Nr. 109 Erstes Blatt. 154. Jahrgang Dienstag 10. Mai 1904 •r|$etnt tLgltch autzer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Glehener Familien» Hättet viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unweri.-Buch-u.Stein- bruderd. öt Lang«. Redaktion, Grvedttton und Druckerei: Schnlstratze 7. Lldrelie für Deveschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß Nr. 51. GletzenerAnzeraerW ™ General-Anzeiger " 3S3E A - . - den poilL und allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen UWZ zeigenteil: Hans Beck. Kolomalpost. — Gouverneur Leutwein meldet: U Estorfs nah« am 7. Mai über Okaharui aufklärend "bei Otjikuara Fühlung mit dem Feinde. Otjikuoko bleibt mit MstarbN und der 6. Kompagnie besetzt. — Einem Delegramm auZ Windhuk zufolge beträgt der augenblickliche Bestand cm T Y P h u s kr cr n k c n in Otji- häirena 2 Offiziere und 65 Mann, im Windhuker Lazarett 40, in Okahandja 42, im Karibiber Typhuslager 26 Mann, Abgeordneten, die Zahl der städtischen Vertreter zu vermehren , da, wie allgemein bekannt, den ländlichen Interessen eine Bevorzugung vor den städtischen in unserer Kammer zu teil wird. Ist doch Hessen derjenige unter allen deutschen Bundesstaaten, der für ländliche Zwecke jährlich weitaus die höchsten Summen, im Verhältnis zu seiner Größe, gewährt. Da die Neueinteilung der Wahlbezirke nach der heutigen Bevölkerungsziffer auch von der Regierung nicht gewünscht wurde, so blieb den städtischen Abgeordneten nichts anderes übrig, als die Vermehrung ihrer Sitze mit aller Entschiedenheit zu verlangen. Gewiß ist eine Erhöhung der Mitgliederzahl der Kammer an sich nicht gerade sehr wünschenswert. Herr Leun hat zweifellos recht: je mehr Abgeordnete, desto mehr wird geredet, und namentlich von solchen Herren, die, wenn man sie auf Widersprüche aufmerksam macht, kaltlächelnd erwidern: „Was leiht mir an meinem schlechten Geschwätz!" Darum bleibt die Einteilung der Wahlbezirke nach der Bevölkerungszahl das zu erstrebende Ziel. Es könnte alsdann sehr wohl bei der augenblicklichen Zahl von Abgeordneten bleiben, ja womöglich noch eine Verminderung, von deren Zahl, d. h. eine Vergrößerung der Wahlbezirke eintreten. Die Städte aber nach wie vor im Nachteil zu belassen, das können sie nun und nimmermehr sich gefallen lasten. licher Feststellung auf 70 Offiziere und 2324 Mastn angegeben. Tas sind über 13 Prozent der auf 18000 Mann zu veranschlagenden Gesamtstärke. Dabei muß aber in Rechnung gezogen werden, daß nur einige der russischen Truppenkörper ernstlich ins Gefecht gekommen sind; deren Prozentsatz an Verlusten: stellt sich 'dann erheblich höher, teilweise auf mehr als' 50 Prozent. Das „Echo de Paris" berichtet aus Petersburg: Ein Telegramm des Generals Kuropatkin bestätigt, daß der Rückzug derRussen sich invollerOrdnung vollzieht, die russische Arrieregarde befindet sich etwa 20 Kilometer von den Japanern, „Daily Chronicle" ist der Ansicht, daß Port Arthur in 14 Tagen fallen wird. Ein Telegramm aus Peking berichtet, der englische und amerikanische Gesandte seien über die Haltung der Vizekönige beunruhigt. Auch der Haltung der chinesischen Behörden« begegnet man mit Mißtrauen. Der „Newyork Herald" berichtet aus Petersburg: Man, arbeitet mit aller Energie an der Fertigstellung des* zweiten Geschwaders für den Stillen Ozean. Das Ge- schwader wird über Kap Horn nach dem Kriegsschauplätze abgehen. Dasselbe Blatt hält entgegen allen anderem Meldungen seine Nachricht aufrecht, daß die Versuche der Japaner, die Hafeneinfahrt von Port Arthur zu sperren,; gescheitert sind. Ebenso hält das Blatt die Nachricht aufrecht, daß die russische Regierung kürzlich in Deutschland zwei Torpedoboote gekauft hat. In D o k o h a in a fand am Sonntag ein großer Fackelzug zur Feier des Sieges am Jalu statt, an dem mehr als 4000 Personen teilnahmen. Am Kaiserlichen Palast entstand infolge der engen Tore an der alten Befestigung ein großes Gedränge, 6er welchem 16 Personen getötet und 40 verwundet wurden. Die Opfer der Katastrophe, meist Knaben, wurden in einem Winkel des alten Schloßhofes gegen ein verschlossenes Tor gedrängt und teils zerquetscht, teils in den alten Schloßgraben gestoßen, wo sie ertranken. * Paris, 9. Mai. Wie aus glaubwürdiger Quelle verlautet, wird Rußland demnächst auf oem Pariser Markte eine Anleihe in noch unbestimmter Höhe aufnehmen, wahrscheinlich wird dieselbe aber eine Höhe von 800 Mill. Francs erreichen. Die Anleihe wird in Schatzscheinen zu 5 Prozent rückzahlbar iiti fünf Jahren kontrahiert werden. Die Emission werden Haupt-' sächlich Pariser Kreditbanken in die Hand nehmen. Deutsches Reich, Berlin, 9. