Nr. 59 Donnerstag, 10 März 1904 154. Jahrg. Erscheint täglich mit Ausnahme de? Sonntags. Die „Gießener FamUienblölter" werden den ,9Inaeini otennc wöchentlich beigelegt D, wQefftf \ Land> tr' * erschein monatlich einmal Giehener Anzeiger NotastonSdruck und Vertag der Brü hl ficken Untoentiäteörudem. ÖL Lange, A'eßen. Redaktion, Expedition u. Druckerei - Schulstr. 7. Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen. Parlamentarische Perlianvlnngen. Nachdruck ohne Vereinbarung nicht g : ft c. t i k L Deutscher Reichstag. 5 3. Sitzung vom 9. März. 1 Uhr. Das Haus ist schwach besetzt. Am Vvndcsratstische v. Einem u. A. Man setzt die zwiete Beratung deS M i l i r a r e t a t 5 fort, und zwar immer noch beim Titel: „Gehalt des Kriegsministers 36 000 Mark". Abg. Dr. Braun (Soz.) spricht über die Sozialpolitik in der Heeresverwaltung. Er gibt zunächst eine Uebersicht über die Ar- beitsverhältnissc in den Militarwerkstätten. Seiner Meinung nach ist die deutsche Heeresverwaltung in sozialpolitischen Dingen außerordentlich rückständig. Wenn sie sich doch die französische zum Muster nehmen wollte, die in ihren Werkstätten bereits den achtstündigen Arbeitstag durchgeführt hätte. Sehr bedauerlich sei, daß unsere Heeresverwaltung Arbeiten an Unternehmer vergebe, die diese dann in der Heim- und Schwitzindustrie herstellen ließen. Namentlich daS Beklcidungsamt des 6. Armeekorps tue sich darin besonders hervor. Da würden Arbeiterinnen beschäftigt zu Löhnen, die platterdings zum dürftigsten Lebensunterhalt nicht auSreichten. Was Wunder. wenn die Aermsten auf den dunklen Weg der Schande gedrängt würden! Redner bringt sodann angebliche Mißstände in Spandau zur Sprache, die sein Parteifreund Zubeil im vorigen Jahre bereits ausführlich erörtert habe. Er spricht aber so leise, daß er nur sehr schwer zu verstehen ist. Beklagenswert sei die geringe Stabilität der Arbeitsvcrhältnistc in Spandau. Perioden angestrengtester Tätigkeit wechselten mit Perioden großer Fläue. Ein letztes Wort. Der Widerstand der Regierungen gegen eine vernünftige Sozialpolitik hat sich bisher als unüberwindlich erwiesen. Da darf der Reichstag nicht langer zögern, auf eigene Faust gesetzgeberisch vorzugehen, sonst macht er sich mitschuldig! Mg. v. Kröcher ftons.ft Ich will nur einige Worte zum Militäretat sprechen und zwar nicht, obgleich ich nicht Militär war, sondern weil ich nicht Militär war, denn ich habe nur so kurze Zeit gedient, daß, wenn ich Unteroffizier gewesen wäre, ich nicht einmal einen Zivilversorgungsschein bekommen hätte. (Heiterkeit.) Ich will den Rednern der Linken ohne weiteres zugeben: Gewiß, es gibt im Offizierkorps Modenarren, eS gibt dori Gigerl, aber ich habe gehört und weiß aus eigener Kenntnis, daß diese — man nennt sie „Fatzkes" (Große Heiterkeit) —, daß diese Fatzkes also mit Anstand für König und Vaterland zu sterben wißen (Beifall rechts), und das ist getoiß eine schätzenswerte Eigenschaft für einen Soldaten. Es ■ gibt ferner ganz zweifellos auch Offiziere, die in sittlicher Hinsicht nicht allen Ansprüchen entsprechen. ES aibt im Offizierskorps Don 'Juans, Trinker und Spieler. (Lebh. Zusttmmung bei den Soz.) 'Aber wo gibt eS diese nicht? Und gerade aus den letzten .Kriegen, raus dem Kriege 1870/71 und aus den Freiheitskriegen wißen wir, «daß wir große Heerführer gehabt haben, von denen es feststeht, daß ßie sich verschieden diesen bedauernswerten Passionen hingegeben haben. (Heiterkeit und Beifall.) Daraus folgt, daß diese sittlichen Mängel, die ich im übrigen natürlich auch durchaus verurteile, aus Den Geist und die Tüchtigkeit der Armee keinen Einfluß haben, wie isurrt ihren das von mancher Sette zuschreibt. Tas hat auch Fried- ich der Große gewußt, der doch auch vom Heerwesen etwas verstand, "imb der einem Major, der sich über das viele Saufen der Offi- isiere beflagte, schrieb: „Sause er auch." (Große Heiterkeit.) Ich will nur auf einige Aeußerungen des Abg. Bebel zurück- i kommen, nicht um gegen Herrn Bebel zu polemisieren, sondern um .einige seiner Sätze alS sehr richttg zu urtterschreiben. Herr Bebel Ihat gesagt, daß die Zahl der Soldaten, die soziawemokrcttische Gesinnung haben, immer größer werde. Nach meiner Kenntnis der Tinge kann ich das nicht bloß als richtig anerkennen, sondern ich aniß das auch recht dick unterstteichen. Außerdem kann sich doch ,eber selbst sagen: Wenn die Leute vor ihrem (Eintritt in die Armee 'Sozialdemokrctten sind und nach ihrem Austritt wieder Sozialdemokraten sind, weshalb sollten sie gerade die Zeit, wo sie den bunten Rock tragen, nicht Sozialdemokraten sein. Ich glaube aber, aus dieser Tatsache erwächst uns allen, uns bürgerlichen Parteien, oder wie mau es nennen will, kurz und gut, den Mehrheitsparteien, die Pflicht, den leitenden Persönlichkeiten in der Regierung klar zu machen, daß es nicht möglich ist, die Sozialdemokratie durch Entgegenkommen und durch schöne Reden gewinnen zu wollen. (Beifall rechts höhnische Zurufe bei den Soz. „Der starke Mann".) Natürlich, ich weiß ja, ich werde jetzt wieder als Scharfmacher gekennzeichnet. (Zustimmung bei den Soz.) Ich gebe es auch vollständig zu, ist auch gar nicht verwerflich, ein Schwert zu schärfen (Lebhafte Zusttmmung rechts), es lotmnt nur darauf an zu welchem Zweck. Zum guten Zweck kann man e§ wohl schärfen; verwerflich ist es bloß, wenn man das Messer schärst, um Leuten die Kehle abzu- schneiden, denen man es nicht tun sollte. (Große Heiterkeit.) Ich hoffe also, daß die Herren von der Regierung und von den Mehrheitsparteien die Konsequenzen daraus ziehen werden. (Lebhafte Zusttmmung rechts.) Abg. Böckler (AnttsZ polemisiert gegen die „Maccabäer-Rede" bc§ Mg. Eickhoff. Ich bezweifle, daß die Juden besonders tapfere Soldaten sind. Wenigstens muß ich Die Juden meines Wahlkreises gegen diese Behauptung in Schutz nehmen. Diese sind an dem Blutvergießen in den Freiheitskriegen sicher nicht schuld. Auch die aus Koniß nicht. Ucberhaupt waren nur wenig Juden an den Freiheitskriegen beteiligt. Die Stattsttk ist ganz falsch, ist sie doch ein Menschenalter später aufgestellt. Auch die Berufung auf Wellington beweist nichts, der hat später so manches gesagt, was nicht richttg war. In vielen Städten, z. B. in Dirschau, Putzig usw., bezahlten die Juden einige hundert Taler und statteten einige Soldaten aus, um zu Hause bleiben zu können. In Deuffch-Krone wollten sie das auch, ihnen dies nicht gestattet wurde, gingen sie an den König Friedrich Wilhelm III. und boten ihm 1000 Taler, wenn sie nicht mitzugchen brauchten. Die Antwort deL Königs ist sehr charatteristtsch und beleuchtet eigenartig die Darlegungen des Abg. Eickhoff, sie lautete: Das Gesuch wird genehmigt, denn in diesen schweren Zeiten sind feige Memmen gar nichts, aber 1000 Taler immer etwas. (Große Heiterkeit.) Der Kriegsminister sagte, den Soldaten sei nur der Besuch polnischer Lokale verboten. Was heißt das. Viele dieser Lokale gehören Juden, und die sind deuffch, wenn Deutsche da sind, und wenn Polenta sind, fingen sie: Noch ist Polen nicht verloren. (Heiter- heit.) Daß die adligen Offiziere bevorzugt werden, ist verständlich, 'Talente vererben sich, die Juden haben das Schachertalent geerbt i Heiterkeit), und in vielen adligen Familien vererbt sich das Talent -für die .Kriegskunst. Redner Enttet sodann den Kriegsminister, mehr ■Tir kleine Garnisonen zu sorgen. Abg. Bebel (Soz.) erwidert dem sächsischen Oberstleutnant Krug -zu Nidda: Ich habe den Bautzener Fall mtt möglichster Diskretion Ibehandelt und gar keine Namen genannt. Die Vorwürfe gegen meine Partei sind unbegründet. Meine Parteipreße hat von dem ganzen Fall überhaupt nur Notiz genommen, nachdem er durch die bürgerliche Preße gegangen. Es scheint, als ob gewiße, der Armee i nahestehende Kreise das Bedürfnis zu Klaffch und Trcttfch in der ?Lrmee haben. Herr Krug zu Nidda lann mir dafür dankbar fein, daß