Nr. 290 •titelet täglich Qufeet Sonntag». •em Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Stetzener Familien» diüttrr oiermal in bei Woche beigelegt •otaitonflbrucf u. Verlag bet Brühl ichen Untveri.-Buch-u. Diem- brucferei 8t Lange, glebafrkm, TroebNto« und Trud^tei: Gcholstrabe 7. tibrefle für Develchen: Anzeiger Gtctze«. FerntvrechaniaUufl Nr 51 Erstes Blatt. 154. Jahrgang Freitag 9. Dezember 1904 Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen > i M M K ®ein flipretit Monatnch7b Pi., otertel» iährlkch Mk. 8.20; durch Abhvle- il Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Pog Älk.L.- vtextel- läbrl au4jchl Bestellg. Annahme von Anzeigen 1üi bte laqeflnummei bi6 oormütagS 10 Uhr. Zeilenpreis lokal 12Pf«, auSwäNS 20 Pjg. Verantwortlich anß Beck. Are Keutige Hlummcr umfaßt 12 Seiten. Volitisckc Tagcsschan. Die Friedensschalmei. In einem Aufsatz „Politik und Flotte" schreibt Generalmajor Keim u. a. folgendes: Man könne der Ansicht sein, daß das fortwährende Betonen unserer Friedensliebe bei jeder Gelegenheit schließlich als ein Zeichen der Schwäche aufgefaßt werden könnte.. Mit dieser Bemerkung wird offen ausgesprochen, was in Deutschland sicherlich viele, und gerade Personen von patriotischer Gesinnung, längst empfunden haben. Es geht in der Tat kaum eine offizielle Veranstaltung vorüber, ohne daß in mehr oder minder markanter Weise auf die große Friedensliebe Deutschlands hingewiesen worden wäre. Früher hieß es, mit Bismarckschen Worten, stolz und selbstbewußt: Wir laufen niemand nach! Heute könnte der Spruch lauten: Wir fangen mit niemand an. Ein hervorragender Kaufmann, der kürzlich von weiten Reisen im Auslande zurückkehrte, berichtete uns von dem Eindruck, den die deutsche Politik draußen Hervorrufe. „Respekt ist schon da, viel Respekt sogar", sagte unser Gewährsmann. „Aber warum nur sucht man in Deutschland beständig sich gewissermaßen zu entschuldigen, das; man Leer und Flotte auf der Höhe hält? Dies Entschuldigen erregt b-ei den Deutschen im Ausland, die den Zusammenhang mit der Heimat nicht verloren haben, ost Befremden, wenn nicht Verdruß. Handelt doch Deutschland nicht anders als England, Frankreich und allen voran die Ver. Staaten handeln! Werden in diesen Ländern zusammengenommen soviel Friedensreden gehalten, soviel Friedenskundgebungen veranstaltet, als es in Deutschland der Fall ist? Mir scheint, die guten und ehrlichen Absichten Deutschlands liegen so klar für jeden, der sehen will, zutage, das; die oft wiederholten Versicherungen nur eine Abschwächung dieser Ueberzeugung bewirken können. In der ausländischen Presse wird nachgerade ein förmliches S p o t t s p i e l damit getrieben, die friedliche 'Tendenz Deutschlands anzuKweifeln. Ein Spottspiel insofern, als die Artikelverfasser es darauf anlegen, irgend eine neue Friedensbeteuerung zu veranlassen, um daran wieder eine Reihe boshafter oder- alberner Glossen zu knüpfen. Was hat eine Großmacht wie das Deutsche Reich nötig, immer wieder den Beweis sich zuschieben zu lassen, daß sie nickt auf Abenteuer ausgehen, -keine Eroberungen machen will! Wer erst anfängt, vor der Welt sich zu rechtfertigen, kann sicher sein, niemals mit der Verteidigung fertig zu werden. Tie Deutschen im Ausland — ich rede, wie gesagt, nur von den deutsch Gebliebenen — müssen nur zuviel darüber hören, lind es würde eine Wohltat sein, würde eine längere Friß dahingehen, ohne daß einfältigen Herausforderungen und Anzweiflungen in der ausländischen Presse gleich eine Antwort folgte. Welcher Privatmann läßt es sich bieten, über die Beweggründe und die Ziele seiner Handlungen examiniert zu werden? Roch weniger kann dem Ausland die Berechtigung zugestanden werden, in den Angelegenheiten des Deutschen Reiches b-wumzurühren und um Auskunft zu ersuchen, ob diese oder jene Maßregel nickt etwa einen „bedrohlichen" Zweck verfolge. Vor Schnüfflern und Lauschern pflegt man die Tür zuzuschlagen. Tas ist auch eine Antwort, die, mit aller Derbheit erteilt, unsere Gegner und Neider vermutlich viel eher und, was die Hauptsache ist, dauernder zum Schweigen bringen wird, als die Beteuerung, wieviel Wert man auf gute Nachbarschast legt. Die Späher und Tadler nicht beachten — daß dies das Beste, das Nichtige ist, lehrt ein Aufenthalt im Ausland. Tie Friedensschalmei wird in Deutschland allzuviel geblasen, ein frischer Trompetenton wäre eine erwünschte und — nützliche Abwechslung" . . . Der Backpfeifler Syveton •$•. Der durch die dem soeben vergangenen französischen Krftgs- mknist'-r Andrb in der Kammer verabreichte niederschmetternde Backpfeife „berühmt" gewordene Deputierte Syveton ist am Donnerstag nachmittag, wie es heißt, an den Folg en einer G a s - aus st r ömung in seiner Wohnung verstorben Die Nachricht von diesem plötzlichen Tode rief tn den Wandelaängen, der Kammer große Bewegung hervor. Syveton hätte gestern wieder in der Kammer erscheinen sollen, da die 30 Atzungen, von welchen er infolge seines Angriffes auf den Kriegsmmister Andre ausgeschlossen war, zu Ende gingen. Seine Parteigenossen, welche vergeblich ihn erwarteten, telephonierten wiederholt nach seiner Wohnung, erhielten aber keine Antwort. Gegen 4V2 Uhr verbreitete sich in der Kammer das Gerücht, daß syveton rn seinem Arbeitszimmer bewußtlos aufgefunden worden sti ustd ist.höchster Lebensgefahr schwebe. Der Ministerpräsident, welchem diM', Nachricht von dem Polizeipräsekten televhoniert worden war, bestätigte dieselbe mehreren Deputierten gegenüber. Ueber den Tod werden folgende Einzclh'tten imtgeteüt: Syveton hatte sick nach dem Frühstück in sein Arbeitszimmer zurückgezogen, welches