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin, mit der Prinzessin Viktoria Luise treffen am Mittwoch nachmittag in Straßburg ein. — Der im Abgeordnetenhause eingegangene Gesetzentwurf wegen Erhöhung des Grundkapitals der Seehandlung bestimmt, daß das Kapital um 6 5 Mill. erhöht wird. Der Finanzminister wird ermächtigt, Staatsschuldverschreibungen auszugeben, an deren Stelle auch vorübergehend Schatzanweisungen ausgegeben werden können.; — Von gut orientierter Seite wird mitgeteilt, daß man' in Hamburg in kaufmännischen und politischen Kreisen mit dem Gedanken umgeht, eine Art Zollmuseum zu gründen, in welchem zugleich Belehrungen iiber die Zollschuhgesetzgebung des Deutschen Reiches und anderer Staaten erteilt werden können. Für alle Interessenten soll Auskunft über die einzelnen Positionen des künftigen deutschen Zolltarifs gegeben werden, sodaß sie sich nach den Angaben des Museums genau überzeugen können, wieviel Zoll jede einzelne Ware kostet. Gleichzeitig will man ein ch emi- sches Laboratorium errichten und Hörsäle schaffen, in denen Vorträge über Zolltarif künde und die Entwicklung des Zollwesens stattfinden sollen. Wem: der Plan durch geführt wird, würbe das ganze den Charakter einer Zollhochschule mit Auskunfterteilung erhalten. — Die konstituierende Versammlung des internationalen Fra uenstimmrechtsbundes findet am 3. und 4. Juni in Berlin statt. — Es scheint neuerdings wieder fraglich geworden zu sein, ob die Session des Reichstags nach Pfingsten geschlossen oder vertagt werden soll. Der Präsident des Reichstags, Graf Ballestrem, hat heute; über diese Frage und die weitere Erledigung der Geschäfte' der Session mit dem Reichskanzler verhandelt. Es ist folgender Geschäftsplan vereinbart worden. Man erwartet, daß die dritte Lesung des Etats am Mittwoch' zu Ende geht. Dann sollen die Pfingstferien beginnet und bis zum 7. Juni dauern. In weiteren zehn Tage« gedenkt man das Münzgesetz, die Vorlagen betreffend dies Entlastung des Reichsgerichts, die kaufmännischen Schiedsgerichte und die Entschädigung unschuldig Verhafteter fertigzustellen, worauf die Vertagung bis zum November erfolgen soll. Düsseldorf, 9. Mai. Die hier abtzLstdltene Haupt-' Versammlung des Bundes der Landwirte für Rheinland-Westfalen nahm nach Referaten des Dr. Dietrich Hahn und des Gutsbesitzers v. Bodelschwingh eine Resolution an, in der sie sich energisch gegendieKanalvorlage in ihrer jetzigen Gestalt ausfpricht; wenn die Kommission nicht diese schwerwiegenden Bedenken beseitige, müsse der Bund auf Ablehnung bestehen. Dresden, 9. Mai. Die erste Kammer beschloß heute, den Widerspruch gegen die .Heranziehung des landwirt- schaftlichenBetriebskapitalszurVermögenS- steuer aufrecht zu erhalten. Die einseitige Belastung der Industrie wird also vorläufig beibehalten. Zur hMchen Wahrreform. Herr Bürgermeister und Abg. Leun schreibt unS: Großen-LiudeN, 9. Mai 1904. Geehrter Herr Redakteur! Zur hessischen Wahlrejorm bringen Sie in Nr. 107 Ihres geschätzten Blattes einen Artikel, worin behauptet wird, der Herr Abg. Köhler stelle in dem betr. Arttkel der „Volksmacht" die Tatsachen auf den Kopf. Dem ist nicht so. Lesen Sie nur die Kammerverhandlung vom Jahre 1902 und bann werden Sie überzeugt sein, daß nicht die ländlichen, sondern die städttschen Vertteter es durch deren Abstimmung am 2. Juli 1902 verhinderten, daß die zweite Kammer die direkte Wahl annahm. Allerdings haben die ländlichen Vertreter den Art. 3 der Vorlage, der eine Vermehrung der städtischen Vertreter vorsah, abyelehnt, allein hierüber wurde niemand im Zweifel gelassen, mdem eine erste Lesung vorausging. Ob eine Vermehrung derstädttschen Abgeordneten notwendig, darüber kann man zweierlei Meinung sein. Die ländlichen Vertteter glaubten u. a. auch deshalb gegen weitere Sitze stimmen zu sollen, weil die F i n a u z l a g e des Landes die größte Sparsamkeit bedingte. Schrieb doch der,,Gieß. Anz." unlängst selbst abfällig über die hoben Kosten des Landtags. Gibt es weitere Abgeordnete, dann steigern sich selbstverständlich die Ausgaben an Diäten, nicht nur für das Mehr der Abgeordneten, sondern auch deshalb, weil, je größer die Anzahl der Abgeordneten, je mehr Worte, Reden, Wünsche und Anträge und darum längereTagung des Landtags. Doch dies nur nebenbei. Am 2. Juli 1902 sollte über Art. 3 abgestimmt werden, es lagen hierzu drei Anttäge vor, nämlich: 1. Antrag Ko rell und Genossen, die seitherige Anzahl der Abgeordneten beizubehalten. 2. Antrag des Abg. Wolf, wonach die Anzahl der städtischen Vertteter statt um 5, nur um 3 v e r m e h r t werden solle. 