Nr. 212 •rf«int tägttch außer Sonntag». Zem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesstfchen Landwirt die Siebener KamMen. hlätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der BrÜhk'schen Un wers.-B uch-u. Stein- druckerri. Ä. Lang«. Redaktion, Expedition und Druckerei: Gchulstratze 7. Adresse für Depesche«! Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. k>1. ve^ugSpretSr Eoftes Blatt. 154. Jahrgang Freitag S. September 1N04 ® monatlich7b Pf., vtettel- GietzenerAnzeiger S-nn-UAnj«--- ” *•' :—g* Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gichen WW ,,.n.n.i __zeigenteil: Hans Beck. 3>ie Heutige Ymnmer umfaßt 10 Seite«. Aer Krieg zwischen Japan und Außland Aus der Mandschurei. . Petersburger Meldungen ist General Kuropat- dem Gros seiner Armee im Marsch von Mulden nach Tieling, der nördlich gelegenen Ausnahmestellung!, gekommen. Dort werden unter Heranziehung von Tausenden chinesischer Arbeiter Verteidigungswerke errichtet. Die Deckung des Rückzuges ist den europäischen Truppen vom 1. und 17. Armeekorps übertragen; beide sind unter den Oberdefehl des Generals der Kavallerie Baron Meyendorf ' gestellt, während unter diesem General Bilderling das Kommando über sein 17. Korps weiterbehält. Diese starke Nachhut ist von den herandrängenden Scharen Kurokis von neuem angegriffen worden; die Japaner setzen alles daran, um. doch noch einen Teil der lveichienden feindlichen Armee in ihre Gewalt zu bringen. Aus Tokio wird telegraphiert: Kurokis Armee marschiert nordöstlich gegen Mulden vor in der Hoffnung, die Hauptmacht der Russen abzuschneiden. Die Nachricht von der Besetzung Mukdens durch die Japaner wird stündlich erwartet. Südlich von Mukden fand ein heftiger Kampf mit dem russischen Nachtrab statt. Die Räumung aller mandschurischen Städte, einschließlich der von Mukden, findet mit solcher Schnelligkeit statt, daß die Flucht an Pa nik grenzt. Me Bevölkerung ■nimmt, nur Wertsachen und leichtes Gepäck mit fort, wäh- rend die Armee die ganze Bagage mit sich führt. Die Züge sind überfüllt, gehen aber in guter Ordnung ab; sogar Rangiermaschinen werden zum Transport benutzt. Die Verwundeten werden zuerst berücksichtigt. Alle Züge gehen einen halben Tag lang in einer Richtung und kehren dann zurück. An 80 Waggons mit Verwundeten passieren täglich Mukden. Die Verletzungen der durch Schrapnells Verwundeten sind entsetzlich; zumeist sterben sie auf dem Transport. Mukden ist voller Soldaten, die einen sehr bedrückten Eindruck machen. Ueber den Angriff der Japaner auf die ver- nnigten zwei Korps der russischen Nachhut verlautet, daß die Russen anfangs, indem sie die Derrainvorteile gut ausnützten, den Japanern schwere Verluste beibrachten, bis es diesen gelang, einen Teil ihrer Artillerie günstig aufzustellen. Die Entscheidung ist noch ungewiß, Bilderlings Truppen halten überaus tapfer stand. ~ „Dus Tokio meldet vom 8. Sept. Reuter: Nach berichtigter Schätzung bestand die russische Streitmacht, die an den Kämpfen bei Liaujang beteiligt war aus 184 Bataillonen Infanterie. 128 Esladrons Kavallerie und 572 Geschützen. Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser vom 7. ds. besagt: Am 7. Sept, fanden außer kleinen Vo-tzpostenscharmützeln keine- kriegerischen Opera- Honen statt. Aus Weihaiwei meldet vom 8. Sept. Reuter: In der vergangenem Nacht wurde hier von hoher Seie her Geschützfeuer gehört. Die Schiffe, die dem Schießen in der letzten Nacht nachforschjten, berichten: das Aufblitzen der Schiffe war deutlich sichtbar. Die Ursache des Schießens war nicht erkennbar. Wahrscheinlich schossen die Japaner auf Dschunken. Aus Ts chiffl wird gemeldet: Das russischeTrocken- dock in Dalny ist wieder in Ordnung. Augenblicklich wird ein Torpedobootszerstörer darin ausgebessert und ein Fahrzeug, das beim Hafeneingang gesunken war, gehoben. Neue Rüstungen in Japan. Angesichts der Tatsache, daß die russische Mandschurei- Armee aus der Niederlage bei Liaujang den Hcnlptteil ihres Bestandes hat nach Norden retten können, der Feldzug also sozusagen von neuem angesangen werden muß, bietet Japan den letzten waffenfähigen Mann auf, um seine Heere auf der Stärke zu erhalten, die zur Fortführung der Offensive unbedingt nötig ist. Seit dem 1. September ist der ganze Eisenbahnverkehr auf den Inseln unterbrochen, um 40 000 Mann nach den Kriegs- und Einschiffungshäfen Kobe, Sasebo, Hiroschima und Schimonoseki zu befördern. Man sagt, es handelt sich um eine Expedition gegen Wladiwostok, aber ebenso gut können auch Port Arthur oder die Mandschurei die Bestimmungsorte für die Truppen sein. Japan bestellte fer-rer bei den Carnegie-Stahlwerken in Pittsburg 7500 Tonnen bester