ich ihm Gelegenheit gegeben habe, den Fall aufzuklären, lieber den Fall Bissing habe ich 8 Schreiben bekommen. Es scheinen Kreise vorhanden zu fein, die ein Interesse daran haben, diesen General zu diskreditteren. (Hört, hört!) Zum Fall Kronberg wird heute in der Presse mirgeteilt, daß der jetzige Kriegsminister von Einem zur Zett des Eintritts des Prinzen Kommandeur des betreffenben Regiments in Münster gewesen ist. Wie kommt es denn, daß er sich gar nicht nach seinem Vorleben erkundigt hat? Man pflegt sich doch sonst über die Kntecenbentien auf das genaueste zu informieren. Es scheint doch in der Tat, als ob cS im Offizierkorps eine sehr differenzierte Behandlung gibt, je nachdem, ob es sich um Adlige ober Bürgerliche hanbelt. Es gibt Regimenter ersten, zweiten unb britten Grades, die je nach der Zusammensetzung des Offizierkorps ein sehr verschiedenes Ansehen genießen. So z. B. nimmt das Regiment Nr. 145 seit 1895 keine bürgerlichen Offiziere mehr auf. Eine ähnliche Wandlunsu.zeigt sich im 86er Regiment. Für uns Sozialdemo- fraten ist es schließlich egal, ob die Mannschaften von adligen oder bürgerlichen Offizieren mißhandelt werden. iSehr gut!) Aber charakteristisch bleibt jene Tatsache für den Geist, der in unserer Armee herrscht! Der Fall der „Kommandeuse" hat sich — nach der „Preußischen Korrespondenz" — m der Tat ereignet, und zwar in Posen, und zwar unter dem Vorvorgänger des jetzigen Kommandierenden. Ich komme nunmehr zum Abg. Stöcker. Ich begreife^ja bie lebhafte Erreguna des Herrn Stöcker,, wenn er mit der Sozialdemokratie auf die Mensur geht: hat sie ihm doch übel genug mit- gespieltl Und er möchte so gern Revanche nehmen! Herr Stöcker hat diesmal selber Kritik geübt; aber er tut bas in überaus schonender Weise nach oben. Da sind wir anders. Wir glauben, daß der Sitz des Hebels gerade oben ist und daß wir deshalb gerade nach oben eine scharfe Sprache führen müßen. Tas liegt an unserer verschiedenen Weltanschauung, da gibt es keine Verständigung zwischen uns! (Sebr richtig!) In ausländischen Parlamenten wirb viel schärfere Kritik geübt. Man sehe auf England, auf Amerika! Unsere Kritik richtet sich nicht gegen das Vaterland selbst — wie Sie es hinstellen wollen —, sondern gegen die unwürdigen Zustände in unserem Vaterland, die wir beseitigen und durch beßere ersetzen wollen. (Gelächter rechts^ Daher gilt unser energischer, rücksichtsloser Kamps Ihnen (nach reckts)^ als den Führern alles Bölcn, al» den Erhaltern alles Hebels. (Lärm rechts.) Unsere .Kritik an den moralischen Zuständen in der Armee hat es Herrn Stöcker angetan. Herr Stöcker sieht nur den Stilitter in unserem Auge, den Balken im eigenen Auge sieht er nicht. Weiß er denn nicht, was sein Amtsbruder, der Hofprediger D. Frommel, gesagt hat? „Für die meisten wird die Armee, die eine Schule der Zucht sein soll, zu einer Hochschule der Unzufriedenheit!" Herr Stöcker meinte, wir sollten eine Sittlichkeitskommission zur Prüfung der Behauptungen des Grafen Baudissin einsetzen; nun, das wäre wohl mehr Sache der Militärverwaltung. Und zum Vorsitzenden dieser Kommission — für welchen Posten Herr Stöcker meinenFreund Singer vorschlug — würde sich wohl bester sein Freund und Amts- bruber Krösell eignen! (Große Heiterkeit.) Die Wanblung der allgemeinen Gesinnung muß boch an etwas liegen! Ist es benn Hexerei, baß wir So,3talbernofraten 3 Millionen Stimmen bekommen haben, baß wir Anhänger in Kreisen haben, wo wir es vor 10 Jahren uns nicht hätten träumen laßen? Der Vergleich bet Sozialdemokraten mtt den ersten Christen befiagt Ihnen nicht. Unb boch: genau bieselben Verfolgungen, benen jetzt bie Sozialbemokraten ausgesetzt sinb, haben die ersten Christen erdulden müßen. Und die Bewegung wurde hier wie dort größer unb größer! Herr Stöcker hat es boch am eigenen Lewe erfahren, was es mit dieser „Eintagsflieae" auf sich hat! Sett 30 Jahren arbeiten Sie als moderner SisvvhuS gegen unS. Und nicht wir sind „heute geboren, morgen verweht", sondern Ihr Name wird morgen verweht fein, wie Spreu im Winde! Herr Stöcker stellt sich als ein ganz besonders begnadeter Ver- treter des Christentums hin. Und tritt doch alles mit Füßen, was daS Christentum lehrt. Der Christ predigt Menschenliebe, Herr Stöcker predigt Haß gegen ganze Teile der Bevölkerung, gegen die Sozialdemokraten und gegen das Judentum. (Sehr richtig.) Herr Stöcker will un? Moral predigen, das ist wirklich noch schöner, hat er denn vergessen, daß Fürst Bismarck so oft er den Namen Stöcker hörte ober nennen mußte, ihn mit einem Titel belegte, ben man niemanb gegenüber braucht, vor bem man auch nur bie geringste Spur von Ächtung hat. Als Herr Stöcker gestern so gegen die Juden wetterte, rief ihm ein Parteigenosse von mir entgegen: Christus war auch ein Jude. Darauf antwortete Herr Stöcker: Christus war nicht ein Jude, Christus war des Menschen Sohn. Nun, Christus ist von einer jüdischen Mutter geboren, und auch fein Vater war ein Jude, und die Prophezeiungen des alten Testaments, die vom Heilande sprechen, weisen auf Judäa hin und Israel. Die Juden waren das erste Volk, das an einen Gott glaubte. Es kann gar nicht bestritten werden und ist auch durch historische Forschungen belegt, daß das Christentum ohne das Judentum gamicht denkbar wäre. (Während dieses Exkurses des Wg. Bebel, der von der Rechten zuweilen mtt kräftigen Zwischenrufen ausgenommen wird, präsidiert nicht wie gestern Graf Ballestrem, sondern Vizepräsident Graf Stolberg, der den Redner in seinen Ausführungen nicht hindert.) Redner fahrt fort: Um so verwerflicher und um so verächtlicher ist da§ Äuftrcten des Mg. Stöcker, der ein Jünger der christlichen Religion sein will. Wir Sozialdemokraten erklären die Religion für Privatsache, unb wir können es auch nicht dulden, daß Ausnahmerechte für einen Teil der Bürger gemacht werden. Die Juden sind für uns gleichberechtigte Bürger. Die Gesetze existteren für sie wie für uns alle. Wenn trotzdem die Juden anders behandelt werden, wenn sie z. B. in der Armee nicht befördert werden und im Offizierkorps nicht Einlaß finden, so ist das ein Verstoß gegen die Gesetze. (Gelächter rechts.) Herr Stöcker ist bann noch auf mein Buch „Die Frau" gekommen. Er hat aber das Zitat insofern entstellt, als er an einer Stelle aufgehört hat, wo gerade Weiterlesen Pflicht gewesen wäre, sollte der richtige Eindruck erzielt werden. Ich habe den historischen Nachweis geführt, daß die Formen der Ehe wechseln, je nach den sozialen Vcrhältnisten. Was heute Moral ist, ist morgen Unmoral. (Lachen rechts.) Wenn Herr Stöcker mir wegen einiger Stellen in meinem Bucke Unsittlichkeit vorwirft, fo mag er doch an Luther denken, der Sachen geschrieben hat, die ihn heute unfehlbar mit gewißen Paragraphen in Konflikt bringen würden (Unruhe rechts), und man weiß doch auch, wie Luther gegenüber der Tatsache stano, daß der Landgraf von Heßen mit einer Mattresse zusammenlebte. Redner läßt sich noch ausführlich über eine Reihe von geschichtlichen Taffachen aus, auch über die „Maitressenwirtschaft an deutschen Fürstenhöfen", die die Duldung evangelischer Geistlicher genoßen habe, bis ihn Vizepräsident Graf Stolberg mit den Worten unterbricht: Ich habe Ihnen einen weiten Spielraum gelaßen, wenngleich diese Ausführungen mtt dem „Gehalt des Kriegsministers" in gar keinem Zusammenhang stehen. (Heiterkeit^ Gleichwohl habe ich Ihnen diesen Spielraum gelassen, weil Sic gestern angegriffen worden sind. Ich konstatiere aber, daß der Angriff immerhin mehr als Ihre jetzigen Ausführungen in einem gewissen Zusammenhang mit dem Militäretat stand, und ich bitte Sie daher, diese Ausführungen nicht allzu weit miSzudehnen. Mg. Bebel (f ortfabrenb): lieber mein von Herrn Stöcker so verlästertes Buck haben AmtSbrübcr von ihm ganz anbers geurteilt. Ein Geistlicher hat geschrieben, er könne es jedem Christen zur Lektüre empfehlen! (Höri, hört!) Herr