Erstes Blatt 154* Jahrgang Amts- mö AnzetzMM für dm Kreis Gichm Schnlstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzetger Gieße«. HernsprechanschlußNr 81 diePostM.S.—UierLel- sährl. ausschl. Bestellg. Annaksme von Anzeigen sür bie Tagesnummer bis vormittag- 10 Uhr. ßeüenpreiS: lokal 12Pf^ LuSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich füi den poltt und allgem. Teil: P. Wittko: für „Stadt und ßanb* und „GerichtLsaal*: August Goetz; für den An- zeigenteil: HanS Beck. Mittwoch S November 1904 ä Be-«gspret»r monatlich 7SPf^ viertel» » . iäbrlich Mk. 2J20; durch Avhole- il Zweigstellen monatlich 6o Pf.: durch Nr. 364 yr'.chetut täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit den. hessischen Landwirt die Lietzener Zamilien» Blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Der- wa der Brühl'fchen Unwerf.-Buch-u. Stein- druckeret. 8t öang^ Die Veutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Ausschreilien. 300 Mark Belohnung. In der Nacht vom 5. auf 6. l. Mts. hat die am 2. März 1874 geborene Emmy Winkler ihre elterliche Wohnung heimlich unter Umständen verlassen, die die Annahme rechtfertigen, daß ihr ein Unfall zugestoßen, oder aber, daß sie sich ein Leid angetan bat. Die Vermißte ist etwa 1,60 Meter groß, von schlanker Statur, hat dunkelbraunes Haar, dunkle. Augen und Stumpfnäschen. Sie war bekleidet mit braunem Kleid, schwarzem Jaket, schwarzem Strohhut und weißer Leibwäsche, gez. E. W. Wir ersuchen um Anstellung eifriger Nachforschungen nach der Vermißten und Drahtnachricht mit dem Anfügen, daß eine Belohnung von 300 Mk. ausgesetzt ist. Gießen, den 7. November 1904. Großherzoglickes Volizciamt Gießen. Herberg. Wooscvelt wicdergewätztt. Gießen, 9. November. Wir erhielten heute in frühester Morgenstunde folgendes Telegramm: Newyork, 9. Nov., 12.10 Uhr nachts. Roosevelt ist mit großer Mehrheit zum Präsidenten wieder gewählt worden. Parker telegraphierte um 8V2 Uhr abends an Roosevelt: „Das Volk billigte durch Abstimmung nachdrücklich Ihre Verwaltung. Ich beglückwünsche Sie." Roosevelt sandte an Parker ein Danktelegramvr. Vor wenigen Tagen noch ging uns von einem amerikanischen Leser des „Gieß. Anz.", aus La Croasse in, Staate Wiskonsin, eine Broschüre zu. Als Nufer im Streit war, wie wir schon in unserer Nr. 234 erwähnt hatten, Karl Schurz auf dem Plan erschienen. In dieser Broschüre nun, die in der Form eines offenen Briefes an James W. Pryor, den Generalsekretär des Parker Independents Club, gerichtet ist, sprach er sich in der allerentschiedensten Tonart für Parker aus und gegen Roosevelt. Von diesem erzählt er u. a. folgendes: „Ich habe ihn gekannt seitdem er als blutjunger Mensch in das öffentliche Leben getreten ist, und ich habe seine Karriere verfolgt nicht nur mit der Teilnahme eines interessierten Bürgers, sondern auch mit der warmen Sympathie eines Freundes. Sein überfprndeffides Temperament, sein heller Verstand, seine großherzigen Triebe, seine heitere Kampfeslust und die überschäumende Lebhaftigkeit, die er in seinen Begeisterungen zeigt, haben ihn zu einer außergewöhnlich anziehenden Persönlichkeit, gemacht. Wer beobachtete, mit welchem Mut und mit welcher Fähigkeit er als ein junges Mitglied der Newyorker Legislatur sich in den Kampf stürzte gegen bestehende Mißbräuche im öffentlichen Dienst und in der Führung der Partei, durfte wohl hoffen, daß er heranwachsen würde zu einem furchtlosen und uneigennützigen und zu gleicher Zeit zu einem weisen Kämpfer für die höchsten Ideale der öffentlichen Moral und praktischen Staatsknnst, dessen Füllung jeder patriotische Bürger mit rückhaltlosem.Vertrauen folgen dürfte. Und wenn ich nun nach einer Prüfung seiner späteren Karriere, in der ich alles im günstigsten Lichte zu sehen versuchte, für mich selbst den Schluß ziehen muß, daß diese hohen Erwartungen tu sehr wichtigen Hinsichten getäuscht worden sind, und daß mt- bedingtes Vertrauen gefährlich und unangebracht wäre, mache ich dieses Geständnis mit aufrichtigem Bedauern. Es sind zwei Roosevelts int Felde — der ideale Roosevelt 6ec Legende, wie er einmal erschien und wie viele Leute noch immer glauben, daß er ist — und der wirkliche Roosevelt, wie er sich seither entwickelt hat. Es gibt ohne Zweifel viele gute Burger, die die Absicht hegen, sür Roosevelt zu stimmen, und denen der Roosevelt der Legende vor Augen schwebt. Diese Bürger werden gut tun, zu bedenken, daß im Falle der Erwählung der wirmche Roosevelt Präsident sein wird. Ter ideale Roosevelt der -egende war der, welcher unlautere Prattiken in öffentlichen Sachen nmiit nur verabscheute und verdammte, sondern sie nie verzieh oder sich 'mit ihnen verglich, der vom Grunde seines Herz ms Beute- Politik und Veutepolitiker, Parteimaschinen und Parteiboße haßte und verachtete, der es verschmäht hätte, sie zu begünstigen oder seine Interessen und seine Bestrebungen mit den ihrigen tn Berührung zu bringen, um seines eigenen oder des Partervorterls halber, der ihnen eher Trotz bot und seine äußerste Kraft an- spannte, sie zu bekämpfen und ihren Einfluß auf unser öffentliches Leben vollständig zu vernichten •— ein zweiter Sankt Georg, der den Drachen der Korruption und anderer bösen Dinge nut seiner mächtigen Lanze töten wollte. Es war, nebenbei gesagt, derselbe sagenhafte Roosevelt, der in seinen Schriften das Schutzzollsystem als ungerecht und sch ädlich'verwarf und der auch eine Kolonialpolitik, welche zur Erwerbung ferner Länder und fremder, durch eine Willkür-Herrschaft zu regierender Völker als unverträglich mit unseren fundamentalen Grundsätzen und unamerikanisch verdammte. . . . Man hätte sicher erwarten dürfen, daß ein Mann, dessen rechtliche Triebe so stark waren, daß er kaum Worte finden konnte, um sie kräftig genug zum Ausdruck zu bringen, in Positionen offizieller Macht nie daran denken würde, jene gemeinen uno gefährlichen Geschöpfe zu begünstigen und daß er lerne ganze Macht ausbieten würde, ihreii schädlichen Einfluß zu yernimten, daß er jaus Gouverneur von Rewyork kein rechtmäßiges, -VCtnei unversucht lassen würde, dem Voß Quay von Pennsylvanien, ein Symbol war für alles, tvas verderblich, demoraüsierenv uno tyranuisth tu der Politik war, seine Mißbilligung zu zeigen, N er danach beeghren würde, seinen Ekel an, emer solchen ft wie Addicks auszudrücken, der offen in einen Staat Egttauen war, um sich mit einem Korrnptionsfonds einen Sitz tnt U zu kaufen, daß er weniastens aus seinem Kabinett Leute von zweifelhastem politischen Charakter serngehallen haben wurd- so