,> 11 fiiAf ijt v ‘1 nt b*i re.Qat§- *?T?a« 1 ÄV bet 'ÄH VS hot VTn* teil -^hann ?frV^bie rngftj* ein- ’,=i«Ä ..?v Q!? nickt staats- £,u' 271^ tttgen -Li:4 - ‘ ' a^Mtrt ;. 3 .• diäter “‘.lB J nott, bie • v*f »bet die •■ '*;fWr Kei. . w fw Lohn« '- te >.'2 frrifrnto — iüntnt, . dahinter ckt.) Tit 'ie, zirka ■'n in den rcn 6. riLl. -t? 6 ihn iirvni- de? Tnn$- i 5rdvi Kcsrnrr 27>r«r Ander- i 33 m >nnst'l ^aruäOÄin. i.Vnrma fantot SiiMilttta. ,Tt tn t9bnaK v Äag rsMschllft. Jahr 1 nach ff Nr. 185 •rfWeint tLgltch außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem KeMschen Landwirt die Hiegener Familien» Hättet viermal in der Woche beigelegt. Rotatio,rSdruck u. Der» log der Brühl 'scheu Untvers.-Buch-u. Dlem- bruderd. 9t Bange. Redaktion, CrpcbUion und Druckerei: Lchulstratze 7. Adresse für Depeschen: «uzetger Gictze». Fernsprechanschluß Nr. 61. Erstes Matt. 154. Jahrgang Dienstag 9. August 1904 SG GietzenerAnzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt str den Kreis Gießen ve-ngSpreiKr monaMch7L Pf^ viertel- jährlich Mk. 2JO; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 6b Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährt. auLschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tage«nummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal ILPt, auSwLrtS 20 Pfg. Verantwortlich fflt den polit und allgem. TeU: P. Wtttko: für .Stadt und Land* und »GerichtSfaal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Die heutige Yummer umfaßt 8 Seiten. Regierungsvortage und Kammeröeschlüsse über die HSaylrechtsabänderung. R. B. Darmstadt, 8. Aug. Wie schon nach der ersten Beratung der WahlrechtS- oorlage im Jahre 1902, so ist jetzt auch nach der von der zweiten Kammer erfolgten Annahme des Gesetzentwurfs, betr. die Landstände, eine übersichtliche Gegenüberstellung der Re- gieningSvorlage und der Fassung, welche die Kammer derselben durch ihre jüngsten Beschlüsse gegeben hat, als Land- tagSdrrrcksache erschienen. ES ist das ein ebenso nützliches, wie notwendiges Werk, denn bei der nervösen Hast und Eile, mit der die ganze Wahlrechtsvorlage und ihre 63 Paragraphen in der Kannner durchgepeitscht wurde, dürsten selbst dem aufmerksamsten Zuhörer mancherlei Mißverstände oder Unklarheiten mit untergelausen sein, die sich nun an der Hand des offiziellen Aktenstücks leicht korrigieren lassen. Die zweite Kammer resp. ihr Wahlrechtsausschuß hat, wie man aus der Gegenüberstellung leicht ersehen kann, in dem Negierungsentwurf tüchtig herumgearbeitet, mehr sogar, als in einem wohlüberlegten und bedächtig ausgearbeiteten Entwurf mit schwerwiegenden Verfassungsänderungen erforderlich gewesen wäre. Die Verbesserungslust erstreckte sich bis auf den Titel der Vorlage, der in »Gesetzentwurf, betreffend den Landtag anstatt »die Landstände* mngewandelt wurde. Demnach würde auch die Einleitung zu allen zukünftigen Gesetzentwürfen zu lauten haben: »Wir haben mit Zustimmung Unseres getreuen Landtags verordnet und verordnen hiermit, wie folgt:* Und Art. 1 deS vorliegenden Gesetzentwurfs lautet demgemäß: »Der Landtag des Großherzogtums besteht aus zwei Kammern*. Gleichzeitig aber hat die Kammer auch ihre eigene Firma geändert; daS »hohe Haus* nennt sich in dem Gesetz nicht mehr die zweite Kammer, welche Bezeichnung noch die Negierungkvorlage durchweg angewandt hatte, sondern die »Kammer der Abgeordneten^, der Titel des anderen Hauses bleibt dagegen die »erste Kammer*. Man hüte sich also in Zukunft, den Respekt zu^erletzen und schlankweg von der »zweiten Kammer* zu sp^eh/n; sie will fortan »die Kammer der Abgeordneten* titirtt 1 sein, und der loyale Staatsbürger wird dabei die Einfügung des Wörtchens »hohe* gewiß nicht vergessen! Die von der Kammer vollzogenen materiellen Ab- ä derungen der Regierungsvorlage sind dem Leser auS unseren ausführlichen Kammerberichten bekannt. Die wichtigste ist iic des Art. 3 inbetreff der Vermehrung der Mandate von 50 auf 55 durch die Zuteilung je eines neuen Sitzes an die 5 größten Städte. Uebrigens hat die Kammer — was bisher noch sehr wenig beachtet wurde — nicht etwa eine gleichmäßige Einteilung der ländlichen Mandate vollzogen, sondern sich darauf beschränkt, jeder der drei Provinzen ein neues ländliches Mandat zu zuteilen. Da man aber gleichzeitig Oberhessen zwei (Alsfeld und Friedberg) und Rheinhessen eins (Bingen) wieder genommen hat, so würde 'in Zukunft Oberhessen mit insgesamt 16 Abgeordneten dieselbe Zahl behalten, wie bisher, Rheinhessen mit 16 Abgeordneten zwei mehr als bisher und Starkenburg mit 23 Mandaten drei Mandate mehr erhalten. Von nur nebensächlicher Bedeutung ist bei der Fassung der Art. 3, daß die Kammer die Bezeichnung »Landgemeinden* im Negierungsentwurf vermieden und dagegen folgendes Monstrum von Satz beigefügt hat: »Die nach Maßgabe der Bevölkerungszisser zu erfolgende Neueinteilung der nach Ziffer II zu bildenden 43 Wahlkreise ergibt sich auS Art. 19 dieses Gesetzes.