3. Anttag des Abg. v. Brentano: Wiederherstellung der in der ersten Lesung abyelehnten Regierungsvorlage, also Vermehrung um 5 städttsche Sitze. Die ländlichen Vertteter wünschten mm zuerst Abstimmung der Anträge sub 2 und 3 und zuletzt Abstimmung über ihren Anttag Korcll und Genossen, damit, bei vorauszusehender Ablehnung der beiden anderen Anträge, wenigstens die städtischen Herren Abgeordneten schließlich für unfern Anttag stimmen und somit die direkte Wahl zu stände gebracht werden konnte. Was geschah nun? Die Herren Abgeordneten aus den Städten brachten es fertig, daß über unfern Anttag zuerst abgestimmt wurde. Wir unterlagen, wahrscheinlich wollte man uns so zwingen, die städttsche Vermehrung mitzumachen. Wenn es den Herren Abgeordneten aus den Städten ernstlich darum zu tun war, die direkte Wahl zu ermöglichen, dann mußten sie unserm Anträge absolut zustimmen, denn durch die vorausgegangene Kraftprobe der ersten Lesung wußte man zu sicher, daß die Landvertteter gegen weitere Abgeordneten der Städte 'stimmten, was auch in der Tot geschah. Ich bitte um Veröffentlichung. Hochachtend Leun, Mitglied der 2. Kammer. Diese Ausführungen des Herrn Abg. Leun bringen keineswegs den Beweis, daß die städtischen Abgeordneten den Wahlgesetzentwurf vom Jahre 1902 zu Falle gebracht hätten. Befand sich doch gerade Herr Leun unter denen, die sich offen als Feinde des gleichen, direkten und geheimen Wahlrechtes bekannten. Mit den Herren Dr. Heidenreich, Koch und Möllinger, die doch auch sämtlich vom Lande sind und zu denen sich allein Herr Dr. Jöckel aus Friedberg gesellte, war auch Herr Leun bedacht, die Vorlage im Schoße der zweiten Kammer zu Grabe zu tragen. Nicht die Städter, sondern die Agrarier spielten dem Lande, — wie ein nationalliberales Organ (das „Mainzer Tagbl.") damals sehr richtig sagte — eine „unwürdige Komödie" vor, indem sie öffentlich für das direkte Wahlrecht stimmten, dabei aber „auf Schleichwegen" die Vorlage zu Fall zu bringen bestrebt waren. Sie traten es, die darauf bestanden', daß den Städten die ihrer Bevölkerungszuhl entsprechende Zahl von Mandaten vorenthalten werde. Sie bekannten sich somit als Gegner des gleichen Wahlreckts. Ihnen muß die Hauptschuld daran zugesprochen Werden, daß der Gegensatz zwischen Stadt und Land in die Verhandlungen hineingetragen wurde und infolgedessen aus der ersten Lesung nur ein unbrauchbarer Torso hervorging. Das Resultat der zweiten Lesung wäre nach dem Wunsche dieser „Freunde" des direkten Wahlrechts das gleiche geworden, wenn nicht die städtischen Vertreter dieses Manöver vereitelt hätten, um wenigstens das direkte Wahlverfahren und die Sicherung des Wahlgeheimnisses durch Wahlkouverts und Jsolierräume aus dem Schiffbruch zu retten — wenn auch bald darauf das ganze Gesetz in die Brüche ging. Hand in Hand mit diesen Herren ging der größte Teil der Bauernbündler. Nur unter der Bedingung der Aufrechterhaltung der bestehenden Ungleichheit des Wahlrechts zwischen Stadt und Land wollten sie sich zu dem direkten Wahlrecht verstehen. Herr Wolf erklärte: „Wir unterhalten uns am Biertisch, im Foyer über dieses und jenes, ... ich habe eß nicht für möglich gehalten, daß bei der Abstimmung über Arttkel 4 40 Mann dafür stimmen würden; nach den intimen Aeußerungen, die ich gehört habe, habe ich nicht für möglich gehalten, wenn Leute hier mit Ja auf der einen Seite stimmen, und mit Nein auf der andren Seite und sich grinsend die Hände reichen. Das ist ein Mangel an Dolksfreundlichkeit. Da hat man Angst, daß man sein Mandat verliert, das einem die Kasinoclique verschafft bat." Und Herr Wolf hatte nur zu Recht! Es war unter den obwaltenden Umständen ein sehr berechtigtes Verlangen der Regierung wie der städtischen Der Krieg zwischen Japan und Kußland. Rusfische und japanische Kriegsberichte. Man schreibt uns aus Berlin, 9. Mai: Auf der japanischen Gesandtschaft in Berlin ist man jetzt recht zugeknöpft. Vor Ausbruch des Krieges und kurz nachher konnten die Vertreter der Presse von den Japanern mancherlei Interessantes hören: die Herren aus dem fernen Osten waren zum Plaudern aufgelegt — obschon sie nicht eben aus der Schule plauderten, vielmehr genau soviel sagten, als sie in die Öffentlichkeit gebracht Haben wollten. Heute fehlt es auf der japanischen Gesandtschaft an Zeit zur Unterhaltung und Auskunftserteilung. Die Höflichkeit und Verbindlichkeit find unverändert geblieben. Aber mit Fragen läßt sich wenig oder nichts erreichen. Mr sind ohne präzise Nachrichten. . . Es muß noch besser kommen! Die russische Botschaft in Berlin ist von jeher der Presse schwer zugänglich gewesen. Das Zarenreich hat selbst Organe genug zur Verfügung, um maßgebende Meldungen im Inland und im Ausland zu verbbeiten. Und dann läßt sich denken, daß augenblicklich erst recht wenig Neigung vorhanden ist, Rede zu stehen. Rußlands Kriegsmißgeschick übersteigt die pessimistischsten Erwartungen. Nur in Petersburg weiß man einstweilen nicht mit Würde und mit Größe diese Schläge zu tragen. Man legt sich auf ein zweckloses System, Erfolge des Gegners entweder zu bestreiten oder abzuschwächen und als bedeutungslos hinzustellen. Zwecklos ist dies System, weil die Wahrheit früher oder später ja doch an den Tag kommt. Die offiziellen japanischen Kriegsmeldungen, in ihrer lakonischen nüchternen Sprache machen im allgemeinen den besseren Eindruck: sie enthalten den Russen der Tapferkeit und dem Todesmut, die Anerkennung nicht vor, sie verschleiern die Verluste in den eigenen Reihen nicht, mit einem Wort, sie haben mehr das Gepräge der