Nickel stahlplatten für Schlachtschiffe. Russische Verproviantierung. Omsk im Akmolinskgebiet, 8. Sept. Im Kreis Koktschataw erri ästen, wie die „Stopnoi Krai" meldet, .die Gebr. Brand mit einen! Kostenaufwand von einer halben Million Rubel eine Fabrik für Hammelfleischkonserven mit Stellungen für Verarbeitung von Blut. Fett, Häuten und Knochen und zur Herstellung von Blechbüchsen. Äe hat in kürzester Zeit für die Mandschureiarmee 200 000 Pud Konserven zu liefern. Das Anlagekapital gibt eine englische Firma Percle. Rowik. Petersburg , 8. Sept. Ein Telegramm Generals Lia- punow an den Kaiser vom 7. Sept, meldet ergänzend Wer den Anschlag der Japaner auf den bei Korssakow ge- sunsen-n reuzer „Rowik", daß man, als die Japaner vor dem rn 0'1)7’'-en Feuer sich vom „Nowik" entfernt hatten, an Bord hcJ reu- ms Zündsämüre von ansgelegten aber nicht explodierten Minen fand. Zum Wegräumen der Minen wurde sofort geschritten. Neun Minen, die von Pen Japanern an verschiedenen Stellen d,-s Kreuzers gelegt warn, wurden glücklich entfernt Port Arthur. Tokio, 8. Seot. Nichtamtlichen Nachrichten zufolge über* steigen die bisherigen russischen Verlustein Port Arihur 10OOO Mann sämtliche Gebäude im norddstliänn Stadtteile sowie von Taijanglou werden als Hospitäler verwendet. Landon, 8. Sept. Sa । ; ltten Pott Arthur für uneinnehmbar, fall» es angemessen besetzt und ver proviauttctt ist. Die igpaniLhe BloÄdc w-rrde verschärft, und zwei mit Vorräten versehene Dschunken wurden in den Grund gebohrt „Smolensk. Ueber die Abgabe des kaiserlichen Befehls an die russischen Hilfskreuzer „Petersburg" und „Smolensk" wird dem Reuteffchen Bureau aus Sansibar gemeldet: Der englische Koeuzer „Forte" verließ Sansibar Dienstag früh und bekam bald die russischen Schliffe „Petersburg" und „Smolensk" rn Sicht, welche ihn nicht eher sahen, als bis er dicht bei ihnen war. Sie lichteten darauf die Anker und auf die Signale vom „Forte", daß er wichtige Depeschen für die Schiffe habe, hielten sie. Ein englischer Offizier ging mit einer chiffrierten russischen Depeschp an »Bord der „Petersburg. Später ging der Kommandant der „Petersburg" an Bord der „Forte" und erklärte in liebenswürdiger Weise, daß sie sofort abdampfen würden. Die „Smolensk" hätte nur 300 Tonnen Kohlen- während die „Petersburg" noch volle Bunker hätte. Darauf wechselten die Schiffe Salut und die Russen dampften fort. Sie wurden zuletzt 15 Seemeilen westlich von der Südspitze von Sansibar gesehen, nachdem sich ihnen vorher noch ein Kohlendampfer angeschlossen hatte. Der „Forte" liegt noch in Sansibar. Tie „Petersburg" hat sieben fünfzöllige und einige kleinere Geschütze, die „Smolensk" mehrere Geschütze verschiedenen Kalibers, alle ziemlich veraltet, an Bord. Rußland Lagt. Mailand 8. Sept. Da die hiesige Aktiengesellschaft Co- razza Benedetti die von Rußland bestellten 100 000 Jnfantette- panzer nicht in der verttagsmäßigen Zeit lieferte hat die russische Regierung sie auf Zahlung einer Entschädigung von mehreren Millionen Lire verklagt. Volilische Tagesschau. Reformvoffchlage für Teutsch-Sudwestafrika. R. Berlin, 8. September. In der ^Deutschen Kolonialzeitung" werden Reform- vorschläge für Deutsch-Südwestafnka veröffentlicht. Die Vorschläge sind von einem berufenen Kenner versaßt, von dem Sprecher der in Kaiserlicher Audienz empfangenen Abordnung, Farmer Erdmann-Haris. Im wesentlichen lehnt sich die erstrebte Neuordnung an die in den englischen Kolonien be- wähtten Grundsätze an, insbesondere in Bezug auf die Selbstverwaltung der Kolonisten. Aehnliche Ziele dürften auch, nach unseren Informationen, bei der von unserer Regierung seit längerem verbreiteten Reform in Betracht kommen. Deutsches Deich. Berlin, 8. Sept. Man meldet aus Helgoland: Gestern morgen wurde vor dem schon gemeldeten Hochseekamp' ein ^Ausfall der Port Arthurflotte" aus der Elb- mündung gemacht. Er mißlang. Bei dem Kampf der beiden Geschwader vor Helgoland führte der Kaiser die angreifende feindliche Panzerflotte. Diese wurde geschlagen. Nachts gab es nochmals ein Gefecht. Heute Vormittag wurden die Rollen vertauscht. Die Kreuzer stellten einen von Norden kommenden Feind dar, der Helgoland und die Elbmündung nehmen will, während das Panzergeschwader diese vetteidigt. Infolge Nebel mußten beide Geschwader Anker werfen, wobei die Kreuzer mitten zwischen die Panzer kamen. Der Kaiser war diesmal der Unparteiische auf der „Hohenzollern^. Er entschied, daß der Nebel gelte und der „Feind gesiegt" habe. Die ^Hohenzollern" ist mit dem Kaiser an Bord um 7 Uhr abends unter Salut der Batterie hinter der Düne vor Anker gegangen. Als Begleitschiff folgten das Depeschenboot ,Sleipner" und das