* Die hier so stilvoll erfolgte Geburtsanzeige dieses Artikels 19 entspricht nun auch ganz diesem zweiten Schmerzenskinde der Kammermehrheit. Er enthält die neue ländliche Wahlkreiseinteilung. Ganz originell ist, wie sich in diesem Artikel 19 daS böse Gewissen der Väter dieser Wahlkreiseinteilung verrät. Die Regierung hatte hier u. a. den Satz aufgestellt: »Die Wahlkreise sollen je ein zusammenhängendes Ganzes bilden und eine annähernd gleichgroße Zahl Einwohner enthalten. In der nach dem Ausschußantrag von der Kammer eingenommenen Fassung lautet jetzt der Passus: »Die Wahlkreise sollen, soweit möglich, ein zusammenhängendes Ganzes bilden" re. Die Kammer gesteht also in einem die Grundlagen der Verfassung abändernden Gesetze offen zu, daß tn ihrer Wahlkreiseinteilung die Absicht der Regierung, für jeden Wahlkreis ein zusammenhängendes Ganzes zu bilden, nur »soweit möglich* gelungen sei. Von den weiteren Abänderungen der Negrernngsvor- lage sei hervorgehoben, daß die Kammer die im Art.2 analog der Mandatsvermehrnng für die Kammer der Ab- geordnet, ,i von der Regiennng vorgeschlagene Berechtigung des Landesberrn, auch für die erste Kammer drei tocttae Mitglieder ans Len .Meisen der Bürgermeister mit Stabte- ordnnng au ernennen, einfach wieder gestrichen hat Wir meinen, daß bei dem so außerordentlich stenerkraftig empor- blüheiwen Städtewesen in Hessen eine Verstärkung der ersten Kammer gerade auS diesen Kreisen sehr am Platze fein würde ferner ist bemerkenswert die Bestimmung tu Art. *3, daß sich die flam/mer das Recht vorbehält, bei der lln- giltigkeitserklärnng einer Wahl auch dann, wenn die Neuwahl innerhalb s« chi f" und die Kanonenboote wurden von den feindlichen Schiffen „T i ch i n j e n", „Itsukuschim a", „M a t s u s ch i m a", Tschijod a", zwei Kreuzern 2. Klasse uitb dreißig Torpedobooten angegriffen. Ein achtzölliges Geschoß des Kr'uzers „23 a i a n" erplediette am Heck der „Jtsukuschima", die aus der Schlachtordnung ausscheiden mußte, worauf alle feindlichen Schiffe wandten und in das offene Meer zurückfuhren. Tubei stieß der Kreuzer „Tschijoda" aus eine unserer Verteidigungsminen auf und wurde leck. Mit dem Vordetteil tief im Wasser fuhr er in der Richtung auf Tali enwan ab. Durch einen Schuß der Batterie 22 wurde ein japanisches Kanonenboot getroffen. Dm 27. Juli, als die Japaner einen allgemeinen Angriff zu 'Lande unternahmen, wurden zur Unterstützung des rechten Flügels auf V-tten Stössels die Schiffe „Bajan" unter dem Breitwimpel des Kapitäns ersten Ranges Reitzenstein, „Retwisan", „Pallada", ,,ASkold", das Kanonenboot „Otwasckmi" unter der Flagge deS Kontreadmirals Leschinski, „Gremjaschtschi", „Giljak", der Kreuzer „Nowik" und zwölf Torpedoboote auSgeschickt. Unter fortwährendem Schießen einiger vorausfahrender Schiffe gelangten sie nach Lungantan und beschossen von dort die japanischen Stellungen bis 3 Uhr. Bei der mit denselben Vorsichtsmaßregeln unternommenen Rückfahtt auf der Reede explodierte eine Mine unter einem Baggerschiss. Kontteadmiral Withöst zählte am 30. Juli bei Pott Atthur fünf Panzerschiffe, vier gepanzette Kreuzer und zehn andere Kreuzer, sowie 48 Torpedoboote des Feindes. . Tie Russ. Tclegr.