weiter. Als Gouverneur des Staates Rewyork hat .Herr Roos - velt in der Tat ein gutes Zivildienstgesetz befördert und viele gute Ernennungen gemacht, allem er hat den Boß Platt ™ bn liiljen .Angelegenheiten mit einer Regelmäßigkeit zu.Rate gez.ger, die, einer Anerkennuna des Boßtums als einer berechtigten Institution gleich kam. Was er auch dem Boß gewährt oder abgeschlagen haben mag, nichts ist gewisser als die Tatsache, daß, als .Herr Roosevelt aufhörte, Gouverneur dieses Staates zu sein, die Macht des Boßes nicht im geringsten erschüttert war, sondern gestärkt worden war durch 'Herrn Roosevelts stillschweigende Anerkennung. Ties dauerte fort, während er Präsident war. Und da war Quay. der gewissenloseste und eigenmächtigste von allen Boßen — Präsident Roosevelt nennt ihn seinen „festen und loyalen Freund" — er war indeß auch sein einflußreicher Freund, denn wenn auch "Quay nicht die ganze Bundespatronage in, Pennsylvania kontrollierte, kontrollierte er doch genug, um seine absolute Boßherrschaft im Staate aufrecht zu erhalten ohne jeden Abbruch, in der Tat eher befestigt durch Präsident Roosevelts Freundschaft. Unb da ist der unaussprechliche Addicks, der Mann, der den Staat Delaware kaufen wollte und will, den der sagenhafte Roosevelt mit solcher Energie aus seinem Munde gespieen hätte,, daß alle Welt e/ntzückt gewesen wäre von seinem Ekel an diesem unreinen Dinge, der aber jetzt vom wirklichen Roosevelt mit der Sanftheit freundlicher Neutralität behandelt wird, indem der Präsident einen Teil der Patronage seinen Trabanten gibt und einen Teil der Opposition, sodaß jede Fraktion vorgeben kann, seine Gunst zu besitzen und so daß die Verteidiger Roosevelts keine geringe Arbeit zu haben, zu beweisen daß er nicht der aktive Bundesgenosse Addicks ist. Und da ist Generalvvstmeister Payne^ dessen einzige Distinktion im öffentlichen Leben die eines Lobbyisten und eines gewandten und nickt allzu sauberen politischen Röhrenlegers und Drahtziehers war, dessen Ernennung zur Kontrolle des Patronaaereichsten Departements der Regierung, das das weiteste Feld für politischen Schacher bietet, in das Kabinett eines politischen Intriganten im Präsidentenstuhl gepaßt hätte, aber nicht in das Kabinett des Roosevelt der Legende; und der seine wahre Farbe zeigte, als er im Anfänge versuchte, die Untersuchung der in seinem Departement eiternden Korruption zu diskreditieren und lächerlich zu machen. r _ , Und da ist Herr I. M. Clarkson, den der sagenhafte Roosevelt einmal als einen der schädlichsten Beutepolitiker im Amte bezeichnete, und den der wirkliche Roosevelt, nachdem er Präsident geworden, zum Snrveyor des Hafens von Rewyork machte, ein Beamter, der viel mit Patronage zu tun hat. Und da ist Herr „Lou" Payn, den der Gouverneur einstens ans gutem Grunde aus dem Amte des Staats-Superintendenten des Persicherungsamtes herauswarf und den Herr EUhu Root als einen Mann charakterisierte, der viele Jahre ein Gestank in der Rase des Volkes von Rewyork gewesen und der kürzlich ins Weiße Haus gerufen wurde als Roosevelt's Feind, der aoer aus dem Weißen .Hause herauskam als Präsident Roosevelts Freund und Unterstützer, und der Präsident Roosevelt dann pries als einen großen Politiker, der erwählt werden muß und Nird. Hier will ich anshören. Tie berüchtigtsten Beispiele sollen zur Erläuterung genügen. Es wurde von Präsident Eleveland gesaat, daß die guten Bürger „ihn liebten wegen der E'NNde, die er sich gemacht". Ich befürchte, es könnte von Präsident Roosevelt gesagt werden, daß wir ihm mißtrauen m uss en , nm der Freunde willen, die er gemacht. Es ist nne Erfahrung so alt wie die Welt, daß die Freundschaft guter Menjchen sreigegeben wird, wenn sie verdient ist, daß dagegen die Freundschaft der Bösen ihren Preis hat. Wenn wir Präsident Roosevelt in der Gesellschaft solcher Männer sehen, sind wir wert von dem Verdacht entfernt, daß er solche O^esellschaft liebt, auch dürfen wir nicht vergessen, daß Charakter-' solcher Sorte sich an die Nockschöße einer jeden Verwaltung hängen und ihre Dienfte^ anbieten, während sie ihre eigennützigen Zwecke verfolgen. Run ist er doch wiedergewühlt worden, dieser inter- effante Herr Theodor Roosevelt, wiedergcwählt wegen der großen Zerfahrenheit der demokratischen Partei Nordamerikas, obwohl die republikanische Partei während ihrer Herrschaft genug Fehler gemacht hat, um eine Niederlage gewärtigen zu können. Aber Roosevelt besitzt die Zuneigung der großen Massen und die hat ihm zum Siege verholfen. , Während Roosevelts bisheriger Regierungszeit zeigte sich bei allen seinen Handlungen ein die Massen versteht. Er ist eben „ein Mann des Volkes trotz seiner aristokratischen Allüren. Als er ferne große Rundreise durch den ganzen Westen machte . sch wütig" nennt man es in Amerika —, da zeigte slchso recht seine Popularität, wie sie seit Lmcoluwohlkaum ein Präsident besessen hat. Eine kleine ^sodemogehter beweisen wie sehr Roosevelt es versteht, bie Leute für sich zu begeistern' Als er in Milwaukee auf denr Wege nach L Bahn °f° war erblickte sein scharfes Ange in der Meiige einen einfach gekleideten Mann der im spanischen Kriege 1898 in dem von ihnt dainals selber geworbenen Muhreiterreaimcnt nnter ihm gedient hatte. JlM anrufen beim Bornamen, mit in den Wagen nehmen, war ems der ehemaliae Roughvider mußte seinem einigen Oberst in dessen Luruszuge mit bis St. Panl folgen, so wie er gergde wa mid ihm von seinent Leben bisher erzählen, von dort lehrte dann Tom hochbeglückt mit dem nach ten Zuge wieder heim eine Strecke von cci. 300 englischen Meilen. Das mag Berechnung gewesen sein, obwohl er es immer versteht ein ungezwungenes Naturell M zeigen, das alle Schranken der konventionellen Phrase beiseite schiebt, oft 'uni Entsetzen seiner Umgebung. 0 <>n der inneren wie äußeren Politik zeigte er j(t un- Ipita&ar eine glückliche Harkd. Es war das erstelnal, daß ein Präsident in eineil Arbeitcrstrcik cingriff, als Roosevelt danrals den unheilvollen, gewaltigen Kohlengräbcrausstand durch sein tatkräftiges Einschreiten beilegte. Er war der erste repnblikanische Präsident, der kühn die allmächtigen Trusts augrif itnd besiegte. Er dämpfte den lodernden Aufstand ans den Philippinen, indem er den richtigen Mann, der nun sein Kriegsministcr ist, als Gouverneur hinsehickte. Auch im Benezuelastreik bewies er Vorsicht und Entschiedenheit ^gegen die kriegswütigen Jingos. Der größte und wichtigste Abschnitt in seiner bisherigen Negierung bedeiitet aber die Panama-Affäre. Man hat allerdings wohl nicht mit Unrecht davon gemunkelt, daß Roosevelt selber seine .Hand bei der Revolution im Spiele gehabt hat. Daß ec die Erhebung komnien sah und sich darauf vorbereitete, den 9hi(vcti daraus zu ziehen, könnte Hirni ihnt indes nicht verübeln Im Washingtoner Senat aber war die Opposition des demokratischen Führers Gorman von Maryland gegen Roosevelts Politik vergeblich, 'ber Vertrag mit bem neuen Staate Panama würbe ratifiziert. „Roosevelts Licht", bas in 2lmerika bereits sprichwörtlich geworden ist, hat am 8. d. M. wiederirnt geleuchtet ■—i wie wir hoffen wollen, zum Besten aller Deutschen tn Amerika und zum Besten aller deutsch-amerikanischen politü- scheu Beziehungen. * l . .....