Nr. 184 ««glich außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Eichener ZamUien- Hättet viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü hl'sche« Unweff.-Buch-u. Stein- drucleret. 8t öang«, Redaktion, Ervedtttoa und Druckerei: Echulstraße 7. Adresse für Deveschen: «uzetger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 154. Jahrgang Freitag 10 Juni 1004 GietzenerAnzeiger *'‘r Eeneral-Anzeiger v 4i*r Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen YezugSpret»i monauich75Ps^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viert el- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer biS vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 PU auSwärtS 20 Psg. Verantwortlich für den polit und allgern. Tett: P. Wittko- für .Stadt und 2anb' und , Gerichtes aal":Auau>st Goetz; für den An»> zeigenteil: HanS Beck. Ale yeuttge Kummer umfaßt 10 Seite«. Kekanntmachung. Mit dem Beginn der Heuernte nimmt das Proviantamt den Heuankauf unmittelbar von den Wiesen weg zu den gangbaren Tagespreisen auf. Das Heu muß gut gewonnen und trocken sein, eine frische Farbe sowie einen kräftigen Pflanzengeruch haben, darf nicht erheblich mit solchen Grasern rmd Kräutern vermischt sein, welche keinen oder nur geringen Nährwert besitzen oder den Pferden widerlich bezw. schädlich sind. Es darf nicht mit Schlamm überzogen, nicht dumpfig, staubig oder schimmlig sein imd bei der Einlieferung nicht schwitzen. Die Einlieferung kann an jedem Wochentage von 8—12 Uhr vormittags und von 2—4 Uhr nachmittags erfolgen. Hanau, den 7. Juni 1904. Königliches Proviantamt. Der Krieg zwiscken Japan und Außland. Der Sturm auf Port Arthur. Wir haben gestern bereits unsere Zweifel an den chinesischen Meldungen von der Schlacht bei Port Arthur ausgesprochen. Daß etwas Bedeutendes im Gange sei, stand aber nach den gestrigen Meldungen außer Frage. Jedenfalls haben die Japaner, angesichts der bedrohlichen Regenzeit, ihre Absicht, Port Arthur im Sturm zu nehmen, in Taten nm- gesetzt. Aber heute gibt die offiziöse russische Telegraphenagentur bereits selber zu, daß in dem Telegramm aus Liau- jang vom 8. d. Mts. über die Angriffe auf Port Arthur am 6. d. Mts. ein Fehler vorliege, und daß demgemäß bei dem zurückgeschlagenen Angriffe auf Port Arthur nicht die dritte japanische Armee, sondern nur ein Drittel derselben vernichtet worden sei. Wie wenig Vertrauen diese Chinesenmeldungen besitzen, geht ferner daraus hervor, daß aus Tschifu ebenfalls Chinesen- lueldungen vorliegen, welche im Gegenteil den Japanern günstig klingen. Die Chinesen scheinen eben beiden Parteien zu Munde zu reden. Aus Tschifu wird gemeldet: Fünfzig Dschunken mit chinesischen Kaufleuten und Kulis an Bord, die Port Arthur am Morgen des 8. Juni mit Erlaubnis der russischen Behörden verlaffen haben und jetzt hier angekommen sind, variieren in ihren Nachrichten; aber darin stimmen die Chinesen überein, daß seit vier Tagen innerhalb zehn Meilen von Port Arthur eine Schlacht wüte, und daß sich alle Soldaten aus Port Arthur zur Front begeben hätten. Nur drei große und eine Anzahl kleiner Schiffe lägen im Hafen; was aus den anderen großen Schiffen geworden sei, konnten die Chinesen nicht sagen; sie sagen ferner, alle Forts hätten mehr oder weniger durch die letzten Beschießungen gelitten und die letzthin im Hafeneingang gelegten Minen seien bei einem Gewittersturin explodiert. Nach weiteren chinesischen Berichten waren die äußeren Forts von PortArthur sehr beschädigt, die inneren nur leicht, viele Gebäude in der Stadt seien zerstört. Die Nachricht, daß nur drei große Schiffe in Port Arthur liegen, deutet wahrscheinlich darauf hin, daß sich eine Anzahl im äußeren Hafen, andere hinter der Tigers Tail-Halbinsel befinden. Jede Dschunke in Port Arthur wird gechartert, um die Chinesen fortzuschaffen. , Nussj", eine Petersburger Zeitung, veröffentlicht eme , Depesche, welche die japanischen Verluste bei dem Sturm ' aus Port Arthur auf 3500 Mann, em Panzerschiff und 4 Torpedoboote angibt. - Nach Berichten aus Tokio fond die vierte Rekognoszierung des Hafens von Port Arthur