-A§. meldet au- Mukden vom 8. d. M.: Tie Kämpfe vom 26., £7. und 28. Juli fanden mindestens zehn Werst von Port Arthur statt. Es scheint daß die russischen Batterien tihif der Landseite an diesen Gefechten nicht teilnahmen. Russische Muchtliuge, die Port Arthur am 4. August verlassen haben, geben an, daß die japanischen Truppen, die Has Fort Wolfshügel erobert haben, jetzt im Tale, nur eine Werst von der Festung entfernt verschanzt sind. Man behauptet, daß der japanische Kreuzer, der auf eine Mine gestoßen war in unmittelbarer Nähe ber Cristova-Batterie gesunken ist. ,Tas nissische Kriegsschiss „Bojan" habe nur ein kleines Loch oberhalb der Wasserlinie, hcrvoraer-ufcn durch die Explosion einer im Hafeneinaange tteibenden Mine. Die Japaner besetzten die Louisa-Bücht und landen Truppen mit der voraussick-tlichcn Absicht, die Stadt von Westen her anzugreifen. Seit dem 28. Juli hätte kein bedeutenderes Gefecht stattgesslndcn. Tie russische Artillerie beunruhigte die Japaner sottgcsetzt bei dem Versuch, mit Laufgräben vorzugchen. General Stosiel Selbstmord? Tie Mannschaft einer in Tschifu eingetroffenen Dschunke berichtet höchst zweifelhaft aus Port Atthur, General Stössel habe Sewstmord begangen. ,Tie russischen Truppen bereiteten sich offenbar zur ueb ergäbe vor; sie beantwotteten das japanische Feuer nicht mehr. In der Mandschurei. Ein Telearamm des Generals S a ch a r o w an den Gem'ralstab front 7. d. M. besagt: Bei der Mandschureiarmee sind bis zum Mittag des 7. August keine Veränderungen eingettelen. Wie der Nuss. Tclegr.-Ag. auS Liaujaug gemeldet lvird, waren die G r ü n d e für den letzten R ü ck z n g der Russen folgende: Die Abteilung des Generals Ssasulitsch zog sich.unter Zurücklassung ihrer Nachhut auf die Höhen bei Kongulin auf die Hauptstellungen zurück. Die Truppen hielten bis zum Abend 'tand, machten mehreremale Gegenangriffe und Marien den Feind zurück. Am Abend kam die Meldung, daß die Abteilung des Generals Kaschtal ins kn durch atvet Divisionen Japaner -um Rückzug gezwungen war, wodurch sich 'der linke Flügel des Korps Ssasulitsch ohne Deckung befand. Da man nun eine Um- gehuna durch den Fenrd befürchtete, wurde aus der ganzen Linie der Befehl zum Rückzug gegeben. Die Japaner nahmen nicht an. daß wir uns zurückzogen, und setzten den ganzen Tag die Beschießung auf die von uns verlassenen Stellungen fort. Erst bei Anbruch der Nacht rückten sie vor die besetzten Rettungen, als sich unsere Truppen bereits hirtter Ä a i t s ch e n g befanden. Das Dagestan- Reiterregiment zeichnete sich durch eine glänzerrde Attacke aus, die es unteimahm, um ein durch die Japaner fast schon umzingeltes Bataillon zu befreien. Es richtete ein furchtbare- Blutbad an. Ans dem Rückzug. Der Kriegsberichterstatter der ^,Daily Mail" tn Kurokis Hauptquartier drahtet front Motienpaß am 7. Augusttz Die Russen halten jetzt die Linie zwischen An ping und Langtsetchan. Die haben Beobachtungsposten wenige Meilen westlich von Tuschuling, wo sie sich verschanzen und Erdwerke aufwerfen. Teile der russischen Süd» arrnee ziehen sich beständig zurück. Das Verhalten des französischen Konsularagenteu in Niutschwang. Das Ministerium des Auswärttgen in PariZ erhielt noch keine Bestätigung der Meldung fron der Verhaftung des französischen Konsularalenten in Niu- tschwang. Es hält die Me ldung aber für richtig. Der Agent war einige Tage fror der Besetzung Mutschwangs ernannt worden. Japan machte Einwendungen wegen der Opportunität der Ernennung. Nachdem aber Erklärungen zwischen den Gesandten Frankreichs und Japans in Pekirrg^ ausgetauscht worden waren, erkannte der japarnsche Geschäftsträger an, daß Frankreich 'ein volles Recht zur @r* nennung habe. Er telegraphierte an seine Regierung in, diesem Sinne, späterhin soll die Verhaftung erfolgt sein. In Paris glaubt man, daß das Platzkonnncmdo dem Bev- treter Frankreichs mißtraute, weil die abziehenden Russe» ihn mit der Wahrung ihrer Interessen, iTisbesondere dem Schutze der russischen Staatsbank betrauten. Pie Beratung des bayerischen ßisenbahnetals. In bem am 8. dS. MtS. erschienenen Bericht über die Sitzung deS Finanzausschusses bet bayerischen Kammer der ReichSrÜte vom 4. August, in welcher der Staatsb ahn- Etat beraten wurde, wird u. a. mitgeteilt: Prinz Ludwig legte in längeren Ausführungen bar, bie Tarifmaßnahmen der preußischen Staatsbahnen beeinflußten bedeutsam den deutschen Binnenschiffahttsverkehr, besonders auf der Elbe und der Oder, die vollständige Abgabefreiheit auf dem Rheinstrom und der Elbe wirke verkehrsfürdernd. Werde die Main» kanalisatin bis Aschaffenburg und noch weiter durch- gefühtt, so sei dort die Belebung des Verkehrs ebenso wahrscheinlich, wie Frankfutt a. M. dadurch begünstigt sei, WaS die Donaufrage anlange, so bettihre sie sich mit der Main- t’rage. Wie