mit einem Gasofen geheizt wird, um ö Uhr betrat seine Gattin das Zimmer, und fand syveton bewußtlos auf der Erde liegend. Ein rasch l-erbeigerufener Arzt ftetttc lieber5 belebungsversnche an, doch blieben diese erfolglos. Es hemt. daß das Gas aus einem undichten Zuleitimgsrohr ausgestromt fei. Nack einer anderen Version soll das Ventilationsrohr des Ofens mittels einer Nummer des „Intransigeant verstopft ge- weleu fein, sodaß das Gas in das Zimmer zurückströmte. An- gelickts der Zweifel über die Todesart ist aber die Leiche umb der Morgue verbracht worden zur gerichtlickM Sektion Wahrend di - Nationalisten an der Hvpothese des M o r d e s festhalten, glauben andere an einen Selbstmord, wenn auch cm zw fälliger Unglücksfall nicht unwahrlckeinlick^. Zola ist bekanntlich auf ähickicke Weise in Paris ums Leben gekommen. Der Kriea. Dir Vernichtung der Flotte von Port Arthur. Tas Bombardement der russischen Flotte m Port Artkur durek die Japaner nimmt weiter fernen Fortgang, di" japanische ?lrtillerie schicht mit solcher Präzision aus bi' hilflos int Hasen liegenden feindlichen Kricgsschtfse, daß bald nur noch ein Trümmerhaufen von der ehemals so gcwaltiaen Armada übrig sein durste. Tokio, Tcz. (Amtlich.) Ter Kommandant des Schisssartillerietorps berichtet, daß erne Beobachtung vom 203 Meterhügel nachmittags am 7. Dezember dar getan habe, daß der „Retwisan" augenscheinlich so weit gesunken sei, daß er auf Grund steht. Tie „Pobjed a" hat sich beträchtlich nach dem Backbord üb er gelegt, der Schiffsrumpf ist unterhalb der Wasserlinie nach Westen hin sichtbar. London, 8. Dez. Dem Renterschen Bureau ging folgende Depesche seines Korrespondenten bei der javanischen Armee vor Port Arthur zu: Ich besuchte den 203 Meterhügel. Der Anblick des Kamvfschauplaües war fürchterlich. Die Japaner nahmen die vorgeschobenen Werke nach sechs- tätigen Kampfe. Der Kamm 'des Hügels ist durch die Beschießung weggerissen: die Abhänge sind mit Trümmern bedeckt, "die Gräben eingeworfen und mit Erde zugefüllt. In einem einzigen 100 Meter langen Stück Graben wurden 200 tote oder verwundete Russen gefunden. Tie Leichen sind durch das in d"n Handgranaten geschleuderte Dynamit entsetzlich verstümmelt. Tokio, 8. Dez-. Meldung des Kommandierenden der gelandeten S ch i f f s g e s ch ü tz e von heute nachmittag 2i/2 Uhr: Heute um 12V2 Uhr wurde es gewiß, daß der „Pereswjet" gesunken ist: er besindet sich in der gleichen Lage wie die „Poltawa". Die „Pallada" beginnt sich nach Backbord zu neigen Wir richten ein heftiges Feuer auf sie. Von der „Pobjeda" ist der mittlere Schornstein schwer beschädigt. Das Schiff hat Schlagseite nach Achter und ist bis zum Haupideck unter Wasser. Ter „Retwisan" neigt nach Steuerbord über: das Oberdeck ist nahezu ganz unter der Wassetr- ob er fläche. Die „Palla da", die zwischen dem „Ret- wisan" und dem Minenschiffe „Amur" liegt, ist nicht beut* lick) zu sehen, doch ist ein leichtes Sinken des Hinter- teils wahrz-unehmen. Der genaue Umfang der Beschädigungen ist nicht festZustellen. Vom „Bajan" brennt jetzt das Vorderdeck. Tie „S e w a st 0 p 0 l" liegt anscheinend im Ostteile des Hafens längs des großen Krahnes, nur der Mast und der Oberbau sind sichtbar; der Rumps ist ganz Liorn Hügel verdeckt. Tas Feuer der Armeegeschütze richtet sich heute hauptsächlich auf die Schiffe „Pallada", „Bajan" und „Sewastopol". Tschifu, 8. Tcz. (Reuter.) Heute trafen die Leuchtschiffe aus Niutschwang hier ein, welche die Station in Erwartung des unmittelbar bevorstehenden Schlusses der Schiffahrt auf dem Liaohe verließen. Sie berichten, sie hätten außerhalb Port Arthurs vier japanische Schlachtschiffe, drei Kreuzer und zehn Torpedoboote gesehen. Der Kapitän glaubt, daß sich jetzt die ganze japanische Flotte dort befinde. London, 8. Tcz. Von der Belagerungsarmee vor Port Arthur wird gemeldet: Nach zehntägigen ununterbrochenen Kämpfen gaben die Russen den Versuch, den 203 Meter- Hügel wieder zu erobern, auf. Einen Tag nach dem andern siel der Kampfplatz bald in den Besitz der einen, bald der anderen Partei, und das Blutbad war entsetzlich, bis die Japaner am 27. November den Hügel endgiltig eroberten. Ter allgemeine Sturm auf Port Arthur am 26. November wurde von japanischer Seite mit allen Hilfsmitteln ausgeführt, endete jedoch nur als eine gräßliche Tragödie. D e r Hauptgürtel der Verteidigungswerke blieb unversehrt. Die Russen kämpften mit wunderbarer Energie und verteidigten die ganze Linie aufs geschickteste, obwohl die Japaner häufig Scheinangriffe machten und Massenumgehungen versuchten. Paris, 8. Dez. Tie vom „Echo de Paris" veranstaltete Sammlung für die Verteidiger von Port Arthur ergab bis heute 50 000 Franken. Alexejews Nachfolger. Petersburg, 8. Dez. Als wahrscheinlicher Nachfolger Admirals Al>xeiew wirb T ü r st G a l i tz i, der Generalgouverneur des Kaukasusgebietes, genannt. Kohlen für Rußland. Zu der den deutschen Dampfer „Kapitän" Mengoll" betreffenden Angelegenheit bemerkt die „Nordd. Mlg. Ztg.", daß der Dampfer naturgemäß ohne Ballast nicht in See gehen kann und vermutlich aus dem Grunde Wasser als Ballast aufnahm, weil er von seiner Reederei nach Cuxhaven zurückberufen ist. Der Dampfer hatte eine Ladung Kohlen für die russische Flotte nach Lakew gebracht und wollte nun eine zweite Ladung holen. Diese ist ihm verweigert worden, wahrscheinlich weil auf englischer Seite angenommen wurde, daß die Ladung ebenfalls für die auf der Fahrt nach Ostasien befindliche russisch Flotte bestimmt sei. Nack englischem Gesetz aber ist es verboten, Kohle einem Schiffe zu überlassen, das KriegsscM'en, die einer Krieg