Dienstaa nacht statt. Acht japanische Torpedoboote forcierten den Hafim ingang unter dem Feuer der russischen Batterien. Admiral itm.k berichtet, das Absuchen der Tolienwan-Bucht nach Minen schreite befriedigend fort. Bisher wurden 62 Minen gesunden und zerstört. Während des Wsuchens an der Sudostkuste der der ' Kwautuuq-Lalbinfel vorgelagerten Inseln wurden zwei Wracks entdeckt und als der russische Kreuzer „Boyarik" und eines Transportdampfers erkannt. Petersburger Banken, darunter die russische Relchsbank, er- fr,alten aus Chardin beinahe gleichlautende Depeschen, welche einen neben Erfolg Kuropatkins melden. Tre, Armee Kurokis soll vollständig umzingelt sein und ein Haupt- s- cblag gegen dieselbe unmittelbar bevorstehen. Ebenso,wird betätigt daß das Wladiwostok-Geschwader ausgebrochen ei und in der Nähe von Port Arthur sich befinde. iTronbim hält man, sehr mit Reckt, in Petersburg das Gerücht rnn bn: Vereinigung des Geschwaders von Port Arthur Mit dem- enigen vo7 WlatLstok für unwahrscheinlich.. Das Geschwader Von Port Arthur werde von einer größeren savanpchen flotte scharf beobachtet, und zudeni hatte das Geschwader von Wladi- imostok das japanische Meer nicht passieren können ohne von ton Japanern bemerkt zu werden Uebrigens fei auch der Komin archant Kladdow, AdjutaM Krydlows noch vor fünf Tagen tn Z^^ie geswige ^Meldung, daß das Verbindungskcrbel mit Piort Arthur zerstört ist, ist, nach allen diesen mehr oder m nder unbestimmten und unzuverlässigen Meldungen zu Vließen, wahrscheinlich richtig, sonst hätten wir gewist bereiits positivere Nachrichten sowohl von russisch- tote von japanisch-offiziöser Seite. Neber die innere Lage von Port Arthur Sit sich der „Dcnlv Expreß" ,aus Wei-hai-wei vom 6 b. M : m.ckden: „Ein chinesischer Kaufmann Namens So Kon Hi kam Doon Port Arthur in Wn-hai-wei an. Wegen eines geringen Ver- zcchens war er zu Festungsarbeiten herangezogen worden Es m ihm aber geglückt, zu entfliehen. Der Mann versichert, Mß unter der Bevölkerung von Port Arthur große Unzufriedenheit herrsche, die Bürger seien aller Rechte beraubt und zu schwerer Arbeit mit Hacke und Spaten herangezogen worden. Jeder gesunde Marrn, jeder Freie und jeder Kuli müsse schwer arbeiten im Dienst des Heeres. Alle Nahrungsmittel und Vorräte feiert 'durch die Militärbehörden konfisziert worden. Aber der Vorrat, über den die Militärbehörden verfügen, fei nicht groß. Sehr schwere Strafen würden über die verhängt, die etwa ,den Besitz von Nahrimgsmitteln verheimlicht und sie zu verkaufen versucht hätten. Frisches Gemüse sei gar nicht mebr vorhanden, ebenso sei Milch und Zucker sehr knapp. Salz werde verkauft, doch koste die Unze 10 Schillinge. Von den konservierten Nahrungsmitteln werden in der Festung vier Unzen täglich an den Mann verabreicht. Am meisten Vorrat ist noch an Biskuit vorhanden. Hiervon werden täglich pro Kopf zehn Unzen verteilt. Seit mehreren Wochen hat niemand, weder Mann noch Frau, in Port Arthur einordentlichesMittag- essen gehabt. Die Garnison ist 28 000 Mann stark, einschließlich der Seeleute. Die Waffen und das Pulver der Schiffe ist an Land gebracht worden, um dort verwendet zu werden. Tag und Nacht wird an den Verschanzungen gearbeitet, von denen mehrere Reihen außerhalb der Befestigungen aufgeworfen werden. Die schweren Geschütze sind auf die höchsten Positionen gebracht worden. Mehrere Tage ist das Feuern ganz eingestellt gewesen, da man mit der Munition sehr sparsam umgeht. Mehrere Male hat General Stössel die Garnison mit patriotischen Worten angefeuert. Die Ansprachen wurden von den Truppen mit begeisterten Hurras ausgenommen. Alles rief: „Keine Uebergabe!" Heute liegen sonst nur folgende offiziöse russi- schen Meldungen vom Kriegsschauplätze vor: Petersburg, 9. Juni. Wie ein Telegramm des Generaladjutanten Kuropatkin an den Kaiser gestern meldet, erschien am 7. Juni gegen 1 Uhr nachmittags ein japanisches Geschwader an der West - küste der Liautunghalbinsel, das anfangs aus 6 Schiffen bestand imb später beträchtlich verstärkt wurde. Das Geschwader kreuzte an der Stifte und beschoß