Stöcker scheint bie Devise zu haben „Für bas Volk bie Religion! Für bas Volk auch bie Moral!" Was oben geschieht, bas tastet er nicht gern an. Nicht bie Sozialbemokratie untergräbt die Moral, das tun die herrschenden Klaßen, die all die empörenden Zustände, das Hofgängerleben, bie Heimarbeit, bie Prostitution bulben unb verschulden. Machen Sie, was Sie wollen, uns werben Sie nicht los! (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Stöcker (Antis.): Meine Hiebe scheinen doch geseßen zu haben, sonst wäre Herr Bebel wohl nicht so erregt geworden. Ich habe sein Buch ganz richtig zitiert. Er will eben das ganze Institut der Ehe zu Grunde richten und aus der ganzen Menschheit eine Tierwüste oder einen zoologischen Garten machen. (Große Heiterkeit.) Herr Vebcl hat auf dem Dresdener Parteitag gefaat: Hütet euch vor den Leuten, die zu euch kommen, vor allem vor den Akademikern. (Zuruf bei den Soz.: Fälschung!) Redner verliest darauf aus dem Bericht die Worte Bebels, in denen e5 heißt: Seht euch vor den Leuten vor usw. Tas ist doch genau dasselbe. Wer sich aber so vor den Akademikern fürchtet, kann keine Kultur schaffen. Was Herr Bebel tic:i meinem verstorbenen Amtsbruder Frommel gesagt hat, muß noch erst beglaubigt werden. Tas ist vielleicht nur über Frommel erzählt worden Mir Ihrem Heruntcrrcißen jeder Autorität treibt man nur BvzantinismuS vor dem Pöbel. Daß die Sozialdemokraten so viel Anhänger gefunden haben, ist nur die Schuld Der Judenvresse oder einer verwandten gleichschlechten Presse, die unser Volk dumm gemacht hat. Bebel spricht jeden Augenblick von Rom und dem Kaiser Nero, bei seinem Haß gegen das Christentum kann er aber doch nur selbst Nero oder Caligula fein. Herr Bebel sagte auch, ich sollte christliche Liebe predigen, aber Christus selbst hat gesagt, daß er nicht den Frieden, sondern da? Sckwert bringe. Im übrigen lehne ich es ab, mich mit ®ebel über Christus zu unterhalten, bei seinem Haß gegen die Akademiker versteht er die ganze Frage auch nicht. Kriegsminister von Einem: Sie werden mir zugeben, daß nach den gehörten Reden es dem preußischen Kriegsminister außerordentlich sthwer gemacht wird, sein bißchen Gehalt zu bekommen. (Heiterkeit.) Heute hätte ich gar nicht hier zu sein brauchen. Ich hätte ruhig im Äriegsministerium meinen Geschäften nachgehen können. Ick hoffe aber, daß diese meine Bemühungen, mir mein Gehalt streitig zu machen, allmählich aufliören werden. In einem Punkte gebe ich Herrn Bebel Recht. Es geht in bet Tat eine gewiße Klatschsucht durch weite Kreise und eine medisance, die sich offenbar fo weit verzweigt und fo weit geht, fo ungeniert über Sachliches und Persönliches ausspricht, daß jeder in feinem Kreise dahin wirken sollte, vorsichtiger zu fein. Aber wo werden denn derartige Klatschereien ungenierter vorgebracht als in sozialdemokratischen Blättern, und wo werden sie hartnäckiger festgehallen? Ich will nur zwei Beispiele aus der letzten Zeit anführen. Der „Vorwärts" brachte vor einiger Zeit einen Artikel unter der lieber» schrift: „Eine Verbesserung der Offiziersgehälter auf Umwegen". Darin wurde ausgeführt, daß ri.ie Verbesserung der Offiziersgehälter erzielt werden sollte durch die neuen Servistarife. Nun steht cs fest, daß auch nicht die geringste Aenderung der Gehälter hcrbeigeführi werden soll. Ich habe daher, nachdem der „Vorwärts" in den schnödesten Ausfällen gegen die Regierung auSge- führi hatte, daß man nur darauf auSgehe, Leuten etwas zuzuwenden, die cs nickt brauchen, sofort in der „Berliner Korrespondenz" eine Berichtigung erscheinen laßen. Alle Blätter haben sie gebracht, nur der „Vorwärts" nicht. (Hört, Höri! rechts. Mg. Bebel ruft: „Zwingen Sic ihn doch!") Redner wendet sich zum Mg. Bebel: Ich meine cs Ware anständiger, diese Berichtigung ohne Zwang zu bringen (Lebhafte Zustimmung.) WaS den Ball Bissing betrifft, so muß ich zugeben, daß Her Bebel nur eine Anfrage an mich gerichtet hat. Dazu war er zweifellos berechtigt. Aber wäre es nicht einfacher, daß »r an mich einen gewöhnlichen Brief geschrieben und mich gefragt hätte? Ich hätte alles getan, um den Fall aufzuklären. Ich glaube nicht, daß es zur Beruhigung bei- trägt, wenn so etwas hier erörtert wird! Denn eS gibt Kreise, die dann immer noch sagen: „Es ist doch etwas an der Sache", während nichts daran ist, absolut nichts. Herr Bebel hat gesagt, es wäre viel bester und viel klüger gehandelt, wenn ich den DementterungSapparat häufiger in Bewegung setzte. Wollte ich das, so müßte ich Ihnen jetzt schon mtt einem Nachtragsetat kommen (Heiterkeit), um das Heer von Beamten anzustellen, das erforderlich wäre, alles Falsche, WaS in den Zeitungen steht, zu dementtcren. Wenn ich nur daran denke, WaS für hirnverbrannte Gerüchte über Den Abgang meines Vorgängers kolportiert wurden — ja, da faßt man sich wirklich an den Kopf und begreift es nicht, wie verständige Menschen einen solchen Blödsinn glauben und schreiben können. (Lebh. Zusttmmung rechts.) Ick nehme jetzt gern die Gelegenheit wahr, mich über den Fall Krenberg zu äußern. Herr Bebel hat ganz recht: Ich war damals Kommandeur jenes Kürassierregiments in Münster. In unseren Reiben diente damals der Bruder des Prinzen, der Herzog von Krenberg, ein durchaus nüchterner, solider Mann, ein tüchtiger Offizier, trotz seines großen Reichtums abhold jedem Luxus, jedem Aufwand. Der tritt eines Tages an mich heran mit der Bitte, seinen jungen Bruder inS Regiment zu nehmen, weil er für ihn die Erziehung in einem preußischen Regiment für ersprießlich hielt. Ich habe mich nach der Persönlichkeit des Prinzen genau erkundigt. Ick batte damals einen Adjutanten, der genau bekannt war mit ben Verhältnissen des herzoglichen HauseS — er kam später in die Kolonialarmec und ist mittlerweile gestorben. — Von dem Charakter des Herzogs und dem Charakter meines Adjutanten muß ick mit aller Sicherheit annehmen, daß sie mir Mitteilung gemack» hätten, wenn sie von den anormalen Fällen Kenntnis gehabt hätten, die nachher ans Licht kamen. Ich habe von denselben keine Ahnung gehabt. Bei dem Charatter der beiden Herren bin ich überzeugt, daß sie mir den Antrag auf Aufnahme des Prinzen Krenberg gamicht gemacht hätten, wenn ihnen etwas davon bekannt gewesen wäre. Ich kann versichern, daß, als der Prinz kam, ein starker, hochgewachsener Mann, von irgend welcher Abnormität nichts zu bemerken war. Er hat dann ein Manöver mitgemacht, und ich habe während des Manövers und nachher von seinem Eskadronchef die besten Zcugniste über ihn erhalten und rühmen hören, wie schnell er sich den Anforderungen des Dienstes gewachsen gezeigt hätte. Ich bin dann vom Regiment forigekommen, der Prinz gmg nach Berlin, um hier m der Anstalt seine Examina zu bestehen. Wenn hinterher im Regiment Fälle voroekommen sein sollen, wie sie in der Verhandlung hinter verschlossenen Türen ausgesagt sein sollen, so sind zweifellos große Fehler gemacht worden, falls die betreffenden Offiziere diese Fälle nicht zur Kenntnis ihres Regimentskommandeurs gebracht haben. Man kann sich allerdings auch denken, daß die Betreffenden sich gesagt haben: Der Mann scheint krank zu sein. Schonen wir ihn. Es kann der Gedanke obgewaltet haben, wir wollen abwarten. Wir wollen eine gewisse kameradschaftliche Rücksicht nehmen; denn diese Rücksicht wird geübt. Es wird nicht stets gleich der Kopf abgeschlagen, ob der Betreffende Prinz oder Bürgerlicher ist, das ist ganz egal. Man sucht den Menschen zunächst noch zu erziehen. Meiner Meinung nach wäre es Pflicht der Offiziere gewesen, die betreffenden Fälle zur Kenntnis des Kommandeurs zu bringen. Ist das geschehen, und hat das Kommando dann zugestimmt der Verwendung des Prinzen im Kolonialdienst'', dann hat cs sich eines schweren Fehlers schuldig gemacht (Hört, hort!) Das soll nicht geleugnet, werden. Damit glaube ich mich über den Fall Arenberg ohne Rücksicht