Tatsächlichkeit. Damit ist nicht gesagt, daß die Japaner die Aufrichtigkeit mehr lieben, als die Russen. Aber die Japaner halten sich viel freier von Selbsttäuschungen, sie richten sich auf die schlimme Möglichkeit ein, statt auf oie gute, und dank dieser kühlen Vorsicht setzten sie während der diplomattschen Verhandlungen nicht einen Moment die Rüstungen aus, während Rußland, überzeugt, die Sache „in der Hand zu haben", Krieg und Frieden ganz nach Wunsch diktieren zu können, mit ungeheuren Rüstungen nur als Schreckmittel drohte. Erst am heuttgen Tage wird von russischer Seite die Größe der Verluste am Jalu zugegeben, nachdem von einer Depesche zur anderen die Zahl der Gefallenen erhöht worden war. Aehnlich wird es der rufsischen Ableugnung ergehen, daß die Hafeneinfahrt von Port Arthur gesperrt ist. Die detaillierten und sachlichen japanischen Berichte lassen heute darüber kaum einen Zweifel. Die Berliner Börfe, die aus wirtschaftlichen Rücksichten herzlich gern den russischen Beschwichtigungen Glauben schenken möchte, glaubt auch in diesem Falle den japanischen Depeschen. Nun setzt Rußland, wie aus allem hervorgeht, noch große Hoffnungen auf die O st f e e f l o t t e. Der militärische Mitarbeiter der „Nordd. Mtg. Ztg." schreibt heute in einem Aufsatz ,-Etwaige Verstärkungen zur See in Ostasien", daß Rußland in der Lage sei, von seiner Ostseeflotte beträchtliche Verstärkungen nach Ostasien entsenden zu können. — Aber bis zum Herbst ist manche Entscheidung geliefert, und cs fragt sich sehr, ob dann die Flotte Rußland viel nützen kann. Port Arthur ist bis zum Herbst siche rlichläng st im Besitz der Japaner, der Weg nach Wladiwostok wird verlegt sein usw. Kurzum, aus russischer Seite ist das Meiste Hoffnung auf bessere Zukunft, geduldige Passivität, Vertrauen auf glücklichen Zufall, Reden und Feierlichkeiten; auf japanischer Seite kühnes, planmäßiges, folgerichtiges Handeln. Kleine Nachrichten. Aus Schanhaikwan kommt vom 9. Mai die Reutermeldunq, daß die Räumung Niutsch-Wangs fortgesetzt wird. Die Russen versprachen, eine Nachhut zurückzulassen, um eine Plünderung zu verhüten. Londoner Blätter veröffentlichen eine Petersburger Depesche, wonach General Kuropatkin dem Zaren drahtete, daß die russischen Streitkräfte im Osten ungenügend seien, um dem Vorstoße der japanischen Heere Widerstand zu leisten. Die russischen Verluste am Jalu werden nach amt Auslanö. London, 9. Mai. Nach Petersburger Meldungen konzentriert Rußland Truppen an der Grenze von Afghanistan. — Dar Johannesburger „Standard"-Korrespondent erfahrt von vertrauenswürdigen Eingeborenen, daß die Lage in Damara-Land ernster ist, als man vermutete. Ueberall frohlocken die Eingeborenen über die deutschen Niederlagen im Herero lande. Diejenigen, welche mit dem Lande vertraut sind, bezweifeln, Daß es möglich sein wird, den Aufstand ohne Hilfe erfahrener Kolonialkämpfer niederzuschlageiu Wien, 9. Mai. Kriegsminister Pitreich richtete eine Zuschrift an die Antiduell-Liga, daß nunmehr nicht- aktiven Offizieren und Kadetten der Beitritt zur Antiduell-Liga freigestellt wird. Aus Stadt und Land. Gießen, den 10. Mai 1904. — Evangelischer Bund. Wie man uns mitteilt, »eranstaltet der hiesige Zweigverein des Evangelischen Bundes auS Anlaß der zur Zeit bestehenden kirchenpolitischen Ver- hältnisse nächsten Montag den 16. Mai, abends 8'/, Uhr, im Neuen Saalbau eine allgemeine evangelische Volksversammlung. AlS Hauptredner ist für den Abend Pfarrer D. Bornemann in Frankfurt gewonnen. Dieser wird unter dem Titel: „Ultramontane Erfolge und evangelische Pflichten" alle einschlägigen aktuellen Fragen behandeln. Herr Bornemann gilt als einer der trefflichsten Redner Frankfurts. Der Eintritt zur Versammlung ist kostenlos. • * Zum Besuch des Kaisers in Schlitz schreibt ^xan uns, daß der Kaiser im Jahre 1901 am 4. und 5. Mai anläßlich der silbernen Hochzeitsfeier des gräflichen Paares 'zum letzten male in Schlitz war. Am 3. Mai 1902 war der Kaisecbesuch wieder angesagt, wurde aber infolge de§ Ablebens des Prinzen Georg v. Preußen kurz vor der erwarteten Ankunft abgesagt. — Am 2. November 1902 starb die junge Gräfin Sosie in einem Sanatorium in Berlin, und am 6. November des Grafen Mutter Anna von Schlitz, gen. v. Goertz, geb. Prinzesiin v. Wittgenstein. * • Jubiläum. Gestern feierte WerkmeisterW. Werner bei der Firma I. Barnaß hier sein 25jähriges Arbeitsjubiläum. Aus diesem Anlaß wurden ihm von seinem Chef, dem Komptoir- und Arbeitspersonal zahlreiche Geschenke überreicht. Außerdem wurde der Tag mit einer gemütlichen Feier bei einem. Essen mit zahlreichen Toasten begangen. * * Zum Arbeiterfest in Lollar, das am Samstag stattfand, schreibt man uns aus den Kreisen der dortigen Angestellten, daß die Beamten und Arbeiter des Werkes dankerfüllt seien über das prächtige Fest und die Vorbereitungen, die von der Leitung fürsorgend getroffen worden seien. Zur Ausschmückung der Festhalle waren zehn