dieselbe westlich von Kaitschou und Seniutschen: es richtete das Feuer auf die russischen Stellungen. Gegen 7 Uhr hörte das Bornbardement auf; das Geschwader entfernte sich in südlicher Richtung. Die Russen erlitten weder Vertu st e noch Materialschaden. Petersburg, 9. Juni. Nach einem weiteren Telegramm Kuropatkins vom 7. Juni erschienen sechs feindliche Schiffe um 6 Uhr morgens südlich von Guand- sigtun, 25 Werst südwestlich von Seniutschen und setzten Boote aus. Sechs andere Schiffe begannen die Küste bei Seniutschen und die Stadt zu beschießen. Eine Landung fand nicht statt. Südlich der russischen Stellung gruppieren sich die japanischen Truppen in einer Ausdehnung von 16 Werst von Pulandian bis Tandsiafan im Tale des Taschaho. Am 7. Juni rückte eine japanische Abteilung^ etwa zwei Kompagnien Infanterie und eine Eskadron von Foengwangtschoeng nach Norden im Gebiet von Tafangou, 30 Werst nordwestlich von Foengwangtschoeng vor und bedrängte die russische, aus Kosaken bestehende, Feldwache. Aus Ualiunda eilten Freiwillige und eine Kompagnie zur Hilfe herbei. Der Angriff der Japaner wurde abgeschlagen; ein Offizier und mehrere Mann wurden getötet. Die Russen erlitten keine Verluste. An demselben Tage wurden russische Vorposten und Feldwachen aus der großen Straße nach Li au j an g vom Feinde bedrängt. Ms nacht 1 Uhr nachmittags die Russen Unterstützungen erhielten, waren die Ja p an er zumRückzug genötigt. Im Gefecht, das bis 7 Uhr abends dauerte, sind auf russischer Seite ein Offizier und zwei Mann gefallen und fünf verwundet. Mn demselben Tage wurde eine russische Abteilung, welche Saimatsi besetzt hielt, von einer etwa brigadestarken japanischen Abteilung angegriffen und zog sich langsam vor Der Uebermacht des Gegners zum Finschullinpaß zurück. Auf russischer Seite sind zwei Offiziere verwundet und gegen 100 Mann getötet und verwundet. Per Aufstand in Aeutsch-Südwestafrika. Gouverneur Leut wein meldet aus Otjosasu vom 8. Juni: Von der Hauptabteilung sind die 7., 10. und 11. Kompagnie, die 4., 5. und 6. Batterie, die Maschinengewehrabteilung Duerr zu vier Geschützen und die Funkentelegraphie noch bei Otjosasu. Die Witb oia bte ilung ist heute zur Aufklärung gegen die Linie Osire-Orahitua vor- geschickt. Sie soll gleichzeitig die Verbindung mit v. Estorff aufnehmen. Die 5. Kompagnie ist nach Okatumba vorgeschoben. Die Frau des am 14. Januar d. I. auf seinem Besitztum in Waterberg in Deutsch-Südmestasrika ermordeten Kaufmanns Sonnenberg, die ihre Rettung nur ihrer schwarzen Dienerin, dann aber auch dem Missionar Eich verdankt, ist dieser Tage bei ihren Eltern im benachbarten Wendeburg eingetroffen. Die Frau, die mit eigenen Augen anschauen nmßte, wie die Hereros ihren Mann, der gerade seinen Mittagsschlaf hielt, erschlugen, ist von der Bande des Häuptlings David vom 2 4. Februar bis 7. April herumgeschleppt worden, bis sie endlich bei Ooiumbo die Freiheit erhielt, wo Samuel Maharero seine gesamten Streitkräfte konzentriert hatte. Alle diese Irrfahrten mußte das damals 3 Monate alte Kind der Frau Sonnenberg mit» machen, das trotzdem prächtig gedieh und mit der Milch ernährt wurde, die die mitgeführte Kuh gab. Die Hereros, die schon Blut gesehen hatten, waren, wie die schwergeprüfte Frau einem Mitarbeiter der „Braunschw. Reuest. Nachr." erzählt, "ic fanatischsten. Ihre Bestialität war so groß, daß sie zuweilen des Abends, wenn die Ochsen ins Lager geführt wurden, zwischen die Herde stürzten und den Tieren in die Kehle stachen. Sehr groß war des Missionärs Gin* fluß, der feit 31 Jahren bei Waterberg lebt. Eine unheimliche Bekannffchast machte Frau Sonnenberg bei Oviumbo in dem Lager, als alle Häuptlinge mit ihren Leuten vereinigt waren. Sie sah dort wiederholt die Brüder des von dem Prinzen Prosper Arenberg ermordeten Willy Cain, die von fast weißer Gesichtsfarbe waren und die sie mit finsteren, haßerfüllten Blicken musterten, was bei den einzigen .Weißen*, die sie unter den Hereros trafen, seltsam, aber auch wieder erklärlich anmutet, wenn man die Umstände kennt, unter denen Cain sein Leben lassen mußte. Auch Bastards traf Frau Sonnenberg im Lager Samuels. Sie erklärten, fie seien zur Heeresfolge von den Hereros gezwungen worden. Sie wurden mit dem Anfertigen von Waffen und Munition beschäftigt. Die Sammlungen der Deutschen Kolonialgesellschast für die Hilfeleistung in Südwestafrika haben 223 000 Mk. über- stiegen._________________________________________________________________ Deutsches Reich. Berlin, 9. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin begaben sich heute vormittag von Wildpark nach Heiligengrabe zur Wiedereinweihung der renovierten Heiligblutkapelle, die nach den Entwürfen des Professors OHen von den Malern Oetken und v. Berg ausgemalt wurde. Im Sonderzuge hörte der Kaiser die Verträge des Chefs des Generalstabes Generalobersten von Schlieffen, des Obersten v. Oertzen vom Militärkabinett und des Obersten Wachs vom Kriegsministerium. Die Majestäten fuhren vom Bahnhof Techow zum Stift zu Magen durch das Spalier der Vereine und Schulen. Zn der Feier waren u. a. erschienen die Minister Studt und Frhr. v. H a m m e r st e i n. Die Majestäten wurden von der Aebtissin Frau b. Rohr empfangen, worauf der Gottesdienst in der Heiligblutkapelle begann. Nach dem Gesang hielt der Stistsprobst Generalsuperintendent Faber bie; Weiherede. Nachdem die Feier beendet war, hielten die Majestäten im Kapitelsaale Cercle ab und traten nachmittags die Rückreise an. — Der Bundesrat beschloß in feiner heutigen Sitzung einige Aenderungen und Ergänzungen des amtlichen Warenverzeichnisses zum Zolltarife und stimmte dem (Ent- wurf des Gesetzes zur Abänderung des Gesetzes über bad Reichsschuldbuch zu. — Es verlautet nach der „Voss. Ztg.", daß die Kom- mission im Reichsjustizamt, die über die Reform des Strafprozesses berät, ihr Gutachten für die Abschaffung d esi Schwurgerichts und feine Ersetzung durch ein großes Schöffengericht abgegeben habe. Dieses große Schöffengericht solle die gesetzliche Bezeichnung als Schwurgericht erhalten. Lübeck, 9. Juni. Dem präsidierenden Bürgermeister Dr. Klug, der heute den Jtibiläumstag seiner 25jahrigetl Zugehörigkeit zum Senate der Stadt Lübeck feierte, fanbte der Kaiser ein Glückwunschtelegramm. Der Senat verlieh deni Bürgermeister die große goldene Medaille. Die Handelskammer ließ eine Verdienstmedaille überreichen. Dresden, 9. Juni. Der König brachte gestern einige Stunden außer dem Bett $u und schlief nachts mit Unterbrechungen. Der Appetit ist rege, der Kräftezustand läßt noch viel zu wünschen übrig: auch eine Besserung der katarrhalischen Ersibomungen ist bis jetzt nicht eingetreten. Kolonialpost. Ans Kolonialkreisen wird mitgeteilt, Graf Götzen, der Gouverneur von Deutschostafrika, halte die Besetzung dieser Station für dringend notwendig, da Unruhen nicht ausgeschlossen seien. Die Marineverwaltung kommt diese«! Wunsch beim mich durch sofortige Entsendung vorn Kreuzern nach. Hoffentlich treffen fie rechtzeitig ein, um den tatsächlichen Ausbruch der Unruhen hintanzuhalten/ Vielleicht gibt dies den maßgebenden Stellen Veranlassung, auch in Kamerun die Augen offen zu halten und Vor-' kehrungen gegen den dort drohenden Aufstand zu treffen. Aus Stadt und Kauö. Gießen, 10. Juni 1904. ** Die Prinzessin Heinrich von Preußen ist, heute früh hier durchgereist, während Prinz Heinrich auf dem1 Weg nach Darmstadt das Automobil benutzte. Nach der Ankunft im hiesigen Bahnhof um 7.57 Uhr nahm die hohe Reisende ein Frühstück ein und reifte um 8.02 Uhr mittels Sonderwagens weiter, um mit Ihrem Gemahl dem Großherzog in Wolfsgarten einen Besuch abzustatten. L. ü. Dem Assistenzarzt in der Frauenklinik, Dr. Paul Kroemer, wurde die venia legendi für das Fach der Geburtshülfe und Gynäkologie erteilt. — Seine Habilitationsschrift handelt über: Die Lymphorgane der weiblichen Genitalien und ihre Veränderungen bei malignen Erkrankungen des Uterus. ** Von der Universität. Herr Prof. Dr. P f a n n e n- stiel, der kürzlich einen Ruf an die Universität Erlangen abgelehnt hat, hat nnn einen ehrenvollen Ruf an die Universität Freiburg i. B. erhalten und wird diesem Rufe voraussichtlich Folge