äsende Damen '»netrin^ WWuüUtii J vonLn- Miet. -W, Hopfter iri|t a harten kl fcuxpi 6«*xte* rw. • dVSkdeken als- uk ioijuleiöeiL 5*77 « die Exv. -U Ni Häuf J 1 t wölbet an Tchetzlv alsbald •rr. Mfa 03878 yt HW • , Äctt* börenb, -57. tm Qitßtntt «■fei. Ml -r.ifT nW Be- r^.t'ltrotTTDt^D- - • ;txxXimL iei W und bfit " v; n Lor An' rinn. *^enJu£ ,fN— W' ’vr r^mwrg U Me. Nr. 159 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Kefstscher Landtag Zweite Kammer. R. B. Darmstadt, 8. Juli. Staatsminister Rothe, Geh. Staatsrat 0. eröffnet die Sitzung irm 9y4 Uhr. Tas die Wahl der beiden Abgg. U l l m a n n Samstag 8. Juli 1904 Rotationsdruck und Vertag der Brühl Ich«, Universitatsdruckerei. R. Lange, Gieße». Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr. r. Tel. Nr. 5L Telegr^-Adr. r Anzeiger Gießen. Nach kurzer weiterer Debatte wird Art. 21 nach dem Ausschußantrag angenommen. Tie Art. 22, 23, 24 und 25 enthalten Bestimmungen über Wahleinwendungen usw. und werden ohne Debatte angenommen. Art. 26 bestimmt näheres über die Wahlkommrssion, die von jetzt ab „O rts w a hl ko m Mission" heißen soll. Ter Artikel wird in etwas veränderter Ausschußfassung angenommen. In Art. 27 wird bestimmt, daß die Wahlhandlung von 10 bis 6 Uhr stattfindet. Zur Stimmabgabe werden diejenigen Wähler, welche um 6 Uhr nachmittags im Wahllokal bereits anwesend sind, noch zugelassen. Ter Ausschuß beantragt dagegen, daß die Wahlhandlung um 12 Uhr mittags beginnen und um 8 Uhr abends schließen soll und wünscht folgenden Lusatz: In Gemeindnr unter 500 Seelen kann die Ortswahlkommission mit Zustimmung des Kreisamts die Wahlzeit auf 2 Uhr nachmittags bis 6 Uhr abends festsetzen. Gin Antrag Tr. Buff-Müller will dagegen die Zeit von 10 bis 7 Uhr festgesetzt wissen. Geh. Staatsrat Krug von Nidda ersucht das Haus, die Regierungsvorlage anzunehmen. .Tie Zett von 10 bis 6 Uhr entspreche auch den Vorschriften über die Reichstagswahll Eine Verlängerung der Frist bis 8 Uhr sei schon wegen der sich bis in die spate Nacht ausdehnenden Tättgkeit der Wahlkommission nicht zu empfehlen. Abg. Tr. David wendet sich sehr lebhaft gegen den Antrag Buff, und meint, daß dieser Antrag nur darauf berechnet sei, den Arbeitern das Wahlrecht zu erschweren. Abg. Tr. Buff tritt diesem Vorwurf entgegen und meint, sein Antrag verfolge gerade den Zweck, eine Mittellinie zwischen dem Regicrungs- und dem Ausschußantrag festzulegen. Abg. Reinhart wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Tr. David, dessen Gründe für die Fristverlängerung nicht stichhattig seien. Jeder Arbeitgeber sei verpflichtet, seinen Arbeitern die erforderliche Zett für die Ausübung des Wahlrechts zu gewähren. Abg. Korell bemerkt, daß die Mehrzahl der kleinen Leute die Mittagspause zur Ausübung ihres Wahlrechts zu benutzen •• ,, , - -~r - ----- ein Exemplar unentgeltlich ausgeliefert: die Kosten der Vervielfälttgung trägt die Gemeinde? Regrerungsrat Tr. Weber bemerkt hiergegen, die Regierung könne lich mit der gesetzlichen Festlegung der Vervielfättigung nicht einverstanden erklären; die Kosten für dieselbe würden auch für die Gemeinden recht hohe werden. .Um die Listen möglichst bekannt zu geben, habe die Regierung schon die Frist für dre Auslegung derselben auf acht Tage verlängert. ..Abg- Ulrich erklärt sick für die Beibehaltung der Vor. schnft auf Vervielfältigung der Listen. Abg. Weidner wünscht die Veröffentlichung der Listen tu den Blättern. Die Wahlresorm. Die Wahlrechtsberatung wird darauf bei Art. 19 fortgesetzt. M>g. Bitt Han hat hierzu einen besonderen Antrag ein- gevracht der eine andere Wahlkreiseinteilung für Rheinhessen ^"Mlag bringt. Eine Verlesung des Anttags findet nicht Ix itthan begründet seinen Anttag und erklärt, er tünne sich mit der vom Ausschuß vorgeschlagenen Wahlkreisein- ttilung absolut nicht einverstanden erklären, denn sie enthalte nur Verwirrung und Ungerechtigkeiten, zerstückele auch die einzelnen Wahlkreise ohne Grund und entspreche nicht den früheren Abmachungen und Versicherungen. Man hätte die Wahlkreise unter Zugrundelegung der Amtsgerichtsbezirke einteilen sollen. Der Redner, der wegen der allgemeinen Unruhe im Hause auf her Zournaliftcnttibüne fast gar nicht zu verstehen ist, tadelt noch besonders die verkehrte Wahlkreiseintettung im Kreise Bingen urw legt dann die Verhältnisse in seinem Wahlkreis Wöllstein dar. Abg. Reinhart bemerkt, eine Wahttreiseintettung sei wohl die scknvierigste Aufgabe, die es gebe, denn es sei unmöglich, es allen Parteien reckst zu machen, um so weniger, als dabei ja auch perionliche Interessen mitgetroffen werden. Alle Wünsche zu be- sriedigen, würde auch der Regierung nicht möglich gewesen sein, ^.er Ausschuß habe sich aber bemüht, allen Interessen gerecht zu werden, und die Einteilungg sei im ganzen so, daß die bürgerlichen Parteien, wenn sie ihre Pflicht taten, auch in der Lage seien, ihren Besitzstand au sickern. Gerade durch die neue Wahlkreis einteilung sei in Rheinhessen die Grundlage gegeben für