und Zurückhaltung ausg. iorochen zu haben. Nun noch ein Wort zu Herrn Ledebour. Herr Ledebour hat gesagt, ich hätte mein StenogT-amm unzulässigerweise geändert. Der Fall liegt in Wahrheit so. Ich habe in meiner Rede gesagt: „Tie Offiziere sind die Erzieher der Blüte der Nation", wobei ich unter ..Blüte der Nation" die Jugend der Nation in Kricgszeitcn vcr- stand. Die Sache war im Stenogramm wohl nicht ganz deutlich ausgedrückt, und daher bat einer meiner Herren, der das Stenogramm korrigiert hot, statt dessen geschrieben: „Die Erzieher des Volkes in Waffen". Ich versönlich habe das Stenogramm nicht gesehen, ich betone aber Die Korrektur hat stattgefunden, ehe eine Erörterung über jene Worte vor sich gegangen ist. Herr Dr. Müller-Meiningen hat dann noch einen Fall angeführt, wo ein jüdischer junger Mann, der sich als Freiwilliger in einem Regiment meldete, nicht angenommen ist. Der Fall hat seine Richtigkeit. Ich habe mich sofort dem betreffenden Generalkommando gegenüber dahin geäußert, das; cs ein ganz unrichtiges Verhalten beobachtet habe sbört, hört!), wo Remedur eintreten müsse. Wenn Herr Di-. Müller nun weiter fragte, ob derjenige iunge Mann nun durch Korvsbefchl angenommen worden sei, so kann ich erwidern, dazu hatten mir gar kein Recht. Der junge Mann hat das Recht, sich das Regiment selber auszusuchen, und ob er noch die Lust hat, sich gerade in dem Regiment durch Korpsbefehl einstellen zu lassen, wo er einmal zurückgewiesen worden ist. das scheint mir doch sehr zweifelhaft. (Heiterkeit.) Auf die Beschwerde des Herrn Müller, daß Juden als Avantageure und Offiziere nicht angenommen und auch nicht befördert werden, kann ich ibm nur erwidern, daß weder gesetzliche noch Verwaltungsbesftmmungen einer solchen Aufnahme oder Beförderung tm Wege stehen, und ich kann den betreffenden Leuten nur anheimgeben, cs einmal zu versuchen. (Heiterkeit rechts.) Herr Dr. Müller hat dann nudi die Vortrefflichkeit der bavrischen Armeevcrwaltung gegenüber der vreußiscken rühmen zu sollen geglaubt. Ich kann ihm nur da? eine erwidern: die bavrische Heeresverwaltung ist bestrebt, den Angehörigen der bavrischen Armee Gelegenheit zu geben, in unteren Instituten den Dienst zu tun. Tas begründet sie damit, daß die Betreffenden dort mehr lernen. Ob Herr Tr. Müller der bavrischen Armee einen Dienst mit seinen Ausführungen erwiesen hat, lasse ich dahingestellt. Ein letztes Wort zu Herrn Bebel. Herr Bebel hat erklärt, Mfj die Angaben des Generals von Boguslawski Verleumdungen und gemeine Verdächtigungen wären. sAbg. Bebel ruft: Das Buch, nicht die Person.) Redner, zu Bebel gewandt: Ach Gott sHeiterkeit), Sie sind ein so kluger Mann, daß Sie mit solchen. Einwendungen wirklich nicht kommen sollten. Das ist doch ganz klar, da Herr von Boguslawski diesem hohen Hause nicht angehört und wahrscheinlich mH Ihnen persönlich nickt verkehrt sHeiterkeit), so müssen Sie es doch irgendwo gelesen haben. Also ftirz und gut, Herr Boguslawsft hat cs eine Tatsache genannt, daß die sozialdemokratische Agitafton in ihrem Effeft die Ausschreitungen in der Armee verschulde. Ich habe nachgewiesen. daß im Heidelberger Fall der schlimmste der „braven Bauernburscken" ein mehrtack vorbestrafter, als Sozialdemokrat überwiesener Mann war. Tas begründet die Ausführungen des Herrn Boguslawski, und ick kann Wohl jetzt an Herrn Bebel die Frage nickten, ob er die Worte „Verleumdung und gemeine Verdächtigung" zurücknimmt. sKurzc Pause. Abg. Bebel murmelt anfangs etwas unverständliches.) Gut, Sie nehmen es nickt zurück. Dann appelliere ick an das hohe Hans. Das mag darüber enffckeiden, ob Herr Bebel tatsächlich dieser ge reckte und nach Wahrheit dürstende Mann ist, wie er sich immer und auch jetzt in seinen letzten Rede dargestellt hat. (Lebhafter Beifall rechts, Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Abg. Wagner ssüdd. Volksp.) kritisiert die vielen Uniform- anderungen, die doch viel Geld kosteten. Für die Kriegsinvaliden sei aber nichts da Redner befürwortet dann noch Erleichterungen für die Ersatzreservisten bei dem Besuch von Kontrollversammlungcn, und verlangt energische Maßnahmen gegen die Soldatenmißhaud- hingen. Hier sei das Wort sic volo, sic jubeo mal am Platze. Abg. von Oldenburg skons.): Als vor Jahresfrist meine Wahl kassiert war und ich fünf Minuten sprach, um einen Offizier zu verteidigen, der beleidigt war, griff Herr Bebel mick heftig an und meinte u. a., er hätte es nicht mit seinem Ehrgefühl für vereinbar gehalten, jetzt noch zu reden. Heute aber hat Herr Dr. Brann eine lange Rede gehalten, trotzdem feine Wahl zweimal für ungültig erklärt worden ist. Auf ihn will ich keinen Stein werfen, ich erwähne dies mir, um Herrn Bebel zu charakterisieren. Wenn es chm paßt, kann er auch anders. sHeiterkeit.) Wir haben bisher große Zurückhaltung geübt, aber wir können dock nicht das Wort allein den Herren Bebel und Ledebour überlassen, und Herrn Dr. Müller-Meiningen. Dieser Herr Dr. Müller-Meiningen ist ja ein begeisterter Vorkämpfer für die Frauen. Aber diese seine Begeisterung für das scköuc Geschleckt treibt ihn doch zu Dingen, die über feine Kraft gehen. sHeiterkeit.) Lassen Sie szu den Freisinnigen) doch mal einen anderen los, es ist ja unerträglich, wenn immer derselbe sich vordrängt und immer derselbe redet. sHeiterkeit.) Es wäre wirklich wünschenswert, daß doch endlich mal der Abg. Richter käme, und diesem Unfug ein Ende machte. sStür- rnischc Heiterkeit.) Präsident Graf Ballcstrcm: Sic dürfen es nickt als Unfug be- zeicknen, wenn ein Abgeordneter oft redet Abg. von Oldenburg sforffahrcnd): Von der linken Seite sind die Paraden lebhaft kritisiert worden, aber gerade die Paraden sind ein gutes Mittel, die Disziplin auffecht zu halten. Bedauert habe ich die partikularistische Bemerkung des Abg. Dr. Müller-Meiningen über die bäuerischen Offiziere. Preußisckc und baherische Offiziere haben 1870/71 treue Waffenbrüderschaft geübt und sick alle als gleick gebildet gezeigt. Wenn Sie wirklich einmal an unsere Armee geben wollen, dann wird Ihnen ein Gerickt vorgesetzt werden, das sehr schwer verdaulich ist, die blauen Bohnen. sGeläckter links. Zuruf von den Sozialdemokraten: Großschnauze!) Ick wünsche, daß dann bei Ihnen der Ruf crsckallt: „Führer vor die Front!" sUn- rubc bei den Sozialdemokraten.) Es wird viel von dem Verrat der Festungen 1806 gesprochen, ich will den nicht cnffckuldigen, aber man muß dock auck bedenken, welcke Zustände damals herrsckten. Hoffentlich ist das den Herren von der Linken eine Lehre, nickt immer die Mittel zu verweigern. An dem Anwachsen der Sozialdemokratie ist bloß die Aera Caprivi schuld. In demselben Augenblick, wo man die Getreidezölle herabsctzte, häftc man mick das allgemeine Wahlrecht aufheben und ein Sozialistengesetz einführen sollen mit einem Erpatriierungsgesetz. Alle sozialistischen Führer hätten ausgewiescn werden müssen. sLacken bei den Sozialdemokraten.) Man hätte sie nach Afrika schicken sollen, da könnte man ihnen ja ganze Völker- sckaften, z. B. die Bondelzwarts, zur Verfügung stellen, an denen sie dann ihre menschenfreundlichen Ideen hätten ausführen können. sHeiterkeit.) Wenn sich die Sache dann bewährt hätte, wäre es ja noch immer Zeit, die Sache mich in Deutschland einzuführen sHeiterkeit.) Was die sozialdemokratische Gefahr anlangt, da stehe ick auf dem Standpunkt eines westvreußischen Landsmannes: „Wenn durchaus gehängt werden soll, dann hänge ich lieber zuerst Sie szu den Sozialdemokraten) auf!" sHeiterkeit.) Die bürgerlichen Parteien hätten sich längst zusammentun sollen und sich Gesetzgeber verbitten sollen, die das Bestehende unterminieren wollen. Es hätte längst der Ruf erschallen sollen: „Raus da, aus dem Haus da!" sHeiterkeit.) Tie Herren wären nie so stark geworden, wenn der Bismarckscke Kürassierstiefel ihnen gegenüber nicht Platz gemacht hätte dem Samthandschuh! Den