Linienschiff ^Kaiser Wilhelm II." und einige Torpedoboote. — Für den Aufenthalt des Kaisers in Cadinen ind vier Tage in Aussicht genommen. — Großherzog Friedrich von Baden vollendet morgen in seinem auf der Insel Meinau im Bodensee liegenden Schloß sein 7 8. Lebensjahr. — Die „Bert. Korresp." teilt mit, daß von dem Minister der öffentlichen Arbeiten am 6. September ein Erlaß an die Eisenbahndirektionen erging, in welchem er angesichts der starken Zunahme des Bedarfes an bedeckten Wagen und der ungewöhnlich hohen Ausfälle für die nächste Zeit die größte Sorgfalt und unbedingte Durch- ührung aller Vorschriften forbert Der Minister gibt in dem Erlaffe den Direttionen nähere Anweisungen. Oldenburg, 8. Sept. Von liberaler Seite wird beabsichtigt, die Regierung über die Haltung der Justizbehörde zu interpellieren, die gegenüber den Verdächtigungen, die der ^Residenzbote- noch fortgesetzt gegen den Minister Ruh st rat (aus dem Spielerprozeß bekannt) schleudett, die Augen andauernd verschließt. In den Spalten des iguriert der Minister als Meineidiger, der ins Unter* uchungsgesängniS abgeführt werden muffe, weil er, seiner Aussage vor Gericht und im Landtage zuwider, nicht zuletzt vor etwa 19 Jahren, sondern — laut „R.-B." — im le tzten Herbst noch gejeut haben soll. Da die Gerichtsbehörde sich völlig passiv in dieser Angelegenheit verhält, so will der Landtag eine Erklärung ordern. Hoffentlich wird dadurch eine klare Situation ge- chaffen; die jetzige Unsicherheit und Venvorrenhett der Lage t unerträglich. Die 9ttihstrat-Affäre wird hier vielfach mit der Mirbach-Angelegenheit verglichen, sie ist aber in Wirklichkeit für imfcr kleines Land viel schlimmer, denn Ruhstrat lebt mit an der Spitze der Regierung; sein Ressort ist Kirche, Schule und Justiz. ES fft unmöglich, daß ein Mann in solcher Stellung Beleidigungen der gekennzeichneten Art fort» gesetzt stillschweigend hinnimmt, die in einem weitverbreiteten- Blatte allwöchentlich im ganzen Lande verbreitet werden. St. Johann-Saarbrücken, 8. Sept. Der 9. Allgemeine Deutsche Bergmannstag, der heute hier eröffnet wurde, war von 550 Teilnehmern besucht mit 125 Damen. Nach einer Anzahl von Votträgen wurde unt halb 1 Uhr die Versammlung geschloffen. Als Ott der nächsten Versammlung wurde Eisenach gewählt. Stuttgart, 8. Sept. Einem Arzte eine Stelle im Gewerbeaufsichtsratsdienst zu übertragen, hat das württembergische Ministerium des Innern sich bereit ettlätt. Ausland. Budapest, 8. Sept. Der 6. internationale (9e* nossensch aftskon gueß wurde heute ge^schlossert.^ Henry Wolff hielt einen Vortrag über die Zenttalisatiory des genossenschaftlichen Kredits und Wer die SchiaffunE einer Zenttalbank. Der Redner überreichte einen Beschluß antvag, wonach es wünschssnstvert sei, die Genossenschiaften: in den weniger entwickelten Staaten stets mit Aufmerffam^ keit zu verfolgen und über deren StcrW an das Zentrat-^ komitee zu berichten, damit eine Unterstützung durch di« entwickelteren Staaten ermöglicht werde. Im Verlaufe des gestrigen Banketts kam es zu einer argen Verstimmung der zahlreich vertretenen österreichischen und reichsdeut- schen Delegierten, die. sich zurückgesetzt fühlten, weit bei Dem Bankett der Gebrauch der deutschen Sprache offen* tativ vermieden und den Deutschen kein Toast gewidmet wmLe. Graf Cmerich Szechenyi, der nur einige Wvrte^ deuffch sprach, setzte den' Toast ftanzösisch fort, indem: et schließlich nur auf die Schwerzer Vertretung toastierte! Die meisten reichsde utschen und öfter-- reichischen. Delegierten lehnten infolge des Zwischenfalles die weitere Teilnahme an der Kongreßberatung ab. Der Vizepräsideilt des Kongresses Graf Majlath versuchte heute eine Applanierung des f>einlichen: Vorfalles, indem er in der heuttgen Schlußrede, die er urr- garisch, deuffch und ftanzösisch hielt, besonders die deutschen Mitglieder des Kongresses. Die deutschen Delegierten, auch die Oefterreicher, mögen überzeugt sein, daß niemand dft Absicht hatte, jemanden wegen seiner Religion, Sprache vdett Nattonalität zu verletzen. Der Redner begrüßte die Delegierten der Deuffchen in ihrer Sprache. Der Auffchwuna des Genossenschaftswesens habe speziell den Deuffchen viel: 8» danken, deren wirffchaftliche und geistige Tättgkeit auch hier zur Geltung gelange. Konstantinopel, 8. Sept. Der HaNdelS-Mr^ nister Möller, sowie einige 60 Großindustrielle und mehrere Ehefs großer Schiffahrtskompag- n i e n beabsichttgen anfangs Oktober eine Sttrdienfcchrt nach Konstanttnopel zu unternehmen. — Die Pforte teilte ihren B-otschaftern mit, daß sie die Erfüllung der Bestreb un gen des Prinzen Georg bezüglich Kretas" durch die Großmächte als eine flagrante Verletzung