eine Verständigung unter den bürgerlichen Parteien, und wenn eine solche gelinge, so sei das allein schon ein schöner Lohn für dre Ausschußarbeit. Dem Anttag Pitthan könne er nicht zu- ftimmen, der wolle ja.die ganze Wahltteiseinteilung umstürzen. Eine (Einteilung der Wahlkreise nach den Amtsgerichtsbezirken fei nickst angängig gewesen, ebensowenig habe man dem Verlangen der Oppenheimer Protestversammlung Folge geben können. Nach dem Aussctzußanttag seien dem Zenttum drei Wahlkreise ganz sicher, unsicher seien dagegen die Wahlkreise Kastel und Ober- ingelheim. Die Nationalliberalen hätten ihre fünf Wahlkreise Pfeddersheim, Alzey, Wöllstein, Oppenheim und Worms ebenfalls ganz sicher. Tie Eintettung der Streife in allen drei Provinzen sei ja keine vollkommene, aber sie trage nach Möglichkeit den Staatsminister Rothe bemerkt, das Hans habe den Kom- promißanttag Bähr mit der verfassungsmäßigen Stimmenmehrheit angenommen. ,£4e Regierung müsse sich sowohl über diesen Antrag, wie auch bezüglich der hier vorliegenden Wahlkreisein- tettung ihre Entscheidung vollständig Vorbehalten. Sie werde sich auch nicht an der Tebatte beteiligen, schon um für die Verhandlungen in der ersten Kammer vollständig freie Hand zu haben. Handelte die Regierung anders, so würde das nicht im Interesse der Vorlage geschehen. T4e Generaldiskussion ist damtt beendet und es folgt Aufruf und Genehmigung der einzelnen Kreise. Tie 18 Wahlkreise der Provmz Starkenburg werden der Reihe nach ohne Debatte genehmigt. Bei Verlesung der 14 Wahlkreise für Oberbessen beantragt bei Wahlkreis 5 Bad Nauheim Abg. H i r s ch e l die Ueberweisung der Ortschaft Bisses an den Wahlkreis Nidda. Abg. Tr. Wind eck er erhebt gegen diesen Anttag Widerspruch und wünscht, daß drei Orte, die man ganz unmotiviert aus dem Wahlkreis Nauheim herausgenommen, diesem wieder zugeteill werden, da sie auch wirtschaftlich aufs engste mit diesem Wahlkreis verbunden seien. Er hält die Zuweisung von Nieder- und Obermörlen, foitrie Schwalheim an Nauheim für sehr erwünscht und empfiehlt, dafür die Orte Bisses, Leydecken, Heuchelheim, totammbeim, Nieder-Mockstadt usw. Nidda zuzuteilen. Nach einigen weiteren Wünschen der 2lbgg. Erk und Joutz wird die Eintettung für Oberhessen genehmigt. Bei Aufruf der 11 rheinhessischen Kreise befürwortet Abg. Pitthan nochmals die Forderung seines Anttags und Abg. Tr. David spricht beim Wahlkreis Kastel ebenfalls Wünsche nach einer gerechteren Einteilung aus. Bei der darauf erfolgenden narnenttichen Abstimmung über die gesamte Wahlkreiseinteilung erfolgt die Annahme mit33gegen 12 ©timmen. Mit „Nein" stimmten die Abgg. Braun, B r e i m e r, T a m m, Erk, Dr. Gut- fleisch, Dr. Heidenreich, Möllinger, Pennrich, Pitthan, Reh,.Stöpler und W i n d e ck e r. Tie sämtlichen Abänderungsanttäge werden abgelehnt. Art. 20, der die Aufstellung der Wählerlisten betrifft, wird ohne Tebatte angenommen. .Bei Art. 21 wird bestimmt, daß die Wählerlisten acht Tage lang auf den BürgermeisteceiLn ausliegen sollen. Ter Aussa>uß beantragt hierzu: „Die Wählerliste ist zu vervielfälttgen. Jcd.'r irahlberechtigte Einwohner der be- Am Ministertisch: Krug von Nidda, u. Präsident Haas Daus crNärt zunächst ... —,. —---... — (1. SBciirf Ober Hessen) und Tr. Windecker (2. Bezirk Ober- Hessen) für gütig. Zweites Blatt. 154. Jahrgang Erscheint täglich mit Aurnahme beB Sonntag». »Je ^etzener LamilienblStter" werden dem |n| All Alt AV f I Ai A AV ^naeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der UM U U UM tT ■ B ff D 8'M m U »hessische Landwirt- erscheint monallich einmal. ▼ V H BI W*' ■ U W' V H M-R Rechnung Nach Annahme des Anttags Bähr sei I ttefsenden Gemeinde erhält auf Wunsch ^a^^ktserntettung für Rheinhessen noch! ausaeliefert: die Kotten der grö&er geworden: eine andere, als die vorliegende zu treffen, sei nicht möglich gewesen. ' & ZS K CO CD <5 Ü' s« 140 C£> CO Co Cö 3 ä» CD Ö er er so O n CD CD «oor o CD 3> <3 5 CD S D CD D % D O D CD Cn X53« ÜO o CD 05 r-e 5 CD 3 !. 5 C^C; 00 »D ?3 o ÖD CO D 05 crT? 02 CO co CD 5 esr CD 5 r* o « LL Q D CO CO to 05 05 Cß CO CO 0D cc o to bO CD 00 00 O ■er s s CD ■sS^CD er cd • 05 D D CD & D- s ©’ to CO 00 ISO CD D- C CD O CO 00 sr 3 o -onS- C£> O to O o to Or CD D CD to oo to & D to CD 05 to D iÜJ © 05 _ 05 to o 5 KD CO ö1 to to to CD to O* Qv CN O< O 4» s = g.» 5 er %• O* C3 |D tO O OQ GO CO CD & CD I O' to «-* ES ^^5 g. 53. a X P p D '®s 5 cd r> 5* o*’ 00 co SA D ö CD QD sQ'CD 'D' $$ " s» en- * r*" to oo ” w. co 'M. c» NO CD © •zz» er =5 ° . CD xDrCr? i-4- er c=d O) 2 o " 8 « CD ZS £ D 2- 2 £ <3 CO r> CO o to co to O CD to 00 © UL O 00 © Ü» co © co D QM Ut) 5 to 00 co co CD 05 05 05' CO 00 co o o CO CD CD C0 4^ O 5 3 w 00 CD Ü' q ,—. (p to CD CD O' 05 O< C0 © to to to CD CD to to CD 00 s C' cn v 00 s -r QD to to S P: D D <5v D 3 Uti 8 - tu 6) s O D to QD P P CO CD CD 00 CD O Or 5 ' O o CD ö to 05 to Q 00 to C O & ” i-tD 5» CH H- tO 0D CO 00 CD O H> .Q< s —1 co 0Ü’Q 00 ' 2. _ y 05 Cn O CD •0 O' er* o c o 5 •d to 00 to _ <$e d D » o CPcD 33- 0 D 3. CD U0 C: D er 3 cd " Q ct> c 2 2 5. r ■ XÖ9 A to 00 to - 2 « 2. 