leisten. •* Personalien. Durch Entschließung des Groß- herzogl. Ministeriums der Justiz wurden die Ger ichts- akzessisten Fritz Arens aus Mainz, Dr. Johann Georg Boxheim er aus Abenheim, Emanuel Gilm er aus Heidelberg, Adolf GroS aus Darmstadt, Paul Hartmann aus Langen, Karl Keil aus Laubach? Alfred Kumpf aus Offenbach, Joseph La aff aus Mainz, Dr. Richard Münch aus Darmstadt, Franz Sausen aus Mainz, Ernst S ch m e e l aus Darmstadt, Fritz Schneider aus Mainz, Wilhelm Schott aus Osthofen, Dr. Karl Völsing aus Garbenteich, Dr. Wilhelm Wehner aus Gießen und Dr. Paul Wolf aus Alzey zu Gerichtsassessoren ernannt. *• Das 1. Abonnements-Konzert der Militärkapelle war außerordentlich gut besucht. Der im Laufe des Konzertes eingetretene Regen veranlaßte, daß die im .Freien sitzenden Besucher sich im Saale niederließen, wo die Kapelle weiterspielte. Sie wurde immer durch großen Beifall ausgezeichnet. § Butzbach, 9. Juni. Die Bürgermeister des Kreises Friedberg versammelten sich heute unter Vorsitz ihres Chefs, des Kreisrat Fey, im „Heffischen Hof" hier zu einer Besprechung über Verwaltungsangelegenheiten von gemeinschaftlichem Interesse. Den Hauptgegenstand bildeten die Gemeindewafferleitungen, das vorbereitende Verfahren für Gemeinderatswahlen, die Ausführung der Gewerbeordnung und der Verkauf von Gemeindegelände. Rach Schluß der intereffanten Verhandlungen fand ein genieinsames Essen statt. R. B. D a r m st a d t, 9. Juni. In der heute nachmittag /^gehaltenen Sitzung der Stadtverordneten wurde u. a. ein Antrag des Stadtv. Bovmat eing^bracht, daß, nachdem durch eine Verordnung vom 20. April d. I. die Dienstkautionen für die hessischen Staatsbeamten aufgehoben worden sind, das Gleiche mit den Kautionen der städtischen Beamten geschehen soll. — Von den Stadtv. Müller und Geh. Justizrat Osann würde nähere Auskunft über ein in der Stadt verbreitetes Gerücht verlangt, nach welchem zurzeit Unterhandlungen über den Verkauf des Gartens am Alten Palais an Privatunternehmer stattfänden, die dort einen neuen großen Hotelprachtbau errichten wollten. Der Oberbürgermeister erklärte, von einem solchen Projekt noch nichts erfghren zu haben; er wolle sich aber näher darüber zu informiren suchen. — In der Bürgerschaft würde man, wie von uns hierzu bemerkt sei, die Ueberlassung des herrlichen Gartens, der erst jüngst aus Anlaß des russischen Wohltätigkeitsfestes von Tausenden besucht und bewundert wurde, uur mit sehr gemischten Gefühlen aufnehmen. — Eine sehr erregte Debatte entspann sich später noch über die Errichtung eines Bi sm arck- Denkmals auf dem Ludwigsplatz. Die Sozialdemokraten, namentlich Abg. Cramer, erhoben Protest gegen die Aufstellung des Denkmals, während von der anderen Seite besonders Geh. Justizrat Dr. Osann in wärmster Weise für die Errichtung des Denkmals eintrat. Die Debatte zwischen den beiden genannten Stadtverordneten nahm wiederholt einen stürmischen, rein politischen Charakter au. Zum Schlüsse genehmigte die Versammlung mit allen gegen drei Stimmen — Cramer, Stephan und Saeng — folgende Anträge: 1) daß das Denkmal auf dem Ludwigsplatz errichtet werden soll, 2) daß die Stadt auf ihre Kosten die Verlegung der Geleise der elektrischen Straßenbahn ausführt: 3) die Wasserzuführung für die Brimnenanlage übernimmt, 4) einen erhöhten Fußsteig um das Denkmal anlegt, 5) die früher für eine Bismarckbüste im Rathaussaal bewilligten 4000 Mk. dem Tenkmalsfonds zuführt und 6) den dann noch fehlenden Rest von ca. 3000 Mk. für den auf 50 000 Mk. berechneten Kostenbetrag für die Ausführung des Denkmals beisteuert. Wiesbaden, 9. Juni. Seit vergangenem Freitag ist von hier der 25jährige Franz Goldenberg flüchtig. Der Grund hierzu soll in mißlicher Vermögenslage liegen, aus welcher sich Goldenberg, welcher der einzige Sohn eines sehr vermögenden Fabrikbesitzers aus Oesterreich ist, dadurch zu helfen suchte, daß er verschiedene nicht einwandsfreie Finanzoperationen unternahm. Die Höhe seiner Verbindlichkeiten beträgt etwa 100 000 Mk. Kleine Mitte! u u a e n ans Hessen und den Nachbarstaaten. Ein neues Bubenstück gegen den