Arbeiter acht Tage lang beschäftigt. Zirka 800 lfd. Meter Guirlanden und Hunderte von Fähnchen waren zum Schmuck und acht elektrische Bogenlampen zur Beleuchtung ausgeboten worden. fc. Bad Nauheim, 9. Mai. Als weiterer Kandidat für den Landtag wurde Geh. Oberbergrat Chelius aufgestellt. l. Schotten, 8. Mai. Auf Einladung des Bürgermeisters Jochem von Laubach hatten sich gestern im Gasthaus „Zur Traube" hier etwa die Hälfte aller Bürgermeister des Kreises Schotten eingefunden. Zweck der Versammlung, der auch der Kreisrat, Geh. Negierungsrat Schönfeld, beiwohnte, sollte die Gründung eines Kreisvcreins der Bürgermeister des Kreises Schotten sein, wie solche Vereinigungen auch anderwärts bereits seit längerer Zeit bestehen. Dieser Zweck wurde auch erreicht, da 26 Ortsoberhäupter dem neu zu gründenden Verein sofort beitraten. m. Darmstadt, 9. Mai. In der am 30. v. M. hier stattgehabten 2. Sitzung des Denkmalrates für das Großherzogtum Hessen wurde dem Antrag des Denkmalpflegers Prof. Walbe entsprechend, die Umgebung der Burg Münzenberg unter Denkmalschutz zu stellen- diese in die Liste ausgenommen. SWK. Darmstadt, 9. Mai. Der Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften verwendet an die Kreditgenossenschaften des Verbandes unter Hinweis auf die noch nicht überwundene Gefahr der Einführung des Scherl'schen Prämiensparsystems, durch welches die Existenz der Spar- und Darlehenskassen des Verbandes aufs äußerste bedroht und die Früchte jahrzehntelanger Arbeit unter Umständen vernichtet werden, einen Fragebogen, der den Zweck Kat, festzustellen, was durch die genossenschaftlichen Institute, 'die bereits längst manchen Gedanken, dem Scherl den Stempel der Originalität aufdrücken will, verwirklicht hatten, auf dem 'Gebiete des Sparkassenwesens geschehen und bis jetzt erreicht ist. Das gesamte Material soll noch in diesem Monate dem Reichsverband übermittelt werden. R. B. Darmstadt, 9. Mai. Die Großh. Kabinetts- Direktion hat uns das folgende, gestern aus St. Louis bei Seiner Königlichen Hoheit dem Groß Herzog eingetroffenen Telegramm zur Veröffentlichung mitgeteilt: „Olbrichpavillon soeben mit enormem Erfolg eröffnet. ^Burbe als the jewel of the whole exposition (das Juwel der -ganzen Ausstellung) vorn Leiter amerikanischer Kunstabteilung bezeichnet. Reichskommissar Lewald." In Betreff des Olbrich-Pavillons entnehmen wir dem amtlichen deutschen Ausstellungskatalog folgende Angaben: Der Pavillon, in der Hauptachse der deutschen kunstgewerblichen Ausstellung errichtet, stellt den Sommersitz eines Kunstfreundes dar. Das Gebäude ist von Profeffor Olbrich entworfen. Die zu beiden Seiten des Brunnenhofes liegenden Flügel enthalten die Räume von Baden, Württemberg und Elsaß-Lothringen und zwar ein Empfangszimmer von Professor Käuger-KarlSruhe, einen Saal für keramische Sammlung von profeffor Hoffacker-Karlsruhe, ein Musikzimmer von Professor Pankok-Stuttgart und ein großes Wohnzimmer von K. Spindler- St. Leonhardt. Diesen Räumen schließt sich im Mittelbau des Pavillons ein Komplex von sechs zusammenhängenden Räumen an. Diese durchweg von hessischen Finnen nach Entwürfen Don Professor I. M. Olbrich ausgeführten Interieurs (ein großes Woynzimmer, ein Teesalon, ein Bibliotheksaal, ein Speisezimmer, ein Musik- und ein Rauchzimmer) bilden in chrer Gesamtheit die heffische Abteilung. An der Aus- Ichmückung dieser Räume sind neben anderen Künstlern auch sie übrigen Mckglieder der Künstler-Kolonie, Professor Habich, Ciffarz, Häuflein und Dr. tsremec oereuigr. Das Heflenlano l und besonders dessen Hauptstadt haben Ursache, auf den herrlichen Erfolg des Olbrich-Pavillons stolz zu sein. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Wingershausen wurde das altehrwürdige, jetzt von Grund aus renovierte Gotteshaus wieder eingeweiht. Die Vertreter des Kreisamts, des Dekanats, die Kirchen-, Schul- uud OrtSvorstände und viele Gäste aus nah und fern nahmen an dem Feste teil. — Der in Sachen Groß und Stafforst tätig gewesene Polizeirat Wolff in Frankfurt hat auf Weisung des Minister? des Innern von der Wiesbadener Regierung eine Belohnung von Mk. 1000 bekommen.______________________________ ______________ Kerichtssaal. Berlin, 9. Mai. Unter starkem Andrang medizinischer Kreise fand vor der 4. Strafkammer be§ Landgerichts I ein Be- leidignngsprozeß gegen den Arzt Dr. Magnus Hi r s ch f e l d aus Charlottenburg statt. Dr. Hirschfeld ist ein wissenschaftlicher Spezialist auf dem Gebiete des Homo sexuaNsmus. Seine Erfahrung, die er mit einer großen Reihe homosexuell veranlagter Personen gemacht hatte, brachte ihn zu der Ueberzeugung, daß eine Abänderung des § 175 des Str.-G.