5 n ~ 4. » 3 <1 « • <0 22 CD I eo- l I CD 05 0« -*d H 01 ox : h r» - - g« 5 o CD C 00 *-* to CD IO Ü' CO h- C" cn o t-* © CD CD CD D C cd s 05 CD 05 to - CD , 3 CO a a 3 0 y co to d D CD CD CD 05 Cn to to to 00 CD 00 CD CD D G <$to to CD CD to CD to CD D D tlv 8 5 3 O P» 'S” p 3 «v D L to CD CD 05 to o< 05 to V' © to CD to GO <3 O 35 OD 0 = W* o er cP X’* r**r) ® or o 158 g 3 CD r-; «-Dr 3 tOÄH CD ** Q* CD CD 00 -> | DO M tO Qi o 05 QO 3 U-S-D- 2" 3. g _ e p 13 S 2 3 3 « 4ju , D< 2 CP. CD o CD 05 Qx Q CD CD -t D 35 «to * Or 5 Sg □ 2 3 3 3 «• ö C-Co o -K 3 3 ® ö D S- _ 23 K: <3* « _ D- 2 O CD _ cd" rr 2 V . j- 2 . j g g’? •* 2 D* § rt. O »ip CP o D' 00 CD CD to tO CD D CD 5°-.. fi.» CD tO CD -a CD to LO L cO **." 2 3* «to § to to to CD 00 CD to M H W C3 Z- <3 SS K Do «SO E- «V X CD -Q _ 0» o JctE " Oo = p " d ß 2. D- D 5 'SCO K 2. CD Xhtftrn. ,6t >il;t, tw 1*1 der ReichstaaSwoU, bie Festsetzung ** Sext fron 10 bei 7 Uhr für bie riiNiaitt. Abg. Dr Schmitt biüt he Zeit von ,10 bis 7 Uhr im Snntip glcutnült iur die richtigftr. unll ober für die Heineren litfcidMvrungtn »uUiien. ue 10 bei 8 lU?r dutbebru. Die Annahme bet h'iatrcn et ’x'üjt xmt 19 gegen 17 S/xmmen. Art -8 bestimmt bie An ber Wahlhanblung und wird dem Äusz'chußanttag ennrnechexrd inu ber Acnbemng angenommen, Zukunft anstatt ^ahikvmmlssion . C n->u\:blH'mmmivn ' >u hetzen kl Sie An 29 bt# 32 lverbcn ohne Aenbcrung ge- ntbmigt Bei Art 33, bett, die Handlung ber Stimmabgabe, genebmibt das Haue- einen Ausjdnißanttag auf Einfügung des 3a&ex' „iKubett Bestimmungen über die Beickaficnhcu ber &abl*( uauii i;x*rben von unserem Ministerium getroffen Ta^elbc ivtrb bxe ^Sabinrnen nach e.nbeitticher Form aus Kosten ber Gemeinden hur bie legreren beschaffen." Art. 34 und 3o iverbcn luweränberi angenommen. Bei Ar:. 36, welüxer den Schluckt bei der Wahl' □anblung vorschreibt, beantragt ber Ausschuß folgende Fassung: Um 8 Uhr abends erklärt der Wahlvorsteher, bau nur noch bie- iemgen Wähler zur Stimmabgabe zugelassen roerben, welche im Wadttokal bereue anwesend nab. Sunt Zweck einer geordneten rnrchiubrung ber hiernach noch zuzulassenden Stimmabgaben ist ber ^Wahlvorsteher berednigt, vorül*rgchend und längstens bis zur le&ctn Stunmaixgabe die Zugänge zu dem Wahllokal schließe» zu lassen." Abg. Tr. Buff stellt hierzu ben Antrag, den Wahlakt um 8 Ubr zu schließen und bann auch keine weitere Stimmzettel mehr an^unebmen. hiergegen wandten sich bie Abgg. Tr. David, Dolf, Sc ibn er, Seelinger, bie zumeist zivar bae Wahllokal um 8 Uhr geflossen, aber iwch die Stimmabgabe der bann befinb- Udxn ^Sabler zugelassen wissen wollen. Nach weiterer Debatte wirb der Ausschu^anrrag angenommen. Tie Art 37 bis 45 locrben nach ben AuKchußancräaen ohne weitere Debatte genehmigt Art. 46 lautet nach ber Re- aierungeFassung: „Tas Amt der Wahlvorsteher, Beisitzer und Prvtt-kollfudrcr bei ber Wahlhandlung in ben Abstimmung^ bezirken und ber Beisitzer bei der Ermittelung des Wahlergebnissen in beit Wahlkreisen ist em Ehrenamt für welches eine Vergütung nicht gewährt wirb." Ter Ausschuß will Dagegen ben Schlußsatz bahin geändert haben: „für welches eine von dem Gemeindera. festzusegende, aus ber Gemeindek^sse zu leistende Vergütung gewöhn werben kann." Ter Negierungsvertreter erklärt sich namens ber Regierung gegen diesen Aussenszantrag, b;e Abgg. Weidner und Köhler wctrn jür bie Bewilligung bieser Vergütung ein. Ter AuHchußanrrag auf Vergümna wirb Darauf mit allen gegen fünf Stimmen angenommen. .Nachdem das toaud bann ohne Debatte bxe Art. 47 bis 50 nach den Ausschußanträgeu genehmigt, vertagt das Hans um 1 Uhr bie Wciterbcratung auf heute nachmittag auf 3^ Uhr. e Nachmittags- und Schlußsitzung. Tie Nachmittagssitzung wird um 3)« Uhr eröffnet. Tas Hans setzt bie Beratung ber WahlrechtSvorlage fort bei Art 51, ber ebenso wie Art. 52 und 53 ohne Debatte genehmigt wird. .Für Art 54, der bie Ungiltigleit einer Wahl bestimmt, beantragt der Ausschuß folgender. Zusatz: „Ist bie Ungiltigfeü ber Wahl vorsätzlich ober g rodfahrlästig bura) ein Mttälicb ber Wahlkonnniis.on berbcigefübrt worbcn, so unterlieg: biqe* Mitglied ben iur Beamte geltenden Disziplinarvorschriften." Dieser Antrag wird mit großer Mehrheit angenommen. Tie Art. 55 und 56 finden ohne Debatte Annahme. Bei Art. 57 war früher unter ber Boraussetzilim ber Zahl von 6() Abgeordneten bestimmt worben, bas; alle drei Jahre 30 Abgeordnete neu gewählt werden sollten. Die Kammer beschloß fetzt nad> dem Äusfchnßantrag, bab .nach den ersten bvvi Jahren $8 und nach weiteren drei Jahren 27 Abgeorbnete auszuscheiben haben. Weiter genehmigt die Kammer eine iwiie, vvm Ausschuß norgeschtagene F-assung dieses Artikels. Tie Art. 58 dis 61 werden mit geringen Acuberungai angenommen. Lieber Art. 62, tocldxr nad) der Bestimmung, daß das Gesetz mit dem Schlüsse der geyemvärtiyen Tagung in Kraft tritt, und danach bie Wahlkreise sestsetzt, in