führenden Partei gehören, als Proviantschiff folgen soll. Uebrigens hat in der Angelegenheit zwischen der deutschen und der englischen Negierung keinerlei Meinunas-Nustausch ftattgefunben. Kiel, 8 Dez. Wie die „Kieler N. N." melden, hat der russische Eisbrecher Jermak heute nach fünfwöchent- l i ch c m Aufenthalt Kiel verlassen. Er ist angeblich nach Li - bau in See gegangen. Das Fahrzeug hat im hiesigen Hafen Reparaturen vorgenommen, sowie Kohlen und Proviant an Bord genommen. Ein drittes russische« Geschwader. Petersburg, 8. Dez. Wie verlautet ist gestern die ?lb- sendung eines dritten Geschwaders beschlossen worden, die, am 8. oder 9. Januar abgehen soll. Tie Weiterfahrt des Baltticyen Geschwaders wird dadurch nicht aufgehalten. Die Haager Konferenz. Washington, 8. Dez. IReuter.) Japan hat die Einladung der Vereinigten Staaten zur Teilnahme an der zweiten Haager Friedenskonferenz unter der Bedingung angen 0 m m e n, daß die Verhandlungen der Konferenz den gegen w artig en Konflikt nicht berühren. Diese Mitteilung ist dem Staatöfckretär Hay heute von dem japanischen Geschäftsträger Hioki üb. rreickt worden. ~~ ___ Aus Sinin u::ö Lund. Gießen, 9. Dezember 1904. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Kontrolle führenden Kasernen - Inspektor Oft bei der Garnisonverwaltung in Saargemünd, seither Kaserneninspektor in Darmstadt das Nitteikreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verleihen. — Der Kreisschulinspektor bei der Kreisschulkomnussion Groß-Gerau Baiider, wurde zum Kreisschnlinspektor bei der Kreisschulkommission Bensheim, der Kreisschulinspektor in Schotten, Backes, zum Kreisschulinspektor in Groß - Gerau und der Lehrer an dem Schullehrerseminar zu Friedberg, Feuerbach, zum Kreisschnlinspektor in Schotten ernannt. — Der Kreisamtmann M ueller in Darmstadt wurde zum Ministerialsekretär beim Ministerium des Innern und zum Vorstand der Registratur dieses Ministeriums, der Negierungsassessor Dr. Michel aus Neudamberg zum Kreisamtmann ernannt. ** Handelskammerwahl. Unsere gestrige Notiz er* gänzend, teilen wir mit, daß mit der erwähnten Entscheidung der von der Firma Ata i er Wolf, Julius Berdux und Ge)hwister Aron, vertreten durch den Rechtsanwalt Klarenaar, gegen die Wiederwahl des Handelskammermitgliedes Ernst Balser erhobene Ei nsp ru ch vom Großh. Ministerium als unbegründet abgewiesen und dessen Wahl zur Handelskammer bestätigt worden ist. ** Für das Theater- und Saalbauprojekt sind, wie wir hören, bisher 230 000 Mk. fest gezeichnet worden. Hoffentlich steigt die Summe in den nächsten Wochen so an, daß das heftige Hinuudher über die Ausführung des Projektes sich von selbst erledigt. Im Interesse des Unternehmens liegt es zweifellos, daß die öffentliche Debatte ein Ende nimmt, der wir deshalb auch keinen Raum mehr gewahren wollen. Desto eifriger aber mögen die Zeichnungen von Beiträgen stattfinden, sodaß wir bald von einem wesentlich höheren Gesamtbetrag als dem obigen unseren Lesern Mitteilung machen können. ** Kindermund. Als kürzlich in einer Schule nahe bei Darmstadt eine Lehrerin ihre 7—8jährigen Schülerinnen nach dem Namen der künftigen Großherzogin fragte, brachte eine Kleine ganz vergnügt nach und nach heraus: „Lorchen Solms aus L i d) '•. ** Die Zahl derStudierenven an derLandes- Universität beträgt im lausenden Semester 1069; dazu kommen noch 64 Hörer und 34 Hörerinnen. Es studieren: Theologie 76 (65 Hessen), Rechtswissenschaft 163 (146 H.), Medizin 169 (67 H.), Tierheilkunde 149 (20 H.), Zahnheilkunde 10 (8 H.), Philosophie 32 (8 H.), Pädagogik 6 (5 H.), Mathematik 102 (86 H.), Naturwissenschaften 56 (46 H-), Chemie 57 (24 $.), Pharmazie 22 (5 H.), Forstwissenschaft 50 (45 H.), Landwirtschaft 14 (12 H.), Geschichte 11 (7 H.), klaff. Phil. 61 (49 H.), neuere Phil. 91 (79 H.). Also beträgt die Gesamtzahl der studierenden Hessen 67 2. Von anderen deutschen Staaten studieren Preußen 253, davon widmen sich die meisten, nämlich 160, dem Studium der Medizin, ferner 44 Bayern, 5 Sachsen, 9 Württemberger, 14 Badener, 6 aus Elsaß-Lothringen, und die übrigen deutschen Staaten stellen im einzelnen weniger als 6 Studenten. Bon anderen europäischen Staaten studieren 11 aus Oesterreich- Ungarn, 22 aus Rußland, 2 aus Frankreich, 5 aus Großbritannien, 2 aus den Niederlanden, 2 aus der Schweiz, 3 aus Rumänien. Von außereuropäischen Staaten ist nur 1 Student aus Japan vertreten. e- V0rtrag im Kaufmännischen Verein. Gestern abend hielt Prof. Dr. Krüger aus Gießen im Festsaale des Caf^ Leib einen Vortrag über „Das Leben Jesu und die Geschichtsforschung". Wer wird reden können über Mozart, Beethoven und die anderen großen Meister der Musik, ohne ihre Werke studiert und mit ihnen die Tiefe der Gedanken und Empsindungen verspürt zu haben? In derselben Weise kann keiner das Leben Jesu erforschen und ergründen, wenn er sich nicht mit Eifer nnd Begeisterung in jene Schriften vertieft, die uns von seinem Leben berichten, sondern kalt und streng abwägt, was an jenen Werken wohl giltig, was ungiltig ist. Als sicherste Quellen haben wir nun die drei ersten Evangelien, die wahrscheinlich noch vor dem Jahre 70 abgefaßt sind, während hingegen im Evangelium Johannes uns ein ganz anderes Bild Christi entgegentritt. Sind auch die drei ersten Werke unter sich verschieden, so können wir sie doch als die zuverlässigsten Quellen unserer Nachforschungen annehmen, in die freilich auch wiederum legendarische Bestandteile eingedrungen sind. Weitere litterarische Quellen besitzen wir leider nicht, und alte Inschriften oder ManuSskripte aus uralten Klöstern sind stets mit Vorsicht zu prüfen. Noch