sich zur Förderung der Tonaudampsschiffahrt eine Reihe Staaten vereinigten, so könnte dies in ähnlicher Weise bezüglich des MainS und der westlichen Wasserstraßen geschehen. Die deutschen Staaten sollten miteinander nnd nicht gegeneinander arbeiten. Heber die Donaudampfschiffahtt äußerte er sich vor einigen Jahren in Straubing, er fand damals wenig Zllstimmung. Um so mehr freue eS ihn, daß nunmehr Bayern und Preußen der Süddeutschen Donau-DampsschiffahrtS-Gesellschaft entgegen* gekommen seien. Sämtliche anderen Donau-Darnpffchissährtk* Gesellschaften, die östetteichische, ungarische, rumänische, serbische und die russische bezögen bedeutende Subventionen von ihren Staaten. Einzig und allein die Deutschen erhielten bisher keine Subventionen. Er regte die Gewährung einer solchen durch daS Reich seinerzeit an. Wenn nun auch den deutschen Gesellschaften keine Unterstützung gewähtt worden sei, so sei man ihnen doch auf einer anderen Weise entgegen* gekommen, dicS sei auch die Sache der Billigkeit und liege im Interesse deS ganzen Reiches. Denn eS sei wünschenswert, daß man den Verkehr auf den Straßen zum Schwarzen Meere, durch deutsche Gesellschaften, auf die mau größeren Einfluß habe, bewerkstelligen könne, als daß man nur auf außerdeutsche Gesellschaften angewiesen sei. Er begrüße daher von Herzen die Maßnahluen, und wünsche, daß sie möglichst ausgedehnt würden. Rach den Darlegungen des Prinzen Ludwig wurde die Generaldebatte über den Eisenbahnetat geschlossen. In der Spezialdebatte betonte zunächst der Verkehrsnunister, daß die Einfühttmg der vierten Wa gen kl ässe auf den rechtsrheinischen Bahnen BapernS unzukömmlich ist; die Ermäßigung der Personentarife in Bayern sei besser durch die Ausbildung des Vorortverkehrs herbeizuführen. ReichSrat Elemm empfiehlt die Einfühnmg der vierten Wagenklasse. Beim Etatskapitel Banar^lagen erörtern Aller, Elemm und Präsident v. Lercheil- feld bie Frage der Errichtung von eigenen bayerischen Schienenwalzwerken. Prinz Llldwig führt dapl auk. die staatlichen Werke müßten unbedingt in gleicher Weise betrieben werden wie Privatunternehnllmgen, sonst können sie sich nicht rentieren. Die in Bayern bestehenden staatlichen Eisenwerke würden nur mit Rücksicht auf die tn den betreffenden Gegenden beschäftigten Arbeiter noch sortbettieben Die Errichtung staatlicher Werke habe große Schwierigkeiten; abgesehen von der Arbeiter- und Kostenfrage, fommc auch m Betracht, daß außerordentlich schwer entsprechende Direktoren zu gewinnen seien. Die Direktoren würden Staatsbeamte ein, nun könne man aber unmöglich den Direktor einet olchen Werkes ebenso bezahlen, wie dies von bei Privat- inbnftrie geschehe, weil er sonst besser gestellt wäre als bei höchste Beamte des - laateS. AllerdinoS würde er bu gleiche ksuile Stellung wie die übrigen Staatsbeamten haben und pragmatische Rechte geniesten. Der BerkehrSminifter wies da- rauf bm, daß die Betriebswerkstätten der bayerischen Bahnen ebenfalls eine Größe darstellen, welche unter der bewährten Leitung van Staatsbeamten rationell und rentabel arbeitete. Schließlich wurde der Babnetat genehmigt. I>u ^iinaöme dts „KniqSt ^ommanörr“. Am englischen Unterhaus richtete Gibson BowleS an die Regierung die Anfrage über den tvaH des ..^niq’bt Commander". Der Premierminister erwiderte, eS bestehe kein Zweifel, daß das Schiff auf Veranlassung rusn- scher Offiziere in Grund gebohrt worden sei. mt'iT es sehr schwierig gewesen wäre, das Schiff nach einem afen zu dringens und weil nach der Ansicht der russischen L-sNZ'ere daS "Schiff zweifellos Klnegskontrobarrde an Bord gehabt hätte. Balfour fährt dann fort, wir halten an unserer Ansicht fest, daß diese Umstände, ob si e wa h r ) in d oder nicht, keine hinreichende Rechtfertigung für die Versenkung eines neutralen Schiffes bieten. (Beifall.) — Bei der Ve rhandlung über die Versenkung des „Knight lLomm ander^ versuchte, so berichtet die „Nowoje Wrernia", der Kapitän den Nachweis, daß der Dampfer nicht hätte wrg- qenommen werden dürsen. da weder der Eigentümer noch er gewußt hätten, daß die Ladung für Kriegszwecke bestimmt war. Der Vorsitzende des Gerichts machte darauf ausmerk- sam, daß der Kapitän zur Prüfung dieser Aussage einen Eid ablegen müßte, doch sei er bereit, zu gestatten, baß der Kapitän seine Aussage wiederhole und