— 85.80 91.— 5 Vulgär. Tab. Anl. v. 1902 i. G. l*/i0 Griech. E.-B. v. 1890 steuerfr. 1 % bo. Monopol-Anl. v. 1887 . 4 Italienische Rente 100.30 96.40 95.50 101.20 99.05 bo. v. 1902 steuerfr. Golb-Anl. v. 1894 steuerfr. . v. 1899 v. 1902 Hyp. V. Zf. 4°/0 gar. v. b. G. b. 1904 bo. bo 5% Oest. E.-B. St. Sch.-Lersch. (conv Franz-Josef) i. Silb. steuerfr. 3 Oeßerr. Lokalb. (verstaatl.) . . bo. bo. . bo E.-B.-Anl. . Bremer St.-Anl. v. 73.- 96.20 49.95 58.50 61.80 Gießen bo. bo. bo. bo. do. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. do. bo. 5 5 4 3 3 3 3 3 3 3 3 3 4 4 5 4 ö. fl. 200 ö. fl 200 M. 1000 ö. fl. 200 . M. 600 . s. fl, 350 . j 99.95i 1102.501 Argent. do. bo. bo. do. do. Fr- Fr. bo. bo. Lit. N-P . , . , Hambg. Hyp^Bk. Ser. 141-250 37, Alzey v. 1899 unk. b. 1902 . . 37, Aschaffenburg v. 1888 .... 4 Augsburg v. 1901 unk. b. 1908 . 4 Babenhausen (Hessen) 37, Baden-Baben v. 1898 unk. b. 1903 37, Bamberg v. 1888 3% Berlin v. 1886,92 ...... Frankfurter Körse Aschaff.Masch.Pap Neue Boden A. G. Brauerei Binding „ Henninger . „ bo. Pr.Akt. « Kcmpff . . „ Mainzer Akt. „ Rcttenmeyer „ Stern(Oberr.) „ Werger . . Zements. Karlstadt Chem.Bad. Anilin „ Bleiu.Silb.Br. „ Griesh. Elektr. Albert . . . Elektr. Böse . . „ Allgem. Berlin „ Hcl'oö . . . „ Lahmeyer . . „ Schuckert . . „ Swm. L Halske „ UMern. Zürich KunstscideFft.a.M. Masch. Kleyer. . „ Gritzner . . „ Fab.LSchleich. Hamb.-Am.-Pcktft. Nordd. Llotzd . . 47- Chile Golb-Anl. v. 1889 . . 6 Chinesische Staats-Anl. v. 1895 v. 1899 unk. b. 190 bo. Sübwcst stfr. gar. 408/2040 Ryäsan-Koslow steuerfr. gar. . . bo. Uralsk steuerfr. gar. 404/2020 bo. bo. 97 steuerfr. gar. Warsch.-Wicn. stfr. gar. 2020/4040 Wladlkawk. 85 stfr. gar. 408/2040 Anatolische i. G 2040 r bo. i. G. (S. II Ergnz.) 2040 Oßstc bc Minas stfr do. do. (Schutz-Ver.-Cert.) Portg. E. B. v. 86 Baira Baixa . . 4 Fürstl. Solms-Braunfels v. 1880 . 37. bo. bo. v. 1886 . 3% Gräfl. Solms-Laubach abgest. . . 3% Fürst!. Solms-Lich 3% Gräfl. Solms-Rödelheim . . . . 47, Elektr. Werk Homburg r. 103 D. Atlant Telegraf . . . 1912 1909 600/1200 Mitteld. Bdkr. (Greiz) An. B.M. 1000 Mitteldsche. Kredilb. . M. 300/1200 bo. Anrechtscheine bo. bo. bo. bo. bo. bo. bo. WormS 4 Hanau 4 Heibelberg v. 1901 . . 3%z bo. v. 1894. . 4 Homburg v. b. H. . . 37, bo. bo. 37, Frankfurt i Rom i. G., st. gar. Ser. I. (Cp. ü 81) bo. bo. bo. Ser. II-VHI Stockholm v. 1880 Wien Kommunal i. G v. v. v. v. v. v. v. Aktien ausländischer Transport- Anstalten. . . M. 1000/3000 Frankfurter Bank . . M. 1000 Babische Bank . . . Tlr. 100 ffr.1101.- „ | 96.30 M.! 88.90 bo. Hyp.-Kreb.-B. M. v. 1901 unk. b. 1906 abgest v. 1887 .... v. 1891 abgest. . . v. 1896 .... V. 1898 .... v. 1902 Ser. II unk. I 4 4 4 3 37, 3% 3% 37- 3% 37- Sachs.-Meining. Landkreb.-Anst. unk. 1906 Diverse Obligationen. BuberuS r. 103 Dtsch. Luxemb. r. 100 bo. v. 1896 steuerfr, 37, Schwedische v. 1880 abgest. . . 4 Span. ausl. Rente v. 1882 abgest. 1 bo. v. 1882 nicht abgest. Eisenbahn-Prioritäten. Inländische. Braunschweig. LanbeS-E.-B. II E 4 Karlsruhe v. 1900 unk. b. 1905 . 37, bo. v. 1903 nnk. b. 1908 . 3 do. v. 1897 37- Kassel abgest 37. Kissingen v. 1886, 1888 u. 1903 . 4 ' Köln v. 1900 . . ö. fl. 150 . . ö.fl. 150 4 4 4 3% 37, 37, r- 4 37, 37- 37, 4 4 4 4 4 37, 37, do. 41, Bukarest bo. unk. b. 1907 4 Berl. Hyp.