viel mehr verwahrt sich der Redner gegen Quellen auS jüdischen Schriften, die doch zum größten Teil erst nach der Verfolgung der Juden durch die Christen entstanden und daher voll von Haß gegen das Christentum erfüllt seien. Ferner ist auch während der Blütezeit des jüdischen Reiches für jene Zeitgenossen ein Messias, als eine leidende Gestalt, undenkbar und nicht mit der Erscheinung unseres leidenden, von diesem Messiasberuf durchdrungenen Christus in Einklang zu bringen. Wie verschieden auch die Wege zur Ergründung dieses Wesens deS Heilands sind, so führt nnS doch des Gebot der Nächstenliebe alle derselben Richtung zu. Der Redner schloß seinen Vortrag mit Goethe'schen Worten und erntete den Dank alle* sehr zahlreich erschienenen Zuhörer. ** Gefl ügel - AnSstellun g. Der hiesige Geftügel- zuchtverein hält auch in diesem Jahre seine allgemeine Ausstellung im Neuen Saalbau ab und zwar ist es diesmal die größte, die je in Gießen stattgefundcn hat. Es werden nämlich über 1200 Nummern mit allen bei der Geflügelzucht gebräuchlichen Appargten und Futterartikeln zur Ausstellung ohne Schaden zu nehmen. Bis sich beide wieder erhoben, geregelten Lohn- und Arbeitsverhältnis stehen und eine Gewähr dafür bieten, daß sie auch ihre Verpflichtung gegen die Arbeiter gewissenhaft erfüllen. Beigeordneter Jä ger referierte über diesen Antrag, betonte, das; die Stadtverwaltung schon stets solche Unternehmer berücksichtigt habe und wieS daraus hin, daß auch Frankfurt bereits ähnliche Bestimmungen getroffen habe. Die Versammlung stellte sich dem Antrag im allgemeinen sympathisch gegenüber, beschloß aber, ihm durch die juristischen Mitglieder erst eine zweckmäßigere Fassung zu geben und dann weiter darüber zu beraten. •* Au8 Kurhessen, 8. Dez. Wohl selten haben die Wildschweine und das Rotwild im nördlichen Teil des Kreises Frankenberg, wie auch im angrenzenden waldecker, sauerländischen und wittgensteiner Gebirge, bis in die Kreise Biedenkopf und Marburg hinein, so überhand genommen, wie in letzter Zeit. Fast kein Tag vergebt, an dem sich nicht bald hier bald dort ganze Rudel Wildschweiue zeigen. So bemerkte kürzlich eine Frau auS Gold Hausen zur Nachtzeit in ihrem Hausgarten eine Herde von 26 Mild sä u en, in der Nähe von Schürmannshof bei Sendebrück, also in ! einer ganz weit hiervon entfernten Gegend, wurden 19 Stück I eingekreist, aber nur einige erlegt. Nach dem letzten Schneefall zählte man bei einer Treibjagd, vier Stunden von Marburg, im Gemeindewald von Warzenbach sogar 22 Wildschweine, wovon 3 zur Strecke gebracht wurden. In einzelnen Waldungen der Hinterländer Berge zeigen sich in der letzen Zeit auch ganze Nudeln Hirsche. Für eifrige Nimrode ist also hier in Kurhessen noch immer etwas zu haben. Kleine M i t t e' l u u a e " aus .Hessen und den Nachbarstaaten. Dem Schiffer Fr. Hammel VI. in Nierstein wurde von dem Großherzog die Rettungsmedaille verliehen. H. rettete im letzten Sommer einen Knaben vom sicheren Tode des Ertrinkens. — In Lützellinden beging der etwa 50 Jahre alte, dem Trünke ergebene H. Bender Selbstmord durch Erschießen. Katholische Gemeinde. SamStag, den 10. D e z e m b e r 1 9 O 4. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 11. Dezember 190 4. 3. A d v e n t S - S o u u t a g. Fest der unbefleckten Empfängnis. Vormittags von 6 '/? Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor rind in derselben Allsteilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. „ um 9 7, Uhr: Hochamt mit Predigt unb Te Deum. Nachmittags uni 5'/, Uhr: Christenlehre: darauf Andacht mit Segen. Kirch lichc Nachrichten. Evangelische Gemeinde A 'n 3. A d v e n t, Sonntag den 11. Dezebmer: Kottc-dleng. In der Stadikirche. BormlttagS 9 ’/, Uhr: Plärrer Schwabe. Vormittags 11 Uhr: Milnärgottesdienst. Pfarrer Euler. Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche für die Markllsgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthäus gemeinde, wozlk besonders a»,ch die konfirinierte Jugend ein- geladen lvird. AnMeldung vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Donnerstag, ben 15. Dezember, abends 8 Uhr, im Markus- >aale, Kirchstraße 9, Bibelstunbe. 1. Corinth., Kap. 9. Pfarrer Schwabe. In der IohanncSkirche. Vormittags 9", Uhr: Pfarrer Eule r. Nachmittags 21/2 Nhr: KinbergotteSdienst für die LukaS- gemeinde. Pfarrer Euler. Abends 5 Uhr: P'arrassistent Schulz. Beichte unb heiliges Abendmahl für die Johan,leSgemeinde. Besonders eingeladen zu dieser Abendmahlsfeier werden die Neu- tonfirmierten aus den letzten Jabrei,. Anmeldungen vorher im Pfarrhause der Johannesgemeinde, Sudalllage 8, erbeten. Sonntag, abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung im Konsirmandensaale der Johanneskirehe. Montag, ben 12. Dezember, abends 8 Uhr: Bibelstunde mr Koilsirmanbellfaale der Lnkasgemeinde, Liebigstraße 56. Text: Offenbar. Johannes 3, 1—6. Pfarrer Euler. Näehstfolaenden Sonntag, den 18. Dezember, nachmittags 87, Uhr: Gottesdienst mit ChristbescherungSfeier für die Klein- kinder - Bewahranstalt. Die Mitglieder unserer Gemeinden bitten roit uns auch für die kommenden Weihna cb t e n zum Besten unserer Armen nnd Krailken frelmdliche Gaben zukommen lassen zu wollen. D,e Unterzeichneten lind alle anderen Mitglieder der Kirchenvorstände nehmen gern solche Gaben an ; auch durch die Gemeinde- chwestern können sie übermittelt werden. Anmeldungen zum Empfang einer Christbefcheerung sind dcd gegen nicht envünscht. Tie Kirchenvorstäilde der vier Gemeinden. Dr. N a u Nl a n n. v. S ch l o f f e r. Euler. Schwabe. DcrmifcbM. Hoyerswerda, 8. Dez. (Amtlich.) Am 6. Dezember, nachmittags 