des StatuK guo würde ansehen müssen, für deren Folgen sie jede Verantwortung ablehne. Die Pforte erhielt von den meisten Kabinetten beruhigende Versicherungen. Petersburg, 8. Sept. Die Ernennung des Fürsten Swiatopolk-Mirski zum Nachfolger des Minister:-s! des Innern Plehwe rst amttich bekanntgegeben wordem Die Ernennung wird auf den Einffuß der Kaiserin-Mutter und des Grafen Scheremetiew zrrrückgeführt. Der neue Minister gilt als ein Gegner des Fanatismus in RekigionS- fachen._______________________________________ Ans §taöt und Landi ~ Gieß en, den 9. September 1904. * * S. K. H. der Groß her zog kehtt am 14. d. Mts., von Hemmelmark nach Darmstadt zurück, um der Eröffnung des Jntettrnstheaters beizuwohnen, und begiebt sich am 15. d. Mts. zusammen mit den Battenbergischen Herr- chaften nach Romrod zu den Manövern m Oberheffen. • • Hauptgewinne des Gießener Pferdemarktes: 1. auf Rr. 1511 nach Burg (Dillkreis), 2. auf Nr. 7072 nach Gießen, 3. auf Nr. 8637 nach Gießen, 4. auf Nr. 14 568 nach Wetzlar, 5. auf Nr. 3972 nach Dutenhofen, 6. auf Nr. 8307 nach Gießen, 7. auf Nr. 15 292 nach Gießen, 8. auf Nr. 18 636 nach Gießen, 9. auf Nr. 3188 nach Ober-Widdersheim, 10. auf Nr. II 292 nach Hörns- Ijeitn. Den 2. Hcnrptgewinn haben 2 Kinder, ein Knabe von 5 imd ein Mädchen von 4 Jahren gewonnen, welche hier bei Frau Witt Belloff Ww. in Pflege sind. Im übrigen verweisen wir auf die Gewinnliste im' Inseratenteil. ** Gr ne gemütliche Zusammenkunft samticher ilnteroffrziere der 49. Infanterie-Brig-ade hat gestern abend von 5 Uhr ab im Wittshans zum Philosophcll- ^wald stattgefunden. Die Eirrladung dazu war von dem Unterossizierkorps deS hiesigen Regiments an die Unteroffiziere des Leib-Garde-ReginientS und des Jrrfanterie-Regiments Nr. 168 ergangen. Zirka 250 Mann maren in treuer Kameradschaft in dem Leibschen Saale vereinigt, wo die Kapelle des hiesigen Regiments spielte. Der Beip'isterung für das Vaterland, Kaiser und Armee wurde durch Ansprachen mehrfach Worte verliehen und die soldatische Ei,rtt-acht deS Unterofft^ierkorpS der Brigade fam während des Abends zum besten Ausdruck. * • Staatsfürforge für landschaftliche Schön- beit. Der hessische Ctaat hat schon seit langer Zeit dre lokalen Forstbehörden angewiesen, bemerkenswerte Bäume m den einzelnen Revieren mcht av^ujchiagen und btejen em bchoa bettff ^Utgotmcd* zu schenken. Ganz besonders ober ließ man eS sich m Hessen angelegen sein, einzelne Bäume ober Heinere Ba nm gruppen, welche vermöge ihrer Eigenart -ober chreS SlanborteS als landschaftliche Zierde anzuseben find, nicht zu fällen. Im vergangenen Jahre ist man nun noch einen Schritt weiter gegangen und hat die bemerkenswerten Bäume nn Lande photographisch anfnehmen laßen. Wie man erfährt, wird im Auftrage der obersten ^Forstbebärde demnächst ein Werk erscheinen, in welchem nach diese* 'Photographien die bemerkenswertesten Bäume, mit eutfprechendcm Text, weiteren Kreisen vorgeführt werden. X Lohnbeschäftigung von Kindern. Zur Zeit werden non den Kreisschulkommissionen Erhebungen über die Lohnbeschäftigimg von Kindern im Haushalte sowie in der Landwirtschaft und deren Nebenbetrieben angestellt; zu diesem Zweck wird jedem Lehrer ein Fragebogen zur Ausfüllung übersandt. Durch die Erhebung soll festgestellt werden, ob die bdr. Km der der Gruppe unter 10 Jahren, oder der zwischen 10 und 12, oder der über 12 Jahren angehören und welche Dauer die Beschäftigung hat. ** Der Verband D entscber Touristen vereine, der am 10. biS 12. September seine Hauptversarnntlmrg abhült, umfaßt jetzt 50 größere Vereine mit 125 000 Mitgliedern. Die in Fnankftrrt a. M. erscheinende VeibandSzeirschrift „Der Tourist"', ist bemilht, die vielseitigen Bestrebrmgen des VerbandeS in Won rrnd Bild zu vertreten. In der irmS vorliegenden Festnnmmer deS Blattes spielt die Feststadt Heide ll^wg die Hauptrolle. Ein Aus- -»atz von Dr. Mießuer weist auf die Bezielmngen M-Heidelbrrgs zu der seelischen Entwickelung unserer deutschen Dichter hin, wobei (Äoetfr? das Htruptinterefse beansprucht. Wer heben ferner «rus -em Heft reich illustrierte Landschaftsbilder aus dem Odenwald imd dem Reckartal von Pros. Dr. Horn her* oor, eine Gesamt-Ebarakteristik des Odenwald- Geb-ietes von dem Heidelberger Professor Dr. Lorentzen, eine wertvolle volkskundliche Studie von Gg. Schaefer-Gießen und endlich 'den Aussatz von Forstmeister Sab^rrin über Touristen und Forswerwaltungen. Der Verfaffer fordert die Tottristenvereine aus, bei der Iorstverwaltung auf eine größere Berücksicb-tigimg der ästhetischen Gesichtspunkte in der Waldbe- wirtschastung binznwirken. und zeigt, wie es den beteiligten Behörden mit geringer Müde und ohne n.rnnensworte Kosten oft möglich wäre, die unerschöpflichen Nerze des deutschen Waldes in höherem Maße als bisher für die breiteren Volksmassen nutzbar $n macken. Abonnements für den „Tourist"" kosten für die gewähnlicke Ausgabe 5 Mk.. und werden von allen Bück' Handlungen entyegengenomTnen. w. Garbenteich. 