sein Ehrenwort gebe, die Wahrheit zu sagen. Wir glauben, sagte der Vorsitzende. dem Ehrenworte eines englischen Gent- l e m a n s. Der Kapitän wiederholte seine AuS- sage. Sodann wurde ihm ein auf dem Dampfer gefundenes Kopierbuck vorgezeigt, in dem sich eine Anzahl die Unterschrift des Eigentümers und des Kapitäns des Schiffes tragender Schriftstücke befindet, welche beweisen, daß Eigentümer und Kapitän gewußt haben, daß die Ladung nach Tschemulpo für diejapanischeMilitärbahn bestimmtwar. Der Kapitän geriet in Verwirrung und sagte, er wäre überzeugt gewesen, daß sich das Kovierbuch auf dem Meeresbod enbefinde. Dieser Umstand, fügt die „No- woje Dremsa" hinzu, beweist, wie wenig man sich in Zukunft aus die Aussagen der Kapitäne von Dampfern mit Kriegskontrebande verlassen kann. Deutsch-Südrvekafrika. AuS Okahandja wird unter dem 6. d. M. berichtet: In dem Gefechte bei Okateitei am 2. August wurden von der zweiten Kompanie des 2. Regiments schwer verwundet: Oskar Stwichhirdt auS Tachrizen. Kr. Gotha, Querschuß durch den linken Oberschenkel, leicht verwundet: SanitätSunteroffizier Kilian auS Königshofen, Kreis Schweinfurt. Streifschuß an beiden Unterschenkeln; Arthur Bergan auS Kolberq. Kr. Kol- berg, Streifschuß am Kopf; Reiter WladiSlauS SworSki aufl Brom berg, Streifschuß an der linken Hand. Auf Patrouille LeckonaS von Orncttjatjewa nach Otjiwarango am 1. August verwundet: Unteroffizier Laxy auS Oppeln, Weichteilichuß am HalS; Gefreiter Hofmann auS Arnstadt, früher Husar in Stendal, Schuß durch den rechten Fuß. — Der Kaiser hat den in den Kämpfen mit den HereroS verwundeten Oberleutnant zur See Friedrich Hermann vom Landungskorps deS Kanonenbootes »Habicht* und den Hauptmann Fische! vom Marineinfanteriebataillon deS MarineerpeditionSkorpS heimbeordert. Hermann tritt zur ersten Marineinspektion, Fische! zum ersten Seebataillon in Kiel. — Zu der jüngsten Mitteilung deS Generals v. Trotha über Abgänge im Pferdebestände in Südwestafrika wird jetzt bekannt, daß umer den dortigen deutschen Pferdebeständen die Rotzkrankheit, die vom Kaplcmd auS eingeschleppt ist, auSgebrochen ist. Deutsches Reich. Berlin. 8. Aug. Während der bevorstehenden Anwesenheit des Kaisers in Berlin ist, wie die ,.Nordd. Allg. Ztg." tort, der Empfang der südwestafrikanischen Farmer in Aussicht genommen. — Ter deutsche Kronprinz hat an den Vorsitzenden des Reichskomitees zu gunsten der durch Hochwasser Geschädigten Staatssekretär Graf Posadowskyern Schreiben gerichtet, in welchem er seiner Freude darüber Ausdruck gibt, daß die Sammlungen ein solch gutes Resultat ergeben haben. — Tie „Nordd Allg. Ztg." meldet: Von den beiden amerikanischen Versicherungsgesellschaften, die sich um die Reichskonzession beworben hatten, zog die Mutual Life Insurance Compann in Newyork ihr Belmrbungsgesuch zurück. Tie Newyork Life Insurance Company in Newyork wurde vom Reichskanzler konzessioniert. — Ter Pariser Arzt Tr. Iacaues Lionville ist in Halberstadt eingetrofsen, um den Professor Tr. Hans Kehr an das Krankenbett Waldeck-Rousseaus zu berufen. Professor Tr. Hans Kehr gilt in medizinischen Kreisen als einer der hervorragendsten Operateure auf dem Gebiete der Gallensteinleiden. Kiel .8. Aug. Konsul Tiederichsen, der Inhaber der Rewereitirma, ist beut? nach Berlin abgereist, vermutlich um an maßgebender Stelle die Versenkung des Dampfers „Theo" zu erörtern. Tie Reederei versichert, daß die „Thea" tatsächlich an eine eng Ui (fe Firma verchanert war. Ter „Kieler Zug." zuwlge ist der Reederei Tiederichsen eine Mitteilung zugegangen, daß btt ®airt5n ®tb die Mannschaft der „Thea" in Wladiwostok etngetroffen sind. München, 8. Aug. Tie Kammer genehmigte daS Fi- 89c '£ mit 131 gegen 13 Stimmen. Danach wird die «e %?lteim'aänre bet nächsten Finanzvetiodt auf 441 82.5 326 Mk vetanfcklagi. Tie nächste Mbung finde! Mittwoch im Entgegennahme btt letzten Beschlüsse bet Kämmet bet Reichs- täte statt. Ten Landtagsichluß vollzieht der Prinzregent am Tonnerstag vormittag um 11 Uhr. — Ter Reichsrat Graf Josef Arco-Zinnebera der Sohn des befannten Katholikenführers, richtete an den Vorstand des Lokalkomitees des 51. Katholikentages einen die Einladung ablehnenden Brief. Er betont darin daß die Katholikentage entgegen den früheren Traditionen Zentrumsparieitage geworden seien. Solange das