Kriegsminister nehme ich dabei freilich aus. Mit Ihnen, Herr Kriegsminister werden wir durck dick und dünn gehen, weil wir zu Ihnen Vertrauen haben und weil wir wissen, daß die Armee der Halt und der Stolz der Nation ist. Wenn nun gar gewisse ehemalige Offiziere das Bedürfnis fühlen, die Armee berunterzureißen, dann erwächst für uns alte Offiziere das nobile officium, unsere erste Liebe, die Uniform, zu verteidigen. Ich muß da immer an den Vers eines Witzblattes denken: „Aerg're mich immer, wenn Militär Im Reichstag so wird mitgenommen, And're Nation stanz giütflid) wär'. Könnte sie so eines bekommen!" Wenn der Reichstag unsere Armee nicht mehr berteibigen könnte, dann wäre er nicht mehr einen Schuß Pulver wert! Das Bollwerk der Armee werden Sie szu den Soz.) nicht einreißen. An diesem Bollwerk werden Sie zerschellen! sBeisall rechts.) Ich schließe jetzt meine Rede, eingedenk des alten Wortes, dass eine Rede kurz sein soll, aber verletzend! sGroße Heiterkeit.) Nun, kurz bin ich gewesen, und verletzt habe ich Sie loohl auch! (Zurufe bei den Soz.: Nein! nein! Können uns nicht verletzen!) Nicht? Na, dmin werde ick das nächste Mal viel grüner fein! (Stürmische Heiterkeit und großer Beifall rechts.) Abg. Dr. Rügenbcrg (Ztr.) spricht über das Sanitätswesen in der Armee und wünscht eine bessere Ausbildung der Militärärzte. Abg. Prinz SchönaichEarolath (nat.-lib.): Bei der vorgerückten Stunde nur ganz wenig Sätze! Gegenüber den Angriffen und Herabsetzungen der Armee von feilen der Sozialdemokraten müssen wir sagen, daß wir die beste Arme? der Welt haben. Die besten und schönsten Blätter der Weltgeschichte sind Sie glorreichen Taten unserer Armee. Keine andere Narion hat so etwas aufzuweisen. Keine Herabsetzung kann die große : Taten vermindern. Dies mußte mal gesagt werden, damir nidn ausländische Blätter die Debatte hier so auslegen, als ob eine allgemeine Unzufriedenheit hier herrschte Wir find dock mi: geringen Ausnahmen uns einig in der Liebe zur Armee, die wir im Herzen tragen. Das schließt nun nickt aus, daß wir un5 da? Reckt bet Kritik nicht nehmen lassen. Protestieren muß ick gegen die Bemerkung des Abg. Stöcker, daß Goethe sich vor Napoleon gefürchtet hätte. Wo und wie ist da? geschehen? Gerade das Gegenteil ist der Fall; niemals hat Goethe von einem Furcktgefühl gesvrochen. Im Gegenteil: Goethe hat Napoleon so imponiert, daß er sein berühmtes Wort sprach: „Voilä un hommel" Das hätte er doch gewiß nicht getan, wenn er Goethe für einen Feigling gehalten hätte. Gewiß Hat Goethe 1813 nicht geglaubt, daß die Freiheitsbewegung einen Erfolg hätte. Aber wer hat das damals geglaubt? Die Blücker, Gneisenau usw. waren Ausnahmen, allgemein war die Ansicht vertreten, daß Napolcon? Macht unüberwindlich sei Viele der größten Männer der Zeit teilten brfen Glauben, deshalb kann man doch Goethe feinen Vorwurf macken, gefürchtet hat er sick aber nie. Wir sollten uns freuen, daß wir einen solchen Mann hatten, aber wir sollten ihn nickt herabsetzen. (Beifall.) Abg. Eickhoff ffreis. Volfsv.) bedauert es, daß der Reickstao dnrck die antisemitischen Späßchen auf das Niveau der Reden de? Aba. Liebermann von Sonnenberg gekommen fei. Wenn mich keine Vorschriften darüber beständen, daß Juden nicht avancierten, st sei dock in der letzten Zeit fein Jude Refcrveleutnant geworden. Sächsischer Generalmajor Kr„g von Nidda gibt zu, daß er Herrn Bebel falsch verstanden haben könnte. • Er sei ihm aber dankbar dafür, daß er ihm Gelegenheit gegeben habe, den Bautzener Fall liier richtig zu stellen. Hiermit s ch l i e ' die Diskussion. Es folgen persönliche Bemerkungen. Aba. Kröfcll: Gegenüber Herrn Bebel muß ich zur Steuer der Wahrheit erklären: 1. daß ick nicht Amtsbruder des Herrn Stöcker bin. Ick habe mein Amt niedergelegt; 2. daß ick nicht Partei- aenosse des Herrn Stöcker bin. W"S ick politisch bin, bin ich ganz und gar durch mich selbst. (Stürmische Heiterkeit.) Der Herr Dr. theol. un? frühere Hofprediger Stöcker . . . Präsident Graf Ballcstrem sunterbreckend): Im Namen des Herrn Dr. theol. und irüheren Hofvrediger Stöcker brauchen Sie keine persönlichen Bemerkungen zu machen. lHeiterkeit.) Mg. Kröfcll (fortfahrend): Ich wollte nur bemerken, daß ich Herrn Stöcker verehre, und daß alles, was ich von Herrn Bebel höre unh Herrn Bebel sage . . . Präsident Graf Ballcstrem (unterbrechend): Auch das ist nicht persönlich. 'Heiterkeit.) Abg. Kröscll ffortfahrend): Nur noch da? eine, ich bitte, Herrn Bebel in Zukunft . . . Präsident Graf Ballestrcm unterbricht unter stürmischer Heiterkeit den Redner aufs neue mit der Bemerkung, das sei nicht persönlich, worauf der Redner das Rednerpult verläßt. Abg. Bcbcl: Der Kriegsminister hat gesagt, ich hätte Herrn von Boguslawski vorgeworfen, daß er an Stelle des Heidelberger Falles . . . Präsident Graf Ballcstrem (unterbrechend): Das ist nicht persönlich. Abg. Bebel ffortfahrend): Ick wollte auf die Frage des Kriegsministers antworten, ich werde das jetzt an anderer Stelle tun.' Abg. Liebermann von Sonnenberg: Ich wollte den Mg. Bebel durch meinen Zwischenruf . . . Präsident Greff Ballcstrem: Das i ckt persönlich. Zwischen- rufe dürfen Sie überhaupt nicht machen. (Heiterkeit.) Mg. Liebermann von Sonnenberg: Herr Eickhoff hat mir billige Späßchen vorgeworfen, ich habe aber nur statistische Mitteilungen gemacht. Ich halte eS mit Treitschke . . . Präsident Graf Ballestrem: Im Namen Treitschkes dürfen Sie keine persönliche Bemerkung machen. (Heiterkeit.) _ Abg. Liebermann v. Sonnenberg: Ich habe auch den Beweis geführt, daß in Efchwege-Schmalkalden die gesamte Judenschast den Sozialdemokraten gewählt hat. Präsident Graf Ballestrem: Da? war auch nicht persönlich. (Große Heiterkeit.) Hierauf wird der Titel „Gehalt deS Kriegsministers" bewilligt, es folgt die Abstimmung über die Resolutionen: 91 n genommen werden die Resolutionen Dr. Beumer ^natlib.) über die Freifahrt der Urlauber und die Resulotion Eickhoff (freis. Vp.), die dasse bc fordert mit Berücksichtigung der Schnellzüge. Abgelehnt wird die Resolution Frhr Heyl zu Herrnsheim (nl.), die Maßnahmen gegen die Ueberbürdung der Unteroffiziere fordert. Eine große Reihe von Etatstiteln wird darauf debattelos angenommen. Sodann vertagt das Haus die weftere Beratung au) Donnerstag 1 Uhr. Vorher dritte Beratung des holsteinischen Fürstenhaus-Gefetzes. Schluß 64 Uhr. Kcisijchcr Main enorm hohe Kosten und son ..hwie- rigteite.i bereite. Ter einzige Ausweg werde Die Umge- i altung des Hochwassers.1 >l.uchs durch Die event. Einführung ci'K■■ 2ti Jv >' !l, Die bei' glcic-ffall- l/.'h.' Tosten verursache. Geh. Oberbaurat Fmroth legt Die technischen Schwierigkeiten Der Sache näher dar. An der weiteren Debatte beteiligen sich noch die Abgg. Haas, Dr. Heiden- reich, v. Brentano, Müller und Ulrich. Zum Schlüsse führt Finanzminister Dr. Gnauth noch aus, man dürfe es nicU als eine Ausgabe des Staates betrachten, um hier mit eigenen Mitteln das Projekt zu verwirklichen. Tie Regierung werde es aber an weitgehendster Unterstützung nicht fehlen lassen. Die ganze Angelegenheit wird schließlich noch einmal an den Ausschuß zurückverlviesen. Zur Beratung gelangt dann die Vorstellung homöo- statischer Aerzte betreffs des Dispensierrechts derselben. Gleichzeitig werden die Vorstellungen des ärztlichen Kreisvereins M a i n z und des Dr. Zoseph Schier in Mainz, sowie ein dringlicher Antrag der Abgg. Molthan, Ulrich und 38 Genossen in derselben Sache beraten. Hier macht Geh. Obermedizinalrat Dr. Neid Hardt längere Ausführungen, Die aber auf der Journalistentribüne total unverständlich bleiben. Rach kurzen Ausführungen der Abgg. Adelung und Dr. H e i ö e n r e i ch. wird der Ausschußanirag angenommen, der dahin geht, die Negierung zu ersuchen, die Verordnung vom 6. Dez. 1902, betr. das Verbot des Selbstdispensierens homöopaiischer Heilmittel zurückznziehen und es