7. Sept. Bei der am Freitag, den 2. d. MtS. stattgehabten Gern ein d era tSwa h 1 mürben geroablt: Ludwig Weigel mit 41 Stimmen, Jakob Walther mit 30 Stimmen, Johannes Weigel mit 20 Stimmen. -nn- Friedberg, 7. Sept. Heute tagte hier im Hotel .Zu den drei Schwertern^ der .Oberhessische Philister- tag* des hessrschenWingolfverbandes. zu dem etwa 50 alte Herrn und eine Anzahl Aktiver der Verbindung erschienen waren. Nachdem die Tagesordnung des Konventes erledigt war. schloß sich eine gemütliche Kneipe an. die mit Gesängen und Reden belebt war. Ein gemeinsames Abendetzen bildete den Schluß. r. Alsfeld, 8. Sept. Heute nachmittag ist der kommandierende General des 18. Armeekorps von Eichhorn per Automobil hier eingetroffen unb im Hotel ,Krone" abgestiegen. Morgen findet Besichtigung der hier manövrierenben Infanteriebrigade statt. Der DivifionS- Kommandeur wird heute abend ebenfalls erwartet. Darmstadt, 8. Sept. Im Alter von saft 88 Jahren starb Kommerzie nrat Friedrich Engelhardt in Darmstadt, der zwar seit 25 Jahren seine zweite Heimat in bei ResLenz geftucken, seine erste Heimat Rüsselsheim im Geiste aber nie verloren hatte. Als 'Sohn des Löwenwirts in Rüsselsheim 1817 geboren, trat er als KauftnannÄcbrling in die Eickoriewabrik von Zahn und Volbreckt in Rüsselsheim ein und wußte sich hier so lmszuzeicknen, daß er zum Mitarbeiter erkoren ttnrrte, auch die Tockter feines Geschäftsherrn heim führen durfte. Mit dem Jahre 1842 übernahm Engelhardt das feit 1819 betriebene scheviegerelterliche Geschäft und wußte eS auf die Höhe eines modernen Großbetriebes zu erheben. Für die von ihm der Ceffentlief:teil gebrockten Opfer und gemeinnützigen Bestrebungen waren die hon seinem Landesherrn erfahrenen Ehrungen, ine L in ber Verleihung be^ Ludwigsordens und 2. neuerdings in der Verdienstmedaille für hervorragende Leistungen im Krankenwesen, sodann 3. in der Ernennung zum Kommerzienrat bestanden, wobt verdient. Nachdem zwei Söhne das Geschäft übernehmen konnten, fted-lte Engelhardt 1879 nack Darmstadt über, wo er winen Lebensabend, ausr-ihend von viel Mühe und Arbeit, treu gepflegt von töckterlicher Liebe, beschloß. Kleine Mitteilungen " us Hessen und den Nachbarstaaten. Die Großh. Regierung hat angeordrtet, daß die offizielle Badesaison in Bad-Nauheim in diesem Jabr bis zum 15. Oktober verlängert wird. vermischtes. * Essen (Ruhr), 8. Sept. Die TyphuSepidcm ie in Königssteele gewinnt an Ausdehnung. Gestern ereigneten sich ^wei Todesfälle. Fünfzig Erkrankungen sind bisher festgestellt. Die Schulen sind geschloffen. — Zu den 23 er* untreuunqen auf dem Thyssenschen Röhrenwalzwerk in Mühlheim an der Ruhr wird berichtet, daß seit Jahren große Mengen von Rohren entwendet wurden. In einigen Städten wurden von den gestohlenen Sachen, deren Wert über 100 000 Mk. beträgt, ein Lager unterhalten. Als Haupttäter wurde der 25 Jahre auf dem Werk beschäftigte Rohrmeifter Nelliffen verhaftet. Stettin, 8. Sept. In der Saßnitzer Badeanstalt ist der MajoratSerbe Oberleutnant Meinhart von Schier- stadt ertrunken. Gera, 8. Sept. Der Fleischermeister Metzner vergiftete sich mit seiner Ehefrau durch Leuchtgas wegen Ueberschutdung. • Typhus. In dem Trierer Vorort St. Matthias ist der Typhus ausgebrochen. In einer Familie allein erkrankten Mutter und fünf Kinder. — In Essen (Ruhr) und in emem Telle des Sennelagers, wo das dritte Bataillon deS Jnftmtene-Regiments Nr. 55, sind ebenfalls TyphuS- ertranfungen ausgetreten. • Brände. In Friedrichsgrätz (Schlesien) wütet eine große Feuersbrunst. Die Hälfte des Dorfes ist abgebrannt. Die Stadt Oppeln sandte auf telegraphisches Er- iuchen Löschhilfe. — In Wüsteneutzsch bet Halle a. S. brannten bte Scheunen deS Gutsbesitzers Hentsch nieder. Beim Äufräumen wurde der 9jährige Sohrn beS Besitzers am Eingang des Futterbodens tot aufgeiunben. Man nimmt an, daß das fhnb durch Spielen mrt Streichhölzern den Brand verursacht hat. — Ta, ungefähr 20 000 ToppelwaggonS Zohlen umfassende Kohlenlager deS Kohlensynblkats auf ber LHollxchrrstrecke Botrop-Ofterfelb geriet m Brand. Der grüßte Teil ber Kohlen ist verloren. — Ein in Tecklen- b urg auSgebrocheneS, noch anbauernbeS Großfeuer äscherte bisher fünf Häuser ein. ES herrscht Waffermangel. * Gine Ballonfahrt über die Jungfrau gedenkt der italienische Aeronaut Kapitän Spelterini am 10. d. M. alkSzusähren. Man schreibt hierztl miß