•/. , Newyork, 8. Nov. Roosevelt gewann 'den Staat New- Pork. Dadurch erscheint seine Wahl gesichert. Der Republikaner Higgins ist zum Gouverneur des Staates Newyork gewählt. In 149 der 3024 Wahlbezirke des Staates Newyork außerhalb der Stadt Newyork errangen die Republikaner einen wesentlichen Gewinn. Parker erhielt in den Landbezirken des Staates Newyork verhältnismäßig weniger Stimmen als Bryan im Jahre 1900. Newyork, 8. Nov. Zu dem Wahlergebnis schreibt die Roosevelt feindliche „Newyorker Staatsztg.", die persönliche Popularität Roosevelts habe den größten Anteil an feinem Siege. Tie Demokratie habe das Vertrauen des Volkes, welches sie durch den Vryanismus verscherzte, nicht wiedergewonnen. Tie größte Gefahr bestehe nunmehr darin, daß die r ad i ka.l c n Elemente in der Demokratie jetzt wieder Oberwasser gewinnen werden. - ✓ Newyork, 8. Nov. In Eripvlecreek (Colorado) verlief die Wahl sehr unruhig. In Goldsiclds wurden zwei demokratische Wahlobmänner durch den republikanischen Hilfs-Sheriff, den sie aus dem Wahlraume wiesen, erschossen. In Midway (Colorado) wurde em demokratischer Hilfs-Sheriff von einem republikanischen tödlich verwundet. Newyork, 8. Nov. Ter Umsatz der letzttägigen Wahl-, wetten, die in hiesigen Hotels abgeschlossen wurden, beträgt 5 Millionen T o ll a r s. ____________________ Deutsches Reich. Berlin, 8. Nov. Zu der gestrigen Frühstückstafel bd dem Kaiser und der Kaiserin im Neuen Palais waren geladen: Prinz Johann Georg von Sachsen mit Gefolge, der sächsische Gesandte Graf Hohenthal und Staatssekretär Frhr., v. Richthosen. Bei der Tafel wechselten der Kaiser und Prinz Johann Georg kurze Trinksprüche. — Dem bisherigen Präsidenten der Eisenbahndirektion Berlin, Wirkt. Geh. Nat Kran old, wurde beim Ausscheiden 'aus dem Staatsdienst der erbliche Adel verliehen. — Tie Kommission des Abgeordnetenhauses zur Beratung des Ausfiihrungsgesetzes zum Reich ss euchen^ gesetz änderte den § 20 insofern ab, als bie Kosten aller übertragbaren Krankheiten vom Staate allein zu übernehmen finb. § 27 würbe berartig abgeändert, baß bie, Kreise von einer subsibiäreu Leistung an ber Stelle leistungs- unfähiger Gemeinben völlig ausgeschlossen würben. Ferner, würbe eine Resolution angenommen, baß ber Staat in den Etat- jährlich einen Betrag bis 50 000 Mk. einzustellen habe. — Aender ungen oder Ergänzungen der deutschen Konkursorduung werden von verschiedenen großen Verbänden, so von dem Verbände deutscher Uhrengrossisten, dem Kreditorenverein für die Gold- und Silberwaren-Jndustrie und dem Verbände der deutschen Textil-Industriellen an- qestrebt. Wie die ^Leipz. Uhrnmcher-Ztg.^ mitteilt, bewegen sich die Anträge namentlich dahin, daß auch außergerichtliche Vergleiche unter gesetzlichen Schutz gestellt werden, analog den diesbezüglichen Bestimmungen der belgischen und schweizerischen Gesetzgebung. Ferner sollen bei Insolvenzen die 93er6anb§-1 Mitglieder keinem freien oder Zwangsvergleiche zustimmen, der weniger als 50 Prozent unter Sicherstellung bietet. Ausnahmen sollen nur unter Zustimmung einer besonderen Prüfungs-Kommission aus den Haupt-Waren-Gläubigern zu- lüssig sein. — Den ^Berl. Pol. Nachr." zufolge sei es mehr als, wahrscheinlich, daß auch im Neichshaubhaltsetats- Gntwurfe für 1905, der in naher Zeit dem Reichstages vorgclegt werden wird, sich eine Zuschußanleihe von nich t geringem Betrage befinden wird. ' — iDie Reichsjustizkommission zur Vorprüfung, ber Fragen der Abänderung des Strafprozesses am 8. November zu einer vier- bis fünftägigen Beratung im Reichsjustizamte zusammengetreten. Ausland. Paris, 8. Nov. (Kainmer.) Tclafosse wüiffcht den 99** schluß eines Dreibundes Frankreich, Eualand.Ruß- land, welcher das beste Mittel wäre, den Weltftiedcn zu sichern und die ftanzösischen Kolonien im fernen Osten dem Lande zu erhalten. Lewy berichtet im Namen der heute ernannten Kommisfwn über den Antrag des Staatsanwalts auf A ufhebuug der Immunität S y v c t o n s. m Tie Minderheit ber Kommission habe eine juristische Tebattc über die Auslegung des Strafgesetzes herbeigesührt. Tie Mehrheit Jet der Meinung gewesen, daß diese Auslegung zur Kompetenz der Gerichte, nicht aber des Parlaments gehöre. Die Komimilion be- fiirwortet mit neun gegen zwei Stimmen die Aufln'bnug der Immunität und verlangt die Dringlichkeit. Otzuttbier erwähnt, daß der Sozialist Cadenat jüngst den Radikalen Ebaputs tätlich insultiert hätte, ohne daß der Znnscheufall eine Folge hatte; Cadenat antwortet, indem er unter Anspielung auf bie groye robuste Gestalt Chapuis' bemerkt, dieser sei selbst .)wnns genug, sich zu verteidigen. (Zsanthier will Dann die eosinhltcn reizen, indem er sie daran erinnert, daß sie die Gewalttat mcht iNimer mißbilligen und auf einen Artikel der von Laurös berauS- gebeneu Humauitä über die Ermordung des russischcii ..'cmmcrS Plehwe verweist. Jaurös ruft: „Das war bereittigtejkot- wehr". Die Reckte lärmt. Brisson ruft I n u r ö s . zur O r d - n il ii g mid sag! er könne keinerlei Verherrlichung cmes Mordes zulassen mc s '.mmer beschließt die Dringlichkeit. Um 9 Uhr wird entlieh bh geschlossen und der Präsident stellt den. Antrag auf Autoriscition deS Strafverfahrens gcgeni Sy v cl on zur Abstinlmuug. Die Kammer beschließt mit gaben enthalten sind. Diese Erklärung ist gleichzeitig Mit dem Anträge der Reederei des Schisses an s E r s a tz des ihr erwachsenen, dein Betrage nach noch festznstellenden! Schadens am 30. Oktober dem Auswärtigen Am te von dem Regierungspräsidenten in Stade zugegangen. Am 2. November wurde der Vorfall bei der russischen Regierung zur Sprache gebracht. Sie sagte bereit? willig sofortige Unters u ch u n g des Geschehenen und vollen Schadenersatz z u. London, 8. Nov. Aus Port Said wird gemeldet, daß der russische Generalkonsul ans Kairo gestern hier mit einem Marineoffizier an gekommen ist und mit dem Konsul am Ort eine Besprechung hatte, die den ganzen Nachmittag dauerte. Es werden außerordentliche Maßregeln getroffen, um den Suez-Kanal zu schützen. Besondere Wachen werden abgeteilt, die das User ab patrouillierend ollen. Die Kaltrsche Ilolte. Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Eine Reihe ausländischer Blätter, die gewohnheitsmäßig alle Zwischenfälle in der internationalen Polittt zu Hetzereien gegen Deutschland mißbrauchen, haben die jüngsten Vorkommnisse in der Nordsee mit Warnungen in Zusammenhang gebracht, die von deutscher Seite an die russische Negierung oder an die russische Admiralität ergangen seien. Dies ganze Gerede ist grundlos. Von . deutscher Seite sind keine Warnungen erteilt worden, auchsind verdächtige Wahrnehmungen, daß Anschläge durch Minen, Torpedos oder dergleichen gegen die russische Ostseeflotte geplant waren, nicht gemacht worden. Mir wissen nicht, ob etwa von einer anderen Seite Warnungen ausgegangen sind und welche Bedeutung ihnen für die Beurteilung des Zwischenfalls von Hüll beizulegen ist. Uns kann es recht sein, wenn die demnächst zusammentretende internationale Untersuchungskommission die Aufklärung dieses Punktes als einen Teil ihrer Aufgabe ansehen würde. — Das Blatt schreibt ferner: Der Führer des Fäschdampfers „Sonntag" gab über das Zusammentreffen seines Schiffes mit den russischen Kriegs- schiffen in der Nordsee am 21. Oktober vor dem Hafenmeister in Geestemünde am 27. Oktober eine Erklärung zu.Protokoll, in der über die Beschießung des „Sonntag" nähere An- 415 ^gen 141 Stimmen die Lüttorisatton bc5 Verfahrens gegen — In der Kammer erklärte der Ackerbanmnnster auf eine Anfrage cs könne zurzeit keine Rede MVon fein, die Oktrcidezöllc herabzunweu oder aufzubeben. Tie Vorräte aus dem Jahre 19031 ftnnten größtenteils den Minderertrag deS Jahres 1904 auSgleicbeu Vöm Auslande werde man O^etteide nur in ganz geringem Maße beziehen müssen. — Oberstleutnant a. T. Hartmann bat Jauros wegen einer Kammerrede seine Zeugen gesandt. Jaurös beant- wottet derartige HerauSsordenuigen niemals. Sofia. 8. Nov. Tie bulgarische Regierung wird demnächst mit Deutschland, Rußland und Serbien wegen Abschlusses neuer Handelsverträge in Unterhandlungen treten, fra diese Staaten ihre Bereitwilligkeit hierzu bereits erklärt haben. . , t ~ .e .. Petersburg, 8. Nov. Die maßgebenden Hoftterse arbeiten gegen den neuen Minister deS Innern, lodaß die Befürchtung nahe liegt, es könne eine Sinnesänderung des Zaren eintreten und der geringste Anlaß von gegncriWt Serie dazu benutzt werden, den Minister zu stürzen. Gegenwärtig gärt es an der Universität sowie an dem Polvtechm- kum: wochenlang erörtern die Studierenden in täglichen ^>eriamm- Uingen die Frage, ob sie eine große Demonstration gegen den Krieg unternehmen 1 vollen. Für diese Umtriebe würde alsdann der Minister des Innern verantwortlich gemacht werden, der soeben die Wiedereröffnung deS von Plebive wegen „revolutionärer Umtriebe" geschlossenen Studentenspeisesaals gestattete. Man spricht auch von dem bevorstehenden Rücktritt des Unternchts- mimsters Glasow. _ . — Aus Liachta wird gemeldet, daß daS bevorstehende Em Treffen des Dalai-Lama in Urga eine fanatisch erregte Stimmung unter den Mongolen bervorgerufen hat. — Von der Nordwestgrenze Chinas wird gemeldet, daß die R e gierun qs trupp en von aufrührerischen Stämmen geschlagen wurden. Es wird beabsichtigt, General Majukum zur Verstärkung zu senden. Juanschikai wird mit einem Teil seiner Truppen von der großen Mauer zurück- berufen. Abo, 8. Nov. Ter frühere Senator General Schaumann wurde aus der Haft entlassen. Tie Verhandlung wurde auf den 6. Tezember vertagt. Tas Zeugenverhör ergab nichts besonders Belastendes. Peschawur, 8. Nov. 'Reuter.) ES verlautet, der Vorsteher der Danenfabrik des Emirs iit Kabul, Gotthold Fleischer, wurtw in Takka von einem Offizier der Schutzwache, erschossen, die ihn nach Jndieil geleiten sollte, wo er mit seiner Gattin zusammenzuttefsen beabsichtigte. Fleischer Ivar der einzige in Afghanistan lebende Europäer. Aus Stadl und Land. G i e 6 c n, 9. November 1904. • * Die Besichtigung der städtischen Klärbecken* anlage, die auf gestern nachmittag anberaumt war, unterblieb ivegen des schlechten Wetters. ** Nation al liberaler Verein. In der gestrigen, im Cafö Ebel abgehaltenen, gut besuchten Generalversammlung des nationalliberalen Vereins wurden die Kandidaten zur bevorstehenden Stadtverordnetenwahl nominiert und gewählt. E§ wurde beschlossen, die seitherigen 10 Stadtverordneten zur Wiederwahl zu empfehlen und außerdem als neue Kandidaten die Herren Kreisarzt Dr. Habe rko rn, Weinhändler Friedrich Helm und Professor Dr. W i m m e n a u e r den Wählern vorzuschlagen. Im übrigen ist im Inseratenteil der Wahlaufruf des nationalliberalen 'wie auch des freisinnigen) Vereins enthalten. • * Verhaftung. Der wegen Unterschlagung seit 18. Juli l. I. von hier flüchtige Reisende, Gustav Seybicke, wurde in Berlin verhaftet. ♦ * Gestohlenes Fahrrad. Ein noch fast neues Fahrrad, das offenbar gestohlen ist, wurde hier aufgefunden. Eigentumsansprüche können bei der Kriminalabteilung Groß- herzogl. Polizeiamts geltend gemacht werden. Oberhessische Kunsttöpferei. Wir lesen in der „Darmst. Ztg.": Am 10., 11. und 12. d§. Mts. findet in Darmstadt in dem Anbau des Ernst Ludwigshauses eine kleinere Ausstellung Oberhessischcr Kunsttöpfereien statt. Die ausgestellten Gegenstände sind nach Entwürfen und unter Anleitung des Herrn Paul Haustein von den Töpfermeistern Heinrich Seitz I und Heinrich Seim in Homberg a. d. Ohm und Heinrich Schiebelhuth und Leonhard Bäuerin Lauterbach ausgeführt worden. Herr Haustein hat im Auftrage des Großh. Ministeriums des Innern einige Wochen in den genannten Orten verweilt zwecks Förderung und Neubelebung des Oberhessischen Töpsereigewerbes. "Nichtöffentliche Tagung deS sozialdemokratischen WahlvereinS. Zu der gestrigen Notiz bittet uns der betreffende Berichterstatter, mitzuteilen, daß zwar in der Versammlung nicht öffentlich der Aufforderung des Vor- itzenden, die Nichtmitglieder möchten das Lokal verlassen, widersprochen worden sei, daß aber ihm, dem Ausgeschlossenen, gegenüber, einige Anwesenden über diese Maßregel sich mißbilligend ausgesprochen hätten. "Erfolge aus der Weltausstellung in St. Louis. Der Firma S ch i e d in a pe r, Pian ofortesa b rik, v o r m. F. & P. Schied mayer in Stuttgart (Vetreter: Wilh. Rudolph, Pianofortehandlung in Gießen), wurde auf der Weltausstellung in St. Louis wiederum