Zentrum Leute von den politischen Anschauungen und den parlamentarischen Formen eines Tr. Heim in ihren Reihen dulde l-hne er jede Anteilnahme ab, ba sich das mit der Sozialdemo^ kratie verbündete bayerische Zentrum immer mehr zu einer radikalen Wirffchaftspartei entwickle. Ausland. Kopenhagen ,6. Aug. Der deutsche Gesandte v. Schön hat dem König von Dänemark vorgestern ein Gemälde r/er Maler Terständigte der Abg. ©ebnerer den Bür^termeister, daß er am Tage deS Empfanges des Monarckwu auf seine Stelle alS Ehrenbürger verzick-^n werde. Paris 8. Aug. Eine grosse Anzahl BiStumswochcudlatter brarfxte gestern bischöfliche Kundgebungen zum Kirchenftreit. Die Kirchenfürften verurteilen CombeS Politik iu schroffen Ausdrücken und nehnien mit uiwcrTcitnbar herauSsorderntx'r AlffickN für Rom Parier. — Heute nmrdi- in der ArbeitSbörsc der I p t e r n a t i o n a l e Kongreß der Grubenarbeiter eröffnet, an welchem etwa 103 Vertreter, davon 12 auS TeulMand, teilnahmen. — Tie indirekten Steuern bal>en im Monat Juli 12 816 000 FreS. mehr ergeben, als veransckilant war. Im Vergleich zum Jlini beträgt der Ucberfdnift 9 417 800 Frcs. Mailand, 8. Aug. Elstern wurde der in Genua ein* getroffene deutsche Dampfer „Gera" wegen eines pest- verdächtigen Kranken an Dord in Quarantäne genommen. Rom, 8. Aug. plorgcn wird anläßlich der Wiederkehr deS Jahrestages des PavsteS dieser in der PelerSkirckte eine feicrlidic Messe nbbnlttn zu der 60 000 Einladungen ergangen s iid Heute wolttcu die Kardinäle dem Papst eine Glück- winrsckradresse fibcrrfidxn; er befahl jedoch, daß angesickstS bet tzg-n Lage ein Empfang unterbleibt. Ans.HtaiU und Land. Gießen, den 9. August 1904. - Oeffentliche Lesehalle. Im Juli wurden 2027 Bände auSgelicden. Davon kommen auf: Erzählende Litteratnr 1023 / Zeitschriften 354, Jugendschriften 239, VerSdichtungen 51, Litteraturgcschichte 17, Lander- und Völkerkunde 40, Kulturgeschichte 17, Geschichte und Biographien 82, Kunstgeschichte 18, Naturwissenschaft und Technologie 104, Seewesen 14, Hauswirtschaft 9, GesundheitS- lehre 6, Religion und Philosophie 16, StaatSwiffenschast 7, Sprachwissenschaft 12, Fremdsprachliches 18 Bände. Nach auswärts kamen 48 Bände. Geisenheim, 8. Aug. Freiherr Edmund v. Lade ist gestern abend gestorben. Er war der langjährige Leiter der kgl. Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau und galt besonders auf dem Gebiet des Wein- und Obstbaus als Autorität in weiten Kreisen. Frankfurt a. M., 8. Aug. Unter dem Vorsitz deS Geheimrats Prof. Dr. Schmidt vollzog sich in Frankfurt in Gegenwart der Delegierten der Berliner, Kölner und Münchener laryngologischen Vereinbarungen und deS Vereins üddeutfcher Lar^ngologen die Gründung einer die ganze Monarchie nebst Schweiz und Deutsch-Ocsterrnch umfaßenden Deutschen laryngologischen Gesellschaft, deren erste Tagung in Heidelberg stattsinden wird. Durch diese Organisation soll der Fortbestand der bisherigen engeren Vereinigungen nicht berührt, sondern die Vertretung der Laryngologie in wiffenschaftlicher imb sozialer Hinsicht, auch ben Behörden gegenüber, gefördert werden. Frankfurt a. M, 8. Aug. Heute natch wurde in der Derfzeug-F-abrik von Günther il Eo. ein Einbruch verübt. Der Werkmeister der Fubrlk, welcher die Einbrecher hörte, suchte sich ihrer zu bemächtigen Die Diebe entkamen jedoch. Ein Schutzmann in Zivil, der die Einbrecher ebenfalls bemerkt hatte, stürzte sich in der Meinung, der Werkmeister sei einer der Einbrecher auf diesen und warf ihn zu Boden. Der Werkmeister, der in dem Schutzmann in Zivil gleichfalls einen Einbrecher vermutete, gab vier Revolverschüsse auf den Schutzmann ab und verletzte ihn schwer. vermischtes. * Hamburg, 9. Aug. Der englische Dampfer „Ho- angho" stieß auf der Fahrt von Ämoy nach Ehinchu in der Ehitmnobucht unweit Arnoy auf einen Felsen und sank schnell. Von den 400 an Bor d befindlichen Passagieren, meist ü-ljinesen, wurden nur 52 Personen, darunter der Kapitän und der erste Offizier, durch den Dampfer „Wenchou" gerettet * Weißenburg, 8. Aug. Heute vormittag entgleiste zwischen Weißenburg und Straßburg bei HauSbetaen ein Güterzug wodurch beide Geleise der Strecke so smwer beschädigt nnirben, daß der Verkehr vollständig einaestellt werden mußte. Ter Schnellzug Nr. 103 Straßburg—Weißenburg—Neustadt—Köln erlitt 64 Minuten