8 Uhr fuhr eine leere Lokomotive von der Kreu-- zungsstation Bärhauß der Linie Kohlfurt-Falkenburg nacb Ruhland ab. Zn derselben Zeit fuhr der Güterzug 8558, angeblich ohne Auftrag der Stationsbeamten, von Ruhland nach Bärhaus zu ab. Beide stießen bei 99,9 Kilometer zusammen. Zwei Lokomotivbeamte wurden getötet, die anderen beiden schwer und zwei Zugbeanlte leichter verletzt. Daß Hauptgleis ivor bis 7 Uhr morgens unfahrbar. Ter Personenverkehr lvird durch Unlsteiqen an der Unfallstelle aufrecht erhalten. Die Lokomotiven sind stark beschädigt, drei Wagen zertrümmert und vier Wagen teils beschädigt, teils entgleist. Graz, 9. Dez. Der Leutnant a. D. Karl Kußl erschoß heute seine frühere Braut Leontine Trannwieser während eines Konzerts in der Jndustriehalle. Kußl mußte s. Z. wegen Schulden den Dienst quittieren; die Ver- i lobnng ging zurück. Ta ein Annäherungsversuch vergeblich war, tötete Kußl das bildhübsche Mädchen. Der Mörder wurde verhaftet. * Die jüngste (^Familienszenen^ überschriebene) Nummer deS „SimplizissimuS" ist in Dresden konfisziert wegen des Titelbildes, daS den; Anschein nach llriirjk PletlMiUM. Berlin, 9. Dez. Die Strafkammer sprach den Universitäts-Professor Dr. Martin Mendelsohn, der in eine Kuppelei-Affäre verwickelt ist, auS juristischen Gründen frei. Die Beweisaufnahme ergab, daß Mendelsohn vielfach Verkehr mit 14 bis 15 jährigen Mädchen suchte. London, 9. Dez. Die Hinterlassenschaft der ermordeten Königin Draga mürbe in ^hristie versteigert. Die Sachet; erreichten den festgesetzten Preis unb erzielten im ganzen 2355 Pfund. London, 9. Dez. Der Ausschuß zur Besichtigung des von der Regierung ben Zionisten zur Verfügung gestellten Gebietes in Ostafrika wird noch in diesem Monat abreisen unb am 10. Januar in Ostafrika eintreffen. Der Ausschuß besteht aus dem Major Caibons, dem Profesior Kaiser unb bem Dr. Wilbusch. Professor Kaiser ist wissenschaftlicher Berater der Nordwest-Kamerun- Gesellschaft. Dr. Wilbusch ist Ingenieur. Paris, 9. Dez. Einen Tag nach dem Attentat auf Andrö hat Syveton sein Leben bei einer amerikanischen Lebens-VersicherungS-Gesellschast versichern lassen. Er gab dem Beamten an, daß er f ü rchte, man würde versuchen, ihn aus dem Wege zu räumen. Paris, 9. Dez. Mehrere Freunde SyvetonS, die gestern abend in der Wohnung deS Verstorbenen erschienen, gaben dem Verdachte Ausdruck, daß Syveton das Opfer cine§ freimaurerischen V erbrechens geworden sei. Der sozialistische Deputierte Guyot de Villeneuve erklärt, daß er an einen unglücklichen Zufall absolut nicht glauben könne, und daß Syveton nicht die geringste Ursache zu einem Selbstmord gehabt habe. Der Präsident der Vaterlandsliger Le- nrnitre sowie Francois Coppü und andere haben unumwunden erklärt, sie seien überzeugt, daß Syveton um* gcbra ch t worden sei. Coppü kniete am Sterbelager nieder unb rief: „Wir werben Dich rächen, armer Syveton, ich werbe an Demem Grabe Deine Mörder brandmarken." Nach der Ansicht deS Untersuchungsrichters und der Sachgebracht. Von ben größten Züchtern Deutschlands kommen I Tiere zur Schau, und die Gießener haben Gelegenheit, sich mit einer ganz hervorragenden Konkurrenz zu tu elfen. Wegen Platzmangel mußten sogar verschiedene Züchter von der An- nielbung zurückgewiesen werden. Auch die Vogelliebhaber werden die Gelegenheit nicht versäumen dürfen, die letzten Sänger zu hören und als Eigentum zu erwerben. Mit der Geflügelausstellung wird zum erstenmal auch eine Kaninchcn- auSstellung verbunden. Wahre Prachtexemplare werben dieser Veranstaltung ein ganz besonderes Interesse verleihen. Einer der größten Kaninchenzüchter auS der Umgegend wird eine ganze Kaninchemetzgerei ausstellen: Würste, Schinken 2C., die, wie Kenner versichern, recht geschmackvoll und dabei preiswert sein sollen. Die Eröffnung der hochinteressanten Schaultellung wird Samstag nachmittag erfolgen; sie dauert bis Montag abend. Sonntag nachmittag wird im AusstellungSlokal ein Test der hiesigen Regimentskapelle konzertieren, verstärkt durch den gemischten Chor der ganzen Geflügelgarde. Jeder Tierliebhaber sollte nicht versäumen, an einem der Ausstellungstage sich die Zeit zu nehmen, eine so große und interessante Zusammenstellung nützlicher unb rassenreiner Tiere sich anzusehen. Die Prämiierung erfolgt durch bewährte Preisrichter SamStag früh und dem Publikum steht es frei, die preisgekrönten Tiere käuflich zu erwerben. ** Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (naturwifjenfcfya ft liebe Abteilung). Die nächste Sitzung findet Dienstag, den 13. d. M. abends« 8 Uhr im Hörsaal des Botanischen Jnsfituts Senckenbergstr. 16 j statt. Pros. Dr. Ä. Hansen wird einen Vortrag über Epiphyten halten. — Gäste sind willkommen. ♦♦ Ein Album mit Bildnissen der Stadtverordneten beabsichfigt die Bürgermeisterei anzuschaffen. Alle die, welche seit Einführung der Städteordnung (1874) das Amt eines Stadtverordneten bekleidet haben, soNen im Bild der Stadt erhalten bleiben. Die Bürgermeisterei hat bereits Schritte getan, um die Bilder bereits gestorbener Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung von deren Verwandten zu erhalten. ** Besitz wechsel. Adam Heinzerling verkaufte seine Besitzung am Riegelpfad für 19 000 Mk. an den Schreiner-meister E. Heinzerling im Schiffenbergerweg. " D i e B ü r g e r g e s e l l s ch a f t begebt morgen, Samstag, die Feier des 40jährigen. Sfistungssestes. Für die Mitglieder und deren eingeladenen Gäste steht ein schöner Abend in Aussicht. (!) Saasen, 8. Dez. In dem Domanialwalb, Distrikt Zeileichen der Oberförsterei Wieseck, ist im Lauf der vorigen! Woche eine 9 0 jährig e