die höchste Auszeichnung, der grand prix, zuerkannt. — Die Firma M. Hensoldt Söhne in Wetzlar, die als einzige der Branche von der Königs. preußischen Forstverwaltung die Genehmigung erhielt, ihre Prismenfeldstecher und Gewehr- zielfcrnrohre, sowie ihre sonstigen optischen Erzeugnisse in deren Sonderaubstellung auf der Weltausstellung in St. Louis cinzuschließen, erhielt auf diese Fabrikate die goldene Medaille von der internationalen Jury zuerkannt. J- Hungen, 8. Nov. Bei der heutigen Bürger- mc i st erwähl wurde Herr Julius Fe n d t mit 138 Stimmen gewählt. Ter Gegenkandidat, Beigeordneter Jokel, erhielt 127 Stimmen. § Ober-Seemen, 8. Nov. Seit einigen Tagen herrscht hier eine Keuchhustenepidcmie. Dieser Krankheit ist ein 5 jähriger Knabe zum Opfer gefallen. -o-Schwickartshausen, 6. Nov. Vor einigen Tagen fiel ein vierjähriges Mädchen in den unseren Ort durchfließenden Bach iind wäre unrettbar verloren gewesen, wenn nicht der 13 jährige Karl Steuernagel nachgesprungen und sie unter eigener Lebensgefahr gerettet hätte. R.-B. Darmstadt, 9. Nov. (Eigener Drahtbericht.) In der bekannten Beleidigungsklage zwischen dem Landtagsabg. Orb und dem Stadtverordneten Böhm in Offenbach, in ivelcher Orb vom Schöffengericht wegen schwerer Beleidigung Böhms zu 600 Mk. Strafe, eventuell 2 Monat Gefängnis verurteilt worden war, fand heute vor der hiesigen Strafkammer als Berufungsinstanz eine Einigung statt, daß beide Parteien ihre Beleidigungen zurücknehmen, Orb sich zur Zahlung von 100 Mk. an die Kasse des Offenbacher Hilssvereins sich verpflichtet und sämtliche Kosten des Verfahrens übernimmt, auch für seine Kosten die Veröffentlichung des Wortlauts des Vergleiches in der „Frankfurter Zeitung" und den beiden Offenbacher Blättern besorgt. w. Mainz, 8. Nov. Durch Vermittelung des Großherzogs traf gestern für das naturhistorische Museum ein wertvolles Geschenk des Zaren hier ein. Es ist ein prächtiges Exemplar eines ausgestopsten Wisent und das Gerippe eines solchen Tieres. Frankfurt a. M., 8. Nov. Auf den Landrat von Achenbaeh wurde am Samstag abend, kurz vor dem Griesheimer Wald, auf der Mainzer Landstraße, ein Ue ber- Acr Aufstand in Ztulsch-Südwestafrika. General v. Trotha meldet aus Windhuk: Harrptmann Wehle hat mit Leutnant v. Rheinbaben und 25 Reitern von Keetmannshoop aus die Stationsbesatzung von Koas, Kaufmann Prietze nebst Frau und drei Kindern, Kaufmann Loesch mit Frau, den Ansiedler Herctert und den Bastard Willy Döngcn unverehrt eingeholt. Hans Hendrik, Beldschoendrager, ist nach einer Meldung vom 20. Oktober bis jetzt noch treu; er will den Ausfiaud angcblii-li nicht mitmachen. Innsöruck. Innsbruck , 8. Nov. In der vergangenen Nacht wurden zwei Deutsche von Italienern mit Messern angegriffen und verletzt. Der Senat der Universität beschloß, an den Unterrichtsminister eine Eingabe zu richten, in der dem Wunsche Ausdruck ^gegeben werden soll, daß die provisorische italienische Fakultät ihre Tätigkeit in Innsbruck nicht wieder aufnehmen möge, weil ihr Zusammenhang mit der Universität eine ständige Gefährdung dieser bedeute. — Ter Kaisers äger, welcher den tätlichen Bajonettstich gegen den Maler Pezzey geführt hat, hat sich nunmehr gemeldet; es ist der Untcrjäger Luigi M a 11 i o aus Borgo. Er soll auch der erste gewesen sein, welcher bei dem Sturmangriff des Militärs der Menge zuries: Avanti porci tedeschti. (Weg ihr deutschen Schweine!) — Bei dem Wassenhändler Pcterlongo erschienen heute 30 italienische Arbeiter, welche Revolver und Gewehre nebst Munition verlangten. Ter Händler verweigerte die Verabfolgung im Hinblick auf die herrschende Erregung. Tie Arbeiter waren zu Fuß aus Franzensfeste nach Innsbruck gekommen. Wien, 8. Nov. In der heutigen Sitzung des Land- Zages ergriff Landmarschall Schmvlk vor Eintritt in die Tagesordnung das Wort und sprach den unschuldigen Opfern der tiefbedauerlichen Vorgänge in Innsbruck seine wärmste Sympathie aus. Er sei überzeugt, daß sämtliche Mitglieder des Hauses alle Bestrebungen unterstützten, um den deutschen Charakter Innsbrucks für immer zu sichern.^ In dieser Beziehung seien sie mit sämtlichen Volksgcnosien einig. (Lebhafter Beifall. — Der Rektor der Universität richtete eine Kundgebung an die Studenten, in der er und die Dekane ihr tiefstes Bedauern über die Teilnahme von Wiener Studenten italienischer Nattonalität an den Vorgängen in Innsbruck aussprechen. Rom, 8. Nov. Die „Tribuna." bringt einen heftigen Artikel über die Vorgänge in Innsbruck. Nachdem sie eine Reihe Pflichten Oesterreichs gegenüber Italien auseinandergesetzt, nimmt sie einen drohenden Ton gegen alles Deutsche an und sagt, die Entrüsmng und Empörung sei allgemein, da die Konflitte nicht allein politischer Natur, sondern der Ausdruck des R ässe nkont rast es waren. Es genüge nicht, daß Goethes Statue in Rom stehe. Deutschland und Oesterreich müßten auch Italiens Zivilisation respektieren und nicht bloß dessen Verbündete, sondern auch dessen Freunde sein. Mailand, 8. Nov. Gestern abend fanden antiösterreichische Kundgebungen vor dem Konsulate und in den umliegenden Straßen statt. Zwei Fahnen in österreichischen Farven wurden unter dem Iubelgeschrei der Volksmenge verbrannt. Tie Studenten von Brescia beschlossen zum Zeichen ihrer Entrüstung einen zweitägi- gen Aus st and._______________________ Ier Krieg zwiseuten, daß sie zwar mit ihrem Lose und den Aussichten, )ic die Lage bietet, unzufrieden, aber doch dem Gedanken einer nichtoffiziellen Uebergabe nbge- neigt seien. Jwmerhin habe das Schreiben viel dazu beigetragcn, die von den russischen Offizieren genährte Voreilung zu zerstteuen, daß dem Siege der Japaner ein Gemetzel folgen werde. Tic Llbteilung, der der Soldat angehörte, ist feiner Aussage zufolge von 800 auf 30 M ann z u s a m m e n g e s ch m o l zi e n. Petersburg, 8. Nov. Der Korrespondent der „Bir- chewija Wjedomosti" telegraphiert aus Tschifu vom 7. ds.: Tie chinesischen Dschunken, welche nach Port Arthur eine grosse Ladung von Lebensmitteln gebracht haben und zurückgckehrt sind, berichten, daß die von den Japanern in der Zeit vom 26. Oktober bis 3. November genommenen Stellungen sämtlich ohne Ausnahme a u ß e r h a l b des U in k r e i s e s der großen Forts ich befinden. Die Verproviantierung vor Port Arthur wurde in den letzten Tagen beträchtlich ergänzt. Im Hasen trafen nicht nur Dschunken ein, sondern auch Dampfer verschiedener Gesellschaften. Die B l o ck a d e sei augenscheinlich weniger streng. Die Zahl der beschädigten japanischen »Schiffe sei s e h r groß ; die Besatzungen eien durch Krankheiten dezimiert. Mehrere Schiffe seien in schwimmende Hospitäler mmgewandelt. Tokio, 8. Nov. (Reuter.) Nach seit Samstag eingegangenen nichtamtlichen Berichten sollen die Operationen der Belagerer von Port Arthur einen befriedigenden, wenn auch langsamen Fortgang nehmen. Kalk- teinbildungen und der felsige Boden hindern die Arbeiten der Sappeurs. Man hält jetzt die Einnahme der Forts Erlungschan und Ostkikwanschan ohne Antzuschan und Jhu- chan nicht für genügend, um die Russen zur Aufgabe der eigentlichen Stadt zu zwingen. London, 8. Nov. Tie kurzen Meldungen, die heute aus Port Arthur hier eintrafen,, stimmen darin überein, daß cs mit der Munition langsam z u E n d e geht. Tie Stadt liegt fast vollständig in Trümmern, ein großer Teil !