Reichstagsabg. Dr. Becker ist in einer der letzten Nächte in Sprendlingen veriibt worden. Man hat dort, wie schon früher einmal, Haus, Nachtschelle und Schild des ?lbgeorb» neten mit menschlichen Erkrementen beschmiert. Vermischter. * Halle a. Saale, 9. Juni. In einer Arbeiterkaserne in Schackenthal tötete ein arbeitsscheuer Mensch zwei kleine Kinder eines Auffehers durch Beilhiebe. Er verwundete ein achtjähriges Mädchen eines anderen Auffehers und erhängte sich. * Die Dynamitexplosion bei Jndependence in Colorado scheint ein wohlüberlegtes Verbrechen zu sein, das von den Arbeitern, die zu der Gewerkschaft gehörten, gegen diejenigen in Szene gesetzt wurde, die sticht zu der Gewerkschaft gehören. Es waren 200 Arbeiter auf der Station versammelt, von denen 22 Mann sofort getötet, während 15 außerdem noch schwer verletzt wurden. Tas Dynamit war unter die Plattform der Station gelegt worden, und die Explosion erfolgte in dem Augenblick, in welchem der Zug einfuhr, auf den die nicht zu der Gewerkschaft gehörenden Arbeiter warteten, um sich von der Arbeit nach Hause zu begeben. Ter Korrespondent des „Daily Telegraph^ fügt binzu, daß die Attentäter offenbar nicht die Absicht hatten, das Leben der Leute zu gefährden, die sich auf dem Zuge als Bedienungsmannschaft befanden, sondern nur die Minenarbeiter selbst. Als der Zug noch 75 Fuß von der Station entfernt war, gab der Lokomotivführer mit der Maschinenpfeise ein Zeichen, daß es Zeit zum Einsteigen sei. Tiefes Signal war das Todessignal, denn sobald der Ton der Pfeife erklang, hörte man eine furchtbare Detonation, und man hatte das Gefübl. daß der ganze Berg in seinen Fugen erschüttert würde. Der Zug konnte glücklicherweffe sofort zum Stillstand gebracht werden, und die Beamten des Zuges liefen vor, um zu sehen, wo sie noch helfen konnten. _ Die Szene war eine furchtbare, die Leichen und die abgerissenen Glieder lagen in Hausen auf der Plattform herum.. In dem zwanzig Fuß tiefen Loch, welches das Dynamit geriffen hatte, fand man Arme, Beine und Schädel liegen. Polizisten, die sich sofort an die Arbeit begaben, entdeckten bald die Vorrichtung, durch welche das Dynamit zur Explosion gebracht worden war. Sie bestand aus einem Revolver und einem langen Stahldraht. Das eine Ende des Drahtes war an das Bein eines Stuhles befestigt, der in einem abgelegenen Zimmer stand. Tie Aufregung in dem ganzen Distrikt ist natürlich eine ganz außerordentliche, und darum wurde sofort, als die Nachricht von dem Vorfall bekannt wurde, eine starke Abteilung Polizei und Militär beordert, um den Platz zu bewachen, an welchem das Unglück geschehen war. Der Streik der Arbeiter, die zur Gewerkschaft gehören, begann bereits vor einem Jabr und hat noch nicht aufgehört. Während der Sekretär der Gesellschaft der Minenbesitzer des Distrikts kurz nach dem Vorfall eine Ansprache hielt, kam es unter den Zuhöreren zu Streittgkeiten, bei welchen ein Mann erschossen und sechs andere verwundet wurden. Nachher kam es zu einem regelrechten Kampf zwischen den Soldaten und den Arbeitern, bei welchem noch sieben Mann der letzteren getötet wurden. * Loubet und das Gordon Bennett-Rennen. Der Präsident des deutschen Automobilklubs, Herzog von Ratibor, hat den Präsidenten Loubet ebenso wie andere Staatsoberhäupter zu dem Gordon Bennet-Rennen eingeladen. Jetzt erklärt eine offiziöse Note des „Ternps".: Wir wissen, daß der Präsident der Republik, wenn er auch eine Einladung, die er nicht annehmen konnte, abgelehnt hat, diesen freund- lichen Schritt mit demselben Gefühle der C o u r t oi sie beantwortet hat. Kerichlssaal. ZumMordprozeßRothermel. Der plötzliche tragische Ausgang, den die Schwurgerichtsverhandlung gegen den des Mordes angeklagten Gastwirt Adam Rothermel durch den Selbstmord des Ängellagten genommen hat, steigert die ohnehin schon allgemeine Aufmerksamkeit des hiesigen Publikums noch um ein Gewaltiges. Rothermel hatte die ca. sechsmonatige Untersuchungshaft anscheinend ohne große Schwierigkeit ertragen: er war bei der Verhandlung klar und gewandt-und batte fast für jeden Vorhalt oder Belastungspunkt eine