-V. dringend erforderlich sei und er richtete daher eine von den hervorragendsten juristischen und medizinischen Autoritäten unterzeichnete Petition an den Reichstag, in welcher die Gründe, die für eine Aufhebung der Strafbarkeit des im § 175 bezeichneten Verbrechens sprechen, dargelegt wurden. Nun hatte sich hier int Jahre 1897 ein sogen. „Wissenschaftlich-humanitäres Komitee" gebildet, das die weitere wissenschaftliche Erforschung des HomosexualismuS sich zur Aufgabe setzte. Leiter dieses Komitees war Dr. Hirschfeld. Dieses Komitee versandte nun, um statistische Unterlagen für die Verbreitung der Homosexualität in Deutschland zu gewinnen, Fragebogen an eine große Anzahl von Personen, in denen die Befragten gebeten wurden, ihre ev. Veranlagung ohne Unterschrift, lediglich durch Unterstreichung gewisser Buchstaben dem Komitee bekannt zu geben. Auf diese Weise konnte das Komitee feststellen, daß inDeutschland 1 209000 Homosexuelle vorhanden sind. Die Umfrage gelangte u. a. auch an sechs hiesige Studenten, die sich durch den Fragebogen beleidigt fühlten und Anzeige erstatteten. Die Staatsanwaltschaft griff die Sache aus und erhob gegen Dr. Hirschfeld Anllage wegen Beleidigung. Die Verteidigung hatte zur Verhandlung eine große Reihe von Sachverständigen und Zeugen geladen: neben Aerzten, den Obmann des Komitees, Reichsgraf Günther v. d. Schulenburg, päpstlichen Kammerherrn Baron v. Teschenberg usw. Zu Beginn der Verhandlung beantragte Staatsanwalt Helbig im Interesse der gefährdeten Sitten den Ausschluß der Oeffentlichkeit. Der Gerichtshof gab diesem Anträge trotz des Einspruchs der Verteidigung statt. Heber den Verlaus der Verhandlung erfahren wir, daß darin die Schrift des Dr. Hirschfeld, die die Anllage als unzüchtig betrachtet, nämlich: „Tas Ergebnis der statistischen Untersuchungen über den Prozentsatz der Homosexuellen" zur Verlesung gelangte. Das Gutachten der medizinischen Sachverständigen lautete für den Angeklagten durchweg günstig. Trotzdem beantragte der Staatsanwalt wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften und Beleidigung eine Geldstrafe von 500 Mark. Die Verteidigung plai- bierte auf Freispruch. In der sehr interessanten und prinzipiell bedeutsamen Urteilsverkündigung, die nach sehr langer Beratung erfolgte, heißt es u. a.: Die Grundfrage, ob die in- frimierte Umfrage des Angeklagten streng wissenschaftlichen Zwecken dienen sollte, hat der Gerichtshof bejaht, lieber die Berechtigung einer solchen wissenschaftlichen Tätigkeit, wie der Angellagte sie entfaltete, wolle der Gerichtshof sich'nicht äußern: Aus dem Urteil soll daher weder eine Anerkennung, noch eine Verurteilung dieser Tätigkeit entnommen werden. Es war lediglich zu prüfen, ob die Schrift des Angellagten unzüchtig und ehrenkränkend gewesen ist. Nach Theorie und Praxis, auch nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts, sind Publikationen wissenschaftlicher Natur nicht unzüchtig. Höher als die Wissenschaft steht das Recht auf Achtung der Person. Der Angellagte, der schon einmal in einen ähnlichen Prozeß verwickelt gewesen, war sich des beleidigenden Charakters seiner Umfrage bewußt und es war erschwerend, daß durch sie die Sitten der jungen Leute, in deren Hände sie gelangte, gefährdet wurden. Immerhin habe der Angeklagte nur aus edlen Motiven gehandelt. Der Schutz des § 193 konnte ihm nicht zugebilligt werden — eine Anwendung dieses Paragraphen aus solche Fälle würde zu unhaltbaren Konsequenzen führen. Der Angellagte war daher zu 200 Mark Geldstrafe resp. 10 Tagen Gefängnis zu verurteilen. in einer aisvarv emzuverusenven autzerorvenrncyen öen er alber» sammlung zur Annahme zu empfehlen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, ben 11. Mai 1904: Zeitweise windig, meist trüb, etwas wärmer» besonders nachts, Regenfälle, besonders im Norden. Nässeres durch die GießenerWetterkarte. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Himmelfahrtstag, den 12. Mai. _ In der Stadtkirche. Vormittags 9‘/3 Uhr: Pfarrer Schwabe. In der Johanneskirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. w , In der Friedhosskapelle. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Mittwoch, den 11. M a i 19 04. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Donnerstag, den 12. Mai 1904. Christi Himmelfahrt. Vormittags von 6 */, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. » um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. • um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. » um 9 */, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 7, Uhr: Fest-Andacht mit Segen. Freitag abend nm 6'/, Ussr ist Mai-Andacsst. Urnclte Meldungen. Originaldrahtmcldnngen des Gießener Anzeiger». München, 10. Mai. Die Sektion der Leiche Lenbachs ergab, daß der Künstler nicht an Krebs gestorben ist, sondern an Verdickung des Gekröses. Donaueschingen, 10. Mai. Bei einer Besichtigung der Fürstenbergischen Brauerei, in welcher das Fürstenbergische Helle Bier hergestellt wird, äußerte sich der Kaiser mit Genugtuung über die Bestrebungen der deutschen Bierbrauereien, das ausländische Helle Bier durch das ebenso vorzügliche, vielfach sogar überlegene einheimische Bier zu verdrängen. Diese