beim alten Zustande bewenden zu lassen. Tie erwähnten Vorstellungen und Der Antrag Molthan sind damit erledigt. Abg. Dr. H e i d e n r e i ch referiert kurz über die Vorlage betr. der Abänderung des § 1 des Gesetzes über die V 0 l k s s ch u l l e h r e r g e h a l t e. Ter Ausscyußantrag wird ohne Tebatte angenommen. Tie Vorstellung der Schreibgehilsen bei Den Amtsgerich ten, Landgerichten, Staatsanwaltschaften und Amtsanmälten wegen ihrer Gehaltsbezuge wird auf Antrag des Berichs erstatters Tr. Gut fleisch noch einmal an den Ausschuß zurückverwiesen. , Aus Die dringliche Anfrage Der Abgg. S ch in alb ach u. Gen., betr. Die SchaDigung Des Publikums dura) den Zwischenhandel mit Schweinen und S ch w e i n e f l e i s ch verliest Staatsminister Tr. R 01 h c eine Erklärung, in welcher betont wird, die Regierung sei nicht in der 'age, gesetzliche Maßnahmen zur Beseitigimg der Misff a".de . . n wen Fleischprei,e zu treffen. Ob es Brüstung Hervorrufen. Bor dein Grand potel war auch nicht pu st5 firieg?mrnifier$* bi« r bie Mefolutiontv. i Dr. Neunter -naflibA bie Nulotion Eickhoff üditiqunq btt TchMzüge. th Hehl Herrn?' Hebttbütbung der Untep >ird darauf bebatielo? an* bie weitere Beratung d Beratung de? holsteinische» Kniet Kniet, Neben Und Die »eine am ein Dromedar im das Haupt gebeugt ihm im Schmuck einer Bank niederlegen sollte. Der künftige Schwiegersohn aber legte es so an, daß er jeden Tag so viel abheben konnte, wie er wollte. Nun lebte er in Saus und Braus, bis die Dame erfuhr, daß er ihr ganzes Geld dnrchgebracht hatte, und zur Polizei ging. Am Samstag ging der vermeintliche Doktor nach der Haidestraße zur Gestellung. Seinen Bräuten hatte er vorgelogen, daß er als Einjähriger eintreten werde. Nachdem man ihn wegen allgemeiner Kürperschwäche für untauglich erklärt hatte, nahmen ihn Kriminalbeamte in Empfang und brachten ihn nach dem Alexanderplatz und gestern nach Moabit. Bemerkenswert ist cs noch, daß der Schwindler einmal auch als Lehrerauftrat. In eenem großen Mordprozeß hatte em Lehrer als Zeuge zu erscheinen und für Vertretung zu sorgen. Er kam auf Dr. Novalis, den er in dec Familie einer seiner <:mute kennen gelernt hatte. Dieser übernahm die Vertretung für zwei Mark die Stunde und strich das Geld, das der Lehrer auf seine Quittung von der Gerichtskasse erhielt, ein. Die Schüler waren mit seiner Vertretung sehr zufrieden, denn einen nachsichtigeren Lehrer Tie Erfolge im Großherzogtum Oldenburg, russische Gesetzsammlung veröffentlicht 11. August 1903 vom Zaren unterzeichnete Ur- jpiclen, Sande, auf der Kniescheib' lieber- schwleten, nach Osten, wie wenn es zu Allah bete; des Bartes steht ein Dichter und ZLnivetsitäls-Yuchrlchten. P o f e n , 9. März. Wee das „Posener Tageblatt" meldet, ernannte der Senat der hiesigen königlichen Akademie den Reichskanzler Grafen Bütow einstimmig zum Ehrenmitglied. Graf Bülow gab in einem längeren Schreiben an den Reklor der Akademie, Professor Kühnemann, leinen Dank für die Ernennung Ausdruck. KarLamentarisches Berlin, 9. März. Tas Abgeordnetenhaus setzte die zweite Lesung des Eisenbahn-Etats fort. Eine Jteihe von Einnahme-Titeln wurde debattelos bewilligt. Ein Vorschlag des Vizepräsidenten Porsch, eine Abendsitzung abzuhalten, wurde nicht akzeptiert. — Tie Budge t - Kommission des Reichstages b e- willigte heute mit geringen 916 ft r i cfy e n die Titel 2 bis 7 des Marine-Etats und vertagte sich sodann auf morgen. Der Ausstand der Kereros. Tas Detachement des Majors von Glasenapp mit den Kompagnien F-ischel und Lieber, 50 alten eieigezogenen Schutztruppen-Reitern, 4 Maschineie-Kanonen und einem Maschinengewehrvereinigten sich nach forderten Äeschwind- und Nachtmärschen am 26. Februar auf der Linie Obingi- Kaunduwe mit der Kompagnie des Oberleutnants Don Winkler. Es wird jetzt versucht, die Herero von der Annäherung an die englische Grenze aozuhalten. Tie gesamte Reiterei wird demgemäß vorgeschoben. Prophele. es spricht der Mann im Barle: „Noch nach Hunderten von Jahren Wird man dich mein Reittier segnen unter allen Dromedaren Und vor beneein Standbild werden Bedum und Fellach jagen: Dees Kaneeel hat eeeest ben großen Hermann Sudermann getragen." Komische Tagesschau. Tie Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes. Wir veröffentlichten gestern folgendes Extrablatt: Berlin, 9. März, 3.48 uachm. Der Bundesrat hat in feiner gestrigen Sitzung dem vom Reichstage beschlossenen Gesetzentwürfe, betr. die Aushebung des Paragraphen 2 »es Gesetzes über die Or densg esells ch aft Jefn vom 4. Jult 1872 zu gestimmt. Das „Bert. Tage bl." bemerkt dazu, daß das Zentrum munmehr endlich den Lohn seiner Taten erhalten habe. Die Quittung für die Unterstützung der Ncichsregierung habe Hange auf sich warten lassen, nun sei sie da und die Rechnung ffet vorläufig ausgeglichen. Die „Tägl. Rundschau" schreibt: Die Reichsregterung hat es für nötig gehalten, sich an den -einmütigen Protest des evangelischen Deutschland nicht zu kehren. Wir leben in der Epoche der Ärenberger und Zentrum bleibt Trumpf. Die „Bert. Ztg." meint, die Nachricht werde im Zentrum große Genug- ltuung Hervorrufen, bei denjenigen Parteien aber, die sich speziell die Verteidigung der evangelischen Kirchenintercssen zur Aufgabe machen, einen neuen Sturm der Ent- Aus Stadl und Saud. Gießen, den 10. März 1904. ** Empfänge. S. K. H. der Großherzog empfingen am 9. März u. a. den Oekonomierat Schade von Altenburg (Oberhessen), den Forftassistcnten Dr. Weber von Bad- Nauheim und den Professor Dr. Kretschmar von Gießen. ** Ordensverleihungen. S. K. H. der Großherzog haben verliehen: das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Hauptmann an der Haupttadetten-Anstatt v. Gilsa, stuher Batteriechef im 1. Grvßh. Feldart.-Regt. Nr. 2a Broßh. Art.- Korps); das Silberne Kreuz desselben Ordens dem Heinrich Seum, seither Wachtmeister im Großh. Gendarmerie- Korps. , . ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Fürth Adols Wolz zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Reichelsheim, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Butzbach Fritz Wachtel zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen, den Ge- richtsassessor Adolf Plagge aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herbstein, den Gerichtsassessor Dr. Gustav Maurer aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht: Butzbach ernannt. R.-B. Darmstadt, 9. März. Die Disziplinar- untersuchungssache gegen den Geh. Oberbergrat Professor Dr. Lepsins wegen den bekannten Angaben über die Fund- gegenstände bei Pfahlbauten am Bodensee gelangt von morgen ab vor dem hiesigen Verwaltungsgericht zur Verhandlung. Tie Vorbereitungen dazu wurden in den letzten Tagen mit gro7em Eifer betrieben, da auch ein starker Andrang des Publikums zu erwarten ist. Die Verhandlung dürfte vier bis fünf Tage in Anspruch nehmen; wie wir hören, bringt die Verteidigung, Rechtsanwälte Dr. Osann II (Darmstadt) und Dr. Schmitt (Mainz), auf vollste Oeffentlichkeit dec Verhandlungen. Den Vorsitz wird Landgerichtsrat Forch führen, als Vertreter der Anklage tritt Ministerialrat Braun auf, der auch die ganze umfangreiche Untersuchung geleitet hat. — In Sachen des flüchtigen Bankiers Schade verlautet, daß bis heute bereits über 700 000 Mk. Forderungen beim hiesigen Amtsgericht angemeldet worden sind. Der Gesami- oerlust der veruntreuten Summen wird darnach zweifellos eine Million Mark erreichen. Homburg v. d. H., 7. März. Die Arbeiten auf der Saalburg schreiten bedeutend, vor. In letzter Zeit hat man in einem Raume an der linken Seite des Hofes vor dem Fahnenheiligtum — er wird gewöhnlich nach einer Aehnlichkeit mit dem römischen Hausgrundriß „Peristyl" genannt — die Reste des vorgefundenen Hypokaustums wieder ausgebaut, und die Anlage tut tadellos ihre Dienste; sie ist bei verschiedenen Fürstenbesuchen und sonstigen Gelegenheiten