Fichte zur Fällung gekommen, bie einen Inhalt von 6,43 Festmeter hat. Der Erlös für diese Fichte beträgt 180.53 Mk. § Lich, 8. Dez. Zur Hochzeit S. K. H. beS Großherzogs mit I. D. der Prinzessin Eleonore sind an die Posaunenchöre der gesamten Umgegend Einladungen ergangen. Von allerhöchster Seite ist der Wunsch ausgesprochen worden, baß die Posaunenchöre durch Blasen von Chorälen unb Chören zur Verschönerung der kirchlichen Feier beitragen möchten. -fi Schotten, 8. Dez. Dem praktischen Arzt D r. St. hier, der sich unterwegs zu Krankenbesuchen im Vogelsberg befand, scheuten zwischen Schotten i,nd Michelbach die Pferde. Der Wagen kam in den Chausseegraben und Dr. St. unb sein Kutscher fielen heraus, glücklicherweise die frühere sächsische Kronprinzessin darstellt, wie sie vor bem hatten sich die Pferde losgerissen unb rasten zurück nach Dresdner königlichen Schloß im Schnee stehend um Einlaß Schotten, wo sie an der Turnhalle zu Fall tarnen. Nachdem unb die Unterschrift trägt: Bange Stunde einer hohen daS Geschirr, worin sich die Tiere verwickelt hatten, lo§- F^u. gemacht war, rannten sie, ohne aufgehalten werden zu können, ♦ Ein du r ch g e fall e n er Gem e iu d e.r a t s kau - weiter, unb bei einer Wirtschaft sprang das eine Pferd auf didat in Czernowitz beschwerte sich kürzlich im Kreise ein dort im Wagen angespanntes Pferd mit solcher Wllcht seiner Wähler oder eigentlich Nichtwähler über ihren Un- los, baß ihm der eine Scheerbaum über einen halben dank. „Zwölf Jahre 'bin ich im Gemeinderat gesessen", Meter in den Leib ging. Tas Tier verendete fast auf sagte er, „und zwölf Paar Hosen habe ich dabet der Stelle. An dem anqeranntcn Wagen ist die Scheer- zcr- durch gewetzt. 3>W Tnnt basür Mfen Sie nud) jefrt Wittert; der dabei,stehende Besitzer, em Bauer aus BreungeS. * /« Ich»«. -«- Seemental damit verbunden werden müße. Emern lange sechs Personen tot. Jlne Leichen wurden in der hochgehengehegten Wunsche der Bewohner dieses TaleS unb einem ben Mut gefunden. — In Florenz bildet ein großer Skandal tatsächlichen Bedürfnisse würde dadurch entsprochen werden, das Tagesgespräch Es handelt sich um die E ntfü h rung. einer Drttj'li« Cd. mt t.,„, .WW» ffi.. HP to'SÄ K'tÄTÄti große Anzahl Getreide-, Oel- unb Holzichneibenmhlen, Basalt- ben San legte. Tie Eltern haben einen Prozeß wegen Cmtführung und Sandsteinbrüche unb ein Braunkohlenbergwerk befinben gegen bie Gräfin angesn-engt. sich dort. Die Holzausfuhr aus ben großen Waldungen des-------------------------- ------- Tales ist sehr bedeutend. Hieraus ergiebt sich, von welchem Kunst UNd WisttNslhast. wirtschaftlichen Segen eine Bahnverbindung slic das Seemen. -DieFragc desNeubaucs einesStadtthea- tal wäre. Iters behandelte in seiner letzten Versammlung der Haus- und R. B. Darmstadt, 8. Dez. Der Finanz-AnS- Grundbcsitzerverein für Lübeck und Vorstädte. Es wurde schuß der zweiten Kammer ist seii Dienstag eifrig tust ausgeführt, der Verein habe ein Interesse daran, für ein gutes t.-.r ’ianr. rEbenter Sorge zu tragen, denn fehle em solches, so höre ^^_/?o^Eratnng be^ aatshausha ltsetats für 190o L r gUÄUfl bemittelter Familien auf, wodurch die beschäftigt. Wahrend die beiden ersten Sitzungen einer Er- Interessen der Hausbesitzer gefährdet würben. Tic Örterung des Voranschlags unb bet Finanzlage im Atlge- Pachtung der Stabthal le zur Unterbringung des ,Theaters meinen gewidmet waren, fand die heutige Beratung in Ge- A auf die Tauer g e m e i n s ch ä dl i ch. Deshalb müßten bie s. - v s. r> r. ■ ta- Grunbbeslüer bazu beitragen, ben Staat Nicht iM Unklaren zu meimchaft nut dem ,vmanzmimster unb bem Jilstizmmister, |a||cn# daß bie Bevölkerung ein neues Theater ivünscht. Schließ- sowie einer Anzahl Räten statt. So weit sich bis jetzt über- ffch würbe fast einstimmig beichlossen, an den^Senat das Ersuchen sehen läßt, werden sich wesentliche Meinungsverschiedenheiten zu richten, daß unter Leitung einer vom Senat einzusetzenden oder prinzipielle Differenzen über einzelne Positionen deS Deputation ein neuesStadttheater für Rechnung des Staates -Ti „ fr,in errichtet unb auch für Ltechnung des Staates betrieben werde, und Voranschlags nicht ergeben. ^Quc beim Jnstizetat ist ein Bauplatz ein freigelegener Platz gewählt werde, streitiger Punkt vorhanden. Die Regierung hat, um den Klagen über die lange Verzögerung der Termine beim f OberlandeSgericht zu begegnen, die Vermehrung der Oberlandesgerichtsräte von 10 auf 12 bean- ftabt, 8.^. . . in ninn gerrchtssitznng hatte sich unter Ausschluß der Oeffcntlichkcit tragt. Iurn*’a)/11 • ' i^och der -^"iing, mit einer Anklage wegen Notzucht gegen den 57jährigen daß mit dieser Maßnahme den berechtigten Klagen nicht Ge-1 ftcltacr Anton Spohii von hier zu beschäftigen. Ter Angeklagte nüge geschehen könne, unb daß man vielmehr die Bildung hatte sich an einer hiesigen Wirtin vergriffen. Das Urteil lautete eines -weiten Senats vollzietzen unb die bafür not. unter Zubilligung mildernder Umst-inbe aus IN MwiM Gefängnis. \ 4 a j.