vaterländischen Bestrebungen könnten seines größten Interesses versichert sein. — Drei Mädchen, die der Kaiserin Blumensträuße überreichten , erhielten goldene Brachen mit Namenszug und Krone. Rom, 10. Mai. Der „Tribuna" zufolge verklagte der frühere P o st m i n i st e r G a l i m b e r t i das sozialistische Blatt „Lavoro" in Genua, weil es behauptet hatte, Galim- berti habe 25 000 Lire Staatsgelder für seine Hochzeitsreise verausgabt. Petersburg, 10. Mai. In der Kassen-Verwaltuntz des russischen Rothen Kreuzes wurden bedeutende Unterschlagungen entdeckt. Der Hauptschuldige, General Schwedow, ein Günstling der Kaiserin-Mutter, hat über eine Million Rubel im Börsenspiel verloren, welche er aus der Kasse entnahm. Um einen öffentlichen Skandal zu vermeiden, hat die Kaiserin aus eigenen Mitteln die Verluste gedeckt. — Fürst Galitzin und Graf Lansky haben sich ebenfalls Unregelmäßigkeiten zu Schulden kommen lassen. Petersburg, 10. Mai. Hier verbreitete sich das Gerücht über ein geplantes schreckliches Attentat in Kronstadt. Eine Persönlichkeit, wahrscheinlich ein japanischer Agent, versuchte eine gewaltige Explosion herbeizuführen, wodurch die Festung Kronstadt in die Luft gesprengt worden wäre. Das Verbrechen mißlang. Der Sport. DieGießenerRuder-Gesell schäft 1877, resp. deren Regatta-Ausschuß, hat nun das Ausschreiben für die am 31. Juli geplante 12. Regatta auf der Lahn in Gießen erlassen. Als Nennungs- und Meldschluß ist Donnerstag, der 14. Juli, bestimmt. 4 Ausgeschrieben sind im Ganzen 11 Remien, und zwar: Junior Einer — Großer Vierer (Stadtpreis) — Vierer (Preis von der Lahn) — Einer (Lahnvokal) — Zweiter Vierer — Junior Achter — Doppel-Zweier ohne Steuermann — Junior Vierer — Akademischer Vierer — Großer Achter lGrohherzogspreis) — und Ermunterungs-Vierer. Wenn sich für die sämtlichen Rennen Konkurrenz findet, was wohl zu erwarten ist, dürfte der Start am 31. Juli auf dem Gießener Wasser recht interessant werden. lieber dasFußballwettspiel, bas am Sonntag hier stattfanb, schreibt uns der Gießener Fußballklub von 1900: Das Resultat (das wir bereits mitteilten) entsprach vollständig der beiderseitigen Spielstärke, ein Urteil, dem die trotz des zweifelhaften Wetters zahlreich erschienenen Zuschauer sicherlich zustimmen werden. Es muß allerdings zugegeben werden, daß der Gießener Fußballklub nicht in voller Form spielte, wobei jedoch nicht außer Acht gelassen werden darf, daß Gießen für den Torwächter Ersatz einftellen mußte. Wenn auch Ofsenhach auf fremdem Platz spielte, so rechtfertigt dies doch noch lange nicht einen so großen Unterschied in der Torzahl. vermischtes. * Berlin, 9. Mai. lieber das Vermögen des flüchtigen „Millionene rben" Alfons Röhll ist heute das ordentliche Konkursverfahren eröffnet worden. — Das Konkursverfahren ist über das Vermögen des Bankgeschäftes Brendel u. Co., dessen Mitinhaber Regierung s rat Brendel sich nach Zusammenbruch des alten Bankhauses durch einen Sturz aus dem Fenster das Leben nahm, vom Amtsgericht L verhängt worden. * Halle a. S., 9. Mai. Einbrecher plünderten den Laden des Münzen Händlers Weickerling. Sie machten für mehrere Tausend Mark Beute. Binnen wenigen Wochen sind hier in drei Diebstählen an 30000 Mark Wertsachen gestohlen worden. * P o s e n, 9. Mai. Als ein größeres Polizeiaufgebot heute eine VerhaftungvonvierschwerenVerbrechern in der Vorstadt Gutschin vornehmen wollte, wurde es aus der verschlossenen Wohnung heraus mit Revolverschüssen empfangen. Nach Erstürmung der Wohnung, einem blutigen Kampfe, bei welchem auf beiden Seiten schwere Verwundungen vorkamen, wurden die Verbrecher verhaftet. * W i e n , 9. Mai. In Fiume griffen Soldaten drei italienische Matrosen an. Dem einen wurde der Bauch aufgeschlitzt, die beiden anderen tourben durch Bajonettstiche schwer verletzt. * Teplitz, 9. Mai. Der 60jähr, fortschrittliche Abgeordnete des Bezirks Aussig-Carbinz, Josef Borjan, hat sich krankheitshalber erhängt. Kandel und ^erhebt. AMswittschast. Berlin, 9. Mai. In der heutigen Sitzung des Aufsichtsrates der Berliner Bank wurde beschlossen, die von der Deutschen Bank v.^liegende Offerte zum Zwecke des Aufgebens der Berliner 2 in die Deutsche Bank den Aktionären Kommandant des Kronstädter HafenZ bestätigt, daß ein Verbrechen geplant gewesen sei und daß es, falls es gelungen wäre, fürchterliche Konsequenzen nach sich gezogen hätte. Sofort wurden alle Mittel angewandt, um einer Wiederholung eines derartigen Verbrechens vorzubeugen. Sämtliche fremden Arbeiter, welche in Pyroxilin-Fabriken, Laboratorien rc. beschäftigt waren, wurden entlassen. Die Arbeiten werden künftig nur von Mililär auSgeführt. Die strengste Untersuchung ist eingcleitet. Vom Kriege. Paris, 10. Mai. Der „Matin" meldet aus Petersburg, der Generalstab dementiert eine angebliche neue Beschießung von Wladiwosto k, wobei der Kreuzer „R u r j i k" in Grund gebohrt worden sein soll. Wie verlautet, hätten dft Japaner Niutschwang bereits besetzt. Petersburg,, 10. Mai. In großen Maueranschlägen werden die Reservisten aufgefordert, sich zu stellen. — Ein Ukas des Zaren betrachtet Baumwolle ebenfalls als Kriegs- Kontrebande. London, 10. Mai. „Daily Chronicle" meldet aus Tokio: Nach der Einnahme von Dalny durch die Japaner wurde auch ein Kabel abgeschnitten, welches Port Arthur mit elektrascher Kraft versieht. Hierdurch ist für die Russen ein bedeutender Schaden entstanden, weil das Kabel von der Kraftstation in Dalny aus die elektrischen Scheinwerfer speiste. .