geschickte Antwort. Auch als sich die Aussagen der Sachverständigen immer mehr zu seinen Ungunsten häuften, verlor er nicht seine scharfe Ueberlegungs- frafL Man fand heute früh bei Feststellung des Selbstmordes den Fußboden seiner Arre st zelle mit Kreide beschrieben, die er sich vermutlich während der Herrichtung der Stube im Gerichtssaal (wobei die fehlenden Teile und die äußeren Umrisse mit .Kreide angezeichnet wurden) unbemerkt an- geeignet hatte. In dieser von ihm herrührenden Niederschrift versichert N. nochmals unter Anrufung Gottes, daß er unschuldig fei und die Tat nicht begangen habe: die Gutachten der Sachverständigen seien nickt zutreffend, er könne diese nicht überleben. Tann sagt er Frau und Kindern Lebewohl und gibt verschiedene Vorschriften für die Erziehung der Kinder. Seine Wirtschaft möge die Frau verkaufen, aber nicht an einen Harpertshäuser, denn diese hätten ihm ein schlechtes Protokoll gemacht. Der Frau empfiehlt er noch, mit den Kindern nach Biebesheim, seiner Heimat, zurückzukehren. Kiel, 9. Juni. Das Marinekriegsgericht verurteilte den Feldwebel Sringborn und den Sergeanten Zander vom Seebataillon wegen Beleidigung zweier Einjährigen zu 2 Monaten Gefängnis, bezw. 6 Wochen Mittelarrest. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Hessen für Samstag, den 11. Juni 1904: Meist trüb, Temperatur roemg verändert (kühl), Negenfälle, besonders im Süden. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 2. Sonntag nach Trinitatis, den 12. Juni. Hottesdieust. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten der Matthäus- gemeinde. Vormittags 9Vz Uhr: Pfarrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich Christenlehre für die Neukonftrnnerten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9^ Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Sonntag abend 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung int Konsirmandensaale der Johanneskirche. Katholische Gemeinde. Samstag, den 11. Juni 19 0 4. Nachmittags um 5 Uhr und abends uni 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Seicht. Sonntag, den 12. Juni 19 0 4. 3. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6 */? Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. „ um 9 */, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2^ Uhr: Christenlehre; darauf Andacht mit Segen. Israelitische Religionsgemeinde. Hottcsdienlt in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 11. Juni 1904. Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathatlsgaitg 9.30 Uhr. Gießen, 10. Juni. Viehmarkt. Bei dem Markte am 7. und 8. Juni April waren aufgetrieben 1536 Stuck Rindvieh, 708 Schweine. — Der nächste Viehmarkt findet am 28. und 29. Juni d. I. statt: am letzteren Tage auch Kramermarkt. Temperatur der Lahn und der Lust am 10. Juni 1904. Nach Reaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. 'Wasser 16°, Luft 18°. Albert R ii b s a m e n. Neueste Meldungen. Berlin, 10. Juni. Wie dem „Lokalanzeiger" von glaubwürdiger Seite versichert wird, sind die deutsch- österreichischen Handelsvertrags-Verhandlungen ins Stocken geraten, und zwar hauptsächlich deshalb, weil die österreichischen Unterhändler behufs Erleichterung der Vieh- Einfuhr nach Deutschland erhebliche Milderungen der bestehenden Viehseuchen-Konvention verlangten, welche deutscher- seits im Interesse der Reinhaltung der deutschen Viehbestände nicht zugestanden werden konnten. Stuttgart, 10. Juni. Der Rektor der technischen Hochschule, Professor Karl Weitbrecht, ein bekannter schwäbischer Dichter und Aesthetiker, ist nach längerem Leiden im Alter von 56 Jahren gestorben. London, 10. Juni. Auf Befehl des Zaren beschäftigt sich angeblich, wie die „Daily Cronicle" meldet, gegenwärtig eine Sachverständigen-Kommission mit der Frage der Möglichkeit, nach dem Kriege ein parlamentarisches System in Rußland einzuführen. (??) Madrid, 9. Juni. (Kammer.) Salmeron greift den König an, der während der letzten Stunden der Königin Isabella auf Reisen seinem Vergnügen nachgegangen sei und erwähnt die Erklärung des Grafen Romanones, daß Spanien