Verspätung und mußte über Lauterburg—Schifferstadt—Neustadt geleitet werden. £er Nach- mittags-T-Zug Nr. 163 Basel—Straßburg—Köln konnte zwar die Strecke wieder passieren, erlitt aber ebenfalls Verspätung. Ter Güterverkehr ist vollständig eingestellt * Madrid, 8. Aug. In Cortes hat sich ein fürchtbares Drama abgespielt. Ein junger verheirateter Mann mit Namen Ortega hatte Beziehungen zu der Mutter seiner Frau unterlhalten. Beide beschlossen, die junge Frau lebendig zu verbrennen und warfen sie in einenBackofen, wo sie später tot aufgefunden wurde. Die Menge versuchte, die Verbrecher zu llmchen, eS gelang der Polizei, sie vor der Wut der Menge zu schützen. * Pueblo (Colorado), 8. Aua. Als gestern abend der von Tenver kommende Schnellzug der Missouri-Pacific -Eisenbahn über die Brücke bei Eden, acht Meilen von hier, fuhr, brach diese zusammen. Tie Lokomotive und drei Wagen stürzten hinunter. Ein sehr schwerer Sturm mit Regen hatte unter der Brücke, den für aewöbnllch trockenen Flußlauf in einen reißenden Strom verwandelt und die Brücke geschwächt. Ein Personenwagen wurde eine Meile stromabivärtS, der Gepäck- und der Rauchwagen überhaupt noch nicht gefunden. Nur der Schlaf- und der Speffewagen blieben auf den Schienen. Der Post- und der Kassenwagen wurden in der Nähe der Brücke mit offenen Geldschränken ohne Inhalt aufgefunden. Die Leichen vom P-rsonennxrgen, der jetzt halb voll Sand ist, sind geborgen. — Man nimmt an, daß die Zahl der Toten 125 beträgt. * T ie russischen Großfürsten. Zu den männllchen Verwandten des Zaren gehören, wie ein englisches Blatt schreibt, ein Bruder, vier Onkel vier Vettern ersten GradeS, zehn Vettern zweiten Grades, dreiz-hn Vettern dritten Grades und ein Großonkel. Sein Bruder, fein Großonkel, seine Onkel und bie Vettern ersten und zweiten Grade- find Großfürsten und werden Kaiserliche Hoheit angeredel, währeno die Vettern dritten GradeS nur russische Fürsten sind und Anspruch auf das Prädikat Hoheit haben. Aus^-r dem Zaren hat daS kaiserliche Haus also 33 männliche Mitglieder, die eine sckHvere Last für Rußlanb bedeuten: denn jeher erhält als Geburtsrecht ein Einkommen von etwa 2 000 000 Mark jährlich, von seiner Geburt an bis zur Todesstunde. Die Großfürsten und Fürsten des russischen Kaiser- paittcs eryanen apo köt inqntm oouwvuv uan tm ganzen! Tic Großfürsten draucl.en da- Geld aber nicht sehr nötig: beim sie haben ungeheure Güter im ganzen Land^. Im ganzen haben diese 33 Großfürsten und Prinzen zusammen 6000 en gl if du? Quadratmeilen Landbesitz, also cttva den 40. Teil deS gesamten Gebietes des europäisd>en Rußland. Außer diesen aroßeu Gütern gehören ihnen nod) 325 Paläste und Schlösser, und sie Wäftigcn 20 000 Bedienstete. Die Großfürsten genießen viele veck>tliche und gesellschaftliche Vorrechte in Rußland Sie köimen vor einem öffentlichen Gerickst nicht verllagt, (uitb als Zeuge in einem össentlid-cn Prozeß nid>t vorgeladen werden. Wenn einer eine Klage gegen einen Großfürsten vorbringen will, so muß ber Fall einem besonderen E)erid?tshof voraelcgt werden, der ausschließlich zu dem Zweck gebildet ist, RcchtSstreitigkciten zu verhandeln, in die Mitglieder der kaiserlichen Familie verwickelt sind. Wenn bei einem Prozeß die ZeugeiiauSsage ernes Großfürsten nötig ist. so muß sid> eine 5kommission von Gcridvts- beamten zu ihm in seine Wohnung begeben und dort seine Aussage cufncbtncn. Der Großfürst braucht die Wahrheit seiner AuSscrge nicht zu beschwören, seine einfache Unterschrift hat den Wert und die Nedeulnng eines Eides. Kunst und Wissenschaft. Frankfurt. 8. Aug. Im Alter von 79 Jahren starb gestern abend ber Maler Professor Heinrich H a f s e l h o r st. Der Künstler war in Frankfurt am 4. April 1825 al- Sohn eine- Kammachers geboren. — Der Musikkritiker Profesior Eduard HanSlick ist in Baden bei Wien q e ft o r b e n. HanSlick war bekanntlich einer ber größten Widersacher Richarb Waaners. Dandcl und Ikrlrchr. Vollibwirlschaft. Markte. Gießen, 9. Aug. Marktbericht. Aid heiitigem Wocbenmaickt kosteten : Butter pr. Pld. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Via. 2 Stck. 00—00 T'fg., Gänseeier 00—00 Hip., Enteneier 7—0 Pffl., Räft vr. Stck. 6—8 Pf..' Käsematte 2Stck. 5—6 Pfa. Erbsen pr.Liter 21Psg^ Linfen pr. Liter 32 Pfa., Taubenvr.Paar0,80 - 0,90Mk., Hühner pr.St 1,00—1.60 Mk^ Häbne pr. Stuck 0,60—1,20 Mk., Gmten pr. Stück 1.80—2,20 Mk., Ganse vr. P^b. 00—70 Pffl., Ochsen fleisch pr. Pfund 00—80 Psfl., Kuh- unb Rinbsteifch pr. Pfund 62—68 Psq^ Schweine- fteisch pr. Pfiind 60—72 Psg., Schweinesieisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfteisch vr. Pfd. 68—76 Psg„ pammelfteisch pr. Pfund 50—74 Psg. .Kartoffeln pr. 100 Kgr. 6,00—8,00 Mk., Weißkraut per Stück 9—12 Psg., per Zentner 0.00—0.00 Tlt, Zwiebeln pr. Zentner £.00-10.00 TU., Milch per Liter 18 Pffl., Aepfel per Zentner 00 bl? 00 TI?., in Körben 00—00 Psfl. Nüsse 100 St. 00 - 00 Pfg. Kirschen per Pfd. 00 — 00 Psa. Marktzeit 7—1 Ubr. Mießcner landwirtschaftlicher Wetterdienst. voraussichtliche Wtttcrnug in Hessen für Mittwoch, ben 10. August: Fottbauemb heiter unb trocken, tagsüber etwa- wärmer, nacht- Tcmpeiatur kaum oetiinbert, kühl. Nähere- bureb bie Gießener Wetterkarte. Meteorologische Beobachtungen Höchste Temperatur am 8. August Niedrigste , 8. CD Still Wetter »1.1 "6. 10,5 * C. c N der Station (Niesten. Augilst 1904. 87 97 62 WNW V" ?«• Bew. Himmel Klarer Nebel ä s 2*6 751,8 21,1 ll/> ' 731,8 15,4 11,3 751,7 1 124 10.1 Temperatur der Lahn und der Luft am 9. August 1904. Nach Reaumur gemessen mittag- zwischen 12 unb 1 Uhr. Wasser 17'//, Lust 17 • R. Albert Rübsameu. ritneste Wetdunqtn. Originaldrahtmeldungen de- Giestener Anzeiger-. Wien, 9. Aug. Anläßlich bc6 Abschlusses der Konvention zwischen Oesterreich-Ungarn und England hinsichtlich der Interessen Oesierreich-UngarnS in Egypten fand ein Austausch von Erklänmgen statt, wobei Oesterreich- Ungarn rückhaltlos die Position anerkennt, die sich England in Egypten verschafft hat, wogegen England den österreichischen Staatsbürgern in Egypten alle jene Begünstigungen zucrkennt, die im englisch-französischen Uebereinkommen bie französischen Staatsbürger für die Dauer von 30 Jahren zugesprochen erhielten. Die finanzielle Seite der egyptischen Frage wurde nicht berührt. San Sebastian, 9. Aug. Im Innern eines Salonwagens des königlichen Zuges, welcher den König AlfonS nach Viktoria bringen sollte, entdcckie man gestern drei Dynamitpatronen. Die Unterftlchung ergab, daß die Patronen durch die Bewegung deS Zuges unfehlbar zur Explosion gebracht worden wären unb den Zug vollständig zertrümmert hätten. Die Reise deS Königs ist infolgedessen verschoben worden. Von der Zensur werden nur wenige Einzelheiten über den Vorfall durchgelassen. Petersburg, 9. Aug. Eine unter dem Vorsitz WitteS stattgesundene MintsterratSsitzung beschloß, dem Zaren eine weitgehende Reform der Judengesehgebung, insbesondere die Abschaffung der Ansiedelungs-Beschränkungen, sowie die Beseitigung der ben Handel und Verkehr der Judew beschränkenden AuSnabmestellung zu unterbreiten.___________ tUödjrntliAe Ffbrrfidft brr fobrgfällr in hrr Stabt ftitlirn. 28. Woche. Vom 8. bis 9. Juli 1904. (Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblfchkeitszisser: 28,35 nach Abzug von 4 Ortslremben: 20,80 Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene : im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Wochenfieber 2(2) 2(2) —- — Tuberkulose der Lungen 2 1 — 1 Krebs 2 2 -1 Brechdurchfall 2 — 2 — Atrophie 1 _ 1 — Gehirnentzünbung 1 _ 1 — Lungenelftzi'mbung 2 2 —— — Altersschwäche I 1 Verunglückung 2(2) 2(2) — — . Summe 15 14) $Ö14j T I ' Anm.: Tie in Klammern geseiften Ziment geben an, wie viel der TodeLsälle in der betressenden Krankheit aus von ausivärtS nach Gießen gebrachte Krmcke konnnen. Für die Gesamt-Redaktion verantwortlich: L ,B. August Goetz. tilgen tnbitxi. 2" bet etwas wärmer, 'rat ‘■Wdjiift *l?5? tr. Stüct i(£**W,inb . - 3- ^chweme- w. UW 1?*« «r ^"pr. Zentner \«r teer 00 &• 00-00 $fg. T fei*« --ÄL **f*Kkt ä«4 *= > <*S? -H ^-Otäfgg, J* ;-- h*XJ2* ' =»r h.n^8‘ S:bT5e W Bene ! Pro. Himmel Slarrrhäm^ Ledel ‘ fLPC. n 8ih 11 1 ÖL .. RSPamen- kf?ul I -rüick) rn. kt flueil«1' itiW bttlo"' ,, gjtb lk?!a"° :‘srf " *9* —be Ockermch. v, y> ®nqla"k 2b bei •* ^^»nkiMNkN .■ L‘ Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anlässlich des schweren Verlustes, der uns betroffen, sprechen wir unseren innigsten Dank aus. ■ • TS M Ei, M/ M Wl ■ Ä*; M w ■ s ■ i ?A- .'.V d»»7-?7 ■■'«■■■■■ - v? WWW r g .,Ki -ggl '■vH ^^WWW MDWWDU Jy. • 7:*r W W?) 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