beurn 1005 bczw. 1908 bie Nemvahlen statt-ufinden haben, Abt AbQ. v. Brentano ein längeres Referat. Dann )wrbcn Schlußartikel, Einleitung und Ueberschrift genelnnigt und der Protest der Oppenheimer Versammlung über bie Wahlkreis- Einteilung in Rheinhessen für erledigt erklärt. Tie Beratung der Wahlrechtsvorlage ist damit beendet, da eine zweite Beratung des Gesetzes nicht beantragt ist. Es hat deshalb auch keine weitere Sclstußabstimm- ung stattzu finden. Wilnr lenvartcn waren auch noch die rückständigen Gegen- stände auf die heutige Tagesordnung gesetzt worben. TaS Haus verwies zunächst die Anträge der Abgg. Weidner, bett. Revision ber allgemeinen Bauordnung, und Köhler, daS Braun- toblcnbergmer. bei Münster (Kreiö Gießen' bitt., Und Molthan und O»en., bie Weiterführung der Selztalbahn von Stadecken nach Rieder-Olm bette ff eno, an die zuständigen Lusschüffc. lieber bie Regierungsvorlage, den Momvacher Lanbdamm hier Verkauf von fiskalischem 0>dänbe betreffend, erstattete Abg. Mö 11 inger muublidxu Bericht, nachdem die beantragte Dringlichkeit zupe- standen worden war. Es dreht sich hier nur um zwei Beine '5hrunbftüde von Ritt laus 'Hiebl und Balthasar Reitz in Monidach, für toelcbc 1312 Mk. jmb 140 Mk. behufs Erhöhung und Per- Närkung des Momdackn'i Landbammes gezahlt werden sollen. Die Kammer erteilte ber Regierungsvorlage ohne Debatte die erforderliche Genehmigung. Zur Beratung standen dann noch die Rückänßerungcn der ersten zkammer, betr. die drei Entwürfe über das Kelbstrasgesetz, das Forst st r a fgesetz und daS Verfahren in Forst- und Feldrüge- fachen. Justtzminister Dr. Dittmar legte eingehend die Gründe jür bie abweichenden Beschlüsse bet erfreu stamm er dar, die |ul) auch mit der Anschauung ber Großh. Regierung deckten, und bat uni Zufummung zu diesen Beschlüssen. Abg. Reh beantragte namens des Ausschusses, daß da- 5)auS bie von der erfren stammer gefaßten Befchlüsfe genehmigen möge; eS wurde demgemäß Beschluß gefaßt. letzter Gegenstand der Tagcsoidnung ist die Vorstellung der ehemaligen Hess. Unteroffi ziere, bett, die Unteroffi-ierS-Stcrbe- und Witwenkasse in Peibindung mit dem Antrag jyrenau über die Aufhebung der Beitrüge zur Lsfiziers- Witn>en- und Waisen- sotvie zur Unterofsiriccskaffe. Das vauS mmnu den vom Abg Weidner schriftlich erstatteten AuS- s chu ßbe richt ohne Debatte an. Präsident v a a s erklärte daraus die Tagesordnung für erledigt und schloß mit dem Wunsäre, daß die Kollegen int Derbst oder wenn es sonst gewünscht werden sollte, recht gesund ivieber- kehren möchten, bie Sitzung. 5>it neue ZSahlkrriStinteiluug in Avnökssen. An Stelle des vom Ausschuß zu Art 19 gestellten Anträge* ist nach dem modifizierten ÄtiSschußanirage letzt nach J? 00 o o O) c — ec» kO 'Z •— o fSb C co — !_ »o x ® CI — o ' CO SQ 3 .J -*• CD. t- X ®* « o ’r — sr * ” . I ° «s =: & c - o - 75 2 C5 — iS) es ►G »c Lsr - -- o; — y, csi s — — Z) o »s <2 S jO E c: D T «$> o *o O = O - 0^7 — -o c c 1 = = r? o- c a B Z u x: c JO .. C_C-° 11°; = <5 _ JO — .2-5- <— c 5 ^2. S <5 *"* (ff o ■*? Ü) £ JO o -o K-L i 3 ' 3 o — H wt'S izd E •9 - — _ (Cd . . z • S | » s T - I «• 5 c ‘— X 3 * ~ e*kO *6 Q> & L £ x> ‘C :C kC- P 34 g» a. a H d s. e: v a- s ü) 5 xöH Z y •O _( -f -D OD ! Q 'S <3 2^9 2Q)eo r/j» s <2-3 C /5 - - -«Z <5 x; — y c £ 'z Oft,£ 2 5 .J- £ ■^c:- 5 c - -=•£#> c. c O . a« o ft* « c? -*£■£' C-;C Q _, . X v> <3 <*» e CD K ’s c z> s .S5 's t»:- G kG' P kG~ S S ft* § .xn .» -D § JO CD 2 E kO g: T* s 2 Oos 2 =■ CQ m ~ «s 3 jo ap 2 . Etc 3 G) 3 - ixn kO P» £ a «» . o c rO. — o E öS ■ o 3 a 4; G> 5 C 05 *£" CD K3 e kJ kO • c X. *T7 kT. is: cn e s Ass w* r. 5 -- 0"o-~ - o C M f 3 *“ s ej - -b - AZ « - s Z - 5; s x* £S W 1_* E s 70 t — kJ **" o' H J° " -ow - S <£> .2f — »c 5 ° 01 »65®* "2 2 'S = - JO °-Hä1Es8».E§-2 GDft* <-*- CjO- c; O 03 3 S «» U 03 r-, CD-*“ 'S.£ L -^2 JO *3 S s C9 O 3 ** CD ft* .2L 's 2^? 5 Burkhardsfelden, Climbach, Flensungen, Flensnnger-Hof, Geilshausen, Göbelnrod, Groß-Eichen, Grünberg, Harbach, Ilsdorf, Kesselbach, Lauter, Lehnheim, Lindenstruth, Londorf, Lumda (Groß- und Klein-), Merlau, Odenhausen, Queckborn, Reinhardsham, Reiskirchen, Saasen mit Bollbach, Beitsberg und Wirberg, Solms- Ilsdorf, Stangenrod, Steinbach, Stockhausen, Trais o, o. Lumda, Weickartshain, Winnerod. Einwohner 17 754. 10. Wahlkreis Homberg. Appenrod, Arnshain, Bernsburg, Bernsfeld, Bleidenrod, Büßfeld, Burg-Gemünden, Dannenrod mit Neu-Ulrichstein, Deckenbach, Ehrmgshausen mit Oberndorf, Elpe»,rod, Erbenhausen, Ermenrod, Gleimenhain, Gontershausen, Haarhausen, Hainbach, Heimertshausen, Höingen, Homberg, Kirschgarten, Kirtorf, Lehrbach mit Schmitthof, Maulbach, Rieder- Gemündell, Nieder-Ofleiden, Nieder-Ohmen mit Köntgsassen, Ober- Gleen, Ober-Ofleiden, Ober-Ohmen, Ohmes, Otterbach. Rüddings- hausen, Rülfenrod, Ruhlkirchen, Ruppertenrod, Schadenbach, Seibelsdorf, Unter-Seibertenrod, Wäldershausen, Wahlen, Weiters- hain, Wettsaasen. Zellbach. Einwohner 17 496. 