in Tätigkeit gewesen. Auch die Porta Prätoria wird demnächst auf Kosten eines Altertumsfreundes wieder aufgebaut. Bekanntlich ärgern sich manche Archäologen darüber, daß die schönen Rumen „ruiniert" würden. Wohl mit Unrecht. Im allgemeinen verläuft die Wiederherstellung durchaus sachgemäß und die Fachleute haben noch genug Trümmer anderswo zur Hebung ihres Scharfsinnes. die Blätter, daß der gegenwärtig in Egypten wellende Hermann Sudermann sich im Kameelrellen übe, um gemeinsam mit seinem Kollegen Ludwig Fulda einen längeren Ausflug in die Wüste zu unternehmen. Dies Unternehmen des Dichters besingt dec „Kladderadatsch" folgendermaßen: zu Luxor, wo im Hof die Wasser hätten sie gar nicht finden können. • Liebestragödie einer Baronesse. Aus einem märkischen Herrensitz hat eine erschütternde Tragödie abgespielt. Die jüngste Tochter des bereite hochbetagten Herr- jchaftsbesitzers, die am vorigen Freitag ihren siebzehnten Geburtstag feierte, hat sich in Gemeinschaft mit dem seit mehr als drei Jahren bei dem Freiherrn bediensteten jungen Kutscher Jähner Selbstmord begangen. Die Leichen er beiden Unglücklichen wurden in der Satlclkammer nebeneinander an einem Haken hängend ausgefunden. An Wiederbelebungsversuche ivar nicht zii denken, weil an beiden Körpern schon die Leichenslarre eingetreten war. Die Beerdigung der in ihrem Lebensmut dahmgeschiedenen Baronesse fand am nachmittag des Dienstag ans dem alten Kirchhof des Ortes statt, und gestern vormittag hat der Kutscher auf dem neuen Kirchhof die Ruhe gefunden. Dem Wunsche der beiden Dahmgeschiedenen, im Tode vereint bleiben zu dürfen, ist nicht entsprochen worden. Rach alledem was in dem Orte und in der Nachbarschaft über das Ereignis verlautet, ist, so schreibt des Herrn v. Geclach „Berl. Ztg.", der Doppelselbstmord als der Abschluß eines Liebesverhältnisses anzusehen. 9lls das bis zur Auffindung der Leichen sorgsam gehütete Geheimnis durch schwer zu verhüllende Umstände offenkundig zu werden drohte, griffen die beiden jungen Leute gleichzeitig zum Strick. Jähner hat bei den Dragonern gedient und sich dort stets gut gehalten. Weder die Baronesse noch der Kiilscher haben die geringste Andeutung über ihr. Vorhaben gemacht. Bei ihrem Geductsfest trug die Baronesse unverändert jene Heiterkeit zur Schau, wegen der sie in allen Kreisen so beliebt gewesen war. Ter Kutscher besuchte an demselben Tage einen Kameraden und versah seinen Dienst bis zum letzten Tage in größter Ordnimg. Als er aber am nachmittag gerufen wurde, war er nicht zu finden. Auch die Baronesse wurde bald nachher vermißt. 'Man ließ zuerst bei den Familien im Orte, die sie zu besuchen pflegte, anfragen, ob sie nicht dagewesen sei; vergebens. Ta kam ein Diener und meldete, es seien in der Schlafstube des Kutschers Briefe gefunden worden, Briefe an seine Brüder in Berlin, an seine kranke Mutter in Schlesien und an Freunde und Bekannte. Ein Zettel, der auf seinem Bette lag, enthielt einige Worte, die das Schreckliche ahnen ließen. Alle Räume des Gutes wurden nun durchsucht, bis man schließlich in der Sattelkammer die Leichen des Paares fand. * Eva Hum bert, die Tochter der Therese Humbert, hat sich zu dauerndem Aufenthalt in Hameln a. d. Weser niedergelassen und erteilt dort Musik- und Sprachunterricht. Ein W ü st e n b i l ). Jüngst lief die Nachricht durch Vermischtes. * Berlin, 9. März. Im Vororte Pankow erschoß der K a u f m a n n B r a m b a ch s e i n e F c a u , seinen zehnjährigen Sohn und sich wegen zerrütteter Vermögensverhältnis je, nachdem ein in dec Nacht gemachter Versuch, sich durch Leuchtgas zu vergiften, mißlungen war. „ _ . * Paris, 9. März. Naci einer Meldung aus Saigon ging zwischen dem an der Küste von Eochinchina liegenden Kap St. Jaques und dem Leuchtturin von Cantien dec Dampfer „Cambodge" während einer Stucmnacht unter. Ungefähr hundertPersonenwerden vermißt. An Bord befanden sich 29 französische Strafgefangene, die von 11 Soldaten bewacht wurden. Sämtliche Personen sind ertrunken, ebenso eine Reihe anami- tiscter Familien mit zahlreichen Kindern. Der Kapitän des Tampjers erreichte schivimmend das Ufer. * Newyork, 9. Marz. Ein Telegramm aus Springfield (Ohio) meldet, bei einem von Weißen im Negerviertel angelegten Feuer seien 2 0 Mietska, ernen z e r st ö r t worden. Weiteren Ausschreitungen des Pöbels fei durch Truppen Einhalt geboten worden. * Fünfmal verlobt. Erne hochangesehene ^amllie int Südwesten bat Stadt Berlin ist durch einen ungeratenen Sohn in tiefe Betrübnis versetzt worden. Während drei Söhne ihr als Schüler und Studenten viel Freude bereiten, war mit dem vierten nichts anzufangen. Schon als Quartaner mußte er das Gymnasium verlassen. Seitdem legte er sich mehr und mehr auf den Schwindel. Im Anfang der zwanziger Jahre stehend, brachte er es zuletzt fertig, als „fünffacher Bräutigam" einen schönen Tag zu leben, ohne auch nur einen Finger zu rühren. Unter dem Namen eines Dr. Novalis fand er Eingang in gut gestellte Familien verschiedener Stadtviertel. Fünfmal verlobt, besuchte er bald bie eine bald die andere Braut und lebte herrlich und m Freuden. Besonderes Glück hatte er, als sich eine seiner künftigen Schwiegermütter mit ihrem Manne überwarf. Diese Frau haue viel Geld. Um es vor ihrem Manne zu sichern, übergab |ie es Dr. Novalis, der es unter seinem Namen bei Hunde über die Erbfolge im Großherzogtum Oldenburg. Ulm die Schwierigkeiten in der Thronfolge^ für den Fall Des Erlöschens des Mannesstammes des Großherzogs Peter von Oldenburg aus dem Wege zu räumen, tritt der Zar rffür sich und seine Nachkommen und für das Zarenhaus ulle seine angestammten Erbrechte an das Großherzog- tum an den gegenwärtigen Repräsentanten Der Herzog!. Linie von Schleswig-Holstein- Sonderburg-Glüüsburg, Herzog Friedrich Ferdinand oder an die sonstigen Nachkommen des 1835 verschiedenen Herzogs Friedrich von Schleswig-Holstein- iSonderburg-Glücksburg ab. Eine gleichzeitig veröffentlichte Erklärung des Herzogs Friedrich Ferdinand vom 5. Oktober 1903 akzeptiert für sich und seine Nachkommen die ihm gelingen werde, durch Veröffentlichung der Fleischpreise der Schlächter und der Schlachtviehpreise eine Aenderung herbeizuführen, sei zweifelhaft. Es würden ja übrigens schpn jetzt die Marlchcei.se re. in den Blättern veröffentlicht. Abg. Weidner bedauert, daß die Regierung nicht weiter entgegenzukommen erkläre, legt die großen Preisunterschiede dar und verlangt, daß auf Mittel zur Beseitigung der Schäden Bedacht genommen werde. Abg. Dr. David betont, die bisherige Veröffentlich? ung der Fleischpreise durch die Blätter reiche nicht aus, die Gegenüberstellung der Detailpreise der Metzger und die schlau)cviehpreise müßten in wirksamer Weise erfolgen. Eine gründliche Abhilfe des Teuerungszuftandes werde sich freilich erst durch eine genossenschaftliche Organisation der Viehzüchter ermöglichen lassen. Nach einigen weiteren Ausführungen des Abg. Hauck wird die Fortsetzung der Debatte vertagt. Abg. Ulrich we.idet sicl, noch in einer persönlichen «Erklärung gegen den Abg. Köhler und weist nach, daß dessen gestriger deplazierter Zwischenruf „gelogen" vollkommen grundlos ist. Nächste Sitzung morgen 9 Uhr. <#md)ts|aaL *» Gießen, 10. März. Rechtsanwalt Dr. Spohr schreibt uns: Ihr in Nr. uo, erstes Blau, enthaltener Bericht über die Verhandlung der Prwaillayesache Spohr gegen Trabert ent- spricht in wesentlichen Punkten nicht den Talsachen. Gr veoari nmsomehr der Berichliqnna, als das Publikum in ganz.beinmm e n Sinne irreaestihrt wird. Der Bericht neltt über iltebeniachlichleiten die Hauptsache ialsch dar und verduntett sie. Aer Wahrheit wi damit nicht gedient. Für Henle - bitte ich uni Amnahme wlöende Berichtigiing : „Es ist n n w a h r, daß die Ginnmersbacher Zeitung berichtet hätte, „„daß in einem märtischen Städtchen uneili a. ju. Spohr über die Naturhelttimde und über die ans Wunderbare grenzenden Wirkungen dieses ^eilocriahrens am ^^^n Le be einen Vorirag gehalten habe"" und ebenso unwahr t| , bie ^bemt d) Wests. Zeitung habe „„einige gegen das „gewerbsinaglge Kuc- piuschertum" im allgemeinen sich richtende ^bmerlungen hinzuge- .