— „Daily Chronicle" meldet aus Tschifu: Zwei Züge, welche am Samstag Niutschwang verließen, um nach Port Arthur zu fahren, mußten umkehren, da die I ap a n er a u f die Züge Feuer gaben. Eine Da m e wurde hierbei verw und et. Telephonischer Kursbericht. 3Ve6/o Reicheanleihe 3% do. 3% Portugieser? » . . 8°/ Portugiesen. . . . 1% 0. Türken . . . Ttkkenlose...... 4% Griech. Monopol -Anl. 4vf. H äussere Arrenh'ner Mai. . 26 40 . 85.00 . 104.00 . 103 30 . 200.80 184 00 . 137.05 . 252.60 . 153 50 . 137.00 . 13.60 . 191.— . 240.00 . 190.50 . 195.90 3°/0 Mexikaner . . 41/Wn Chinesen . . Electric. Schlickert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank Dresdener Bank . . Berdner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Ootthardhahn . . . Lanrahütte .... Bochum..... Harpener .... Tendenz: still. 128.00 46.00 42.90 I Frankfurt a. J>., 10 3V»M Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.60 4VS% Oesterr. Silberrente 100 50 Geschäfts - Empfehlungen I.eteet b.a.gft BrüNW Universitäts-Druckerei. Sieben. 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Mai, nachmittags 4 Uhr, vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. tzLsKriegerverelüGießen^Li Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben des Kameraden Peter Mulch geziemend in Kenntnis zu setzen. 4253 Der Vorstand. Danksagung. Schirme 2 2 2 2 2 Heidelbeeren Kirschen, schwarze Reineclauden Mirabellen, Metzer Gemischte Früchte Zu-Photographie notwendige Chemikalien aller Art,auch fertige erprobte Lösungen, Patronen rc., Platten u. Papiere. Man verlange Preisliste. [4089 Adler-Drogerie, Seltersweg 39. 75, 85„ 95 , 100, 125, LmftAer Pferde-Lose a Mk. 1,-. 11 Stück 10 Mk. (Ziehung 18. Mai) empfiehlt 4215 Richard Buchacker Neuen Baue 11. werden 2767 schnell und sachgemäss repariert und neu überzogen. Casseler Schirmfabrik Giessen. Seltersweg 9. Obst: Pflaumen ohne Stein 2Pfd.65H Farben Lacke Oele aller Art. ZtaMindendes FOckM Bohnerwachs, Linoleumwichse Carbolineum,Bronzesarben Wohlr. Ofenlack Möbelpolitnr Pinsel, Stahlspähne. 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Mai 1904. 02702 Für alle Beweise aufrichtiger Teilnahme an dem uns betroffenen schweren Verluste, sowie Herrn Dekan Wagner und Herrn Pfarrer Gombel für ihre trostreichen Worte sagen wir hiermit innigsten Dank. TeriVereii. Donnerstag bett 12. Mai 1904 findet unser diesjähriger Himmelfahrt-Ansstng nach dem Vubenrödev l?0f statt. Abmarsch zum Turngang über Launsbach, Gleiberger Forsthaus, Dünsberg, Königsberg, Hohensolms, Bubenrod morgens 6 Uhr pünktlich von der Lahnbrücke aus. 4246 Für Nachzügler empfehlen wir die Züge ab Gießen 10.20 Uhr .oder 1.45 Uhr. Der Vorstand. Cafe Ebel. Mittwoch den 11. Mai: Konzert der 4263 Höeröayerischen Sänger- und Hänzertruppe „D’Untersberger“ A. Reinert. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Um 7glO und 11 Uhr: Geht oderbayerischer Schnhplattler-Lanz. Am Himmelsahrttage, nachmittags 3 Uhr: Christliches Waldfest aus der Holzburg bei Klein-Linden unter Mitwirkung von Posaunenchören und einem Gesangverein. Ansprachen halten die Pfarrer Vowinckel-Frankfurt a. 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[4257 M. l0S $l< „«!*" »u " ..mal Anzeig" 1 Sur Krise Information auch «bediente. ' Wn-Kanaltsation ! bekannt geworden, l Blattes doch nicht so iveisen dürste. Heute nun können ziösen Dementis hm, einer preußisch-bayer meinschast erörtert Akademische" Behänd nicht. Lm ckgenteü, - geschehen wäre. Wer i technischen Verhältnis] bayerischen Rhempfas stellattonen Preußens erscheint die horrtbile Sappen". Sie ist bi tvittschaftlichen Entn pfähle können sie nie sind. Eine berufene i Handels- und Gewei vollkommen richtig, schastsbericht erklärt, punkt aus bcher, toei Eisenbahnen - untc als bayerische ötaatsbahnen zu est schließen. Das ist bei Kchrsmitret bei f)eut\ lijdje Faktoren, fonix liche, sozialpoliti »at sich bei allen eins drochen, allen voran bekanntlich ist auch t riner Eisenbahngemer >ina§ ift ferner i solchen näherget in rein theoret wohlverstanden' 'hrer Eisenbahn nff Recht die 'ühnen eine weitere msbleiblicher Verke^ mitisch-konventionelle » umsvMhr, wenn ^ate. Diese berechtig bezüglich' ihr ^l^r entsprechenden 1 3 sie zuftand |toanÖ^, die bfäUifd Miedern. F&ä 7^kehrs- und 5 Fdti k(b LW geschädj Mw k Bersü^Uch,ln bi B die Au^n ^E/1 Ä '»iS : lassen ZNer & vt«