Interlaken folgendes: Die Vorbereitimgen sind in vollem Gange und erheischen einen Kostenaufwand von 3000 Frank. Kapitän Spelterini, der als erster im August de8 Jahres 1900 den Versuch machte, die Alpen im Ballon zu überstiegen, und dem eS im vorigen Jahre in Gemeinschaft mit mehreren Meteorologen geglückt ,st, von Zermatt aus zu einer Maximalhöhe von 5300 Meter anfzusteigen, hat seinen ferneren Ballonfahrten die Ueberfliegimg einzelner Berge, beziehungsweise Gebirgszüge zu,n Ziel gesetzt. Mit der 4167 Meter hohen Jungfrau, beziehungsweise dem weiter nordöstlich gelegenen, 4104 Meterhohen Mönch beginnt er in diesem Jahre. Atif dieser Fahrt ivirb Kapitän Spelterini wiederum von einigen Meteorologen begleitet fein, welche die Vorgänge in der Alpenatmosphärc an mehreren Präzisionsinstrumenten beobachten und photographische Aufnahmen auS der Vogelperspektive vornehmen iverden. ES ist bereits eine ebene Fläche von etwa 120 Quadratmeter freigelegt worden, auf der die „Vega"', das Luftschiff SpelteriniS, sich in die Lüfte heben soll. Der Aufstiegplatz liegt etwa 2300 Meter über dem Meere, am Fuße deS EigengletfcherS. Kcrichtssaul^ R. B. Darmstadt, 8. Sept. ?lls erste Folge der gerickt' licken Nachspiele anläßlich des jüngsten Streiks ber Zimmerleute in Darmstadt kam beute eine Anklage gegen den Zimmermann Georg Jakob Feyh von hier vor der Ferieiistraskammer zur Verhandlung, die mit einer Verurteilung des Angeklagten zu der empfindlichen Strafe von drei Monaten Gkfängniö schloß. Feyh faittc beim Streik eine Art Führerrolle übernommen und war mit allen Kräften bestrebt, die arbeitswilligen Zimmerer zur Arbeitsniederlegung zu bewegen unb zum Eintritt in den Veickmd der „Organisation"" zu überreden. Tas Letztere gelang ihm eines AhenbZ nach einer tüchtigen Zeckerei bei dem Zimmerer F., der auch das Eintrittsgeld für den Verband entrichtete. Er wurde aber durch Einwirkung seiner besseren Hälfte bald wieder anderer Meinung, ließ das Eintrittsgeld fahren, und fetzte seine Tätigkeit beim Zimmermeister Ruths fort. Feyh versuchte nun zuerst mit der Kirnst der lleberredung, dann aber mit Gewaltmitteln den Abtrünnigen wieder zum Verband zurück- zuführen. _ Er beschimpfte ihn und einen arbeitswillig^! Kollegen beim Vorübergehen an ber Arbeitsstätte und lauerte ihm später in der Müblstraße auf, wo er den rubig seines LsegeS gehenden F. in wüster Veise^ bebrobte, ilm tätlick an griff und mit dem Fuß nach ihm streß. F. eine Wieberbolung solcher lieber- fälle befilnfytnt mußte, fad er sich geisötigt, die Arbeit einzustellen. Die Folge war bic Anllage geg^m Fevb. Der Vorsitzende betonte in der UrteilSverkündung, daß die brutale und gemeine Handllmgstveise eine strenge Strafe erheische. — Ein ähnlicher Fall resultterte auS dem Schreinerstreik in Offenbach im verflossenen Frühjahr. Der Schreiner Adam Steinbacher in Offenbach batte vor der Herrmannffchen Fabrik Streikposten gelt anben und belästigte einen der dort beschäftigten Sllweiner auf bem Nachhauseweg tnird; Befckimt^ung imb Bedrohrmg, sodaß der Eingeschüchterte es geraten sand, von ber mit Streikposten umlagerten Arbeitsstätte fernzublecken. Daö Schöffengericht zu Offenbart) hatte den Angeklagten dafür zu acht Tagen Gefängnis verurteilt, wogegen ber Letzte Berufung emlegte. Die Strafkammer sand btt Straft ganz angemoffen und erkannte auf Ver- toerfitng der Berufung. d. Mainz, 8. Hept. Ein gemeingefährlicher Heiratsschwindler hatte sich in ber Person des geschiedenen 34 jähr. Maschinenarbeiters Hermarrn Klemens Balzer aud Gruben (bei Meißen) heute vor der Strafkammer zu veranNoorten. Der Angeklagte lernte im Tanzlokal rn Frankfurt daS sehr leicht- glSubige 24 jährige Dienstm.'dcken Magdalena Landgraf auS Nierstein Fennen. Er gab sich alS Masrtnnenmeister der Farb- n'erke in Höchst aus und habe einen Gkbalt von 150 Mark monatlich Da er noch ledig sei, wünsche er ein braves, wenn auch armes Mädchen zu beirren und paffe sie sehr gut w ihm. Das Mädchen glaubte txnn Schwindler und fuhr daraus mit ihm zu ihrer Mutter nach Nierstein. Nun schwindelte der Angeklagte feiner „Braut"" alles möglime vor. Sv Txibe er einen Onkel in Köln, der Besitzer einer Eisengießerei sei, wenn ber Onkel ft erbe, erbe er ihn. Seine Eltern, die in Wirklichkeit feit zwcnczig Jahren tot sind, lebten gut und begütert in Röhrs darf in wachsen. Die „Braut"" wollte nun zu feinen Eltern reifen, womit der Angeklagte sich etnoerftanben erklärte. Da er rein Geld hatte, gab die Mutter der Braut ihm 120 Mark. Nun machte er mit seiner Braut eine wahre Irrfahrt, besuchte mit ihr Leipzig, Dresden unb Köln, nur nack feiner angeblichen Heimat kam er nickt. Eine Menge von Ausflüchten wußte