*. ... v . Tresden, 8. Tcz. Der verantwortliche Redakteur der wendigen Koftcn nicht fchcuen fo . J an jofft über diefc Dresdener Rundschau", Schlichting, wurde wegen Verächtlichmach- Frage in der morgigen Sitzung eine Verständigung nut berI utlg yon Anordnungen der Obrigkeit zu vier Monaten Ge- ■Jleqierung zu erzielen. — In der heutigen Stadtver- fängn is verurteilt. Er hatte in einem Artikel betr. die Er- ordneten-Versamnilung wurde u. a. beschlossen, die Hebung der Zivilliste des Königs Georg unwahre Behauptungen schon früher beratene Erweiterung des Städtischen Wasser- "" ssnn g bei Zuspätkommen. Ein Zuschnei- werk? zu genehmigen und den dafür geforderten Betrag uon ber, ber bei einem Herrengarberobengesclfäst in Fraulsurt für 0 50 000 Mt in bewilligen. Weiter kam noch ein Antrag monatlich 300 Mark engagiert war, kam eines Tages Hn gebt, bie stadtiichen Arbeiten nur an folche Unternehme ^^n^^icht auf Zahlung des Gehalts für zwei Monate. Das zu vergeben, die mit ihren Arbeitern in einem tarifmäßig | Gericht erkannte den Anspruch an und verurteilte den Beklagten zur Entrichtung von 600 Mark und in bie Kosten des' Rechtsstreits. In ben Urteilsgründen heißt es, baß der Prinzipal keinen Grund gehabt habe, einen Angestellten wegen dieser Ne in en Verspätung ohne Kündigung sofort zu entlassen. Handel und Hkerkelir. Kleine Finanzchronik. Gerüchte von einer neuen erbischen Anleihe werden als unrichtig bezeichnet — von >er einen Seite: von einer anderen wird jedoch gemeldet,, daß Serbien mit Oesterreich unterhandle. — Tie Akt.-Ofes. Friedri ch Krupp hat abermals neue Aufträge auf Geschützrohre n n dPanzer platte nvonRuß land undJapan erhalten. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 9. Dez. ^Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") S ch meine in n v ft. Zum Berkaus standen 299 Schweine. Schweine: 1. Qualität 58-59 Psg., Lebendgewicht 46— 00 Psg., 2. Qual. 57—00 Psg., Lebendgewicht 45—00 Psg., 3. Qualität 50—52 Psg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschält gut, kein Ueberstand. Giesjcncr landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche ILUttcrung in Hessen für Samstag, ben 10. Dezember 1904: Meist trüb, starkwindig, milder, Niederschläge (meist Regen). Näheres durch die Gießener Wetterkarte Familltn-Uachrichtcn. G e st o r b e n : Iran Sophie Burk, geb. Engel, in Bad- Nauheim. — Cäeilia Verheyen in Butzbach. per ft Sn big en ist es jedoch ganz unzweifelhaft, baß lebiglich ein Unfall vorliegt. Syveton, ber von seiner Frau auf bem Boben liegenb gefunben würbe, hatte an ber Stirn eine kleine blutunterlaufene Quetschwunde. Man vermutet, baß er sich, von bem Gasgeruch stark belästigt, erhoben hatte, nm vielleicht baS Fenster zu öffnen, baß er jedoch in demselben Augenblick bewußtlos niedergestürzt sei und sich bei dem Fall an der Kante des Schreibtisches verletzt habe. Prag, 9. Dez. Nach dem Prager Tageblatt werden sich die österreichischen Unterhändler nächster Tage nach Berlin begeben, da bezüglich der Zölle auf Hopfen und Holz eine weitgehende Annäherung vorliegt, wogegen über Viehzölle und Malz noch feine (Einigung erzielt sei. Budapest, 9. Dez. Minister Hieronymi erhielt gestern ein dringendes Telegramm mit der Aufforderung, behufs Wiederaufnahme der Handelsvertrags-Verhandlungen mit Deutschland nach Wien abzureisen. Vom Kriege. London, 9. Dez. Der japanische Gesandte in London erhielt ein von gestern datiertes Telegramm aus Tokio, welches den Zu st and der russischen Schiffe etwas anders schildert als das Telegramm des Reuterschen Bureaus. Nach der Depesche des Gesandten war die Lage der Schiffe am Donnerstag nachmittag 21/? Uhr folgende: der „P e r e s w j e t" ist gesunken bis zum Gang am Stern; „Poltaw a", „Retw isa n" und „Pobjed a" sind bis zum Oberdeck gesunken; die „P-allada" hat sich nach vorn geneigt; der „Bajan" hat Feuer gefangen; der „Sewastopol" liegt am Krahn im Osthafen bis auf die Mastspitzen u n s i ch t b a r. Das Bombardement richtete sich am Donnerstag hauptsächlich gegen die drei letzten Schiffe. — Der „Standard" meldet aus Odessa von gestern: Russische Marineoffiziere sagten aus, die Admiralität habe den in Port Arthur kommandierenden Admiral angewiesen, im äußersten Falle die Schiffe in die Luft zu sprenigen. — „Morning Post" meldet aus Shanghai von gestern: Aus gut unterrichteter Quelle verlautet, daß der russische Kreuzer „Askold", der sich in Shanghai befindet, in letzter Zeit heimlich Kohlen einnimmt, und daß eine zweite Steuervorrichtung für das Schiff gemacht worden ist. Man glaubt, daß der „Askold" zu entweichen beabsichtige, wenn sich die baltische Flotte nähere. — Der „Standard" meldet vom 8. (b. M. aus Shanghai: Das chinesische Kriegsschiff, das den russischen Kreuzer „Askold" überwachen sollte, hat angeblich zu Reparatur zwecken seinen Posten verlassen. Der „Askold" soll mit Maschinenaus- bess erun gen beschäftigt fein. — „Morning Post" meldet! aus Shanghai von gestern: 25000 Russen, die südwestlich von Mukden standen, sollen von dort in eine Stelle südöstlich gebracht worden sein. Man erwartet einen neuen russischen Vorstoß in dieser Richtung. Petersburg, 9. Dez. Der Kaiser verlieh bmi Kommandeur des 17. Armeekorps Baron Balderling und dem Chef des Stabes Generalleutnant Kuropatkin, Generalleutnant Ssacharow mit Brillanten geschmückte goldene Säbel mit der Aufschrift: Für Tapferkeit. Paris, 9. Dez. Der „Matin" kritisiert in scharfen Worten den französischen Botschafter in Petersburg, Bom- part, weil dieser anläßlich der letzten in Frankreich aüA gegebenen russischen Anleibe sich in keiner Weisebe- m u h t habe, der französischen Indu st rierussisch« Kriegsbestellun gen zu verschaffen. Schisssiiachnchten. Norddeutscher Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl LooS, Kirchenplatz. Bremen, 6. Dez. -Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben - Postdampfer „Chemnitz", Kapitän I. Jantzen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 8 Uhr morgenS wohlbehalten in Baltimore angekommen. --- - - ———--------- — — ------Wse— Telephonischer Kursbericht. !•' »> u B*/ß°/o Reiohsanleihe . . 101 50 31/ do. ... 89.80 Konsols .... 101.70 3°/n do .... 89.90 3*/e% Hessen .... 100.15 37,% OberhesflAn . . . —.