>er Gebäude ist in Flammen aufgegangen, und den einzigen Schutz gegen die Geschosse der Belagerer gewähren die unterirdischen Höhlen. Tie japanischen Gesclwsse bestrcick?en den ganzen Hafen, wodurch die militärische Bedeutung des ganzen Platzes auf ein Nichts hcrunternnkt. AuS der Mandschurei. Petersburg, 8. Nov. Nach Tevcschcn aus Mukden sind die Japaner an der Arbeit, ihre Win terau art ie re einzurichten und mit starken Besestigungcn zu umgeben. Ta große Kälte und Schnee st it r m c herrschen, glaubt man russischerseits nicht, daß die Japaner eine Schlacht annehmen werden. Neuerdings schweben Unterhandlungen mit auswärtigen Lieferanten wegen des Abschlusses großer Lieferungen von Konserven, Munition und Klcidmr. London, 8. Nov. (Reuter.) Von dem russischen Haupt- auarticr in Mukden wird unter dem heutigen Tatum berichtet, daß General Linnewitsch heutedort ankommen wird. General Rennenkampf berichtet von Gefechten am 6. und 7. November. Tie Javaner zeigen jetzt keine Tätigkeit. Russische Batterien beschießen diejapanische n Stellungen unaufhörlich. Petersburg, 8. Nov. General Ssacharow meldet dem Generalstabe von heute: Am 7. November gingen die Vorhutabteilungen deS G e gn e rs bei Sonnenaufgang zum An gri ff über und bedrängten unsere Wachtposten, die sich auf der Linie Tjchantan-Henam befanden. Ter Feind besetzte östlich von unseren Wachtposten die Dörfer Jtiasi, Ertaisi und Pausentun^ Unsere Posten gingen, unterstützt von Kavallerie, zum Angriff über und vertrieben den Feind durch'Artillcrieseuer aus den von ihm besetzten Törfern. Auf der übrigen Front der Armec wurde im Verlaufe des Tages schwaches Artilleriefeuer unterhalten, das den Feind an den Versuchen, Schanzarbeiten aus- zuftthren, verhinderte. In der Nacht vom 7. November unternahmen Abteilungen Freiwilliger Rekognoszierungen und beunruhigten den Gegner. Am 8. November sind auf der ganzere Front keine Meldungen über Kämpfe eingegangen. Shanghai, 8. Nov. (Reuter.) .Hier verlautet, die Japaner hätten am 2. November in Schahopu einen chinesischen Beamten hohen Ranges hing errichtet, weil entdeckt wurde, daß er angeblich aus Befehl .^engtschi's, des Militäraouverneurs der Provinz Schenking, die Bewegungen der japanischen Trrrpven auskundschastete. Ferner wird hierher gemeldet, ein mehrere tausend Mann starker aufrührerisch e r V o l k s h a u f e sei in Koifoeng, der Hauptstadt der Provinz Ronan, eingedrungen. Tie Meuterer, die auf iljrcm, Wege die Telegraphenlinien in einer Länge von 10 Meilen zerstörten, seien gutbcwaffnet. Man befürchtet ernste Ruh'stönrngen. Die neue 6proz. japanische Anleihe von 12 Millionen Pfund gelangt soeben zu einem Kurs von 90''2 zur Ausgabe: die eine Hälfte in London, die andere Hälfte in Newyork wird bereits mit lVi Prozent Agio gehandelt. Wirkungen des Krieges. Ter Krieg, so schreibt der „Hanauer Anz.", läßt seinen Einfluß bis in unsere Gegend erkennen Fast täglich kann man in den vierten Wagenllassen der Eisenbahn ganze Trupps junger Russen und Polen mit allem möglichen bepackt die Station passieren sehen, die sich auf der Flucht nach den westlichen Seehäfen befinden. Achnliches tvird aus T i e b u r g gemeldet. Tort passierten dieser Tage etwa 100 junge Burschen aus Rußland, ckcke im Alter von 18 bis 22 Jahren die Station. Sie waren entflohen, um nicht in das rrissische Heer eingestellt zu werden. Tie Flüchtlinge wollen sich in Amerika eine neue Heimat gründen. In der Aachener T er til-Jndustrie machen sich die Folgen des Krieges empfindlich bemerkbar. Tie 21 r b e i t e r - entlassungen nehmen zu. Der Betrieb ist allerseits st a r k eingeschränkt. baten gefangen, der berichtete, daß die Besatzung von Port Arthur Mangel leide und mutlos geworden sei. Sowohl Lebensmittel als auch Arzneien und sonstiger Lazarettbedarf.seien unzureichend vorhanden. 2lus diese Erzählung hin berief, fo wird hierher berichtet, General Nogi seine Offiziere zu einer Beratung zusammen und entwarf mit ihnen beim Scheine einer Fahrradlaterne ein unter den russischen Soldaten zu verbreitendes Sendschreiben. In dem Schreiben wurde aufgezählt, wie General Kuropatkin wiederholt.zurückgegangen sei und vergeblich irgend etwas gegen die Streitkräfte des Marschalls Oyama auszurichten versucht habe, geschweige denn, daß es ihm möglich gewesen wäre, durchzubrechen und Port Arthur zu entsetzen. Tas Schreiben erwähnte ferner, die baltische Flotte fei eben erst zu ihrer sich langsam voll ziehenden Fahrt aufgebrochen und wies darauf hin, da die japanischen .Verschanzungen sich unwiderstehlich vor schieben, sodaß es sicher sei, daß die Japaner binnen wenigen Wochen in die Hauptbefestigungen eindringen werden. Das Schreiben sicherte schließlich allen, die sich ergeben wurden, eine humane Behandlung zu, und betonte, daß es im Interesse der Mensch 11 feit gelegen sei, ein weiteres nutzlos esG ent etz el zu verhüten. Ter Bries wurde ins Russische übersetzt uud fall versucht. Herr ?on Achenbach kam in Begleitung einiger anderer Herren in ferner Equipage aus Frankfurt, als einige Burschen hervorsprangen und den Wagen aufzuhalten versuchten. Der Kutscher hieb jedoch energisch mit der Peitsche zu, und so mißglückte den Burschen ihr Plan. Sie begnügten sich damit, auf den davon jagenden Wagen mit Steinen zu werfen. ** Künst! er - Konz, ert. Wir machen aus das morgen abend 8 Uhr im Hotel Einhorn stattfindrnde Konzert der blinden Pianistin Wally Schlösser aufmerksam. Noch andere Künstler, Damen und Herren, werden dabei mitwirken. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt a. M. erläßt einen Steckbrief gegen den Rechtsanwalt Dr. jur. Alfred Böhm, geboren ntn 15. April 1867 zu Frankfurt a. M. wegen wiederholten Betruges. Böhm ist seit Monaten verschwunden. Er entstammt einer angesehenen Frankfurter Familie. — In Frankfurt a. M. wurde unterhalb des linksmainischen Kohlenhafens die Leiche einer etwa 30jährigen Frauensperson gcländet. Die Leiche, die noch nicht lange im Wasser gelegen haben kann, war völlig unbekleidet und beide Brüste waren abgeschnitten. Um den Hals trug die Leiche noch eine Uhrkette mit daranhängender Uhr. * K l e i n e T a g e s ch r o n i k. Tas S e g e l s ch i f s „Fr is i a", welches mit Kohlen von Schottland nach Norderney befiinunt war, ist unterwegs mit b e r ganzen Besatzung -unter- gegangen. — Am Isenfluh im Lauterbrunnental ist der 3Ojä'hrige Fritz von All in er aus Lauterbruimen a b-- ge stürzt und war t o t. Die schrecklich verstümmelte Leiche wurde erst nach drei Tagen gesunden. — In Waldsassen (Oberpfalz) wurde eine aus drei Mitgliedern bestehende Raube r- b a n d c verhaftet, die Kirchen beraubte und Häuser anzündcte. — In Madrid wurde durch zwei französische Polizisten der Kassierer Louis von der Algerischen Bank, rvelcher 300 000 Francs defran- dierte, verhaftet. — In Vinton (Belaien) ereignete sich ein schwerer A u t o m o b i l u n f a l l. Ein Automobil, in dem sich ein Herr, seine Gattin und seine beiden Töchter befanden, stieß an einer Wcgbiegung gegen einen Lastwagen, das Antomobil wurde total zertrümmert, die beiden Mädchen wurden getötet, die Eltern lebensgefährlich verletzt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 10. November, abends 8 Uhr, im oberen Saal des Gemeindehauses, Kirchstraße 9, Bibelstnnde. Psalm 107. Pfarrer I). Schloss e r. Kandel und WerKelir. AolkswirrsHaft. Märkte. ke. F r a n k f u r t a. M., 9. Nov. ^Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") S ch w e i n e m a r k t. Zum Verkauf standen 1402 Schweine. Schweine: 1. Qualität 60 — 61 Big-, Lebendgewicht 48—00 Psg., 2. Qual. 58—59 Psg., Lebendgewicht 47 -00 Pfg., 3. Qualität 53—56 Pfg., Lebendgewicht 00—00. Geschäft mittelmäßig, Ucber- stand unbedeutend. ke. Frankfurt a. M., 9. Nov. Heu- und Stroh- mar k t. Heu kostete heute Mk. 3.00—3.50, Stroh Mk. 2.00 bis Mk. 2.30. Alles per 50 Kilo. Tendenz: stau. fc. Frankfurt a. M., 9. Nov. Kartoffelmarkt. Man notierte: Mk. 5.50—6.30 per 100 Kilo. Neueste Meldunaeu. Paris, 9. Nov. Das Befinden des Generals AndrH hat sich, wie offiziell erklärt wird, verschlechtert. General Andrö leidet noch an den Folgen der mit großer Kraft geführten Schläge und der Aufregung. Die Aerzte konstatieren Symptome von Kongestionen. Wien, 9. Nov. Ein Soldat namens Berger in Oeden- burg hat einen Telephon-Apparat erfunden, der jedes intim gesprochene Wort selbsttätig aufzeichnet. Das Kriegsministeriinn hat Berger, nachdem er seine Erfindung vorgeführt hatte, einen Urlaub zur Finanzierung seiner Erfindung gegeben. Berger ist nach Berlin gefahren, um mit Kapitalisten zu verhandeln. Gleiwitz, 9. Nov. In Mikultschütz bei Gleiwitz geriet de.r 25jährige Arbeiter Beitz mit seinem Vater in Streit, in dessen Verlauf er ihn mit einer Axt totschlug. Er wurde verhaftet. London, 9. Nov. Trotz offiziösen Dementis erhält sich das Gerücht von der Erkrankung des Prinzen von Wales. Sofort nach Beilegung des Zwischenfalles von Hüll wird er die ihmvon den Aerzten enlpfohlene Weltreise anireten. Roosevelts Wahl. London, 9. Nov. Das Neutersche Bureau meldet aus Newyork von heute Nacht 12x/2 Uhr: Präsident Roosevelt erließ eine Bekanntmachung, in dec er sagt, daß er die ihm von bcm amerikanischen Volke erwiesene Ehre tief empfinde, die in der Art und Weise enthalten sei, in der das Volk sein Vertrauen mit dem, was er getan habe, oder zu tun beabsichtigte, zutn Ausdruck brachte. Roosevelt fügt hinzu, daß er trotzdem seine erste Amtszeit keine volle gewesen sei, unter keinen Umständen noch einmal als Kandidat für die Präsidentschaft auftreten oder noch einmal die Berufung zur Präsidentschaft annehmen würde. — „Daily Mail" meldet aus Newyork vom 8. d. M.: Die diesmalige Wahlbeteiligung sei die größte in der ganzen Geschichte der Vereinigten Staaten gewesen. Die Zahl der Wähler habe 14 Millionen überstiegen. Vom Kriege. London, 8. Nov. In einer Rede in Guilford sagte Bro- drick, daß er mit vollster Aufrichtigkeit sagen könne, daß die Verlxindlungen in der N o r d s e e a n g e l e g e n h e i t als durchaus günstig zu betrachten seien. Tie internationale Kommission sei gesichert und die vier in diese Angelegenheit verwickelten russischen Offiziere würden vor dieser Kommission erscheinen. Tie russische Regierung habe ausdrücklich, zugesichert, daß andere Offiziere, die etwa irgendwie als schuldig bestmden werden sollten, ihrer Strafe nicht entgehen würden. — Der „Standard" meldet aus Tokio von aeftem: Am 7. d. M. 'wurde die Subskrivtion auf die japanische Kriegsanleihe ge^ schlossen. Man .glaubt, daß diese Anleihe mehr als drei^ mal gedeckt worden ist. — Tie „Times" meldet aus Tokio boit gestern: Auf Formosa fand am Sonntag morgen 4i/2 Uhr ein heftiges Erdbeben statt, dessen Zentrum Kajih war. Etwa 150 Häuser wurden zerstört, 33 wurden beschädigt. 78 Menschen sind ums Leben gekommen: unter den 23 Verletzten befindet sich ein Ausländer. — Tie „Morning-Vost" meldet von gestern aus Shanghai: Ter russische Konsul in Tschisu kaufte eine große Zahl Dschunken an, von denen er 20 nach Port Arthur sandte. Ta diese Dschunken keine Ladung an Bord hatten, glaubt man, daß sie dazu bestimmt seien, den Offizieren der russischen Garnison als Mittel zur Flucht zu dienen. — „Daily Mail" meldet aus General Nogi's Hauptquartier von gestern, daß der r u s s i s ch e K r e u z e r „B a - 1 a n" auf 8000 Meter Entfernung.„von fünf großen Haubitzengranaten getroffen und ernstlich beschädigt worden sei. — Tie „Morning Post" meldet aus Shanghai von gestern: Die russische Armee am Schaheho erhalte fortgesetzt Verstärkungen und ist jetzt 300 000 Mann mit 1200 Geschützen stark. — „Daily Expreß" berichtet aus Nagasaki vom 6. d. M.: Täglich gehen Verstärkungen für die Mandschureiarmee und für die Velagerunasarmee vor Port Arthur ab. Von Hiroshima, Schimonoseki und Moji gingen am 5. d. M. zwei Divisionen mit zusammen 40 000 Mann nach Talny ab. Diese Tivisionen sollen die Verluste der Belagerungsarmee bei den letzten Sturm-Versuchen ersetzen. Diese Verluste werden auf 20 000 Mann geschätzt. — Daily Mail" meldet aus Tschistl von gestern: Ter Angriff auf Port Arthur ist eingestellt worden. Ter Versuch der Japaner, die eroberten Geschütze in den Forts zu halten, ist wegen des deftigen russischen Kreuzfeuers nur teilweise gelungen. Tie Blockadelinie der japanischen Flotte wird jetzt immer enger gezogen. Petersburg, 8. Nov. Wie aus Moskau gemeldet wird, wurden bei den Ausschreitungen, die dort aus dem Gouvernement Wologda eingetroffene 1000 Reservisten begingen, auf das zur Wiederherstellung der Ordnung herbeigerufene Militär von den Reservisten Steine und Holzstücke geschleudert, wobei vier Offiziere und neun Soldaten verletzt wurden. Tas Militär gab zunächst einige blinde Schüsse ab, die erfolglos blieben, und feuerte dann scharf; zwei Reservisten wurden ge- t ö t c t, sechs verwundet. Telephonischer Kursbericht. 