er zu gebrauchen, so war auf der Irrfahrt fein Onkel in Köln gestorben und mußte sich das Mädcken von ihrer Mutter, einer 'Schuhmacherswitwe, o lange Geld nfritfen lassen, bis die Ersparnisse der armen Frau alle waren. Alle Schwindeleien, die ber Angeklagte der Betrogenen vorspiegelte anzuführen, toürde zu weit führen. Schließlich wurde der HochzellStag in Nierstein festgesetzt, der Pfarrer usw. bestellt, Fleffck unb Wein usw cmgekaust. Der Bräutigam brauchte, um^sich Kleider anzuschaffen, noch mehr Gelb, er erleichterte die Schwiegermutter um weitere 50 Mark. Am Morgen des bestimmten Hochzeitstages erwartete der Angeklagte mit einer Braut, feine „Mutter"", die unbedingt bei der Hochzeit zugegen fein wollte. Tie längst verstorbene Mutter konnte aber nicht gut kommen, es mußte ihr „unterwegs unbedingt etwas vaffiert"" sein. Er bestimmte nun das Mädcken mit ihm ber Mutter entgegenzufahren unterwegs wurde nach Nierstein gedrahtet, den Hock^eitstag hinauSzuschieben. Die Braut ftchr mit dem, Angeklagten nach Köln, unterwegs stuach er von der „auS- ffebtiebenen Mutter"" nichts mehr. Iil Köln forderte er die Braut auf, nach Haufe ihrer Mutter nach Geld zu frfn:eiben. Der Mutter war inzwischen die Sache verdächtig vorgekommen, auch die eingeladenon HochtzcitSgäste bezweifelten die ricktige Persönlichkeit des Angeklagten. ,Die Mutter zeigte die Sache der Gendarmerie an, worauf ber Angeklagte einige Tage später in Köln von der Selle feiner „Braut"" hinweg verhaftet wurde. Nun" mehr stellte sich her ganze Schwindel heraus. Der Angeklagte ist schon häufig wegen ähnllcher Schwindeleien vorbestraft, bar» unter mit Zuchthaus. Tas Mädchen nmrde von dem Angeklagten in raffinierter Weffe betört, ihre Mutter wurde um ihre ganzen Erspamisse in Höhe von 750 Mark und das Mädchen um 150 Mark betrogen. Der Angeklagte erklärte heute, er wolle das Mädchen heiraten, dieses meinte, baß sie für die Verbindung mit einem Zucl-thänsler danke. Wenn es die Vergangenheit deS Angeklagten gekannt, wäre es nicht mit ihm in Verbindung getreten. Der Angeklagte ist eine kleine, scncker gekleidete ^mächtige Verfönlickkeit. Er wurde zu 4 Jahren ZucbthauS, 300 Mark Geldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. )( Marburg, 8. Sept. Ein besonders R aisf ei senken te inttweffierander Prozeß beschäftigte heute daS Schvffeu- gerickft. .Ein Arzt namensl Dr. Fenner in Rosenthal hatte mit dem dortigen Pfarrer Hofmann, der zugleicl) UnterverbandS- Direktor des Raiff- ifenvereinS des Kreises Frankenberg war, einen kleinen ZeitungSkricg, in dem er demselbtm öffentlich vomxrrf, daß er .fhibbänbel treibe. Ein Masrt-inenreisender namens Völker veröffentlichte im Anschluß hieran eine Notiz in der Zeitung und kritisierte es, daß der Pfarrer and) ihm Konkurreuz mache und Masil'inenhandel treibe. Da das Eingesandt in beleidigender Klage on, und er,vielte auch, daß dieser heute zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt wurde. Die Strc blieb deshalb so niedrig, well daS Gerrcht anuahm, daß ber ifeabe eine unliebsame Konkurrenz hatte. .Andererseits wurde aber auch in Betracht gezogen, daß die Notiz geeignet ioar, den Pfarrer in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Duiöburg, 8. Sept. Bon der Strafkammer tmirbe bet Lehrer Engelbert Knülle wegen SittlickkeitSverbrechen an neun unter 14 Jahren alten Schülermrien zu 2y2 Jahren Ge- fä ngn i s verurteilt. Lullst und Wissenschaft Lund, 8. Sept. Der JahreSkongreß der a st r o n o m i s ch en Gesellschaft wurde heute grschlossen. Der tlächste Kongreß findet im Jalwe 1906 in Jena statt. Innsbruck, 8. Sept. .Zum deutschen Juristentage sind bislter 720 Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands unb Oesterreicks augemeldet. Handel und D?rkcl)r. Volkswirtschaft. Bochum, 8. Sept. Dft Kammer für Handelssachen erkannte Über den Sperrantraa her Dr e sd n e r Bank hezügllcl^ des 0^'neralversammluugsbeschlusses der „H i b e r n i a" dahin, daß der zuständige Registerrichter in Herne die Beschlüsse der OstTreralversammluug über die Erhöhung des Aktienkapitals ^is zum Erlaß des Urteils in erster Instanz in der Anfechtungsklage auszusetzen hak. .Den weitergehenden Anträgen wurde nicht statt- geii-ebeu, weil sie nicht hinreichend begründet seien, und weil ihr Zw-eck. die Ausgabe der neuen ?ITticn zu verhindern, durch daS erlassene Urteil gesichert erfebeine. Herne, 8. Sept. Durck die seitens der Kammer für Hmtdclssaclfen deS Landgerichts Bochimi über ben Sperrantrag ber Dresdner Bank heute erlaffcne enistweilige Verfügung ist eine Präjudiz für die Aussichten der Anfechttmgsllage nicht gegeben. Die Hibcrnia Bergwerksgesellschaft wird nut möglichster