dem Dreibund an gehört habe. Ministerpräsident Maura bestreitet die Erklärungen des Grafen Romanones über den Eintritt Spaniens in den Dreibund. Kiew, 10. Juni. Das Städtchen Korztyszew ist total niedergebrannt. Die Zahl der beim Brande ums Leben gekommenenMenschen muß groß sein, ist aber noch nicht festgestellt, lieber 2000 Menschen sind obdachlos. Vom Kriege. Petersburg, 10. Juni. An amtlicher Stelle wird versichert, daß alle Gerüchte über ein englisch-russisches Uebereinkommen auf Erfindung beruhen und nicht im Bereich der Möglichkeit liegen, da keinerlei Veranlassung dazu vorliegt. Ebenso gehören alle Nachrichten ins Reich der Phantasie, welche die russische Kriegsleitung nach Petersburg verlegen. Im Gegenteil werden Kuropatkins Befehle vom Osten hier erfüllt. Damit sind alle Meldungen von den Sitzungen des Kriegsrates unter Vorsitz des Zaren hinfällig. Wie halboffiziös verlautet, sollen die hier eingegangenen Nachrichten über die Verteidigung Port Arthurs günstig lauten und zwei Angriffe erfolgreich zurückgeschlagen sein. Paris, 10. Juni. M^der hier noch in Petersburg erhielt man bis zur Stunde eine Bestätigung der Meldung über ernstere Affären vor Port Arthur. In höheren Petersburger Militärkreisen hält man an der Ueberzeugung fest, daß die japanischen Generale Kuroki und Oku derzeit die Hauptmacht Kuropatkins anzugreifen nicht beabsichtigen und daß 'noch vier Wochen vergehen können, bis es zur Hauptschlacht kommt. Was aber das Schicksal Port Arthurs betrifft, so können die Japaner nichts ernsteres unternehmen, bevor ihr gesamter Belagerungspark aufgestellt ist, und auch das könne nach der Meinung Petersburger Militärs noch Wochen beanspruchen. Petersburg, 10. Juni. Der Zar hat ein Telegramm Kuropatkins erhalten, worin dieser mitteilt, daß das japanische Geschwader sich in mehrere Divisionen geteilt hat. die Stadt und Festungswerke von Port Arthur unaufhörlich beschießen. Bis jetzt hat die Beschießung noch keinerleiVerluste an Mert- schen und Material angerichtet. Tokio, 10. Juni. Die Japaner haben um ganz Port Arthur zahlreiche Minen und Gegen-Minen gelegt. Petersburg, 10. Juni. Von den über die letzten Vorgänge bei Port Arthur eingegangenen Nachrichten hält man diejenige für die glaubwürdigste, wonach Port Arthur am 2. ds. von den Japanern zu Wasser und zu Lande angegriffen wurde, welche hierbei 3500 Tote und Verwundete hatten. Wien, 10. Juni. Wie man der „Zeit" aus Petersburg telegraphiert, wird der wegen Hochverrats in Haft befindliche Kontre-Admiral Uchtomski unter sicherer Bedeckung nach Petersburg gebracht. ~ Telephonisches* Kursbericht* 3V2% Reichtimai gu. eingeführten Vertreter ÄÄ wollen sich melden, welche Erfolge über ihre bisherige Tätiak^ nachweifen können. . m Franko-Offerten unter K. M. 8191 an Rudolf Moffe, Haupt- und General-Agenten werden von alter, angesehener und besteingerichtet^: Vieh-Versicherungs-Gesellschaft unter günstigen Bedingungen gesucht. — Diskretion zugesichert. — Auch tüchtige Vertreter und Inspektoren finden d I ^e’d)Dfferten unter G. G. 864 an Haascusteiu & Bögler, Berlin W. 8. 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Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlags- otfdet • ' nardbshn . ■ »hatte. • ' iöo • ’ ' Tender^! verwendet stets Backpulver Vanlllln-Zucker Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass gestern abend 11 Uhr unser lieber Gatte, Vater, Grossvater, Bruder, Schwiegervater, Schwager und Onkel IfOS Selterswcg 6. 4339 Versteigerung von Immobilien. Montag den 13. Juni, nachmittags 3Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die nachfolgenden, den Gg. Brömer Erben zustehenden Immobilien einer einmaligen Versteigerung ausgesetzt werden, wonach bet annehmbarem Gebot der Zuschlag erfolgt. 1) Flur V Nr. 117,V» — 553 qm; Haus mit Nebenhaus — Lie- bigstraße Nr. 63. 2) Flur 27 Nr. 91 = 1019 qm Wiese aus dem Sandfeld. 3) Flur 29 Nr. 53 — 3221 qm Acker links des Krofdorwr Weges. Ord.-Nr. 2 liegt direkt an der Lahn und ist zur Baggerei und Eisgewinnung eingerichtet. 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