1L Wahlkreis Alsfeld. Alsfeld, Altenburg, Angenrod, Bieben, Billertshausen mit Gethürms, Brauerschwend, Eifa, Elbenrod, Eudors mit Dotzelrod, Fischbach, Groß- und Klein-Felda mit Schellnhausen, Heidelbach, Hergersdorf, Hopfgarten. Kestrich, Köddingen, Leusel, Liederbach mit Oberod, Münch-Leusel, Nieder- Breidenbach, Ober-Breidenbnch, Ober-Sorg, Rainrod, Reibertenrod, Reirnenrod, Renzendorf, Romrod, Schwabenrod, Schwarz, Slorn- dorf, Strebendorf, Stumpertenrod, Unter-Sorg, Badenrod, Vockenrod, Windhausen, Zell. Einwohner 18 321. 12. Wahlkreis Lauterbach. Allmenrod, Angersbach, Bernshausen, Blitzenrod, Dirlammen, Eisenbach, Eulersdorf, Frau-Rombach, Frischborn, Grebenau, Hartershausen, Heblos, Hemmen, Hutzdori, Landenhausen, Lauterbach, Maar, Nieder-Stvll, Ober-Wegfurth, Pfordt, Queck mit Wehnerts und Sassen, Reuters, Rinlbach, Rimlos, Rudlos, Sandloffs, Sassen-Hof, Schlitz, Schlitzer Wald I—VII, Sickendorf, Udenhausen, Uellershausen, Uetzhauseu, Unter-Schwarz mit Rechberg, Ullter-Wegfurch, Wallenrod, Wallersdorf, Wernges, Willofs. Einwohner 17 898. 13. Wahlkreis Herbstein. Altenhain, Altenschlirf, Bannerod, Bermuthshain, Bobenhculsen II, Crainfeld, Eichelhain, Elchenrod, Engelrod, Feldkrücken, Fleschenbach, Freiensteinau, Grebenhain, Gunzenau, Heisters, Helpershain, Herbstein, Höckersdorf, Hörgenau, Holz-Mühl, Hopfmannsfeld, Ilbeshausen, Jlbes- häuser Wald, Kölzenhain, Lanzenhain, Meiches, Metzlos, Metzlos- Gehaag, Nieder-Dtoos, Nösberts, Ober-Moos, Ober-Seibertenrod, Petershainer Hof, Rad-Mühl, Rebgeshain, Reichlos, Rixfeld, Salz, Schadges, Schlechtenwegen, Schmitten, Sellnrod, Steinsurt, Stockhausen, Ulrichstetn, Vaitshain, Weid-Rtoos, Wohnfeld, Wünsch- Moos, Zahmen. Einwohner 17 081. 14. Wahlkreis Schott en. Betzenrod, Breungeshain, Burkhards, Busenborn, Eichelsachsen, Eichelsdorf, Einartshausen, Eschenrod, Freienseen, Gedern mit Schönhausen, Götzen, Gonterskirchen, Hartmannshain, Herchenhain, Kaulstoß, Klein-Eichen, Lardenbach, Laubach, Laubacher Wald I—III, Merkenfritz, Michelbach, Mittel- Seemen, Nreder-Seemeli, Ober-Seemen mit Altenfeld, Rainrod, Rudingshain, Ruppertsburg, Schotten. Sichenhausen, Stockhäuser- Hof, Stornsels, Ulfa, Bolkartshain, Wenings, Wernings, Wetterfeld, Wingershausen. Emwohner 18 764. 15. Wahlkreis Nidda. Bad Salzhausen, Bellmuth mit Bieberberq und Steinkaute, Bergheim, Verstädter-Mark, Bingenheim, Bleichenbach, Blofeld, Babenhausen I, Borsdors, Conrads- dort, Dauernheim, Dauernheimer Hof, Eckartsborn, Effolderbach, Fauerbach b. 9si Geis-9tidda, Gelnhaar (Domanral), Gelnhaar (Isenburg), Glashütten mit Igelhausen mrd Strefthain, Grund- Schwalheiin, Harbwald mit Glaubzahl, Hirzenhain, Kohden, Liß- berg mit Breitenhaide, Leustadt, Atichelnau, Nidda, Ober-Mockstadl, Ober- und Unter-Lais, Ober-Schmttten, Ober-Widdersheim, Ortenberg, Rabertshausen I, Rabertshausen II, Ranstadt, Reichelsheimer Anteil an der Bingenheimer Mark, Ringelshaufen, Schleifeld, Schwickartshausen, Selters, Steinberg, Stockheim, Urtter-Schmitten, Unter-Widdersheim, Usenborn mtt Louisenlust und Stollberger Wal^ Wallern Hausen mtt Hof Finkerttoch, Wippenbach. Einwohner 16. Wahlkreis Büdingen. Allenstadt, Altenstädter Markwald, Alt-Wiedermus, Auleri-Diebach, Betten, Beundehof, Bindsachfen, Bös-Gesäß, Büches, Büdingen, Büdinger Wald mit Tiergarten, Büdinger Markwald, Burabracht, Calbach, Diebach am Baag, Düdelsheim, Dudenrod mit Christinenhof, Eckartshausen, ckartshäuser Oberwald, Eckartshäuser Unterwald, Engelthal, Erb- .stadter Domanialwald, Glauberg, Harnchen, Hain-Gründau, Hardeck, Heegheim, Himbach, Hltzkirchen, Höchst a. d. N., Höchster Wald, Illnhausen, Kefenrod, Langeii-Bergheim, Lmdhelm mtt Ensheim, Lorbach mit Herrichaag, Dtarienborn, Michelau, Mittel-Gründau, Mittel-Gründau Ortsbez., Oberau, Orleshausen, Pferdsbach, Rinder- bügen, Rodenbach, Rohrbach, Rohrbacher Wald, Rommelhausen, Ronneburg Hof, Ronneburger Wald, Unter-Diebach, Bonl)au en. Wolf. Einwohner 17 805. Deutschamerikaner giebt eS nicht? Zir den Gästen der 50jährigen Jubelfeier der Wisconsiner Staatsuniversität in Madison gehörte auch der deutsche Reichskommissar für die Welt- aussteUuna, Geh. Oberrcgierungsrat Dr. Lewald, welcher während der Festtage von dem Vorsteher der „Germania" rn Milwaukee über seine Ansichten betreffs des Deutsch- amerrkanertums interviewt wurde; Dr. Lewald sagte: „Von Deutschtümelei der Deutschamerikaner, wie solche hin und wieder von unverständigen Leuten versucht wird, will ich nichts wissen. I chkenne nur Amerikaner. (Bekanntlich soll vor Jahr und Tag der deutsche Kaiser emmal dasselbe gesagt haben, er kenne nur Amerikaner, aber keine Deutschamerikaner. Anm. d. Red.) Und wenn solche, die von Deutschland stammen, es sich angelegen sein lassen, im betten Interesse für die Vereinigten Staaten und Deutschland zu wirken, Handel und Wanoel zwischen beiden Ländern zu hegen und zu vflegen, und auf dem Felde von Kunst und Wissenschaft sich 'im friedlichen Wettstreit zu üben, dann tun sie für ihr Atoptw- vaterland und die politisch verlorene alte Heimat