Beschleunigung daS Urteil erster Instanz im AnfertftuugSprozeß, für den als Termin der 10. Oktober angesetzt ist, herbeiführen, wie auch im übrigen ihr Entschluß, ihre Selbständigkeit imter allen Umständen aufrecht zu erhalten, mit allen Kräften durchgeführt werden soll. Belgrad, 8. Se.pt. Der „Stampa"" zufolge schloß der Finanzminister Patschu mit der „Soeietö Finaneiöre d'Orient"" die Voi-verhandlungen wegen der Aufnahme einer 30M iNivnen Anleihe zum Begebungskurs von 77 mit 2 Pro.zent Ärm- miffimlSkosten ab. Der Effektivbetrag ber Anleihe werde sich somit auf 22,5 Millionen belaufen. Die Anleihe soll zur Deckung des zu erwartenden Defizits sowie zur Anschaffung von Geschützen in Frankreich dienen. Patscku hatte dafür einer fran- zösisrt>en Gruppe den Bau un3 Betrieb von serbischen Nebenbahnen zu gesichert. Märkte. X Groß-Umstadt, 8. Sept. Die Besucher des allfährllchew Herbst-Fasel- und Zuchtvieh Marktes zu Groß-Um- fhibt wird es intercfTieren, zu erfahren, daß ber diesjährige Fasel- u7rd Zuchtviehmorft nickt auf Samstag fällt, sondern auf Donnerstag den 15 September, auf den Tag deS 1. Gros^Umstädter Pferde- und Fohlen-MarkteS. Tie Gesanttsumme, die zu Prä- miiernngszwecken zur Vnrügung stellt, beträgt ca. 2300 Mk. Preise von Mk. 60 bis Mk. 20 sind für die Prämiierung von . 8°/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose ..... Reichsanleihe do. Konsols . do . . Hessen Oberhessen ■W/o 3% 3r findet die KlMtihMg erbauten ftkinhnlitrijnle za Lollar und zwar in den dtäiunlicbfeiten derselben statt. Nach betreiben A’aHifeier mit Familie ün Saale »ZnrLinde^. Wir laden die Mitglieder des BcrcinS, sowie alle Freunde besolden hiermit ergebens! imd herzlichst ein. Der Vorstand de» Verctuö „Kinderfrcuud" Lollar. Gustmann. D*/e hv” , Aeutschnaüonaler 'GASHEIZÖFEN J.G.HOVBEN SOHN CARL, AACHEN Prcspecto grAhs- Vertreter an fast allen Pintzen Düsseldorf 1902 - GoidJlednilte^Y^ visilbeme Staatsmedoille ßachener *E ladeöfen X über 75,000 in? Gebravcb "™n yanillttngsgdiilfcii-Vtrbarid. Ortsgruppe Gießen. Unser dieSjäbrigeS Stiftungsfest findet Samstag den 10. September 1904 latt NLdereS durch Rundschreiben. v*/e Ter Vorstand. Liederikranz. Der auf nächste» Samstag bestimmte Familien- klbend im Philosophcuwald fällt eiugetreteuer Hindernisse wegen vorerst aus. ve/e Der Vorstand. Sängerkranz. Montag deu 12. September: Larnilien-Zlbend im Philosophenwald. vf/e Anfang 7 Uhr. _________ Ter Vorstand. ♦ Gesangverein jleitertzeit. Jeier des 26jähr. Stiftungsfestes Samstag den 10. September, abends 81/, Uhr. Vorfeier mit Konzert hn Vereinslokal. Sonutag den 11. September, nach«. 3 Uhr aufangend. Assßvg nach bem Wialihos bei Konzert n. Tanz. Arotzer Saat. Der Vorstand. Eingeladene Gäste und Freunde deS Vereins sind willkommen. Trohe, Sonntag den 11. September: Nachkirchweihsest mit LV Preiskegeln wozu ergebens! einladet 05123 Ludwig Schwarz Wwe., Burggarten. Allendorfalda. rmtn tat 11. nni ®ontag Öen 12. Ästevbtt: Kirchweihfest ergebenst etnlooel 05152 Ludwig Lü!9, Mr gute Speisen und (Bdrtote ist bestens gesorgt. Konsum - Ntttiu Ciktzs» unb Kmgrgrui). Laut Beschluß der Geiieralver- saunnlung vom 4. Sept, wurde die Nüikvcrgütnug der beim gemeinsamen Einkauf gemachten Ersparnis aus 4% festgesetzt. Die Auszahlung findet in unserer Verkaufsstelle am Montag deu 12., Dienstag den 13. u. Mittwoch den 14. d. Mio., sowie Montag, Dienstag und Mittwoch den 19., 20. u. 21. und Montag, Dienstag und Mittwoch den 20., 27. u. 28. d. MtS., jedesmal von */• 7 bis ,/,9 Uhr abends, statt. Gemerkt wird ausdrücklich, daß die Quittnugslarte bei der "Auszahlung vorzulegen ist. Diejenigen Antglieder, ipclchc am 1. Juli 1903 ihren Geschäftsanteil mit 30 Mark volldezahU hatten, erhalten diesen mit 4v/e = 1.20 Mk. verzinst. Reuaufuahmen können jederzeit ui unserer Verkaufsstelle Bah»hossti atze 31 erfotqeiL — Der Geschäftsanteil von 30 Mk. kann innerhalb dreier Jahre in kleinen Raten bezahlt werden; derselbe wird bei event. Austritt zuruckgezahtt. Die einmalige Zahlung von 50 Pfg. berechtigt zur Entnahine von Waren. 7236 - L £ t c I der behebiea und gewinnreicben 42,on Gothaer Geldlotter.e 3338 Bargeld-Gewinne md eine Prämie mit ras. 48000 ml et. Hiüplge wuin L gänsugni. Fxlie 25000n spa. eine Priele 15000 n. 1 Gewinn 10000 Mk tief. Ziehung schon am 14. and 13. Scpuinber 10u4 durch die staatliche Lotteriedirektion in Darmstadt. LosealMk. i;iür10Mk.) bei Richard Buchacker, Kollekteur, Philipp Weller, August Frees, Willi. Semm- ler, M. Lublinsky. [ss•/* Versuchen Sie Ihr Glucklfl Nur 1 Mark S kostet ein Lot Thüringer «•'/. Handkäse beste goldgelbe Bauern wäre. 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