ügt"" vielmehr richtet sich bie mkrunnnerle Verleumdung ganz persönlich gegen den Privatkläger." Die Gräfin Waldersee verabschiedete sich vom Kron- vrinzen und fuhr zum Bahnhofe. Tas Trauergefolge begab sich vor die Kirche. Zwölf Unteroffiziere trugen Öen ^arg heraus und stellten ihn auf einen vierspännigen Leichenwagen. Tie Königsulanen eröffneten den Trauer- iua welchen der die Trauerparade kommandierende Bri- gadekommandeur General v. Falkenhayn geleitete. Vor dem Wagen schritten die Geistlichkeit, die Offiziere mit Waldersees Marsch^allstab und Orden, sowie dem Kranze des Kaisers. Hinter dem Magen wurde das Reitpferd des Marschalls geführt. An der Spitze des Trauergesolges schritt^ der Kronprinz als Vertreter des Kaisers zwischen den beiden Neffen Waldersees. Es folgten die Prinzen Heinrich und Albrecht, die übrigen Fürstlichkeiten, die Vertreter der Souveräne, die Spitzen der Behörden und die Abord- nunaen Die Straßen mit umflort brennenden Gaslaternen trugen Trauerschmuck. Tie an der Parade beteiligten Truppen bildeten Spalier. Eine vieltausendköpfige Menge drängte sich, um den Trauerzug des hochverehrten Ehrenbürgers Hannovers vorüberziehen zu sehen. Um drei Uyr langte die Spitze des Zuges auf dem Bahnhose an. Dre Inirben stellten sich fareeförmig auf dem Bahnyofsplatze auf Die Unteroffiziere Hoven, während die Truppen präsentierten den Sarg aus dem Leichenwagen und trugen hn in die Fürstenyalle des Bahnhofs. Der Sonderzug mit der Leiche ging um 5% Uhr nach Lütjenburg ab. i-re Familie des Grast n Waldersee reist im Zuge mit. - er Kronprinz und Prmz Heinrich sind um 4 Uhr wied>.. o- zereist. legt die technischen M ter 0. fcaaä, Sr- W “[er Md llllch x SnautJwW Vito Staat es W iw ’UeiH01’ W* $jd^6flnir J u erE ^lbsE Hfl V^Sta^. .AN '"F . bolb U21 Nichten r diidd« 1 orben- k°nnte. 9C0e6en^-ben ln, n ^nhenei ?865t b^$e®tener bet st 2. bat, iA6er? Stocket *e Heiterkeit^ De? ocker... 1 «t Herr ■brerfienb); . H4mb): N P unter stürmischer Heiter, merkunq, bas fei ni*?! »uft betläßt bat ich hätte fum °" ^e bes Heibeltz ^Di,Sistnichtpert-M. ? °uf die Fraye bek-Krieg-, t an anberer Stelle tun. Ich wollte ben Abg.D^ ? persönlich, i- l Heiterkeit.) Hm Eickboff hat mir HL nur statistische Mitteilnr-^ je . . ,. Präsident fei Men Sie keine Persil Jcb habe auch ben ?:■ - die gesamte JudensHr - aedierten Thronfolgerechte.__________________________________ Die Hrauerfeier für den Hrafen Waldersee. Hannover, 9. März. In der geschmückten Garnisonskirche begann um U/2 Mhr nachmittags die Trauerfeier für den Grasen Waldersee. Ter Sarg war vor dem Altar ausgestellt. Tas Königs- nUanenregiment und das 9. Feldarlilterie-Reg.ment hielten idie Ehrenwache. Vor dem Altar nahmen Platz die Generalität, darunter Generalstabschief Graf von Schliessen, 'ferner Minister v. Podbielski, Vertreter der deutschen Bun- ^essürsten, bie Abgesandten des Auslandes und die Spitzen der Behörden. Ter Reichskanzler war durch Geheimrat D. Conrad und den Legationssekretär Graf zu Eulenburg vertreten. Von den fremden Staaten waren vertreten Oesterreich-Ungarn, Rußland, England, Frankreich, Italien, Amerika und I a p a n. Um IV2 Uhr betrat die Gräfin Wal- bersee am Arme des Kr 0 nprinzen mit ben Verwandten das Gotteshaus. Es folgten Prinz Heinrich und Prinz Albrecht von Preußen, der Fürst zu Schaumburg-Lippe und Prinz Friedrich von Schleswig-Holstein. Ter Kronprinz legte im Auftrage des Kaisers einen Kranz am Sarge nieder. Ter Hannoversche Männergesangverein trug den Choral „Jesus, meine Zuversicht" vor. Sodann hielt der Militäroberpfarrer Konsistorialrat Tr. Rocholl die Trauerrede über Johannes 11,25. Er würdigte die Verdienste des Grafen sWaldersee^ hob dessen tiefe Religiösität hervor und sagte: Er war ein Held noch auf dem Sterbelager, fürchtete den Tod nicht und befahl sterbend seinen ' in Jesu Hände. Nach abermaligem Chorgesang widmete Schloßprediger Kohler Waldersee einen Nachruf namens der Schloßgemeiude. Gesang schloß die kirchliche gdjitfwiimjnajtfii. Norddeutscher Lloyd. cvn Gießen vertreten durch Eart Loos, Kirchenplatz. Bremen 8. Atärz. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschranben-Posidampier „Bremen", Kapitän R. Nlerich vom Norbdeuljchen Lloyd ut Bremen, ist heule 7 Uhr morgens ivohlbehatien m 'Aewyort angetommen. Ugeu Schnupfen: Forman-Aether-Watte (Dose 30 Pfg-)- S 5 ISO ISO ISO ISO ISO rv O 4- E 3 CO 3 CO 3 o 3 P-! 3 ex ro 3 O 3 00 oo -3 er 3 r> SS' r-r ar <0 V» — - __ X* ro E ro KZ' H er 1-1 co O co en 3 ÖD 5 iso E *3X) ISO er » 4b & co •so 3 O CO VO er O er er 3 O 3 ro 3 3 VI) =T 3. 3 vo •-ef O 5 5 ET 3 O " co ISO to » O 3 3 ” CO Qr Z o ES ro » —-» ro 3 "32 3 •• 3 er CO ro 3' 3 3 o f s - 3*. B, £ S>: » J8Ö Oi O' —- ro co -r VV (CJ o* ° 3 co e >5 o #3 o » u Ö3 „ 3 ® er —. co S3 3 er S' ro • ,LZ er r-_ or ro SV V" ° X — —■ « ~ 2, ® f. ", er •—- —y --. 2 . O co 2- o Ä Ja 2 3 3t- '— — er _„cm c ro O 3 ro 3 «—• cr ~ ro S 3 er er =3? 3- s^=- 2 O- & 3 2 0 0^ ro J3 er » «L 3 <Ä « 3 O CO rt s Ä -'•O'o o S ' Seo' ~ S 5" <$»> " er er er ro D ro 3 3« <5 p": " S-.IP CO 3 3 w 3’ *3 3 &3. 3 o Z'. 3 Q< er er o o - 3 — es ° .2, er 3<3 er s »•* o er 5 3 0—- "2 5-2- Ul 33 ' er «so p 3 co C o « 3* n's co p L -E o ro' CO «3L<« HS « O ' « 3 3 2 e • Gl3 3 « Krieg ßom Mm« Über i>e" A"S Me vorher an östlichen Einfahrt -m- Feindliche Sasiii Tie japanischen - Äordostküste von der Batterien ai oorussttaße. 1 Uhr 60 Mn. schossen hatte' 'ich bin der Ans den S6-aden aber die rus Feuer nicht. Mauth in der er rühre von fe verschwand allm unternahm daS ungsfahrt in die nichts NngewShr um Mittag Wied aber weder tourt die Batterien. 5 bai, aber, da ai zog es sich toied Nach Privat ten die Iapai w o st o k. Die ja teil in Bran Ter stellvert telegraphiert, bii Wladiwostok« pa nischen Ges den habe, beruhe SSL 3- 3 3 P -8 2. I Ö7 5 So:« 2 e vo ©Ä reg Sc W '5' 3 3 «■ a s« os GC 5 3 5S3 ^3 S O: H «V O: o o O io N ■• W- v> 3 es co Si vv vv ■ ® g Sf. 0 2 3 8 S. SZ3 © e= 3 ®G. o 5 3* is EL kv ev Ä-'-S s vv ar 3 3 § d 2*«» 3 SR S! o Ä co H ISO Ne vv ä& uu er c co äx® 8" 5 cy S' «2 er H 2D CTs3* S ©1 er fQ» 4b UV Z2- $2 iS u Vv 3 C9 5 iS CP es CD S 3 3: 3 4b CO «i 2 3 ? => 3 3 Ä to 5 4v » » 3 re 3 te ö 3 S' e> 3 an r* s o 3 CS co du » V» SV £ S o ö' 61 o 3 3* ® 3 E K: « CS n 3 3 Of er 2 o »2. V» rs *» Ö ® » » 4b « 5 ES O r>. vv D 4b CD Uv S ^8 2. S o *■ s S- uv WS ro 3 3 MVü v» er es tS3 ro F* res 61« st 3 & 3 Vv ■ 3J tD» Ä ro ö3 O: 3 2.3 ? 00 »et 3 o o- 3 Vv S< o Vv •S'°co 2 o 2» ,"EX'-& ' 3 « Vv S ZR 8"1 (/)§.§•? 3 -3' 3 _ ä 3 ra er er er 3*5 Vv — » X S5-SP er c—r rt O lVk B s T?»»'»« » ®-g! « g: S ?' O S 2' P s «• Ö Z » "3? -2** S Z.»>2* G)q£? If es „ #» _ 3 Ä > 2<^- «3® o —-co rt •“' et 3 — E 3 ro 3 33 0160 o —■ O CD er CD 3 3 Vv elta N> ° CD C: 61 QT 3 CO 3. e^or» KsvL a 3* 3 » LKZZL- 4b Z*1 Vv ' 2 — CD F 19 Vv « 5 Vv 3 vu er Vv E E 3 vv Uu vv Q Vv Vv Vu Vv Vv Vv Vv ISO Vv CD Vv ro » D Vv io p o -•3 Gl P: Aus Petersbu einer Drdesche ans nische Flotte vergl schienen sei Md auch diese s^eftur Nach einer teilung des „Ton' angriff der jape Februar fünf boote in den Im Rayon Meldung zufolge Großflirften Mei : Müller ist mit eii scheu Stahlgießk' A : ,,, Russische uu nck von Pyoen sich nach kurzem Von Augenz wndungen eingt wangtscheng Jon einer Annc Ängsten Meldun Truppen auf her Ü?Olaublich^ Wn Truppen i Mi« legt der chj °nf, namentlich j M. Auf allen ^gern Tnippen Aus Ltei-Hai Äfi-'f-te h. iir^K •«tote de- r U f f p n f U™ 1111 Mtte'fifeS« 2‘?1 an«?^ahu? Vieris,^,fd, daz Äi ' "Am tog na6 L?‘afl toter »r ^kutzk 8,S°S L-sAr AsK . Aach ^"d H tKere ab 2° !^! |^euöPrnefiL ^lö! k ö! E?5s u den