das Beste. Die aus Deutschland Ein gewanderten müssen Amerikaner sein, denn Deutsche können sie nicht bleiben, das ist ein Unding." Dr. Lewald ist wiederholt in den Vereinigten Staaten gewesen, da sollte er doch beobachtet haben, daß es allerdings Deutschamerikaner gibt, so gut wie Angloamerikaner. Wer die Politische wie wirtschaftliche Geschichte der Union kennt, weiß, was gerade die Deutschamerikaner für die Union getan haben und welchen hohen sittlichen Wert gerade das Deutschtum für die Entwicklung der Union gehabt hat und noch hat. Dr. Lewald scheint wohl von der Existenz eines gewissen Dcutschamerikanischen Nationalbundes und tausender deutscher Vereine in der Union nichts zu wissen? Oder hat sich der Berichterstatter etwa verhört? Daß die eingewanderten Deutschen amerikanische Bürger werden, halten wir für selbstverständlich, denn sonst sind sie eine politische 9tull; aber ebenso selbstverständlich und berechtigt ist es, wenn sie als gute Deutschamerikaner ihre deutschen Sitten und Gebräuche bewahren. Dies Recht beansprucht der Anglosachse, der Ire, der Pole, der Italiener, Und der Deutsche soll dies nicht dürfen?! Aer Aufstand in Aeutsch-SüdwestafriLa. Okaha ndja, 8. Juli. Die Aussagen des englischen Händlers Wallace, der bis vor kurzem von Samue Maharero gefangen gehalten wurde, decken sich mehrfach nicht mit den Aussagen anderer Leute. Der Store-Besitzer Michels behauptet: Anfang November habe er Samuel aus geschäftlichen Gründen besucht. Er mußte im Vorzimmer warten, da gerade eine Versammlung der Häupllinge stattfand, der arlch Wallace beiwohnte. Er will nur gehört haben, daß der Dolmetscher Samuels Schulmeister Wilhelm zu Wallace holländisch sagte: „Es bleibt dabei, es sangt an allen Orten zugleich an.Ä Eine halbe Stunde später habe Michels den Wallace daraufhin interpelliert, welcher behauptete, es habe sich um den Ankauf seiner Farm gehandelt, dann aber hinzugesügt, mir kann passieren was will, die Hereros werden mich nicht untergehen lasten. Michels ist der festen Ueberzeugung, daß Wallace die Hereros freiwillig begleitete. Wallace versichert demgegenüber, er habe keine Ahnung von dem Aufstand gehabt und als Gefangener unter strenger Bewachung gestanden. Ein Diener bestätigt, daß die Hereros am Omuramba stark verschanzt wären. Eine Herero-Frau erzählt, Wallace habe freie Bewegung gehab und sei zu den Beratungen der Großleute zugezogen worden, im Gefecht aber stets bei den Weibern gewesen. Berlin, 8. Juli. Nachrichten au§ Südwestafrika zu- olge starben: Gefreiter Gustav Bars (Bagensky-Transport) am 4. Juli in Otjosondu, Marme-Oberassistenzarzt Tiburtius am 5. Juli in Otjosondu, Reiter Otto Tietz aus Reppen (Kreis Weststernberg) am 6. Juli in Okahandja, Leutnant v. Wurmb am 7. Juli in Okahandja. lÄder hatten sich mit Prügeln bewaffnet, mit denen sie cmE btt Oberndorfer ernfchlngen. Diese erhielten ihre Hiebe, wobei der Bergmann Ran einen solchen Schlag auf den Kops erhielt, daß ^r du Straßenbo.schung hinunterkollerte und nachher drei Wochen krank darniederlag. Seine rechte Körperseite blieb längere Zett gelähmt, woraus ersichtlich, daß ein Bluterguß ins Hirn stattgefundeu hatte. .Die ein geleitete Untersuchung hatte das Er- gebnis, daß Anklage gegen den 20 Jahre alten Maurer Otto Rink aus Hartenrod erhoben werden konnte, der den Schlau gegen den Rau ausgeführt haben sollte. Außerdem wurde noch Anklage gegen den Schmiedelehrlmg Heinrich Kraft erhoben. Die Verhanolung vor dem Schöffengericift jn Gladenbach endete damitt daß Rmk zu sieben Wochen, Kraft zu einer Woche Gefängnis verurteilt wurde. Gegen dieses Erkenntnis hatte Rink Beruftmg eingelegt mtt der Angabe, daß er dem Rau den Schlag überhaupt nicht versetzt habe. Tie schwere Verletzung, die dieser am Kopf erhalten, konnte sehr wohl von dem Sturz die Böschung hinunter herrühren. Zur heutigen Berufungsverhandlung vor hiesigem Landgericht waren 15 Zeugen und ein ärztlicher Sachverständiger geladen. Dieser meinte, daß die Verletzung aller Wahrscheinlichkeit nach von einem heftigen Schlag herrühre. Tas Geriätt konnte die Ueberzeugung nicht gewinnen, daß Rink der Täter sei, und sprach ihn frei. Ter Staatsanwalt hatte sich dem Antrag .des Verteidigers auf Freisprechung angeschlossen. Frankfurt, 7. Juli. Hin und wieder findet auch ein, Sonnen prahl des Humors, und dann saft stets des unfreiwilligen, den Weg in den kalten Schatten des Gerichtssaales. Dankbar quittiert dann „allgemeine Heiterkeit" die wlllkouuneue Abwechselung. So auch während der gestrigen Sitzung des Schöffengerichts. Ein mit dem herkömmlichen Sonntagsaffen behafteter Taglöhner hat in mächtigem Tatendrang einen Spaziergänger attackiert und dessen unschuldiges Haupt mit dem Spazierstock demoliert. .Im Strafregister des Tapferen findet sich unter manchem Begreiflichen auch der unbegreifliche Vermerk: Ein Tag Gefängnis wegen Totschlags. Unbegreiflich für Gericht und Staatsanwalt. Auch der so gelinde bestrafte Totschläger weiß keine Auskunft zu geben. Ter Richer