3‘/2°/o Reichsanleihe . . 101.40 S«/D do. ... 89.20 3Vt% Konsols .... 101.50 Zli/q do.....89.30 3 72% Hessen .... 99.90 37? % Oberhossen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.85 4l * 3 4 * * * * 5% Oesterr. Silberrento 100.25 4% Unsfar. Goldrente . . 00.00 40/- Italien. Rente , . . 104.10 4V2 % Portugieser , , . 63.20 "i°/ ' Portugiesen. .... 62.20 1% C. Türken .... —.— Türkenlose .....—.— 4% Griech. Monopol,-Anl. 48.00 47i% äussere Argentiner —.— "’endenz 3% Mexikaner , . 4 Der auf den 16. November l. I. angesetzte Vieh- und Krämermarkt dahier wird auf Mittwoch den Z3. November verlegt. Ällendorf a d. Lumda, den 1. November 1904. Großh. Bürgermeisterei Ällendorf a. d. Lumda. Rein. 6207 In Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern 1,05 2 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unsere innigst geliebte Gattin, Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter u. Schwester Wilhelmine Schön geb. Sommerlad heute nacht 1 Uhr nach langem, gualvollem Leiden im 83. Lebensjahre sanft dem Herrn entschlafen ist. Für den Zentner ab Verkaufsstelle .--Mk. Für Koksabnchmer, welche zwei und mehr Doppelwaggouö beziehen, ernräßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. für den Zentner. Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet. NB. Ausnahmsweise können kleinere Koksrnengen ohne besondere Vergütung auch an die bett'. Lagerplätze (Keller, Stall usw.s verbracht werden, sofern die Zufuhr durch das Gaswerk erfolgt. Im Gaswerk findet nur Verkauf von über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der glnitötrtaf brr Gaskoks von 1 bis 5 Zentner Mntlichk MitgliebcMchmlmg des Göerhesstschen Heschichtsvereins Donnerstag den 17. November, abends 8*/2 Uhr im oberen Gaal des Cafe Ebel. Tages-Ordnung. 1. Geschäftsbericht des Vorsitzenden. 2. Rechenschaftsbericht des 9techners. 3. Vorftandswabl. 4. Antrag des Vorstandes auf Abänderung von § 9 lind 10 der Satzungen. 5. Bortrag des Herrn Hauptmann Mohr: Gießen in den Kämpfen des dreißigjährigen und deS siebenjährigen Krieges. Bei dein Vortrage sind Gtö'fte willkommen.___v9/11 Kio sind billig im Gebrauch. Dfvum's Seifen erobern sich die ganto Weib. ■■ Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben anch in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gaskoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarluug Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oktrotrttckvergütung von 4 Pfg. für den Zentner. Gießen, den 11. Oktober 1904. B12/™ Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Die besten Seifen sind es Zrnn AkMi'ilui = Walltorstratze 5 Walltorftratzc 5 3W Donnerstag: llletzelsuppe. Morgens: Wellfleisch mit Kraut. 06761 . Heuchelheimer Mühle. Morgen, Donnerstag: Metzel- suppe. 06776 H. Graeber. Wafchbiitten, 8252 Waschböcke, Waschseile, Waschklammern, Waschkörbe, o o Tttrvorlagert, Bürsten und Besen re. empfiehlt in reichster Auswahl L. Kohlermann IV. Bleichstraße 12. MM Marburg. Morgen Donnerstag, den 10. Novemberr. Metzelsuppe. Morgens: 06786 Wellfleisch mit Kraut, Bruchstrasse 14, II 8300 Habe mich dahier als Geometer I. Klasse niedergelassen. Zur Ausführung aller ins Vermessungsmesen einschlagenden Arbeiten, wie Herstellung von Parzellengrenzen, Aussührung von Grundstücks- und Güterteilungen, Anfertigung von Situatwnsplänen und Meßbriefen usw. halte ich mich besonders den Herren Architekten und Bauunternehmern von Gießen und Umgegend empfohlen. Meine Wohnung befindet sich Gießen, November 1904. Großh. Hess. Geometer I. Klasse. VkrLiugnng. Die Aufräumung von Flutgräben im Neustädterfeld soll Mittwoch den 16. d. Mls., vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen wälzend der Dienststunden bei uns zur Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlags- srist 14 Tage. b0/11 Gießen, den 8. Nov. 1904. Städtisches Tiesbauamt. Braubach. wohlschmeckend garantiert rein. | AcMf BeeSea* . Vlktcrla-Drogsrle, Marktstrasse 5. Zum neuen Santen. Sonntag nachmittag ya4 Uhr: 44 i bcs Herrn Direktor Maurer-Tokio DOlUOg über Japan. 1. Japans Kulturleben. 8311 L. Sitten und Gebräuche der Japanesen. 8. Frauenleben in Japan. 4. Der russisch-japanische Krieg. ö. Der VerzweifUmgökainps vor Port-Arthur. Eintrittskarten an der Kasse 50 Psg. Hießener Zither-Klub Wohltarinleits-Bercitt. Samtztag den 12. November 1004 findet im Lase Leiv unser Winterfest verbunden mit Zlonzert, römische»» Borträgcn und Ball statt. Freunde und Gönner des Vereins sind herzlich luiUfommcit. Anfang 8 Uhr. Eintritt frei. Der Vorstand. Sonntag den 13. November: vT/u Ausflug nach dem WindhoL Sonntag den 13. Uovcmker, abends 8 Flyr im Neuen Saalbau: v.7u AöendMnterhallung irr hiesigen L^ütül-Bliiidtsvmilie Baner'schcr Gesangverein, Gemütlichkeit, Harmonie, Heiterkeit Nur Niitglieder und deren Angehörige haben Zutritt. Freitag den 11. November, abends präzis 9 Uhr: Gcsamt-probe im Liotel «Ehiborit. Ang. Schwab Giessen, Piockstrasse 4 I^ager In siZMSM'Z MliASZLliise» , als Lang-, Schwing--und Rnndschiff. s. Zubehör- und Ersatzteile. ■> Reparaturen In eigener Werkstatt. Frauko-Liefernng. 8163 Klassik. .j'ürvorgeschrittenereMusik- ,'schuler: Betrachtung u. Einstudierung von Werken der Meister, der älteren wie auch neuerer, in historischem Kursus, oder einzelner Stücke h. Wahl. Vom Blatt-Spielen, Enseinble-Spiel. Honorar 2 bis 3 Mk. f. d. Stunde. 06688 Ä.WeBBkomsTEg Grünberger Str. 41. Zu sprechen Dienstag bis Freitag 6 Uhr. 7536 Arische ger. Kieler Mlinge L 6 Psg., per Kiste 1,60 Mk., neue Rollmöpse ä 6 Pfg., 100 Stück 5,75 Mk., Sardinen, BtSmarttheriuge, marin. Heringe, Bratheringe, Aal in Gelee, empfiehlt billigst 8305 Eb. Dort. (Siu »tu Zwiebel» billig abzugeben. 8807 J. Weisel Telephon 235. Sonnenstraße 6. Heinrich Häberleln’s echte Ilürnverger Lebkuchen find zu allen Preisen soeben frisch eingerrosfen bei 8301 L. Weihl vorin.«.F.MÜlter,Kreuzplahl5. 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