— 4% Oeflterr. Goldrente . 101.75 41/6% Oeeterr. Silberrente 100 10 4% Ungar. Goldrente . . 100.00 4°/ Italien Rente . . . 104.50 41/1 % Portugieser . . . 63.90 <0/ Portugiesen 63.00 1 % C. Türken .... —.— Türkenlose . . . 128.80 4% Griech. Monopol.-Anl. —.— 41/,% äussere Argentiner 45.30 ktnrt a 9. Dezember. 3°/o Mexikaner . . , 83.00, 41/29/' Chinesen . . , 91.90 Electric. Schuckert . . . 124.00 Nordd Lloyd . . . . 106^50 Krcditoktien . . . 0 . 212 40 Diskonto-Kommandit. . , 192.30 Darmstädter Bank . , . 143.10 Dresdener Bank .... 157.90 Berliner Handelsges. . . 164 00 Oesterr. Staatsbahn . . . 139.20 Lombarden 17.70 Gottbar-Ibahn . ... 192.90 Laurahütte 259.00 Bochum 231*00 llnrpener . . 215.40 Schatzscheine .... —* ; fest. Todes-Anzeige Gestern morgen verschieb nach langem Leiben meine Schwiegermutter, unsere Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante W W N w x M W UW- U Wl HKj ’W MI M gl im 9. Dezember 1904. Gießen (Marktflraße 34), den 8742 10. Dezember 1904, nachmittags 4 Uhr, Die Beerdigung findet Samstag den von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Frau Louise Montanus geb. Hauch vollendeten 78. Lebensjahre. Frn Namen der Hinterbliebenen Frau Lina Montanus. Bekanntmachung. Der Flnchtlinienplan für die Verbindnngsstratze -wischen ^'.ankfirrterstratze ttnb dem Bahnübergang der oberhessischen Eisenbahn ist von Großherzoglichem Kreisamt genehmigt und von uns festgestellt worden. Derselbe kann bei dem Tiefbauamte eingesehen werden. Gießen, ben 7. Dezember 1904. B°/13 Großherzogliche B ree -meisteret Gießen. Mecum. Einladung zur Ergänzungswahl des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. Es wird zur Kenntnis der Interessenten gebracht, daß in Gemäßheit der Bestimmungen der Wahlordnung für die Wahl des Vorstandes der israelitischen Neligionsgemeinde Gießen vom 4. August 1871 in diesem Jahre das Mitglied Herr Nathan Stamm aus dem Vorstände ausscheidet, und daß die hiernach erforderlich gewordene Ergänzungswahl Freitag, den 16. Dezember 1904 im Sitzungssaals des Gemeindehauses an der Lonystraße dahier stattsinden soll. Sämtliche nach §§ 2 und 6 der Wahlordnung Stimmberechtigten werden zu dieser Wahl mit dem Bemerken ein- geladen, daß die Abstimmung in den Stunden von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags stattsindet. Zum Wahlkommissär wird Herr Israel Rothschild ernannt. B9/u Gießen, den 9. Dezember 1904. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. S. Heichelheim.________________ MMWMUWmM j>ie Ffinlösmiff der am 2. Januar 1905 fälligen jgänNseheincs unserer Hypothekenpfandbriefe erfolgt vom 15. Dezember 1904 ab äusser , ss / " an unserer Kasse, Hamburg, Hohe Bleichen 18, bei den sonstigen bekannten Zahlstellen und allen Pfandbrief- Verkaufsstellen. Die Direktion. Dberhess. kesellsAst für MiiMini) Heilkunde (Naturwissenschafliche Abteilung). Sitzung Dienstag, 13. Dezember 1904, abends 8 Mr im Hörsaal des Botanischen Instituts (Scnclenbergstr. 16). Tagesordnung: Herr Prof. Hansen: Neber Epiphyten. Gäsie willkommen. [v9/iJ Der Vorstand. MmMIrrmkiii für Kieftii >>. llmfl Versanmllmtg £ uqiet= n»i0 tapezier-Lir- betten fertigt 07266 Carl Reh, West-Anlage Lo. Schüler finden gute Pension. Offerten unter Nr. 07348 an die Expedition dies. Blatt, erbeten. Engros- oder McMUG Vertreter gcjudit. Zinn Vertrieb einer neuen, patentirtcu Waudbctleiduug, welche denMarmor,dieF-ahcnce-- platten re. vorziiglich ersetzen, wird ein tüchtiger Vertreter gejucht gegen hohe Provision. Herren, welche m Baukreisen gut eingeführt fmb, erhallen den Vorzug. Gesl. Offerten erbitte unter S. 11134 an Haasenftetn & Bögler, R.»G., Frankfurt a. M.___________________hv718 UM Buchhalter mit schöner Handschrift auf das Comptoir eines hiesigen Engros- gejchäiles vorerst ailshllisweise zum sofortigen Eintritt gesucht. Unter Umständen später festes Engagement. Off. unt. Str. 8736 an die Exped. dieses Blattes. WlM MiiWiitr auf Werksiätte gesucht. 07378 _____________Robert Schich. Äilliircr, Lllglö.jiier uni) (Weiter können noch eintreten 6637 Frantfnrterftraße 29. Fabrikgeschäft einerlei welcher Branche, zu übernehmen gesucht. ES wird nur aui absolut solides, reelles Unternehmen reflettirt. Offert, von Selbstrefieftamen unt. 9tr. 07342 an die Expedition dieses Blattes. Anonym zwecklos.____________ Pflegekind. Kind (Mädchen) bei ordentlichen Leuten gegen entspr. Vergütung in Pflege zii geben. Schnitt. An- geb. unt. 07326 an die Exped. ärmer PelMü iierlnreu. Abzugeben gegen Belohnung Griinbergerstrage 14, I. [07336 Cartiktnll-^tiellsltzlist Gießen, r— ■ 1 Samstag den 10. Dezbr. 1904 abends 9 Uhr: [07344 Haiipiversummlung im Bereiuölokal. I. Wahl des närrischen Ministeri- ums. 2. Kahenbertcht. Vereinslokal: Lonys Bierkeller. Lliimeldungen von neuen 'Dht- gliebeni werden Samstag im Vereinslokal eiitgegeiigenoimnen, ivozu ergebenst emkibet ___________Ter Borstand. EZ3 9.12. W. W mt: A«. Ä. Konsum-Verein Glessen und Umgegend. gefl^Nachricht, daß allein ZVeiliiiachtsöäckereteu nötigen Zutaten in frischer, tadelloser Ware eingetroffen sind. Ferner empfehlen: Reizeude Neuheiten in Glas-Christbaumschmuck zu billigsten Preisen la. Lebkuchen. Echte Pulsnitzer Zungen Wall- und Haselnüsse. Neu-Eintritte können jederzeit in unserer Verkaufsstelle 31 Bahnhofstraße 3i erfolgen. — Nach Zahlung des Eintrittsgeldes von 50 Pfg. ist man zur Entnahme von Waren berechtigt. . ^or zu lösende Geichästsanteil beträgt 30.— Mk. und Fann in kleinen Naten innerhalb dreier Jahre bezahlt werden. — Beim event. Austritte wird die auf den Geschäftsanteil ctngezahlte Summe zuruckgezahlt. 8734