-Bk. (vr. Pommr.) abgest. 80% 37, bo. bo. ' —- 4 Frk., Hyp.-Bk. Ser. 14 Mhrcnd ni in Deutschland: SlfnilWhnbfen Frauenbewegunc der Frauenrecht- tetefrM«5* nist dm stolzer erkoren werden bentin des sich in die engl Schauspiel.' eme rend Anna S einleitende Gebe mait Berlin mi B. Anthony Ansichtm über 1 kurz und gut: 1 zu ' esm Zwk Deuss Äavd sei si vurx, die ernß Verhaftete, daß Wndung diestt mßte sie alsbald Damenwelt in W mtb selbst die gi zu entschuldigen. 476 bo. Papier-Rente 4 “ 37- 4 Mannheim 37, bo. bo. 3% bo. bo. 47a Mecklb. Hyp. 37i Wittgenstein-Hohenstein . . Dsenburg-Büdingen . . Usenb. u. Büb -Birstein v. 1887 Hyp.-Kred.-Ber. abgest. r. ä 105 ' S. 15-19, 21-26, 35, 36 u. 38 S. 27, 37, 39 u. 42 unk. 1905 37' Metz v. 1903 unk. b. 1912 .... 4 München v. 1900/01 unk. b. 1910/11 37, bo. v. 1903 untilgb. b. 1908 . 3% Nauheim v. 1902 unk. b. 1912 , . 37, Neustadt a. b. H. v. 1889 .... 3% bo. v. 1903 unk. b. 1903 4 Nürnberg v. 1899-1901 Lstr. M. Kr. 27,Stuhlweißenb.-Raab-Graz . 27, bo. bo. 9ir. i: •ss® Jein®1'6'« sS && Schulst'-« Messe für A Anzeiger ^rnlpr^anschlu 4 4 Ä 4 4 4 4 4 4 4 3% V? T- 4 4 4 4 4 31/, 38/io Neapel staatl. gar. 4 " Erkenntnis, daß Gelegenheit zur mg einer selbst« der deutschm At aerade die Frag! der deutschen F Theoretiker und haben, auch nui .auf dm nächst! Würde mon ein gräWches 2 so manchen Mc über, welche Mi nemzig Prozem irgend einem 2 trockene nüchfei Mame. Sie Klmkalisvws, । GefWradikallsr deren Seite wüi erfahren - fall Gebrauch machen ^ehen, die hol Verlangen nach land ist minrr drängen, nach anzufangm wei' Für solche die Sauer und veräußerlichen 3 das weibliche G Unterwerfung t Steuern und 0 außübt. Die F lugt zm Au mr das allaeu des Menschen" dss Weltbundes Kr°ftmzdr» rechte hindurc Älvn $um ^leichbm A deute von lchlrmmere Ber ^gelehrten Men mehr Männern. N,??t selbs Dozent. fc Tarifpolit 2 ®unbcr, Ltz l s;. So rasch °n bie Siele gongkn ^a9.e und »?5de, fr t-eir-S e- 7/lreter. ? K Ie'7t J Q|t dflegs ? ht. < £ÖIin5?ak 4 Kopenhag. v. 1901 unk. 1011 37, bo. bo. Darmst. abg. v. 79 Lit. D u. 81 Lit. A u.V Ausländische. Elisabeth steuerfr. i. G. . . 2000 37, Offenburg v. 1898 unk. b. 1904 . . 4 Pforzheim v. 1899 unk. b. 1904 . . 4 bo. v. 1901 unk. b. 1906 . . 37, bo. v. 1883 abgest 4 Stuttgart v. 1895 unk. b. 1905 . . 37, bo. v. 1902 untilgb. b. 1908 . 4 Trier v. 1901 unk. b. 1906 . . . 37, bo. v. 1899 ■ 100.80 99.25 99.40 Verzinsliche 4 Badische Prämien .... 4 Bayerische Prämien . . . 5 Donau-Regulierung . . . 37zGothaer Präm. Psaubbr. I . 37, bo. bo. 3 Hamburger v. 1866 . . . 3 Hollänbische Komm. v. 1871 . 37-Koln-Minbener..... 37, Lübecker v. 1863 . . . . 27,Lütticher v. 1853 . . . . 3 DZabribcr abgest 4 Meininger Präm. Pfandbr. . 376£)eflerr. v. 1854 ö. fl. 250 . 4 Oesterr. v. 1860 .... provinzial-garant. 37, Hess. Lanbes-Hyp. Bk. Ser. 111. II unk 1909 37, bo. bo. Kommunal Ser In.II unk. 1909 37, Württembg. v. 1875—80 abgest 37- 37, Kursblatt des Gießener Anzeigers vorn 9. 3uni 63.>0 190 >0 109 >'i 320.15 86.75 109- 250.50 182/5 217../) 200.4) 212'") 109.6) 197.25 Saloiiiquc-Constaut. Jonction . . bo. Mouastir . . 2020/4040 L Europäische. 47, Bosnien u. Hercegov. v. 1902 unk. 1913 bo. bo. Pfbbr. Bk. bo. E. 18 unk. E. 19 unk. bo. bo. E. 22 unk. bo. bo. E. 23 unk. bo. bo. E. 17 unk. bo. bo. E. 18 unk. bo. bo. E. 24 unk.