vermutet einen Schreibfehler, möchte aber doch Gewißheit und inquitiert den Angeklagten nochmals aus etwaige Möglichkeiten. Tem scheint die Gabe eines üebrrgen Gedächtnisses versagt zu sein, aber plötzlich, .als man schon den „Schreibfehler" sanktto» niereu will, kommt ihm die Erleuchtung. Erleichtert ruft er: ,Lch hab' als zwölfjähriger Bub dehaam emol en Tag Gefängnis krieht, well ich e Gans dodgeschlage hab!" — Tie auch bei den Herren Kriminalstudenten zum Ausbruch kommende „allgemeine Hetterkett" wrrd diesmal auch am Gerichts tische geteilt und deshalb nicht gerügt. (,,F. G. A.") Leipzig, 7. Juli. Im Landesverrats-Prozeß wurde der Schlosser Davot zu 3 Jahren Zuchthaus, 1500 Mtt Geldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Leipzig, 7. Juli. Tas Reichsgericht erkannte in dem objekttven Strafverfahren auf die Unbrauchbarmachung sämtlicher Exemplare, Formen und Platten der Schrrft, die zum 40.Jahrestage des polnischen Aufstandes 1863 von dem Komitee des polnischen Nalic Schatzes herausgegeben wurde, wegen hoch- verräterrischen Juhans dieses Buches. Zlniversttäts-Yachllchtm. Bonn, 5. Juli. Gestern mittag fand im Senatssaal der- Universität die feierllche Exmatrikulation des Herzogs' von Sachsen-Koburg-Gotha statt. Ter Herzog trug die Uniform cher 9. Husaren. In seiner Ansprache an den Herzog, führte der Rektor u. a. .folgendes aus: Ter akademische Unterricht trägt naturgemäß bei dem fürsllichen Studenten einen anderen Zuschnitt, als bei seinen Kommilitonen. Es handelt sich hier nicht um eine sttenge berufliche und sachliche Ausbildung, sondern um eine möglichst weit zu greifende Orientierung auf dem Gebiet menschlichen Wissens und Fmffchens. Ter auf den. Höhen des Wissens Stehende soll sich einen freien Ausblick erobern in das Reich der Erkenntnis. Selbst teilzunehmen an, der harten Arbeit, mtt der diese Schatze gehoben werden, ist nicht seines Amtes. Aber ein Verständnis für das Wesen und das Werk der Wissenschaft wird sich ihm schon aus der Aufnahme und dem Durchdenken des Gehörten ergeben. Ew. Königliche Hoheit hoben als der künftige Regent eines deutschen Bundesstaates vor allem sich eingelebt auf dem Boden des Rechts- das trotz aller historischen Wandlungen die bleibende Grundlage aller fürstlichen Gewalt, wie jeder menschlichen Ordnung überhaupt darstelltt Tie eigenartige politische Entwicklung unserer Nation legt dem deutschen Fürsten von heute eine hohe doppelte Verpflichtung auf: er soll mit gleicher Liebe und mit dem gleichen Gefühl der ^Verantworllichkett das Wohl des Reiches wie das seines eigenen Staates hegen und pflegen. Nach Schluß der Rede überreichte der Rektor dem Herzog die in die sächsi- scheu Farben gebundene Exmatrikel. Nolilische Tagesschau. Geheimgeschichte des Krieges. Langsam und nur stellenweise beginnt sich der Schleier zu lüften, der über der Geheimgeschichte des russisch-japanischen Krieges liegt, wie über allen Kriegen!, .nur daß er vielleicht überraschendere Merkwürdigkeiten bedeckte. Taß die Japaner in den asiatischen Besitzungen Rußlands einen ausgedehnten Auf- klärungs- und Agitationsdienst unterhalten haben, ist bereits seftgesteltt. Es wird aber bchouptett daß auch im europäischen Rußland ein trefflich organisierter und reich dotierter Aufklär- ullgsdienft für bie javanische Regierung vor Ausbruch des Krieges tätig gewesen fei, und daß er sich nicht nur auf militärisch Wissenswertes beschränkt habe. Tas Hauptquartter dieser Organisation sei in Odessa gewesen, eine der wichtigsten Zweigstellen in Petersburg selbst. Ter dirette Verkehr mit Tokio habe von der südrusfischen Hafenstadt aus stattgefunderr. Ter Dienst soll insbesondere auch die Vorgänge auf dem Balkan und in Armenien genau verfolgt haben. In englischen diplomattsck)en Zirkeln wird sogar behauptet, hätte das Auslaufen der Schwarzmerr- flotte und die ruffifdje Demonstration in Macedonien zum Ausbruche eines Balkankrieges geführt, so wäre man in Tokio bereits damals willens und vorbereitet gewesen, die Gelegenhett zum Losschlagen zu benutzen. In England scheint man über diese Absichten unterrichtet gewesen zu sein. .Auf das Auslaufen der Schwarzmeerflotte fielen eirglische Konsols bedeutend. Me großen Londoner Citysirmen waren ja tatfächlich auch schon beim Abgang der letzteren rusfisck>en Rote, als man in Petersburg noch an die Erhaltung des Friedens glaubte, davon benach- rickstigt, daß Tokio den Beginn der Feindseligkeiten beschlossen hatte. Am^ Donnerstag früh wurde von Banken mit Fühlung zum Auswärtigen Amt fdjon „Krieg disponiert", und am Sams- trag erfolgte der Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Im September vorigen Jahres erreichte in England, währnrd die frankofifd>en Macedoisiersreunde bereits abwieaelten, die Agitation für eine selbständige, antirussische Balkanpolitik ihren Höhepunkt, und Lord Lansdowne sprach sehr energische Worte, die er seitdem im Hause der Lords abgesilpvächt hat. Damals wurden in London, Brüssel und an holländisck)cn Plätzen große Lieferungen an Effekten, Stieseln, Waffen und Munition abgc- fchloffen, angeblich für südamerikanifck^ Republiken, die so große Li fcruiigen niemals kontrahieren konnten. Jn Wahrheit gingen sie nach Japan, z. T. auf dem Umwege über Amerika. Russist Tiplomaten fehen auch in den jüngsten armenischen Metzeleien eine Folge jenes japanischen AufllärungSdiensteS, der darauf au^ ging, Rußland europäsihe Verlegenheiten zu bereiten und jeden-- falls die Sci-warznieerflotle, wen» nicht auch die baltische, fesh- -ni-alten. ,Tie ruffifdx* Gesandtfckmft in London scl-einl sich wie alle übrigen diplomatisck-en Vertreter Rußlands darüber haben n an n von Nofl n m ! okio und । inem rujfif6en ^rmöin in England, der unter bürgerlickn'rn Namen als KorrefpondeM für russische Revuen tätig ist, wurde, als sie reäftzettig warnten, kein Glaube geschenkt. vemnischte». Berlin, 8. Juli. Heute mittag wurde in einem großen Geschah auf der Krautsstraße ein Einbruch ver- ucht. Die Einbrecher wurden gestört und ergriffen die Fluchtt Einer derselben feuerte auf die ihn verfolgenden Personen 6 Revolverschüsse ab, wodurch drei Personen verletzt wurden. Schließlich gelang es, den Einbrecher fest zu nehmen. Er wurde entwaffnet und von dem erbitterten Publikum gezüchtigt. Er mußte schließlich von herbeiettenden Polizisten vor der Wut der Menge geschützt werden. Kansas City, 7. Juli. Die Fluten des Kansasflußes teigen reißend. Der Regen halt an. Die Menschen werden aus den Häusern vertrieben. Viel Schaden wurde angerichtet in den Städten einschließlich Topeka, Lawrence Wichtta und Notthtopeka. Der Eisenbahnverkehr ist in Verwirrung geraten. Die Züge der Atchison-Topeka and Santa Fs, Union Pacific, Chicago-Rockisland and Paciftcbahnen hörten auf, von Topeka aus nach Osten oder Westen zu gehen. Der Getreidefchaden ist bedeutend. Aerichlssaal. ä. M a i n z, 7. Juli. Ter bisher unbestrafte 31jährige Schriftsetzer Karl Schuldig uns Berlin, zuletzt in Worms, ist der 9)t a j e ft ä 18 b c l e i b i g u n g angeklagt. Am 18. Mai verlangte der Angeklagte in Worms von einem auf Poste»! stehenden Schutzmanns, verhaftet zu werdem Als der Beamte ihn fragte, ob er etwas angestellt habe, verneinte es der Angeklagte, worauf der Schutzma»m ibn wegwies. Trotzdem verlangte der Sch. verhaftet \u werden. Auf die wiederholte Aufforderung des Schutzmannes, einer Wege zu gehen, stieß der Al,geklagte eine beleidigende Aeußerung gegen den deutschen Kaiser aus, woraus seine Verhaftung erfolgte. Heute erklärte der Schuldig, nicht den geringsten Grrmd zur Beleidiglmg des Kaisers gehabt zu haben, er könne sich auch ar nicht erinnern, eine solche verübt zu haben; an dem betreffenden • läge will er betrunken geivesen sein. Er wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Marburg, 8. Juli. Eine großartige Prügelei zwischen zwei „T ö r f e r n" sand am Sonntag ben 20. Scptt vorigen Jahres in Hartenrod statt. ES hatte dort kurz vorher gebrannt und es waren dtt Burschen aus Oberndorf am genannten Tag in größerer Drzahl nach Hartenrod gekommen, um die Brandstelle zu befidjtigen. Sie begaben sich dann in die Seitz'scl)e Wirtschaft, in der sich auch Hartenröder Burschen be- anden. Die Oberndorfer, die zunächst in großer Uebermacht tvaren, nahmen eilte herausfordernde Haltung gegen die Hartcnrödcr an, die von ihnen mit den Ausdrücken Schweinelöffel und anderen Schimpfworten belegt wurden. Sogar das Messer zogen einzelne von ihnen und bcdrohtcu damit die Hartenrüder, die von ihnen heute noch Prügel haben füllten. 25 von den Hartenrödern füllten heute noch tülgefehlageu iuerben ufw. Ttt Hartenröder sammelten ich hierauf vor der Wirtfckmft an, unb als die Oberndorfer nach dem Bahnhof wollten, kam es zur Schlägcrci. Tie Harten- KanSel und Verkehr. Uolksunttschast. Märkte. Gießen, 9. Juli. Marktbericht. Aus heutigem Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.00—1.15 Mk., Hühnereier 1 St. 5—6 Psg. 2 Stck. 00—00 Pfg„ Gänfeeier 00—00 Pfg., Enteneier 7—0 Pfg^ Käse pr. Stck. 6—8 Psi Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen pr.Liter 81Pfg^ Linsenpr. Liter 32 Pfg., Taubenpr.Paar0,80-1,00 Mtt, Hichnerpr.Stt 1,30—1,40 Msi Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Dtsi Enten pr. Stück 77,1—2,20 Mtt, Gänse vr. Pfd. 00—70 Pfg., Ochfensteifch pr. Pfund 00—80 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg^ Schweme- leisch pr. Pfund 60—72 Pfg„ Schweinefleisch, gefallen, pr. Pfund 76 Pfg„ Kalbfleisch pr. Pfd. 68—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—74 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,50—0,00 Ritt, Weißkraut per Stück 9—12 Pfg., per Zentner 0.00—0.00 Mtt, Zwiebeln pr. Zentner 7,00—10,00 Msi Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 20 bis 25 Msi in Korben 00—00 Psg. Misse 100 St. 00—00 Psq. Kirschen per Pfd. 15—00 Pfg. Marktzeit 7—1 Uhr. Limburg nnier-Wobnung nut allem Zubehör ev. Gartenanteil wegzugchalber p. 1. Oft. zu Denn. 5645) Näh. 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